facebook
twitter
youtube

Tierversuche an Affen

Der Wildnis entrissen - Affen aus Kambodscha fürs Versuchslabor

Langschwanzmakaken, die in den Mangrovenwäldern Kambodschas leben, werden mit brutalen Methoden eingefangen, um die Tierversuchsindustrie mit Nachschub zu versorgen. Eine Untersuchung der britischen BUAV (British Union for the Abolition of Vivisection) liefert jetzt Beweise für das grausame Schicksal der Affen in Kambodscha. Ein Ermittler der Organisation hat die industriellen Ausmaße des Geschäfts mit wildlebenden Affen filmisch dokumentiert.

Langschwanzmakaken, auch Javaneraffen oder Cynomolgus-Affen genannt, kommen im gesamten südostasiatischen Raum vor. Sie bewohnen bevorzugt Wälder in der Nähe von Gewässern. Fängertrupps durchstreifen mit ihren Booten die Mangrovenwälder und machen auch vor Naturparks nicht halt. Die Männer schlagen mit Paddeln in die Bäume, sägen Äste ab oder schießen mit Lehmkugeln, um die verängstigten Affen aus den Bäumen zu jagen. Versuchen die Tiere durch einen Sprung ins Wasser zu entkommen, verheddern sie sich in den unter Wasser ausgelegten Netzen. Am Schwanz werden sie herausgezogen und mit auf dem Rücken verdrehten Armen in Plastiknetze gestopft. Familiengruppen der hoch sozialen Tiere werden brutal auseinander gerissen. Babys, werden von ihren Müttern getrennt. Ein entsetzliches Trauma.


Dieses Affenbaby ruft verzweifelt nach seiner Mutter.
Beim Fang werden Mütter von ihren Jungen getrennt.

Die Affen werden tagelang unter den Planken des Bootes verstaut. Die Fänger füttern sie, da sie nur für lebende Ware bezahlt werden. Die Angst dieser Tiere ist unvorstellbar. Überlebende Affen werden an einen Händler verkauft. Für ein erwachsenes Muttertier gibt es 125 $, für Jungtiere 50 $.

Gefangenschaft unter erbärmlichsten Bedingungen

Die Affen werden, immer noch in den Netzen sitzend, an Zuchtfarmen, die in Kambodscha wie Pilze aus dem Boden schießen, verkauft. Die Affenzucht hat in dem südostasiatischen Land industrielle Ausmaße angenommen. Die Regierung Kambodschas erlaubt die Ausbeutung und Vermarktung der einheimischen Langschwanzmakaken, so dass ein schwunghafter, aber völlig unkontrollierter Handel entstand.


Die völlig verängstigten Affen werden in Plastiknetze gesteckt.

In den Zuchtanstalten leben die Primaten unter erbärmlichsten Bedingungen. Viele Käfige sind völlig strukturlos, bestehen nur aus einem Betonboden. Die Makaken, die bei Gefahr in die Baumwipfel flüchten, haben keine Möglichkeit, ihre natürlichen Bedürfnisse auszuleben. Manche Tiere werden einzeln oder zu zweit in kleinen Gitterkäfigen mit Drahtboden gehalten.


Die kleinen Äffchen klammern sich in Angst und Panik aneinander.

Das Labor - qualvolle Endstation auf einem langen Leidensweg

Affen sind äußerst intelligente und soziale Tiere mit komplexen Verhaltenswiesen. Die Tiere ihrer elementarsten Bedürfnisse zu berauben, ist extrem grausam. Ihre Nachkommen werden an Labors in aller Welt verkauft, wo sie ein noch viel schlimmeres Schicksal erwartet.
Den Recherchen der BUAV zufolge wurden 2006 mehr als 6.000 Affen aus Kambodscha an Versuchslabors in China und 2.500 in den USA exportiert. Die Firma Vanny Bio-Research exportierte 52 Affen nach Frankreich und 60 Tiere nach Großbritannien. Die Affenhändler von Kambodscha wittern einen großen Markt in Europa und wollen das Geschäft weiter ausbauen.

Langschwanzmakaken (Macaca fascicularis) sind eine geschützte Art, die im Anhang II der Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens geführt werden. Dies bedeutet, dass die Art nicht vom Aussterben bedroht ist, dass dies aber eintreten kann, wenn der Handel nicht reguliert wird. Kambodscha hat das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen (CITES) 1997 unterzeichnet.

Im Jahr 2007 wurden 2.487 Affen in deutschen Labors verwendet. Davon stammten 1.554 (62%) aus Nicht-EU-Ländern. 1.967 Affen wurden 2007 für toxikologische Versuche verwendet, d.h. sie wurden vergiftet. In der Grundlagenforschung, z.B. der experimentellen Hirnforschung, mussten 137 Affen leiden.

Die Recherchen der BUAV belegen, dass auch ein Verbot von Versuchen an wild gefangenen Affen bei weitem nicht genug wäre. Selbst wenn Wildfänge nicht mehr in Versuchen verwendet werden dürfen, so werden Affen nach wie vor zu Tausenden gefangen, um Nachschub für die nimmersatte Tierversuchsindustrie zu produzieren. Der Leidensweg der Affen im Labor und ihrer Familien beginnt in Ländern wie Kambodscha.

Weitere Infos

Videofilm »Affenversuche abschaffen - Die Zeit zu handeln ist jetzt!« >>

Bitte helfen Sie!

Bitte schreiben Sie an den Botschafter von Kambodscha in Berlin, das Sekretariat des Washingtoner Artenschutz-Abkommens (CITES) in Genf und den Premierminister von Kambodscha. Wir haben für Sie Musterbriefe vorbereitet. Eigene (höfliche!) Formulierungen sind aber wirkungsvoller.

Musterbriefe (Word-Dokument)

Adressen:

S.E. Herrn
Dr. Widhya Chem
Königliche Botschaft von
Kambodscha in Berlin
Benjamin-Vogeldorff Str. 2
13187 Berlin
Fax: +49 30 - 486 379 73
E-Mail: rec-berlin@t-online.de  

CITES Sekretariat
Internationales Umwelthaus
11 Chemin des Anémones
CH-1219 Châtelaine, Genf
Schweiz
E-Mail: info@cites.org  

The Honorable Samdech Hun Sen
Prime Minister of the Royal Government of Cambodia
Office of the Council of Ministers
41, Russian Federation Blvd.
Phnom Penh
Cambodia


Drucken