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Statistiken

Bundesländervergleich - Negativ-Rangliste zu Tierversuchen

Allein in den drei Bundesländern Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Bayern findet fast die Hälfte aller Tierversuche in Deutschland statt. Die aktuelle Deutschlandübersicht offenbart, in welchen Bundesländern die meisten Tierversuche stattfinden. Einige Bundesländer geben ihre Zahlen nicht freiwillig an die interessierte Öffentlichkeit heraus, sondern verweisen auf die Bundesstatistik, die jedoch keinen Rückschluss auf den Tierverbrauch der einzelnen Länder zulässt. Dem Ärzteverein liegen die Zahlen aller Bundesländer vor.

 



Bundesweit nimmt im Jahr 2014 Baden-Württemberg mit 469.605 Tieren und damit fast 17 % der Gesamtzahl von 2,8 Millionen, die Spitzenposition in Sachen grausamer und rückschrittlicher Forschung ein. Unter anderem werden in Tübingen noch immer Hirnversuche an Affen durchgeführt, wie sie in anderen Bundesländern längst nicht mehr gestattet werden, da die Behörden sie als ethisch nicht vertretbar beurteilen. Am Mannheimer Zentralinstitut für Seelische Gesundheit etwa werden Ratten Alkohol- oder Kokain süchtig gemacht und anschließend auf Entzug gesetzt oder sie werden lange mit Elektroschocks traktiert, um Depressionen zu erzeugen. In Freiburg wurde 2008 im Zentrum für Biochemie und Molekulare Zellforschung (ZBMF) ein neues Labor in Betrieb genommen, mit dem die Universität ihre tierexperimentelle Forschung um 20% ausweitet.

Platz zwei der Negativ-Rangliste belegt nach aktueller Statistik Nordrhein-Westfalen mit 406.319 bzw. 14,5 % für Tierversuche getöteten Tieren. Die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt Düsseldorf ist besonders berüchtigt für qualvolle zahnmedizinische Tierversuche an Beaglehunden sowie neurologische Forschung an Ratten. Beispielsweise wird hier an Ratten der Zusammenhang zwischen dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron und Depression getestet. Die Tiere müssen in einem Wasserbassin schwimmen. Eine Ratte, die aufgibt und sich treiben lässt, wird als depressiv gewertet.

Mit fast 14 % bzw. 390.390 Tieren liegt Bayern auf dem dritten Platz im Bundesvergleich. Am Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) werden bei Ratten durch Stromstöße in das Gehirn epileptische Anfälle ausgelöst, um ein Epilepsiemittel zu testen, das seit über 100 Jahren beim Menschen erfolgreich im Einsatz ist. Aktuell entstehen in München drei neue Tierversuchslabors mit Haltungskapazitäten für rund 100.000 Mäuse und andere Tiere.

Berlin, bislang auf Negativ-Rang drei rückt auf Platz fünf. Laut Statistik soll die Zahl der für Versuche verwendeten Tiere von 422.175 im Jahr 2013 auf 265.357 und damit um 37 % in 2014 abgenommen haben. Das Berliner Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) ist schon jetzt eine der größten tierexperimentellen Einrichtungen Deutschlands. Mit einem aktuell geplanten Laborneubau sollen die Kapazitäten noch weiter erhöht werden.

Im Jahr 2014 wurden laut Statistik des Bundeslandwirtschaftsministeriums in Deutschland 1,9 Millionen Mäuse, 362.530 Ratten, 272.925 Fische, 2.842 Affen, 997 Katzen, 4.636 Hunde und Tiere vieler weiterer Tierarten im Namen der Wissenschaft gequält und getötet. Über 4.500 der in Deutschland durchgeführten Tierexperimente sind auf Basis von in Fachzeitschriften veröffentlichten Artikeln in der Datenbank Tierversuche dokumentiert.

Stand: März 2016
 
Übersichtstabelle Bundesländervergleich 2010-2015 als PDF

 

Weitere Information

Tierversuchsstatistik 2014 und verganener Jahre >>
Tierversuchshochburgen Deutschlands >>
Datenbank Tierversuche >>

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