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Statistiken

EU-Bürger fordern strengere Tierschutzbestimmungen

 

Umfrage der EU-Kommission zu Tierversuchen in rund 30 Ländern

Im Rahmen der Überarbeitung der EU-Tierversuchsrichtlinie* führte die Europäische Kommission im Jahr 2006 eine Umfrage unter 42.655 Menschen aus rund 30 vorwiegend europäischen Ländern durch. Diese Umfrage erreichte die 3. größte Beteiligung im Vergleich zu sämtlichen bisherigen Online-Befragungen der EU-Kommission.

Die Befragten bringen deutlich zum Ausdruck, dass sie mit der aktuellen Situation in Bezug auf den Tierschutz nicht zufrieden sind und sich von der Politik klare Regelungen wünschen, die einen wirklichen Schutz der Tiere bewirken. Tierversuche, egal an welcher Tierart, werden vom Großteil der Bürger strikt abgelehnt.

Ergebnisse der Umfrage

Der Großteil der Befragten findet, dass die derzeitigen Tierschutzbestimmungen nicht ausreichen und auf politischer Ebene erheblicher Handlungsbedarf besteht:
• jeweils rund 75 % halten den Grad des Tierschutzes in der EU und in ihrem eigenen Land für schlecht/sehr schlecht
• jeweils rund 90 % finden, dass die EU bzw. die Regierung in ihrem eigenen Land für mehr Tierschutz sorgen sollte

Die Befragten halten auch den Schutz von Tieren wichtig, denen vielfach weniger Empathie entgegengebracht wird als beispielsweise Katzen, Affen oder Hunden.
• Mäuse: rund 90 %
• Fische: über 80 %
• Fruchtfliegen: rund 60 %

• Als wichtigste Kriterien zur Rechtfertigung eines Tierversuchs sehen die Befragten Grad und Dauer des Leidens (ca. 75 %) und die Verfügbarkeit von sogenannten Alternativmethoden (ca. 70 %), sowie den Zweck des Versuchs und Haltungs-/Pflegebedingungen (je ca. 50 %)

• Hauptinformationsquelle über Tierversuche sind Tierschutzorganisationen (ca. 85 %), allerdings spielen auch u.a. Tierexperimentatoren/Pharmaindustrie eine Rolle (ca. 18 %/15 %)

• rund 90 % wünschen sich mehr Transparenz und Mitspracherecht hinsichtlich der Frage, wann und wie ein Tierversuch durchgeführt werden darf

• Über 70 % finden nicht, dass Tierschutzbestimmungen den medizinischen Fortschritt/die Innovation aufhalten

• Rund 70 % sehen entsprechend die Konkurrenzfähigkeit von Europa durch Tierschutzbestimmungen nicht gefährdet

• Rund 50 % halten Tierversuche in keinem der zur Auswahl gestellten Bereiche für akzeptabel (Grundlagenforschung; Krankheits-/Umweltforschung; Medikamentenentwicklung; Chemikalientests; Ausbildung; Informationstechnologie)

• Jeweils rund 75 % sehen in ihrem eigenen Land bzw. in der EU die Entwicklung und Validierung von sogenannten Alternativmethoden als nicht ausreichend gefördert an

• Über 90 % meinen, dass die EU international die Führungsrolle hinsichtlich der Bewusstseinsschärfung für Tierschutz/“Versuchs“tiere spielen sollte

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*Richtlinie des Rates 86/609/EWG vom 24. November 1986 zum Schutz der für Versuche und andere wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere


Weitere Infos:
Gesamtergebnisse der Umfrage (PDF) >>
Hintergrundinformationen zur Tierversuchsrichtlinie >>
 

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