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Pressearchiv 2010 - 19.05.2010 Perfide Militär-Tierversuche in Bayern


19.05.2010


Ergänzung vom 11.08.2010:

Aufgrund des öffentlichen Drucks hat die US-Armee zunächst ihren Versuchsantrag zurückgezogen. Am 12. Juli wurde jedoch erneut ein Antrag auf Durchführung der Militärversuche gestellt. Mit Bescheid vom 26. Juli verweigerte die zuständige Behörde, die Regierung der Oberpfalz, die Durchführung der Versuche mit der Begründung des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. 

Ergänzung vom 20.05.2010:

Wie aus Medienberichten zu erfahren ist, wurde nur einen Tag nach Bekanntwerden der Antrag der US-Armee, auf dem Truppenübungsplatz Grafenwörth Schweine für Übungszwecke zu verletzen und zu töten, offensichtlich zurückgezogen. Grund waren die zahlreichen Proteste.
 

 

US-Armee in Deutschland will lebende Tiere massakrieren

Perfide Militär-Tierversuche in Bayern

Die US-Armee in Deutschland will für die Ausbildung von medizinischem Personal lebende Tiere verletzen und töten. Die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche spricht von »perfiden und sinnlosen Tieropfern« und fordert die zuständigen deutschen Behörden auf, die Versuche nicht zu genehmigen.

Laut Pressestelle des Hauptquartiers der US-Armee in Heidelberg werden narkotisierten Tieren mit dem Skalpell Verletzungen zugefügt, die anschließend von Sanitätern versorgt werden. Als Tierarten wurden Schweine und Ziegen genannt. Über die Anzahl der Tiere und den Zeitraum macht die US-Armee nur vage Angaben. Für eine Gruppe von 30 Sanitätern werden etwa 10 Tiere verwendet. Diese Übungen würden so oft durchgeführt »wie notwendig«. Die US-Armee sei wegen der Genehmigung »in Verhandlung mit der Bundesregierung«, heißt es von Seiten der Pressestelle. Die Ausbildung soll unter anderem am Truppenübungsplatz im Oberpfälzischen Grafenwöhr stattfinden.

Die bundesweit tätige Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche protestiert aufs Schärfste gegen derartige Tierversuche. Tiere für militärische Zwecke zu missbrauchen, sei besonders perfide. Die Pläne der US-Armee stellen zudem einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar. »Tierversuche zur Entwicklung und Erprobung von Waffen, Munition und dazugehörigem Gerät sind in Deutschland gesetzlich verboten«, erklärt Dr. med. vet. Corina Gericke, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Ärztevereinigung. »Außerdem sind Tierversuche zu Ausbildungszwecken nur erlaubt, sofern das Ziel nicht auf andere Weise erreicht werden kann. Dieses ist aber z.B. mit Dummys oder direkt im Krankenhaus problemlos möglich.

Die geplanten Versuche seien weder ethisch noch wissenschaftlich und didaktisch zu rechtfertigen. »Schweine und Ziegen unterscheiden sich in ihrer Anatomie wesentlich vom Menschen. Zudem sind mit dem Skalpell beigebrachte Verletzungen weit von der Realität von Kriegsverletzungen entfernt«, so die Tierärztin weiter. »Die Sanitäter lernen am falschen Objekt.« Die einzige sinnvolle Schulung für medizinisches Militärpersonal ist vor Ort in den Kriegs- oder Krisengebieten, wo es zahlreiche Menschen gibt, die medizinische Versorgung benötigen.

Die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche protestiert bei der Regierung der Oberpfalz und fordert, das Vorhaben der US-Armee nicht zu genehmigen.

 

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