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Pressearchiv 2011 - 02.05.2011 Demo in Hamburg: 1.000 Menschen fordern die Abschaffung aller Tierversuche

02.05.2011

Demo in Hamburg:

1.000 Menschen fordern die Abschaffung aller Tierversuche

Rund 1.000 Menschen protestierten am 30. April 2011 in der Hamburger Innenstadt für eine tierversuchfreie Forschung. Die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche hatte anlässlich des Internationalen Tags zur Abschaffung der Tierversuche gemeinsam mit der Lobby pro Tier Mienenbüttel (Bürgerinitiative gegen Tierversuche des LPT) und dem Verein Bürger gegen Tierversuche zu der Großveranstaltung aufgerufen.

Tierschützer, Tierrechtler und Tierversuchsgegner aus ganz Deutschland kamen zusammen, um ein Zeichen zu setzen für eine Kehrtwende hin zu einer Forschung ganz ohne Tierversuche. Sie forderten ein vollständiges Verbot von Tierversuchen zugunsten einer modernen tierversuchfreien Forschung. Dies sei nach Aussage der Tierrechtler zwingend erforderlich, um nicht nur Tiere vor einem sinnlosen Labortod zu bewahren, sondern auch um für den Menschen sichere und sinnvolle Therapiemöglichkeiten zu erforschen.

An 19 Infoständen verschiedener Vereine konnten sich Interessierte über Tierrechtsthemen, wie eine vegane Lebensweise, und über die wissenschaftliche Unzulänglichkeit der Tierversuchsforschung informieren. Im fast nicht mehr endenden Demozug durch die Hamburger Innenstadt taten die Tierrechtler, begleitet von aufrüttelnder Trommelmusik, ihren Protest gegen Tierversuche kund. In den Blick der Öffentlichkeit rückten die Tierversuchsgegner in ihrer anschließenden Kundgebung auf dem Gerhart-Hauptmann-Platz auch die Botoxtestung an Tieren, die für zweifelhafte Schönheitsideale einen qualvollen Erstickungstod sterben müssen. So wird im Hamburger Labor für Pharmakologie und Toxikologie (LPT), einem der größten Auftragslabors in Deutschland für die Pharma- und Chemie-Industrie, das Nervengift Xeomin, ein Botox-ähnliches Präparat, der Frankfurter Firma Merz getestet.

Live-Musik, vegane Köstlichkeiten und ergreifende Redebeiträge sorgten den ganzen Tag für großen Andrang. So berichtete die Schauspielerin und Künstlerin Nadja Galwas von ihrer Krebserkrankung und warum sie sich für eine tierversuchsfreie Forschung ausspricht. Prof. Birgit Völlm erzählte von den Unwegsamkeiten, die ihr im Medizinstudium bereitet wurden, weil sie sich nicht am »Tierverbrauch« im Studium beteiligen wollte. Sie verklagte ihre Uni, gewann den Prozess und konnte erst Jahre später ihr Studium erfolgreich fortsetzen. Heute ist sie Professorin und Fachärztin für Psychiatrie an der Universität Nottingham.

Mit dem Aktionstag ist es den Ärzten gegen Tierversuche gelungen, auf das millionenfache Tierleid aufmerksam zu machen und zahlreiche Bürger für die Missstände, die hinter verschlossenen Labortüren existieren, zu sensibilisieren. Nach Aussage des Vereins ist die Zeit gekommen, in der auch die Politik sich der Abkehr vom Tierversuch nicht länger verweigern sollte, da Tierversuche weder ethisch noch wissenschaftlich in unsere moderne Gesellschaft passen.

Weitere Informationen:

Fotobericht zur Großdemo gegen Tierversuche am 30. April 2011 >>
Pressemitteilung vom 20. April 2011 >>
Weitere Infos zu Botox-Tierversuchen >>

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