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Pressearchiv 2009 - 07.12.2009 Internationaler Tierrechtstag: Traurige Bilanz für Tiere in den Labors


07. Dezember 2009

Internationaler Tierrechtstag

Traurige Bilanz für Tiere in den Labors

Anlässlich des Internationalen Tierrechtstags am 10. Dezember kritisiert der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche das millionenfache Leid von Tieren in Versuchslabors. Die steigenden Tierversuchszahlen und immer wieder neue abstruse Projektideen auf Kosten der Tiere seien »Ausdruck einer verfehlten Forschung und Wissenschaft«. Die Ärztevereinigung fordert ein sofortiges Ende aller Tierexperimente und stattdessen eine Umkehr in Richtung moderner Methoden ohne Tiere.

Die im Oktober dieses Jahres vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) vorgelegte Tierversuchsstatistik bringt Ernüchterndes zu Tage. Im Jahr 2008 mussten insgesamt 2.692.890 Tiere im Namen der Forschung ihr Leben lassen, darunter Mäuse, Vögel, Fische, Kaninchen, Katzen, Hunde, Affen und Tiere anderer Arten. Entgegen aller politischer Versprechungen, steigt die Zahl der Tieropfer von Jahr zu Jahr an.

»Angesichts der immer kränker werdenden Menschen sind die stetig steigenden Tierversuchszahlen Ausdruck einer gänzlich verfehlten Forschung«, moniert Diplombiologin Silke Bitz, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Ärztevereinigung.

Anstatt den Irrweg Tierversuch endlich zu verlassen, werden immer neue absurde Projekte erdacht - sogar mit Unterstützung der Politik, kritisieren die Ärzte gegen Tierversuche. Das BMELV – und damit der Steuerzahler - beispielsweise fördert die Züchtung von »friedlichen Schweinen«*, die mit den tierquälerischen Haltungsbedingungen besser klar kommen sollen, um so wirtschaftliche Einbußen zu minimieren. Verhaltensmerkmale von mehr als 16.000 Tieren werden erfasst und die entsprechenden Daten auswertet, um die züchterischen Möglichkeiten auszuloten.

Die Ärztevereinigung sieht die Gefahr, dass zur »Herstellung« von »Nutz«tieren mit den von der industriellen Landwirtschaft gewünschten Eigenschaften auch Tierversuche durchgeführt werden, beispielsweise mittels Manipulation des Erbguts, wie dies im Bereich der medizinischen Forschung üblich ist. Nach Aussage des Vereins werden sogenannte Tiermodelle, die zur Simulation menschlicher Krankheiten herhalten müssen, häufig durch Ein- oder Ausschalten bestimmter Gene hergestellt, um so die gewünschten Merkmale zu erzielen. »Es ist inakzeptabel, dass Tiere, sei es durch reine Zucht oder mittels Tierversuch, an die wirtschaftlichen Bedürfnisse des Menschen angepasst werden«, kommentiert Bitz.

Die ins Unermessliche laufenden Tierversuchszahlen und die Durchführung solch moralisch verwerflicher Projekte bekräftigen nach Ansicht der Ärztevereinigung die Forderung an die Politik, endlich die Notbremse zu ziehen und einen klaren Zeitplan zum Ausstieg aus der Methode Tierversuch vorzulegen.

Der 10. Dezember wurde erstmals 1998 in England analog zum Tag der Menschenrechte ausgerufen. Seitdem wird dieser Tag weltweit von Tierrechtlern zum Anlass genommen, um all der Tiere zu gedenken, die ihrer Rechte und Würde beraubt wurden und werden.
 
* Bundeslandwirtschaftsministerium fördert Züchtung von friedlichen Schweinen, Pressemitteilung des BMELV vom 05.10.09

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