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Qualvolle Chemikalien-Tierversuche verhindern

Gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund und dem Bundesverband Menschen für Tierrechte haben wir die Präsidentin der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA) angeschrieben, um qualvolle Giftigkeitstests an Tieren im Rahmen der EU-Chemikalienverordnung REACH zu verhindern.

REACH sieht vor, dass neue, aber auch seit Jahren auf dem Markt befindliche Chemikalien, auf ihre Giftigkeit hin geprüft werden. Dies bedeutet, dass Tausende von Chemikalien in qualvollen Giftigkeitsprüfungen an Tieren getestet werden. Seit Bekanntwerden der EU-Pläne im Jahr 2000 kämpft unser Verband für eine tierversuchsfreie Durchführung von REACH. Seit inzwischen anderthalb Jahren kommentiert unser Toxikologie-Experte, Dr. med. Wolfgang Stengel, Tierversuchsanträge der Chemikalienbehörde ECHA, um zu belegen, dass die geforderten Daten bereits existieren oder auf andere Weise als mit Tierversuchen gefunden werden können.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin vertritt Deutschland bei den Treffen des sogenannten Member State Committee (MSC), das über die Tierversuchanträge bei der ECHA entscheidet. Unser Dachverband, die Europäische Koalition zur Beendigung von Tierversuchen (ECEAE) ist als einziger Tierversuchsgegnerverband bei den Sitzungen des MSC zugelassen, so dass wir auf diese Weise Einblick in die sonst geschlossene Gesellschaft erhalten.

Mit dem Schreiben an die BAUA wollen wir erreichen, dass unseren Kommentaren mehr Beachtung geschenkt wird. Es muss sichergestellt werden, dass Tierversuche nicht routinemäßig eingesetzt werden, sondern tierversuchsfreien Testmethoden der Vorrang gegeben wird. In dem Schreiben fordern wir außerdem mehr Transparenz bei den Verhandlungen des MSC sowie die Verwendung der erweiterten Ein-Generationsstudie. Dieser Test zur Testung von Chemikalien auf Schädigung der Fortpflanzungsfähigkeit, bei dem statt 2.600 »nur« noch 1.400 Tiere pro Substanz »verbraucht« werden, wurde unlängst auf globaler Ebene anerkannt. Trotzdem verlangt die ECHA den Test mit der doppelten Anzahl von Tieren.

Weitere Informationen: Das REACH-Projekt der Ärzte gegen Tierversuche >>

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