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Pressearchiv 2006 - 10. Juli 2006 - Studie beweist erneut: Tierversuche taugen nichts

10. Juli 2006

Studie beweist erneut: Tierversuche taugen nichts

Ärzte gegen Tierversuche begrüßen neuste Veröffentlichung

Eine vom britischen Gesundheitsdienst in Auftrag gegebene unabhängige wissenschaftliche Studie* belegt erneut die Unzuverlässigkeit von Tierversuchen. Zweck der Untersuchung war, herauszufinden, inwieweit Tierversuche sinnvolle Informationen für die Humanmedizin liefern können. Das im Juni 2006 veröffentlichte Ergebnis ist vernichtend: Tierversuche waren nicht in der Lage die Wirkung von Wirkstoffen beim Menschen vorherzusagen, die tierexperimentellen Arbeiten waren größtenteils qualitativ schlecht und viele wurden erst nach den klinischen Studien am Menschen durchgeführt.

Laut Ärzte gegen Tierversuche reiht sich diese neuste Erhebung in die Liste kritischer wissenschaftlicher Studien ein, die in letzter Zeit veröffentlicht wurden und ist damit ein erneuter Beweis dafür, dass die Methode Tierversuch endlich abgeschafft werden muss, damit der Weg frei wird für sinnvolle, für den Menschen relevante Forschungsmethoden.

Neun unabhängige Wissenschaftler aus Großbritannien und Argentinien untersuchten sechs Behandlungsmethoden, bei denen eindeutig ein Therapieerfolg oder –misserfolg beim Menschen zu verzeichnen ist. Im Einzelnen ging es um die Behandlung von Hirntrauma, Blutverlust, zweimal Schlaganfall, Lungenschädigung bei Frühgeborenen sowie Osteoporose. Zu den sechs Forschungsbereichen wurden Veröffentlichungen tierexperimenteller Arbeiten gesucht und mit statistischen Methoden hinsichtlich ihrer Vorhersagbarkeit für den Menschen bewertet. Auf diese Weise wurden 176 Tierversuche an insgesamt 5.619 Tieren, wie Affen, Ratten, Schafen, Kaninchen und Kühen unter die Lupe genommen.

In allen sechs Fällen wurden die Tierversuche massiv kritisiert. Sie waren in Planung und Durchführung von schlechter Qualität. Bei vier von sechs Behandlungsmethoden konnten die Tierversuche die Auswirkungen beim Menschen nicht vorhersagen. Zwei von ihnen waren sogar entgegengesetzt, d.h. Behandlungserfolgen beim Tier standen Wirkungslosigkeit oder Schädigungen beim Menschen gegenüber.

Viele Tierversuche wurden erst durchgeführt, nachdem Behandlungsmethoden sich längst beim Menschen etabliert hatten. Die Wissenschaftler folgerten, dass Tierexperimentatoren und klinische Forscher sich offensichtlich unzureichend austauschen.

* Prof Ian Roberts, London School of Hygiene and Tropical Medicine: National Health Service (NHS) Research Report RM04/JH18/IR: Testing treatments on animals: Relevance to humans

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