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Pressearchiv 2009 - 31.07.2009 30 Jahre Engagement für eine Medizin ohne Tierversuche


31. Juli 2009

30 Jahre Engagement für eine Medizin ohne Tierversuche:

Ärzte gegen Tierversuche fordern Kehrtwende zu guter Wissenschaft

Seit nunmehr 30 Jahren setzen sich die Forscher und Wissenschaftler der bundesweiten Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche für eine innovative und gute Wissenschaft und Medizin für den Menschen ein, die nach Aussage des Vereins schon rein methodisch nur ohne Tierversuche funktionieren kann.

Obwohl auch heute noch in vielen Bereichen krampfhaft am unzuverlässigen und unethischen Tierversuch festgehalten wird, hat sich seit Gründung der Ärzte gegen Tierversuche im Jahr 1979 viel geändert. Die Zahl der Tiere, die in Deutschland jährlich im Labor zu Tode kommen, ist von anfänglich schätzungsweise sieben bis 14 Millionen auf rund 2,6 Millionen im Jahr 2007 gesunken. Der Tiefstand von 1,5 Millionen Tieren Mitte der 1990er Jahre ist auf den verstärkten Einsatz tierversuchsfreier Methoden insbesondere im Bereich gesetzlicher Prüfvorschriften zurückzuführen.

Dr. med. Werner Autenrieth, Neurologe und Vorsitzender der Ärztevereinigung, kommentiert dies als klaren Beweis dafür, dass gerade im Bereich der Sicherheitsprüfung von Stoffen sehr gut auf Tierversuche verzichtet werden kann und tierversuchsfreie Methoden die bessere Wahl sind. Die insgesamt immer weiter fortschreitende Entwicklung und zunehmende Anwendung tierversuchsfreier Testmethoden sind das Ergebnis des unermüdlichen Einsatzes zahlreicher Tierrechts- und Tierversuchsgegnerorganisationen, wie die Ärzte gegen Tierversuche.

Die hingegen seit Jahren im Bereich der Grundlagenforschung steigenden Tierversuchszahlen werden durch einen Modetrend verursacht, bei dem Ratten, Mäuse und andere Tiere genmanipuliert werden. Dabei gibt es in diesem Bereich eine besonders hohe Dunkelziffer. Mehr als 90 Prozent der so »produzierten« Tiere entsprechen nicht dem Forscherwunsch und landen im Abfall, ohne dass sie in der Statistik auftauchen. Der Ärzteverband prangert Tierversuche zudem als wissenschaftlich unsinnig an. »Die Forschung an Tieren, bei der durch Genmanipulation zum Beispiel Symptome von Alzheimer oder Parkinson nachgeahmt werden sollen, haben in Wirklichkeit keinerlei klinische Relevanz«, weiß der Neurologe.

Die Gründung der Ärzte gegen Tierversuche geht auf das inzwischen verstorbene Ärztepaar Margot und Herbert Stiller aus Hannover zurück. Für die beiden Fachärzte für Neurologie und Psychiatrie war die mangelnde Übertragbarkeit von Tierversuchsergebnissen auf die Situation beim Menschen ausschlaggebend.

Bis heute liegt der Schwerpunkt der Ärzte gegen Tierversuche in der wissenschaftlich fundierten Argumentation gegen Tierversuche, die im Rahmen ihrer politischen und Kampagnenarbeit Eingang findet. So betreibt der Verein seit 1995 eine Internet-Datenbank, in der mehr als 3.800 in Deutschland durchgeführte Tierversuche dokumentiert sind. Im Jahr 2007 startete die Ärztevereinigung eine Kampagne für die Abschaffung der »Botox-Tierversuche«, bei denen Mäuse für die Schönheitsideale der Menschen einen qualvollen Erstickungstod sterben. Seit diesem Jahr kämpft der Verein mit der Kampagne »Stoppt Affenqual in Tübingen« für ein Ende der Hirnversuche an Affen in Baden-Württemberg, wie sie in anderen Bundesländern bereits verboten sind.

Die Ärzte gegen Tierversuche zählen mehrere Hundert Ärzte, Tierärzte sowie im medizinischen Bereich tätige Naturwissenschaftler und Psychologen. Seit wenigen Wochen können Bürger bei der Ärztevereinigung Fördermitglied werden und die wertvolle Arbeit zugunsten einer humanen Medizin unterstützen.

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