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Tierversuchsfreie Forschung

Tierversuchsfreier Pyrogentest anerkannt

Test mit menschlichem Blut anstelle von Kaninchentest anerkannt

Da bei der Injektion von Impfstoffen und Infusionslösungen die Verunreinigung mit Fieber auslösenden Bakterienstoffen, den sogenannten Pyrogenen, eine Gefahr für Patienten darstellt, ist die Prüfung auf Pyrogenfreiheit gesetzlich vorgeschrieben. Bislang erfolgte dieser Test an Kaninchen, denen die Substanz ins Blut verabreicht wird, um mögliche Fieberreaktionen zu erkennen. Abgesehen von der lange bekannten Unzuverlässigkeit dieser Testmethode, bedeutet diese für die Tiere eine immense Qual. Sie werden über Stunden in Apparaturen eingesperrt und ihre Körpertemperatur wird über einen längeren Zeitraum gemessen. Die Kaninchen erleiden Stress und mögliche Wirkungen durch die Injektion der Substanz.

Bereits in den 1990er Jahren wurde von Wissenschaftlern an der Universität Konstanz ein tierversuchsfreier Pyrogentest entwickelt, der mit menschlichem Blut arbeitet, um Fieber erregende Substanzen auf die Spur zu kommen.

Bei dem PyroDetect genannten Test wird eine mögliche Fieber auslösende Substanz den Blutproben freiwilliger Spender hinzugefügt. Anschließend wird mit Hilfe von Farbreaktionen vollautomatisch berechnet, ob und in welchem Maße die weißen Blutzellen Botenstoffe ausschütten. Mit dieser Methode erhält man sehr genaue und wiederholbare Ergebnisse, die vor allem direkt auf den Menschen bezogen sind.

Endlich wurde dieser Test europaweit anerkannt. Rund 200.000 Kaninchen jährlich kann nun unnötiges Leid erspart werden. Im Gegensatz zu solch einem langen Prozedere auf dem Weg zur behördlichen Anerkennung für tierversuchsfreie Methoden, wurden Tierversuche völlig ungeprüft in gesetzliche Prüfvorschriften verankert. Die große Zeitspanne ist immer wieder unverständlich, denn unzählige Studien belegen, dass der Tierversuch eine überholte und gefährliche Wissenschaft ist, was nicht mehr wegzudiskutieren ist.

Quelle: Tierschutz Aktuell 2+3/2010, S. 29


Kaninchen im Pyrogentest
Foto: One Voice

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