Pressearchiv 2013

Pressearchiv 2013




 

25.01.2013

Teilerfolg: Bald weniger Tieropfer für Langzeitkrebstest


Der internationale Zusammenschluss von Zulassungsbehörden für Humanarzneimitteln ICH* hat bekannt gegeben, eine Testvorschrift dahingehend zu überarbeiten, dass weniger Tiere getötet werden. Normalerweise werden die krebsauslösenden Eigenschaften von Medikamenten in einem zwei Jahre dauernden Test an Ratten und Mäusen untersucht. Den Tieren wird die Substanz täglich mit dem Futter verabreicht. Nach zwei Jahren werden die Tiere getötet, um festzustellen, ob sich Tumore entwickelt haben. Für einen einzigen Test sterben rund 600 Ratten oder Mäuse.

Künftig soll nun unter anderem anhand bereits vorliegender Daten, Ergebnissen aus In-vitro-Studien als auch aus anderen Tierversuchen die krebsauslösende Wirkung von Substanzen beurteilt werden.

Der herkömmliche Langzeit-Tierversuch wird allerdings für eine Übergangszeit weiterhin von den Arzneimittelbehörden verlangt, um die Ergebnisse auf Übereinstimmung zu untersuchen. Wenn sich dies als erfolgreich erweist, sollen rund 40 % der Tiere eingespart werden können. Eine endgültige Entscheidung, wie die Testung auf krebsauslösende Substanzen künftig aussehen wird, ist nicht vor 2017 zu erwarten.

Die Ärzte gegen Tierversuche begrüßen zwar jeden Schritt, der Tiere vor einem grausamen und unsinnigen Labortod bewahrt, kritisieren jedoch, dass - trotz bekannter fehlender Übertragbarkeit - noch immer am Tierversuch festgehalten wird und sich die Ergebnisse aus aussagekräftigen, tierversuchsfreien Studien am veralteten und unzuverlässigen Tierversuch messen lassen müssen.

Abgesehen von der ethischen Unvertretbarkeit der Tierversuche, stellten Wissenschaftler in einer Studie bereits 1983 fest, »man könne eher eine Münze werfen, als sich bei der Frage nach möglichen krebsauslösenden Eigenschaften eines Stoffes auf Tierversuche zu verlassen«. Der Ärzteverein fordert aus diesen Gründen eine gänzliche Abkehr vom Tierversuch hin zu einer tierversuchsfreien Forschung und Wissenschaft des 21. Jahrhunderts, die auf Forschung an menschlichen Tumorzellen sowie Computersimulationen und Biochips, die die Wirkung einer Substanz im Menschen detailliert darstellen können, basiert.

Der Ärzteverein ist über seinen Dachverband, der Europäischen Koalition zur Beendigung von Tierversuchen, ECEAE, auch in ICAPPP** involviert. Dieser Zusammenschluss von Tierversuchsgegnerorganisationen aus Europa, Amerika und Japan hat einen offiziellen Expertenstatus bei der ICH und wird darauf drängen, dass die überarbeitete Vorschrift ohne Übergangsfrist in Kraft tritt.

* The International Conference on Harmonisation of Technical Requirements for Registration of Pharmaceuticals for Human Use
** International Council on Animal Protection in Pharmaceutical Programs

Quelle >>




 

29.01.2013

Bundesrat stimmt über neues Tierschutzgesetz ab

Ärzteverein fordert Abkehr vom Tierversuch


Anlässlich der Abstimmung am 1. Februar im Bundesrat über das neue Tierschutzgesetz appelliert der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche in einer Stellungnahme an die Länderministerien, im Sinne des Staatsziels Tierschutz klare Regelungen in Richtung Ausstieg aus dem Tierversuch einzubringen und Einspruch gegen das vom Bundestag beschlossene Tierschutzgesetz zu erheben.

Im Juli 2012 hatte der Bundesrat einige auch Tierversuche betreffende Änderungsvorschläge beschlossen, die nach Aussage der Ärztevereinigung als Minimum berücksichtigt werden müssen, um die EU-Richtlinie zumindest annähernd korrekt umzusetzen. Die Ärztevereinigung verweist weiter auf ein Gutachten der renommierten Basler Juristin Prof. Dr. iur. Anne Peters, das sechs der größten Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen Deutschlands, darunter der Verein Ärzte gegen Tierversuche, in Auftrag gegeben hatten. Dieses bestätigt, dass die Bundesregierung die Vorgaben der EU-Tierversuchsrichtlinie nicht im erforderlichen Maße umsetzt.

In einem Artikel, der in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift ‚Tierethik’ veröffentlicht wurde, zeigt der Verein anhand von Beispielen auf, dass die von der Bundesregierung formulierten Regelungen Ausdruck ihrer tiernutzerorientierten Einstellung sind. Zu Gunsten der Profiteure des Systems Tierversuch wurden selbst die minimalen Spielräume, die die EU zur Förderung der tierversuchsfreien Forschung einräumt, nicht genutzt und somit die Staatszielbestimmung Tierschutz massiv konterkariert.

So spricht die EU den Tieren ein Angstempfinden zu, was bei der Genehmigung von Tierversuchen zu berücksichtigen ist. Die Bundesregierung jedoch lässt die Ängste der Tiere unberücksichtigt. Auch sollen, entgegen der EU-Vorgaben, Experimente an Menschenaffen sowie Versuche, die mit schwerem Leiden für die Tiere verbunden sind, weiterhin erlaubt sein. Nach dem Willen der EU sollten ferner ethische Überlegungen den Kern bei der Genehmigung von Tierversuchen bilden, was bei der Bundesregierung keinen Niederschlag gefunden hat.

Eigentliche Aufgabe der EU-Tierversuchsrichtlinie sowie der Umsetzungsentwürfe ist es, die für Versuche und andere wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere zu schützen. In der Praxis handelt es sich bei den Neuregelungen nach Aussage der Ärzte gegen Tierversuche jedoch um eine von der Tierexperimentatorenlobby gesteuerte Festschreibung der grausamen und wissenschaftlich unsinnigen tierexperimentellen Forschung. »Sollten die Regelungen zu Tierversuchen in der vorliegenden Form verabschiedet werden, hat die Bundesregierung das Staatsziel Tierschutz vollständig verfehlt«, kommentiert Dipl.-Biol. Silke Bitz, Sprecherin der Ärztevereinigung.

Die EU-Tierversuchsrichtlinie hätte von den Mitgliedstaaten bis zum 10. November 2012 in nationales Recht umgesetzt werden müssen. Im Januar 2012 legte das Landwirtschaftsministerium (BMELV) Entwürfe für ein neues Tierschutzgesetz sowie für eine Tierversuchsverordnung vor, die der Umsetzung der EU-Tierversuchsrichtlinie dienen. Im Dezember 2012 stimmte der Bundestag dem neuen Tierschutzgesetz zu, der Bundesrat hat die nun Möglichkeit deutliche Nachbesserungen durchzusetzen.

Weitere Information:
Hintergrundinfos zur EU-Tierversuchsrichtlinie >>

Umsetzung der EU-Tierversuchsrichtlinie: Deutschland verfehlt Staatszielbestimmung Tierschutz, Altex TIERethik 2/2012 PDF >>




 

31.01.2013

Aus für Kosmetik-Tierversuche!

 

Tierversuchsgegner feiern historischen Sieg


Am 11. März 2013 tritt das endgültige, EU-weite Verkaufsverbot von an Tieren getesteten Kosmetikprodukten und –inhaltsstoffen in Kraft. Dieser Erfolg ist das Ergebnis jahrelanger Kampagnenarbeit insbesondere der Europäischen Koalition zur Beendigung von Tierversuchen, ECEAE. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche, Mitglied bei der ECEAE, freut sich über den großartigen Sieg für die Tiere. Die Industrie ist nun gezwungen, auf tierversuchsfreie Testmethoden umzusteigen.

Die jahrelange Kampagnenarbeit der ECEAE seit Mitte der 1990er Jahre hat maßgeblich dazu beigetragen, dass EU-weit seit 2004 Tierversuche für Kosmetika und seit 2009 der Verkauf von an Tieren getesteten Kosmetik-Rohstoffen und Endprodukten verboten ist, unabhängig davon, ob tierversuchsfreie Methoden vorhanden sind oder nicht. Mit dem Verkaufsverbot soll verhindert werden, dass Firmen ihre Tierversuche einfach in Drittländern vornehmen und dann die Produkte in die EU einführen. Die Kosmetik-Richtlinie sah jedoch eine Übergangsregelung für drei Tierversuche vor, die erst ab 11. März 2013 verboten werden sollten.

»Als der Zeitpunkt näher rückte, wollte die EU-Kommission ihn um zehn Jahre verschieben oder mit Ausnahmen durchlöchern, was Zigtausenden Kaninchen, Meerschweinchen, Ratten und Mäusen weltweit das Leben gekostet hätte«, erklärt Dr. med. vet. Corina Gericke, Vizevorsitzende von Ärzte gegen Tierversuche. Wir starteten zusammen mit unseren Partnern bei der ECEAE die Kampagne ‚NEIN zu Tierqualkosmetik’, um dies zu verhindern«. Im Oktober 2012 übergaben die Tierversuchsgegner knapp eine Viertelmillion Unterschriften an das EU-Parlament in Brüssel.

Gestern bestätigte der für die Kosmetikrichtlinie zuständige EU-Kommissar Tonio Borg, der erst seit November 2012 im Amt ist, gegenüber der ECEAE-Chefin Michelle Thew, dass er - im Gegensatz zu seinem Vorgänger - an dem Aus der Kosmetik-Tierversuche festhalten werde.


Michelle Thew, Vorsitzende der ECEAE, und EU-Kommissar Tonio Borg

Weitere Informationen
Kosmetik und Tierversuche >> 
Warum Kosmetik-Positivlisten, wenn doch alle Kosmetik-Tierversuche verboten sind? >>




 

13.02.2013

Riesige Unterschiede zwischen Mensch und Maus


Amerikanische Experten stellen Tierversuche in Frage


Mäuse und Menschen reagieren auf Entzündungsprozesse und andere Verletzungen völlig unterschiedlich. Die medizinische Forschung solle daher ihren Schwerpunkt mehr auf die komplexen menschlichen Krankheiten legen, anstatt sich auf Tierversuche zu verlassen, ist das Fazit eines gerade erschienenen Fachartikels amerikanischer Wissenschaftler.

Seit Jahrzehnten werden so genannte »Mausmodelle« in der biomedizinischen Forschung und Medikamentenentwicklung verwendet. Doch bei klinischen Studien, d.h, wenn die Wirkstoffkandidaten am Menschen getestet werden, erweisen sie sich fast immer als Fehlschlag. So haben 150 Substanzen, die sich im Tierversuch bei der Behandlung von schweren Entzündungen als wirksam erwiesen haben, allesamt beim Menschen versagt. Amerikanische Wissenschaftler untersuchten nun die Gründe für die schlechte Übertragungsquote.

In einer im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences erschienenen Studie verglichen die 39 Autoren von 20 US-amerikanischen und kanadischen Forschungsinstituten Genveränderungen von Mäusen und Menschen bei verschiedenen Verletzungen. Bei 167 Patienten mit einem stumpfen Trauma, 244 Patienten mit Verbrennungen von über 25% sowie acht Freiwilligen, die sich eine geringe Dosis Bakteriengift injizieren ließen, wurden Blutproben – bei den Verbrennungsopfern bis zu einem Jahr lang - analysiert. Die Genveränderungen der Blutzellen wurden mit denen von 35 gesunden Personen verglichen. Obwohl die Patienten eine große Bandbreite bezüglich Alter, Geschlecht, Schweregrad der Verletzung und Behandlung aufwiesen, stimmten die Genaktivitäten weitgehend überein.

Bei Mäusen mit vergleichbaren Verletzungen waren größtenteils ganz andere Gene betroffen. Auch die Zeitdauer war eine andere. So kam es beim Menschen zunächst zu einem »Gen-Sturm« mit überschießenden Reaktionen und anschließenden Genveränderungen, die bis zu einem halben Jahr lang anhielten. Bei den Mäusen hingegen war alles nach ein paar Stunden oder Tagen vorüber.

Menschen reagieren auf Entzündungen offensichtlich viel stärker als Mäuse, was die Autoren mit der evolutionären Entwicklung begründen. Nager können verdorbene Lebensmittel zu sich nehmen, von denen Menschen krank werden würden. Die Dosis Bakterien, die ausreicht, bei einem Menschen einen Blutvergiftungsschock auszulösen ist eine Million Mal geringer als die tödliche Dosis bei Mäusen.

»Wir sind überrascht, dass die Ergebnisse von Menschen und Mäusen so schlecht übereinstimmen«, heißt es in dem Artikel. Die Autoren nahmen daraufhin noch Daten aus der Literatur unter die Lupe und fanden auch bei akuter Lungenentzündung, Infektionen und Strahlenkrankheit gravierende Unterschiede zwischen Maus und Mensch. »Offensichtlich sind kranke Patienten sehr viel komplexer als Modellsysteme«, folgern die Wissenschaftler. »Die vorherrschende Annahme, molekulare Ergebnisse aus Mausmodellen können auf den Menschen direkt übertragen werden, wird durch unsere Studie in Frage gestellt.«

Für die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche sind die Erkenntnisse nicht neu. »Wir prangern seit Jahrzehnten die mangelnde Übertragbarkeit von Tierversuche an«, so Dr. med. vet. Corina Gericke, Vizevorsitzende des Vereins. »Obwohl es bereits etliche Studien gibt, die den zweifelhaften Nutzen von Tierversuchen belegen, macht die tierexperimentelle Forschung weiter wie bisher.« Der Ärzteverein fordert, endlich die Konsequenzen zu ziehen, die Sackgasse Tierversuch zu verlassen und auf eine effektive, am Menschen orientierte Forschung umzuschwenken.

Quelle: Seok J. et al.: Genomic responses in mouse models poorly mimic human inflammatory diseases. PNAS 2013, February 11, doi: 10.1073/pnas.1222878110 >>

Weitere wissenschaftliche Studien >>




 

15.02.2013

Ärzteverein: »Tierversuche dürfen nicht zementiert werden«


Bundesrat soll Tierversuchsregelungen stoppen


Am 19. Februar 2013 berät ein Unterausschuss des Bundesrates über den Entwurf für die Tierversuchsverordnung. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche appelliert in einer Stellungnahme an die Länderministerien, im Sinne des Staatsziels Tierschutz diesem Entwurf nicht zuzustimmen und stattdessen klare Regelungen in Richtung Ausstieg aus dem Tierversuch einzubringen.


Die Ärztevereinigung zeigt sich bestürzt darüber, dass das Tierschutzgesetz ohne jede Änderung zu Gunsten der Tiere den Bundesrat passiert hat, obwohl dieser im Vorfeld bereits zahlreiche auch Tierversuche betreffende Missstände beanstandet und eine grundlegende Überarbeitung des Gesetzestextes gefordert hatte.

Für die nun bevorstehende Abstimmung über die Tierversuchsverordnung appelliert der Ärzteverein an die Länder, Änderungsanträge einzubringen, die darauf abzielen, die im vorliegenden Entwurf manifestierte Zementierung der Tierversuchspraxis zu revidieren.

Die Ärzte gegen Tierversuche fordern, dass wenigstens die geringen Möglichkeiten, die es in dieser Phase noch für Verbesserungen gibt, voll ausgeschöpft werden. So müssen besonders schmerzhafte Tierversuche sowie Versuche an Menschenaffen verboten werden. Die Zwecke, zu denen Tierversuche erlaubt sind, dürfen nicht ausgeweitet werden. Außerdem sollen alle Tierversuche einer Genehmigungspflicht und einer rückblickenden Bewertung unterliegen.

»Jetzt sind die Länder gefragt, hier ihr Veto einzulegen und das tiernutzerorientierte Vorhaben der Bundesregierung nicht mitzutragen«, erläutert Dipl.-Biol. Silke Bitz, Sprecherin der Ärztevereinigung.

Der Verein verweist auf ein juristisches Gutachten, das bestätigt, dass der vorliegende Entwurf die Vorgaben der EU-Tierversuchsrichtlinie nicht im erforderlichen Maße umsetzt. Demnach müssen die von der EU eingeräumten Spielräume genutzt werden, um höhere Tierschutzstandards zu schaffen und so dem Staatsziel Tierschutz Rechnung zu tragen.

Im Januar 2012 legte das Landwirtschaftsministerium Entwürfe für ein neues Tierschutzgesetz sowie für eine Tierversuchsverordnung vor, die der Umsetzung der EU-Tierversuchsrichtlinie dienen. Der Bundesrat hat nun die Möglichkeit deutliche Nachbesserungen der Tierversuchsverordnung durchzusetzen.

Weitere Information:
Pressemitteilung vom 29. Januar 2013 »Bundesrat stimmt über neues Tierschutzgesetz ab« >> 
Hintergrundinfos zur EU-Tierversuchsrichtlinie >>




 

27.02.2013

Lebensechter Lungensimulator statt Schweinelunge

Ärzteverein begrüßt Entwicklung moderner Verfahren


Mediziner, die beispielsweise spezielle Beatmungstechniken erlernen sollen, üben dies meist an Schweinen. Ebenso werden Schweine verwendet, um Beatmungsgeräte zu testen. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche begrüßt die Neuentwicklung eines lebensechten Lungensimulators, der die Tiere künftig vor einem grausamen Labortod bewahren kann.

Bei dem sogenannten TestChest™ handelt es sich um einen Simulator, der die äußerst komplexe Funktionsweise der menschlichen Lunge und der Herz-Lungen-Interaktionen nachbildet und der die Überprüfung von Narkose- und Beatmungsgeräten ermöglicht. Entwickelt wurde diese innovative Methode, die vollkommen ohne Tierversuche bzw. die Verwendung von tierischen Organen auskommt, von der Firma AQAI GmbH in Mainz in Kooperation mit der Schweizer Organis GmbH.

Die Überprüfung von Beatmungsgeräten findet normalerweise bereits an technischen Lungensimulatoren statt. Zum Einsatz kommen hierfür passive Balgsysteme, bei denen das Beatmungsgerät gegen einen Federwiderstand in einen Balg atmet und dabei technisch überprüft werden kann. Will man jedoch nicht nur die mechanischen Eigenschaften untersuchen, sondern auch den Gasaustausch der Lunge, d.h. die Aufnahme von Sauerstoff in das Blut sowie die Abgabe von Kohlendioxid aus dem Blut, werden üblicherweise Tierversuche an narkotisierten Hausschweinen durchgeführt. Um auch den Zustand einer kranken Lunge, beispielsweise bei Lungenentzündung oder einer Schocklunge darzustellen, werden bestimmte Manipulationen am Tier vorgenommen. So wird die Lunge beispielsweise durch Injektion von Ölsäure massiv geschädigt, so dass die Schweine innerhalb weniger Stunden sterben oder getötet werden.

»Solche Versuche sind ethisch inakzeptabel, zudem ist der Einsatz von realitätsnahen Modellen wie Patientensimulatoren sehr viel sinnvoller zum Erlernen praktischer Fähigkeiten zur Anwendung am Menschen oder zum Verständnis von Vorgängen im Körper«, kommentiert Dr. med. Wolf-Dieter Hirsch, Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie und Mitglied bei der Ärztevereinigung.

Mit dem technischen Lungensimulator werden nun beide Faktoren vereint. Die mechanischen Eigenschaften können von einer echten Lunge nicht mehr unterschieden werden und der Simulator verfügt über einen Gasaustausch, d.h. er verbraucht Sauerstoff und gibt Kohlendioxid über die Ausatemluft ab. An einem Monitor wird der Sauerstoffgehalt im Blut anzeigt. Der Lungensimulator ist damit ein wertvolles Werkzeug, um zahlreiche Lungenerkrankungen patientengetreu darzustellen.

Die innovative, tierversuchsfreie Methode wird bereits teilweise zu Schulungszwecken anstelle der bisher üblichen Tierversuche eingesetzt. Der Verein Ärzte gegen Tierversuche begrüßt solch lebensechte Methoden, die nicht nur aus ethischen Gründen vorzuziehen sind, sondern auch aufzeigen, wie fortschrittliche Medizin und Wissenschaft funktioniert.




Fotos: Copyright AQAI GmbH

Weitere Information:
AQAI Technik TestChest™ - Lungensimulator >>

Lebensechtes Chirurgen-Training am Simulator >> 




 

07.03.2013

Tierversuchsgegner danken der Europäischen Kommission:

Endgültiges Aus für Kosmetik-Tierversuche


Die Europäische Koalition zur Beendigung von Tierversuchen (ECEAE), bei der der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche Mitglied ist, hat der Europäischen Kommission für das Ende der Kosmetik-Tierversuche gedankt. Ab dem 11. März 2013 gilt nun ein EU-weites Vermarktungsverbot für an Tieren getestete Kosmetika.

Im Rahmen ihrer Kampagne »NEIN zu Tierqual-Kosmetik!« überreichte die ECEAE am 6. März 2013 während ihres Treffens in Dublin der Leiterin der Irischen Vertretung der Europäischen Kommission, Barbara Nolan, einen Gedenkkuchen mit Kerzen, um das besiegelte Ende der Kosmetik-Tierversuche zu feiern.

Die Kampagne wurde von zahlreichen Prominenten wie Sir Paul McCartney sowie rund einer Viertel Million Bürgern in ganz Europa unterstützt.

Seit 2004 tritt mit der 7. Änderung der Kosmetikrichtlinie ein stufenweises Verbot von Tierversuchen im Kosmetiksektor in Kraft. Erster Teilerfolg war im September 2004 das EU-weite Verbot der Testung kosmetischer Fertigprodukte am Tier. Seit dem 11. März 2009 sind europaweit Tierversuche für kosmetische Inhaltsstoffe sowie die Vermarktung von an Tieren getesteten Kosmetikprodukten und –rohstoffen verboten. Für drei Tierversuche galt eine längere Frist bis zum 11. März 2013.

Bis zuletzt jedoch war diese letzte Stufe des Verbots in Gefahr, da die EU die Frist um 10 Jahre verschieben wollte. Die Ärztevereinigung zeigt sich erfreut über den nun errungenen Etappensieg, betont jedoch, dass damit das Ziel noch nicht erreicht sei. So können außerhalb der EU nach wie vor Tierversuche für Kosmetika durchgeführt werden, zudem gilt das Testverbot nur für Inhaltsstoffe, die ausschließlich für Kosmetika verwendet werden. Da die meisten Substanzen jedoch auch in anderen Produkten vorkommen, fallen sie unter die Prüfvorschriften für Chemikalien, die standardmäßig Tierversuche beinhalten. Der Teilerfolg darf auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Tiertests in der Kosmetik nur einen Bruchteil aller Tierversuche ausmachen.

Dem nun politisch besiegelten Verbot der Vermarktung von tierquälerischer Kosmetik und der Testung an Tieren liegt ein über 20 Jahre langer politischer Kampf zahlreicher Tierrechts- und Tierversuchsgegnerorganisationen zugrunde. Die ECEAE hatte sich 1990 mit dem Ziel gegründet, ein Verbot von Tierversuchen für Kosmetika zu erreichen. Ihr gehören 26 Tierversuchsgegnerorganisationen aus 24 Ländern der EU an, die sich die Abschaffung aller Tierversuche zum Ziel gesetzt haben.










Weitere Information:

Hintergrundinformation Kosmetik und Tierversuche >>




 

08.03.2013

Todesfälle durch Gerinnungshemmer Xarelto

Ärzte gegen Tierversuche warnen vor Gefahren des Tierversuchs

Informationen der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CGB) zufolge registrierte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) allein im Jahr 2012 rund 750 Meldungen über schwere Nebenwirkungen wie Blutungen oder Leberschäden sowie 58 Todesfälle nach der Einnahme des Gerinnungshemmers Xarelto von der Firma Bayer. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche sieht darin einen weiteren Beleg dafür, dass Tierversuche Gefahren für den Menschen nicht vorhersagen können.

Bayer brachte das Medikament 2008 auf den Markt, zunächst für ein kleines Anwendungsgebiet. Inzwischen ist es für die Behandlung zahlreicher Erkrankungen zugelassen, so zur Vorbeugung von Schlaganfällen und Embolien bei Herzkranken mit einem Vorhofflimmern oder zur Therapie von tiefen Venenthrombosen.

Der Pharmariese strebt Angaben der CGB zufolge mit weiteren Anwendungsgebieten ein Jahresumsatzvolumen von 2 Milliarden Euro an. Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA gab jedoch kein grünes Licht für die Zulassung zur Nachbehandlung von Blutgerinnseln, sondern forderte weitere Daten zur Sicherheit des Präparats. Bayer hatte in den bereits eingereichten Dokumenten drei Todesfälle verschwiegen. Die neue Arznei ist teurer, bietet jedoch keine Vorteile gegenüber bereits etablierten Gerinnungshemmern.

Nach Ansicht der Ärztevereinigung kann die Sicherheit von Wirkstoffen für den Menschen nicht im Tierversuch abgebildet werden, da die Ergebnisse nicht auf die klinische Situation in der Humanmedizin übertragbar sind. Einer Studie der FDA zufolge werden 92 % der im Tierversuch für sicher und wirksam befundenen neuen Substanzen nicht zugelassen. Denn in den anschließenden klinischen Phasen, in denen Arzneien erstmals am Menschen erprobt werden, stellt sich heraus, dass sie entweder nicht wirken oder schwerwiegende Nebenwirkungen haben.

»Wie dieser Fall erneut zeigt, sind Tierversuche nicht geeignet, um wirksame und sichere Arzneimittel zu entwickeln. Dies zeigen auch die jährlich rund 58.000 Arzneimitteltoten allein in Deutschland«, so Dipl.-Biol. Silke Bitz, Sprecherin des Vereins. In seiner Risikoliste führt der Verein Medikamente auf, die im Tierversuch für sicher befunden wurden, aber bei menschlichen Patienten gravierende Nebenwirkungen verursacht haben.

Der Verein fordert die Abkehr vom Tierversuch und die Stärkung ethischer und innovativer Zell- und Computermodelle ohne Tierversuche, um die bestmögliche Sicherheit für den Verbraucher zu gewährleisten.


Weitere Information:
Xarelto: Risiken neuer Gerinnungshemmer >>

Liste der Risikomedikamente >>

Brutal und sinnlos - Bayers Tierversuche (Artikel in Stichwort Bayer, 4/2012) PDF >>




 

15.03.2013

Der Mensch ist keine Maus


Falsche Versprechungen der tierexperimentellen Forschung


Schlagzeilen wie »Impfung gegen Arterienverkalkung im Tierversuch bewährt« oder »Erstmals Affen von Diabetes geheilt« rauschen immer wieder durch die Medien. In ihrer neuen Broschüre hinterfragt die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche, was Jahrzehnte später aus den Heilsversprechen geworden ist und ob Tierversuche wirklich sinnvoll sind, um menschliche Krankheiten zu ergründen.

Tierversuche werden von manchen Kreisen als notwendig bezeichnet, um menschliche Krankheiten verstehen oder gar heilen zu können. Zahlreiche Fakten belegen jedoch, dass die tierexperimentell ausgerichtete Forschung auf ganzer Linie versagt. Nach Angaben der Amerikanischen Gesundheitsbehörde (FDA) kommen 92% der potentiellen Arzneimittel, die sich im Tierversuch als wirksam und sicher erwiesen haben, nicht durch die klinische Prüfung, entweder wegen mangelnder Wirkung oder wegen unerwünschter Nebenwirkungen. Von den zugelassenen Wirkstoffen ist einer aktuellen kanadischen Studie zufolge für rund ein Viertel wahrscheinlich, dass schwere Risiken bekannt werden, die zu Warnhinweisen oder Marktrücknahmen führen.

Anhand verschiedener Beispiele aus der medizinischen Forschung führt der Ärzteverein vor Augen, dass Tierversuche neben der ethischen Unvertretbarkeit auch wissenschaftlich in die Irre führen. So werden seit über 100 Jahren Mäuse als »Modell« für die Erforschung der Multiplen Sklerose verwendet. Da die Tiere die Krankheit von Natur nicht entwickeln, werden die Symptome simuliert, indem Gehirngewebe in Mäuse injiziert wird, was zu einer Abwehr gegenüber dem eigenen Nervengewebe führt. Fortschrittlichere Forscher erkannten 2002, dass das Maus'modell' »ein unglücklicher Fehler ist, der vielmehr auf Glaube basiert als auf Wissenschaft«.

Einer Studie aus den 1970er Jahren zufolge wurden weltweit schätzungsweise 500.000 Substanzen als potentielle Krebsmedikamente getestet, standardmäßig im Tierversuch. Dieses Screening-Programm wies nach Angaben des Jahresberichts des Nationalen Krebsinstituts in den USA (NCI) aus dem Jahr 1974 jedoch nur eine Erfolgsquote von 0,0001% auf und bezogen auf den Menschen entpuppte es sich als nutzlos.

Um Depression zu ergründen, werden Ratten einzeln in ein mit Wasser gefülltes Gefäß gesetzt. Eine Ratte, die nicht mehr weiter schwimmt und sich treiben lässt, wird als depressiv gewertet.

Beispiele wie diese zeigen nach Ansicht der Ärztevereinigung, wie absurd das System Tierversuch ist. Es ist ethisch inakzeptabel und aus wissenschaftlicher Sicht nicht geeignet, die Ursachen menschlicher Erkrankungen zu erforschen und Therapien zu entwickeln. »Solange sich jedoch die medizinische Forschung auf Tierversuche stützt, wird es auch weiterhin falsche Heilsversprechungen und folgenschwere Medikamenten-Skandale geben«, erläutert Dipl.-Biol. Silke Bitz, Autorin der Broschüre und Sprecherin der Ärztevereinigung, abschließend.

Die Infobroschüre »Der Mensch ist keine Maus: Falsche Versprechungen der tierexperimentellen Forschung« ist ab sofort im Online-Shop des Vereins erhältlich oder kann kostenlos als PDF heruntergeladen werden.

Weitere Information:
Faltblatt »Der Mensch ist keine Maus: Falsche Versprechungen der tierexperimentellen Forschung« (pdf) >> 

Druckversion der Broschüre bestellen >>




 

28.03.2013

Streit um Affenhirnversuche geht weiter
Bremer Senat nimmt Skandalurteil nicht hin


Streit um Affenhirnversuche geht weiter

Bremer Senat nimmt Skandalurteil nicht hin


Der Bremer Gesundheitssenator hat aktuell Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingelegt. Hintergrund ist, dass im Dezember 2012 das Oberverwaltungsgericht Bremen entschieden hatte, die an der Universität Bremen praktizierten Affenhirnversuche seien zulässig.

Die Richter folgten unter anderem einem Gutachten des Deutschen Primatenzentrums, der größten deutschen „Zucht- und Liefereinrichtung" für Affen,
und kamen zu dem Ergebnis, dass die Tiere »allenfalls mäßigen Belastungen« ausgesetzt sind, die nicht so gewichtig sind, dass die Forschungsfreiheit dahinter zurückstehen müsste. Das Gericht ließ darüber hinaus keine Revision zu. Dies nimmt der Bremer Senat nicht hin und will vor das Bundesverwaltungsgericht ziehen.

Im Oktober 2008 verweigerte die damals für Tierschutz zuständige Gesundheitssenatorin Ingelore Rosenkötter aus ethischen Gründen und mangels zu erwartenden medizinischen Nutzens die Verlängerung der Genehmigung der qualvollen Versuche am Affenhirn, wogegen Die Universität klagte.

Die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche begrüßt die Entscheidung des Senats, das unethische Urteil des Oberverwaltungsgerichts nicht kampflos hinzunehmen.

Weitere Information:
Der Fall Bremen >>




 

05.04.2013

Tierversuchsfreie Test-Verfahren gefordert

Jährlich mindestens 170.000 Tierversuche allein bei BAYER / »Ergebnisse nicht auf den Menschen übertragbar«


Anlässlich der Jahreshauptversammlung der BAYER AG am 26. April fordern die Vereine Ärzte gegen Tierversuche und Coordination gegen BAYER-Gefahren den Chemie- und Pharmakonzern auf, seine Forschung auf tierversuchsfreie Verfahren umzustellen. Dies sei nicht nur ethisch geboten, sondern diene auch dem Interesse von Patient/innen und Verbraucher/innen. Die Verbände veröffentlichten zudem eine ausführliche Analyse der von BAYER durchgeführten Tierversuche.

Silke Bitz von den Ärzten gegen Tierversuche: »Wir fordern von BAYER und allen anderen Pharmaunternehmen den Umstieg auf rein tierversuchfreie Verfahren. Durch Computersimulationen, Tests an Zellkulturen und mit Hilfe von Biochips lässt sich die Verstoffwechslung neuer Wirkstoffe im menschlichen Körper detailliert darstellen. Solche Forschungsmethoden sind ethisch vertretbar und liefern im Gegensatz zum Tierversuch für den Menschen relevante Ergebnisse.«

Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren ergänzt: »Tierversuche sind nicht nur gegenüber Tieren, sondern auch gegenüber Menschen unverantwortlich. Sie dienen nicht der Sicherheit von Patienten, sondern in erster Linie der rechtlichen Absicherung der Pharma-Hersteller. Tierbasierte Verfahren sind wissenschaftlich überholt und ethisch nicht länger vertretbar.« Mimkes fordert die Überarbeitung der entsprechenden Vorschriften, da rund 14 Prozent aller Tierversuche in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben sind.

Insgesamt werden in Deutschland jährlich rund 2,9 Millionen Wirbeltiere für Versuchszwecke verwendet, wovon fast 6 Prozent auf das Konto von BAYER gehen. Der Konzern »verbrauchte« im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben über 147.000 Tiere. Hinzu kamen mehr als 23.000 Tiere bei externen Auftragsinstituten. BAYER hat wiederholt mit umstrittenen Testlaboren wie Professional Laboratory and Research Services (PLRS) und Huntingdon Life Sciences (HLS), die für tierquälerische Methoden bekannt sind, kooperiert.

Untersuchungen der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde (FDA) ergaben, dass 92 Prozent der potenziellen Medikamente, die sich im Tierversuch als wirksam und sicher erwiesen, nicht durch die klinische Prüfung kommen, da sie beim Menschen keine oder eine unerwünschte Wirkung zeigen. Dass man sich trotz dieser Unsicherheit auf Tierversuche verlässt, hat fatale Folgen: allein in Deutschland sterben jährlich 58.000 Menschen an den Folgen von Arzneimittelnebenwirkungen.

»Das Beispiel des BAYER-Präparats Lipobay zeigt, dass schwerwiegende Nebenwirkungen durch Tierexperimente nicht vorhersehbar sind. Trotz der von dem Leverkusener Konzern nach zahlreichen Tierversuchen vorhergesagten »ausgezeichneten Gesamtverträglichkeit« kam es bei mindestens 100 Patient/innen zu einer Rhabdomyolyse, also einem schweren Muskelzerfall, mit Todesfolge«, erläutert Mimkes. Zuvor hatten Ratten, Mäuse, Kaninchen, Hunde, Schweine und Affen das Präparat über eine Schlundsonde, intravenös oder als Futter-Beimischung einnehmen müssen. In den Versuchen hatten sich zwar einige Nebenwirkungen eingestellt, doch waren diese anders als die später beim Menschen beobachteten Schäden. Bei einigen Tierarten waren bei sehr hohen Dosierungen leichte Muskelschäden aufgetreten, nicht aber die tödlich verlaufende Rhabdomyolyse. Stattdessen erlitten einige Tiere Magenblutungen und Augenschäden.

Da die meisten menschlichen Krankheiten bei Tieren nicht vorkommen, werden die Symptome auf künstliche Weise in so genannten „Tiermodellen“ nachgeahmt. Um zum Beispiel Parkinson auszulösen, wird bei Affen und anderen Tieren ein Nervengift in das Gehirn injiziert, das Hirnzellen zerstört. Einen Schlaganfall versucht man durch das Einführen eines Fadens in eine Hirnarterie von Mäusen zu simulieren. Ein „menschlicher“ Herzinfarkt wird bei Hunden durch das Zuziehen einer von außen bedienbaren Schlinge um ein Herzkranzgefäß nachgeahmt. Die am Tier künstlich herbeigeführten Symptome haben jedoch nichts mit den menschlichen Krankheiten gemein. Wichtige Aspekte der Krankheitsentstehung wie Ernährung, Lebensgewohnheiten, der Einfluss von Suchtmitteln, schädlichen Umwelteinflüssen, Stress sowie psychische und soziale Faktoren werden gänzlich außer Acht gelassen. Ergebnisse aus Studien mit Tieren sind daher irreführend und tragen nichts zum Verständnis über menschliche Krankheiten oder gar deren Heilung bei.

»Da Tierversuche ungeeignet sind für eine effektive Arzneimittelentwicklung, täte BAYER schon im eigenen Interesse gut daran, sich von dieser überholten Methode zu verabschieden und bei der modernen, tierversuchsfreien Pharmaforschung die Nase vorn zu haben«, erklärt Silke Bitz abschließend.

Weitere Informationen
Coordination gegen BAYER-Gefahren: »Tierversuche bei BAYER« >> 


 

18.04.2013

Internationaler Tag zur Abschaffung der Tierversuche


Aktionswoche in 17 Städten Deutschlands


Anlässlich des Internationalen Tags zur Abschaffung der Tierversuche am 24. April lädt die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche bundesweit zu einer Aktionswoche ein, an der sich zahlreiche andere Vereine und Gruppen beteiligen. Der Verein tritt für eine tierversuchsfreie Forschung im Interesse von Mensch und Tier ein. In Berlin, Bochum, Braunschweig, Darmstadt, Döbeln, Dresden, Düsseldorf, Erlangen, Frankfurt, Freiburg, Grassau, Gütersloh, Homburg, Köln, München, Tübingen und Waldshut sind Aktionen wie Demos, Infostände, Ausstellungen und Vorträge geplant.
Allein im Jahr 2011 wurden in Deutschland rund 3 Millionen Tiere in Versuchen verbraucht, davon mehr als 2 Millionen Mäuse. Die dramatisch steigenden Tierversuchszahlen sehen die Ärzte gegen Tierversuche als Warnsignal für eine fehlgeleitete und unethische Gesundheitspolitik. Neben der ethischen Unvertretbarkeit sind Tierversuche auch irrelevant für den medizinischen Fortschritt.

Grund hierfür ist nach Ansicht der Experten die mangelhafte Übertragbarkeit der Ergebnisse vom Tier auf den Menschen. Erst vor wenigen Wochen hat eine Studie amerikanischer Wissenschaftler erneut bestätigt, dass sich die Reaktionen von Menschen und Mäusen beispielsweise auf Verletzungen und Entzündungen grundlegend unterscheiden. So vertragen Mäuse eine Million Mal mehr Bakterien als der Mensch, bevor sie an einer Blutvergiftung sterben.

Mehr als ein Drittel aller Tierversuche geht auf das Konto der Grundlagenforschung, wo beispielsweise untersucht wird, was im Hirn von Mäusen passiert, die beim Geruch von Fuchskot vor Schreck erstarren oder wie lange Möwen hungern können. Bei dieser zweckfreien Forschung gehe es von Vornherein nur um die Stillung der Forscherneugier ohne medizinischen Nutzen.

Die Ärztevereinigung macht mit ihrer Aktionswoche, auf die Dringlichkeit aufmerksam, dass Tierversuche umgehend abgeschafft werden müssen, um eine moderne, ethische Wissenschaft zu etablieren, bei der die Erforschung der Ursachen menschlicher Erkrankungen sowie tierversuchsfreie Methoden mit Zellkulturen und Mikrochips zu relevanten Fortschritten in der Medizin führen.

Anlässlich des Internationalen Tags zur Abschaffung der Tierversuche am 24. April wird weltweit auf das Leid der Tiere in den Labors aufmerksam gemacht. Der Gedenk- und Aktionstag wurde erstmals 1979 begangen und geht auf den Geburtstag von Lord Hugh Dowding zurück, der sich im Britischen Oberhaus für den Tierschutz einsetzte.

Veranstaltungen im Überblick:
02.-25.04. Ausstellung in Döbeln
14.04. Infotag in Bochum
20.04. Großdemo in Berlin (Bündnis Tierschutzpolitik Berlin)
20.04. Mahnwache in Gütersloh
20.04. Aktion in Düsseldorf
20.04. oder 27.04. Infostand in Waldshut
22.04. Ausstellungseröffnung in Erlangen
23.04. Vortrag über Tierversuche in Döbeln
24.04. Podiumsdiskussion Berlin (Bündnis Tierschutzpolitik Berlin)
26.04.-03.05. Ausstellung in Dresden
27.04. Infotag in Braunschweig
27.04. Infostand in Darmstadt
27.04. Aktionstag in Freiburg
27.04. Infostand in Grassau
27.04. Infotag in Köln
27.04. Demo in München
27.04. Infostand in Esch (Luxemburg)
28.04. Aktion gegen Air France am Flughafen Frankfurt
03.05. Aktionstag an der Uni Homburg
04.05. Demo und Infotag in Tübingen

Weitere Informationen:
Aktionstag: www.tag-zur-abschaffung-der-tierversuche.de
Amerkanische Experten stellen Tierversuche in Frage >>




 

19.04.2013

»Warum Tierversuche sinnlos, grausam und gefährlich sind« im Rathaus Foyer Erlangen

Ausstellungseröffnung am 22.4.2013


Was ist ein Tierversuch? Schützt das Tierschutzgesetz die Tiere? Warum werden Tierversuche gemacht? Sind Tierversuche der Grund für medizinischen Fortschritt? Geht es auch ohne Tierversuche? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich ab 23. April eine Ausstellung im Rathaus Foyer Erlangen. Sechzehn reich bebilderte Tafeln informieren sachlich fundiert und stichwortartig prägnant über die Problematik der Tierexperimente. Daneben untermauern ausgelegte Informationsschriften die dargestellten Fakten.

Die Ausstellung wurde von der Arbeitsgruppe Erlangen des bundesweiten Vereins Ärzte gegen Tierversuche in die Hugenottenstadt geholt. Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürger darüber zu informieren, dass im Herzen Erlangens grausame Tierversuche stattfinden. Denn kaum ein Bürger der Stadt ahnt, was hinter den Mauern des zur Universität gehörenden Franz-Penzoldt-Zentrums (FPZ) in der Palmsanlage vor sich geht. Dort leiden und sterben jährlich mindestens 20.000 Tiere für eine fragwürdige Forschung.

Diese sinnlose Quälerei an die Öffentlichkeit zu bringen, ist das Ziel der Erlanger Arbeitsgruppe. Außerdem möchte der Ärzteverein erreichen, dass die für Tierversuche verschwendeten Millionen Steuergelder in die Entwicklung tierversuchsfreier Forschungsmethoden umgewidmet werden.

Zur Eröffnung am Dienstag, den 22. April 2013 sprechen ab 16.15 Uhr Dr. med. vet. Corina Gericke, stellvertretende Vorsitzende von Ärzte gegen Tierversuche und Dr. med. Joachim Wiedmayer, Neurologe und Mitglied der Arbeitsgruppe Erlangen. Alle Interessierten sind hierzu herzlich eingeladen.

Kurz-Info:
Ausstellung »Warum Tierversuche sinnlos, grausam und gefährlich sind«
Ort: Rathaus Foyer, Rathausplatz 1, 91052 Erlangen
Öffnungszeiten: 23. April – 3. Mai 2013, täglich von 9.00 bis 16.00 Uhr (Eintritt frei)
Eröffnungsveranstaltung: 22. April 2013, 16.15 Uhr
Organisation: AG Erlangen der Ärzte gegen Tierversuche e.V.




 

23.04.2013

Internationaler Tag zur Abschaffung der Tierversuche

Aktion gegen Tierversuche in Braunschweig


Die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche lädt am Samstag, den 27. April zu einem Infotag auf dem Braunschweiger Kohlmarkt ein. Gemeinsam mit anderen Tierrechtsgruppen informiert der Verein über Tierversuche und tierversuchsfreie Methoden. Anlass ist der Internationale Tag zur Abschaffung der Tierversuche, in dessen Rahmen dieses Jahr Demos, Mahnwachen, Infostände und andere Aktionen in 17 deutschen Städten stattfinden.

In deutschen Laboratorien leiden und sterben jährlich fast drei Millionen Wirbeltiere. „In Braunschweig finden grausame Tierversuche unter dem Deckmantel des medizinischen Fortschritts vor allem am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) statt“, erklärt Dr. med. vet. Corina Gericke, Vize-Vorsitzende des Vereins Ärzte gegen Tierversuche. Bis zu 35.000 Mäuse warten dort auf ihren qualvollen Tod. Unter anderem werden Blutvergiftung, Lungenentzündung oder Infektionen bei den Mäusen ausgelöst.

»Solche Experimente sind nicht nur grausam, sondern auch wissenschaftlich unsinnig«, weiß Tierärztin Gericke. Eine Übertragbarkeit der Ergebnisse vom Tier auf den Menschen ist nicht möglich. So hat eine erst kürzlich in dem Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences erschienene Studie von 39 US-amerikanischen und kanadischen Forschern bestätigt, dass Mäuse und Menschen sich in ihrer Reaktion auf verschiedene Verletzungen und Entzündungen ganz wesentlich voneinander unterscheiden. Mäuse vertragen eine Million Mal mehr Bakterien als der Mensch, bevor sie an einer Blutvergiftung sterben.

Tierversuchsdaten seien für die Anwendung beim kranken Menschen vollkommen nutzlos, heißt es von Seiten der Ärzte gegen Tierversuche. Es handele sich um reine, zweckfreie Grundlagenforschung. Dabei werden komplexe Krankheiten des Menschen auf einzelne Symptome reduziert und in sogenannten »Tiermodellen« nachgeahmt. Maßgebliche Unterschiede zwischen Tier und Mensch sowie die Ursachen der Krankheitsentstehung werden bei dieser Art der Forschung völlig außer Acht gelassen. Ergebnisse aus Studien mit Tieren sind daher irreführend und tragen nichts zum Verständnis über menschliche Krankheiten oder gar deren Heilung bei.

Die Aktivisten fordern, dass öffentliche Gelder nicht länger für tierexperimentelle Forschung verschwendet werden. Das HZI soll zu einem Exzellenzzentrum für innovative, tierversuchfreie Methoden umgewandelt werden. Im Gegensatz zum Tierversuch können mit der Forschung an menschlichen Zellen, Mikrochips und Computersimulationen auf den Menschen anwendbare Ergebnisse gewonnen werden.

Beim Infotag auf dem Kohlmarkt informieren außerdem die Gruppen Tier-Time und BS vegan über gesunde vegane Ernährung und das vegane Cafe Micky & Molly sorgt für kulinarische Köstlichkeiten.

In der Woche um den Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche am 24. April wird weltweit auf das Leid der Tiere in den Labors aufmerksam gemacht. Der Gedenk- und Aktionstag wurde erstmals 1979 begangen und geht auf den Geburtstag von Lord Hugh Dowding zurück, der sich im Britischen Oberhaus für den Tierschutz einsetzte.

Veranstaltung im Überblick:
Infotag in Braunschweig zum Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche
Wann: Samstag, 27. April 2013, 11-18 Uhr
Wo: Kohlmarkt, Braunschweig
Teilnehmende Gruppen: Ärzte gegen Tierversuche, Tier-Time, BS vegan, Veganes Cafe Micky & Molly

Weitere Information:
Stellungnahme zu den Tierversuchen am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) >>
Bundesweite Aktionswoche >> 
Amerikanische Studie stellt Tierversuche in Frage >> 




 

23.04.2013


Kurzfristig abgesagt wegen Dauerregens! Termin wird nachgeholt.


Freiburger Tierrechtler protestieren gegen Tierversuche

Aktionstag gegen Tierversuche


Die Tierrechts-Initiative Freiburg e.V. (TIF) lädt gemeinsam mit anderen Gruppen* am 27. April 2013 ab 10 Uhr in der Innenstadt zu einem Aktionstag anlässlich des Internationalen Tags zur Abschaffung der Tierversuche ein. Die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche unterstützt die Aktion vor Ort.

Mit Infoständen und Transparenten wollen die Tierrechtler ihre Mitmenschen darauf aufmerksam machen, dass an zahlreichen Instituten der Stadt hinter verschlossenen Türen Tierversuche stattfinden. Baden-Württemberg führt die Negativrangliste grausamer und rückschrittlicher Forschung an. Von den rund 3 Millionen Tieren, die in Deutschland pro Jahr in Tierversuchen leiden und sterben, entfallen mit über 580.000 Tieren fast 20 % allein auf Baden-Württemberg.

In der Freiburger Chirurgischen Klinik des Universitätsklinikums beispielsweise wird an Mäusen untersucht, ob genmanipulierte Stammzellen von neugeborenen Ratten die Heilung eines künstlich ausgelösten Herzinfarkts bei erwachsenen Ratten beschleunigen können. Die Experimentatoren merken selbst an, dass die Verwendung von Stammzellen klinisch nicht umsetzbar ist. Im Department für Orthopädie und Traumatologie des Universitätsklinikums werden bei Schafen mehrere Lendenwirbeln chirurgisch miteinander verbunden. Nach 24 Wochen werden die Tiere getötet. Da Schafe im Gegensatz zum Menschen auf vier Beinen laufen, sind die Belastung der Knochen und Bewegungsabläufe ganz anders und die Beobachtungen somit nicht auf den Menschen übertragbar. Um die Mechanismen bei der Krankheitsentstehung von Nierenschäden bei alten Mäusen zu ergründen, werden an der Nephrologischen Abteilung des Universitätsklinikums genmanipulierten Mäusen Substanzen in die Bauchhöhle injiziert, die die Nierenkörperchen schädigen. Vollkommen unberücksichtigt bleiben die Ursachen der menschlichen Erkrankung sowie die Tatsache, dass der Stoffwechsel von Maus und Mensch unterschiedlich ist, was die Ergebnisse klinisch irrelevant macht.

Dennoch finden selbst solch groteske Versuchsanordnungen unter dem Deckmantel des medizinischen Fortschritts statt. Eine Übertragbarkeit der Ergebnisse vom Tier auf den Menschen ist nach Aussage der Ärztevereinigung nicht möglich. So vertragen Schafe Arsen in großen Mengen, für den Menschen dagegen ist es tödlich. Penicillin ist schädlich für Meerschweinchen und Hamster, kann für den Menschen dagegen lebensrettend sein. Studien zur krebsauslösenden Wirkung von Substanzen haben ergeben, dass selbst zwischen Ratte und Maus nur eine Übereinstimmung von 57% besteht.

2005 hatte die TIF in einer Großdemo gegen die Tierversuche in Freiburg protestiert und der Stadt über 20.000 Unterschriften von Freiburger Bürgern überreicht. Die Aktivisten fordern gemeinsam mit der Ärztevereinigung von Stadt und Universität, umgehend auf eine ethische und moderne Wissenschaft ohne Tierversuche umzusteigen. Steuergelder sollen ihrer Ansicht nach lieber in innovative tierversuchfreie Methoden umgewidmet werden, anstatt weiterhin für grausame und unsinnige tierexperimentelle Forschung zu verschleudern. Im Gegensatz zum Tierversuch können mit der Forschung an menschlichen Zellen, Mikrochips und Computersimulationen auf den Menschen anwendbare Ergebnisse gewonnen werden.

Mit ihrer Faltblattreihe ‚Tierversuche im Brennpunkt’ dokumentiert die Ärztevereinigung Tierversuche in einer bestimmten Stadt, darunter auch Freiburg, und zeigt die Notwendigkeit einer tierversuchsfreien Forschung im Interesse von Mensch und Tier auf. In seiner Internet-Datenbank dokumentiert der Verein Tausende von in Deutschland durchgeführten Tierversuchen. Alle Beschreibungen basieren auf den Original-Veröffentlichungen der Tierexperimentatoren.

*teilnehmende Gruppen: TIF/Ärzte gegen Tierversuche, Vebu - Regionalgruppe Freiburg, AKUT, Tierschutzpartei, Aktiv für Tiere, Animals Liberty

Veranstaltung im Überblick:
Aktionstag in Freiburg zur Abschaffung der Tierversuche
Wann: Samstag, 27.4.2013, 10-18 Uhr
Wo: Bertoldstraße zwischen Aspekt und Walthari und weitere Standorte in der Fußgängerzone

Weitere Information:
Tierrechts-Initiative Freiburg >>

Faltblatt Tierversuche im Brennpunkt: Freiburg >>

Bundesweite Aktionswoche >>




 

23.04.2013

Internationaler Tag zur Abschaffung der Tierversuche

Demo gegen Xenotransplantation in München


Anlässlich des Internationalen Tags zur Abschaffung der Tierversuche lädt die AG München der bundesweiten Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche am 27. April zu einer Demo durch die Münchner Innenstadt ein. Die Veranstaltung, die schwerpunktmäßig die Xenotransplantationsforschung der LMU anprangert, ist Teil einer bundesweiten Aktionswoche, in deren Rahmen in 20 Städten Deutschlands Aktionen wie Infostände, Mahnwachen, Ausstellungen und Vorträge gegen Tierversuche stattfinden.

München führt laut einer Auswertung der Ärzte gegen Tierversuche die unrühmliche Liste der Tierversuchshochburgen Deutschlands an. In zahlreichen Instituten der Ludwig-Maximilians-Universität und der Technischen Universität leiden und sterben jedes Jahr Zigtausende Tiere. Öffentliche zugängliche Angaben zu den tatsächlichen Tierzahlen gibt es nicht.

Besonders qualvolle und ethisch umstrittene Tierversuche finden seit mindestens 15 Jahren am Institut für Chirurgische Forschung am Klinikum Großhadern der LMU statt. Im Rahmen der Xenotransplantationsforschung werden hier Organe von genmanipulierten Schweinen auf Affen verpflanzt.

»Schweine werden auf entwürdigende Weise zu Organfabriken degradiert. Die Affen als Organempfänger sterben qualvoll innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen an der Abstoßungsreaktion«, so Dr. med. vet. Corina Gericke, Vizevorsitzende der Ärztevereinigung. Die Xenotransplantation soll den Mangel an Spenderorganen ausgleichen, doch sie überschreitet nach Ansicht des Ärztevereins ethische Grenzen und »gehört zu den schlimmsten Auswüchsen der heutigen biomedizinischen Forschung.«

Neben der ethischen Problematik birgt die Verpflanzung von Tierorganen zudem ein unkalkulierbares Risiko für Patienten durch die mögliche Übertragung von Krankheitserregern. Zudem ist zu befürchten, dass die Menschen bei unbegrenzt zur Verfügung stehenden Ersatzteilen noch sorgloser mit ihrer eigenen Gesundheit umgehen. »Die Xenotransplantationsforschung entfernt die Medizin immer weiter von ihrer eigentlichen Aufgabe, Krankheiten vorzubeugen, zu behandeln und zu heilen und dabei den Patienten in seiner Gesamtheit in den Mittelpunkt zu stellen«, ist sich Gericke sicher.

Mit der Demo wollen die Ärzte gegen Tierversuche ihrer Forderung Nachdruck verleihen, dass Tierversuche im Allgemeinen und Xenotransplantationsforschung im Besonderen umgehend zu stoppen sind, um eine moderne, ethische Wissenschaft zu etablieren, bei der die Erforschung der Ursachen menschlicher Erkrankungen mit dem Ziel, Krankheiten zu verhindern sowie tierversuchsfreie Methoden mit Zellkulturen und Mikrochips zu relevanten Fortschritten in der Medizin führen.

In der Woche um den Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche am 24. April wird weltweit auf das Leid der Tiere in den Labors aufmerksam gemacht. Der Gedenk- und Aktionstag wurde erstmals 1979 begangen und geht auf den Geburtstag von Lord Hugh Dowding zurück, der sich im Britischen Oberhaus für den Tierschutz einsetzte.

Kurzinfo zur Demo:
Treffpunkt: Samstag, 27. April 2013, 11.45 Uhr Karlsplatz/Stachus, München, Abmarsch 12.30 Uhr

Weitere Informationen:
Aktionswoche >>
Tierversuchshochburgen >>
Xenotransplantation >>
AG München >>




 

23.04.2013

Tierversuche gefährden Ihre Gesundheit!


Der Kölner Wallrafplatz wird zum Tierversuchslabor


Anlässlich des »Internationalen Tags zur Abschaffung der Tierversuche« lädt die Arbeitsgruppe Köln des bundesweiten Vereins Ärzte gegen Tierversuche zusammen mit befreundeten Tierschutzgruppen am Samstag, den 27.04.2013 zu einem Infotag auf den Wallrafplatz ein. Der Höhepunkt wird die Simulation eines Tierversuchslabors mit Kindern sein, welche vom Verein Schüler für Tiere durchgeführt wird.

In Köln und Umgebung finden Tierversuche in großem Stil statt. So führte alleine die Firma Bayer in 2011 Versuche an rund 200.000 Tieren durch. Dies entspricht fast 7% der bundesweit verwendeten Tiere, nahezu der Hälfte aller Tierversuche in Nordrhein-Westfahlen (456.352) und mehr als der Gesamtzahl aller im gleichen Jahr in Österreich verwendeten Tiere (191.288).

»Wir wollen nicht länger hinnehmen, dass Köln ein Zentrum der Tierversuchsindustrie ist und diesen Forschungszweig weiter ausbaut«, sagt Claus Kronaus von der AG Köln des bundesweiten Vereins Ärzte gegen Tierversuche. Die Tierversuchsgegner kritisieren, dass riesige Summen an öffentlichen Geldern für neue Tierversuchslabore verschwendet werden, in Köln etwa für das Max-Planck-Institut für die Biologie des Alterns oder für das CECAD (Cologne Excellence Cluster on Cellular Stress Responses in Aging-Associated Diseases).

In den Einrichtungen werden hauptsächlich gentechnisch veränderte Mäuse verwendet, vorgeblich, um die biologischen Prozesse des Alterns beim Menschen zu ergründen. Tatsächlich jedoch handelt es sich um zweckfreie Grundlagenforschung ohne medizinischen Nutzen. Weder lassen sich die komplexen Vorgänge des Alterns beim Menschen, noch dessen Krankheiten im Tierversuch erforschen. Schon allein aufgrund der Unterschiede in Stoffwechsel, Körperbau und Lebensweise ist eine Übertragung der Ergebnisse vom Tier auf den Menschen ein unkalkulierbares Risiko. Zahlreiche wissenschaftliche Studien und Medikamentenskandale belegen dies immer wieder aufs Neue. Allein in Deutschland sterben pro Jahr mindestens 58.000 Menschen an den Folgen von Nebenwirkungen tierversuchserprobter Arzneimittel.

Die Tierversuchsindustrie ist ein gigantischer Industriezweig – allein Mäuse erbrachten 2011 einen Umsatz von bis zu 1,5 Milliarden Euro. Alle Steuerzahler finanzieren die Tierversuche in geschätzter Milliardenhöhe mit – meistens ohne es zu wissen. Für tierversuchsfreie Methoden wie Forschung mit Zellkulturen, Computersimulationen oder Mikrochips wird dagegen von der Bundesregierung jährlich nur ein kümmerlicher Betrag von ca. 4 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

»Anstatt weiterhin auf Tierversuche zu setzen, müssen im Sinne von Mensch und Tier Ursachenforschung, Vorbeugung und der Einsatz tierversuchsfreier Methoden in den Fokus der Forschung rücken, um eine ethische und fortschrittliche Medizin und Wissenschaft zu etablieren«, so Kronaus abschließend.

In der Woche um den 24. April wird weltweit auf das Leid der Tiere in den Laboren aufmerksam gemacht. Der Gedenk- und Aktionstag wurde erstmals 1979 in Großbritannien begangen und geht auf den Geburtstag von Lord Hugh Dowding zurück, der sich im Britischen Oberhaus für den Tierschutz einsetzte.

Kurzinfo:
Wann: Samstag 27.04.2013, 11-18 Uhr
Wo: Kölner Wallrafplatz

Teilnehmende Gruppen:


Weitere Informationen:
Informationen zum Hintergrund dieses Gedenktages und zu den bundesweiten Aktionen >>

Faltblatt über Tierversuche in Köln (pdf) >>

Ärzte gegen Tierversuche - AG Köln >>




 

29.04.2013

Internationaler Tag zur Abschaffung der Tierversuche


Aktion gegen Tierversuche an der Uni Homburg


Die AG Saarland der bundesweiten Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche informiert am Freitag, den 3. Mai vor der Universität Homburg über Tierversuche. Anlass ist der Internationale Tag zur Abschaffung der Tierversuche, in dessen Rahmen dieses Jahr Demos, Mahnwachen, Infostände und andere Aktionen in 16 deutschen Städten stattfinden.

Allein im Jahr 2011 wurden in Deutschland rund 3 Millionen Tiere in Versuchen verwendet, mehr als doppelt so viel wie noch 1995. Das Saarland mit seiner Universität in Homburg hat gar eine Steigerung um das 6-fache zu verzeichnen. Während im Jahr 2002 rund 4.800 Tiere verbraucht wurden, waren es 2011 fast 27.000, davon rund 10.000 genmanipulierte Mäuse.

Die dramatisch steigenden Tierversuchszahlen sind vor allem auf die zweckfreie Grundlagenforschung und hier die Gentechnik zurückzuführen. Dabei werden im Erbgut von Mäusen Gene an- und abgeschaltet, angeblich, um menschlichen Krankheiten auf die Spur zu kommen. Die meisten Krankheiten des Menschen sind laut Aussage der Ärzte gegen Tierversuche aber nicht genetisch bedingt, sondern großenteils durch unsere Lebensweise wie Rauchen, fleischreiche Ernährung, Stress und Bewegungsmangel beeinflusst. So wurden genmanipulierte Krebsmäuse schon millionenfach „geheilt“, aber am Menschen erprobt, versagten alle potentiellen Mittel.

Der Ärzteverein hat Tausende Artikel aus Fachzeitschrift ausgewertet, in denen Tierversuche beschrieben werden. So wurden an der Klinik für Trauma-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der Uni Homburg Mäusen die Knochen gebrochen, um den Zusammenhang zwischen Vitamin B12-Mangel und Knochenheilung zu ergründen. An der Klinik für Neurochirurgie wurden bei Ratten künstlich Symptome der Multiple Sklerose hervorgerufen. Die Tiere litten an Lähmungen der Hinterbeine und des Schwanzes, einer Entzündung des Sehnervs und eines Schwunds der Nervenzellen in der Augennetzhaut.

Neben der ethischen Unvertretbarkeit sind Tierversuche nach Ansicht des Ärztevereins vor allem auch irrelevant für den medizinischen Fortschritt. Grund hierfür ist die mangelhafte Übertragbarkeit der Ergebnisse vom Tier auf den Menschen. So ist es vollkommen widersinnig, die Symptome einer so komplexen Krankheit wie Multiple Sklerose im so genannten ›Tiermodell‹ nachahmen zu wollen. »Das ist reine Neugierforschung ohne jeglichen klinischen Bezug«, sagt Werner Wadle, Sprecher der AG Saarland.

Die Gruppe will mit ihrer Aktion auf die Dringlichkeit aufmerksam machen, dass Tierversuche umgehend abgeschafft werden müssen, um eine moderne, ethische Wissenschaft zu etablieren, bei der die Erforschung der Ursachen menschlicher Erkrankungen sowie tierversuchsfreie Methoden mit Zellkulturen und Mikrochips zu relevanten Fortschritten in der Medizin führen.

Anlässlich des Internationalen Tags zur Abschaffung der Tierversuche am 24. April wird weltweit auf das Leid der Tiere in den Labors aufmerksam gemacht. Der Gedenk- und Aktionstag wurde erstmals 1979 in Großbritannien begangen.

Kurzinfo zum Aktionstag
Freitag, 3. Mai 2013, 8-16 Uhr
Uni-Klinik Homburg, Freifläche hinter der Pforte
Infostand der AG Saarland der Ärzte gegen Tierversuche e.V.

Weitere Informationen zur Aktionswoche >>

Quellen zu den genannten Tierversuchen
R. Fairless et al.: Preclinical retinal neurodegeneration in a model of multiple sclerosis. The Journal of Neuroscience 2012: 32(16), 5585-5597
J.H. Holstein et al.: Deficiencies of folate and vitamin B12 do not affect fracture healing in mice. Bone 2010: 47(1), 151-155




 

29.04.2013

REACH-Erfolg!


120 Kaninchen vor Chemikaliengifttod bewahrt


Ein grausamer 90-Tage Giftigkeitstest an 120 Kaninchen, den ein Chemieunternehmen im Rahmen der EU-Richtlinie REACH vornehmen sollte, muss doch nicht durchgeführt werden. Die Firma hatte gegen die Auflage, Kaninchen ein Kühlmittel einatmen zu lassen, Beschwerde eingelegt und nun Recht bekommen. Die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche und ihr Dachverband, die Europäische Koalition zur Beendigung von Tierversuchen (ECEAE) hatte den Einspruch durch eigene Gutachten und Stellungnahmen unterstützt.

Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche freut sich mit seinen europäischen Partnern über diesen Erfolg. In ihrer Begründung führte die Beschwerdekammer der Chemikalienbehörde ECHA ausdrücklich einige juristische und toxikologische Argumente an, die die ECEAE vorgetragen hatte. Das toxikologische Gutachten hatte Dr. Wolfgang Stengel, der bei der Ärztevereinigung für das REACH-Projekt zuständig ist, zusammen mit einem Kollegen aus Großbritannien erstellt.

Die ECEAE hatte der Beschwerdekammer bereits im Jahr 2011 ihre Stellungnahme vorgelegt, die die Unzuverlässigkeit des geforderten Tierversuchs belegt, und war durch Dr. Katy Taylor, wissenschaftliche Mitarbeiterin der ECEAE, bei der Anhörung zu diesem Fall vertreten.

Die Firma Honeywell sollte nach dem Willen der ECHA für ein Kühlmittel, das in Klimaanlagen von Autos verwendet wird, einen 90-Tage-Inhalationstest an 120 Kaninchen durchführen. Honeywell hatte bereits alle standardmäßig geforderten Daten vorgelegt, darunter eine 90-Tage-Studie an Ratten und auch Daten aus Versuchen an schwangeren Kaninchen. Da hierbei einige Kaninchen starben, ordnete die ECHA zur weiteren Untersuchung einen 90-Tage Test an. Gemeinsam mit der Firma DuPont, die das Kühlmittel ebenfalls herstellen möchte, hat Honeywell mit Unterstützung der ECEAE Beschwerde gegen die von der ECHA geforderten Tierversuche eingelegt.

Die Beschwerdekammer kam zu dem Ergebnis, dass die ECHA die Grundprinzipien von REACH verletzt hat, welche Tierversuche nur als letzte Möglichkeit zulassen, und die Entscheidung somit unverhältnismäßig war. Die vorhandenen Informationen ergäben keinen Hinweis auf den von der ECHA zunächst vorgebrachten Verdacht, das Mittel könne möglicherweise die Fortpflanzung schädigen oder Krebs auslösen. Die ECHA habe weiterhin unter anderem versäumt, adäquat zu prüfen, ob die Versuche geeignet sind, relevante Erkenntnisse zu liefern. So gibt es bislang nur sieben 90-Tage-Inhalationsstudien an Kaninchen, die in den letzten 20 Jahren durchgeführt worden sind. Zudem gilt dieser Test als besonders grausam. Die Tiere werden in Röhren fixiert und müssen täglich mehrere Stunden lang das Gas zwangsweise einatmen. Dies und die fehlenden Erfahrungswerte hielten die ECHA jedoch nicht davon ab, einen 90-Tage-Inhalationstest an Kaninchen zu fordern.

Die Entscheidung der Beschwerdekammer, einen von der ECHA geforderten Tierversuch als nicht zulässig zu beurteilen, ist bislang die erste dieser Art und ist voraussichtlich wegweisend für künftige Fälle. Die ECHA muss nun eine Neubewertung unter Berücksichtigung der Vorgaben der Beschwerdekammer vornehmen.

Die Ärztevereinigung bedauert, dass die für das Kühlmittel zuvor durchgeführten Tierversuche nicht verhindert werden konnten, ist aber froh über den Erfolg, 120 Kaninchen einen qualvollen Gifttod erspart zu haben. Der Verein wird gemeinsam mit seinem europäischen Dachverband weiterhin darauf hinarbeiten, Tiere vor grausamen und wissenschaftlich unsinnigen Giftigkeitstests zu bewahren.

Die EU-Chemikalien-Verordnung REACH fordert die Nachtestung Tausender Altchemikalien, die schon lange im Umlauf sind. Bis 2018 sollen diese auf ihre Giftigkeit überprüft werden, größtenteils in Tierversuchen.

Das Projekt wird unter anderem von »animal 2000 - Tierversuchsgegner Bayern« unterstützt.

Weitere Informationen:
REACH: grausame und sinnlose Chemikalien-Tierversuche >>




 

30.04.2013

Undercover-Recherche an einer britischen Uni


Der grauenhafte Alltag in einem Tierversuchslabor


Die britische Union zur Abschaffung von Tierversuchen, BUAV, belegt mit einer aktuellen verdeckten Recherche erneut das Grauen der Tierversuche. Die neuesten Aufnahmen zeigen die Realität an einer britischen Hochschule. Ein verdeckter Ermittler der BUAV arbeitete sieben Monate am Imperial College London, das den Ruf einer der weltbesten Hochschulen hat. Als wären die Tierversuche selbst nicht schon schlimm genug, führten Inkompetenz und Fehlverhalten des Personals zusätzlich zu noch mehr Leid bei den Tieren. So wurden unzureichende Betäubungen oder Schmerzmittel verabreicht und die Tiere wurden auf inadäquate Weise getötet.

Die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche ist überzeugt, dass dies kein Einzelfall ist und dass es solche Zustände auch an deutschen Tierversuchsinstituten gibt. Dr. med. vet. Corina Gericke, Vizevorsitzende der Ärztevereinigung zollt der britischen Partnerorganisation BUAV Respekt für die erneuten filmischen Belege. »Nur durch solche Undercover-Aktionen ist an authentische Aufnahmen aus den hermetisch abgeriegelten Labors zu kommen«. Denn obwohl Tierversuche größtenteils aus öffentlichen Geldern finanziert werden, finden diese unter strengster Geheimhaltung statt.

Die britische Regierung und die Tierversuchsindustrie behaupten stereotyp, dass Großbritannien bei Tierversuchen einen der höchsten Standards der Welt hat. Dennoch gibt es keinerlei Transparenz, laufen Tierversuche im Verborgenen ab. Wie viele verdeckte Recherchen der BUAV zuvor, wirft auch diese einen Blick hinter die vorgeblich saubere Fassade einer der renommiertesten Universitäten und sie belegt ein völlig unzureichendes Kontroll- und Genehmigungssystem durch das Home Office, die in Großbritannien für Tierversuche zuständige oberste Behörde.

Am Imperial College werden Mäuse und Ratten chirurgisch verstümmelt, es werden Nierentransplantationen und Hirnoperationen durchgeführt, den Tieren werden Kanülen in das Gehirn einoperiert, so dass Testsubstanzen über einen längeren Zeitraum direkt in das Hirngewebe injiziert werden können. Den Tieren wird wiederholt eine lange Schlundsonde durch die Speiseröhre bis in den Magen geschoben, um Testsubstanzen zu verabreichen. Die Tiere müssen bis zur Erschöpfung auf einem Laufband laufen. Wenn sie nicht mehr können, werden sie mit Elektroschocks weiter zum Laufen getrieben.

Tiere bluteten aus Kopf- oder Bauchwunden, sie litten an Durchfall, Apathie, Unterkühlung oder 40% Gewichtsverlust. Viele Tiere starben während oder nach einer Operation. Als Tötungsmethoden wurden Kohlendioxidvergiftung, Köpfung mit einer Guillotine oder Genickbruch eingesetzt. Bei letzterem wird eine Metallplatte auf den Nacken eines auf dem Tisch liegenden Tieres gedrückt, bis die Halswirbelsäule bricht. Die BUAV fordert von der britischen Regierung eine eingehende Untersuchung der dokumentierten Missstände.

Die Ärzte gegen Tierversuche dokumentieren in ihrer Internetdatenbank www.datenbank-tierversuche.de Beschreibungen von Tausenden in Deutschland durchgeführten Tierversuchen. Die Daten basieren auf Artikeln aus Fachzeitschriften und lassen aufgrund der nüchternden Fachsprache das tatsächliche Leid der Tiere nur erahnen. Tierärztin Gericke weiß, dass alle der am Imperial College dokumentierten Tierversuche dutzendfach auch in Deutschland durchgeführt werden und die Tötungsmethoden auch hier Routine sind. »Tierversuche in Deutschland sind keinen Deut besser als das, was in diesem Video zu sehen ist«, so Gericke abschließend.

Weitere Infos:
Videofilm und weitere Infos auf Englisch auf der Website der BUAV >>
(Achtung! Die Aufnahmen zeigen zum Teil extreme Grausamkeiten)

Bitte bei der Online-Petition mitmachen >> 


Die dokumentierten Hauptmängel:


Bei der Genehmigung von Tierversuchen wurde der Schwergrad zu niedrig eingestuft. Die Experimente wurden als ›gering‹ eingestuft, selbst wenn klar war, dass die Tiere sterben würden und das zu erwartende Leid als ›schwer‹ hätte klassifiziert werden müssen. In einem Fall wurden Nieren verpflanzt, an sich schon ein schwerwiegender Eingriff. Einigen Ratten wurden beide Nieren entfernt und sie mussten mit nur einer transplantierten Niere auskommen.

Mangelnde Überwachung führte zu Tierleid und das Gebot, den Todeskampf eines Tieres durch Tötung abzukürzen (so genannter »humaner Endpunkt« wurde wiederholt missachtet. In einem Fall wurden am Montagmorgen schwer leidende Mäuse gefunden. Ein leitender Tierpfleger sagte: »Ich bin entsetzt. Die armen Mäuse. Wenn das das Home Office sehen würde, wären wir im A***«.

Forscher hatten weder Ahnung von der Klassifizierung der Schwergrade, noch von einer »humanen Tötung«, die sie hätten anwenden müssen. Auf Nachfrage wegen der Schwergrad-Einstufung wollte ein Forscher erst mal einen Freund anrufen. Defizite bei solchen Grundlagen können dazu führen, dass den Tieren noch mehr Leid und Schmerzen zugemutet werden als ohnehin schon.

Mängel bei der Tötung führten zu zusätzlichem Leid. So wurden lebende Tiere mit einer Guillotine geköpft.

Stümperhaft durchgeführte chirurgische Eingriffe führten zu zusätzlichem Leid oder dem Tod der Tiere. Ein Forscher sagte beispielsweise über einen Kollegen: »Ich denke, du solltest … im Auge behalten. Er macht viele Fehler«.

Unerfahrene Experimentatoren führten allein Narkosen und Operationen durch. Ein Forscher, der eine Ratte narkotisierte, um eine Operationswunde noch einmal zu verschließen, gab zu: »Ich habe das noch nie zuvor gemacht. Ich bin hier gestern zum ersten Mal hergekommen und habe diese Ratten noch nie zuvor gesehen«.

Tiere wurden unzureichend betäubt und mit Schmerzmitteln versorgt. Mehrmals kam es vor, dass Tiere während einer Operation schlecht betäubt waren – entweder wegen mangelnder Narkoseüberwachung, Verwendung ungeeigneter Narkosemittel oder sogar absichtlich, aus Angst zu viel zu geben und das Tier versehentlich zu töten. Ein Forscher, der an einem Freitagnachmittag nicht darauf warten wollte, dass eine Ratte aus der Narkose erwacht, sagte: »Ich gebe ihr nicht die volle Dosis. Solange es genug ist, dass sie nicht ganz weg ist, aber auch nicht zu viel Schmerzen hat«.

Im ganzen Gebäude wurde ständig laute Popmusik gespielt, was für die Tiere zusätzlichen Stress bedeutete. Die Musik war sogar bei Operationen und während der Aufwachphase der Tiere an.




 

03.05.2013

Schweizer Bundesgericht urteilt:

Tierleid für Botox-Testung darf nicht verschwiegen werden


Der Verein Ärzte gegen Tierversuche lobt die Entscheidung des Schweizer Bundesgerichts, das vor wenigen Tagen ein für den Tierschutz bahnbrechendes Urteil gefällt hat. Demnach hätte das Schweizer Fernsehen in einer Sondersendung das mit der Botoxtestung verbundene Tierleid nicht einfach verschweigen dürfen.


Bereits Anfang Januar 2012 wurde vom Gesundheitsmagazin „Puls“ des Schweizer Fernsehens eine Sondersendung zu Botox ausgestrahlt. Der Verein gegen Tierfabriken Schweiz hatte Beschwerde eingelegt, da die Tierqual, die mit der Produktion und Testung von Botulinumtoxinprodukten einhergeht, vollständig unerwähnt geblieben war.

Das Bundesgericht bestätigte dies nun in seinem aktuellen Urteil und befand, dass ein Zuschauer davon ausgehen muss, in der Fernsehsendung alle relevanten Informationen über Botox zu erhalten. Hierzu gehören auch die Giftigkeitstests, die für den Faltenglätter jedes Jahr an Hunderttausenden Mäusen durchgeführt werden. Die Testsubstanz wird hierfür Mäusen in die Bauchhöhle gespritzt. Für die Tiere folgt ein Todeskampf mit Krämpfen, Lähmungen, und Atemnot, der sich über mehrere Tage erstrecken kann.

Da die Tierschutzproblematik im Fernsehbeitrag jedoch verschwiegen wurde, kam das Bundesgericht zu dem Ergebnis, dass dieser gegen das Gebot der Sachgerechtigkeit verstoßen hatte.

Es ist zu hoffen, dass dieses Urteil – auch in Deutschland – dazu beiträgt, dass die Medien künftig von ihrer oft einseitigen Berichterstattung zu Gunsten der Tierexperimentatorenlobby absehen und derart wichtige Fakten wie das immense Tierleid nicht einfach ignorieren.

Weitere Information:
Video: Die hässliche Wahrheit über Botox >>
Hintergrundinformation: Botox - Tierqual für eine fragwürdige Schönheit >>




 

16.05.2013

Harry hilft Tieren

Neues Unterrichtsmaterial für die Mittel- und Oberstufe


Mit seinem aktuell ausgearbeiteten Unterrichtsmaterial »Pro oder Kontra Tierversuche: Transparenz – Fakten – Ethik – Erstaunliches« richtet sich der Verein Ärzte gegen Tierversuche speziell an die Altersstufen der 7. bis 12. Klasse. Es trägt zur Transparenz bei Tierversuchen und somit zu Informationsgewinn und Meinungsbildung sowohl bei Jugendlichen als auch Lehrern und Eltern bei.



Im Rahmen des Projektes »Harry hilft Tieren« stehen Unterrichtsmaterialien für Kinder ab 10 Jahren sowie nun aktuell auch für Jugendliche der Mittel- und Oberstufe zur Verfügung, das sich zum Einsatz in unterschiedlichen Fächern eignet. In Form von modifizierbaren Bausteinen werden Vorschläge unterbreitet, wie das Thema Tierversuche beispielsweise mittels Rollenspielen, Einzel- oder Gruppenarbeiten, Diskussionen, Interviews oder anderen Gestaltungsmöglichkeiten behandelt werden kann.

Das Unterrichtsmaterial soll helfen, Kindern und Jugendlichen frühzeitig eine reflektierte Auseinandersetzung mit diesem hoch umstrittenen Thema möglich machen, auch um insbesondere jüngere Kinder mit dem Wissen um so grausame Tatsachen, wie Tierversuche sie verursachen, nicht allein zu lassen.

Wer sich intensiver mit dem Thema Tierversuche auseinandersetzt, wird feststellen, dass die gegenwärtig herrschende Informationslage in anderen Unterrichtsmaterialien und teilweise in den Medien immer noch von einflussreichen und finanzstarken tierexperimentierenden Interessengruppen dominiert wird.

Das Schulmaterial soll Lehrern, Eltern, Kindern und Jugendlichen helfen, solche interessengeleitete Informationen zu erkennen, deren Inhalte zu hinterfragen und sich ein Bild über die tatsächlichen Fakten und Hintergründe des Tierversuchs zu machen.

Weitere Information und Unterrichtsmaterial herunterladen
Unterrichtsmaterial für die Mittel- und Oberstufe (7. bis 12. Klasse) >>




 

22.05.2013

Sechs Jahre Kampf gegen Botox-Tierversuche


Ärzteverein fordert endgültiges Verbot


Vor sechs Jahren startete der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche seine Kampagne zum Verbot der Tierversuche für den Faltenglätter Botox. Trotz der Zulassung einer Zellmethode müssen Mäuse noch immer einen qualvollen Tod für das Nervengift sterben.

Nach Berechnungen des Vereins starben weltweit bislang jedes Jahr über 600.000 Mäuse für die Testung von Botulinumtoxinprodukten, bekannt unter dem Namensgeber Botox. Im Mai 2007 hatte die Ärztevereinigung die Kampagne »Stoppt Botox-Tierversuche!« gestartet und fordert ein Verbot der Experimente und eine rein tierversuchsfreie Testung.

Dank des öffentlichen Drucks, den die Hersteller durch zahlreiche Protestbriefe zu spüren bekamen, ist es gelungen, einen ersten Teilerfolg zu erzielen. Der Markführer Allergan hat eine tierversuchsfreie Zellmethode entwickelt, die im Februar 2012 in der EU zugelassen wurde. Zahlreiche Mäuse werden nun vor einem grausamen Erstickungstod bewahrt. Der britische Hersteller Ipsen sowie die Frankfurter Firma Merz arbeiten eigenen Aussagen zufolge zwar ebenfalls an einer tierversuchsfreien Methode, testen jedoch noch immer ausschließlich an Tieren, was der Ärzteverein für nicht akzeptabel hält.

Mit der Kampagne will der Verein erreichen, dass die Testung der Produkte aller Hersteller vollständig tierversuchsfrei erfolgt und fordert die Firmen zur Kooperation auf, so dass mit der bereits vorhandenen Zellmethode von Allergan auch die Produkte der anderen Hersteller ohne Tierqual gestestet werden können.

Die Firma Ipsen lässt ihre Produkte in England testen, was jährlich mindestens 74.000 Mäusen das Leben kostet. Auf das Konto der Firma Merz gehen mindestens 34.000 Mäuse, die beim Hamburger Tierversuchslabor LPT erstickt werden. Jede einzelne Produktionseinheit wird auf ihre Giftigkeit getestet. Die Testsubstanz wird Mäusen in die Bauchhöhle gespritzt. Der Todeskampf mit Krämpfen, Lähmungen und Atemnot kann mehrere Tage dauern, bis die Tiere schließlich an Atemstillstand sterben.

Im April 2012 überreichte der Verein über 61.000 Unterschriften an die Hamburger Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz, die für die Genehmigung der Tierversuche des LPT zuständig ist. Die Ärztevereinigung sieht in den Tierversuchen einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, welches Tierversuche nicht zulässt, wenn eine andere Methode vorhanden ist.

Weitere Informationen:
Kampagne »Stoppt Botox-Tierversuche!« >> 

Video: »Die hässliche Wahrheit über Botox« >>




 

24.05.2013

Qualvoll und unwissenschaftlich


Ärztevereinigung kritisiert Tierversuche an Fischen


Selbst in Wissenschaftlerkreisen gilt es als erwiesen, dass Fische keine bloßen Reflexmaschinen sind, sondern ein Schmerzempfinden und eine bewusste Wahrnehmung haben, erläutert der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche in seiner neuen Infoschrift. Er widerlegt damit die oft vertretene Meinung, Fische seien gefühllose Wesen, weil sie zu den kaltblütigen Tieren gehören und nicht schreien können und kritisiert Versuche an ihnen als qualvoll und unwissenschaftlich.

Fische belegen mit fast 7 % Anteil an der Gesamttierzahl nach Mäusen und Ratten Platz drei der traurigen Tierversuchsstatistik. Die Zahl der in Tierversuchen verwendeten Fische steigt seit Jahren an. 2011 waren es allein in Deutschland rund 200.000, die für qualvolle und unsinnige Experimente sterben mussten.

Fische werden standardmäßig in Giftigkeitsprüfungen eingesetzt, angeblich um beispielsweise Farben oder Pflanzenschutzmittel für den Menschen sicher zu machen. Aber auch in der per Definition zweckfreien Grundlagenforschung müssen Fische leiden und sterben.

So werden an der Universität Hohenheim Buntbarsche mit unterschiedlichen Futtermischungen gefüttert, um herauszufinden inwieweit die Tiere mit einem Anteil Pflanzenmehl anstelle des in Aquakulturen verwendeten Fischmehls ernährt werden können. Mit einem Schlag auf den Kopf werden die Tiere am Ende getötet, um die Körperzusammensetzung zu untersuchen. »Diese Versuche dienen vorgeblich der Schonung der Fischbestände, tatsächlich jedoch werden Fische missbraucht, um die tierquälerische Fisch-Massentierhaltung noch effektiver und somit lukrativer für die Betreiber zu machen«, kritisiert die Tierärztin Dr. Corina Gericke, Vizevorsitzende der Ärztevereinigung.

Am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven werden Dorsche Kälteschocks ausgesetzt, indem sie plötzlich in eiskaltes Wasser gesetzt werden, um zu untersuchen, inwieweit es zu molekularen Veränderungen bei den Tieren kommt. »Zum bloßen Erkenntnisgewinn einzelner Forscher müssen Fische für grausame und medizinisch-wissenschaftlich abwegige Versuche herhalten«, meint Dipl.-Biol. Silke Bitz, Sprecherin von Ärzte gegen Tierversuche.

In Jena wird Altersforschung mit Prachtgrundkärpflingen betrieben. Es wird untersucht, ob es auch für Fische zutrifft, dass eine verminderte Nahrungszufuhr lebensverlängernd wirkt, wie dies bei Mäusen und Ratten der Fall ist. Die Fische erhalten ihr Leben lang nur jeden zweiten Tag Futter und es wird gezählt, wie viele Tiere sterben. Zudem werden Verhaltenstests durchgeführt. Ein Fisch wird in ein Becken gesetzt, das durch eine Wand mit einem Loch in zwei Hälften geteilt ist. Bei Erscheinen eines Lichts wird das Abteil, in dem der Fisch sich befindet, umgerührt, so dass er in das andere Abteil flüchtet. Die Prozedur wird 50 Mal wiederholt. So soll herausgefunden werden, ob die Tiere den Zusammenhang zwischen Aufleuchten der Lampe und dem Umrühren des Wassers lernen. »Es ist absurd zu glauben, dass man mit Versuchen an Fischen oder anderen Tieren die komplexen Phänomene des menschlichen Alterns ergründen kann«, kommentiert Gericke.

Tierversuche, die nur dem Erkenntnisgewinn von Experimentatoren dienen, sind schon allein aus ethischen Gründen nicht zu akzeptieren. Zudem sind sie für den medizinischen Fortschritt irrelevant, da aufgrund der Unterschiede in Körperbau, Stoffwechsel und Lebensweise die Ergebnisse nicht auf den Menschen übertragbar sind, erläutern die Autorinnen abschießend.

Weitere Informationen:
Faltblatt Versuche an Fischen: Qualvoll und unwissenschaftlich >>




 

04.06.2013

Kampagne gegen Xenotransplantation

Verbot der Übertragung von Schweineorganen auf Affen gefordert


Mit ihrer neuen Kampagne prangert die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche die Xenotransplantationsforschung als einen der »schlimmsten Auswüchse der biomedizinischen Forschung« an und will ein Verbot erreichen. Bei der Xenotransplantation werden Organe von einer Tierart auf eine andere übertragen. In Deutschland werden solche Tierversuche hauptsächlich am Klinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München betrieben. Nach Aussage des Ärztevereins werden Organe von genmanipulierten Schweinen auf Affen transplantiert, die alle qualvoll innerhalb weniger Minuten oder Tage sterben.

Seit mindestens 15 Jahren wird am Institut für Chirurgische Forschung der LMU daran geforscht, Tierorgane auf den Menschen zu verpflanzen, vorgeblich um den Mangel an Spenderorganen auszugleichen. Bei einer Transplantation von einer Tierart auf eine andere kommt es zu massiven Abwehrreaktionen des Körpers. Die Abstoßung des fremden Gewebes versucht man durch Einschleusen von menschlichen Genen in das »Spendertier« in den Griff zu bekommen. Erfolglos, denn die Schweineorgane werden vom »Empfänger« – meist Paviane oder Rhesusaffen - innerhalb kürzester Zeit abgestoßen.

»Diese Tierversuche sind mit entsetzlichem Tierleid verbunden«, weiß Dr. med. vet. Corina Gericke, Vizevorsitzende von Ärzte gegen Tierversuche. »Das Herz oder die Niere bläht sich auf, es kommt zu massiven Blutungen. Die Affen müssen die Zerstörung des Organs durch das eigene Abwehrsystem oft bei vollem Bewusstsein ertragen, bis sie qualvoll sterben.« Es sei ethisch nicht zu rechtfertigen, Tiere zu beliebig manipulierbaren Organfabriken und Testobjekten zu degradieren.

Seit mehr als 20 Jahren wird in diesem Bereich geforscht, ohne dass es zu nennenswerten Fortschritten gekommen ist. Neben der ethischen Unvertretbarkeit und den enormen technischen Hürden sieht der Ärzteverein auch eine Gefahr für den Menschen. Sollte die Verpflanzung von Schweineorganen auf den Menschen jemals Realität werden, kann es zu einer unkontrollierten Ausbreitung von bislang unbekannten Krankheiten kommen. Außerdem ist zu befürchten, dass die Menschen bei unbegrenzt zur Verfügung stehenden Ersatzteilen noch sorgloser mit ihrer eigenen Gesundheit umgehen. »Die Xenotransplantationsforschung entfernt die Medizin immer weiter von ihrer eigentlichen Aufgabe, Krankheiten vorzubeugen, zu behandeln und zu heilen«, mahnt Gericke. »Wissenschaft und Politik müssen endlich erkennen, dass die Übertragung von Tierorganen ein fataler Irrtum ist.« Der Ärzteverein fordert im Sinne einer für Mensch und Tier verantwortungsvollen Medizin ein umgehendes Verbot der Xenotransplantationsforschung.

Weitere Infos
Stellungnahme >> 
Zur Aktionsseite >>




 

06.06.2013

Bundesrat stimmt über Tierversuchsverordnung ab

Letzte Chance für wenigstens minimale Verbesserungen


Am 7. Juni 2013 befasst sich der Bundesrat mit der neuen Tierversuchsverordnung. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche fordert von diesem, der Verordnung nicht zuzustimmen und stattdessen eine grundlegende Überarbeitung in die Wege zu leiten, da der vorliegende Entwurf massiv gegen die im Grundgesetz verankerte Verpflichtung des Staates zum Tierschutz verstößt.

»Die zur Abstimmung stehende Version stärkt die Nutznießer des Tierversuchs, anstatt endlich den Ausstieg aus dem grausamen und wissenschaftlich unsinnigen System einzuleiten«, kritisiert Dipl.-Biol. Silke Bitz, Sprecherin der Ärztevereinigung. Der Verein warnt vehement vor der Zementierung der tierexperimentellen Forschung, da diese ethisch nicht zu rechtfertigen und zudem hinsichtlich des medizinischen Fortschritts ein fataler Irrweg sei.

Die Ärztevereinigung fordert vom Bundesrat, diese letzte Chance zu nutzen, nicht vor der einflussreichen Tierexperimentatorenlobby einzuknicken, sondern sich klar für eine zukunftsfähige Wissenschaft ohne Tierversuche zu bekennen. Sie begrüßt zwar einige der im Mai 2013 vom Agrarausschuss eingebrachten Änderungsvorschläge, die zumindest eine teilweise Verbesserung gegenüber dem Vorhaben der Bundesregierung bedeuten würden, kritisiert jedoch, dass diese nicht weit reichend genug sind. Die Verwendung bestimmter geschützter Arten sowie von Primaten einschließlich Menschenaffen will der Agrarausschuss enger beschränken. Darüber hinaus empfiehlt er ein Verbot von Versuchen an Menschenaffen und solchen, die schweres Leid verursachen. Im Rahmen der rückblickenden Bewertung soll überprüft werden, ob die Leiden, Schmerzen und Ängste der Tiere unter Berücksichtigung ethischer Erwägungen gerechtfertigt sind und Menschen, Tieren oder der Umwelt zugute kommen können. Diese Vorschläge sollen allerdings erst bei der nächsten Änderung der Richtlinie in Angriff genommen werden, was nach Aussage des Ärztevereins Jahrzehnte dauern kann. Der Finanzausschuss und Wirtschaftsausschuss sprechen sich dagegen für eine Zustimmung der Verordnung ohne jede Änderungen aus.

Die Ärztevereinigung hält den vorliegenden Verordnungsentwurf für rechtswidrig und verweist auf ein Gutachten der renommierten Basler Juristin Prof. Dr. iur. Anne Peters, das bestätigt, dass die Bundesregierung die Vorgaben der EU-Tierversuchsrichtlinie nicht im erforderlichen Maße umsetzt und das Staatsziel Tierschutz missachtet wird.

Die EU-Tierversuchsrichtlinie hätte von den Mitgliedstaaten bis zum 10. November 2012 in nationales Recht umgesetzt werden müssen. Im Januar 2012 legte das Landwirtschaftsministerium (BMELV) Entwürfe für ein neues Tierschutzgesetz sowie für eine Tierversuchsverordnung vor, die der Umsetzung der EU-Tierversuchsrichtlinie dienen. Der Bundesrat hat nun die Chance, die vorliegende Tierversuchsverordnung abzulehnen und maßgebliche Verbesserungen im Sinne der tierversuchsfreien Forschung einzubringen.

Weitere Information:

Pressemitteilung vom 15.2.2013 >> 

Hintergrundinfos zur EU-Tierversuchsrichtlinie >>

Umsetzung der EU-Tierversuchsrichtlinie: Deutschland verfehlt Staatszielbestimmung Tierschutz, Altex TIERethik 2/2012 (PDF) >>




 

07.06.2013

Affenhandel für Tierversuche floriert


Mauritius schickt Tausende Primaten in den Tod


Auf der Urlaubsinsel Mauritius boomt der Handel mit Primaten. Allein in diesem Jahr wurden bereits 1.461 Affen exportiert, 96 davon nach Deutschland. 2012 waren es 175 von insgesamt 6.494 Affen. Nach Aussage des bundesweiten Vereins Ärzte gegen Tierversuche müssen die Affen während des Transports schwere Torturen erleiden, um anschließend für abstruse Forschungsvorhaben zu sterben.

Im Jahr 2012 wurden laut Primaten-Exportbericht des Ministeriums für Agro-Industrie und Ernährungssicherheit von Mauritius 6.494 Primaten exportiert und damit 492 mehr als noch im Jahr 2011. Hauptimporteur sind die USA mit 3.266 Tieren, gefolgt von Frankreich und Großbritannien mit jeweils rund 1.000 Tieren. Nach Deutschland wurden im gleichen Jahr 175 Tiere exportiert. Weitere Abnehmerländer sind Spanien, Mexiko, Singapur und Kanada.

Die Affen werden in kleine Holzkisten gepfercht und als Ladung in Passagierflugzeugen verfrachtet. Auf den Langstreckenflügen leiden die Tiere Hunger, Durst, Angst und Stress. Seit Jahren protestieren Tierrechtler dagegen. Zahlreiche Fluggesellschaften sind aufgrund der weltweiten Proteste bereits aus dem grausamen Transportgeschäft ausgestiegen. Air France ist die letzte europäische Fluglinie, die Affen, auch aus Mauritius, transportiert und damit die Tierversuchsindustrie beliefert.

Laut aktueller Statistik der Bundesregierung waren im Jahr 2011 von den insgesamt über 2,9 Millionen in Tierversuchen verwendeten Tieren 1.796 Affen. 118 dieser Affen wurden in der Grundlagenforschung verwendet. Darunter fallen beispielsweise Hirnexperimente an Affen, wie sie in Deutschland in Bremen, Magdeburg, Göttingen und Tübingen jeweils nach dem gleichen Strickmuster praktiziert werden. Die Affen werden in einem Primatenstuhl bewegungslos fixiert, während über in ihr Gehirn eingeführte Elektroden Messungen durchgeführt werden. Durch Durst werden die Tiere gefügig gemacht und erhalten nur dann etwas Flüssigkeit, wenn sie dem Forscherwunsch entsprechend reagieren. Die hauptsächlich am Klinikum Großhadern der LMU München durchgeführte, so genannte Xenotransplantationsforschung verbraucht ebenfalls zahlreiche Affen. Dabei werden Organe von genmanipulierten Schweinen in Affen verpflanzt.

Der größte Teil der Affen, 1.072 Tiere im Jahr 2011, musste ihr Leben in Giftigkeitsprüfungen lassen. Dabei werden beispielsweise Chemikalien oder Wirkstoffe mit einem Schlauch in den Magen gepumpt oder über die Blutbahn verabreicht – oft täglich über mehrere Wochen. Je nach Substanz leiden die Tiere an Apathie, Abmagerung, Durchfall oder Fieber. Derartige Versuche finden in Deutschland vor allem beim Auftragslabor Covance in Münster statt.

Der Verein Ärzte gegen Tierversuche fordert von der Regierung von Mauritius, das blutige Geschäft aufzugeben und Affen nicht länger zu exportieren. Er setzt sich darüber hinaus für eine vollständig tierversuchsfreie Wissenschaft und Forschung ein, die sich Computermodelle und Zellkulturverfahren zu Nutze macht.

Weitere Information:
Rettet die Affen von Mauritius >>

Kampagne NEIN zu Air France >> 

Stoppt Xenotransplantations-Tierversuche! >> 

Tierversuche an Affen >> 




 

12.06.2013

EU: 500.000 Tiere sollen für Chemikalien-Tests sterben

Ärzteverein setzt alles daran, Tierversuche zu verhindern


Das EU-Chemikalien-Testprogramm REACH geht in die zweite Runde. Bis zum 1. Juni 2013 mussten Chemie-Firmen alle Chemikalien registrieren, die in Mengen von 100 bis zu 1000 Tonnen pro Jahr verwendet werden. Von den 2.923 Substanzen soll voraussichtlich ein Viertel in Tierversuchen getestet werden, was schätzungsweise 500.000 Tieren das Leben kosten wird. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche sucht mit seinen Experten nach schon vorhandenen Daten, um so Tierversuche zu verhindern.

Die im Juni 2007 in Kraft getretene REACH-Verordnung sieht vor, dass Zigtausende Chemikalien wie Diesel, Klebstoffe, Industrieöle, Asphalt, Flammschutzmittel, Lacke und Farben, die zum Teil schon seit Jahrzehnten auf dem Markt sind, auf ihre Gefährlichkeit erneut getestet werden. Der Verein Ärzte gegen Tierversuche hatte sich im Vorfeld jahrelang für ein ganz tierversuchsfreies REACH stark gemacht, nicht nur aus Tierschutzgründen, sondern auch, weil die Ergebnisse aus Tierversuchen die Risiken für den Menschen nicht vorhersagen können.

Bis Dezember 2010 mussten alle Chemikalien mit einer jährlichen Produktionsmenge von über 1.000 Tonnen bei der EU-Chemikalienbehörde ECHA registriert werden. Beantragte Tierversuche werden von der ECHA 45 Tage lang veröffentlicht, so dass Dritte nach bereits vorhandenen Daten oder anderen Gründen suchen können, weshalb die Tierversuche nicht durchgeführt werden müssen. Die Ärzte gegen Tierversuche sind in Zusammenarbeit mit ihrem Dachverband, der Europäischen Koalition zur Beendigung von Tierversuchen (ECEAE), europaweit die einzigen Verbände, die diese hochkomplexe Aufgabe wahrnehmen.

Bis zur ersten REACH-Deadline wurden von der Chemie-Industrie 817 Tierversuchsanträge für 480 Substanzen eingereicht. Die Toxikologie-Experten konnten die Anträge für rund die Hälfte dieser Substanzen kommentieren. Wie viele Tiere dadurch vor einem qualvollen Vergiftungstod gerettet werden konnten, lässt sich nicht exakt beziffern, Schätzungen gehen von mindestens 13.000 Ratten, Kaninchen und Fischen aus. Darüber hinaus wurden mehr als 40 Prozent der Tierversuchsanträge aus nicht genau bekannten Gründen von den Herstellern zurückgezogen.

»Da die zweite, jetzt zu Ende gegangene Anmeldefrist fast ebenso viele Chemikalien wie die erste umfasst, ist in den nächsten zwei Jahren mit Hunderten von Tierversuchsanträgen zu rechnen«, sagt Dr. med. Wolfgang Stengel, Toxikologe bei Ärzte gegen Tierversuche. »Eine Riesen-Herausforderung – aber wir werden alles daran setzen, um möglichst viele Tierversuche zu verhindern«.

Bei den in Frage stehenden Tierversuchen werden Chemikalien Kaninchen oder schwangeren Ratten mit einem Schlauch in den Magen gepumpt oder als Stäube der Atemluft zugegeben – jeden Tag, oft über mehrere Wochen, oder die Substanzen werden dem Wasser von Fischen zugesetzt.

Das REACH-Projekt der Ärzte gegen Tierversuche wird unter anderem vom Verein animal 2000 finanziell unterstützt.

Weitere Infos zu REACH >>




 

28.06.2013

Ukraine-Projekt


Neue Internetseite für ein tierleidfreies Studium


Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche betreibt seit Jahren ein äußerst erfolgreiches Osteuropaprojekt, bei dem Institute, hauptsächlich in der Ukraine, mit tierverbrauchsfreien Lehrmethoden ausgestattet werden. Im Gegenzug verzichten diese per Vertrag auf Tierversuche in der studentischen Ausbildung. Um die tierversuchsfreie Lehre noch weiter in den GUS-Staaten zu verbreiten, hat der Verein jetzt eine dreisprachige Website auf Russisch, Ukrainisch und Deutsch veröffentlicht.


In den Ländern der ehemaligen Sowjetunion besteht ein großes Potential, studentische Praktika auf tierverbrauchsfrei umzustellen und damit Zehntausende Tierleben zu retten. Viele Hochschullehrer sind sehr an fortschrittlichen Lehrmitteln aus dem Westen interessiert. Meist mangelt es jedoch an Informationen und Finanzmitteln.

Seit Beginn des Projekts im April 2008 hat der Verein Ärzte gegen Tierversuche Verträge mit 36 Instituten in 15 Städten der Ukraine unterzeichnet. Die Unis erhalten Laptops, Beamer, Multimediaprogramme und Videofilme und verzichten dafür auf Tierversuche in der studentischen Ausbildung. Dadurch werden jedes Jahr rund 35.000 Tiere vor einem qualvollen Tod bewahrt, hauptsächlich Frösche und Ratten, aber auch Mäuse, Kaninchen, Meerschweinchen, Hunde und Katzen. Das Projekt rettet nicht nur direkt Tierleben, sondern lehrt darüber hinaus Studenten einen verantwortungsvollen Umgang mit Tieren.

Außerdem unterstützt der Ärzteverein in Zusammenarbeit mit InterNICHE, dem Internationalen Netzwerk für Humane Ausbildung, Projekte in Russland, Usbekistan und Kirgisien, hat die Entwicklung russischsprachiger Lehrfilme finanziert sowie durch Pressekonferenzen und Medienberichte eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit angestoßen.

»In Deutschland ist dieses Projekt leider nicht möglich. Es mangelt hier nicht an Geld und Informationen, sondern an Einsicht und Willen der verantwortlichen Personen«, bedauert Dr. med. vet. Corina Gericke, Vizevorsitzende der Ärzte gegen Tierversuche und Projektleiterin.

Die neue Projekt-Internetseite in den Sprachen Russisch, Ukrainisch und Deutsch gibt Detailinformationen über die einzelnen Institute, mit denen Verträge geschlossen wurden. Daneben finden sich Informationen über tierversuchsfreie Lehrmethoden sowie Argumente gegen Tierversuche in der Forschung. Ziel ist es, durch das Aufzeigen positiver Erfahrungen weitere Kursleiter zur Umstellung zu motivieren.

Bislang beschränkten sich die Osteuropa-Projekte des Ärztevereins auf das Studium, wo ein direkter Ersatz von Tierversuchen relativ leicht möglich ist. Mit der Internetseite will der Ärzteverein außerdem in Bezug auf Tierversuch in der Forschung Neuland in den russischsprachigen Staaten betreten. »Im Bereich der Forschung ist der Glaube, dass es ohne Tierversuche nicht ginge, stark verwurzelt. Die öffentliche Kritik an der Methode Tierversuch wie sie es bei uns seit mehr als 30 Jahren gibt und die dazu geführt hat, dass zumindest in einigen Bereichen tierversuchsfreie Methoden entwickelt wurden, ist in den ehemaligen Sowjetländern nahezu unbekannt«, erklärt Tierärztin Gericke. »Hier wollen wir mit Artikeln zur Methodenkritik in den Landessprachen erste Denkanstöße geben.«

Weitere Informationen: www.ukraine-projekt.de
 


 

05.07.2013

Bundes- und Landtagswahlen 2013


Ärzteverein zeigt, wie die Parteien zu Tierversuchen stehen


Anlässlich der im September 2013 anstehenden Bundestagswahl sowie der Landtagswahlen in Bayern und Hessen appelliert der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche an die Wähler, mit ihrer Stimme den Regierungsparteien die Quittung für ihre tierfeindliche Politik zu geben und für die neue Legislatur den Parteien eine Chance zu geben, die zumindest für eine Verbesserung des Tierschutzrechts eintreten.


Die Ärztevereinigung hat als Hilfe für die Wahlentscheidung Informationen zusammengestellt, welchen Stellenwert die tierversuchsfreie Forschung für die Parteien im Bundestag sowie im Landtag von Hessen und Bayern hat. Eine Übersicht mit den wesentlichen Aussagen kann als pdf heruntergeladen werden. Zudem empfiehlt er seinen Mitbürgern, die Kandidaten im jeweiligen Wahlkreis zu fragen, was sie in Richtung Ausstieg aus dem Tierversuch unternehmen werden.

„Die derzeitige Bundesregierung fungiert als Sprachrohr der einflussreichen Tierexperimentatorenlobby. So hat sie es verhindert, bei der Umsetzung der EU-Tierversuchsrichtlinie in deutsches Recht wenigstens wirksame Reglementierungen der Tierversuche durchzusetzen, von einer Abkehr vom tierexperimentellen System ganz zu schweigen", kritisiert Dipl.-Biol. Silke Bitz, Sprecherin der Ärztevereinigung. Von der EU eingeräumte Spielräume für eine Anhebung des Tierschutzstandards wurden von der Bundesregierung nicht genutzt und bestehende Regelungen teilweise sogar noch unterschritten.

Bündnis 90/Die Grünen hatten einen eigenen Entwurf für ein neues Tierschutzgesetz vorgelegt, das eine erhebliche Einschränkung von Tierversuchen, mit dem Ziel diese abzuschaffen, beinhaltet hatte. Der Entwurf scheiterte jedoch im Bundesrat. Das Verbandklagerecht für anerkannte Tierschutzorganisationen lehnen CDU/CSU und FDP kategorisch ab, während SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke sich für deren Einführung aussprechen.




 

09.07.2013

Bevölkerungsstudie des Forschungsministeriums:


Sinnvolle Krankheitsforschung ohne Tierversuche


Die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche zeigt sich erfreut über die Ankündigung des Bundesforschungsministeriums, eine Bevölkerungsstudie durchzuführen, um Erkenntnisse über Krankheiten wie Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Demenz zu erhalten. Sie sieht darin einen wichtigen Schritt für die sinnvolle Krankheitsforschung, die nur ohne Tierversuche zu aussagekräftigen Ergebnissen führen könne.

Über einen Zeitraum von 20 Jahren werden bei rund 200.000 Menschen zwischen 20 und 69 Jahren unter anderem Blutdruck, Herzfrequenz, Blutzucker, Lungenfunktion, Zahngesundheit und geistige Fähigkeiten erfasst und die Teilnehmer zu Lebensgewohnheiten und Lebensumständen befragt. Zudem sollen Umwelteinflüsse, Ernährung, soziales Umfeld sowie hormonelle oder genetische Faktoren einbezogen werden. Die Ergebnisse sollen helfen, Ursachen von Krankheiten aufzuklären, Wege einer wirksamen Vorbeugung aufzuzeigen und sinnvolle Behandlungsmöglichkeiten zu finden.

Der Verein Ärzte gegen Tierversuche begrüßt diese Langzeitstudie als fortschrittlichen Weg, um medizinisch relevante Erkenntnisse zu gewinnen. Die üblicherweise zur Erforschung menschlicher Erkrankungen konstruierten »Tiermodelle« seien dagegen altertümlich, grausam und zur Übertragung auf die Situation beim Menschen nutzlos. Die Megastudie wird mit 210 Millionen Euro aus öffentlichen Geldern gefördert, was nach Ansicht des Vereins im Vergleich zu den jährlich Milliarden, die in Tierversuche investiert werden zwar wenig, aber immerhin ein sehr wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist.

»Dass mit Tierversuchen keine sinnvollen Erkenntnisse für die Medizin des Menschen gewonnen werden können, liegt in der Natur der Sache und ist seit Langem bekannt«, erläutert Dipl.-Biol. Silke Bitz, Sprecherin der Ärztevereinigung. Denn menschliche Krankheiten werden im Tierversuch nur auf Symptome reduziert, die künstlich simuliert werden, die jedoch mit der menschlichen Erkrankung nichts zu tun haben. So werden Krebs und Alzheimer bei Mäusen durch Genmanipulation hervorgerufen, ein Herzinfarkt wird bei Hunden durch das Zuziehen einer von außen bedienbaren Schlinge um ein Herzkranzgefäß nachgeahmt.

Im Gegensatz zu Tierversuchen lieferten Bevölkerungsstudien bereits in der Vergangenheit wertvolle Erkenntnisse über die Ursachen zahlreicher Krankheiten. So wurden durch die Framingham-Studie, in deren Rahmen seit 1948 die Bewohner der gleichnamigen Stadt in Massachusetts, USA, beobachtet werden, die Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Rauchen, hoher Cholesterin-Spiegel, hoher Blutdruck, Fettleibigkeit und Bewegungsmangel aufgedeckt.

Da sich das Bundesforschungsministerium bislang als Handlanger der Tierversuchsindustrie gezeigt hat, ist es nach Ansicht der Ärztevereinigung umso erfreulicher, dass es nun die Wichtigkeit erkannt hat, Forschungswege zu gehen, die ethisch und zugleich medizinisch sinnvoll sind.

Weitere Information:
Vorbeugen ist besser als Heilen >>




 

16.07.2013

Bayer-Jubiläum

Ärzteverein kritisiert Profitgier des Pharmariesen auf Kosten von Mensch und Tier


Anlässlich der heutigen 150-Jahresfeier des Pharmakonzerns Bayer sieht der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuch keinen Grund zur Freude. Bayer testet Lacke, Schmiermittel und Arzneimittel an Tieren, vorgeblich zum Wohle des Menschen. Tatsächlich geht es laut Verein einzig um den Profit und die rechtliche Absicherung. Tierversuche seien unethisch und verantwortungslos nicht nur Tieren, sondern auch Menschen gegenüber, da die Ergebnisse nicht auf den Menschen übertragbar sind.


Auf der Internetseite wirbt der Pharmariese anlässlich seines Jubiläums mit der Mission »Science For A Better Life (Wissenschaft für ein besseres Leben)«. Darüber, dass von den jährlich bundesweit rund 3 Millionen Tieren, die in Versuchen leiden und sterben, allein rund 170.000 bzw. fast 6 Prozent auf das Konto von Bayer gehen, ist allerdings nichts zu lesen, ebensowenig über die in Deutschland jedes Jahr mindestens 58.000 Menschen, die Opfer von tiererprobten Arzneimitteln werden und sterben.

Die Bundeskanzlerin Angela Merkel, die nach Angaben der Coordination gegen Bayer-Gefahren (CBG) zu den prominenten Gästen der Jubiläumsfeier zählt, sollte nach Ansicht der Ärztevereinigung lieber Verantwortung zeigen und konkrete Konzepte zum Ausstieg aus der tierexperimentellen Forschung vorlegen, anstatt weiterhin eine tierfeindliche Politik zu führen und kurz vor der Bundestagswahl in den Kreisen der finanzstarken Tierversuchslobby Wählerstimmen zu gewinnen.

In der Firmenpolitik der chemischen und pharmazeutischen Industrie ging es von jeher um Profit ohne Rücksicht auf Verluste, woran sich bis heute nichts geändert hat, kritisieren die Ärzte gegen Tierversuche. Schädliche Nebenwirkungen von Wirkstoffen werden oft verschwiegen, indem nur »positive« Studien veröffentlicht werden, die »negativen« aber nicht. Gelangen Informationen über schwerwiegende oder gar tödliche Nebenwirkungen eines Präparates an die Öffentlichkeit, versuchen die Unternehmen meist, dies so lange wie möglich zu vertuschen. Bayer tat das beispielsweise im Fall des Blutstillungspräparats Trasylol, das verstärkt schwere Nierenschäden, Herzversagen und Schlaganfälle mit Todesfolge verursacht, und Pfizer beim Antidepressivum Zoloft, das zu einer Steigerung der Selbsttötungsabsicht führt.

Die Ärztevereinigung weist schon lange darauf hin, dass Tierversuche Chemikalien, Arzneimittel oder Lebensmittelinhaltsstoffe nicht sicher für den Menschen machen, wie vielfach behauptet wird. Tierversuche dienen dem reinen Profit und der rechtlichen Absicherung der Firmen, falls jemand durch ein Produkt zu Schaden kommt. Da Tier und Mensch unterschiedlich auf Substanzen reagieren, ist die Übertragung der Ergebnisse aus Tierversuchen immer ein unkalkulierbares Risiko, oft mit Todesfolge. Die Testung an menschlichen Zellen in Kombination mit Biochips und Computersimulationen liefert dagegen aussagekräftige Erkenntnisse.

Weitere Information:
Pressemitteilung: Jährlich mindestens 170.000 Tierversuche allein bei BAYER >>
Coordination gegen Bayer-Gefahren >>


 

25.07.2013

Europaweite Aktionswoche gegen Botox-Tierversuche


Proteste in 13 Ländern


Die Frankfurter Firma Merz testet ihre Botox-Produkte immer noch an Tausenden von Mäusen, obwohl eine tierversuchsfreie Methode seit zwei Jahren behördlich anerkannt ist. Dagegen protestieren am kommenden Samstag Tierversuchsgegner in dreizehn Ländern. In Deutschland sind Aktionen des Vereins Ärzte gegen Tierversuche in Braunschweig, Freiburg, Köln, Mienenbüttel bei Hamburg und München geplant.

Botulinumtoxin – besser bekannt als Botox – ist ein Nervengift, das zum Beispiel gegen Lidzuckungen, zum großen Teil aber für kosmetische Zwecke wie die Glättung von Gesichtsfalten eingesetzt wird. Jede Produktionseinheit wird in Tierversuchen getestet, d.h. je mehr Botox verkauft wird, desto mehr Tiere müssen leiden. Gruppen von Mäusen wird die Substanz in verschiedenen Verdünnungen in die Bauchhöhle gespritzt. Wenn die Hälfte der Mäuse durch Atemlähmung erstickt, stimmt die Dosis. Aus Sicht der Ärztevereinigung ist dieser Test nicht nur grausam, sondern eine banale Schätzmethode, die mit guter Wissenschaft nichts zu tun hat. Vor zwei Jahren hat die amerikanische Firma Allergan eine behördliche Zulassung für einen selbst entwickelten Zelltest erhalten.

»Allergan hat gezeigt, dass es ohne Tierversuche geht. Aber die Frankfurter Firma Merz und der britische Hersteller Ipsen testen ihre Produkte nach wie vor in dem extrem qualvollen Mäusetest«, kritisiert Dr. med. vet. Corina Gericke, Vizevorsitzende des bundesweiten Vereins Ärzte gegen Tierversuche. »Zwar müsste der tierversuchsfreie Test für die Produkte von Merz und Ipsen erst noch angepasst werden, aber zwei Jahre sind vergangen, ohne dass sich etwas getan hat!«

Für Tierärztin Gericke stellt die weitere Durchführung dieser Tests einen klaren Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar, das Tierversuche nur erlaubt, wenn es keine andere Möglichkeit gibt. Doch die Behörden mauern, lassen Merz seine Präparate Xeomin und Bocouture weiterhin beim berüchtigten Hamburger Auftragslabor LPT an Tausenden von Mäusen testen. Die Ärzte gegen Tierversuche gehen von jährlich 34.000 Mäusen aus. Offizielle Zahlen werden geheim gehalten. Vor einem Jahr hatte der Verein über 60.000 Unterschriften an die Hamburger Behörde übergeben, die die Tierversuche genehmigt – ohne Erfolg.

Zusammen mit seinen Partnern bei der Europäischen Koalition zur Beendigung von Tierversuchen (ECEAE) will der Ärzteverein erneut auf das »himmelschreiende Unrecht aufmerksam machen, dass Tausende Tiere einen qualvollen Tod sterben müssen, nur weil sich Menschen ihre Falten wegspritzen lassen wollen und obwohl längst ein tierversuchsfreier Zelltest vorhanden ist«, mahnt Gericke. Obwohl Botox-Produkte großteils zu kosmetischen Zwecken verwendet werden, greift das Verbot von Kosmetik-Tierversuchen nicht, weil die Produkte zu medizinischen Zwecken zugelassen sind.

An der europaweiten Aktionswoche nehmen auch Gruppen aus Belgien, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Österreich, Portugal, Schweden, der Schweiz, Slowenien, Spanien und der Tschechischen Republik teil.

Weitere Informationen: www.botox-tierversuche.de  

Kurzinfo zu den Aktionen

Braunschweig
Samstag, 27.7.2013, 10-13 Uhr
Aktion auf dem Kohlmarkt. Als Mäuse und Experimentatoren verkleidete Aktivisten verteilen Flyer und sammeln Unterschriften.

Freiburg
Samstag, 27.7.2013, 10-17 Uhr.
Bertoldstraße / Ecke Niemensstraße zwischen Cafe Aspekt und Buchhandlung Walthari, sowie weitere Standorte in der Fußgängerzone. Infotag zum 20-jährigen Bestehen der Tierrechtsinitiative Freiburg e.V. (TIF) mit Schwerpunktthemen Ernährung sowie Tierversuche im Rahmen der Aktionswoche gegen Botox-Tierversuche.

Neu-Wulmstorf Mienenbüttel
Donnerstag, 25.7.2013, 17 Uhr
Foto- und Pressetermin der 'Lobby pro Tier – Mienenbüttel, Bürgerinitiative gegen Tierversuche' vor der Außenstelle des Auftragslabors LPT in Neu-Wulmstorf-Mienenbüttel, Oldendorferstr. 41, das die Botox-Tierversuche der Firma Frankfurter Firma Merz durchführt.

Köln
Samstag, 27.7.2013, 9-18 Uhr.
Kölner Innenstadt auf der Schildergasse an der Antoniterkirche gegenüber von C&A. Infostand der AG Köln der Ärzte gegen Tierversuche in Zusammenarbeit mit Tierheim Dellbrück und Aktion Fairplay.

München
Samstag, 27.7.2013, 10-18 Uhr
Münchner Marienplatz, Infostand der AG München der Ärzte gegen Tierversuche auf dem Tierrechtstag München. Neben dem Stand ist eine Botox-Aktion geplant: Als Mäuse und Experimentatoren verkleidete Aktivisten verteilen Flyer.




 

05.08.2013

Italiens Parlament will besonders qualvolle Tierversuche verbieten


Ärztevereinigung lobt vorbildliche Entscheidung


Die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche begrüßt den Vorstoß des italienischen Parlaments, das sich aktuell für ein Verbot besonders umstrittener Tierversuche ausgesprochen hat. So sollen Versuche im Bereich der Ausbildung, zu Militärzwecken sowie in der Xenotransplantation künftig verboten sein.

Nach dem Willen des italienischen Parlaments soll es in Italien keine Zuchteinrichtungen für Affen, Katzen und Hunde zu Versuchszwecken geben und Experimente an diesen Tierarten sollen verboten werden, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Die Verwendung genveränderter Tiere soll zumindest stark reglementiert und weitgehend kein Versuch ohne Betäubung durchgeführt werden. Ein vollständiges Verbot ist für die Bereiche Suchtforschung, Ausbildung und Xenotransplantation sowie für Tierversuche zu militärischen Zwecken vorgesehen.

In deutschen Labors dagegen sind Gen-Versuche an unter anderem Mäusen sowie die besonders perfide Xenotransplantation, bei der beispielsweise Schweineherzen in Affen transplantiert werden, auf dem Vormarsch. An der Ludwig-Maximilians-Universität München werden Schweine genmanipuliert und zu Organfabriken degradiert, vorgeblich, um Ersatzteillager für uns Menschen zu schaffen. Die Affen als Organempfänger sterben qualvoll an der Abstoßungsreaktion.

Die Politik der deutschen Volksvertreter ist ein Zeugnis ethischer und wissenschaftlicher Rückständigkeit, kritisieren die Ärzte gegen Tierversuche. Während die Bundesregierung bei der Neugestaltung der EU-Tierversuchsrichtlinie maßgeblich für Verschlechterungen für die Tiere verantwortlich ist und eine Blockadehaltung gegenüber einer für den Menschen sinnvollen tierversuchfreien Forschung eingenommen hat, will Italien die tierfeindlichen Neuregelungen offensichtlich nicht einfach hinnehmen, sondern einen fortschrittlichen und ethischen Weg mit einer deutlichen Einschränkung von Tierversuchen gehen.

Der Ärzteverein beglückwünscht seinen italienischen Partnerverein Liga gegen die Vivisektion (LAV) für seine Kampagnenarbeit, mit der er diese positive politische Entwicklung in Richtung Verbot von Tierversuchen ins Rollen gebracht hat.

Weitere Information
EU-Tierversuchsrichtlinie - Hintergrundinfos >>

Stoppt Xenotransplantations-Tierversuche! >>




 

09.08.2013

Kampagne gegen Tierversuchshochburg München


90.000 Mäuse sollen in zwei neuen Labors leiden


München ist bereits eine der schlimmsten Tierversuchshochburgen in Deutschland. Die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche (ÄgT) und das Bündnis Bayerischer Tierrechtsorganisationen (BBT) prangern an, dass in zwei neuen Tierversuchslabors unter dem Vorwand des medizinischen Fortschritts noch mehr Tiere zum angeblichen Wohle des Menschen leiden und sterben sollen, finanziert vom Steuerzahler.

Am Klinikum rechts der Isar sollen im Forschungszentrum für Translationale Onkologie (TranslaTUM) genmanipulierte Mäuse und Ratten für die Krebsforschung verwendet werden. Vorgesehen sind Haltungskapazitäten von über 6.000 Käfigen für bis zu 36.000 Mäuse und 800 Ratten auf 700 qm. Mit dem Bau soll Anfang 2014 begonnen werden, eine Genehmigung gibt es nach dem Kenntnisstand der Ärztevereinigung noch nicht. Allein der Bau kostet den Steuerzahler 50 Millionen Euro.

Das neue BioMedizinische Zentrum (BMC) wird derzeit im Norden des Campus der Ludwig-Maximilians-Universität München in Großhadern/Martinsried gebaut. Im Untergeschoss entstehen auf 2.000 qm riesige Tierhaltungsbereiche mit allein 9.000 Käfigen für rund 54.000 Mäuse und andere Nagetiere, sowie Fische und Frösche. Die Tiere müssen für die zweckfreie Grundlagenforschung herhalten. Ende 2014 soll der Bau fertig gestellt sein, er wird mit 125 Millionen Euro aus öffentlichen Geldern finanziert.

„Da die Käfige mehrfach im Jahr neu besetzt werden, ist die Zahl der Tiere, die im Labor zu Tode experimentiert werden, in Wirklichkeit noch viel höher", gibt Dipl.-Biol. Silke Bitz, Sprecherin der Ärztevereinigung zu bedenken. So ist in Berlin die tatsächliche Tierzahl mit 1,2 Millionen pro Jahr fast dreifach höher als in der offiziellen Statistik angegeben. Eine vergleichbar hohe Dunkelziffer gibt es auch in Bayern, sind sich die Tierversuchsgegner sicher.

„Forschen um des Forschens Willen" fasst die Ärztevereinigung das System Tierversuch kurz zusammen. Die Ergebnisse sind nicht vom Tier auf den Menschen übertragbar. So werden künstlich krebskrank gemachte Mäuse seit Jahrzehnten „geheilt", aber beim Menschen klappt es einfach nicht. „Genmanipulierte Mäuse können die komplexe Krankheit Krebs, die zum großen Teil durch unsere Lebensweise und Umwelteinflüsse verursacht wird, nicht abbilden", so Bitz weiter.

Der Ärzteverein fordert die Umwidmung der für den Neubau bereit gestellten Gelder zugunsten einer ethischen Medizin und Wissenschaft, bei der Ursachenforschung und Prävention von Krankheiten sowie tierversuchsfreie Tests mit menschlichen Zellen, Computersimulationen, Biochips sowie Bevölkerungsstudien zu aussagekräftigen Ergebnissen führen.

Angesichts der bevorstehenden Landtagswahl in Bayern appellieren die ÄgT und das BBT an ihre Mitbürger, sich genau zu informieren, ob sich die Parteien für den Tierschutz einsetzen und nur denen eine Chance zu geben, die zumindest ansatzweise für eine Abkehr vom Tierversuch eintreten. Der Ärzteverein hat auf seiner Internetseite eine Übersicht der Aussagen der Parteien bereit gestellt.

Die AG München der Ärzte gegen Tierversuche plant mit ihren Partnern im Bündnis Bayerischer Tierrechtsorganisationen ab Ende August regelmäßige Aktionen in der Münchner Innenstadt.

Weitere Information:
Kampagne Tierversuchshochburg München: Stoppt Laborneubauten! >>


 

15.08.2013

Mauritius will Tierversuche legalisieren

Ärztevereinigung ruft zu Protesten auf


Mauritius hat ein Gesetz auf den Weg gebracht, das Tierversuche erlauben soll. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche ist entsetzt und appelliert an seine Mitbürger gegen dieses Vorhaben zu protestieren.

Bislang gibt es in Mauritius kein Tierschutzgesetz. Der mauritische Landwirtschaftsminister, Satya Veyash Faugoo, hat aktuell einen Entwurf dafür vorgelegt. Das geplante Gesetz dient nach Aussage der Ärzte gegen Tierversuche allerdings nicht dazu, Tiere vor einem grausamen Labortod zu bewahren, vielmehr sollen Tierversuche per Gesetz erlaubt werden.

Insbesondere der Handel mit Affen ist eine gewinnbringende Einnahmequelle für Mauritius. So werden auf der Urlaubsinsel Affen aus der Wildnis entrissen, gezüchtet und an Tierversuchslabors in aller Welt verkauft. Die Ärztevereinigung geht davon aus, dass unter dem Deckmantel eines Tierschutzgesetzes dieses grausame Geschäft gestärkt und der Industrie die Ansiedlung auf der Insel schmackhaft gemacht werden soll.

Eine verdeckte Recherche der britischen Tierversuchsgegnerorganisation BUAV belegt die unhaltbaren Zustände bei der Affenzuchtfarm Noveprim auf Mauritius. Die Aufnahmen zeigen, wie tote Affen auf dem Fußboden gestapelt liegen oder wie Müll in Eimer gefüllt sind. Viele der Tiere sind aufgeschnitten oder verstümmelt. Nach Informationen der BUAV werden männliche Affen, die über 4 kg wiegen, getötet, da die Labors nur Tiere bis zu einem Gewicht von 3,5 kg abnehmen. Ebenso werden schwangere Weibchen und Jungtiere als Überschuss getötet.

Mauritius ist nach China weltweit der zweitgrößte Exporteur für Langschwanzmakaken. Der Inselstaat verkauft jedes Jahr Tausende Affen an die Tierversuchsindustrie in den USA und Europa, hier vor allem nach Frankreich und Großbritannien. Auch die deutsche Tierversuchindustrie ist Abnehmer von mauritischen Affen. So wurden im Jahr 2012 von insgesamt 6.494 Affen 175 nach Deutschland verkauft. Dort werden sie beispielsweise in Giftigkeitstest, Hirnversuchen oder in der Infektionsforschung verwendet.

Der Ärzteverein kritisiert den Handel mit Affen sowie die drohende Legalisierung von Tierversuchen auf Mauritius aufs Schärfste. Er fordert von der dortigen Regierung ein sofortiges Ende des brutalen Geschäfts sowie ein ausnahmsloses Verbot für die Verwendung von Tieren zu Versuchszwecken zu erlassen. An seine Mitbürger appelliert der Verein, die Protestbriefaktion an die zuständigen Minister, die mauritische Botschaft in Deutschland sowie den mauritischen Hotelierverband zu unterstützen.

Weitere Information:
Kampagne "Rettet die Affen von Mauritius" >>


 

15.08.2013

Einweihung des neuen Tierseuchenlabors auf Riems

»Sinnlose Tierquälerei«


Am 16. August 2013 wird auf der Ostsee-Insel Riems ein neues, 300 Millionen teures, aus Steuergeldern finanziertes Tierversuchslabors des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) zur Erforschung von Tierseuchen eingeweiht. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche prangert die dort stattfindenden Tierversuche als »sinnlose Tierquälerei« an.

Bereits jetzt werden zur Erforschung von Tierseuchen grausame und realitätsferne Versuche durchgeführt. So testen Experimentatoren der FU Berlin und des Friedrich-Löffler-Instituts an genmanipulierten Mäusen einen Impfstoff gegen die Blauzungenkrankheit, die bei Schafen und anderen Wiederkäuern vorkommen kann. Die Mäuse werden geimpft und dann mit dem Blauzungenvirus infiziert. Die meisten Tiere leiden unter massivem Gewichtsverlust und sterben innerhalb weniger Tage.

Katzen werden im FLI mit Vogelgrippeviren infiziert und Impfstoffe getestet, um Menschen vor einer potentiellen Übertragung von Vogelgrippeviren zu schützen und das obwohl, eine solche Übertragung des H5N1-Virus von Katzen auf Menschen bislang nicht dokumentiert ist. »17 Katzen wurden zu Tode gequält für eine praktisch nicht vorhandene Gefahr, aber für ein potentiell großes Geschäft der Pharmaindustrie mit einem völlig überflüssigen Impfstoff«, moniert Dipl.-Biol. Silke Bitz, Sprecherin der Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche.

Für die Pharmaindustrie sind Tierversuche im Bereich der Tierseuchenforschung ein lukratives Geschäft, lassen sich doch mit Impfstoffen und Medikamenten gegen Seuchen Milliardengewinne einfahren. Tiere müssen für die Interessen der rein profitorientierten Pharmaindustrie doppelt leiden, einerseits im Labor und andererseits in der tierquälerischen Massentierhaltung, die oftmals die Ursache von Seuchenausbrüchen ist. Tatkräftig unterstützt wird dieses Geschäftsgebaren von der Bundesregierung. So wird Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Einweihung des neuen Tierversuchslabors zugegen sein.

Der Ärzteverein kritisiert die in Deutschland praktizierte tierfeindliche Politik der Regierungsparteien und appelliert anlässlich der bevorstehenden Bundestagswahl an seine Mitbürger, dies nicht länger hinzunehmen. Auf seiner Internetseite hat der Verein als Wahlentscheidungshilfe Informationen zusammengestellt, wie die Parteien zu Tierversuchen stehen.

Tierversuche tragen nach Aussage der Ärzte gegen Tierversuche nachweislich weder zum medizinischen Fortschritt bei, noch diene die Tierseuchenforschung dem Wohl der Tiere. Der Verein fordert eine rein tierversuchsfreie Forschung, etwa mit menschlichen Zellkulturen und Mikrochips.

Weitere Information:
Schweinegrippe: Hysterie auf Kosten von Tieren und Menschen >>

Quelle für die genannten Tierversuche: www.datenbank-tierversuche.de, Dokumenten-Id: 3994 und 4333




 

27.08.2013

Ärzteverein überreicht über 20.000 Unterschriften gegen Tierversuche an Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsminister


Mit der Forderung der Abschaffung der grausamen Tierversuche am Magdeburger Leibniz-Institut überreichte der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche mit Unterstützung von Undine Kurth MdB heute dem Landwirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt, Hermann Onko Aeikens, 20.690 Unterschriften von Bürgern, die eine ethische Forschung ohne Tierleid wollen.


Undine Kurth MdB, tierschutzpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN betonte: „Tierversuche an Affen sind ethisch nicht vertretbar und unnötig. Das Staatsziel Tierschutz verpflichtet uns, unseren Mitlebewesen unnötige Schmerzen, Leiden und Schäden zu ersparen. Eine Mehrheit in der Bevölkerung will, dass eine derartige grausame Behandlung von Affen endlich beendet wird, das unterstreicht auch noch einmal die heutige Unterschriftenübergabe."

Die Vizevorsitzende der Ärzte gegen Tierversuche, Dr. Corina Gericke nannte dem Minister konkrete Beispiele für die wissenschaftliche Unsinnigkeit der Tierversuche und das immense Leid, das die Tiere am Leibniz-Institut erfahren. So werden an Affen besonders umstrittene Hirnversuche durchgeführt. Den Tieren wird dauerhaft eine helmartige Vorrichtung auf dem Schädel implantiert, um den Kopf unbeweglich fixieren zu können. Sie werden durch Durst gezwungen, stundenlang mit angeschraubtem Kopf in einem Primatenstuhl zu sitzen. Nur wenn sie tun, was von ihnen verlangt wird, erhalten sie ein paar Tropfen Wasser. „Die Tierversuche sind nicht nur extrem grausam, es handelt sich zudem um reine zweckfreie Grundlagenforschung. Klinisch relevante Therapien resultieren daraus nicht", erläutert Gericke.

In seiner Begründung für die Forderung nach einem sofortigen Verbot der Hirnversuche an Affen verweist der Ärzteverein zudem auf die Einschätzung der Genehmigungsbehörden in Berlin und München, die derartige Forschungsprojekte nicht genehmigt haben, da das Leid der Affen als zu hoch und der medizinische Nutzen als nicht gegeben erkannt wurden. So stellte die Genehmigungsbehörde in Berlin in ihrer Ablehnung fest: „Um einem lebensbedrohlichen Leiden (Durst) zu entrinnen, fügt sich das Tier in ein anderes erhebliches Leiden (Kopffixierung im Primatenstuhl). ... Das Tier hat mithin aufgrund der Bedrohung seiner Lebensgrundlage gar keine andere Möglichkeit, als sich in den Primatenstuhl zu fügen."

Der Verein fordert im Namen der 20.690 Unterzeichner von Minister Aeikens, das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt, anzuweisen, dem Beispiel anderer Bundesländer zu folgen, und die Hirnversuche an Affen nicht länger zu genehmigen.

Die Ärztevereinigung tritt seit rund 35 Jahren für eine tierversuchsfreie Medizin ein, bei der Ursachenforschung und Vorbeugung von Krankheiten sowie der Einsatz von modernen Forschungsmethoden mit Zellkulturen, Computersimulationen oder Biochips im Vordergrund stehen. Die Unterschriften waren in Zusammenarbeit mit dem „Bündnis gegen Tierversuche Magdeburg" gesammelt worden.

Weitere Information:
Grausame Tierversuche am Leibniz-Institut in Magdeburg >>

Infoblatt „Tierversuche im Brennpunkt: Magdeburg" (PDF) >>




 

02.09.2013

Protestaktion gegen Tierversuchslaborneubauten in München


Die AG München der bundesweiten Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche (ÄgT) lädt gemeinsam mit ihren Partnern im Bündnis Bayerischer Tierrechtsorganisationen (BBT) am 7. September 2013 von 12 bis 14 Uhr im Rahmen der aktuellen Kampagne zu einer Protestaktion gegen zwei Tierversuchslaborneubauten in München ein.

Mit Transparenten, Postern und Plakaten demonstrieren die Tierrechtler gegen die Neubauten von zwei Tierversuchslabors. Passanten werden mit Flugblättern über die kürzlich gestartete Kampagne gegen neue Tierversuchslabors in München informiert und können mittels Protestpostkarten an den Bayerischen Staatsminister für Wissenschaft, Dr. Wolfgang Heubisch, sowie Unterschriftenlisten ihr Votum gegen die Ausweitung der grausamen und unsinnigen tierexperimentellen Forschung geben. In mehreren Redebeiträgen werden Hintergrundinformationen gegeben.

Am Klinikum rechts der Isar im Stadtteil Haidhausen soll ein 50 Millionen teures Tierversuchslabor entstehen. In dem geplanten Forschungszentrum für Translationale Onkologie sollen unter anderem genmanipulierte Mäuse und Ratten für die Krebsforschung ihr Leben lassen. Der Baubeginn ist für Anfang 2014 vorgesehen, ein konkreter Bauantrag liegt den Behörden noch nicht vor.

Im Norden des Campus der Ludwigs-Maximilians-Universität München in Großhadern/Martinsried entsteht derzeit das 125 Millionen teure neue BioMedizinische Zentrum (BMC). Nach offiziellen Angaben sollen hier vor allem Mäuse und Ratten, aber auch Fische und Frösche für die Grundlagenforschung leiden und sterben. Ab 2015 soll mit den Tierversuchen begonnen werden.

Beide Neubauten werden von Bund und Land finanziert. Bereits jetzt sterben jedes Jahr fast 340.000 Tiere in bayerischen Labors. Die für beide Labors angegebenen Haltungskapazitäten für allein schon über 90.000 Mäuse und Ratten werden nach Aussage der Ärztevereinigung zu einer Ausweitung der tierexperimentellen Forschung in Bayern um fast 30 % führen. „Unter dem Vorwand des angeblichen medizinischen Nutzens werden für den Bau der beiden Tierversuchslabors mindestens 175 Millionen Euro aus der Tasche des Steuerzahlers in einen kranken und grausamen Forschungszweig investiert, wofür Tiere unsäglich leiden müssen,“ kritisiert Dipl.-Biol. Silke Bitz, Sprecherin der Ärztevereinigung. Demgegenüber stehen bundesweit jährlich nur rund vier Millionen Euro, die der Staat für innovative, tierversuchsfreie Forschung bereitstellt.

Nach Aussage der Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche sind die Ergebnisse von Tierexperimenten nicht auf den Menschen übertragbar. Der Unterschied zwischen Mensch und Tier in Anatomie, Physiologie und Krankheitsarten ist zu groß. Zudem werden im Tierversuch lediglich manche Symptome menschlicher Krankheiten nachgeahmt, die mit der tatsächlichen Erkrankung nichts zu tun haben. Neben der ethischen Unvertretbarkeit von Tierversuchen warnt die Ärztevereinigung schon lange vor den Gefahren, die die Übertragung von tierexperimentellen Ergebnissen auf den Menschen birgt. So gehen allein in Deutschland jedes Jahr fast 60.000 Todesfälle auf das Konto von an Tieren erprobten Arzneien. Die tödlichen Nebenwirkungen blieben in den zuvor durchgeführten Tierversuchen unentdeckt.

Der Ärzteverein fordert die Abwendung vom Tierversuch. Stattdessen sollen die für den Neubau bereit gestellten Gelder für eine ethisch vertretbare Medizin und Wissenschaft verwendet werden, welche Ursachenforschung und Prävention von Krankheiten, sowie tierversuchsfreie Testmethoden wie Zellforschung, Computersimulationen und Bevölkerungsstudien beinhaltet.
 

Protestaktion „Tierversuchshochburg München: Stoppt Laborneubauten!“
7. September 2013, 12 bis 14 Uhr
Wiener Platz / Stadtteil Haidhausen in München, in unmittelbarer Nähe des Klinikums rechts der Isar


Weitere Information:
Kampagne Tierversuchshochburg München: Stoppt Laborneubauten! >>


 

05.09.2013

Alkoholvergiftung steigert Überlebenschance

Grausame Neugierforschung auf Kosten der Tiere


In Frankfurt werden laut des bundesweiten Vereins Ärzte gegen Tierversuche Tiere für fragwürdige Forscherinteressen gequält. Die dortigen Forschungsmethoden seien ethisch verwerflich und wissenschaftlich vollkommen unsinnig. In einer neuen Infoschrift nennt der Verein Beispiele, für welch abwegige Experimente Tiere in Frankfurt leiden und sterben müssen und fordert die Abkehr von Tierversuchen zu Gunsten einer sinnvollen Forschung ohne Tierleid.

Tierversuche finden unter strenger Geheimhaltung statt, obwohl sie jährlich mit mehreren Milliarden Euro aus der Tasche des Steuerzahlers finanziert werden. Mit seiner Datenbank, in der über 4.000 in Deutschland durchgeführte Tierversuche verständlich dargestellt werden, gibt der Ärzteverein Einblick in die grausamen und wissenschaftlich abstrusen Praktiken des Tierversuchs. Alle Angaben stammen aus Fachzeitschriften und damit von den Experimentatoren selbst. Da Tierversuche in großem Stil durchgeführt werden, stellen diese Beispiele nur einen kleinen Teil des tatsächlichen Ausmaßes der tierexperimentellen Forschung dar.

Am Frankfurter Max-Planck-Institut für Hirnforschung führt der als besonders berüchtigt geltende Experimentator Wolf Singer Hirnversuche an Kätzchen durch, um die Entwicklung der für das Sehen zuständigen Hirnbereiche zu ergründen. Die Tiere werden 11-14 Wochen lang unter dauerndem Flackerlicht aufgezogen, wodurch sie keine normalen Bewegungsabläufe wahrnehmen können, weil jede Bewegung „zerhackt" wird. Den Kätzchen wird eine Substanz ins Auge injiziert, die entlang des Sehnervs ins Gehirn wandert. Zwei Wochen später werden die Tiere getötet. Die Ärztevereinigung verurteilt diese Experimente als Tierquälerei zur reinen Befriedigung fragwürdiger Forscherinteressen. Auch seien die Ergebnisse nicht auf den Menschen übertragbar, da die Augen von Katzen im Dämmerlicht viel besser sehen als bei Beleuchtung und die Reizwahrnehmung und –verarbeitung anders funktionieren als beim Menschen.

Bei der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH in Frankfurt werden zum Vergleich des Fettgewebes verschiedener Rattenzuchtlinien magere und fettleibige diabetische und nicht-diabetische Ratten verwendet. Durch Abschneiden der Schwanzspitze wird eine Blutprobe entnommen. Außerdem wird eine Blutprobe aus dem Venengeflecht hinter dem Auge entnommen. Dazu wird ein Glasröhrchen zwischen Augapfel und Augenhöhle hinter das Auge geschoben. Unter Narkose wird der Bauch aufgeschnitten, um Gewebeproben aus dem Bauchfett zu entnehmen. Unberücksichtigt bleibt, dass Diabetes Typ 2 beim Menschen vor allem durch einen ungesunden Lebensstil verursacht wird, was im Tierversuch nicht abgebildet werden kann.

An der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie kommen Experimentatoren zu der Erkenntnis, dass nach einem starken Blutverlust mit anschließender Wiederbelebung eine Alkoholvergiftung die Überlebenschance bei Ratten erhöht. Hierzu wird den Tieren Alkohol direkt in den Magen verabreicht. Es wird ein Blutungsschock simuliert, indem den Tieren so viel Blut abgenommen wird, bis der Blutdruck stark fällt. Dann werden die Ratten wiederbelebt, indem sie eine Infusion aus dem zuvor abgenommenen Blut, vermischt mit einer Infusionslösung erhalten.

Die Ärztevereinigung sieht Versuchsaufbauten wie diese als Beleg dafür, wie realitätsfern und absurd Tierversuche sind. Denn die Ergebnisse seien für die Anwendung am Menschen weder nützlich, noch sinnvoll umsetzbar: Ein Autofahrer müsste sich vor Fahrtantritt bis zur Alkoholvergiftung betrinken, um bei einem eventuellen Unfall mit Blutverlust seine Überlebenschance bei der Wiederbelebung zu erhöhen.

Die Ärzte gegen Tierversuche fordern eine Forschung ohne Tierversuche, bei der Ursachenforschung und Bevölkerungsstudien sowie moderne tierversuchsfreie Systeme mit menschlichen Zellkulturen, Mikrochips und Computermodellen zu für den Menschen relevanten Ergebnissen führen.

Weitere Informationen:
Datenbank Tierversuche >>

Tierversuche im Brennpunkt: Frankfurt/M. >>




 

10.09.2013

Landtagswahl in Bayern

Regierung soll Quittung für ihre tierfeindliche Politik erhalten


Anlässlich der am kommenden Sonntag anstehenden Landtagswahl in Bayern appelliert der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche an die Wähler, mit ihrer Stimme den Regierungsparteien die Quittung für ihre tierfeindliche Politik zu geben und für die neue Legislatur den Parteien eine Chance zu geben, die zumindest für eine Verbesserung des Tierschutzrechts eintreten.

Die Ärztevereinigung hat als Hilfe für die Wahlentscheidung Informationen zusammengestellt, wie die Parteien im Landtag von Bayern zu Tierversuchen stehen. Eine Übersicht mit den wesentlichen Aussagen kann als pdf heruntergeladen werden.

Für Bayerns SPD hat die Reduktion von Tierversuchen eine hohe Priorität. Sie will Fördergelder vorrangig für tierversuchsfreie Forschung aufwenden und in einem Forschungsprojekt die Vorteile dieser Forschung herausstellen. Eine öffentlich zugängliche Datenbank soll für Transparenz bei Tierversuchen sorgen. Die Grünen wollen einen Verzicht auf Tierversuche in Forschung und Lehre und treten für die Umwidmung der Steuergelder zugunsten der tierversuchsfreien Forschung ein. Daten über Tierversuche und Tiertötungen sollen veröffentlicht werden und ein Nationales Kompetenzzentrum für tierversuchfreie Forschung eingerichtet werden. Sowohl SPD als auch Grüne streben eine Überarbeitung des unzureichenden Tierschutzrechts sowie die Einführung des Verbandsklagerechts für Tierschutzorganisationen an. Die CDU hält die bisherige Förderung von Alternativmethoden für ausreichend. Die FDP ist der Ansicht, dass ein vollständiger Verzicht auf Tierversuche nicht möglich ist. Die Freien Wähler antworteten nicht auf die Anfrage der Ärzte gegen Tierversuche.

»Es ist erschreckend, wie massiv seitens der Regierungsparteien am Tierversuch festgehalten wird anstatt innovative und ethische Wege zu gehen«, kommentiert Dipl.-Biol. Silke Bitz, Sprecherin der Ärztevereinigung. Der Neubau von zwei Tierversuchsanlagen in München für 175 Millionen Euro zeigt die fatale Fehlentwicklung, die von der derzeitigen Landesregierung unterstützt wird.

Jeder kann mit seiner Stimme bei der Wahl den Regierungsparteien die Quittung für ihre tierfeindliche Politik geben und für die neue Legislatur den Parteien eine Chance geben, die zumindest ansatzweise für eine Abkehr vom Tierversuch eintreten. Nur wenn Parteien regieren, die sich glaubhaft für eine tierversuchsfreie Forschung einsetzen, kann es Verbesserungen für die Tiere geben, so die Ärztevereinigung abschließend.

Weitere Information:
15. September 2013 Landtagswahl in Bayern: Wählen Sie ein Mehr an Tierschutz!   
Tierversuchshochburg München – Stoppt Laborneubauten! >>




 

13.09.2013

Großprojekt »Notox«

EU fördert Forschung ohne Tierversuche


Mit dem aktuellen EU-weiten Forschungsprojekt »Notox« haben es sich Forscher zum Ziel gesetzt, Kosmetik-Tierversuche durch eine Kombination aus Computersimulationsmodellen und Zellkulturen zu ersetzen. Das Projekt wird mit 9 Millionen Euro von der EU und dem Europäischen Kosmetikverband finanziert. Der Verein Ärzte gegen Tierversuche begrüßt diese Initiative als wichtigen Baustein für eine tierversuchsfreie Zukunft.

Tierversuche für Kosmetika sind in der EU seit März 2013 prinzipiell verboten, allerdings gibt es zahlreiche Schlupflöcher. So fallen viele kosmetische Inhaltstoffe unter die Prüfvorschriften für Chemikalien, die großteils Tierversuche beinhalten.

Innerhalb von sechs Teilprojekten, die mit insgesamt 50 Millionen Euro gefördert werden, sollen nun mit einer durchdachten Kombination aus computerbasierten Modellen und Forschung an menschlichen Zellkulturen Untersuchungen zur Giftigkeit von Substanzen vorgenommen werden, um Gefahren für den Verbraucher zuverlässig vorhersagen zu können. Vorhandene Literatur wird ausgewertet und die gewonnenen Erkenntnisse in einer Datenbank dokumentiert. Im Fokus der Forschungen steht die Entwicklung von tierversuchfreien Teststrategien in den Bereichen der Giftigkeit auf den ganzen Körper sowie der Giftigkeit bei wiederholter und Langzeit-Gabe.

Die standardmäßig zur Testung von Chemikalien und anderen Substanzen durchgeführten entsprechenden Tierversuche sind äußerst qualvoll. So wird Ratten oder Mäusen eine Substanz per Magensonde über einen längeren Zeitraum eingegeben. Je nach Art und Menge des verabreichten Stoffes winden sich die Tiere im Todeskampf oder haben Krämpfe, Durchfall, Fieber, Schüttelfrost oder Lähmungen. Die Tiere sterben an dem Gift oder werden zu bestimmten Zeitpunkten getötet.

Nach Ansicht des Ärztevereins zeigt das aktuelle EU-Projekt, wie eine zukunftsfähige und sinnvolle Forschung ohne Tierversuche aussehen kann, zumal solche Verfahren immer wieder den Beweis erbringen, dass sie im Gegensatz zu Tierversuchen eine für den Menschen relevante Aussagekraft haben. Eine Abkehr vom Tierversuch ist daher nicht nur im Kosmetik-Sektor sinnvoll und notwendig.

Aus diesem Grund spricht sich die Ärztevereinigung dafür aus, das Projekt nicht nur auf den Teilausschnitt Kosmetik zu fokussieren, sondern von Beginn an vorausschauend auf die Anwendung beispielsweise in der Testung von Chemikalien und Pestiziden auszuweiten.

Weitere Information
Film über die Forschungsaktivitäten des Projektes Notox (in englischer Sprache) >> 

Hintergrundinformation Kosmetik und Tierversuche >> 




 

16.09.2013

Bundestagswahl:

Regierungsparteien für immer mehr Tierversuche abstrafen


Jeden Tag werden 8.000 Tiere in deutschen Labors für einen fragwürdigen Nutzen getötet. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche macht die Bundesregierung für die stetig steigenden Tierversuchszahlen verantwortlich und appelliert an die Wähler, bei der Bundestagswahl mit ihrer Stimme den Regierungsparteien die Quittung für ihre tierfeindliche Politik zu geben.

Die Ärztevereinigung hat als Hilfe für die Wahlentscheidung Informationen zusammengestellt, wie die Bundestagsparteien zu Tierversuchen stehen. Eine Übersicht mit den wesentlichen Aussagen kann als pdf heruntergeladen werden.

Die CDU gibt an, Tierversuche reduzieren zu wollen, nennt jedoch keine konkreten Handlungsschritte. So auch die FDP, die zusätzlich betont, ein Verzicht auf Tierversuche sei nicht möglich. Beide Regierungsparteien lehnen die Überarbeitung des völlig unzureichenden Tierschutzrechts ab und sehen keine Notwendigkeit, größere Transparenz bei Tierversuchen zu schaffen. Die SPD will Tierversuche verringern, in dem die Mittel für Ersatzmethoden zunächst verdoppelt und dann weiter erhöht werden, außerdem will sie für mehr Transparenz sorgen. Bündnis 90/Die Grünen streben langfristig den Ersatz von Tierversuchen an, treten für eine umfassende Förderung der tierversuchsfreien Forschung sowie für die Einführung eines Nationalen Kompetenzzentrums ein. Zudem soll im Grundstudium niemand mehr zur Teilnahme an Tierversuchen verpflichtet werden. Die Linke strebt mehr Transparenz bei Tierversuchen durch ein Verbraucherinformationsgesetz sowie eine verpflichtende prioritäre Verwendung von Steuergeldern für tierversuchsfreie Projekte an. Sowohl SPD, Grüne als auch Die Linke sprechen sich für ein Verbandsklagerecht für Tierschutzorganisationen aus.

»Die jetzige Bundesregierung ist für die seit Jahren stetig steigenden Tierversuchszahlen verantwortlich. Im Jahr 2011 mussten rund drei Millionen Tiere – 8.000 pro Tag - für eine abwegige Forschung leiden und sterben. Ethische, tierversuchsfreie Wege werden blockiert und stattdessen die Interessen der Tiernutzer gestärkt«, kritisiert Dipl.-Biol. Silke Bitz, Sprecherin der Ärztevereinigung. So wurde unlängst bei der Novellierung des Tierschutzrechts die Forschungsfreiheit ausgeweitet und nicht einmal dafür gesorgt, besonders qualvolle Tierversuche einzuschränken.

Jeder kann mit seiner Stimme bei der Wahl die Regierungsparteien für ihre tierfeindliche Politik abstrafen und für die neue Legislatur den Parteien eine Chance geben, die zumindest ansatzweise für eine Abkehr vom Tierversuch eintreten. Nur wenn Parteien regieren, die glaubhaft für eine tierversuchsfreie Forschung eintreten, kann es Verbesserungen für die Tiere geben, so die Ärztevereinigung abschließend.

Weitere Information:
22. September 2013 Bundestagswahl - Wählen Sie ein Mehr an Tierschutz!




 

19.09.2013

Landtagswahl in Hessen


Regierung soll Quittung für ihre tierfeindliche Politik erhalten


Anlässlich der am kommenden Sonntag anstehenden Landtagswahl in Hessen appelliert der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche an die Wähler, mit ihrer Stimme den Regierungsparteien die Quittung für ihre tierfeindliche Politik zu geben und für die neue Legislatur den Parteien eine Chance zu geben, die zumindest für eine Verbesserung des Tierschutzrechts eintreten.

Die Ärztevereinigung hat als Hilfe für die Wahlentscheidung Informationen zusammengestellt, wie die Parteien im Landtag von Hessen zu Tierversuchen stehen. Eine Übersicht mit den wesentlichen Aussagen kann als pdf heruntergeladen werden.

SPD, Die Grünen und Die Linke wollen das Klagerecht für Tierschutzverbände einführen und nennen konkrete Pläne zur Stärkung der tierversuchsfreien Forschung, mit dem Ziel aus dem Tierversuch auszusteigen. So wollen SPD und Grüne eine Professur für Alternativmethoden einführen und die beratende Tierversuchskommission stärken. Die Linke will für Transparenz bei Tierversuchen sorgen, ein Bewusstsein in der Gesellschaft schaffen und Steuergelder aus Tierversuchen zugunsten tierversuchsfreier Forschung umwidmen.

Die CDU und FDP hingegen beschränken sich auf unverbindliche Floskeln, halten Tierversuche für unverzichtbar und lehnen das Verbandsklagerecht für anerkannte Tierschutzorganisationen weiterhin kategorisch ab. Einen Handlungsbedarf, das vollkommen unzureichende Tierschutzrecht zu überarbeiten, sehen sie nicht.

»Es ist erschreckend, wie massiv seitens der Regierungsparteien am Tierversuch festgehalten wird anstatt innovative und ethische Wege zu gehen«, kommentiert Dipl.-Biol. Silke Bitz, Sprecherin der Ärztevereinigung.

Jeder kann mit seiner Stimme bei der Wahl den Regierungsparteien die Quittung für ihre tierfeindliche Politik geben und für die neue Legislatur den Parteien eine Chance geben, die zumindest ansatzweise für eine Abkehr vom Tierversuch eintreten. Nur wenn Parteien regieren, die sich glaubhaft für eine tierversuchsfreie Forschung einsetzen, kann es Verbesserungen für die Tiere geben, so die Ärztevereinigung abschließend.

Weitere Information:
22. September 2013 Landtagswahl in Hessen: Wählen Sie ein Mehr an Tierschutz!


 

20.09.2013

Kongress zu Alternativmethoden

Innovative Forschungsprojekte ohne Tierversuche


Auf einem Fachkongress im österreichischen Linz wurden aktuell zahlreiche Forschungsprojekte vorgestellt, die Tierversuche bei Giftigkeitstests oder in der Erforschung menschlicher Krankheiten ersetzen sollen. Die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche begrüßt Initiativen wie diese, da Tierversuche in einer modernen Gesellschaft ethisch nicht zu rechtfertigen sind und zudem die Übertragung der Ergebnisse auf den Menschen ein unkalkulierbares Risiko darstellt.

Auf dem ‚Europäischen Kongress für Alternativen zum Tierversuch’, der in diesem Jahr zum 18. Mal stattfand und an dem Vertreter des Ärztevereins teilnahmen, wurden rechtliche und ethische Aspekte diskutiert und Wissenschaftler aus zahlreichen Ländern stellten ihre aktuellen Forschungsergebnisse vor. Damit soll ein Beitrag in Richtung Ausstieg aus der standardmäßig tierexperimentell ausgerichteten Wissenschaft geleistet werden.

So wurde verdeutlicht, dass die Entwicklung eines neuen Medikamentes einige hundert Millionen Euro kostet, wovon rund 75% der Tatsache zuzurechnen sind, dass Tierversuche zu unbrauchbaren Ergebnissen führen. Auch wird die Anwendung vorhandener tierversuchsfreier Verfahren erschwert und vielfach verzögert. Denn tierversuchsfreie Tests müssen im Gegensatz zum Tierversuch langwierige Studien durchlaufen, um ihre Aussagekraft zu beweisen und zudem bürokratische Hürden bei der behördlichen Anerkennung überwinden.

Bei einem Vergleich zur Reaktion von Nervenzellen auf eine bestimmte Substanz zeigte sich, dass die Versuche an Mauszellen und Rattenzellen keine Übereinstimmung ergaben und die Zellen menschlicher Herkunft noch stärker davon abwichen. Zur Testung von Substanzen auf ihre Giftigkeit auf den menschlichen Körper wurde an der TU Berlin ein Multi-Organ-Biochip entwickelt, der die Verstoffwechslung und mögliche Nebenwirkungen eines Stoffs darstellen kann. Verwendet werden hierfür Zellen verschiedener Organe des Menschen, die aus Biopsien zur Verfügung stehen. In Japan entwickeln Forscher ein In-vitro-Modell, das die 28-Tage-Studie an Tieren zur Untersuchung der Giftigkeit bei wiederholter Gabe einer Substanz ersetzen soll. Bislang wird standardmäßig Ratten die zu testende Substanz täglich verabreicht. Je nach Schädlichkeit der Substanz sterben die Tiere qualvoll oder leiden an Vergiftungssymptomen.

Der Ärzteverein ist erfreut, dass immer mehr Wissenschaftler die Vorzüge der tierversuchsfreien Forschung wie Biochips, Computersimulationen und Forschung an menschlichen Zellen erkennen und die Aussagekraft der am Tier erlangten Erkenntnisse für den Menschen in Frage stellen. Er kritisiert jedoch, dass zahlreiche Projekte noch immer tierische Zellen verwenden oder Tierversuche beinhalten, die lediglich auf die Verminderung des Leids der Tiere abzielen.

Die Ärzte gegen Tierversuche fordern schon lange eine rein tierversuchsfreie Medizin und Wissenschaft, die aus ethischen Gründen nicht auf Tierleid basiert und im Gegensatz zum tierexperimentellen System den best möglichen Schutz des Menschen vor unerwünschten Nebenwirkungen bietet und die Entwicklung wirksamer Therapiemöglichkeiten erlaubt.

Weitere Information
Tierversuchsfreie Forschung >> 




 

01.10.2013

Ärzte gegen Tierversuche zum Welttierschutztag:

 

»Tierversuche sind grausam und wissenschaftlicher Unsinn«


Zum Welttierschutztag am 4. Oktober macht der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche erneut auf die Grausamkeit und den wissenschaftlichen Unsinn der tierexperimentellen Forschung aufmerksam und fordert eine Abkehr von diesem System.

Mittels gezielter Kampagnen, Protestaktionen, wissenschaftlichen Stellungnahmen und politischer Lobbyarbeit engagiert sich die Ärztevereinigung mit ihren lokalen Arbeitsgruppen seit rund 35 Jahren für eine Wissenschaft und Forschung ohne Tierversuche. So kämpft der Verein gegen den Neubau von zwei weiteren Tierversuchslabors in München mit einer Haltungskapazität für 90.000 Mäuse und Ratten sowie andere Tiere. Da die Käfige mehrfach im Jahr neu besetzt werden, ist die tatsächliche Zahl der Tiere, die in diesen Laboren leiden und sterben werden, noch wesentlich höher. Eine andere aktuelle Kampagne richtet sich gegen die grausamen Xenotransplantationsversuche unter anderem an der LMU München, bei denen beispielsweise Herzen von genmanipulierten Schweinen in Affen verpflanzt werden, mit der Folge, dass die Tiere qualvoll sterben.

In Tübingen und Magdeburg setzen sich die Ärzte gegen Tierversuche seit Jahren für ein Verbot der dort praktizierten Hirnversuche an Affen ein - Versuche, wie sie in München und Berlin von den zuständigen Behörden aus ethischen Gründen und mangels medizinischen Nutzens nicht genehmigt wurden.

Die Arbeitsgruppen des Vereins organisieren regelmäßig Protestaktionen an verschiedenen Flughäfen gegen die Affentransporte durch die Fluglinie Air France. Air France ist die letzte europäische Fluggesellschaft, die sich noch immer an dem brutalen aber lukrativen Geschäft beteiligt und Tierversuchslabors mit Affen aus unter anderem Mauritius versorgt.

Rund um den Welttierschutztag finden bundesweit zahlreiche Veranstaltungen statt. So organisiert die Arbeitsgruppe Köln der Ärztevereinigung gemeinsam mit anderen Tierschutzorganisationen das 1. Kölner Tierschutzfest und die AG München ist beim Veganen Oktoberfest in München präsent.

Der Verein unterstützt außerdem die EU-Bürgerinitiative »Stop Vivisection« für ein Verbot aller Tierversuche. Bis zum 31. Oktober müssen eine Million Unterschriften zusammenkommen, um der EU-Politik den Handlungsbedarf aufzuzeigen.

Der Welttierschutztag geht auf den Heiligen Franziskus von Assisi zurück, der das Tier als lebendiges Geschöpf Gottes und als Bruder des Menschen ansah. Auch den kleinsten Wurm betrachtete er als gottgewollt und schützenswert. Zwei Jahre nach seinem Tod wurde er am 4. Oktober 1228 heilig gesprochen. An diesem Tag weisen jedes Jahr weltweit Tierschützer auf die Leiden der Tiere hin.

Weitere Information:
Kampagnen und Aktionen des Vereins >>

EU-Bürgerinitiative www.stopvivisection.eu/de  




 

04.10.2013

»Unsinn Tierversuch«

Animationsfilm zu Tierversuchen veröffentlicht


Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche hat aktuell einen Animationsfilm veröffentlicht, in dem die wichtigsten Argumente gegen Tierversuche in ansprechender und zugleich fundierter Weise veranschaulicht werden.

Tierversuche werden standardmäßig mit dem zukünftigen Nutzen für den Menschen gerechtfertigt. Bei genauer Betrachtung jedoch wird deutlich, dass die Übertragung der am Tier gefundenen Erkenntnisse auf den Menschen ein unkalkulierbares Risiko darstellt. Denn ein Tier ist nach Aussage der Ärzte gegen Tierversuche kein Mensch, was sich unter anderem in Unterschieden hinsichtlich Stoffwechsel, Anatomie und Lebensweise zeigt.

In dem 6-minütigen Film wird mittels animierter Bilder an Beispielen verständlich erklärt, warum die Ergebnisse für die Anwendung am Menschen unbrauchbar und oft sogar gefährlich sind.

Obwohl Tierversuche unermessliches Leid für die Tiere bedeuten, will der Ärzteverein nicht durch reale Bilder abschrecken, sondern mittels Animation das Thema auf leichter verdauliche Weise veranschaulichen. Dem Zuschauer werden so kurz und prägnant zahlreiche Fakten aufgezeigt, die den Unsinn der Tierversuche klar vor Augen führen.



 

15.10.2013

Israelische Fluglinie verweigert Affentransport für Tierversuche

Air France fliegt immer noch Primaten in den Tod


Affen werden aus der Wildnis entrissen, unter unwürdigen Bedingungen gezüchtet und schließlich in alle Welt geflogen, um im Tierversuchslabor für Forschungszwecke herzuhalten. Aktuell hat die israelische staatliche Fluggesellschaft EL Al verweigert, 90 Langschwanzmakaken in die USA zu fliegen und bekam vom Obersten Gerichtshof Israels den Rücken gestärkt. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche lobt diese Entscheidung und fordert ein Verbot des Affenhandels.

Die Richter stützten ihre Entscheidung darauf, dass zahlreiche Fluglinien weltweit keine Affen mehr zur Versorgung der Tierversuchslabors transportieren und somit allein schon deshalb die Weigerung von EL Al angemessen sei. Zudem dürfen ab 2015 laut Erlass des israelischen Umweltministeriums keine Wildtiere für Tierversuche ins Ausland transportiert werden, worauf sich die Fluggesellschaft schon jetzt beziehen darf.

Die Firma BFC betreibt seit 1990 nahe Tel Aviv die Zuchteinrichtung Mazor mit rund 2.000 Affen, die teilweise als Wildfänge aus Mauritius stammen. Die 90 Makakenweibchen hätten für die Zulassung eines Medikaments zur Arthrose-Behandlung leiden und sterben sollen. Neben EL Al hatten auch zahlreiche ausländische angefragte Fluggesellschaften den Transport der Primaten zu Versuchswecken abgelehnt.

Jahrelange Proteste der Tierrechts- und Tierversuchsgegner-Bewegung zeigen Erfolg: fast alle Fluglinien sind aus diesem brutalen Geschäft ausgestiegen. Mittlerweile sind es nur noch wenige, darunter Air France als letzte europäische Airline, die die Tierversuchsindustrie aktiv unterstützen. Wenn keine Fluggesellschaft mehr bereit wäre, Affen zu transportieren, würde der Nachschub für die Tierversuchslabors in aller Welt erheblich erschwert werden.

Die Ärzte gegen Tierversuche begrüßen das vorbildliche Verhalten der Fluggesellschaften, die sich klar gegen das grausame Geschäft mit Affen zu Versuchszwecken aussprechen und den Transport der Tiere verweigern und loben die Entscheidung des Obersten Gerichtshof Israels als wegweisend. Der Ärzteverein betont, dass der Ausstieg von immer mehr Fluggesellschaften aus dem Affenhandel ein Beispiel dafür ist, wie viel durch konsequente und zielgerichtete Proteste für die Tiere erreicht werden kann.

Die Ärztevereinigung fordert ein Verbot des Affenhandels und setzt sich für ein vollständiges Ende der tierexperimentellen Forschung zugunsten einer ethischen und modernen Forschung ohne Tierversuche ein.

Weitere Information:
Kampagne NEIN zu Air France >> 
Kampagne Rettet die Affen von Mauritius >> 




 

22.10.2013

EU-Behörde verlangt doppelten Tierversuch

Ärzteverein will REACH-Chemikalien-Tierversuche verhindern


Gemeinsam mit unserem europäischen Dachverband ECEAE setzt sich unsere Ärztevereinigung seit Jahren aktiv dafür ein, Chemikalien-Tierversuche im Rahmen der REACH-Verordnung zu verhindern. Dank unserer wissenschaftlichen Arbeit konnten wir schon zahlreiche Tiere vor einem grausamen Tod durch die Chemikalientestung bewahren. Aktuell hat jedoch die EU-Chemikalienbehörde ECHA in einem Widerspruchsverfahren der deutschen Firma Lanxess eine niederschmetternde Entscheidung getroffen: Die Firma muss zwei zusätzliche Tierversuche an 580 Kaninchen und 100 Ratten durchführen.

Lanxess hatte gegen die Entscheidung der ECHA, dass zwei Versuchsreihen mit einem Flammschutzmittel durchgeführt werden müssen, Einspruch eingelegt. Gefordert wurde eine orale 90-Tage-Studie an 100 Ratten, bei der den Tieren die Testsubstanz täglich mit einer Schlundsonde in den Magen eingegeben wird. Je nach Art und Dosierung des Teststoffes kann es bei den Tieren zu Vergiftungserscheinungen kommen. Bei der zweiten Testreihe handelt es sich um einen Test zur Embryoschädlichkeit. Die Substanz wird schwangeren Kaninchen eingegeben, um die Auswirkungen auf die Entwicklung des Embryos zu prüfen.

Zusammen mit der ECEAE hatten wir die Firma Lanxess bei ihrem Einspruch unterstützt. In den USA wurde von einer staatlichen Einrichtung vor einigen Jahren eine vergleichbare 90-Tage-Studie geplant. Die Studie sollte voraussichtlich noch in diesem Jahr oder 2014 begonnen werden. Darauf hatten wir Lanxess aufmerksam gemacht, und die Firma hatte beantragt, auf das Ergebnis dieser Studie warten zu dürfen. Die ECHA akzeptiert dies jedoch nicht und hat dem Konzern auferlegt, bis Oktober 2015 den Tierversuch durchzuführen. Anstatt die Kooperation zwischen den Behörden der EU und den USA durch eine gemeinsame Verwendung der Daten zu fördern, verlangt die ECHA einen kurzfristig in der EU durchgeführten Tierversuch.

In der REACH-Verordnung ist festgelegt, dass Tierversuche nur »als letztes Mittel« durchgeführt werden dürfen und Daten von Firmen gegenseitig anerkannt werden sollen. Aus Sicht des Ärztevereins sind Tierversuche generell wissenschaftlich unsinnig, da tierversuchsfreie Testmethoden mit Zellkulturen, Computersimulationen und Biochips sehr viel aussagekräftigere Ergebnisse liefern. Wenn aber – wie in diesem Fall - die zuständige Behörde Bemühungen, einen doppelten Tierversuch zu vermeiden, nicht aktiv unterstützt, sondern im Gegenteil behindert, ist das ein Skandal!

Lanxess hatte weiterhin Einspruch erhoben, einen Test an rund 580 schwangeren Kaninchen zusätzlich zu einem früheren Test an schwangeren Ratten durchführen zu müssen, da diese Forderung nach der REACH-Verordnung nicht gerechtfertigt sei. Jedoch zeigt sich die ECHA auch hier nicht einsichtig und vertritt den Standpunkt, dass diese Tests grundsätzlich an zwei Tierarten durchgeführt werden müssen.

Trotz dieses Rückschlags sehen wir jedoch eine realistische Chance, wenigstens den in den USA geplanten Tierversuch noch zu verhindern. Durch unseren Einsatz konnten wir bereits erreichen, dass zahlreiche Chemikalien-Tierversuche nicht durchgeführt werden mussten. So war der von uns unterstütze Einspruch der Firma Honeywell gegen die Durchführung eines qualvollen Inhalationstests mit einem Kühlmittel an 120 Kaninchen erfolgreich. In einem anderen Fall konnten wir verhindern, dass eine Firma Giftigkeitsstudien an über 1.000 Ratten durchführen muss, da unser Experte herausfand, dass die geforderten Daten schon längst vorhanden waren. Insgesamt konnten wir bisher 10.000 Tiere vor einem Chemikalientod bewahren.

Durch eine Spende können Sie uns helfen, den Fortbestand unseres REACH-Projektes zu sichern.

Weitere Information:
REACH-Projekt >>

Mit einer Spende helfen, die Chemikalien-Tierversuche zu verhindern >> 




 

28.10.2013

Tierversuche steigen auf über 3 Millionen


Jeden Tag sterben 8.500 Tiere im Labor


Aus der heute veröffentlichten Tierversuchsstatistik des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) für das Jahr 2012 geht hervor, dass in deutschen Laboren 3.080.727 Tiere für Forschungszwecke verwendet wurden. Das sind rund 170.000 Tiere bzw. 5,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche spricht von einem Skandal. Die Zahlen bedeuten, dass jeden Tag 8.500 Tiere in unsinnigen und qualvollen Tierversuchen leiden. Die Torturen enden unweigerlich mit dem Tod der Tiere.

Die Dimension der Tierversuche ist höchst alarmierend. »In nur zehn Tagen werden in deutschen Laboren so viele Tiere zu Tode geforscht, wie Tübingen oder Gießen Einwohner haben. Nach einem Monat wäre eine Stadt wie Braunschweig oder Mönchengladbach ausgelöscht«, führt Dipl.-Biol. Silke Bitz, Sprecherin der Ärztevereinigung, vor Augen. Der Verein kritisiert, dass entgegen politischer Versprechungen, Tierversuche zu reduzieren, die Zahlen seit Jahren dramatisch steigen. Von 1997 bis 2012 hat sich die Zahl mehr als verdoppelt.

Grund für die seit Jahren unaufhörlich steigenden Zahlen ist vor allem die per Definition zweckfreie Grundlagenforschung, die 2012 rund 37 % der im Tierversuch getöteten Tiere zu verantworten hat und bei der es um das reine Streben eines Forschers nach Erkenntnis geht. Bei den Giftigkeitsprüfungen gibt es dagegen einen Rückgang um etwa 8.000 Tiere auf jetzt 5,5 Prozent der Gesamtzahl. Den seit Jahren andauernden Abwärtstrend in diesem Bereich führt der Ärzteverein auf den verstärkten Einsatz tierversuchsfreier Testmethoden zurück.

Von den im Jahr 2012 in Deutschland für Versuchszwecke getöteten Tiere waren rund 2,3 Millionen Mäuse, 418.145 Ratten, 166.396 Fische, 75.848 Vögel, 97.236 Kaninchen, 2.612 Hunde, 1.686 Affen, 863 Katzen sowie zahlreiche andere Tiere. Rund 890.000 der Mäuse waren genmanipuliert, bei Ratten waren es fast 8.000.

Gegenüber dem Vorjahr wurden somit über 200.000 Mäuse, rund 15.000 Ratten und fast 10.000 Kaninchen mehr »verbraucht«. Ein Anstieg ist auch bei Hunden und Katzen zu verzeichnen. So mussten 278 mehr Katzen und 138 mehr Hunde als im Vorjahr für fragwürdige Forscherinteressen leiden.

Die Ärztevereinigung gibt zudem zu bedenken, dass es eine Dunkelziffer von getöteten Tieren insbesondere bei den Nagern gibt, die in der Statistik nicht erfasst werden. So werden Tiere, die bei der Zucht aussortiert und getötet oder durch die Haltungsbedingungen sterben, in der offiziellen Statistik nicht erfasst. Auch die bei der Genmanipulation entstehenden »Ausschusstiere« werden in den amtlichen Zahlen nicht aufgeführt. Berechnungen gehen davon aus, dass hierbei 90 bis 99 % Tiere entstehen, die nicht die gewünschte Veränderung haben und wie Müll entsorgt werden.

Die Experten der Ärzte gegen Tierversuche fordern seit Jahren den Ausstieg aus dem unethischen und wissenschaftlich fatalen Irrweg Tierversuch. Stattdessen sollen moderne Forschungsmöglichkeiten zum Einsatz kommen, da mittels Bevölkerungsstudien, Computersimulationen, Biochips und Zellsystemen aussagekräftige Erkenntnisse erlangt werden können.

Weitere Information:

Tierversuchsstatistiken >>

Tierversuchszahlen 2012 (PDF) >>




 

31.10.2013

Ausweitung von Tierversuchen in München

Protestaktion gegen das Biomedizinische Zentrum der LMU


Die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche (ÄgT) und das Bündnis Bayerischer Tierrechtsorganisationen (BBT) veranstalten anlässlich der Infoveranstaltung des Biomedizinischen Zentrums der LMU (BMC) am 5. November 2013 eine Protestaktion gegen die Ausweitung von Tierversuchen.

In seinem Ankündigungsflugblatt wirbt das BMC der »derzeit größte deutsche Forschungsbau« zu sein. Übersetzt heißt das laut Ärztevereinigung, dass hier grausame Tierversuche in besonders großem Ausmaß stattfinden werden, wovon in dem Infoblatt jedoch nichts zu lesen ist. Nach Angaben des Vereins entstehen im Untergeschoss des Neubaus auf 2.000 qm riesige Tierhaltungsbereiche mit 9.000 Käfigen für rund 54.000 Mäuse und andere Nagetiere. Außerdem sollen dort Fische und Frösche gehalten werden. Die Tiere müssen für die zweckfreie Grundlagenforschung herhalten. Allein der Bau wird mit 125 Millionen Euro aus öffentlichen Geldern finanziert, die laufenden Kosten werden viele weitere Millionen betragen.

Die Ärzte gegen Tierversuche und das Bündnis Bayerischer Tierrechtsorganisationen haben im August 2013 eine Kampagne gestartet, um gegen das neue Tierversuchslabor am BMC sowie ein weiteres, das am Klinikum rechts der Isar geplant ist, zu protestieren. An diesem Forschungszentrum für Translationale Onkologie (TranslaTUM) sind Haltungskapazitäten von über 6.000 Käfigen für bis zu 36.000 Mäuse und 800 Ratten vorgesehen, finanziert mit 50 Millionen Euro aus der Tasche des Steuerzahlers. Tiere sollen genmanipuliert und unter dem Deckmantel der Krebsforschung leiden und sterben, kritisierten die Ärzte gegen Tierversuche. Die Experten prangern Tierversuche als unethisch und wissenschaftlich unsinnig an und fordern eine Umwidmung der bereit gestellten Steuermillionen.

München ist eine Tierversuchshochburg mit erschreckenden Dimensionen. Von den bundesweit jährlich über 3 Millionen für Tierversuche verwendeten Tieren entfallen etwa 340.000 auf Bayern. »Allein mit den Haltungskapazitäten von 90.000 Mäusen werden die beiden neuen Münchner Labors zu einer Ausweitung der tierexperimentellen Forschung in Bayern um fast 30 % führen«, erläutert Dipl.-Biol. Silke Bitz, Sprecherin der Ärztevereinigung. Dabei bezieht sich dies nur auf die Haltungskapazität. »Die tatsächliche Zahl an Tieren, die für die Tierversuchsindustrie herhalten muss, ist um ein vielfaches höher, da Plätze von Tieren, die zu Tode experimentiert wurden, wieder neu besetzt werden und unter anderem die bei gentechnischen Versuchen entstehenden sogenannten Ausschusstiere nicht mitgezählt werden«, so Bitz weiter.

Der Ärzteverein warnt schon lange davor, dass die auf Tierversuchen basierende medizinische Forschung nicht nur Millionen Tieropfer bedeutet, sondern mangels Übertragbarkeit auf den Menschen ein fataler Irrweg ist. Er fordert eine umgehende Abkehr vom System Tierversuch zugunsten einer ethischen Medizin und Wissenschaft, bei der Ursachenforschung und Prävention von Krankheiten sowie tierversuchsfreie Tests mit menschlichen Zellen, Computersimulationen, Biochips sowie Bevölkerungsstudien zu aussagekräftigen Ergebnissen führen.

Protestaktion gegen das Biomedizinische Zentrum der LMU:
5.11.2013, 18.30 - 20.30 Uhr
Am Klopferspitz 18, direkt an der Bushaltestelle »Max-Planck-Institute« der Linie 226, 82152 Martinsried

Weitere Information:
Kampagne Tierversuchshochburg München: Stoppt Laborneubauten! >>




 

19.11.2013

Botox-Tierversuche:

Firmen zunehmend unter Druck


Der britische Hersteller von Botox*-Produkten, Ipsen, strebt an, ab Ende 2014 hierfür keine Tierversuche mehr durchzuführen. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche zeigt sich erfreut darüber, kritisiert jedoch, dass bis dahin nach wie vor Zehntausende Mäuse einen qualvollen Tod für die Schönheitsprodukte sterben müssen. Zudem könne erst nach dieser Frist beurteilt werden, ob Ipsen Wort gehalten hat.

Wie Ipsen der belgischen Tierrechtsorganisation GAIA, die wie Ärzte gegen Tierversuche Mitglied bei der Europäischen Koalition zur Beendigung von Tierversuchen (ECEAE) ist, in einem aktuellen Gespräch mitteilte, soll voraussichtlich Ende 2014 Schluss mit Tierversuchen für die Chargenprüfung seiner Botulinumtoxinprodukte Azzalure and Dysport sein. Der Konzern geht eigenen Angaben zufolge davon aus, bis dahin eine Zulassung für die tierversuchsfreie Testung zu erhalten.

Auch die Frankfurter Firma Merz testet seine Botox-Produkte Xeomin und Bocouture im Tierversuch. Wie Merz der Ärztevereinigung kürzlich mitteilte, will die Firma Ende 2014 eine tierversuchsfreie Methode bei der Behörde einreichen. Ob und wann diese Methode dann anerkannt wird, ist laut Ärzteverein fraglich. Der Marktführer Allergan dagegen hat bereits zumindest in den USA und Europa eine Zulassung für eine tierversuchsfreie Testmethode.

Bei dem Tierversuch handelt es sich um den besonders umstrittenen LD50-Test. Gruppen von Mäusen wird die Substanz in verschiedenen Dosierungen in die Bauchhöhle injiziert, um die Dosis zu ermitteln, bei der die Hälfte der Tiere stirbt. Für die Mäuse ist das mit unvorstellbaren Qualen verbunden. Das Gift lähmt die Atemmuskulatur, die Tiere ersticken bei vollem Bewusstsein. Merz lässt nach Kenntnis der Ärzte gegen Tierversuche jährlich mindestens 34.000, Ipsen rund 70.000 Mäuse auf diese Weise töten.

Produkte mit Botulinumtoxin werden für verschiedene medizinische Indikationen wie Schiefhals eingesetzt. Der Großteil der Anwendungen erfolgt jedoch zu rein kosmetischen Zwecken, wie die Glättung von Falten. Tierversuche für Kosmetika sind EU-weit verboten, das Testungsverbot wird jedoch umgangen. Da das Nervengift gespritzt und nicht auf die Haut aufgetragen wird, erfolgt die Zulassung als Arzneimittel.

Der Verein Ärzte gegen Tierversuche führt seit Anfang 2007 eine Protestkampagne gegen Botox-Tierversuche durch. Zusammen mit seinem europäischen Dachverband ECEAE wurde die Kampagne europaweit ausgedehnt. Gemeinsam mit seinen Partnern bei der ECEAE werden die Ärzte gegen Tierversuche weiterhin mit Nachdruck fordern, dass die Testung von Botox-Produkten von allen Herstellern vollständig tierversuchsfrei erfolgt.

* »Botox« ist der Handelsname eines Produktes aus dem Bakteriengift Botulinumtoxin der Firma Allergan. An dieser Stelle wird »Botox« nicht als Handelsname, sondern als Abkürzung für Botulinumtoxin verwendet.

Weitere Information:
Stoppt Botox-Tierversuche! >> 

Die hässliche Wahrheit über Botox (Video) >> 




 

22.11.2013

Erfolg in England


Bau von Hundezucht für Tierversuche verhindert


Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche zeigt sich erfreut über den großen Erfolg seines britischen Partnervereins BUAV. Diesem ist es aktuell gelungen, in England die Genehmigung des Baus einer Zuchtanlage für Hunde und andere Tiere, die für Tierversuche vorgesehen waren, zu verhindern.

In dem Neubau in Grimston, England, war die Zucht von Hunden, Frettchen und Nagetieren vorgesehen, die wie Ware an Tierversuchslabors geliefert werden sollten, um für Forschungszwecke zu leiden und sterben, erläutern die Ärzte gegen Tierversuche.

Mit einer Petition und Öffentlichkeitsarbeit hat die Tierversuchsgegnerorganisation BUAV seit Bekanntwerden des Bauvorhabens im September 2013 eine große Protestwelle in der Bevölkerung hervorgerufen. Kürzlich überreichte sie dem für die Baugenehmigung zuständigen Bezirksrat East Riding of Yorkshire Zehntausende von Unterschriften von Bürgern, welche fordern, die Hundezuchtanlage nicht zu genehmigen. Dieser lehnte daraufhin den Bauantrag ab.

Die Ärzte gegen Tierversuche beglückwünschen ihren britischen Partnerverein zu seinem Kampagnenerfolg und zeigen sich hoch erfreut über dieses klare Signal der Lokalpolitiker.

Die Ärztevereinigung tritt seit Jahrzehnten für ein vollständiges Ende aller Tierversuche ein. Sie fordert ein gesetzliches Verbot für Tierversuche und einen Paradigmenwechsel hin zu tierversuchsfreier Forschung. Neben der ethischen Unvertretbarkeit sind Tierversuche für den Menschen mit unkalkulierbaren Risiken verbunden, da Ergebnisse vom Tier nicht auf den Menschen übertragen werden können.

Weitere Information:
Stop Vivisection: Erfolg: Proteste stoppen Zuchtfarm für Tierversuche in England >>




 

26.11.2013

Gipfel der Skrupellosigkeit

Kinder zur Tierquälerei angestiftet


Mit dem harmlos klingenden Aufruf »Neurowissenschaft für jeden« richtet sich eine US-Firma gezielt an Kinder, um diese zu Hirnversuchen an Tieren anzustiften und so den Nachwuchs an Tierexperimentatoren zu sichern. Ein Bausatz mit der Ausrüstung samt lebender Küchenschaben oder Grillen kann per Internet bestellt werden. Der Ärzteverein ist zutiefst entsetzt und spricht vom »Gipfel der Skrupellosigkeit der Tierversuchslobby«.

Mit der Aufmachung einer Bastelanleitung wirbt eine US-Firma für Naturwissenschaften und die »faszinierende Hirnforschung«. Dahinter verbergen sich Anleitungen zu Tierversuchen für Kinder, die teilweise per Video vorgeführt werden. Lehrer werden dazu aufgerufen, diese Versuche in den Unterricht zu integrieren und Laien dazu ermuntert, an Tieren herumzuexperimentieren. So kann an Grillen der Einfluss von Nikotin auf das Gehirn untersucht werden oder einer Kakerlake Elektroden ins Gehirn getrieben werden, um sie wie ein Modellauto per Smartphone fernzusteuern. Die Präparation eines Insektenbeins, ein Tierversuch zur Untersuchung der Reizverarbeitung im Gehirn, bezeichnet die Firma als eines ihrer besten Experimente und lobt sich dafür, neurologische Vorgänge so verständlich darzustellen.

Der Ärzteverein sieht dies als besonders üblen Auswuchs der Tierversuchsindustrie, die nicht nur Tieren gegenüber keine Ethik hat, sondern auch nicht davor zurückschreckt, Kinder für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Mit der Ermunterung, Hirnexperimente an Kakerlaken und anderen Tieren durchzuführen, zielt die Firma nach Ansicht des Vereins darauf ab, Kinder zu desensibilisieren und zu zukünftigen Tierexperimentatoren heranzuziehen.
»Kinder sind aus gutem Grund besonderem Schutz unterstellt. Es ist unfassbar, mit welch drastischen Mitteln bereits die Jüngsten regelrecht zur Tierquälerei angeleitet werden«, kritisiert Dipl.-Biol. Silke Bitz, Sprecherin der Ärztevereinigung. Die Verharmlosung solcher Grausamkeiten kann zu einer Verrohung bereits im Kindesalter führen. Wissenschaftlichen Studien zufolge erhöht Grausamkeit gegen Tiere die spätere Bereitschaft zu zwischenmenschlicher Gewalt.

Präparationssets mit eigens für diesen Zweck getöteten Kaninchen, Ratten, Fröschen und sogar Katzen sind in den USA schon seit langem auf dem Markt. Die Ärzte gegen Tierversuche fürchten, dass dies sowie die Anleitungen zu Hirnversuchen an lebenden Küchenschaben oder Grillen, die bei vielen Menschen weniger Empathie hervorrufen als beispielsweise Katzen, erst der Anfang sind. Ihrer Ansicht nach versucht die Tierversuchsindustrie die frühkindliche Entwicklung dahingehend zu manipulieren, dass bereits sehr junge Menschen jedes Gefühl dafür verlieren, welch großes Leid sie damit für ein anderes Lebewesen verursachen. Sie verweisen auf Untersuchungen, welche belegen, dass Kinder naturgemäß Tiere lieben, negativ beeinflusst vom Umgang vieler Erwachsener mit Tieren jedoch häufig einen Prozess der tierfeindlichen Sozialisation durchleben.

Der Ärzteverein appelliert an Eltern, Lehrer und Pädagogen, ihren Nachwuchs vor den brutalen Machenschaften der Tierexperimentatorenlobby zu schützen. Er empfiehlt stattdessen, Kindern und Jugendlichen die Problematik schonend und einfühlsam näher zu bringen. Der Verein vermittelt mit seinem Projekt »Harry hilft Tieren« altersgerecht Fakten und Hintergründe zu Tierversuchen und hat Unterrichtsmaterial für verschiedene Alterstufen erstellt. Und zum bevorstehenden „Fest der Liebe“ empfiehlt die Ärztevereinigung, das Leid der Tiere in den Labors nicht aus dem Bewusstsein auszublenden, sondern aktiv zur Abschaffung der Tierversuche beizutragen.

Weitere Information:
Projekt Harry hilft Tieren: Unterrichtsmaterial »Affen, Mäuse und Menschen (Klassen 5 bis 7)« und »Pro und Kontra Tierversuche: Unterrichtsmaterial für die Mittel- und Oberstufen« >> 

WDR-Beitrag: Zweifelhafte Tierversuche im Kinderzimmer: Ferngesteuerte Kakerlaken >>

„Backyard Brains" – Hirnexperimente an Tieren (Achtung: Videos nicht für Kinder und Jugendliche geeignet) >> 




 

28.11.2013

„Ausschuss“ bei Tierversuchen


Ärzteverein will, dass alle Tiere gezählt werden


Anlässlich der Abstimmung über die Tierversuchs-Meldeverordnung im Bundesrat am 29.11.2013 lobt die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche den Vorstoß des Landes Baden-Württemberg, das einen Antrag eingebracht hat, um auch sogenannte Vorratstiere der Tierversuchslabors statistisch zu erfassen. In einem Schreiben appelliert der Verein an die anderen Bundesländer, dem Antrag zuzustimmen.

Mit seinem Antrag möchte Baden-Württemberg unter anderem erreichen, dass die Zahl der Tiere, die zur Aufrechterhaltung von Zuchtlinien oder die auf Vorrat gezüchtet und ohne weitere Verwendung getötet werden, erfasst werden.

»Der Vorstoß von Baden-Württemberg ist wegweisend, um zumindest etwas Licht ins Dunkel der Dimension der Tierversuche zu bringen«, kommentiert Dipl.-Biol. Silke Bitz, Sprecherin der Ärztevereinigung. Bislang gibt es keine belastbaren Zahlen darüber, wie viele Tiere tatsächlich in deutschen Labors leiden und sterben. Die offizielle Statistik mit über drei Millionen Wirbeltieren im Jahr 2012 ist nur die Spitze des Eisbergs. Bei der Zucht und »Vorrats«haltung entstehen sogenannte Überschusstiere, die getötet werden, ohne in der Statistik aufzutauchen. Wirbellose Tiere wie Insekten fallen von vornherein nicht unter das Tierschutzgesetz und werden nicht gezählt. Schätzungen zufolge entstehen bei der Genmanipulation von Tieren über 90 % »Ausschuss«tiere, die nicht die vom Forscher gewünschten Änderungen aufweisen, wie Müll entsorgt und statistisch nicht berücksichtigt werden.

Durch das neue Tierschutzgesetz und die Tierversuchsverordnung, welche der Umsetzung der EU-Tierversuchsrichtlinie dienen, wurde auch die Überarbeitung der Tierversuchs-Meldeverordnung aus dem Jahr 1999 notwendig. Diese verpflichtet Einrichtungen, die Tierversuche durchführen, zur Meldung bestimmter Daten wie Tierzahl und Verwendungszweck von Tieren an die Behörde. Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) legte im August 2013 einen Entwurf vor, aus dem nach Ansicht des Ärztevereins deutlich wurde, dass es einzig um die Verwaltung von Tierversuchen geht und diese möglichst bequem für die Experimentatorenlobby zu gestalten. So können Fische und Kopffüßer auf Basis von Schätzwerten gemeldet werden, anstatt die genaue Tierzahl anzugeben. Künftig soll nach dem Willen des BMELV auch nicht mehr nachvollziehbar sein, ob ein Tier aus einer Zuchteinrichtung in Deutschland stammt, sondern nur noch, ob es aus der EU kommt, was die ohnehin kaum vorhandene Transparenz weiter verschleiert.

Die Ärztevereinigung hat den Prozess der Neugestaltung der Regelungen zu Tierversuchen von Beginn an auf EU- und Bundesebene begleitet und versucht, durch Stellungnahmen und Lobbyarbeit Verbesserungen im Sinne der Tiere zu erreichen. Sie ist bestürzt darüber, dass die Bundesregierung die Schaffung einer innovativen Forschung ohne Tierversuche massiv untergraben hat. So bleiben Versuche, die besonders schweres Leid für die Tiere verursachen, erlaubt und der Experimentator darf dies sogar noch überschreiten. Die EU dagegen hatte empfohlen, solche Versuche aus ethischen Gründen zu verbieten.

Der Verein verweist auf die EU-Bürgerinitiative www.stopvivisection.eu, in der über eine Million Bürger von der Politik eine tierversuchsfreie Forschung fordern. Allein in Deutschland wurden über 150.000 Unterschriften gesammelt und damit 100 % mehr als gemäß EU-Kommission erforderlich. Nach Ansicht der Ärzte gegen Tierversuche ist im Sinne von Mensch und Tier ein vollständiger Paradigmenwechsel hin zu einer rein tierversuchsfreien Forschung erforderlich, da Tierversuche ethisch nicht vertretbar sind und zudem die Übertragung der Ergebnisse vom Tier auf den Menschen ein unkalkulierbares Risiko darstellt.

Weitere Information:
Baden-württembergische Tierschutz-Initiative im Bundesrat: Landesregierung setzt sich für mehr Transparenz bei Versuchstierzucht ein (PDF) >> 

EU-Tierversuchsrichtlinie – Hintergrundinfos >> 

Bundesrat Drucksache 731/1/13 vom 15.11.2013, Empfehlungen der Ausschüsse




 

02.12.2013

Tierversuche im Bundesländervergleich

Nordrhein-Westfalen führt Negativ-Rangliste an


Rund die Hälfte der 2012 in Deutschland in Tierversuchen getöteten Tiere gehen auf das Konto von Labors der drei Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Berlin. Die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche zeigt in ihrer aktuellen Deutschlandübersicht, in welchen Bundesländern die meisten Tierversuche stattfinden und kritisiert die auf immer mehr Tierleid ausgerichtete Wissenschaft.

Bundesweit nimmt im Jahr 2012 Nordrhein-Westfalen mit 547.240 Tieren, was 17,76% der Gesamtzahl von bundesweit 3,1 Millionen Tieren entspricht, die Spitzenposition in Sachen grausamer und rückschrittlicher Forschung ein. Das entspricht einer Zunahme um fast 20 % bzw. 91.000 Tieren mehr, die im Vergleich zum Vorjahr für fragwürdige Experimente ihr Leben lassen mussten. Damit löst Nordrhein-Westfalen knapp das Land Baden-Württemberg ab, dessen Labors bislang den höchsten Tierverbrauch zu verantworten hatten.

In Düsseldorf finden nach Aussage des Ärztevereins besonders perfide Tierversuche statt. So müssen Hunde für Experimente in der Zahnmedizin und Ratten für neurologische Forschungszwecke herhalten. Hunden werden Zähne gezogen, um beispielsweise Zahnimplantate für den Menschen zu erproben, ungeachtet der Tatsache, dass das Hundegebiss sich von dem des Menschen unterscheidet. An Ratten wird Depressionsforschung betrieben, indem sie in einem Wasserbassin schwimmen müssen. Eine Ratte, die aufgibt und sich treiben lässt, gilt als depressiv. Die Experten der Ärztevereinigung bezeichnen die Versuche als vollkommen realitätsfern, ethisch inakzeptabel und wissenschaftlich unsinnig.

Platz zwei der Negativ-Rangliste belegt Baden-Württemberg mit 17,67% Tierverbrauch bzw. 544.275 Tieren im Jahr 2012. Hier wurden aktuell knapp 39.000 Tiere weniger zu Tode geforscht als im Vorjahr. In Baden-Württemberg werden an mehreren Tübinger Instituten noch immer Hirnversuche an Affen durchgeführt, wie sie von den Behörden in anderen Bundesländern aus ethischen Gründen nicht gestattet werden. Am Mannheimer Zentralinstitut für Seelische Gesundheit werden an Ratten Veränderungen im Gehirn bei Essstörungen untersucht. Die Tiere müssen solange hungern, bis sie nur noch etwa die Hälfte ihres Normalgewichts wiegen.

Berlin kommt mit 14,16% bzw. 436.163 Tieren im selben Jahr an dritter Stelle und hat damit den Tod von über 60.000 Tieren mehr als 2011 zu verantworten. Das Berliner Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) ist schon jetzt eine der größten tierexperimentellen Einrichtungen Deutschlands. Mit einem Laborneubau sollen die Kapazitäten weiter erhöht werden.

Mit 12,44 % bzw. 383.393 Tieren liegt Bayern auf dem vierten Platz im Bundesvergleich. An der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) finden qualvolle Xenotransplantationsversuche statt, bei denen das Herz genmanipulierter Schweine in Affen verpflanzt wird. An der LMU und TU München entstehen derzeit zwei weitere riesige Tierversuchslabors. „Allein mit den angegebenen Haltungskapazitäten für über 90.000 Tiere werden die zwei neuen Labors zu einer Ausweitung der tierexperimentellen Forschung in Bayern um rund 25 % führen", kommentiert Dipl.-Biol. Silke Bitz, Sprecherin der Ärztevereinigung.

Der Verein setzt sich seit Jahrzehnten für eine fortschrittliche Medizin und Wissenschaft ein, die im Sinne von Mensch und Tier auf einem rein tierversuchsfreien System basieren muss. Kombinationen aus Tests an Zellkulturen, Computersimulationen, Biochips und bildgebenden Verfahren liefern im Gegensatz zum Tierversuch aussagekräftige Ergebnisse für die Humanmedizin.

Weitere Information:
Bundesländervergleich - Negativ-Rangliste zu Tierversuchen >>


 

13.12.2013

11,5 Millionen Tiere sterben in Europas Labors

Jeder fünfte Tierversuch findet in Deutschland statt


Die soeben veröffentlichte Tierversuchstatistik der 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union für das Jahr 2011 offenbart, dass 11,5 Millionen Tiere für Forschungszwecke leiden und sterben mussten. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche sieht die Politik in der Pflicht, endlich die Reißleine zu ziehen und ethischen und modernen tierversuchsfreien Methoden den Weg frei zu machen.

11.481.521 Tiere mussten 2011 in Europas Labors für fragwürdige Forschungen herhalten. Frankreich, Deutschland und Großbritannien stechen in den EU-Zahlen besonders negativ hervor: 55 % aller Tiere wurden allein in diesen drei Ländern zu Tode geforscht, wovon Deutschland 18 % zu verantworten hat. In der EU mussten aktuell 6.999.312 Mäuse (61 % der Gesamttierzahl), 1.602.969 Ratten (14 %), 1.397.462 Fische (12,4 %), 17.896 Hunde, 3.713 Katzen, 6.095 Affen und zahlreiche andere Tiere in grausamen Laborversuchen sterben.

Insgesamt ging in der EU die Zahl der im Jahr 2011 in Tierversuchen verwendeten Tiere im Vergleich zu 2008 – die EU-Statistik erscheint nur alle drei Jahre - zwar um 4,8 % zurück. Einige Länder verzeichnen jedoch einen erschreckenden Anstieg, so auch Deutschland. Der Verein beklagt die in Deutschland vorherrschende tierfeindliche Bundesregierung, die sich unermüdlich als Handlanger der milliardenschweren und einflussreichen Tierversuchslobby zeigt. Zudem sind die Tierversuchszahlen unvollständig, da die zu wissenschaftlichen Zwecken getöteten Tiere in der EU-Statistik nicht erfasst werden.

Besonders alarmierend findet die Ärztevereinigung den Anstieg der per Definition zweckfreien Grundlagenforschung von 38 % im Jahr 2008 auf nun 46 %. Hier werden in großem Stil Tiere genmanipuliert und es geht um die reine Befriedigung der Forscherneugier, bei der anwendbare Ergebnisse nicht das Ziel sind. Der Verein kritisiert aufs Schärfste, dass Tiere, die genauso leidensfähig sind wie der Mensch, der reinen Willkür experimentierfreudiger Forscher und dem Unwillen der Politik, endlich zu handeln, schutzlos ausgeliefert sind. Dies sieht die Ärztevereinigung auch in der neuen EU-Tierversuchsrichtlinie bestätigt, die einen wirksamen Schutz der Tiere vollständig verfehlt. Ferner sind laut Statistik 90 Tiere durch die Testung von kosmetischen Inhaltstoffen zu Tode gekommen, was rechtswidrig ist, da Tierversuche zu diesem Zweck seit 2009 EU-weit verboten sind. Rund 11 % der Tiere starben bei der Herstellung von medizinischen Produkten und etwa 9 % in Giftigkeitstests.

Der Verein warnt seit vielen Jahren vor den Gefahren des Tierversuchs. Er engagiert sich für ein Ende aller Tierversuche zugunsten einer ethischen und wissenschaftlich sinnvollen tierversuchsfreien Forschung. Diese würde nicht nur Millionen Tieren einen qualvollen Tod im Labor ersparen, sondern mittels durchdachter Forschung an Zellen, Biochips und Computersimulationen zu aussagekräftigen Ergebnissen für den Menschen führen.

Weitere Information:
EU-Tierversuchsstatistik (PDF) >>

Tierversuchsstatistik Deutschland >>

Drucken


https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/presse/pressearchiv/1507-pressearchiv-2013