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Pressearchiv 2013 - 15.03.2013 Falsche Versprechungen der tierexperimentellen Forschung

 

15.03.2013

Der Mensch ist keine Maus


Falsche Versprechungen der tierexperimentellen Forschung


Schlagzeilen wie »Impfung gegen Arterienverkalkung im Tierversuch bewährt« oder »Erstmals Affen von Diabetes geheilt« rauschen immer wieder durch die Medien. In ihrer neuen Broschüre hinterfragt die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche, was Jahrzehnte später aus den Heilsversprechen geworden ist und ob Tierversuche wirklich sinnvoll sind, um menschliche Krankheiten zu ergründen.

Tierversuche werden von manchen Kreisen als notwendig bezeichnet, um menschliche Krankheiten verstehen oder gar heilen zu können. Zahlreiche Fakten belegen jedoch, dass die tierexperimentell ausgerichtete Forschung auf ganzer Linie versagt. Nach Angaben der Amerikanischen Gesundheitsbehörde (FDA) kommen 92% der potentiellen Arzneimittel, die sich im Tierversuch als wirksam und sicher erwiesen haben, nicht durch die klinische Prüfung, entweder wegen mangelnder Wirkung oder wegen unerwünschter Nebenwirkungen. Von den zugelassenen Wirkstoffen ist einer aktuellen kanadischen Studie zufolge für rund ein Viertel wahrscheinlich, dass schwere Risiken bekannt werden, die zu Warnhinweisen oder Marktrücknahmen führen.

Anhand verschiedener Beispiele aus der medizinischen Forschung führt der Ärzteverein vor Augen, dass Tierversuche neben der ethischen Unvertretbarkeit auch wissenschaftlich in die Irre führen. So werden seit über 100 Jahren Mäuse als »Modell« für die Erforschung der Multiplen Sklerose verwendet. Da die Tiere die Krankheit von Natur nicht entwickeln, werden die Symptome simuliert, indem Gehirngewebe in Mäuse injiziert wird, was zu einer Abwehr gegenüber dem eigenen Nervengewebe führt. Fortschrittlichere Forscher erkannten 2002, dass das Maus'modell' »ein unglücklicher Fehler ist, der vielmehr auf Glaube basiert als auf Wissenschaft«.

Einer Studie aus den 1970er Jahren zufolge wurden weltweit schätzungsweise 500.000 Substanzen als potentielle Krebsmedikamente getestet, standardmäßig im Tierversuch. Dieses Screening-Programm wies nach Angaben des Jahresberichts des Nationalen Krebsinstituts in den USA (NCI) aus dem Jahr 1974 jedoch nur eine Erfolgsquote von 0,0001% auf und bezogen auf den Menschen entpuppte es sich als nutzlos.

Um Depression zu ergründen, werden Ratten einzeln in ein mit Wasser gefülltes Gefäß gesetzt. Eine Ratte, die nicht mehr weiter schwimmt und sich treiben lässt, wird als depressiv gewertet.

Beispiele wie diese zeigen nach Ansicht der Ärztevereinigung, wie absurd das System Tierversuch ist. Es ist ethisch inakzeptabel und aus wissenschaftlicher Sicht nicht geeignet, die Ursachen menschlicher Erkrankungen zu erforschen und Therapien zu entwickeln. »Solange sich jedoch die medizinische Forschung auf Tierversuche stützt, wird es auch weiterhin falsche Heilsversprechungen und folgenschwere Medikamenten-Skandale geben«, erläutert Dipl.-Biol. Silke Bitz, Autorin der Broschüre und Sprecherin der Ärztevereinigung, abschließend.

Die Infobroschüre »Der Mensch ist keine Maus: Falsche Versprechungen der tierexperimentellen Forschung« ist ab sofort im Online-Shop des Vereins erhältlich oder kann kostenlos als PDF heruntergeladen werden.

Weitere Information:
Faltblatt »Der Mensch ist keine Maus: Falsche Versprechungen der tierexperimentellen Forschung« (pdf) >> 

Druckversion der Broschüre bestellen >>



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