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Pressearchiv 2012 - 24.04.2012 Protestveranstaltung in der Münchner Innenstadt

24.04.2012

Protestveranstaltung in der Münchner Innenstadt


Zum internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche


Anlässlich des Internationalen Tags zur Abschaffung der Tierversuche lädt die Münchner Arbeitsgruppe der bundesweiten Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche am 28. April 2012 zu einer Informationsveranstaltung in der Münchner Fußgängerzone ein.

Allein in Deutschland mussten im Jahr 2010 fast drei Millionen Mäuse, Ratten, Kaninchen, Meerschweinchen, Fische, Hunde, Katzen, Affen und viele andere Tiere unter dem Deckmantel der Wissenschaft einen grausamen und sinnlosen Tod sterben, 333.729 davon in bayerischen Tierversuchslabors. Die Jahr für Jahr steigenden Zahlen bedeuten nicht nur Leid von Millionen Lebewesen, sondern sind nach Überzeugung der Ärztevereinigung auch ein Warnsignal für eine fehlgeleitete Medizin und Wissenschaft.

Mit einem Infostand der Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche sowie weiteren Infoständen verschiedener Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen können sich Interessierte an diesem Tag ausführlich über die Hintergründe für die Notwendigkeit einer tierversuchsfreien Forschung ohne Tierversuche informieren. Darüber hinaus werden Protestmöglichkeiten gegen Tierversuche vorgestellt und angeboten.

Die Münchner Arbeitsgruppe der Ärzte gegen Tierversuche verweist ferner auf ein aktuelles Faltblatt, das anhand von Details zu Tierversuchen, die an verschiedenen Instituten der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) durchgeführt werden, aufzeigt, wie grausam und wissenschaftlich unsinnig das System Tierversuch ist.

Im Klinikum Großhadern beispielsweise werden die Herzen von sechs transgenen, d.h. gentechnisch manipulierten Schweinen auf sechs Paviane transplantiert. Drei Affen sterben innerhalb von zehn Stunden, drei oder vier Tagen durch akute Abstoßungsreaktion und damit verbundenem Herzversagen. Zwei Affen sterben nach fünf und zehn Stunden an Herzversagen, wobei keine Anzeichen einer Abstoßungsreaktion gefunden wurden. Ein Affe entwickelt nach zwei Tagen Nierenversagen und ein Lungenödem. Er wird getötet. Die Ärztevereinigung kritisiert, dass bei dieser sogenannten Xenotransplantation Tiere als Ersatzteillager für den Menschen missbraucht werden, zudem sei eine Anwendung solcher Verfahren am Menschen unverantwortlich.

Am Institut für Pharmakologie und Toxikologie der LMU werden durch Stromstöße in das Gehirn bei Ratten epileptische Anfälle ausgelöst, um ein Epilepsiemittel zu testen, das seit über 100 Jahren beim Menschen erfolgreich im Einsatz ist. In der Inneren Medizin I des Klinikums Großhadern wird bei Schweinen ein Herzinfarkt ausgelöst, indem der Brustkorb aufgeschnitten und eine Herzkranzarterie abgeklemmt wird.

Der Ärzteverein hält Tierversuche für ethisch nicht vertretbar und warnt zudem vor der fehlenden Übertragbarkeit der Ergebnisse auf den Menschen. Im Labor werden die Tiere künstlich krank gemacht und Symptome menschlicher Erkrankungen simuliert. Laut Ärzte gegen Tierversuche sind die Ursachen beispielsweise des Herzinfarkts beim Menschen jedoch dank Bevölkerungsstudien bekannt: Übergewicht, zu fett- und fleischreiche Ernährung, Rauchen und Bewegungsmangel. Versuche an Tieren sind daher nicht nur wertlos, sondern führen sogar in die Irre, da die komplexe Situation beim Menschen sowie Krankheitsursachen vollkommen unberücksichtigt bleiben.

Aktion in München zum Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche
Wann: 28. April 2012, 10-17 Uhr
Wo: Fußgängerzone München am Richard-Strauss-Brunnen
Was: Stände von Ärzte gegen Tierversuche e.V. und anderen Vereinen
Veranstalter: Ärzte gegen Tierversuche - AG München

Weitere Information:
Infoblatt Tierversuche im Brennpunkt: München >>
Datenbank-Tierversuche >>
AG München der Ärzte gegen Tierversuche >>

Quellen für die beschriebenen Tierversuche:
1 Andreas Bauer et al.: Microcirculatory alterations after orthotopic pig-to-baboon heart transplantation. Xenotransplantation 2011: 18, 232-238
2 Hero Bartmann et al.: Imaging of P-glycoprotein-mediated pharmacoresistance in the hippocampus: proof-of-concept in a chronic rat model of temporal lobe epilepsy. Epilepsia 2010: 51(9), 1780-1790
3 Rabea Hinkel et al.: Thymosin ß4: a key factor for protective effects of eEPCs in acute and chronic ischemia. Annals of the New York Academy of Sciences 2010: 1194, 105-111

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