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Kampagnen

Das geheime und grausame Geschäft mit Affen fürs Labor

Mehr als 1.000 Affen werden jedes Jahr nach Frankreich importiert und von dort in Labore nach Deutschland und andere Länder verfrachtet. 

Recherchen unseres französischen Partnerverein One Voice zufolge, ist Frankreich die Drehscheibe für den internationalen Affenhandel. Über Jahre wurden Tausende Langschwanz-Makaken aus Mauritius und Vietnam über die Silabe-Plattform in Niederhausbergen bei Straßburg nach Deutschland, Italien und Großbritannien verkauft. Abnehmer sind unter anderem die Bayer AG, Covance und Merck, wo die Tiere den Rest ihres Lebens hinter Gittern verbringen müssen, bis sie in qualvollen Experimenten sterben oder getötet werden. 

„Silabe“ steht für Simian Laboratory Europe (Affenlabor Europa) und ist ursprünglich als private Firma gegründet worden, die von staatlichen Geldern profitierte. Inzwischen ist Silabe zu einer Service-Plattform der Universität Straßburg geworden, wo auch Tierversuche durchgeführt werden. Seit Jahren protestieren Tierschützer gegen dieses Labor. 

Die Primaten aus Mauritius sind oft nicht einmal ein Jahr alt. Kleine verletzliche Babys von gerade einmal 2 kg, die als Fracht in Kisten verpackt nach Europa geschickt werden. Die Transportbedingungen sind schrecklich und die Reisen oft sehr lang. Dem Schutz ihrer Mütter entrissen leiden die Jungtiere unter Angst und Stress. 

Und was erwartet sie? Ein Leben und Sterben als Messinstrument. Ihnen werden Löcher in den Kopf gebohrt, Elektroden werden in ihre Gehirne gesteckt oder sie werden mit Chemikalien oder Wirkstoffe vergiftet. 

Überlebende Affen werden manchmal an andere Labore weiterverkauft. Am Ende steht immer der Tod. 

Affenzucht 

Affe hinter Gittern
Foto: Animal Equality

Ab 10. November 2022 dürfen gemäß EU-Tierversuchsrichtlinie alle in Tierversuchen verwendeten Affen nur noch aus selbsterhaltenden oder F2-Zuchten stammen, d.h., die Eltern der exportierten Tiere müssen schon in Gefangenschaft geboren sein. So soll der Fang von Affen aus der Wildnis reduziert werden. Aber wer kontrolliert in Herkunftsländern die Einhaltung? 

Silabe ist nur eine Etappe innerhalb des globalen Affenhandels. Seit Jahren stagnieren die Tierversuchszahlen in Frankreich auf einem extrem hohen Level. Eine Transparenz ist nicht gegeben, denn in Frankreich werden längst nicht alle Tierversuchszahlen veröffentlicht. 

Helfen 

  • Bitte schreiben Sie an die Botschaft von Mauritius und Vietnam und fordern Sie ein Ende des Handels mit Affen fürs Labor. (Musterbriefe sieh unten)
  • Und bitte unterschreiben Sie die Online-Petition unserer französischen Partnerorganisation One Voice für mehr Transparenz und eine verstärkte Förderung und den Einsatz tierversuchsfreier Methoden in Frankreich >>

Zusammenfassung des Petitionstextes

30% aller Affenversuche in der EU gehen auf das Konto von Frankreich. Das Land ist zudem größter Katzenverbraucher, der zweitgrößter Hundeverbraucher nach Großbritannien (die Vergleichszahlen beziehen sich auf 2017, als Großbritannien noch in der EU war) und das Land mit den mit Abstand meisten Tierversuchen mit Schweregrad „schwer“.
Offiziell liegt Frankreich an dritter Stelle bei den Tierversuchszahlen in Europa (nach Großbritannien und Deutschland), aber die tatsächlichen Zahlen dürften sehr viel höher sein, da Frankreich nicht alle Tierversuchszahlen veröffentlicht.
One Voice fordert daher Transparenz: Frankreich muss die kompletten Tierversuchsstatistiken inkl. der getöteten, aber nicht in Versuchen verwendeten Tiere veröffentlichen. Die Anzahl der Tiere, die in Versuchen leiden, muss verringert werden. Existierende tierversuchsfreie Methoden müssen anstelle von Tierversuchen eingesetzt werden und solche Systeme müssen stärker finanziell gefördert werden. 

Musterbrief an die Botschaft von Mauritius

Botschaft der Republik Mauritius (Embassy of the Republic of Mauritius)
Second Secretary
Mrs Geetanjali Sobarun
berlin@mauritius-embassy.de
sobarun@govmu.org 

Betreff: Please stop the monkey trade of Mauritius!

Your Excellency,

as you know, your country is one of the world's biggest exporters of primates for laboratories. Tens of thousands of macaques are held in captivity on farms throughout the country; their destination France and other countries.

Silabe, a facility that is part of the University of Strasbourg in France, imports macaques from the Republic of Mauritius. Many of these small primates are then sent to Germany, Italy and the United Kingdom for animal experimentation, whilst the rest remain at Silabe for the same reason.

Some brutally taken from the wild, kept in captivity, forced into endless breeding, their offspring subjected to long and risky journeys by road and air, painful tests, poisoning, and finally death. These long-tailed macaques endure terrible suffering, deprived of the rich foliage of the jungle homes and their family and social groups. 

Together with One Voice and Action for Primates, I appeal to you to stop exporting monkeys for use in experiments. 

Yours sincerely, 

Unterschrift

Musterbrief an die Botschaft von Vietnam

Botschafter
S.E. Herr Nguyen Minh Vu
info@vietnambotschaft.org 

Handelsreferat
Herr Bui Vuong Anh
Herr Nguyen Thanh Tung
de@moit.gov.vn 

Betreff: Please stop the monkey trade of Vietnam!

Your Excellency,

As you know, your country is one of the world's biggest exporters of primates for laboratories. Tens of thousands of macaques are held in captivity on farms throughout the country; their destination France and other countries.

Silabe, a facility that is part of the University of Strasbourg in France, imports macaques from the Republic of Vietnam. Many of these small primates are then sent to Germany, Italy and the United Kingdom for animal experimentation, whilst the rest remain at Silabe for the same reason.

Some brutally taken from the wild, kept in captivity, forced into endless breeding, their offspring subjected to long and risky journeys by road and air, painful tests, poisoning, and finally death. These long-tailed macaques endure terrible suffering, deprived of the rich foliage of the jungle homes and their family and social groups. 

Together with One Voice and Action for Primates, I appeal to you to stop exporting monkeys for use in experiments. 

Yours sincerely, 

Unterschrift 

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