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Pressearchiv 2009 - 14.04.2009 Demo gegen Affenversuche in Tübingen


14. April 2009

Demo gegen Affenversuche in Tübingen am 18.04.09:
 

Ärzte gegen Tierversuche e.V. kritisiert Blockadehaltung der Politik 

Seit einigen Wochen macht die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche mit ihrer Kampagne »Stoppt Affenqual in Tübingen« gegen die in Baden-Württemberg noch immer praktizierte altertümliche Forschung am Hirn von Affen mobil. Bürger aus der ganzen Bundesrepublik fordern den verantwortlichen baden-württembergischen Landwirtschaftsminister Peter Hauk MdL auf, dem Beispiel anderer Bundesländer zu folgen, und diesen gesellschaftspolitisch untragbaren Tierversuchen ebenfalls die Rote Karte zu zeigen. Am 18.04.09 findet in Tübingen eine Demo mit Kundgebung statt.

Presse- und Fototermin:

12.15 Uhr: Marktplatz Tübingen; Demozug setzt sich in Bewegung

Programm im Überblick

11.00-17.00 Uhr Infostände auf dem Marktplatz Tübingen
12.00-14.00 Uhr Demozug durch die Innenstadt
ab 14.00 Uhr Kundgebung auf dem Marktplatz mit Redebeiträgen, Theaterstücken und Musik

Mit einem Demozug durch die Tübinger Innenstadt und zahlreichen Redebeiträgen protestiert die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche am 18.4.09 von 11 bis 17 Uhr gemeinsam mit zahlreichen anderen Organisationen gegen die Hirnforschung an Affen an drei Tübinger Instituten* sowie für die Abschaffung aller Tierversuche zugunsten einer fortschrittlichen Medizin.

Das Land Baden-Württemberg betont als Reaktion auf den öffentlichen Druck in einer Stellungnahme, wie ernst das Thema Affenversuche genommen würde, doch Grund zum Handeln wird nicht gesehen. So setzt Baden-Württemberg weiter auf grausame und medizinisch vollkommen abwegige Forschung am Affenhirn und hinkt fortschrittlicheren Bundesländern hinterher. In Bremen, Berlin sowie München wurden vergleichbare Hirnversuche an Affen abgelehnt. Die Behörden haben erkannt, dass diese ethisch nicht haltbar sind und nicht geeignet sind, Menschenleben zu retten.

»Würde es der Politik darum gehen, wertvolle Erkenntnisse für die Behandlung menschlicher Krankheiten zu gewinnen, wären Tierversuche, deren reines Ziel es ist, die Neugier mancher Forscher zu befriedigen, längst verboten«, moniert Diplombiologin Silke Bitz, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Ärztevereinigung. »Doch die Landesregierung beugt sich der einflussreichen Experimentatorenlobby, deren einziges Interesse es ist, Forschungsgelder einzustreichen und sich mit Veröffentlichungen zu profilieren. Die Bedürfnisse kranker Menschen sind Nebensache«, so Bitz weiter. Ärzte gegen Tierversuche e.V. fordert, dass das Feld für eine gute Medizin geräumt wird, die nur ohne Tierversuche funktioniert. Es darf von der Politik nicht weiter hingenommen werden, dass unzählige Tiere einen sinnlosen Tod sterben und überdies die Schädigung und der Tod von Menschen aufgrund falscher Forschungsmethoden billigend in Kauf genommen wird. Die Gefahren, die von der Übertragung der Ergebnisse am Tier auf den Menschen ausgehen sowie die Vorteile einer durchdachten, auf den Menschen bezogenen tierversuchsfreien Forschung sind längst bekannt. Es ist höchste Zeit, dass die Politik sich dieser Erkenntnis nicht länger verwehrt und medizinischen Fortschritt blockiert, sondern die Tür öffnet für zukunftsfähige Methoden, fordert die Ärztevereinigung.

In der Woche vor dem 24. April, dem Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche, wird weltweit auf das Leid der Tiere in den Labors aufmerksam gemacht. Der Gedenk- und Aktionstag wurde erstmals 1979 begangen und geht auf den Geburtstag von Lord Hugh Dowding zurück, der sich im Britischen Oberhaus für den Tierschutz einsetzte.

(*) Abteilung Kognitive Neurologie, Hertie-Institut für Klinische Hirnforschung, Universität Tübingen, Ottfried-Müller-Str. 27, 72076 Tübingen;
Labor für Primaten-Neurokognition, Abteilung für Tierphysiologie, Institut für Zoologie, Universität Tübingen, Auf der Morgenstelle 28, 72076 Tübingen;
Max-Planck-Institut (MPI) für Biologische Kybernetik, Spemannstraße 38, 72076 Tübingen

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