facebook
twitter
youtube
instagram

Pressearchiv 2014 - 06.08.2014 Viele Stubentiger leiden im Tierversuchslabor

06.08.2014

Internationaler Katzentag:

Viele Stubentiger leiden im Tierversuchslabor

Der Internationale Katzentag, der jedes Jahr am 8. August gefeiert wird, ist laut bundesweiter Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche für viele Katzen kein Tag, an dem sie besonders verwöhnt werden, sondern ein Tag voller Angst, Leid und Schmerz in einem ausweglosen Dasein in deutschen Versuchslabors.

In Deutschland leiden und sterben jedes Jahr rund 900 Katzen in Tierversuchen. Im Vergleich zu den 2,7 Millionen Mäusen und Ratten, 166.000 Fischen oder 97.000 Kaninchen erscheint laut Ärztevereinigung die Zahl der für Tierversuche missbrauchten Katzen zwar unbedeutend. Der Verein betont jedoch, dass es um das Leid jedes einzelnen Tieres geht.

Das Repertoire an Grausamkeiten, das Tiere für fragwürdige Forscherinteressen ertragen müssen, ist nahezu unerschöpflich. So werden am Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt Katzenbabys zur Untersuchung der unterschiedlichen Entwicklung bestimmter für beide Augen zuständigen Hirnbereiche unter Flackerlicht wie in einer Diskothek aufgezogen, wodurch die Tiere keine normalen Bewegungen wahrnehmen können. Bei einer Katze wird unter Narkose ein Auge mit einer schwarzen Kontaktlinse und einem schwarzen Klebeband verschlossen. Nach Erwachen wird eine Markierungssubstanz in eine Vorderbeinvene injiziert. Dann muss das Tier 45 Minuten lang im Labor herumlaufen, um mit dem einen Auge viele optische Reize aufzunehmen. Anschließend wird die Katze getötet. (Dok.-ID 4022)

In einem Versuch an der Universität Osnabrück werden Katzen Kameras auf den Kopf geschnallt und in einem Wald laufen gelassen, so dass die Umgebung aus der Katzenperspektive gefilmt wird. Dann wird unter Narkose ein Loch in den Schädelknochen über der Sehrinde der Tiere gebohrt und eine Stahlkammer auf dem Schädel verankert. Den Katzen werden auf einem Bildschirm die zuvor gemachten Filme oder über den Bildschirm wandernde Streifenmuster gezeigt. Es wird ein Farbstoff auf das Hirngewebe gegeben, der aktive Nervenzellen anders anfärbt als inaktive. Mit einer speziellen Kamera werden Aufnahmen von der Hirnrinde gemacht, um festzustellen, in welchen Hirnbereichen die Nerven aktiv sind. (Dok.-ID 4288)

Im Friedrich-Loeffler-Institut in Greifswald werden Katzen mit dem Vogelgrippevirus H5N1 infiziert, indem eine Virenlösung in Augen, Nase und Rachen geträufelt wird. Die Tiere entwickeln schwere Symptome wie hohes Fieber und Atembeschwerden. Zwei Katzen werden wegen der Schwere der Symptome nach wenigen Tagen getötet, die anderen nach drei Wochen. (Dok.-ID 3994)

Der Weltkatzentag wird seit einigen Jahren jedes Jahr am 8. August begangen. Damit sollen das Bewusstsein für die Bedürfnisse der Katze geschärft und der Vernachlässigung oder Misshandlung der Tiere vorgebeugt werden. Die Ärzte gegen Tierversuche fordern ein Ende aller Tierversuche, ob an Katzen, Hunden, Schafen, Mäusen oder Meerschweinchen, um den Weg frei zu machen für eine ethische und fortschrittliche Medizin und Wissenschaft.

Die genannten Tierversuche mit Quellenangabe können mittels der Dokumenten-ID in der Datenbank Tierversuche des Vereins recherchiert und nachgelesen werden. Dabei handelt es sich um Zusammenfassungen von in Fachzeitschriften erschienenen Artikeln. Der Ärzteverein hat in der Datenbank seit 1995 bereits Tausende in Deutschland durchgeführte Tierversuche dokumentiert, um der Öffentlichkeit ein authentisches Bild der tierexperimentellen Forschung zu vermitteln.

Weitere Informationen:
Faltblatt „Versuche an Katzen - Grausam und sinnlos“ >>
Datenbank Tierversuche >>

Beitragsseiten

Drucken