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Pressearchiv 2013 - 16.07.2013 Bayer-Jubiläum

 

16.07.2013

Bayer-Jubiläum

Ärzteverein kritisiert Profitgier des Pharmariesen auf Kosten von Mensch und Tier


Anlässlich der heutigen 150-Jahresfeier des Pharmakonzerns Bayer sieht der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuch keinen Grund zur Freude. Bayer testet Lacke, Schmiermittel und Arzneimittel an Tieren, vorgeblich zum Wohle des Menschen. Tatsächlich geht es laut Verein einzig um den Profit und die rechtliche Absicherung. Tierversuche seien unethisch und verantwortungslos nicht nur Tieren, sondern auch Menschen gegenüber, da die Ergebnisse nicht auf den Menschen übertragbar sind.


Auf der Internetseite wirbt der Pharmariese anlässlich seines Jubiläums mit der Mission »Science For A Better Life (Wissenschaft für ein besseres Leben)«. Darüber, dass von den jährlich bundesweit rund 3 Millionen Tieren, die in Versuchen leiden und sterben, allein rund 170.000 bzw. fast 6 Prozent auf das Konto von Bayer gehen, ist allerdings nichts zu lesen, ebensowenig über die in Deutschland jedes Jahr mindestens 58.000 Menschen, die Opfer von tiererprobten Arzneimitteln werden und sterben.

Die Bundeskanzlerin Angela Merkel, die nach Angaben der Coordination gegen Bayer-Gefahren (CBG) zu den prominenten Gästen der Jubiläumsfeier zählt, sollte nach Ansicht der Ärztevereinigung lieber Verantwortung zeigen und konkrete Konzepte zum Ausstieg aus der tierexperimentellen Forschung vorlegen, anstatt weiterhin eine tierfeindliche Politik zu führen und kurz vor der Bundestagswahl in den Kreisen der finanzstarken Tierversuchslobby Wählerstimmen zu gewinnen.

In der Firmenpolitik der chemischen und pharmazeutischen Industrie ging es von jeher um Profit ohne Rücksicht auf Verluste, woran sich bis heute nichts geändert hat, kritisieren die Ärzte gegen Tierversuche. Schädliche Nebenwirkungen von Wirkstoffen werden oft verschwiegen, indem nur »positive« Studien veröffentlicht werden, die »negativen« aber nicht. Gelangen Informationen über schwerwiegende oder gar tödliche Nebenwirkungen eines Präparates an die Öffentlichkeit, versuchen die Unternehmen meist, dies so lange wie möglich zu vertuschen. Bayer tat das beispielsweise im Fall des Blutstillungspräparats Trasylol, das verstärkt schwere Nierenschäden, Herzversagen und Schlaganfälle mit Todesfolge verursacht, und Pfizer beim Antidepressivum Zoloft, das zu einer Steigerung der Selbsttötungsabsicht führt.

Die Ärztevereinigung weist schon lange darauf hin, dass Tierversuche Chemikalien, Arzneimittel oder Lebensmittelinhaltsstoffe nicht sicher für den Menschen machen, wie vielfach behauptet wird. Tierversuche dienen dem reinen Profit und der rechtlichen Absicherung der Firmen, falls jemand durch ein Produkt zu Schaden kommt. Da Tier und Mensch unterschiedlich auf Substanzen reagieren, ist die Übertragung der Ergebnisse aus Tierversuchen immer ein unkalkulierbares Risiko, oft mit Todesfolge. Die Testung an menschlichen Zellen in Kombination mit Biochips und Computersimulationen liefert dagegen aussagekräftige Erkenntnisse.

Weitere Information:
Pressemitteilung: Jährlich mindestens 170.000 Tierversuche allein bei BAYER >>
Coordination gegen Bayer-Gefahren >>

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