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Pressearchiv 2013 - 09.07.2013 Bevölkerungsstudie des Forschungsministeriums

 

09.07.2013

Bevölkerungsstudie des Forschungsministeriums:


Sinnvolle Krankheitsforschung ohne Tierversuche


Die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche zeigt sich erfreut über die Ankündigung des Bundesforschungsministeriums, eine Bevölkerungsstudie durchzuführen, um Erkenntnisse über Krankheiten wie Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Demenz zu erhalten. Sie sieht darin einen wichtigen Schritt für die sinnvolle Krankheitsforschung, die nur ohne Tierversuche zu aussagekräftigen Ergebnissen führen könne.

Über einen Zeitraum von 20 Jahren werden bei rund 200.000 Menschen zwischen 20 und 69 Jahren unter anderem Blutdruck, Herzfrequenz, Blutzucker, Lungenfunktion, Zahngesundheit und geistige Fähigkeiten erfasst und die Teilnehmer zu Lebensgewohnheiten und Lebensumständen befragt. Zudem sollen Umwelteinflüsse, Ernährung, soziales Umfeld sowie hormonelle oder genetische Faktoren einbezogen werden. Die Ergebnisse sollen helfen, Ursachen von Krankheiten aufzuklären, Wege einer wirksamen Vorbeugung aufzuzeigen und sinnvolle Behandlungsmöglichkeiten zu finden.

Der Verein Ärzte gegen Tierversuche begrüßt diese Langzeitstudie als fortschrittlichen Weg, um medizinisch relevante Erkenntnisse zu gewinnen. Die üblicherweise zur Erforschung menschlicher Erkrankungen konstruierten »Tiermodelle« seien dagegen altertümlich, grausam und zur Übertragung auf die Situation beim Menschen nutzlos. Die Megastudie wird mit 210 Millionen Euro aus öffentlichen Geldern gefördert, was nach Ansicht des Vereins im Vergleich zu den jährlich Milliarden, die in Tierversuche investiert werden zwar wenig, aber immerhin ein sehr wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist.

»Dass mit Tierversuchen keine sinnvollen Erkenntnisse für die Medizin des Menschen gewonnen werden können, liegt in der Natur der Sache und ist seit Langem bekannt«, erläutert Dipl.-Biol. Silke Bitz, Sprecherin der Ärztevereinigung. Denn menschliche Krankheiten werden im Tierversuch nur auf Symptome reduziert, die künstlich simuliert werden, die jedoch mit der menschlichen Erkrankung nichts zu tun haben. So werden Krebs und Alzheimer bei Mäusen durch Genmanipulation hervorgerufen, ein Herzinfarkt wird bei Hunden durch das Zuziehen einer von außen bedienbaren Schlinge um ein Herzkranzgefäß nachgeahmt.

Im Gegensatz zu Tierversuchen lieferten Bevölkerungsstudien bereits in der Vergangenheit wertvolle Erkenntnisse über die Ursachen zahlreicher Krankheiten. So wurden durch die Framingham-Studie, in deren Rahmen seit 1948 die Bewohner der gleichnamigen Stadt in Massachusetts, USA, beobachtet werden, die Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Rauchen, hoher Cholesterin-Spiegel, hoher Blutdruck, Fettleibigkeit und Bewegungsmangel aufgedeckt.

Da sich das Bundesforschungsministerium bislang als Handlanger der Tierversuchsindustrie gezeigt hat, ist es nach Ansicht der Ärztevereinigung umso erfreulicher, dass es nun die Wichtigkeit erkannt hat, Forschungswege zu gehen, die ethisch und zugleich medizinisch sinnvoll sind.

Weitere Information:
Vorbeugen ist besser als Heilen >>



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