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Herbert-Stiller-Förderpreis für tierversuchsfreie Forschung vergeben

Das sind die Gewinner! 

17. September 2019

Endlich stehen sie fest: die Preisträger des Herbert-Stiller-Förderpreises 2019, der vom Verein Ärzte gegen Tierversuche (ÄgT) für innovative tierversuchsfreie Forschungsprojekte verliehen wird. Nach Sichtung zahlreicher exzellenter Forschungsanträge wurden am 14. September 2019 im Rahmen der 40-Jahr-Feier des Vereins in Frankfurt a.M. die Preisträger gekürt und die beiden geförderten Forschungsprojekte vorgestellt.

Erstmals seit 2011 wurde in diesem Jahr wieder der Herbert-Stiller-Preis für tierversuchsfreie Forschung verliehen. Diese Forschungsförderung soll die Preisträger aktiv dabei unterstützen, ihr geplantes Forschungsvorhaben im Bereich Medizin und Biowissenschaften zu realisieren.

Der erste Platz, finanziert durch eine zweckgebundene Spende, geht an Prof. Dr. Jens Kurreck und seine Kollegin Dr. Johanna Berg von der TU Berlin. In ihrem Projekt „Clean Bioprinting - tierfreie Produktion, Kultivierung und Charakterisierung von 3D-Organmodellen“ möchten die Forscher das moderne 3D-Biodruck-Verfahren optimieren, indem sie es völlig frei von tierischen Komponenten gestalten. Der 3D-Biodruck ist eine moderne und vielversprechende Methode zur Herstellung 3-dimensionaler menschlicher Mini-Organe und komplexer Zellkulturmodelle. Prof. Kurreck thematisiert zudem im Rahmen seiner Lehrtätigkeit an der TU Berlin seit langem die Entwicklung der tierversuchsfreien Forschung und leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung von Studenten und Nachwuchswissenschaftlern hinsichtlich humanrelevanter Forschungsmethoden.

„Die Gewinner-Auswahl ist uns wirklich schwergefallen, da uns so viele innovative Projektanträge erreicht haben“, sagt Dr. Tamara Zietek, Wissenschaftskoordinatorin bei Ärzte gegen Tierversuche. „Wir waren daher sehr froh, dass es durch die Unterstützung mehrerer Großspender gelungen ist, noch ein zweites Forschungsvorhaben zu finanzieren.“

Der zweite Gewinner des Förderpreises ist Dr. Mario Rothbauer von der TU Wien. Er erhält den Preis für sein Projektvorhaben „3D-Synovium-on-a-chip als Krankheitsmodell für rheumatoide Arthritis“, in dem er ein humanbasiertes Zellkulturmodell der menschlichen Gelenkinnenhaut einschließlich Gelenkschmiere entwickeln möchte. Das Organ-on-a-chip-Modell soll der Erforschung rheumatoider Arthritis dienen. „Ein solches humanes In-vitro-System ist von hohem Wert, da es Forschungsergebnisse liefert, die für den Menschen relevant sind und den Patienten helfen können. Zudem sind Tierversuche, die in diesem Bereich durchgeführt werden, für die Tiere mit großem Leid verbunden“, so Dr. Zietek.

Beide Forschungsprojekte werden mit einer Summe von je 20.000 € gefördert. Mit der Verleihung des Herbert-Stiller-Förderpreises tut der Verein Ärzte gegen Tierversuche genau das, wozu er seit langem das wissenschaftspolitische System in Deutschland auffordert: Er unterstützt diejenigen Wissenschaftler, die den Mut haben, die medizinische Forschung zu wandeln, sodass kein Tier mehr leiden muss und Patienten durch humanbasierte Forschungsmethoden mehr Sicherheit erlangen.

Ausführlichere Informationen >>



Preisverleihung erster Platz: Prof. Dr. Jens Kurreck erhält ihn aus den Händen von Dr. Tamara Zietek (ÄgT).

Dr. Mario Rothbauer freut sich über seinen Förderpreis.

Fotos: Foto-Digital-Studio Marcus Müller

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