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Pressearchiv 2006


19. Dezember 2006

Neue Studie beweist: Tierversuche nicht auf den Menschen übertragbar

Eine aktuelle wissenschaftliche Studie belegt erneut die mangelnde Übertragbarkeit von Ergebnissen aus Tierversuchen auf den Menschen. Ein Team von britischen Medizinern fand erhebliche Unterschiede zwischen Tierversuchen und klinischen Studien. Laut Ärzte gegen Tierversuche mehren sich die Zweifel gegenüber dem Tierversuch gerade auch in Wissenschaftlerkreisen.

Die jetzt in der Online-Ausgabe des renommierten Fachjournals British Medical Journal erschienene systematische Untersuchung vergleicht die Ergebnisse verschiedener Behandlungsmethoden bei Versuchstieren und Patienten. Dazu wurden entsprechende Artikel in Fachzeitschriften analysiert. Bei nur drei der sechs untersuchten Krankheitsbilder gab es Übereinstimmungen, bei der anderen Hälfte nicht. Zum Beispiel hilft Kortison Versuchstieren mit einer künstlich beigebrachten Kopfverletzung. Bei menschlichen Patienten konnte diese Wirkung nicht festgestellt werden. Bei Tieren konnte ein Schlaganfall mit dem Medikament Tirilazad erfolgreich behandelt werden. Beim Menschen nützte es nichts oder war sogar schädlich. Umgekehrt war die Gabe von antifibrinolytischen Medikamenten bei Hirnblutungen bei Patienten hilfreich, im Tierversuch jedoch nicht.

"Tierversuche sollen dazu dienen, die Reaktion beim Menschen abzuschätzen", erklärt Dr. Corina Gericke von Ärzte gegen Tierversuche. "Wenn aber bei der Hälfte der untersuchten Fälle der Tipp daneben geht, kann von einer Vorhersagbarkeit keine Rede sein".

Die Autoren kritisieren auch die unrealistische Nachahmung klinischer Beschwerden. So erhielten Nagetiere zehn Minuten nach einem künstlich beigebrachten Schlaganfall eine Behandlung, während Menschen oft erst nach 24 Stunden behandelt wurden. Weiterhin fanden die Wissenschaftler Beweise für Voreingenommenheit bei der Veröffentlichung. Studien mit unerwünschten Ergebnissen würden oft nicht publiziert werden.

Zwar könne aufgrund einer Analyse von nur sechs Behandlungsmethoden kein pauschales Urteil über Tierversuche gefällt werden, heißt es in dem Artikel, aber die Ergebnisse machen die Grenzen bei der Übertragung von Tierversuchsergebnissen auf die klinische Situation deutlich.

Die Ärzte gegen Tierversuche sehen ihre Argumentation bestätigt. In den letzten Jahren seien zahlreiche ähnlich kritische wissenschaftliche Artikel erschienen.

Quelle: Pablo Perel at al: Comparison of treatment effects between animal experiments and clinical trials: systematic review. BMJ, Dec 2006; doi:10.1136/bmj.39048.407928.BE >>


13. Dezember 2006

Ärzte gegen Tierversuche ziehen Bilanz zur REACH-Abstimmung

Tierrechtler konnten Millionen Tiere retten, dennoch kostet REACH Millionen Tieren das Leben

Das EU-Parlament stimmte heute für einen Kompromiss zur EU-Chemikalien-Richtlinie REACH. Rund 30.000 alte Chemikalien sollen auf ihre Giftigkeit überprüft werden. Sechs Jahre lang haben Kommission, Parlament, Ministerrat und verschiedene Interessensgruppen um das Mammutwerk gerungen.

Als die EU-Kommission vor sechs Jahren ihr Weißbuch zur neuen Chemikalienpolitik vorstellte, war von Tieren, Tierversuchen und tierversuchsfreien Methoden überhaupt noch nicht die Rede. Jetzt wird der Entwicklung von tierversuchsfreien Forschungsmethoden von der EU hohe Priorität eingeräumt. So sind beim EU-Validierungszentrum ECVAM zurzeit 40 tierversuchsfreie Testmethoden in der Validierung, das heißt, sie werden auf ihre Tauglichkeit überprüft. Die Validierungszeit konnte für REACH von bislang über zehn Jahre auf fünf Jahre verkürzt werden.

"Die jahrelange Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit zahlloser Tierversuchsgegner- und Tierrechtsverbände in ganz Europa hat Früchte getragen", bilanziert Dr. med. vet. Corina Gericke, Fachreferentin bei Ärzte gegen Tierversuche. Hochrechnungen gingen von bis zu 45 Millionen Tieren aus, die im Rahmen von REACH getötet werden sollten. "Vor allem, dass ein zwingender Datenaustausch gegen die Interessen der Industrie durchgesetzt werden konnte, wird unzählige Doppelversuche vermeiden und damit Millionen Mäuse, Ratten, Kaninchen, Meerschweinchen und andere Tiere retten", erklärt die Tierärztin.

Insgesamt gesehen sei laut Ärzte gegen Tierversuche die Chance verpasst worden, zumindest im Bereich der Chemikalienprüfung komplett auf tierversuchsfreie Methoden umzusteigen und dem Tierversuch endlich den Rücken zu kehren. Wie viele Tiere letztendlich für REACH leiden und sterben müssen, ist noch ungewiss. "Jede Maus, die für REACH sterben muss, ist eine zuviel", ist Gericke überzeugt, "Aber jede Maus, die vor einem qualvollen Gifttod gerettet werden kann, ist ein Schritt in die richtige Richtung."

Wenn auch der EU-Ministerrat dem ausgehandelten Kompromiss zustimmt, tritt die REACH-Verordnung Anfang 2007 in Kraft. Mit den ersten Tierversuchen im Rahmen von REACH ist ab 2009 zu rechnen. Die Ärzte gegen Tierversuche werden die verbleibende Zeit nutzen und weiterhin alles daran setzen, die Entwicklung und Anerkennung tierversuchsfreier Methoden voranzutreiben.


06. Dezember 2006

EU novelliert Tierversuchs-Richtlinie

Ärzte gegen Tierversuche beteiligen sich an europaweiter Unterschriftenaktion

Heute fällt der Startschuss zu einer internationalen Online-Aktion zur EU-Tierversuchs-Richtlinie 86/609, an der sich auch die Ärzte gegen Tierversuche beteiligen. Ziel ist es, wesentliche Verbesserungen bei der EU-Gesetzgebung zu erreichen. Die Aktion ist Teil einer europaweiten Kampagne, an der sich Tierversuchsgegner- und Tierrechtsgruppen aus zehn Ländern beteiligen.

Die Tierversuchs-Richtlinie 86/609 setzt seit 20 Jahren Mindeststandards für Tierversuche und ist dringend überholungsbedürftig. So kommen gentechnisch veränderte Tiere überhaupt nicht darin vor, weil diese Technik damals bei weitem noch nicht den heutigen Umfang erreicht hatte. Die Grundlagenforschung ist aus der Richtlinie vollständig ausgeklammert, weil die EU ursprünglich eine Wirtschaftsgemeinschaft war und die 86/609 entsprechend nur Tierversuche im Rahmen von Wirtschaftsgütern wie Chemikalien oder Pharmaka regelte. Die Ausweitung der Richtlinie auf alle Tierversuchsbereiche ist eine der wichtigsten Forderungen der Unterschriftenaktion. Nur so können tierversuchsfreie Testmethoden auch in diesen Bereichen Fuß fassen.

Die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche lehnt alle Tierversuche aus ethischen und wissenschaftlichen Gründen ab. "Für uns müsste die Richtlinie nur einen Satz enthalten: 'Tierversuche sind verboten'", sagt Vereinssprecherin Dr. med. vet. Corina Gericke, "Doch leider ist es noch nicht soweit. Die anstehende Neufassung der Richtlinie bietet aber eine einmalige Chance die EU-Kommission auf einen Kurs zu bringen, bei dem tierversuchsfreie Forschungsmethoden im Vordergrund stehen. Millionen von Versuchstieren kann so möglicherweise ein qualvoller Tod erspart bleiben".

Die internationale Unterschriftenaktion wird von dem britischen Dr. Hadwen Trust koordiniert, einer der führenden Organisationen auf dem Gebiet der tierversuchsfreien Forschung. An der Kampagne beteiligen sich Tierrechtsorganisationen aus Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kroatien, Norwegen, Portugal, Schweden und Spanien.

Die EU-Kommission wird voraussichtlich im Frühjahr 2007 einen ersten Novellierungsentwurf vorlegen, der dann von den anderen EU-Gremien, dem Ministerrat und dem Parlament, beraten wird.



05. Dezember 2006

Pfizer-Pharma-GAU: Schwachpunkt Tierversuch bei Arzneimittelentwicklung

Der weltgrößte Pharma-Konzern Pfizer brach am Samstag alle Studien zu seinem neuen Cholesterin-Senker Torcetrapib ab. Bei Testpatienten war es zu vermehrten Todesfällen und erhöhtem Blutdruck gekommen. Die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche kritisiert, dass bei der Arzneimittelentwicklung immer noch Tierversuche die Basis bilden würden. Diese könnten jedoch unerwartete Nebenwirkungen beim Menschen und Arzneimittel-Katastrophen nicht verhindern.
Der Cholesterin-Senker Torcetrapib sollte für Pfizer ein Verkaufsschlager werden. Ein Umsatzpotential von mehr als zehn Milliarden Dollar war zu erwarten. Doch in der klinischen Erprobung mit 15.000 Patienten, von denen die eine Hälfte den Wirkstoff, die andere ein Scheinpräparat erhielt, zeigten sich jetzt vermehrt Todesfälle. Die Aktien des Unternehmens fielen um 28 Milliarden Dollar.

»Sorgfältige Sicherheitsprüfungen in der klinischen Phase sind eine wichtige Voraussetzung für eine Verbesserung der Arzneimittelqualität. Doch eine Abkehr vom Tierversuch in der vorklinischen Phase wäre noch wichtiger,« ist Dr. med. Werner Autenrieth, Vorsitzender der Ärzte gegen Tierversuche überzeugt. »Pharmaunternehmen und Behörden verlassen sich auf den Tierversuch zur Beurteilung von Wirksamkeit und Gesundheitsrisiko, obwohl dieser Ansatz vollkommen ungeeignet ist.« Sowohl bei der Entstehung von Krankheiten als auch bei der Wirksamkeit von Arzneimitteln spielen beim Menschen zahllose Faktoren eine Rolle. Jeder Mensch ist ständig wechselnden Einflüssen wie Ernährung, Stress, Umweltreizen, Verwendung von Suchtmitteln sowie psychischen und sozialen Faktoren ausgesetzt. »Diesen Aspekten wird in der Tierversuchsforschung keinerlei Beachtung geschenkt«, erklärt der Arzt weiter.

Die Folge seien nebenwirkungsträchtige Medikamente, die oftmals mehr Schaden als Nutzen bei Patienten anrichten. Jedes Jahr sterben allein in Deutschland rund 60.000 Menschen an unerwünschten Wirkungen von Arzneimitteln. Cholesterin-Senker Lipobay und Schmerzmittel Vioxx sind die bekanntesten Beispiele von Medikamenten, die wegen unvorhergesehener schädlicher Wirkungen vom Markt zurückgezogen werden mussten.

Die Ärzte gegen Tierversuche plädieren für ein grundlegendes Umdenken in der Medizin. Vorbeugung, d.h. die Verhinderung von Krankheiten, müsse im Mittelpunkt der Medizin stehen. So sind rund Zweidrittel aller Krebstodesfälle auf Rauchen und ungesunde Ernährung zurückzuführen und wären damit vermeidbar. Weiterhin setzt die Ärztevereinigung bei der Erprobung von Medikamenten auf tierversuchsfreie Testmethoden, die sehr viel zuverlässigere Ergebnisse liefern, als Tiere, die anders reagieren, als Menschen.


15. November 2006

Explodierende Tierversuchszahlen 2005: 2,4 Millionen Tiere in Versuchen getötet

Soeben veröffentlicht: Im Jahr 2005 wurden in Deutschland 2.412.678 Tiere in zumeist qualvollen Versuchen getötet, 147.189 mehr als im Vorjahr. Das entspricht einem Anstieg um 6,5 Prozent. Die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche zeigt sich bestürzt über die historisch hohen Zahlen.

Die Tierversuchsstatistik wird alljährlich vom Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vorgelegt. Nachdem die Versuchstierzahlen bis 1996 auf einen Tiefpunkt von 1,5 Millionen kontinuierlich sanken, steigen sie seither stetig an. Die am häufigsten verwendeten Tierarten waren, wie schon in den Jahren zuvor, Mäuse und Ratten. Rund 1,4 Millionen Mäuse und 570.000 Ratten wurden 2005 in deutschen Laboren getötet, außerdem 4.892 Hunde, 1.023 Katzen, 2.105 Affen, 105.293 Kaninchen, 40.297 Meerschweinchen, 8.581 Hamster, 14.004 Schweine, 3.652 Schafe sowie Tiere vieler weiterer Arten. Für die Ärzte gegen Tierversuche ist der dramatische Anstieg bei den Hunden, Katzen und Affen erschreckend. So wurden 586 mehr Hunde, 395 mehr Katzen und 434 mehr Affen getötet, als 2004. Lediglich bei den Fischen ist ein Rückgang um 39,3 Prozent auf rund 100.000 Tiere zu verzeichnen.

Alarmierend sind laut Ärzte gegen Tierversuche vor allem auch die explodierenden Zahlen in der Gentechnik. 2005 wurden 361.261 gentechnisch veränderte Tiere, hauptsächlich Mäuse verwendet, fast 50.000 mehr als im Vorjahr. "Die Gentechnik, entzieht sich offenbar jeglicher Bemühung, auf Tierversuche zu verzichten", moniert Dr. med. vet. Corina Gericke, Fachreferentin von Ärzte gegen Tierversuche. "Zudem ist hier mit einer hohen Dunkelziffer zu rechnen", erklärt Gericke weiter. "Tiere, die nicht die gewünschte gentechnische Veränderung aufweisen, werden meist ungezählt entsorgt."


29. September 2006

Zum Welttierschutztag:

Ärzte gegen Tierversuche verleihen Preis für Krebsforschung ohne Tierversuche

Zum Welttierschutztag vergeben die Ärzte gegen Tierversuche erstmals einen Wissenschaftspreis für tierversuchsfreie Krebsforschung. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung geht an den Freiburger Informatiker, Toxikologen und Chemiker Dr. Christoph Helma.

Helma, der am Zentrum für Datenanalyse und Modellbildung der Freiburger Universität forscht, hat ein Computerprogramm entwickelt, mit dem krebserregende Eigenschaften von Chemikalien erkannt werden können. Das Programm "lazar" vergleicht die Strukturen von chemischen Verbindungen. Um herauszufinden, ob eine unbekannte Substanz möglicherweise krebserregend ist, sucht das Programm nach ähnlichen, in einer Datenbank gespeicherten Strukturen. Daraus lassen sich Prognosen für die Schädlichkeit einer neuen Chemikalie berechnen.

"Solche modernen Testsysteme erlauben im Gegensatz zu den üblichen Tierversuchen, bei denen Ratten, Mäusen und anderen Tieren Substanzen verabreicht werden, schnelle und sichere Aussagen," erläutert Dr. med. vet. Corina Gericke von Ärzte gegen Tierversuche. "Tierversuche zur Testung krebserregender Eigenschaften dauern Jahre und sind zudem ausgesprochen unzuverlässig, da Menschen oft ganz anders reagieren als Versuchstiere. So vertragen Ratten beispielsweise 300-mal mehr Asbest als Menschen, bevor sich bei ihnen Tumore entwickeln," so Gericke weiter.

Helmas Arbeit ist auch vor dem Hintergrund der EU-Chemikalien-Richtlinie REACH, die voraussichtlich nächstes Jahr in Kraft tritt, von besonderer Bedeutung. Die EU will 30.000 Chemikalien, die seit mehr als 25 Jahren auf dem Markt sind, an Millionen von Tieren auf ihre Gefährlichkeit für den Menschen testen. Für die Ärzte gegen Tierversuche ist klar, dass das Chemikalienprogramm der EU zum Scheitern verurteilt ist, wenn man sich auf den Tierversuch verlässt. Nur tierversuchsfreie Testmethoden wie Helmas Computerprogramm können Mensch und Umwelt vor schädlichen Chemikalien schützen.

Mit dem Krebsforschungspreis will der Verband Helmas hervorragende Arbeit auszeichnen und gleichzeitig vor allem jungen Wissenschaftlern einen Anreiz bieten, tierversuchsfrei zu forschen

Pressetermin Preisverleihung:
Mittwoch, 4. Oktober 2006, 19.00 Uhr
Universität Freiburg, Haus „Zur Lieben Hand“, Löwenstraße 16, 79098 Freiburg


1. August 2006

Neue Studie aus Amerika:

Haltungsbedingen verfälschen Tierversuchsergebnisse

Die Standard-Haltungsbedingungen von Ratten, Mäusen und anderen Nagetieren verursachen körperliche und psychische Schäden bei den Tieren. Deshalb muss die Verwendung von Tieren zu Versuchszwecken aus ethischen und wissenschaftlichen Gründen generell in Frage gestellt werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Juli 2006 im Wissenschaftsjournal "Laboratory Animals" erschienene Studie*. Ärzte gegen Tierversuche sehen sich in ihrer Kritik am tierexperimentellen System bestätigt.

Verhaltensforscher Dr. Jonathan Balcombe vom Ärztekomitee für verantwortliche Medizin** in Washington untersuchte 200 Publikationen bezüglich der Haltungsbedingungen von Versuchsnagern. Normalerweise leben die Tiere in kleinen Plastikschachteln mit Drahtdeckel, die wie Schubladen über- und nebeneinander in großen Regalen stecken. In den Kästen befindet sich üblicherweise außer den Tieren nur Einstreu und sonst nichts. Balcombes Ergebnisse: Ratten und Mäuse sind bereit, für gewisse Annehmlichkeiten Anstrengungen auf sich zu nehmen, z.B. für eine interessantere Umgebung, die Möglichkeit Nester zu bauen und Sozialkontakt zu ihren Artgenossen zu pflegen. Ratten in steriler Haltung haben kleinere Gehirne als Tiere in einer abwechslungsreichen Umgebung. Einzeln gehaltene Ratten versuchen häufiger ihren Käfigen zu entkommen als in Gruppen lebende. Millionen Labormäuse in aller Welt kratzen, graben und drehen sich neurotisch jede Nacht im Kreis, während die Experimentatoren längst nach Hause gegangen sind.

"Diese Ergebnisse sind ein weiterer Beweis dafür, dass es keine harmlosen Tierversuche gibt", schließt Balcombe. "Die Qual der Tiere fängt schon bei der Haltung an", kommentiert Dr. med. vet. Corina Gericke, Fachreferentin bei Ärzte gegen Tierversuche.

Untersuchungen dieser Art gibt es bereits viele. Joseph Garner von der University of California in Davis fand heraus***, dass die reizarme Umgebung bei Nagetieren zu gestörten Verhaltensweisen, so genannten Stereotypien, führt. Ständiges Hin- und Herlaufen oder Im-Kreis-Drehen ist Ausdruck einer dauerhaften Hirnschädigung. "Experimente unter standardisierten Bedingungen sagen noch nicht einmal viel über Mäuse im Allgemeinen aus, geschweige denn über Menschen, die bekanntlich in einer extrem abwechslungsreichen Umwelt leben", erklärt Garner.

In einer anderen Studie legte Verhaltensforscher Balcombe dar, dass schon der Umgang mit Versuchstieren erheblichen Einfluss auf die Ergebnisse von Tierversuchen hat****. Bloßes Anfassen ruft bei Mäusen bereits starke Stresserscheinungen hervor, was die Übertragung der Versuchsergebnisse auf den Menschen noch problematischer macht: die Stresshormone im Blut steigen, der Puls rast, der Blutdruck geht in die Höhe. "Solche Studien sind wichtig, um den Experimentatoren einen Spiegel ihres verwerflichen Handelns vorzuhalten," unterstreicht Gericke, "Allerdings darf daraus nicht gefolgert werden, dass ein paar Papprollen als Beschäftigungsmaterial und ein freundlicherer Umgang mit den Tieren die Lösung wären. Tierversuche sind ethisch nicht zu rechtfertigen und wissenschaftlich unsinnig. Sie müssen daher abgeschafft werden," so die Tierärztin.

Quellen
* Laboratory Animals, July 2006, 40(3), 217-235
** Physicians Committee for Responsible Medicine (PCRM), www.pcrm.org
*** Der Spiegel 33/2003, S. 132-133
**** Contemporary Topics in Laboratory Animal Science 2004, 43, 42-51


10. Juli 2006

Studie beweist erneut: Tierversuche taugen nichts

Ärzte gegen Tierversuche begrüßen neuste Veröffentlichung

Eine vom britischen Gesundheitsdienst in Auftrag gegebene unabhängige wissenschaftliche Studie* belegt erneut die Unzuverlässigkeit von Tierversuchen. Zweck der Untersuchung war, herauszufinden, inwieweit Tierversuche sinnvolle Informationen für die Humanmedizin liefern können. Das im Juni 2006 veröffentlichte Ergebnis ist vernichtend: Tierversuche waren nicht in der Lage die Wirkung von Wirkstoffen beim Menschen vorherzusagen, die tierexperimentellen Arbeiten waren größtenteils qualitativ schlecht und viele wurden erst nach den klinischen Studien am Menschen durchgeführt.

Laut Ärzte gegen Tierversuche reiht sich diese neuste Erhebung in die Liste kritischer wissenschaftlicher Studien ein, die in letzter Zeit veröffentlicht wurden und ist damit ein erneuter Beweis dafür, dass die Methode Tierversuch endlich abgeschafft werden muss, damit der Weg frei wird für sinnvolle, für den Menschen relevante Forschungsmethoden.

Neun unabhängige Wissenschaftler aus Großbritannien und Argentinien untersuchten sechs Behandlungsmethoden, bei denen eindeutig ein Therapieerfolg oder –misserfolg beim Menschen zu verzeichnen ist. Im Einzelnen ging es um die Behandlung von Hirntrauma, Blutverlust, zweimal Schlaganfall, Lungenschädigung bei Frühgeborenen sowie Osteoporose. Zu den sechs Forschungsbereichen wurden Veröffentlichungen tierexperimenteller Arbeiten gesucht und mit statistischen Methoden hinsichtlich ihrer Vorhersagbarkeit für den Menschen bewertet. Auf diese Weise wurden 176 Tierversuche an insgesamt 5.619 Tieren, wie Affen, Ratten, Schafen, Kaninchen und Kühen unter die Lupe genommen.

In allen sechs Fällen wurden die Tierversuche massiv kritisiert. Sie waren in Planung und Durchführung von schlechter Qualität. Bei vier von sechs Behandlungsmethoden konnten die Tierversuche die Auswirkungen beim Menschen nicht vorhersagen. Zwei von ihnen waren sogar entgegengesetzt, d.h. Behandlungserfolgen beim Tier standen Wirkungslosigkeit oder Schädigungen beim Menschen gegenüber.

Viele Tierversuche wurden erst durchgeführt, nachdem Behandlungsmethoden sich längst beim Menschen etabliert hatten. Die Wissenschaftler folgerten, dass Tierexperimentatoren und klinische Forscher sich offensichtlich unzureichend austauschen.

* Prof Ian Roberts, London School of Hygiene and Tropical Medicine: National Health Service (NHS) Research Report RM04/JH18/IR: Testing treatments on animals: Relevance to humans


22. April 2006

Enthüllung zum Internationalen Tag des Versuchstieres am 24.4.2006

Löcher in Katzenschädel gebohrt

Die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche hat beispielhaft das experimentelle Wirken von Prof. Tobias Bonhoeffer, Physiker und Neurophysiologe am Max-Plank-Institut Martinsried bei München unter die Lupe genommen. Die Dokumente werden am Samstag, den 22. April auf dem Münchner Marienplatz im Rahmen eines Aktionstages der Öffentlichkeit präsentiert.

"Die Bürger finanzieren - zwangsweise - diese Art der Forschung mit ihren Steuergeldern, also haben sie ein Recht auf Information!" sagt Dr. med. Werner Autenrieth, 1. Vorsitzender der Ärzte gegen Tierversuche. "Bei 2,65 Millionen Versuchstieren 2004 in Deutschland rechnet man mit so manchem, mit so etwas aber nicht.“

Prof. Bonhoeffer macht seit mindestens 1996 mehr oder weniger gleich geartete Tierversuche an Katzen, teilweise auch an Frettchen und in letzter Zeit an Mäusen. Dabei wird den Tieren die Kopfhaut aufgeschnitten und ein Loch in den Schädel gebohrt. Die harte Hirnhaut wird entfernt. Über dem Loch wird ein Metallzylinder zementiert, der mit Silikonöl gefüllt wird, damit das freigelegte Hirngewebe nicht austrocknet. Mit einer Kamera werden Veränderungen im Hirngewebe gefilmt, während vor den Augen der Tiere Muster auf einem Bildschirm ablaufen. Zum Teil wurden Katzen mit durchtrennten Augenmuskeln verwendet, so dass sie schielten. Bei manchen Experimenten wurde den Katzen und Mäusen jeweils ein Auge zugenäht. Einigen Kätzchen wurden Kontaktlinsen oder brillenartige Gebilde verpasst. Am Ende der Experimente wurden zum Teil noch Farbstoffe ins Gehirn injiziert. Schließlich wurden die Tiere getötet, um das Gehirn zu untersuchen.

"Ziel der Versuche ist die Erforschung und Kartierung des Gehirns von Katzen und zur Abwechslung auch von Mäusen und Frettchen", erklärt Dr. Werner Autenrieth von Ärzte gegen Tierversuche. Der Münchner Neurologe verurteilt diese "Tierschinderei" als unzulässig, ethisch absolut unvertretbar und wissenschaftlichen Unfug. "Bei der Grundlagenforschung ohne jeden klinischen Bezug geht es originär nicht um Entwicklung von Medikamenten oder neue Therapieansätze, sondern ausschließlich um die Befriedigung wissenschaftlicher Neugier, um wissenschaftliches Renommee (Publikationen in diversen Fachzeitschriften), um Einstreichen von Forschungsgeldern und um Forschung gegen die Interessen von Mensch und Tier. Das wollen wir nicht mehr hinnehmen."

Weitere Informationen: www.datenbank-tierversuche.de


6. April 2006

Tierexperimentatoren nehmen Kurs auf Schüler

Die Kritik am Tierversuch nimmt rasant zu. Studien beweisen Gefahren und Misserfolge - Meldungen über Steuerverschwendung, sinnlose Versuche und brutale Übergriffe in Laboren reißen nicht ab. Verstärkte Werbemaßnahmen der Tierexperimentatoren zeigen, dass sie um bislang großzügig fließende Forschungsmittel und die Verfügbarkeit ihrer Versuchstiere bangen. Nun strecken sie ihre Arme sogar nach Jugendlichen aus und führen ein viele Monate dauerndes Schülerprojekt durch. Im Interesse von Mensch und Tier möchten wir Sie über die in Hannover stattfindenden Aktivitäten informieren und auf die damit verbundenen Gefahren aufmerksam machen.

Am 4. Februar 2006 wurde das Projekt „Herzschlag“ Wirtschafts- und Pressevertretern vorgestellt. An der Informationsveranstaltung und Posterausstellung in der Medizinischen Hochschule nahmen auch Pressereferenten von Tierschutzorganisationen, so auch der Ärzte gegen Tierversuche e.V., teil. Der Initiator, Prof. Haverich, Tierexperimentator und Herzchirurg, leitet gemeinsam mit anderen Kollegen ein Oberstufenprojekt, bei dem Schüler versuchen Herzmuskelzellen zu züchten. Haverich behauptet, herausfinden zu wollen, wie weit man Forschung in die Schule vorverlegen kann. Die Schüler benötigen für ihre Versuche Rattensäuglinge, die durch Abschneiden des Kopfes getötet und deren Herzen entnommen und zerkleinert werden, um Herzmuskelzellen zu gewinnen.


21. März 2006

Unnütz und qualitativ schlecht

Zunehmende Kritik am Tierversuch in Fachzeitschriften

In den letzten Jahren sind mehrere Studien und Artikel in Wissenschaftsmedien erschienen, die dem Tierversuch ein schlechtes Zeugnis ausstellen. "Schlechte Vorhersagbarkeit" und "ungenügender Erkenntnisgewinn" werden dem Tierversuch attestiert. Nun wurde auch noch ein bislang übersehenes Organ bei Mäusen entdeckt, was die Aussagekraft von Mäuseversuchen noch mehr in Frage stellt. Die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche sieht sich durch den zunehmenden Trend zur Kritik am Tierversuch in ihrer Zielsetzung bestätigt.

Giftigkeitsprüfungen am Tier würden, obwohl "oft unnütz und schlecht übertragbar" in einer "Zeitschleife" stecken, heißt es im Wissenschaftsmagazin Nature (November 2005: 438, 144-145). Viele Tiertests, die heute noch durchgeführt werden, wurden vor Jahrzehnten aus der Not heraus geboren, aber nie auf ihre Zuverlässigkeit und Aussagekraft hin überprüft. So wurde der Draize-Test, bei dem Chemikalien in Kaninchenaugen geträufelt werden, 1944 in den USA entwickelt, nachdem eine Frau erblindete, die sich mit einem teerhaltigen Färbemittel die Wimpern gefärbt hatte. Auch die Contergan-Katastrophe zog eine ganze Palette von Tierversuchen nach sich, die heute für jedes Medikament und jede Chemikalie durchgeführt werden. Doch diese Tierversuche erwiesen sich als keineswegs verbraucherschützend. "Tiertests zur Embryogiftigkeit sind nicht zuverlässig auf den Menschen übertragbar", wird Prof. Horst Spielmann von der Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatzmethoden zum Tierversuch (ZEBET) in Berlin in der Fachzeitschrift Nature zitiert. Kortison ist embryoschädigend bei allen Tierarten außer beim Menschen. Bei Krebstests ist die Aussagekraft von Tierversuchen nicht besser. 50 Prozent der Ergebnisse sind positiv und davon 90 Prozent falsch positiv, das heißt, Ratten und Mäuse bekommen von den Testsubstanzen Krebs, obwohl dies beim Menschen nachweislich nicht der Fall ist.

"Erkenntnisgewinn ungenügend" titelte die Süddeutsche Zeitung in ihrem Wissenschaftsteil vom 1. März 2006. Der Artikel beschäftigt sich mit mehreren tierversuchskritischen Studien der letzten Jahre und stellt das "Pauschalargument" in Frage, "dass Tierversuche zentrale Erkenntnisse für die menschliche Gesundheit" liefern würden. In einer auf zehn Jahre angelegten Langzeitstudie aus Bayern konnte nachgewiesen werden, dass bei den untersuchten tierexperimentellen Arbeiten nicht eine einzige zu neuen Therapien beim Menschen geführt hatten.

In der Online-Ausgabe von Nature vom 2. März 2006 wurde über die Entdeckung eines bislang übersehenen Organs bei der Maus berichtet (www.nature.com). Ulmer Wissenschaftler fanden eine zweite Thymusdrüse im Hals der Tiere. "Wenn noch nicht einmal die Anatomie des häufigsten Versuchstiers abschließend bekannt ist, müssen sämtliche Ergebnisse aus Versuchen mit dieser Tierart in Frage gestellt werden, insbesondere bei Verwendung von Mäusen, denen die Thymusdrüse weggezüchtet wurde," kritisiert Dr. med. vet. Corina Gericke von Ärzte gegen Tierversuche.

Für die Ärztevereinigung, die seit Jahrzehnten den Tierversuch als unwissenschaftlich und unnötig anprangert, ist der kritische Trend in den Wissenschaftsmedien eine klare Bestätigung ihrer jahrzehntelangen Bemühungen, das völlig überholte tierexperimentelle Forschungssystem durch moderne Methoden zu ersetzen.

Erst vor einer Woche kam es bei sechs Testpersonen, die ein neues Medikament eingenommen hatten, zu lebensbedrohlichen Organausfällen. In zuvor durchgeführten Tierversuchen hatte es keine Probleme mit der Substanz gegeben.



Ärzte gegen Tierversuche e.V. / Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
Gemeinsame Presseerklärung vom 16. März 2006 

Medikamenten-Tester auf Intensivstation

Tierversuche konnten schwere Nebenwirkungen nicht vorhersagen

Sechs gesunde freiwillige Versuchspersonen erkrankten zum Teil lebensgefährlich, nachdem sie ein neues, zuvor erfolgreich in Tierversuchen getestetes Medikament eingenommen hatten. Derzeit liegen die Männer mit multiplen Organversagen in einem Londoner Krankenhaus auf der Intensivstation. Nach Meinung von Ärzte gegen Tierversuche und Bundesverband Menschen für Tierrechte ist dieser soeben öffentlich bekannt gewordene Zwischenfall ein weiterer Beweis für die Unzuverlässigkeit der Methode Tierversuch.

"Tierversuche können die Reaktionen des Menschen nicht vorhersagen und damit die Sicherheit von Medikamenten nicht gewährleisten", so Dr. med. vet. Corina Gericke, Sprecherin von Ärzte gegen Tierversuche und Bundesverband Menschen für Tierrechte. "Menschen und die verschiedenen Tierarten unterscheiden sich hinsichtlich Stoffwechsel, Organaufbau und -funktionen so stark, dass die Ergebnisse aus Tierversuchen nicht auf andere Arten übertragbar sind. Es gibt zahllose Beispiele, bei denen tierversuchserprobte Medikamente bei Menschen zu schweren, oft sogar tödlichen Nebenwirkungen geführt haben. Vioxx und Lipobay sind bekannte Beispiele der jüngsten Vergangenheit.“

Das Medikament TGN1412, das jetzt zu den lebensgefährlichen Reaktionen bei sechs Versuchspersonen geführt hat, war von der Würzburger Pharmafirma TeGenero AG zum Einsatz gegen Multiple Sklerose, Arthritis und verschiedene Krebsarten entwickelt worden. In einer Stellungnahme von TeGenero heißt es, dass die vorangegangenen Laborstudien die jetzt bei den Versuchspersonen aufgetreten Reaktionen nicht widergespiegelt hätten.

Die Tierversuchsgegner fordern seit Jahren, auch aus Gründen des Verbraucherschutzes, bei der Medikamentenentwicklung endlich auf Tierversuche zu verzichten. Der Einsatz moderner Testmethoden anstelle von Tierversuchen, wie komplexer Computermodelle, Tests mit menschlichen Zellkulturen und Mikrodosis-Tests, die Rückschlüsse auf die Verstoffwechslung im Körper zulassen, würden die Medikamentensicherheit wesentlich erhöhen. „Wie viele Skandale müssen noch passieren, bis endlich ein Paradigmenwechsel – weg von der Uraltmethode Tierversuch, hin zu tierversuchsfreien Verfahren – vollzogen wird?“, fragt Gericke.


9. Januar 2006

Ärzte gegen Tierversuche informieren Jugendliche

Schüler haben Recht auf unabhängige Informationen

Die Ärzte gegen Tierversuche e.V. sind ein von tierexperimentierenden Institutionen unabhängiger Zusammenschluss mehrerer hundert Mediziner und Wissenschaftler. Sie sind der Ansicht, dass Jugendliche ein Recht auf unabhängige Informationen zum Thema „Tierversuche“ haben. Deshalb wurde in Zusammenarbeit mit engagierten Pädagogen das Projekt „Tierschutz in der Schule“ ins Leben gerufen. Die Veranstaltungen für unterschiedliche Schulstufen stoßen auf große Resonanz. Ab sofort wird das Projekt durch eine eigene Internetrubrik für 11– bis 14-jährige Schüler ergänzt.

Tierversuchsbefürworter verbreiten, häufig mit staatlicher Unterstützung, geschickt inszenierte Werbung für Tierversuche. Beispielhaft sei eine entsprechende Broschüre der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) genannt. Die DFG finanziert Tierversuche mit Millionen Euro Steuergeldern. Ein Buch der Gesellschaft Deutscher Chemiker wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Es stellt u.a. Tierversuche als harmlos, segensreich und unverzichtbar dar und wurde in den Schulen verteilt. Jetzt hat auch die Pharmaindustrie mit einer Pro-Tierversuchsbroschüre reagiert. Doch die Kritik an Tierversuchen wird trotzdem lauter.

Nach Auffassung der Ärzte gegen Tierversuche ist es unseriös, Schülern Stellungnahmen für Tierversuche anzubieten, ohne dahinter stehende eigene Interessenkonflikte der Herausgeber deutlich zu machen. Befürworter von Tierversuchen transportieren ihre Sicht der Dinge teilweise sogar als „Tierschutz“ getarnt in die Schulen. Naturgemäß informieren Tierversuchsbefürworter ungern über unangenehme Aspekte von Tierversuchen und Pharmakonzerne ungern über gefährliche Wirkungen ihrer Medikamente. Die Ärzte gegen Tierversuche wollen, solche Informationslücken schließen.

Auf Spenden angewiesene Tierschutzorganisationen sind gegenüber staatlich geförderten Pro-Tierversuchs-Kampagnen deutlich im Nachteil. Sie können auch nicht mit Pharmagiganten mithalten, deren Werbefachleute die Manipulation von Menschen perfekt beherrschen. Die Stärke der Jugendarbeit von Ärzte gegen Tierversuche liegt u.a. in ihrer Unabhängigkeit. Hier informiert eine politisch neutrale und von mächtigen Interessengruppen unbeeinflusste Organisation. Viele Jugendliche haben ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden. Sie haben ein Recht zu erfahren, was bei Tierversuchen passiert und warum es passiert. Schüler sind Wähler von morgen und sollten wissen, dass jeder Bürger Tierversuche mitbezahlt, obwohl weder deren Nutzen noch ihr Schaden überprüft wird.
Die Ärzte gegen Tierversuche haben in Ergänzung zu ihren Schulveranstaltungen eine eigene Internetrubrik für Jugendliche eingerichtet. Unter www.aerzte-gegen-tierversuche.de informieren Texte die Altersgruppe der 11- bis 14-Jährigen in verständlicher Form über das Thema „Tierversuche“ und geben Anregungen für eigene Aktivitäten.

Weitere Informationen:
www.aerzte-gegen-tierversuche.de Rubrik "Infos für Jugendliche"


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