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Pressearchiv 2013 - 28.06.2013 Ukraine-Projekt: Neue Internetseite für ein tierleidfreies Studium

 

28.06.2013

Ukraine-Projekt


Neue Internetseite für ein tierleidfreies Studium


Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche betreibt seit Jahren ein äußerst erfolgreiches Osteuropaprojekt, bei dem Institute, hauptsächlich in der Ukraine, mit tierverbrauchsfreien Lehrmethoden ausgestattet werden. Im Gegenzug verzichten diese per Vertrag auf Tierversuche in der studentischen Ausbildung. Um die tierversuchsfreie Lehre noch weiter in den GUS-Staaten zu verbreiten, hat der Verein jetzt eine dreisprachige Website auf Russisch, Ukrainisch und Deutsch veröffentlicht.


In den Ländern der ehemaligen Sowjetunion besteht ein großes Potential, studentische Praktika auf tierverbrauchsfrei umzustellen und damit Zehntausende Tierleben zu retten. Viele Hochschullehrer sind sehr an fortschrittlichen Lehrmitteln aus dem Westen interessiert. Meist mangelt es jedoch an Informationen und Finanzmitteln.

Seit Beginn des Projekts im April 2008 hat der Verein Ärzte gegen Tierversuche Verträge mit 36 Instituten in 15 Städten der Ukraine unterzeichnet. Die Unis erhalten Laptops, Beamer, Multimediaprogramme und Videofilme und verzichten dafür auf Tierversuche in der studentischen Ausbildung. Dadurch werden jedes Jahr rund 35.000 Tiere vor einem qualvollen Tod bewahrt, hauptsächlich Frösche und Ratten, aber auch Mäuse, Kaninchen, Meerschweinchen, Hunde und Katzen. Das Projekt rettet nicht nur direkt Tierleben, sondern lehrt darüber hinaus Studenten einen verantwortungsvollen Umgang mit Tieren.

Außerdem unterstützt der Ärzteverein in Zusammenarbeit mit InterNICHE, dem Internationalen Netzwerk für Humane Ausbildung, Projekte in Russland, Usbekistan und Kirgisien, hat die Entwicklung russischsprachiger Lehrfilme finanziert sowie durch Pressekonferenzen und Medienberichte eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit angestoßen.

»In Deutschland ist dieses Projekt leider nicht möglich. Es mangelt hier nicht an Geld und Informationen, sondern an Einsicht und Willen der verantwortlichen Personen«, bedauert Dr. med. vet. Corina Gericke, Vizevorsitzende der Ärzte gegen Tierversuche und Projektleiterin.

Die neue Projekt-Internetseite in den Sprachen Russisch, Ukrainisch und Deutsch gibt Detailinformationen über die einzelnen Institute, mit denen Verträge geschlossen wurden. Daneben finden sich Informationen über tierversuchsfreie Lehrmethoden sowie Argumente gegen Tierversuche in der Forschung. Ziel ist es, durch das Aufzeigen positiver Erfahrungen weitere Kursleiter zur Umstellung zu motivieren.

Bislang beschränkten sich die Osteuropa-Projekte des Ärztevereins auf das Studium, wo ein direkter Ersatz von Tierversuchen relativ leicht möglich ist. Mit der Internetseite will der Ärzteverein außerdem in Bezug auf Tierversuch in der Forschung Neuland in den russischsprachigen Staaten betreten. »Im Bereich der Forschung ist der Glaube, dass es ohne Tierversuche nicht ginge, stark verwurzelt. Die öffentliche Kritik an der Methode Tierversuch wie sie es bei uns seit mehr als 30 Jahren gibt und die dazu geführt hat, dass zumindest in einigen Bereichen tierversuchsfreie Methoden entwickelt wurden, ist in den ehemaligen Sowjetländern nahezu unbekannt«, erklärt Tierärztin Gericke. »Hier wollen wir mit Artikeln zur Methodenkritik in den Landessprachen erste Denkanstöße geben.«

Weitere Informationen: www.ukraine-projekt.de
 

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