facebook
twitter
youtube
instagram

Pressearchiv 2010 - 16.07.2010 Tierversuche an der Uni Erlangen


16.07.2010

Ärztevereinigung kritisiert Tierversuche an der Uni Erlangen:

»Qualvoll und wissenschaftlich unsinnig«


Nicht einmal Erlanger Bürger wissen, dass mitten in der Innenstadt von Erlangen Tausende von Tierversuchen stattfinden: Im Franz-Penzoldt-Zentrum (FPZ), dem Tierversuchszentrum der Universität Erlangen, in der Palmsanlage 5, werden jährlich Zigtausende Tiere getötet. Die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche bezeichnet die Experimente als »qualvoll und wissenschaftlich unsinnig«.

So wird Mäusen der Ischiasnerv abgebunden, um chronische Schmerzen hervorzurufen. Minischweinen werden die Kieferknochen abgeschabt, um einen Knochendefekt zu simulieren. Bei Ratten wird durch Einfädeln eines Fadens in eine Gehirnarterie ein Schlaganfall ausgelöst. Bei anderen Ratten wird durch 12-wöchige Gabe einer giftigen Chemikalie eine Leberfibrose hervorgerufen.

Dr. med. vet. Corina Gericke, wissenschaftliche Mitarbeiterin von Ärzten gegen Tierversuche, hält diese Manipulationen für ethisch nicht zu rechtfertigen und wissenschaftlich sinnlos. »Die künstlich geschädigten Tiere haben nichts mit der komplexen Situation beim menschlichen Patienten zu tun.« So sind die Ursachen von Schlaganfall beim Menschen dank Bevölkerungsstudien bekannt: Übergewicht, fett- und fleischreiche Ernährung, Rauchen und Bewegungsmangel. Leberfibrose wird durch Viren oder übermäßigen Alkoholkonsum hervorgerufen.

»Bei der künstlichen Leberfibrose zum Beispiel sind nicht nur die Symptome, sondern auch der Behandlungsversuch bar jeder Realität«, so die Tierärztin. Den Ratten wird zehn Wochen lang zweimal täglich eine Injektion in die Bauchhöhle verabreicht. »Stress und Angst verfälschen die Versuchsergebnisse von vornherein«, erläutert Gericke.

Laut Ärzte gegen Tierversuche sind die vielen, wegen schwerer, oft tödlicher Nebenwirkungen vom Markt genommenen Medikamente ein Beweis dafür, dass Tierversuche weder eine Sicherheit bieten, noch geeignet sind, die Krankheiten des Menschen zu erforschen und zu heilen.

Der Ärzteverband fordert im Interesse von Mensch und Tier eine moderne Medizin und Wissenschaft ganz ohne Tierversuche. »Forschung mit menschlichen Zellkulturen und klinische Studien liefern im Gegensatz zum Tierversuch für den Menschen relevante Aussagen«, ist die Tierärztin sicher.

In dem aktuellen Faltblatt der Ärzte gegen Tierversuche werden die Experimente, die an der Universität Erlangen durchgeführt werden, beschrieben und kritisch beleuchtet. Der Verein hat außerdem eine Internetseite mit Informationen zu Tierversuchen in Erlangen und den Aktivitäten dagegen eingerichtet: www.tierversuche-erlangen.de.

Weitere Informationen:
Faltblatt »Tierversuche im Brennpunkt: Erlangen« als PDF
www.tierversuche-erlangen.de
 

Beitragsseiten

Drucken