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Pressearchiv 2012 - 28.04.2012 2.000 Menschen demonstrieren in Bremen gegen Tierversuche

28.04.2012

Internationaler Tag zur Abschaffung der Tierversuche


2.000 Menschen demonstrieren in Bremen gegen Tierversuche


Rund 2.000 Menschen schlossen sich am vergangenen Samstag in Bremen der von der bundesweiten Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche organisierten Großveranstaltung gegen Tierversuche an. Anlass war der Internationale Tag zur Abschaffung der Tierversuche und insbesondere die Forderung des Vereins nach einem Stopp der in Bremen noch immer praktizierten Hirnforschung an Affen.

Mit Fahnen, Transparenten und Trommeln taten die Tierversuchsgegner auf ihrem Demozug durch die Bremer Innenstadt ihre Forderung nach einem Stopp der ihrer Ansicht nach grausamen und wissenschaftlich unsinnigen Tierversuche kund. Auf dem Bremer Markplatz wurde in Redebeiträgen und der Uraufführung des Films »Warum ich gegen Tierversuche bin«, aufgezeigt, welch fataler Irrweg es ist, Ergebnisse vom Tier auf den Menschen zu übertragen.

Allein im Jahr 2010 mussten in Deutschland fast drei Millionen Tiere in deutschen Labors für wissenschaftliche Zwecke leiden und sterben. »Tierversuche gaukeln eine Wirksamkeit vor, die es nicht gibt: So zeigten sich in Vergangenheit mehr als 500 Substanzen in Tierversuchen vielversprechend gegen Schlaganfall. Beim Menschen jedoch bei keinem Einzigen. Ein weiteres Beispiel ist die so genannte ‚Krebsmaus’. Seit Jahrzehnten wird Krebs bei diesen Mäusen geheilt, aber beim Menschen gelingt es einfach nicht«, erläuterte Dr. med. Kristina Bee, niedergelassene Ärztin aus Münster und eine der kompetenten Rednerinnen bei der Kundgebung. An rund 20 Infoständen von Tierrechts- und Tierversuchsgegnerorganisationen konnten sich die Teilnehmer und Passanten ausführlich über die Hintergründe der Tierversuche und anderer Tierrechtsthemen informieren und austauschen. Vegane Imbissstände boten schmackhafte Stärkung und zwischen den Redebeiträgen sorgte Live-Musik verschiedener Künstler für Unterhaltung.

Der Ärzteverein kritisiert die in Bremen stattfindende Hirnforschung an Affen, da den Tieren immenses Leid aus reiner Neugier einzelner Forscher zugefügt wird und zudem bei kranken Menschen Hoffnung auf Heilung von Alzheimer oder Epilepsie geweckt wird, die mit Tierversuchen nicht erfüllt werden kann.

»Ich kenne wirklich keinen einzigen Affenversuch, der jemals einem epilepsiekranken Menschen geholfen hätte! Alles nur leere Versprechungen«, sagt der Bielefelder Epilepsieforscher Dr. Bernhard Rambeck, ein weiterer Redner der Kundgebung. »In Deutschland wird seit rund 30 Jahren Hirnforschung an Affen betrieben, Therapien für menschliche Erkrankungen resultieren daraus jedoch keine. Profiteure sind einzig die Experimentatoren, die wissen wollen wie das Affenhirn funktioniert. Hierfür werden die Tiere stundenlang bewegungsunfähig fixiert, ihr Hirn wird aufgebohrt um Messelektroden einzuführen und sie werden durch Flüssigkeitsentzug zur Mitarbeit gezwungen«.

Mit seiner Großveranstaltung rückte der Ärzteverein das hinter verschlossenen Türen stattfindende Leid der Tiere in den Labors in den Blick der Öffentlichkeit und appellierte an die Politik, modernen, tierversuchsfreien Forschungsmethoden den Vorrang zu geben, anstatt auf althergebrachten, wissenschaftlich unsinnigen Tierversuchen zu beharren.

Weitere Information:

Der Fall Kreiter: Hirnforschung in Bremen >>



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