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Pressearchiv 2012 - 23.04.2012 Internationaler Tag zur Abschaffung der Tierversuche

23.04.2012

Internationaler Tag zur Abschaffung der Tierversuche


Großveranstaltung in Bremen gegen Tierversuche


Die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche lädt am Samstag, 28. April 2012 ab 11 Uhr zu einer Großveranstaltung mit Demonstrationszug durch die Stadt sowie Livemusik, Infoständen, Redebeiträgen und veganen Imbissständen auf den Bremer Marktplatz ein. Anlass ist der Internationale Tag zur Abschaffung der Tierversuche und insbesondere die Forderung des Vereins nach einem Stopp der in Bremen noch immer praktizierten Hirnforschung an Affen.

Allein im Jahr 2010 mussten fast drei Millionen Tiere in deutschen Labors für wissenschaftliche Zwecke leiden und sterben. »Tierversuche finden unter dem Deckmantel medizinischen Nutzens statt. Tatsächlich helfen Tierversuche kranken Menschen nicht, im Gegenteil, mangels Übertragbarkeit stellen sie ein immenses Risiko dar. Dies ist auch der Grund, warum in Deutschland jedes Jahr rund 58.000 Menschen durch die Einnahme von aufgrund von Tierversuchen für sicher gehaltenen Medikamenten sterben«, erläutert Dipl.-Biol. Silke Bitz, Sprecherin der Ärztevereinigung.

Im Fall der Hirnforschung an Affen wird Menschen Glauben gemacht, dass irgendwann einmal Alzheimer oder Epilepsie beim Menschen geheilt werden könne. In Deutschland wird seit rund 30 Jahren Hirnforschung an Affen betrieben, Therapien für menschliche Erkrankungen resultieren daraus jedoch keine. »Die Tiere werden zur Befriedigung der Neugier einzelner Forscher, die wissen wollen, wie das Affenhirn funktioniert, stundenlang bewegungsunfähig fixiert. Ihr Hirn wird aufgebohrt um Messelektroden einzuführen, und sie werden durch Flüssigkeitsentzug zur Mitarbeit gezwungen«, kritisiert Bitz. Für den medizinischen Fortschritt ist diese Forschung irrelevant, da eine zuverlässige Übertragung von Erkenntnissen aus der Affenforschung auf den Menschen nicht möglich ist, so die Ärztevereinigung.

Die Bremer Genehmigungsbehörde versagte erstmals im Jahr 2008 die Erlaubnis zur Durchführung der Affenversuche. Hirnforscher Andreas Kreiter klagte gegen den Ablehnungsbescheid. Eine endgültige Entscheidung in dem Rechtsstreit steht immer noch aus. Solange darf der Experimentator seine Forschungen fortführen.

»Wie ethische und klinisch relevante Hirnforschung aussehen kann, zeigt unter anderem die britische Universität Durham, wo mittels transkranieller Magnetstimulation Wahrnehmung, Lern- und Gedächtnisverhalten an Probanden gefahrlos erforscht werden. Die vor rund zwei Jahrzehnten entwickelte Methode wird in der Diagnostik und Behandlung von neurologischen Krankheiten eingesetzt«, erklärt Bitz. »Die reine Neugierforschung an Tieren auf Kosten von Tier und Mensch muss zu Gunsten medizinisch sinnvoller und ethisch verträglicher Forschung ohne Tierversuche eingestellt werden.«

Für den Ärzteverein stehen die Bremer Affen stellvertretend für alle Tiere in den Labors. »Die Affen sind ein Symbol für das Leid, das Tieren im Namen der Wissenschaft angetan wird, und sie sind ein Warnsignal für eine fehlgeleitete Medizin und Forschung«, so Bitz weiter.

Am 24. April wird weltweit der Internationale Tag zur Abschaffung der Tierversuche begangen. Der Gedenk- und Aktionstag wurde 1979 in Großbritannien ins Leben gerufen und geht auf den Geburtstag von Lord Hugh Dowding zurück, der sich im britischen Oberhaus für den Tierschutz einsetzte.

Kurzinfo

10.00-17.00 Uhr Infostände auf dem Marktplatz, Bremen
Ab 12.30 Uhr Demozug vom Bahnhofsvorplatz durch die Stadt zum Marktplatz
14.00-16.30 Uhr Kundgebung auf dem Marktplatz

Weitere Information

Der Fall Kreiter: Hirnforschung in Bremen >> 

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