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Pressearchiv 2009 - 13.05.2009 Neues Tierversuchslabor für Neurowissenschaft an der Uni Frankfurt


13. Mai 2009

Neues Tierversuchslabor für Neurowissenschaft an der Uni Frankfurt

»Skrupellose Forschung an Affen geplant«

An der Uni Frankfurt entsteht ein neues Labor im Bereich der Neurowissenschaft, ein Forschungszweig, der traditionell mit Tierversuchen verbunden ist. Die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche befürchtet eine Ausweitung von Tierversuchen, insbesondere an Affen und fordert von Politik und Behörden ethisch unvertretbare Forschungsmethoden von vornherein auszuschließen.

»In Berlin, Bremen und München wurden Hirnforschungsexperimente an Affen bereits abgelehnt, weil die Behörden das Leid der Tiere als schwerwiegender bewerteten, als den vermeintlichen Nutzen«, weiß Diplombiologin Silke Bitz, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Ärztevereinigung. Ziel der Gründer des neuen Instituts ist die Erforschung der Hirnfunktionen. Die vollmundigen Versprechungen der Forscher, Tierversuche seien hierfür erforderlich um irgendwann einmal Menschenleben zu retten, dürfen nach Ansicht der Ärzte gegen Tierversuche nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Mensch kein Recht hat, Tiere für Versuchszwecke zu benutzen und eine gute Medizin niemals auf unethischer und unwissenschaftlicher Forschung basieren könne. »Bei der Forschung am Tier kann kein auf den Menschen übertragbares Ergebnis herauskommen, da die artspezifischen Unterschiede viel zu groß sind«, ist sich die Biologin sicher.

Ausschlaggebend für die Ablehnung der Versuche am Affenhirn in Berlin, Bremen und München waren die Durstqualen der Tiere. »Die Affen werden durch Flüssigkeitsentzug gezwungen, jeden Tag qualvolle Experimente über sich ergehen zu lassen, bei denen der Kopf der Tiere unbeweglich an einem Gestell angeschraubt wird und Elektroden in das Gehirn gebohrt werden«, erklärt Bitz. Der Nutzen für kranke Menschen ist dabei gleich Null, da es sich um reine, zweckfreie Grundlagenforschung handelt. Die Ärztevereinigung fordert die Frankfurter Politik und Genehmigungsbehörden auf, dem wegweisenden Beispiel der anderen Bundesländer zu folgen und Tierversuche von Anfang an nicht zu genehmigen.

Die Entstehung des Ernst-Strüngmann-Instituts geht auf Andreas und Thomas Strüngmann, Gründer des Pharmaunternehmens Hexal, in Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft zurück. Das private Institut ist mit einem Gründungsetat von 200 Millionen Euro ausgestattet. Kommissarischer Leiter wird Wolf Singer, Direktor am Frankfurter Max-Planck-Institut für Hirnforschung, der laut Ärzte gegen Tierversuche als besonders skrupelloser Tierexperimentator gilt.

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