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Pressearchiv 2012 - 20.01.2012 Tierversuchshauptstadt Berlin

20.019.2012

Tierversuchshauptstadt Berlin

 

Ärztevereinigung veröffentlicht Details zu Tierversuchen in Berlin

 

Von den jährlich rund drei Millionen Tieren, die in deutschen Labors für Versuchszwecke verwendet werden, entfallen laut dem bundesweiten Verein Ärzte gegen Tierversuche allein auf Berlin fast 400.000 Tiere. Mäuse, Kaninchen, Affen und andere Tiere würden hier für elitäre Forscherinteressen gequält und getötet. Die Ärztevereinigung dokumentiert in einer neuen Informationsschrift Beschreibungen von Tierversuchen aus Berliner Forschungseinrichtungen.

 

Am Institut für Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Berliner Charité wird Triphenyltin (TPT), eine Chemikalie die seit rund 50 Jahren in Farben, Pflanzenschutzmitteln und Textilien vorkommt, an Ratten auf ihre längst bekannte schädliche Wirkung untersucht. Schwangeren und stillenden Ratten wird die das Hormon- und Immunsystem schädigende Chemikalie zwangsgefüttert. Das Ergebnis sind tote oder missgebildete Junge. »In anderen Ländern ist diese Substanz aufgrund der bekannten Schädlichkeit verboten. Es ist unethisch und wissenschaftlich unsinnig, Tiere leiden und sterben zu lassen, nur um seit Jahrzehnten bekanntes Wissen zu bestätigen«, kritisiert Diplom-Biologin Silke Bitz vom Verein Ärzte gegen Tierversuche.

 

In der Abteilung für Rheumatologie der Charité werden narkotisierten Kaninchen Teile einer Bandscheibe herausgeschnitten und die Lücke mit Biomaterial aufgefüllt. Am Ende des Versuchs werden die Tiere getötet, um die operierte Bandscheibe zu untersuchen. »Es ist ein Irrglaube, von den Ergebnissen an Tieren auf für den Menschen brauchbare Erkenntnisse zu schließen. Schon allein die Tatsache, dass die Wirbelsäule und Bandscheibe des aufrecht gehenden Menschen ganz anderen Belastungen ausgesetzt ist als bei Kaninchen, macht die Übertragung auf den Menschen zu reiner Spekulation«, kommentiert Bitz.

 

»Es ist in Mode geraten, in sogenannten Tiermodellen, wie es im lebensverachtenden Experimentatoren-Jargon heißt, Krankheiten des Menschen simulieren zu wollen, oft verbunden mit Versprechen für die Heilung menschlicher Leiden. Leidtragende sind nicht nur die Tiere, die Torturen über sich ergehen lassen müssen, sondern auch Menschen, deren Hoffnungen letztlich enttäuscht werden«, so Bitz weiter.

 

Grund für das Scheitern der tierexperimentell ausgerichteten Forschung ist nach Aussage des Ärztevereins unter anderem, dass im Tierversuch die für die Entstehung menschlicher Krankheiten verantwortlichen Faktoren wie Ernährung, Stress und Lebensgewohnheiten ebenso wenig berücksichtigt werden wie die großen Unterschiede in Stoffwechsel oder Körperbau.

 

Der Verein Ärzte gegen Tierversuche fordert eine Kehrtwende zu einer zeitgemäßen Wissenschaft, bei der moderne Systeme ohne jedes Tierleid zum Einsatz kommen, wie beispielsweise Zellkulturen, Mikrochips und Bevölkerungsstudien. Diese Forschungsmethoden liefern im Gegensatz zum Tierversuch für die klinische Anwendung am Menschen wertvolle Erkenntnisse.

 

Mit ihrer Faltblattreihe ‚Tierversuche im Brennpunkt’ dokumentiert die Ärztevereinigung Tierversuche in einer bestimmten Stadt und zeigt die Notwendigkeit einer tierversuchsfreien Forschung im Interesse von Mensch und Tier auf. Weitere in Berlin und deutschlandweit durchgeführte Tierversuche sind in der Internetdatenbank des Vereins abrufbar, die auf Informationen aus den Originalpublikationen der Experimentatoren basiert.

 

Weitere Informationen:

 

Tierversuche im Brennpunkt – Teil 17 Berlin >> als PDF

 

Datenbank Tierversuche >>

 


09.01.2012

Ratten mit Stromstößen gequält, Fledermäusen Löcher in den Schädel gebohrt

So müssen Tiere in Münchner Labors leiden

Durch Stromstöße ins Gehirn werden bei Ratten epileptische Anfälle erzeugt, Fledermäusen werden über Bohrlöcher Elektroden in das Gehirn eingeführt, Affen wird das gesamte Blut aus Armen und Beinen abgelassen. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche deckt Grausamkeiten in Münchner Tierversuchlabors auf. Diese Experimente sind nach Aussage des Ärztevereins zudem vollkommen nutzlos für die medizinische Forschung.

 

Eine neue Informationsschrift des bundesweiten Vereins Ärzte gegen Tierversuche enthüllt Details zu Tierversuchen an verschiedenen Instituten der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU). »Obwohl Tierversuche größtenteils mit Steuergeldern finanziert werden, wird die Öffentlichkeit im Dunkeln gelassen, was tatsächlich hinter den verschlossenen Türen der Labors geschieht«, erläutert Dr. med. vet. Corina Gericke, stellvertretende Vorsitzende von Ärzte gegen Tierversuche.

 

Der Verband betreibt eine Internetdatenbank, in der mehr als 4.000 Tierversuche dokumentiert sind, die in den letzten Jahren in Deutschland durchgeführt wurden. Die Daten beruhen auf Veröffentlichungen in wissenschaftlichen Fachzeitschriften. »Was nur für die Fachwelt bestimmt ist, machen wir einer breiten Öffentlichkeit zugänglich«, so Tierärztin Gericke. »Tierversuche werden von den Experimentatoren regelmäßig verharmlosend dargestellt. Doch die Menschen haben ein Recht darauf, die Wahrheit zu erfahren.« Das jetzt veröffentlichte Faltblatt über Tierversuche in München basiert auf Auszügen der Internetdatenbank.

 

Am Institut für Pharmakologie und Toxikologie der LMU werden durch Stromstöße in das Gehirn bei Ratten epileptische Anfälle ausgelöst, um ein Epilepsiemittel zu testen, das seit über 100 Jahren beim Menschen erfolgreich im Einsatz ist.

 

In der Inneren Medizin I des Klinikums Großhadern wird bei Schweinen ein Herzinfarkt ausgelöst, indem der Brustkorb aufgeschnitten und eine Herzkranzarterie abgeklemmt wird. »Die künstlich geschädigten 'Tiermodelle' haben mit der menschlichen Erkrankung, die sie simulieren sollen und ihren ursächlichen Faktoren nichts gemein«, heißt es in dem Infoblatt. Die Ursachen des Herzinfarkts beim Menschen sind dank Bevölkerungsstudien bekannt: Übergewicht, zu fett- und fleischreiche Ernährung, Rauchen und Bewegungsmangel. »Die Ergebnisse sind von vornherein wertlos, da sie nicht mit der komplexen Situation beim Menschen vergleichbar sind«, kommentiert Tierärztin Gericke.

 

Unter die vollkommen zweckfreie tierexperimentelle Grundlagenforschung, die nicht einmal ansatzweise etwas mit medizinischer Forschung zu tun hat, fallen unzählige Tierversuche mit Fledermäusen, die nach Kenntnis des Ärztevereins seit Jahren an der LMU durchgeführt werden. Dabei werden über in das Gehirn eingeführte Elektroden Nervenströme gemessen, um die Ultraschallortung der Tiere zu ergründen.

 

Der Verein Ärzte gegen Tierversuche will mit seinem als Teil 15 einer Reihe von Städte-Informationen erschienenen Flugblatt informieren und aufrütteln. Gleichzeitig fordert er von der Politik und Wissenschaft endlich auf tierversuchsfreie Forschungsmethoden umzuschwenken.

 

Weitere Informationen:

 

Tierversuche im Brennpunkt – Teil 15: München >> als PDF herunterladen

 

Datenbank-Tierversuche www.datenbank-tierversuche.de

 

AG München der Ärzte gegen Tierversuche >>

 

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