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Pressearchiv 2014 - 17.06.2014 Europaweiter Aktionstag gegen Botox-Tierversuche

17.06.2014

Europaweiter Aktionstag gegen Botox-Tierversuche

Proteste in Braunschweig, Hamburg, Köln und München

Die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche ruft am Samstag, 21. Juni 2014 gemeinsam mit ihren Partnern bei der Europäischen Koalition zur Beendigung von Tierversuchen zu Protestaktionen gegen Botox-Tierversuche auf. Hintergrund ist, dass die Frankfurter Firma Merz und der britische Hersteller Ipsen ihre Produkte an Mäusen testen, obwohl eine tierversuchsfreie Methode vorhanden ist. Europaweit protestieren an diesem Tag Tierversuchsgegner dagegen. In Deutschland finden Aktionen in Braunschweig, Hamburg, Köln und München statt.

Bereits vor drei Jahren hat die amerikanische Firma Allergan, Marktführer der Herstellung von Botulinumtoxinprodukten (Botox), in den USA und Europa eine behördliche Anerkennung für ihren tierversuchsfreien Test mit menschlichen Zellkulturen erhalten. Ipsen und Merz testen jedoch jede Produktionseinheit ihrer Botulinumtoxinprodukte noch immer an Mäusen. Merz lässt seine Tierversuche am Labor für Pharmakologie und Toxikologie (LPT) in Hamburg durchführen. Die Substanz wird Gruppen von Mäusen in verschiedenen Dosierungen in die Bauchhöhle gespritzt, um die Dosis zu ermitteln, bei der die Hälfte der Tiere stirbt. Für die Tiere bedeutet das einen oft tagelangen Todeskampf. Das Nervengift führt zu Atemlähmungen, bis die Mäuse bei vollem Bewusstsein ersticken.

Die Tierversuchsgegner rufen nun im dritten Jahr zum europaweiten Aktionstag gegen Botox-Tierversuche auf, um die beiden Hersteller dazu zu bewegen, die Tierversuche umgehend zu beenden und auf eine tierversuchsfreie Testung umzustellen. Aktuell hat Merz gegenüber der Ärztevereinigung geäußert, Ende 2014 einen gemeinsam mit Ipsen entwickelten Test international zur Zulassung einzureichen. Die Unternehmen rechnen damit, im Laufe von 2015 von den ersten Behörden eine Anerkennung zu erhalten.

Der Ärzteverein sieht es zwar als positiven Schritt, dass die Firmen aufgrund des großen öffentlichen Drucks eine tierversuchsfreie Methode entwickeln, fordert die beiden Hersteller jedoch auf, die Tierversuche sofort einzustellen, auch wenn damit die Botulinumtoxinproduktion bis zur Anerkennung des tierversuchsfreien Tests zum Erliegen kommen würde.

Der Verein kritisiert zudem aufs Schärfste, dass das Kosmetiktestverbot umgangen wird, da Botox als Arzneimittel gilt, obwohl es zum überwiegenden Teil für kosmetische Zwecke angewandt wird. Zudem gibt der Verein zu bedenken, dass der Mäuse-Test wissenschaftlich aufgrund seiner Ungenauigkeit wertlos sei und somit nicht nur Tieren das Leben kostet, sondern auch Menschen einer potentiellen Gefahr aussetzte.

Offizielle Angaben über die Zahl der Tiere, die für die Botox-Testung leiden und sterben, werden unter Verschluss gehalten. Nach Informationen der Ärztevereinigung hat Merz jährlich mindestens 34.000 Mäuse zu verantworten, Ipsen über 74.000 – je mehr von dem Nervengift verkauft wird, desto mehr Tiere müssen sterben, da jede Produktionseinheit getestet wird.

Die Ärzte gegen Tierversuche wollen mit ihren Aktionen die Öffentlichkeit auf das Leid der Tiere aufmerksam machen und über moderne, tierversuchsfreie Forschungsmöglichkeiten informieren. 2012 hatte der Ärzteverein über 60.000 Unterschriften an die Hamburger Behörde übergeben, die die Tierversuche der Firma Merz genehmigt. Die Behörde wie auch die Politik zeigen jedoch bis dato keinen Handlungswillen, um die Botox-Tierversuche zu unterbinden.

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