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Pressearchiv 2010 - 11.06.2010 Ausstellung über Tierversuche an der Uni Bochum


11.06.2010

Ausstellung über Tierversuche an der Uni Bochum

Was ist ein Tierversuch? Schützt das Tierschutzgesetz die Tiere? Warum werden Tierversuche gemacht? Sind Tierversuche der Grund für medizinischen Fortschritt? Geht es auch ohne Tierversuche? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich ab dem 13. Juni eine Ausstellung im Kulturcafé des Asta Bochum. Dreizehn reich bebilderte Tafeln informieren sachlich fundiert und stichwortartig prägnant über die Problematik der Tierexperimente. Daneben untermauern Informationsschriften die dargestellten Fakten. Die Ausstellung wurde von dem bundesweiten Verein Ärzte gegen Tierversuche konzipiert und vom AStA der Ruhr-Universität im Rahmen einer Aktionswoche nach Bochum geholt. Ziel ist es, Studierenden die wissenschaftlichen Argumente gegen Tierversuche und die Möglichkeiten der tierversuchsfreien Forschung näher zu bringen.

An der Ruhr-Uni werden Affen, Katzen, Frettchen, Tauben, Gerbils, Ratten, Mäuse und andere Tiere in Tierversuchen verwendet. Die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche hält keinen einzigen davon für notwendig. Besonders umstritten sind die neurobiologischen Hirnversuche an Affen. Die Tiere müssen in einem Primatenstuhl sitzend Aufgaben am Bildschirm ausführen. Ihr Kopf ist dabei unbeweglich an einem Gestell angeschraubt. Als »Trainingsmethode« wird Durst eingesetzt, d.h., die Tiere bekommen außerhalb der Versuche nichts zu trinken. Für gute Kooperation erhalten die durstigen Tiere ein paar Tropfen Saft. Gleichartige Tierexperimente wurden bereits in München, Berlin und Bremen von den zuständigen Behörden aus ethischen Gründen und mangels medizinischen Nutzens abgelehnt. In Bremen tobt seither ein Rechtsstreit. In Bochum sollten die Affenversuche 2009 auslaufen, wurden dann aber bis mindestens 2011 verlängert.

Die Ärztevereinigung fordert einen sofortigen Stopp der »unsäglichen und nutzlosen Forschung am Affenhirn«. Derartige Grausamkeiten an intelligenten und hochsensiblen Tieren seien nicht nur ethisch nicht zu rechtfertigen, sondern auch medizinisch irrelevant. »Seit mindestens zwei Jahrzehnten wird derartige Forschung in Deutschland betrieben, ohne dass irgendein medizinischer Nutzen erkennbar ist«, sagt Dr. med. vet. Corina Gericke, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche. Die Ausstellung soll dazu beitragen, den Mythos vom angeblich notwendigen Tierversuch aufzulösen.

Das Referat für Ökologie und Verkehr des AStAs plant im Rahmen der Aktionswoche über Tierversuche vom 13.-19. Juni weitere Veranstaltungen.


Ausstellung „Tierversuche“
Ort: Kulturcafé des Asta Bochum, Universitätsstraße 150, 44801 Bochum
Zeit: 13.-19. Juni 2010
Organisation: Referat für Ökologie und Verkehr, AStA Ruhr-Universität Bochum


 

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