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Pressearchiv 2011 - 04.10.2011 Infostand für Tübingens gequälte Affen

04.10.2011

Infostand für Tübingens gequälte Affen

Ärzte gegen Tierversuche und Tübingen für Tiere fordern sofortiges Ende der Hirnversuche

Im Rahmen der Kampagne »Stoppt Affenqual in Tübingen« lädt der neue Verein Tübingen für Tiere gemeinsam mit dem bundesweiten Verein Ärzte gegen Tierversuche am Samstag, 8. Oktober 2011 ab 12 Uhr, zum Infostand auf dem Tübinger Holzmarkt ein. Anlass ist die in wenigen Tagen stattfindende Unterschriftenübergabe des Ärztevereins an die Landesregierung, bei der den Verantwortlichen die Brisanz des Themas und die Notwendigkeit des Ausstiegs aus der »zweckfreien Neugierforschung« am Hirn von Affen aufgezeigt wird.

Hintergrund der Kampagne ist, dass in Baden-Württemberg an drei Instituten, die sich alle in Tübingen befinden*, noch immer Tierversuche am Hirn von Rhesusaffen stattfinden, wie sie in anderen Bundesländern seit Jahren nicht mehr genehmigt wurden. So wurden in München, Berlin und Bremen vergleichbare Versuche von den Genehmigungsbehörden aus ethischen Gründen und mangels medizinischen Nutzens abgelehnt. Damit wurde auch dem im Grundgesetz verankerten Tierschutz Rechnung getragen.

Am Infostand können sich Interessierte darüber informieren, was mit den Affen in Tübingen passiert und vorbereitete Postkarten an den baden-württembergischen Landwirtschaftsminister Alexander Bonde ausfüllen, mit der Aufforderung, die qualvollen Versuche zu beenden.

Die Ärzte gegen Tierversuche kritisieren die Forschung an hochsensiblen Tieren, die wie Menschen Freude, Angst und Schmerz empfinden, als qualvoll und für die Krankheitsforschung des Menschen irrelevant. Im Rahmen der zweckfreien Grundlagenforschung werden den Affen in Tübingen Geräte auf dem Schädel installiert und Messelektroden in das Gehirn eingeführt, weil sich die Forscher dafür interessieren, wie ein Affe zählt oder auf bestimmte Gesichter reagiert. Da die Affen sich nicht freiwillig diesen Prozeduren fügen, werden sie durch den Entzug der lebenswichtigen Ressource Wasser zur Kooperation gezwungen. Außerhalb der Experimente bekommen die Tiere nichts zu Trinken. Um ihre Durstqualen zu stillen, müssen die wehrlosen Tiere es ertragen, täglich stundenlang mit angeschraubtem Kopf am Bildschirm Aufgaben nach Forscherwunsch zu lösen. Nur wenn der Affe richtig reagiert, bekommt er über einen Schlauch einen Tropfen Saft.

Im Januar 2009 startete der Ärzteverein die Kampagne »Stoppt Affenqual in Tübingen«. In den Jahren 2009 und 2010 hatte er Demonstrationen in Tübingen zum Protest gegen die Hirnforschung an Affen organisiert. Am 18. Oktober 2011 werden die Ärzte gegen Tierversuche stellvertretend für Tausende von Bürgern und Wählern die bislang gesammelten Unterschriften der neuen grün-roten Landesregierung überreichen, verbunden mit der Aufforderung an die Koalition, Versuchen am Affenhirn umgehend einen Riegel vorzuschieben und damit dem Vorbild anderer Bundesländer zu folgen.

*Abteilung Kognitive Neurologie, Hertie-Institut für Klinische Hirnforschung, Universität Tübingen, Ottfried-Müller-Str. 27, 72076 Tübingen; Labor für Primaten-Neurokognition, Abteilung für Tierphysiologie, Institut für Zoologie, Universität Tübingen, Auf der Morgenstelle 28, 72076 Tübingen; Max-Planck-Institut (MPI) für Biologische Kybernetik, Spemannstraße 38, 72076 Tübingen.

Veranstaltung im Überblick:
Infostand gegen Hirnforschung an Affen,
Samstag, 8. Oktober 2011, ab 12 Uhr auf dem Holzmarkt in Tübingen

Weitere Information:
Hintergrundinformation »Stoppt Affenqual in Tübingen!« >>
Demo in Tübingen 2009 >>
Demo in Tübingen 2010 >>

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