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Pressearchiv

Pressearchiv 2012 - 09.01.2012 So müssen Tiere in Münchner Labors leiden

09.01.2012

Ratten mit Stromstößen gequält, Fledermäusen Löcher in den Schädel gebohrt

So müssen Tiere in Münchner Labors leiden

Durch Stromstöße ins Gehirn werden bei Ratten epileptische Anfälle erzeugt, Fledermäusen werden über Bohrlöcher Elektroden in das Gehirn eingeführt, Affen wird das gesamte Blut aus Armen und Beinen abgelassen. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche deckt Grausamkeiten in Münchner Tierversuchlabors auf. Diese Experimente sind nach Aussage des Ärztevereins zudem vollkommen nutzlos für die medizinische Forschung.

Eine neue Informationsschrift des bundesweiten Vereins Ärzte gegen Tierversuche enthüllt Details zu Tierversuchen an verschiedenen Instituten der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU). »Obwohl Tierversuche größtenteils mit Steuergeldern finanziert werden, wird die Öffentlichkeit im Dunkeln gelassen, was tatsächlich hinter den verschlossenen Türen der Labors geschieht«, erläutert Dr. med. vet. Corina Gericke, stellvertretende Vorsitzende von Ärzte gegen Tierversuche.

Der Verband betreibt eine Internetdatenbank, in der mehr als 4.000 Tierversuche dokumentiert sind, die in den letzten Jahren in Deutschland durchgeführt wurden. Die Daten beruhen auf Veröffentlichungen in wissenschaftlichen Fachzeitschriften. »Was nur für die Fachwelt bestimmt ist, machen wir einer breiten Öffentlichkeit zugänglich«, so Tierärztin Gericke. »Tierversuche werden von den Experimentatoren regelmäßig verharmlosend dargestellt. Doch die Menschen haben ein Recht darauf, die Wahrheit zu erfahren.« Das jetzt veröffentlichte Faltblatt über Tierversuche in München basiert auf Auszügen der Internetdatenbank.

Am Institut für Pharmakologie und Toxikologie der LMU werden durch Stromstöße in das Gehirn bei Ratten epileptische Anfälle ausgelöst, um ein Epilepsiemittel zu testen, das seit über 100 Jahren beim Menschen erfolgreich im Einsatz ist.

In der Inneren Medizin I des Klinikums Großhadern wird bei Schweinen ein Herzinfarkt ausgelöst, indem der Brustkorb aufgeschnitten und eine Herzkranzarterie abgeklemmt wird. »Die künstlich geschädigten 'Tiermodelle' haben mit der menschlichen Erkrankung, die sie simulieren sollen und ihren ursächlichen Faktoren nichts gemein«, heißt es in dem Infoblatt. Die Ursachen des Herzinfarkts beim Menschen sind dank Bevölkerungsstudien bekannt: Übergewicht, zu fett- und fleischreiche Ernährung, Rauchen und Bewegungsmangel. »Die Ergebnisse sind von vornherein wertlos, da sie nicht mit der komplexen Situation beim Menschen vergleichbar sind«, kommentiert Tierärztin Gericke.

Unter die vollkommen zweckfreie tierexperimentelle Grundlagenforschung, die nicht einmal ansatzweise etwas mit medizinischer Forschung zu tun hat, fallen unzählige Tierversuche mit Fledermäusen, die nach Kenntnis des Ärztevereins seit Jahren an der LMU durchgeführt werden. Dabei werden über in das Gehirn eingeführte Elektroden Nervenströme gemessen, um die Ultraschallortung der Tiere zu ergründen.

Der Verein Ärzte gegen Tierversuche will mit seinem als Teil 15 einer Reihe von Städte-Informationen erschienenen Flugblatt informieren und aufrütteln. Gleichzeitig fordert er von der Politik und Wissenschaft endlich auf tierversuchsfreie Forschungsmethoden umzuschwenken.

Weitere Informationen:

Tierversuche im Brennpunkt – Teil 15: München >> als PDF herunterladen
Datenbank-Tierversuche www.datenbank-tierversuche.deAG München der Ärzte gegen Tierversuche >>

 

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