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Todeslabor LPT

News

13.11.2019 Medienberichten zufolge schließt das LPT seinen Standort in Mienenbüttel bis Ende Februar 2020. Grund sei der öffentliche Druck auf die Behörden. Das ist ein großartiger Erfolg! 76 Affen sollen bereits zum Versuchstierhändler Hartelust in den Niederlanden abtransportiert worden sein - mit Sicherheit das Todesurteil für diese Tiere. Wir dürfen nicht locker lassen, die anderen beiden Standorte des LPT müssen auch geschlossen und die Tiere in Auffangstationen abgegeben werden!


Nächste Demo gegen das LPT am 16.11. in Hamburg! Infos >>

Das LPT (Laboratory of Pharmacology and Toxicology) in Hamburg führt seit Jahrzehnten unzählige Tierversuche für Auftraggeber aus der ganzen Welt durch – hauptsächlich Giftigkeitsversuche bei verschiedensten Tierarten, darunter auch Hunde und Affen. Auch die berüchtigten Botox-Tierversuche, bei denen Mäuse qualvoll erstickt werden, finden beim LPT statt. Wie diese Versuche ablaufen und unter welchen Bedingungen die Tiere dort leben, ist streng geheim.

Mitte Oktober 2019 erhielt die Öffentlichkeit Einblick hinter die geheimen Kulissen des LPT. Der deutsche Verein SOKO Tierschutz und die britische Organisation Cruelty Free International hatten einen Mitarbeiter eingeschleust, der verdeckte Aufnahmen machte und erschreckende Zustände dokumentierte. Beagle und Affen werden in engen, teils blutverschmierten Käfigen gehalten, ohne Beschäftigungsmaterial, sie haben kaum Kontakt zu Menschen. Die sozialen Tiere sehnen sich nach Zuneigung – trotz des Leids, das sie ertragen müssen. Einer Katze wird dreizehnmal am Tag in die Beine gestochen. Affen werden die Köpfe fixiert oder sie werden auf Sitzen festgeschnallt, die Tiere zeigen massive psychische Stressreaktionen in ihrer ausweglosen Lage.

Am Hauptsitz des LPT in Hamburg-Neugraben werden Versuche an Mäusen, Ratten und Meerschweinchen (und evtl. weiteren Kleintieren) durchgeführt, inkl. der berüchtigten Botox-Tierversuche. Am Standort Mienenbüttel in Niedersachsen, Landkreis Harburg, wo die verdeckten Aufnahmen gemacht wurden, finden Versuche an Hunden, Katzen und Affen statt. Eine weitere Niederlassung gibt es in der ländlichen Gemeinde Wankendorf im schleswig-holsteinischen Kreis Plön. Dort wird an Schweinen, Mäusen, Ratten und Kaninchen experimentiert.

Die Bilder riefen eine enorme Protestwelle hervor, die Behörden leiteten Kontrollen ein und machten Auflagen bezüglich der Tierhaltung. Der Landkreis Harburg und verschiedene Tierschutzvereine stellten Strafanzeige.

Proteste seit 10 Jahren

Vor 10 Jahren hat sich in dem kleinen Ort Mienenbüttel eine Bürgerinitiative gegründet, Lobby pro Tier - Mienenbüttel, die seither gegen das Labor vor der Haustür mobilmacht. ÄgT hat den Verein seit seiner Gründung aktiv unterstützt – mit Vorträgen, Infomaterial, Teilnahme an Aktionen usw. Die Medien berichteten immer wieder breitflächig. 2013 gründete sich die Initiative „LPT Schließen“, die bis 2018 unzählige Aktionen und Demos in Hamburg-Neugraben durchführte. Zeitgleich bildete sich die Aktionsgruppe LPT Mahnwache, die seither bei Wind und Wetter zweimal wöchentlich früh morgens Mahnwachen vor dem Hauptsitz in Hamburg-Neugraben abhält.

Systemversagen

Auf Initiative von Lobby pro Tier haben Politiker hauptsächlich von den Grünen und der SPD immer wieder versucht, Licht ins Dunkel zu bringen, doch einer Politiker-Delegation und selbst dem Bürgermeister von Neu-Wulmstorf wurde der Zugang zum Labor verwehrt. Anfragen an das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) sowie das zuständige Veterinäramt wurden abgetan damit, dass beim LPT alles in bester Ordnung sei, Kontrollen würden regelmäßig durchgeführt werden. Ein Hohn, wenn man sich die jetzt veröffentlichten Undercover-Aufnahmen anschaut. Die Kontrollorgane haben offensichtlich jahrelang systematisch weggesehen, denn zu kleine Käfige sind ja sicher nicht über Nacht aufgetaucht. Der aktuelle Skandal belegt erneut, dass der Tierschutz hierzulande mit Füßen getreten wird.

Schließung juristisch untermauert

Die vorgelegten filmischen Beweise für Tierschutzverstöße müssen umgehend rechtliche Konsequenzen haben, die Lizenz zum Halten von Tieren ist dem LPT zu entziehen. Gerade im Bereich der Giftigkeitsprüfung gibt es zahlreiche moderne Testmethoden, die auf menschlichen Zellen basieren und besser für diese Untersuchungen geeignet sind als Tierversuche. Nach den aktuellen Enthüllungen haben wir unsere wissenschaftliche und die Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht (DJGT) ihre juristische Expertise den Strafverfolgungsbehörden angeboten. Mit einer gemeinsamen Pressemitteilung veröffentlichten wir eine juristische Kurzstellungnahme, die die Schließung des LPT als einzig konsequente und rechtlich gebotene Option nahelegt.

Pressemitteilungen

14.10.2019 Hinter verschlossenen Türen: Grausame Tierversuche in Hamburg aufgedeckt! >>

21.10.2019 Tierschutzgesetzgebung in Deutschland provoziert Verstöße wie im LPT! >>

Weitere Infos

SOKO Tierschutz e.V. >>

Lobby pro Tier - Mienenbüttel >>

Juristische Stellungnahme (PDF) >>

Stoppt Botox-Tierversuche >>

Was kann ich tun?

(Förder-)Mitglied werden! Unterstützen Sie unsere Arbeit für die Tiere! Je mehr wir sind, desto stärker ist die Stimme, mit der wir für die Tiere sprechen können! 

Tipps, was jeder zur Abschaffung der Tierversuche beitragen kann >>

Online-Petition zur Schließung des LPT >>

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