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Pressearchiv 2009 - 14.07.2009 Neues Antifaltenmittel Azzalure kostet Tausenden Mäusen das Leben


14. Juli 2009

Neues Antifaltenmittel Azzalure kostet Tausenden Mäusen das Leben

Ärzte gegen Tierversuche protestieren gegen Tierversuche für Botox-Produkte

Mit Azzalure der Firma Galderma kommt ein weiteres, Botox-ähnliches Antifaltenmittel auf den deutschen Markt. Wie Botox basiert das Präparat auf dem Nervengift Botulinumtoxin, das durch Muskellähmung Falten glättet. Laut der bundesweiten Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche müssen für Azzalure Tausende Mäuse sterben. Der Verein fordert den Einsatz von tierversuchsfreien Testmethoden und ruft zu öffentlichen Protesten auf.

Das Pharmaunternehmen Galderma, eine Tochtergesellschaft von L’Oreal und Nestlé, steigt mit Azzalure in den lukrativen Botox-Markt ein. Produkte aus dem Nervengift Botulinumtoxin werden für medizinische, zunehmend aber für ästhetische Zwecke verwendet. Azzalure, das ausschließlich für kosmetische Anwendungen konzipiert ist, wurde im vergangenen Monat in Deutschland für die Behandlung der Zornesfalte zwischen den Augenbrauen zugelassen.

Für jede Produktionseinheit werden sogenannte LD50-Tests an Mäusen durchgeführt, d.h. die Substanz wird Gruppen von Mäusen in verschiedenen Dosierungen in die Bauchhöhle gespritzt. Es wird die Dosis ermittelt, bei der die Hälfte der Tiere stirbt. Die Mäuse leiden unter Krämpfen und Lähmungen und sterben nach tagelangem Todeskampf an Atemnot. »In den ersten fünf Jahren nach einer Neuzulassung werden besonders viele dieser extrem grausamen Tierversuche gemacht, um die Stabilität des Herstellungsprozesses zu überprüfen«, erklärt Dr. med. vet. Corina Gericke, wissenschaftliche Mitarbeiterin von Ärzte gegen Tierversuche. »Zusätzlich wird jede Produktionseinheit an Mäusen getestet, d.h., je mehr Botulinumtoxinprodukte verkauft werden, desto mehr Tiere müssen leiden und sterben«, so Gericke weiter.

Tierversuchsfreie Testmethoden, z.B. auf molekularbiologischer Basis, sind laut Ärzte gegen Tierversuche gesetzlich erlaubt und müssten nach Maßgabe des deutschen Tierschutzgesetzes und EU-Vorschriften angewandt werden. In Großbritannien ist dies bereits der Fall. »Die deutschen Politiker überlassen es jedoch den Herstellern, ob und wann sie auf die humanen Methoden umsteigen«, sagt die Tierärztin. Der Ärzteverein protestiert bereits seit Jahren gegen Botox-Tierversuche anderer Hersteller. Die Kampagne wird nun auf Galderma und Azzalure ausgeweitet.
Hintergrundinformationen und Musterbriefe können bei dem Verein angefordert oder auf der Internetseite abgerufen werden.

Weitere Informationen: www.botox-tierversuche.de

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