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Pressearchiv 2013 - 29.04.2013 Aktion gegen Tierversuche an der Uni Homburg

 

29.04.2013

Internationaler Tag zur Abschaffung der Tierversuche


Aktion gegen Tierversuche an der Uni Homburg


Die AG Saarland der bundesweiten Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche informiert am Freitag, den 3. Mai vor der Universität Homburg über Tierversuche. Anlass ist der Internationale Tag zur Abschaffung der Tierversuche, in dessen Rahmen dieses Jahr Demos, Mahnwachen, Infostände und andere Aktionen in 16 deutschen Städten stattfinden.

Allein im Jahr 2011 wurden in Deutschland rund 3 Millionen Tiere in Versuchen verwendet, mehr als doppelt so viel wie noch 1995. Das Saarland mit seiner Universität in Homburg hat gar eine Steigerung um das 6-fache zu verzeichnen. Während im Jahr 2002 rund 4.800 Tiere verbraucht wurden, waren es 2011 fast 27.000, davon rund 10.000 genmanipulierte Mäuse.

Die dramatisch steigenden Tierversuchszahlen sind vor allem auf die zweckfreie Grundlagenforschung und hier die Gentechnik zurückzuführen. Dabei werden im Erbgut von Mäusen Gene an- und abgeschaltet, angeblich, um menschlichen Krankheiten auf die Spur zu kommen. Die meisten Krankheiten des Menschen sind laut Aussage der Ärzte gegen Tierversuche aber nicht genetisch bedingt, sondern großenteils durch unsere Lebensweise wie Rauchen, fleischreiche Ernährung, Stress und Bewegungsmangel beeinflusst. So wurden genmanipulierte Krebsmäuse schon millionenfach „geheilt“, aber am Menschen erprobt, versagten alle potentiellen Mittel.

Der Ärzteverein hat Tausende Artikel aus Fachzeitschrift ausgewertet, in denen Tierversuche beschrieben werden. So wurden an der Klinik für Trauma-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der Uni Homburg Mäusen die Knochen gebrochen, um den Zusammenhang zwischen Vitamin B12-Mangel und Knochenheilung zu ergründen. An der Klinik für Neurochirurgie wurden bei Ratten künstlich Symptome der Multiple Sklerose hervorgerufen. Die Tiere litten an Lähmungen der Hinterbeine und des Schwanzes, einer Entzündung des Sehnervs und eines Schwunds der Nervenzellen in der Augennetzhaut.

Neben der ethischen Unvertretbarkeit sind Tierversuche nach Ansicht des Ärztevereins vor allem auch irrelevant für den medizinischen Fortschritt. Grund hierfür ist die mangelhafte Übertragbarkeit der Ergebnisse vom Tier auf den Menschen. So ist es vollkommen widersinnig, die Symptome einer so komplexen Krankheit wie Multiple Sklerose im so genannten ›Tiermodell‹ nachahmen zu wollen. »Das ist reine Neugierforschung ohne jeglichen klinischen Bezug«, sagt Werner Wadle, Sprecher der AG Saarland.

Die Gruppe will mit ihrer Aktion auf die Dringlichkeit aufmerksam machen, dass Tierversuche umgehend abgeschafft werden müssen, um eine moderne, ethische Wissenschaft zu etablieren, bei der die Erforschung der Ursachen menschlicher Erkrankungen sowie tierversuchsfreie Methoden mit Zellkulturen und Mikrochips zu relevanten Fortschritten in der Medizin führen.

Anlässlich des Internationalen Tags zur Abschaffung der Tierversuche am 24. April wird weltweit auf das Leid der Tiere in den Labors aufmerksam gemacht. Der Gedenk- und Aktionstag wurde erstmals 1979 in Großbritannien begangen.

Kurzinfo zum Aktionstag
Freitag, 3. Mai 2013, 8-16 Uhr
Uni-Klinik Homburg, Freifläche hinter der Pforte
Infostand der AG Saarland der Ärzte gegen Tierversuche e.V.

Weitere Informationen zur Aktionswoche >>

Quellen zu den genannten Tierversuchen
R. Fairless et al.: Preclinical retinal neurodegeneration in a model of multiple sclerosis. The Journal of Neuroscience 2012: 32(16), 5585-5597
J.H. Holstein et al.: Deficiencies of folate and vitamin B12 do not affect fracture healing in mice. Bone 2010: 47(1), 151-155



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