Zwei weitere Erfolge in Osteuropa

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Zwei weitere Erfolge in Osteuropa

Projekt „Tiere retten mit Computern“ in der nächsten Runde

Seit nun mehr 12 Jahren betreiben wir unser erfolgreiches Projekt „Tiere retten mit Computern“ in Ländern wie Russland und der Ukraine, wodurch wir jährlich mehr als 58.000 Tiere vor einem qualvollen Tod bewahren. Jetzt haben wir zwei weitere Einrichtungen mit tierversuchsfreien Lehrmaterialien ausgestattet. 140 Frösche jährlich werden nun nicht mehr mit der Schere geköpft.

In Ländern der ehemaligen Sowjetunion besteht ein großes Potenzial, Tierversuche im Studium durch tierversuchsfreie Lehrmethoden zu ersetzen. So können mit relativ einfachen Mitteln konkret Tierleben gerettet werden. Viele Hochschullehrer sind gegenüber den modernen, computergestützten Lehrmethoden aufgeschlossen. Meist mangelt es nur an Informationen und Finanzmitteln. Wir schaffen auf beiden Ebenen Abhilfe. 


Jeder Punkt ein oder mehrere Erfolge!

Seit 2008 haben wir - in Kooperation mit InterNICHE, dem Internationalen Netzwerk für humane Ausbildung - Verträge mit 68 Instituten in 29 Städten in der Ukraine, Kirgisien, Usbekistan, Weißrussland und Russland geschlossen. Die Unis werden mit tierversuchsfreien Lehrmethoden wie Filmen und Computerprogrammen sowie Hardware in Form von Laptops und Beamern ausgestattet. Im Gegenzug verzichten sie per Vertrag auf die entsprechenden Tierversuche. Die Einhaltung des Vertrags überprüfen wir jeweils ein Jahr später. Bislang gab es noch keinerlei Probleme. Durchweg herrscht große Zufriedenheit mit der tierversuchsfreien Lehre. Die hohe Akzeptanz ist auch unseren Lehrmittelprojekten zu verdanken. Mehrere Produktionen von Filmen, Simulationsprogrammen und dazugehörigen Begleitbüchern, alle zugeschnitten auf das Studium in den ehemaligen Sowjetländern sowie Synchronisationen von deutschen und englischsprachigen Filmen haben wir bereits initiiert und finanziert. 


So geht es ohne Tierversuche!

Einer der beiden neuesten Zugänge in der langen Liste der Erfolge ist die „Schule der Zukunft“ in Kaliningrad, Russland. Dorthin zog es eine ukrainische Hochschullehrerin, mit der wir schon in ihrer Heimatstadt Krywyi Rih erfolgreich zusammengearbeitet hatten. An ihrem neuen Wirkungskreis warb sie sogleich für die tierversuchsfreie Lehre. Die Einrichtung in Kaliningrad verzichtet bewusst auf jeglichen Tierverbrauch. Wir entschieden uns, trotzdem einen Vertrag zu machen und Laptop und Beamer sowie CD-ROMs und Filme zur Verfügung zu stellen, um ein Signal für diese vorbildliche Haltung zu setzen. Ansehen und Mundpropaganda sind äußerst wichtige Faktoren für den Erfolg unseres Osteuropa-Projektes. 


Unser ukrainischer Projektpartner Dimitrij Leporskij referiert in Kaliningrad.

Ein anderer Fall ist die Nationale Vasyl Stus Universität in Donetsk in der besetzten Ost-Ukraine. Als 2014 der Krieg ausbracht, floh die ganze Fakultät für Chemie, Biologie und Biotechnologie in die ukrainische Stadt Winnytsja, musste aber sämtliches Equipment zurücklassen. Aus alter Gewohnheit wurden auch die üblichen Froschversuche am neuen Standort fortgeführt. Dabei werden wild gefangene Frösche oft monatelang ohne Futter in dunklen Kisten gehalten, bis sie schließlich ohne Betäubung von Studenten mit der Schere geköpft werden. Ein furchtbarer Tod! Ihre Muskeln, Nerven und Herzen dienen dann dazu, Gesetzmäßigkeiten der Körperfunktionen zu lehren. 

Damit ist jetzt Schluss! Mit unserer Hilfe wird die Physiologie, also die Lehre von den Körperfunktionen, jetzt mittels moderner Computersimulationen gelehrt. Jährlich 140 Frösche werden so vor dem grausamen Tod bewahrt. 


Ein Frosch kurz vor der Köpfung. Die ganz schlimmen Bilder ersparen wir Ihnen.

Wir werden immer wieder gefragt: Warum könnt Ihr das nicht in Deutschland machen?

In Deutschland funktioniert dieses Projekt nicht, weil es hier nicht am Geld und Wissen mangelt, sondern am guten Willen. Der Grund für das krampfhafte Festhalten an den „tierverbrauchenden“ Übungen lässt sich nur durch einen gewollten Abstumpfungsprozess erklären. Die Studierenden sollen in einem „Initiationsritus“ in die Welt der Wissenschaft eingeweiht werden, in der Tierversuche integraler Bestandteil sind. Sind sie durch die Überwindung, Tiere aufzuschneiden, erst einmal Teil dieser Welt, werden sie die Forschungspraktiken später kaum noch in Frage stellen. In den Ländern der ehemaligen Sowjetunion stoßen die modernen Lehrmethoden dagegen überwiegend auf großes Interesse. Die Hochschullehrer sind oft nicht so verbohrt wie bei uns, sondern dem Neuen gegenüber aufgeschlossen. Sie wissen nur nicht, wie es ohne Tierversuche geht. 

Dr. med. vet. Corina Gericke 

Weitere Informationen

Zwei weitere Erfolge in Russland und der Ukraine >> 

Übersicht über das Gesamtprojekt >> 

Dreisprachige Projekt-Website ukraine-projekt.de für ausführliche Informationen über jedes einzelne Projekt >> 

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