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Pressearchiv 2013 - 15.08.2013 Mauritius will Tierversuche legalisieren

 

15.08.2013

Mauritius will Tierversuche legalisieren

Ärztevereinigung ruft zu Protesten auf


Mauritius hat ein Gesetz auf den Weg gebracht, das Tierversuche erlauben soll. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche ist entsetzt und appelliert an seine Mitbürger gegen dieses Vorhaben zu protestieren.

Bislang gibt es in Mauritius kein Tierschutzgesetz. Der mauritische Landwirtschaftsminister, Satya Veyash Faugoo, hat aktuell einen Entwurf dafür vorgelegt. Das geplante Gesetz dient nach Aussage der Ärzte gegen Tierversuche allerdings nicht dazu, Tiere vor einem grausamen Labortod zu bewahren, vielmehr sollen Tierversuche per Gesetz erlaubt werden.

Insbesondere der Handel mit Affen ist eine gewinnbringende Einnahmequelle für Mauritius. So werden auf der Urlaubsinsel Affen aus der Wildnis entrissen, gezüchtet und an Tierversuchslabors in aller Welt verkauft. Die Ärztevereinigung geht davon aus, dass unter dem Deckmantel eines Tierschutzgesetzes dieses grausame Geschäft gestärkt und der Industrie die Ansiedlung auf der Insel schmackhaft gemacht werden soll.

Eine verdeckte Recherche der britischen Tierversuchsgegnerorganisation BUAV belegt die unhaltbaren Zustände bei der Affenzuchtfarm Noveprim auf Mauritius. Die Aufnahmen zeigen, wie tote Affen auf dem Fußboden gestapelt liegen oder wie Müll in Eimer gefüllt sind. Viele der Tiere sind aufgeschnitten oder verstümmelt. Nach Informationen der BUAV werden männliche Affen, die über 4 kg wiegen, getötet, da die Labors nur Tiere bis zu einem Gewicht von 3,5 kg abnehmen. Ebenso werden schwangere Weibchen und Jungtiere als Überschuss getötet.

Mauritius ist nach China weltweit der zweitgrößte Exporteur für Langschwanzmakaken. Der Inselstaat verkauft jedes Jahr Tausende Affen an die Tierversuchsindustrie in den USA und Europa, hier vor allem nach Frankreich und Großbritannien. Auch die deutsche Tierversuchindustrie ist Abnehmer von mauritischen Affen. So wurden im Jahr 2012 von insgesamt 6.494 Affen 175 nach Deutschland verkauft. Dort werden sie beispielsweise in Giftigkeitstest, Hirnversuchen oder in der Infektionsforschung verwendet.

Der Ärzteverein kritisiert den Handel mit Affen sowie die drohende Legalisierung von Tierversuchen auf Mauritius aufs Schärfste. Er fordert von der dortigen Regierung ein sofortiges Ende des brutalen Geschäfts sowie ein ausnahmsloses Verbot für die Verwendung von Tieren zu Versuchszwecken zu erlassen. An seine Mitbürger appelliert der Verein, die Protestbriefaktion an die zuständigen Minister, die mauritische Botschaft in Deutschland sowie den mauritischen Hotelierverband zu unterstützen.

Weitere Information:
Kampagne "Rettet die Affen von Mauritius" >>

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