Strategien für eine tierversuchsfreie Forschung

NEUIGKEITEN

Strategien für eine tierversuchsfreie Forschung

Event im Europaparlament

06.12.2019  

In der Zeit vom 3.-5.12.2019 fand im Europäischen Parlament in Brüssel die Veranstaltung „Strategies for Innovation in Life Sciences” statt. Organisiert wurde sie von unserem Dachverband Eurogroup for Animals und von der finnischen Parlaments-Abgeordneten Sirpa Pietikäinen. Auch weitere Parlamentarier, die sich für tierversuchsfreie Forschung einsetzen, unterstützten das Event. Unsere Wissenschaftskoordinatorin Dr. Tamara Zietek hat vor Ort an einer Vortragsrunde mit anschließender Diskussionsrunde teilgenommen. Ziel war die Ausarbeitung von Strategien, um auf europäischer Ebene die Tierversuche abzuschaffen und humanbasierte Forschung zu fördern. Anwesend waren Interessensvertreter aus verschiedenen Bereichen: Forscher, Politiker, NGOs sowie Industrie- und Behörden-Vertreter.

In den Vorträgen wurde beeindruckend dargestellt, wie schlecht der wissenschaftliche Output der Tierversuche ist und was es mittlerweile für großartige tierversuchsfreie Verfahren gibt (In-vitro-Modelle, Computer-Simulationen), die in der Forschung und Ausbildung angewandt werden können.

Strategische Wege, um eine tierversuchsfreie Forschung in der EU zu manifestieren, wurden erörtert. Beispielsweise war man sich einig, dass mehr finanzielle Förderung erfolgen muss, um die bereits sehr guten tierversuchsfreien Methoden weiter zu optimieren. Ein weiteres Ziel, das in Angriff genommen werden soll, ist die Eliminierung verpflichtender Tierversuche in der Ausbildung, beispielsweise bei medizinischen und naturwissenschaftlichen Studiengängen. Im Bereich der regulatorischen (also gesetzlich vorgeschriebenen) Tierversuche ist unbedingt eine klarere Gesetzgebung seitens der EU nötig, damit die Behörden konsequent darauf verzichten, Tierversuche für Sicherheitsprüfungen einzufordern.

Es herrschte Konsens, dass die humanbasierten Methoden bereits sehr gut sind, jedoch besser standardisiert werden müssen, um eine Anwendbarkeit im regulatorischen Bereich zu erleichtern. Weiterhin müsse verstärkt aufgezeigt werden, dass die Tierversuche unzureichende Forschungsergebnisse liefern, die schlecht auf den Menschen übertragbar sind. Auch die wirtschaftlichen Vorteile der tierversuchsfreien Methoden gegenüber Tierversuchen sollen in den Vordergrund gerückt werden.

Insgesamt war die Veranstaltung sehr konstruktiv und zeigte einmal mehr auf, dass die Vorteile der modernen tierversuchsfreien Forschung von allen wichtigen Interessenvertretern nicht mehr angezweifelt werden. Nun geht es darum, die entsprechenden Strategien zu verfolgen, damit die Europäischen Gesetzgeber einen Paradigmenwechsel unterstützen und auf den Weg bringen.


Dr. Tamara Zietek im Europa-Parlament


Diskussionsrunde

 

Drucken


https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/neuigkeiten/3063-strategien-fuer-eine-tierversuchsfreie-forschung