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Pressearchiv 2013 - 23.04.2013 Demo gegen Xenotransplantation in München

 

23.04.2013

Internationaler Tag zur Abschaffung der Tierversuche

Demo gegen Xenotransplantation in München


Anlässlich des Internationalen Tags zur Abschaffung der Tierversuche lädt die AG München der bundesweiten Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche am 27. April zu einer Demo durch die Münchner Innenstadt ein. Die Veranstaltung, die schwerpunktmäßig die Xenotransplantationsforschung der LMU anprangert, ist Teil einer bundesweiten Aktionswoche, in deren Rahmen in 20 Städten Deutschlands Aktionen wie Infostände, Mahnwachen, Ausstellungen und Vorträge gegen Tierversuche stattfinden.

München führt laut einer Auswertung der Ärzte gegen Tierversuche die unrühmliche Liste der Tierversuchshochburgen Deutschlands an. In zahlreichen Instituten der Ludwig-Maximilians-Universität und der Technischen Universität leiden und sterben jedes Jahr Zigtausende Tiere. Öffentliche zugängliche Angaben zu den tatsächlichen Tierzahlen gibt es nicht.

Besonders qualvolle und ethisch umstrittene Tierversuche finden seit mindestens 15 Jahren am Institut für Chirurgische Forschung am Klinikum Großhadern der LMU statt. Im Rahmen der Xenotransplantationsforschung werden hier Organe von genmanipulierten Schweinen auf Affen verpflanzt.

»Schweine werden auf entwürdigende Weise zu Organfabriken degradiert. Die Affen als Organempfänger sterben qualvoll innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen an der Abstoßungsreaktion«, so Dr. med. vet. Corina Gericke, Vizevorsitzende der Ärztevereinigung. Die Xenotransplantation soll den Mangel an Spenderorganen ausgleichen, doch sie überschreitet nach Ansicht des Ärztevereins ethische Grenzen und »gehört zu den schlimmsten Auswüchsen der heutigen biomedizinischen Forschung.«

Neben der ethischen Problematik birgt die Verpflanzung von Tierorganen zudem ein unkalkulierbares Risiko für Patienten durch die mögliche Übertragung von Krankheitserregern. Zudem ist zu befürchten, dass die Menschen bei unbegrenzt zur Verfügung stehenden Ersatzteilen noch sorgloser mit ihrer eigenen Gesundheit umgehen. »Die Xenotransplantationsforschung entfernt die Medizin immer weiter von ihrer eigentlichen Aufgabe, Krankheiten vorzubeugen, zu behandeln und zu heilen und dabei den Patienten in seiner Gesamtheit in den Mittelpunkt zu stellen«, ist sich Gericke sicher.

Mit der Demo wollen die Ärzte gegen Tierversuche ihrer Forderung Nachdruck verleihen, dass Tierversuche im Allgemeinen und Xenotransplantationsforschung im Besonderen umgehend zu stoppen sind, um eine moderne, ethische Wissenschaft zu etablieren, bei der die Erforschung der Ursachen menschlicher Erkrankungen mit dem Ziel, Krankheiten zu verhindern sowie tierversuchsfreie Methoden mit Zellkulturen und Mikrochips zu relevanten Fortschritten in der Medizin führen.

In der Woche um den Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche am 24. April wird weltweit auf das Leid der Tiere in den Labors aufmerksam gemacht. Der Gedenk- und Aktionstag wurde erstmals 1979 begangen und geht auf den Geburtstag von Lord Hugh Dowding zurück, der sich im Britischen Oberhaus für den Tierschutz einsetzte.

Kurzinfo zur Demo:
Treffpunkt: Samstag, 27. April 2013, 11.45 Uhr Karlsplatz/Stachus, München, Abmarsch 12.30 Uhr

Weitere Informationen:
Aktionswoche >>
Tierversuchshochburgen >>
Xenotransplantation >>
AG München >>



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