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Pressearchiv 2009 - 18.09.2009 Stammzellen aus abgesaugtem Fett - Fortschritt ohne Tierversuche auch in der Grundlagenforschung


18. September 2009

Stammzellen aus abgesaugtem Fett

Fortschritt ohne Tierversuche auch in der Grundlagenforschung

Amerikanischen Forschern ist es gelungen, aus abgesaugtem Fett von Schönheitsoperationen Stammzellen zu gewinnen. Damit sollen kaputte Organe von Patienten repariert werden. Die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche begrüßt, dass die Forscher dabei vollständig ohne Tierversuche auskamen.

Die Verwendung von adulten Stammzellen ist im Gegensatz zu denen aus zerkleinerten Embryonen ethisch unbedenklich. Adulte Stammzellen haben die Fähigkeit, sich in begrenztem Umfang in andere Gewebe umzuwandeln und damit geschädigtes Gewebe zu ersetzen. Die Umwandlung kann durch die Umgebung der Zellen beeinflusst werden. Wegen der noch sehr unzureichend geklärten Mechanismen sucht die Grundlagenforschung nicht nur nach Möglichkeiten der Umwandlungskontrolle, sondern auch nach Quellen. Eine davon, die grundsätzlich ohne die Manipulation von Tieren auskommt, haben Forscher um Professur Joseph Wu von der kalifornischen Stanford-Universität in der September-Ausgabe der Wissenschaftszeitschrift PNAS vorgestellt. Ihnen gelang es, aus abgesaugtem Körperfett von Schönheitsoperationen menschliche Stammzellen ohne die bisher für unverzichtbar gehaltene, gleichzeitige Verwendung von Mäusezellen zu gewinnen. Diese Stammzellen aus Fettgewebe können z. B. in Knochen oder Muskelzellen umgewandelt werden. „Die damit gewonnenen adulten Stammzellen stellen eine ethisch unbedenkliche Quelle für die Klärung grundlegender wissenschaftlicher Fragen dar, mit dem Ziel kaputte Organe bei menschlichen Patienten reparieren zu können, ohne dass Tieren dafür Leid und Qual zugefügt wird,“ erklärt Dr. med. Wolfgang Wegert von Ärzte gegen Tierversuche.

Im Jahr 2004 erregten Düsseldorfer Herzspezialisten erstmals mit dem erfolgreichen Einsatz bei Infarktpatienten - ohne vorhergehende Tierversuche - Aufsehen in der Öffentlichkeit und der Fachwelt. Dabei werden Stammzellen aus dem Knochenmark des Patienten in das geschädigte Herz gespritzt. Das Verfahren wurde seither weiterentwickelt und ist heute bei entsprechend spezialisierten Ärzten der Düsseldorfer Universitätsklinik eine etablierte Maßnahme.

Quellen: Sun N et al.: Feeder-free derivation of induced pluripotent stem cells from adult human adipose stem cells. PNAS, 2009, 106(37), 15720-15725
Blech, Jörg: Experimente am Herzen. Der Spiegel 20/2004; S. 142-44


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