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Pressearchiv 2016 - 16.03.2016 Bundesländervergleich zu Tierversuchen

16.03.2016


Bundesländervergleich zu Tierversuchen 
 

Baden-Württemberg wieder Spitzenreiter im Negativ-Ranking

Baden-Württemberg ist wieder Spitzenreiter in Sachen grausamer und unsinniger Tierversuche, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Bayern. Das geht aus der Auswertung der Ländertierversuchsstatistiken der bundesweiten Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche hervor. In ihrer Deutschlandübersicht zeigt sie, welcher Anteil der Tierversuche auf das Konto der jeweiligen Bundesländer geht.

Bis auf 2012 und 2013 hatte Baden-Württemberg in den vergangenen Jahren im Bundesländervergleich den größten Anteil der in Deutschland verforschten Tiere zu verantworten. Zwar hat im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der Tiere um 19 % abgenommen, dennoch nimmt das Land erneut die führende Negativrolle ein. 469.605 Tiere und damit fast 17 % der Gesamtzahl von 2,8 Millionen mussten hier leiden und sterben, so die Ärzte gegen Tierversuche. Am Mannheimer Zentralinstitut für Seelische Gesundheit etwa werden Ratten Alkohol- oder Kokain süchtig gemacht und anschließend auf Entzug gesetzt oder sie werden mit Elektroschocks traktiert, um Depressionen zu simulieren.

Nordrhein-Westfalen nimmt mit 406.319 für Tierversuche getöteten Tieren Platz zwei ein. Im Vergleich zum Vorjahr soll hier der Tierverbrauch um 30 % abgenommen haben. Für die Tierversuchshochburg Düsseldorf listet der Verein in seiner Datenbank eine Reihe grausamer und fragwürdiger Experimente. So werden an Hunden zahnmedizinische Versuche durchgeführt. „Das Gebiss des Hundes als Modell für das menschliche zu betrachten, ist geradezu abstrus und für die Entwicklung von Behandlungsmöglichkeiten für kranke Menschen irrelevant“, kommentiert Dipl.-Biol. Silke Strittmatter, Sprecherin der Ärzte gegen Tierversuche. Nordrhein-Westfalen ist der mit Abstand größte „Affenverbraucher“. Mehr als Zweidrittel (2.037 von 2.837) aller Affenversuche wurden in NRW durchgeführt. Fast alle (1.966 Affen) mussten für regulatorische Tests, d.h. Giftigkeitsprüfungen, leiden. „Das Auftragslabor Covance in Münster hat diesen Negativrekord zu verantworten“, weiß Strittmatter.

Mit 390.390 zu Tode geforschten Tieren liegt Bayern auf Platz drei der Negativliste des Ärztevereins. An der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) finden noch immer Xenotransplantationsversuche statt, bei denen das Herz genmanipulierter Schweine in Affen verpflanzt wird.

Berlin, bislang auf Negativ-Rang drei, rückt auf Platz fünf. Laut Statistik soll die Zahl der für Versuche verwendeten Tiere von 422.175 im Jahr 2013 auf 265.357 und damit um 37 % in 2014 abgenommen haben. Angesichts des immensen Ausbaus der tierexperimentellen Forschung unter anderem am Max-Delbrück-Centrum, bereits jetzt eine der größten tierexperimentellen Einrichtungen Deutschlands, und der Berliner Charité, bezweifelt der Ärzteverein die behördlichen Angaben.

Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz offenbaren sich als Länder, die verstärkt auf altertümliche und unethische tierexperimentelle Forschung bauen, so der Verein. Hier ist eine Zunahme des Tierverbrauchs um 82 % bzw. 57 % zu verzeichnen.

Der Verein führt seit Jahren seine Negativ-Rangliste zu Tierversuchen und macht so für die Öffentlichkeit bekannt, welche Länder am stärksten die Interessen der Tierversuchslobby unterstützen und damit fortschrittliche Forschung im Sinne von Mensch und Tier untergraben. Der Verein setzt sich für eine Medizin und Wissenschaft ein, die mittels tierversuchsfreier Testverfahren wie menschliche Zellkulturen, Computersimulationen oder wie ein Minimensch funktionierende Biochips aussagekräftige Ergebnisse für die Humanmedizin liefern.

Weitere Information:
Bundesländervergleich - Negativ-Rangliste zu Tierversuchen >>
www.datenbank-tierversuche.de 

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