Datenbank Tierversuche

Datenbank Tierversuche

Ihre Abfrage

4964 Ergebnisse wurden gefunden

Alle Abfrageresultate in neuem Fenster öffnen und zum Markieren und Kopieren von Textstellen bitte hier klicken >>

Dokument 1Titel: Ein Mäuse-Modell zur Untersuchung der Reaktion von Blutgefäßen und des Blutflusses in Mikroblutgefäßen von Lungen-Transplantaten
Hintergrund: Es wird eine Methode vorgestellt, wie man die Entstehung von kleinen Blutgefäßen in Lungengewebe im lebenden Tier beobachten kann. Dazu werden kleine Lungenstücke in eine „Rückenhautkammer“ von Mäusen verpflanzt. Als Vergleich dienen Gebärmuttergewebestücke.
Tiere: 30 Mäuse (mehr als)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der zuständigen Behörde in Homburg/Saar genehmigt. Die Mäuse der Zuchtlinie C57BL/6 werden einzeln gehalten. Den Tieren wird unter Narkose eine sogenannte Rückenhautkammer implantiert. Diese besteht aus zwei Titanplatten mit einem runden Fenster, einer Art Bullauge von 15 mm Durchmesser in der Mitte. Die Rückenhaut der Maus wird geschoren, mehrere Zentimeter hochgezogen und zwischen die beiden mit Schrauben zusammen gehaltenen Titanplatten geklemmt. Auf der einen Seite des Fensters wird die Haut komplett entfernt, so dass im Fenster nun die extrem gespannte Haut einer Seite zu sehen ist, die mit einem Glasplättchen abgedeckt wird. Die Tiere dürfen sich 3 Tage von der Operation erholen. Es wird hervorgehoben, dass die Mäuse die Kammern gut tolerieren und Schlaf und Futteraufnahme nicht beeinträchtigt seien.

Eine nicht genannte Anzahl Mäuse wird getötet, um ihre Lungen zu entnehmen. Diese werden in eine fluoreszierende Flüssigkeit gelegt, damit das Gewebe die Farbe annimmt. Es werden kleine Würfel von einem halben Millimeter Seitenlänge aus den Lungen geschnitten. Jeweils 3-4 Lungenwürfel werden den Mäusen mit den Rückenhautkammern auf die Haut im Bullauge verpflanzt. Bei einigen Mäusen mit Rückenhautkammer wird unter Narkose der Bauch aufgeschnitten, um ein Gebärmutterhorn herauszuschneiden. Dieses wird in fluoreszierende Farbe gelegt und 1-2 kleine Würfel daraus derselben Maus, aus der die Gebärmutter stammte, in das Kammerfenster transplantiert. Unmittelbar danach sowie 3, 6, 10 und 14 Tage nach der Transplantation des Lungen- und Gebärmuttergewebes werden die Tiere betäubt, um das Blutgefäßwachstum der Transplantate im Bullauge unter einem speziellen Mikroskop zu beobachten und zu filmen. Dazu wird den Tieren eine fluoreszierende Flüssigkeit in das Venengeflecht hinter dem Augapfel injiziert. So kann der Blutfluss sichtbar gemacht werden. Nach 14 Tagen werden die Mäuse durch eine Überdosis Pentobarbital getötet. Für dieses Experiment werden 30 Mäuse verwendet.

In einem weiteren Experiment mit 10 Mäusen wird ähnlich verfahren, auch diesen Tieren werden kleinen Lungen- und Gebärmutterstücke in die Rückenhautkammer verpflanzt. Nach 10-13 Tagen wird den Tieren unter Betäubung über eine Maske Luft mit unterschiedlichem Sauerstoffgehalt zugeführt. Gleichzeitig werden die kleinen Blutgefäße im transplantierten Gewebe beobachtet. Am nächsten Tag wird die Prozedur wiederholt. Dann werden auch diese Mäuse getötet.

Bereich: Lungenphysiologie, Lungenforschung

Originaltitel: A murine model to study vasoreactivity and intravascular flow in lung isograft microvessels

Autoren: Nora Regelin (1,2), Susanne Heyder (1,2,4), Matthias W. Laschke (2), Yalda Hadizamani (5,6), Michele Borgmann (5,6), Ueli Moehrlen (6,7), René Schramm (2,3), Robert Bals (1), Michael D. Menger (2), Jürg Hamacher (1,2,5,6)*

Institute: (1) Klinik für Innere Medizin V – Pneumologie, Allergologie, Beatmungs- und Umweltmedizin, Universitätsklinikum des Saarlands, Gebäude 41, Kirrberger Str. 100, 66424 Homburg/Saar, (2) Institut für Klinisch-Experimentelle Chirurgie, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum des Saarlands, Homburg/Saar, (3) Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen, Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, 32545 Bad Oeynhausen, (4) MediClin Albert Schweitzer Klinik, Pneumologie, 78126 Königsfeld, (5) Klinik für Allgemeine Innere Medizin, Pneumologie, Lindenhofspital, Bern, Schweiz, (6) Lungen- und Atmungsstiftung Bern, Bern, Schweiz, (7) Kinderchirurgie, Universitäts-Kinderspital Zürich, Zürich, Schweiz

Zeitschrift: Scientific Reports 2019; 9: 5170. doi.org/10.1038/s41598-019-41590-7

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5083



Dokument 2Titel: Einzelzelltranskriptomik deckt molekularen Trichter von Zellidentitäten während der Axolotl-Gliedmaßenregeneration auf
Hintergrund: Es werden Heilungsprozesse nach der Amputation des Vorderbeins bei Axolotl (mexikanische Schwanzlurche) erforscht.
Tiere: Salamander (Anzahl unbekannt)(Axolotl)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Landesdirektion Sachsen und der zuständigen Behörde in Wien genehmigt. Es werden Brainbow-Axolotl und weiße Axolotl vom MPI-CBG (Dresden), CRTD (Dresden) und IMP (Wien) verwendet. Axolotl sind mexikanische Schwanzlurche (Salamander), die die Fähigkeit haben, verletzte Organe und Gliedmaßen sehr schnell nachwachsen zu lassen. Es werden vier genetische Veränderungen bei den Tieren geschaffen, indem genetisches Material in insgesamt 1833 Axolotl-Embryonen injiziert wird. Von ihnen überleben 674 Embryonen, aufgezogen werden aber nur 34 Tiere. Mit den Nachkommen dieser Tiere werden die Experimenten gemacht. Manche Tiere werden vor oder kurz nach dem Schlüpfen getötet, um ihre Vorderbeine für weitere Analysen zu entnehmen. Bei Jungtieren werden die Effekte der Genveränderung ausgelöst, indem bestimmte Substanzen in ihrem Wasser aufgelöst werden. Den erwachsenen Tieren werden diese Substanzen in die Bauchhöhle injiziert. Bei den meisten Tieren werden unter Narkose ein oder beide Vorderbeine amputiert und deren Heilung wird verfolgt.

Bei einer Gruppe werden die Tiere betäubt, indem sie in Wasser mit einem Betäubungsmittel gesetzt werden und es wird ein Unterarm amputiert. Bei zwei Gruppen von Axolotl mit unterschiedlichen genetischen Veränderungen werden die Oberarmknochen unter Narkose gegenseitig transplantiert: Die Unterarme der Tiere werden am Ellenbogen amputiert, die Oberarmknochen werden mit Pinzetten herausgezogen und in die Wunden anderer gleichbehandelter Tiere gesteckt. Bei zwei anderen Gruppen von Tieren werden unter Narkose einige Muskeln am Oberarm herausgeschnitten und mit Muskeln von anderen Tieren ersetzt. Die Axolotl werden regelmäßig betäubt, mit feuchten Papiertüchern bedeckt und unter einem Mikroskop beobachtet. Die Tiere werden zu verschiedenen Zeitpunkten bis maximal 38 Tage nach der Amputation auf nicht genannte Weise getötet. Ihre Vorderbeine werden für weitere Analysen entnommen.

Diese Arbeit wurde von der Max-Planck-Gesellschaft, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem ERC Advanced Investigator Award und dem Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (Wien) finanziell unterstützt.

Bereich: Regenerationsforschung, Wundheilung, Zellphysiologie

Originaltitel: Single-cell transcriptomics uncovers molecular funneling of cell identities during axolotl limb regeneration

Autoren: Tobias Gerber (1), Prayag Murawala (2,3)* Dunja Knapp(3), Wouter Masselink (2), Maritta Schuez (3), Sarah Hermann (3), Malgorzata Gac-Santel (1), Sergej Nowoshilow (2,3), Jorge Kagejama (1), Shahryar Khattak (4), Joshua Currie (3), J. Gray Camp (1), Elly M. Tanaka (2,3)* and Barbara Treutlein (1,5,6)*

Institute: (1) Abteilung für Evolutionäre Genetik, Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Leipzig, (2) Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (IMP) Vienna BioCenter, Campus-Vienna-Biocenter 1, 1030 Wien, Österreich, (3) Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Zentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD), Technische Universität Dresden, Fetscherstr. 105, 01307, Dresden, (4) Qatar Biomedical Research Institute (QBRI), Hamad Bin Khalifa University (HBKU), Education City, Qatar Foundation, Qatar , (5) Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik, Dresden (6) Abteilung für Biowissenschaften, Technische Universität München, Freising

Zeitschrift: Science 2018; 362(6413): eaaq0681

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5082



Dokument 3Titel: Markierungsfreie Bildgebung der Gewebearchitektur während der Regeneration peripherer Axolotl-Nerven im Vergleich zur funktionellen Wiederherstellung
Hintergrund: Um die Heilungsprozesse nach Nervenverletzungen bei Patienten besser zu verstehen, werden die Hüftnerven von Axolotl (mexikanische Schwanzlurche) durchgeschnitten und das Nachwachsen analysiert.
Tiere: 78 Salamander (Axolotl)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Landesdirektion Sachsen (AZ: DD24-5131/338/43) genehmigt. Es werden 78 erwachsene Axolotl benutzt. Die Tiere stammen aus dem DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien der TU Dresden (CRTD). Axolotl sind mexikanische Schwanzlurche (Salamander), die die Fähigkeit haben, verletzte Organe oder sogar Gliedmaßen sehr schnell nachwachsen zu lassen. Die Tiere werden mittels eines Betäubungsmittels, das im Wasser aufgelöst wird, betäubt. An einem Hinterbein jeden Tieres wird ein 1 cm-langer Schnitt gemacht, die Haut und die Muskeln werden zur Seite gezogen und der darunterliegende Hüftnerv (Ischiasnerv) wird durchgeschnitten. Danach werden die Wunden chirurgisch verschlossen. Bei einigen Tieren wird der gleiche Eingriff nach 7 Tagen wiederholt. Die Axolotl werden in ein Aquarium mit einer Gegenstromanlage gesetzt, um den Bewegungsgrad des verletzten Beins beobachten zu können. Zwei Tiere werden je 7 und 14 Tage nach der ursprünglichen Verletzung betäubt. Erneut wird ein Schnitt an ihrem Hinterbein gemacht, die Tiere werden mit feuchten Papiertüchern bedeckt, unter ein Mikroskop gelegt und ihre Nerven werden fotografiert. Die Tiere werden in Gruppen an einem von neun verschiedenen Zeitpunkten (0 bis 128 Tage nach der Verletzung) auf nicht genannte Weise getötet und ihre Beine werden zur weiteren Analyse entnommen.

Diese Arbeit wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (AZ 13N13807), das Else Kröner Promotionskolleg und den Publikationsfonds der SLUB/TU Dresden finanziell unterstützt.

Bereich: Regenerationsforschung, Neurologie, Neurobiologie, Neurophysiologie, Wundheilung

Originaltitel: Label-free imaging of tissue architecture during axolotl peripheral nerve regeneration in comparison to functional recovery

Autoren: Ortrud Uckermann (1)*, Joana Hirsch (1), Roberta Galli (2), Jonas Bendig (1), Robert Later (1,3), Edmund Koch (2,3), Gabriele Schackert (1), Gerald Steiner (2), Elly Tanaka (3), Matthias Kirsch (1,3)

Institute: (1) Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, TU Dresden, Fetscherstraße 74, 01307 Dresden, (2) Klinisches Sensoring und Monitoring, Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, TU Dresden, Dresden, (3) Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Zentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD), Dresden

Zeitschrift: Scientific Reports 2019; 9(1): 12641

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5081



Dokument 4Titel: Im Vergleich zu einer schnellen verbessert eine langsame Wiedererwärmung das Überleben nach einer milden Kältebehandlung bei experimentellem Schock
Hintergrund: Es wird an Ratten erprobt, ob eine schnelle oder eine langsame Erwärmung bei einer Kühlung nach Blutungsschock eine bessere Überlebungsrate liefert. Da die experimentellen Zustände sich wesentlich von der klinischen Situation unterscheiden, soll nach Aussage der Autoren die Frage an Patienten untersucht werden.
Tiere: 36 Ratten
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, Genehmigungsnummer 84-02.04.2013.A287, G1375/13) genehmigt. Es werden 36 männliche Wister-Ratten benutzt. Die Tiere stammen von Harlan Laboratories (Horst, Niederlande) und werden in der Zentralen Tierexperimentellen Einrichtung des Universitätsklinikums Essen gehalten.

Unter Narkose wird ein Katheter in die Halsvene eingeführt und zwei in Blutgefäße am rechten Hinterbein. Ein Thermometer wird in den Mastdarm der Tiere eingeführt. Bei den Tieren wird ein Blutungsschock erzeugt, indem innerhalb von 30 Minuten alle drei Minuten jeweils zwei Milliliter Blut aus einem Blutgefäß im Hinterbein entzogen werden, bis der Blutdruck der Tiere nur ca. 30 % des normalen Wertes erreicht. Der Blutungsschock wird für eine weitere Stunde aufrechterhalten, danach werden die Tiere wiederbelebt, indem eine Kochsalzlösung in ein Blutgefäß am Hinterbein injiziert wird, die die dreifache Menge des verlorenen Blutvolumens beträgt. Dreimal wird auch Blut zur Untersuchung von jedem Tier entnommen.

Die Ratten werden in 5 Gruppen aufgeteilt. In der ersten Gruppe (4 Tiere) wird weder ein Blutungsschock, noch eine Wiederbelebung erzeugt, in den restlichen vier Gruppen (je 8 Tiere) wird beides erzeugt. Die Tiere der zweiten Gruppe behalten ihre normale Körpertemperatur (36,5 – 37,5 °C). Die Tiere der dritten, vierten und fünften Gruppe werden nach der Wiederbelebung auf 34 °C gekühlt. Die Tiere der Gruppe 3 werden nicht wieder aufgewärmt, die Tiere der Gruppe 4 werden langsam und die der Gruppe 5 werden schnell wieder aufgewärmt. Die Kühlung wird durch einen Operationstisch mit Temperaturregelung sowie Kältepackungen an den Hinterbeinen der Ratten erreicht, die Erwärmung ebenfalls durch den regelbaren Tisch bzw. eine Wärmelampe (schnelle Erwärmung).

Alle Tiere, die nicht gekühlt oder die gekühlt und wieder erwärmt werden, sterben innerhalb von fünf Stunden nach Beginn des Eingriffs. Die Ratten, die langsam erwärmt werden, überleben im Schnitt 45 Minuten länger als diejenigen, die schnell erwärmt werden. Ein Tier der Gruppe, die nur gekühlt wird, stirbt ebenfalls innerhalb dieses Zeitraums. Die restlichen Tiere (11 von 36), die die ersten fünf Stunden überleben, werden unter Narkose getötet und mehrere Organe werden zur Analyse entnommen.

Die Arbeit wurde durch das Universitätsklinikum Essen der Universität Essen-Duisburg finanziert.

Bereich: Schockforschung, Traumatologie, Unfallmedizin

Originaltitel: Slow as compared to rapid rewarming after mild hypothermia improves survival in experimental shock

Autoren: Manuel Burggraf (1)?,Sven Lendemans (2), Indra Naemi Waack (3), Johanna K. Teloh (3), Katharina Effenberger-Neidnicht (3), Marcus Jäger (1), Ricarda Rohrig (3)

Institute: (1) Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Essen, Hufelandstasse 55, 45147 Essen, (2) Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Alfried Krupp Krankenhaus Steele, Essen, (3) Institut für Physiologische Chemie, Universitätsklinikum Essen, Essen

Zeitschrift: Journal of Surgical Research 2019; 236: 300-310

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5080



Dokument 5Titel: Die Proteom-Mikroumgebung bestimmt die Schutzwirkung der Vorkonditionierung bei Cisplatin-induzierten akuten Nierenschäden
Hintergrund: Es wird an Mäusen untersucht, ob geringere Mengen an Nahrung oder Sauerstoff Patienten vor akuten Nierenschäden schützen können.
Tiere: 16 Mäuse
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, Genehmigungsnummer 84-02.04.2013.A158) genehmigt.

Es werden 19 bis 21 Wochen alte männliche Mäuse verwendet. Die Tiere stammen von der Versuchstierzucht Charles River Laboratories, Sulzfeld. Die Mäuse werden in drei Gruppen aufgeteilt – Kontrollgruppe, Kalorienrestriktionsgruppe (CR) und Hypoxie-Gruppe (HP). Die Tiere der Kontrollgruppe dürfen so viel essen, wie sie möchten, und erhalten normale Luft (ca. 21 % Sauerstoffgehalt). Die Mäuse der CR-Gruppe bekommen 28 Tage lang nur 66% der üblichen Futtermenge. Die HP-Tiere werden an drei aufeinanderfolgenden Tagen für 2, 4 oder 8 Stunden in einem Kasten gesetzt, in dem der Sauerstoffgehalt der Luft nur 8,3% beträgt. Den Tieren wird entweder eine Kontrolllösung oder Cisplatin, ein Nieren schädigendes Chemotherapeutikum, in die Bauchhöhle gespritzt. Mäuse, die Cisplatin bekommen, verlieren innerhalb von drei Tagen bis zur 20% ihres Gewichts. Die Mäuse der CR- und der HP-Gruppe verlieren nicht so viel Gewicht. Drei Tage nach der Spritze werden die Tiere unter Narkose getötet, indem durch Injektion einer Kochsalzlösung direkt ins Herz das ganze Blut ausgetauscht wird. Blutproben und ihre Nieren werden für weitere Analysen entnommen.

Bereich: Nierenforschung, Toxikologie

Originaltitel: The proteome microenvironment determines the protective effect of preconditioning in cisplatin-induced acute kidney injury

Autoren: Martin R. Späth (1,2,3), Malte P. Bartram (1,2,3), Nicolas Palacio-Escat (4), K. Johanna R. Hoyer (1,2,3), Cedric Debes (3,5), Fatih Demir(6), Christina B. Schroeter (1,2,3), Amrei M. Mandel (1,2,3), Franziska Grundmann (1,2), Giuliano Ciarimboli (7), Andreas Beyer (3,5), Jayachandran N. Kizhakkedathu (8,9), Susanne Brodesser (3), Heike Göbel (10), Jan U. Becker (10), Thomas Benzing (1,2,3,5), Bernhard Schermer (1,2,3,5), Martin Höhne (1,2,3,5), Volker Burst (1,2), Julio Saez-Rodriguez (4,11), Pitter F. Huesgen (6), Roman-Ulrich Müller (1,2,3,5), Markus M. Rinschen (1,2,3,5,12)*

Institute: (1) Klinik II für Innere Medizin, Universitätsklinik Köln, Kerpener Str. 62, 50937 Köln, (2) Center for Molecular Medicine (Geb. 66), Universität zu Köln, Robert-Koch-Str. 21, 50931 Köln, (3) CECAD Forschungszentrum, Universität zu Köln, Joseph-Stelzmann-Str. 26, 50931 Köln, (4) COMBINE-Joint Research Center for Computational Biomedicine, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, Aachen, (5) Systems Biology of Ageing Cologne (Sybacol), Joseph-Stelzmann-Str. 26, 50931 Köln, (6) Zentralinstitut für Engineering, Elektronik und Analytik (ZEA), Forschungszentrum Jülich, Jülich, (7) Experimentelle Nephrologie, Universitätsklinikum Münster, Münster (8) Department of Pathology, Centre for Blood Research, The University of British Columbia, British Columbia, Vancouver, Canada, (9) Laboratory Medicine, Department of Chemistry, The University of British Columbia, British Columbia, Vancouver, Canada, (10) Institut für Pathologie, Uniklinik Köln, Köln (11) BioQuant Zentrum, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Heidelberg, (12) Scripps Center for Metabolomics and Mass Spectrometry, The Scripps Research Institute, La Jolla, California, USA

Zeitschrift: Kidney International 2019; 95: 333-349

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5079



Dokument 6Titel: Semi-chronische laminare Aufnahmen im Hirnstamm von aktiven Weißbüschelaffen
Hintergrund: Es wird eine Apparatur vorgestellt, mit der Gehirnströme bei Weißbüschelaffen an mehreren Stellen des Hirnstamms gleichzeitig gemessen werden können.
Tiere: 3 Affen (Weißbüschelaffen)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Tübingen genehmigt. Die Weißbüschelaffen (Callithrix jacchus), die für die Versuche eigesetzt werden, entstammen der hauseigenen Zucht der Universität Tübingen. Die Affen werden zunächst trainiert, um in einem Primatenstuhl in einer schalldichten Kammer zu sitzen. Vor dem Gesicht eines Affen wird ein Mikrofon positioniert, das die Laute aufnimmt, die das Tier von sich gibt. Das korrekte Verhalten der Affen, z.B., wenn sie einen Laut von sich geben, wird mit einer kleinen Menge einer Flüssigkeit „belohnt“, die der Affe aus einem automatisierten Probenspender in der Nähe seines Gesichts erhält. Die Autoren heben hervor, dass mit diesem Belohnungssystem sehr gute Erfolge erzielt werden und die Tiere viele Laute von sich geben, was für den Versuch gewünscht ist.

Sobald die Tiere an den Primatenstuhl und den Versuchsaufbau „gewöhnt sind“, erfolgen die komplizierten Kopf- und Gehirnoperationen. Unter Narkose werden die Köpfe der Affen mit einer stereotaktischen Apparatur fixiert. Die Kopfhaut und die darunterliegenden Muskeln werden aufgeschnitten, um den Schädelknochen freizulegen. Es werden vier Löcher in den Schädel gebohrt um eine Apparatur zum Auslesen von Gehirnströmen mithilfe von Titanschrauben und Zahnzement am Schädelknochen zu befestigen. Die Messkammer wird so positioniert, dass bestimmte Regionen im Hirnstamm untersucht werden können. Nach einigen Wochen wird den Affen in einer weiteren komplizierten Operation eine Gehirnsonde implantiert, die ins Gehirn der Affen bis zum Hirnstamm eingelassen wird. Die Position der Sonde kann später bei vollem Bewusstsein der Affen flexibel verändert werden, um verschiedene Gehirnbereiche zu untersuchen. Nach dem schweren operativen Eingriff erhalten die Affen bis zu fünf Tage lang Schmerzmittel und Antibiotika. Das „Wohlbefinden“ der Tiere wird überwacht, indem nach der Operation 5 Tage lang täglich für 20 Minuten das Verhalten beobachtet und protokolliert wird. Die Apparaturen verbleiben monatelang in den Köpfen der Affen.

Bei dem eigentlichen Versuch werden die Affen mit den implantierten Gehirnsonden täglich wie oben beschrieben in den Primatenstuhl in die schalldichte Kammer gesetzt. Die Apparatur in ihrem Kopf wird mit elektronischen Lesegeräten verbunden und es wird 20 Minuten lang aufgenommen, wie die Affen Laute von sich geben. Parallel dazu werden die Gehirnströme der Tiere gemessen. Zusätzlich werden den Tieren verschiedene Laute von Artgenossen vorgespielt und ebenso die Gehirnströme aufgezeichnet, die dabei aktiviert werden.

Bei einem Affen werden die Messungen 90 Tage lang durchgeführt, bei dem zweiten Affen 82 Tage lang, bei dem dritten Affen zum Zeitpunkt der Publikation 15 Tage lang, wobei die Messungen bei diesem Tier noch weiterliefen. Was nach dem Versuchen mit den Tieren geschieht, wird nicht erwähnt.

Die Arbeiten wurden finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und vom Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN) der Universität Tübingen.

Bereich: Hirnforschung, Verhaltensforschung, Neurobiologie

Originaltitel: Semi-chronic laminar recordings in the brainstem of behaving marmoset monkeys

Autoren: Thomas Pomberger (1,2), Steffen R. Hage (1)*

Institute: (1) Neurobiology of Vocal Communication, Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN), Universität Tübingen, Otfried-Müller-Str. 25, 72076 Tübingen, (2) Graduate School of Neural & Behavioural Sciences - International Max Planck Research School, Universität Tübingen, Tübingen

Zeitschrift: Journal of neuroscience methods 2019; 311: 186-192

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5078



Dokument 7Titel: Systematische räumlich-zeitliche Kartierung enthüllt divergente Abläufe des Zelltods bei drei Mausmodellen der erblichen Netzhautdegeneration
Hintergrund: Anhand 3 verschiedener „Mausmodelle“ für erbliche Netzhautdegeneration sollen molekulare Mechanismen der erblichen Erkrankung untersucht werden.
Tiere: 381 Mäuse (ca.)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Für die Versuche werden Wildtyp-Mäuse (gentechnisch nicht verändert), sowie 3 verschiedene „Mausmodelle“ für die erbliche Netzhautzerstörung herangezogen. Anhand der Tiere sollen Verschleiß-Vorgänge in den Stäbchen und Zapfen der Netzhaut untersucht werden. Bei allen drei „Mausmodellen“ erleiden die Tiere durch die gentechnische Veränderung eine mehr oder weniger schnell voranschreitende Netzhautzerstörung, die sie bei vollem Bewusstsein erfahren. Diese Tiere erleiden starke Sehstörungen bis hin zur Erblindung.

Zwei der drei „Mausmodelle“ werden vor den Versuchen mit gentechnisch veränderten Mäusen gekreuzt, denen die genetische Information für einen fluoreszierenden Marker eingesetzt wurde. Bei den entstandenen doppelt-transgenen Mauslinien kann man die Zapfen der Netzhaut über Fluoreszenz sichtbar machen. Die Tiere, die bei diesen Kreuzungen eingesetzt und in diesem Rahmen getötet werden, sind NICHT in der oben genannten Zahl der „Versuchstiere“ enthalten. Alle Tiere werden für die aktuellen Versuche gezüchtet und getötet, um die Augen für Untersuchungen der Netzhaut zu entnehmen. Um das Voranschreiten der Netzhautzerstörung zu analysieren, werden die Tiere zu verschiedenen Zeitpunkten getötet, und zwar im Alter von 10, 12, 14, 18, 24, 30, 60, 90 und 120 Tagen. Mäuse bis zu einem Alter von 12 Tagen werden durch Enthauptung getötet, die älteren Mäuse mittels Ersticken durch Kohlendioxid und nachfolgendem Genickbruch.

Die Arbeiten wurden finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Bereich: Augenheilkunde

Originaltitel: Systematic spatiotemporal mapping reveals divergent cell death pathways in three mouse models of hereditary retinal degeneration

Autoren: Power MJ (1,2,3), Rogerson LE (1,2,3,4,5), Schubert T (1,2), Berens P (1,2,4,5), Euler T (1,2,4)*, Paquet-Durand F (1)*

Institute: (1) Forschungsinstitut für Augenheilkunde, Universität Tübingen, Elfriede-Aulhorn-Straße 7, 72076 Tübingen, (2) Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN), Universität Tübingen, Tübingen, (3) Graduate Training Centre of Neuroscience (GTC), Universität Tübingen, Tübingen, (4) Bernstein Center for Computational Neuroscience, Tübingen, (5) Interfakultäres Instituts für Biomedizinische Informatik (IBMI), Universität Tübingen, Tübingen

Zeitschrift: The Journal of comparative neurology 2019; 1-27. Doi: 10.1002/cne.24807

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5077



Dokument 8Titel: Transcutane Messung der glomerulären Filtrationsrate bei Nagern
Hintergrund: Es wird eine neue Methode vorgestellt, um die Nierenfunktion von Ratten oder Mäusen zu messen. Die Messungen werden bei gesunden Tieren angewandt und bei solchen, deren Nieren für einen Versuch künstlich beschädigt wurden.
Tiere: Tiere verschiedener Arten (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die hier entwickelte Methode zur Bestimmung der Nierenfunktion bei „Versuchstieren“ wird als Verbesserung für die Tiere dargestellt, da bislang verwendete Methoden z.B. das Sammeln von Blut- oder Urinproben erfordert, was für die Tiere mit Stress verbunden ist.

Bei der hier entwickelten Methode werden Ratten und Mäuse zunächst betäubt. Der Rücken wird rasiert und eine kleine elektronische Apparatur auf der kahlen Stelle platziert. Diese wird zusammen mit einer Batterie mit einem Verband, der eng um das Tier gebunden wird, am Körper befestigt. In die Schwanzvene wird nun eine fluoreszierende Substanz gespritzt, die mithilfe des elektronischen Gerätes über die Haut gemessen wird, um die Nierenfunktion zu analysieren. Die Tiere werden einzeln zurück in einen Käfig gelegt und müssen nach dem Aufwachen das Gerät 2 Stunden am Körper behalten, damit die Aufzeichnung erfolgen kann. Es wird darauf hingewiesen, dass die Tiere wahrscheinlich versuchen werden, das Gerät und die Bandage selbst zu entfernen, weshalb man ihnen zur Ablenkung etwas Futter in den Käfig legen soll. Nach 2 Stunden wird das Gerät in der Regel ohne Betäubung wieder entfernt und die Daten am Computer ausgelesen und ausgewertet. Als Beispiele werden Messungen von gesunden Ratten gezeigt und solchen, deren Nieren durch Spritzen des Zytostatikums Cisplatin geschädigt wurden.

Da es sich bei der vorliegenden Publikation um ein Protokoll handelt, das als Kapitel in einem wissenschaftlichen Buch veröffentlicht wurde, sind keine Angaben zu der Anzahl der verwendeten Tiere, zur Genehmigung der Versuche und zur Finanzierung der Arbeiten verfügbar.

Bereich: Nierenforschung

Originaltitel: Transcutaneous measurement of glomerular filtration rate in rodents

Autoren: Cristina Daniele, Daniela Nardozi, Angelo Torelli, Arif ul Maula Khan, Norbert Gretz

Institute: Medizinische Fakultät Mannheim, Zentrum für Medizinische Forschung, Universität Heidelberg, 68167 Mannheim

Zeitschrift: Methods in Molecular Biology 2020; vol. 2067: Diabetic Nephropathy: Methods and Protocols. Chapter 9. Doi: 10.1007/978-1-4939-9841-8_9

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5076



Dokument 9Titel: Vermittlung von FoxO1 in aktivierten Nukleosid-Diphosphat-Kinase-B-defizienten Neuroglia während der vaskulären Degeneration
Hintergrund: Es sollen molekulare Mechanismen der Diabetes-bedingten Netzhautschädigung beim Menschen anhand von Mäusen untersucht werden.
Tiere: 27 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Karlsruhe genehmigt (Referenznummer 35-9185.81/G-203/10). Woher die Mäuse für die Versuche stammen, wird in der vorliegenden Studie nicht erwähnt.

Es werden Wildtyp-Mäuse (genetisch nicht modifiziert) eingesetzt, sowie Mäuse, denen aufgrund einer Genmanipulation das Enzym NDPK-B fehlt. Die Degeneration der Blutgefäße, die die Tiere ohne dieses Enzym entwickeln, soll die Netzhautschädigung bei Diabetikern widerspiegeln. Den Mäusen wird im Alter von 2 Monaten ein Gift (Streptozotocin, STZ) in die Bauchhöhle gespritzt, das binnen kürzester Zeit die Insulin-produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört. Diese Tiere sollen ein „Modell“ für einen Diabetiker darstellen. Mäusen der Kontrollgruppe wird zum Vergleich auf die gleiche Weise ein Puffer ohne Wirkstoff gespritzt. Eine Woche nach der Behandlung ist der Blutzucker-Wert der STZ-Mäuse so stark angestiegen, dass sie als „diabetisch“ gelten. 3 Monate später werden alle Tiere getötet und die Netzhaut der Augen für weitere Untersuchungen entnommen. Zudem werden zur Untersuchung sogenannter Müller-Zellen (bestimmte Zellen der Netzhaut) 8-10 Tage junge Mäuse (Wildtyp- und NDPK-B-KO-Tiere) getötet und die Zellen isoliert.

Die Studie wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und der European Foundation for the Study of Diabetes (EFSD) finanziert.

Bereich: Diabetes-Forschung

Originaltitel: Mediation of FoxO1 in activated neuroglia deficient for nucleoside diphosphate kinase B during vascular degeneration

Autoren: Yi Qiu (1), Hongpeng Huang (1), Anupriya Chatterjee (1), Loic Dongmo Teuma (1), Fabienne Suzanne Baumann (1), Hans-Peter Hammes (2), Thomas Wieland (1), Yuxi Feng (1)*

Institute: (1) Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie, European Center of Angioscience, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, 68167 Mannheim, (2) V. Medizinischen Klinik, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, 68167 Mannheim

Zeitschrift: Neuroglia 2018; 1: 280-291

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5075



Dokument 10Titel: Ein neues Kleintiermodell zur Simulation eines zweistufigen Revisionsverfahrens bei implantatbezogener methicillinresistenter Knocheninfektion mit Staphylococcus aureus
Hintergrund: Herstellung eines „geeigneten Kleintier-Modells“ um Implantatinfektionen mit multiresistenten Keimen besser erforschen zu können.
Tiere: 12 Kaninchen (Neuseeland-Kaninchen)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Genehmigung der Versuche erfolgt durch die lokale Behörde in Thüringen (14-003/13). Da keines der beteiligten Institute in Thüringen liegt, ist der Ort der Versuche unklar. Die 6-8 Monate alten Kaninchen stammen von Dipl. Ing. Agr. Ronald Krieg aus Niederwünsch. Unter Narkose wird im Bereich des linken Knies nach Aufschneiden der Haut und der geraden Kniescheibensehne von oben ein Loch in das Schienbein gebohrt, ein Draht wird bis tief in die Markhöhle des Knochens vorgeschoben und das vorstehende Ende abgeschnitten. Die Kaninchen werden in 4 Gruppen zu je 3 Tieren eingeteilt. Über das Loch werden je nach Gruppe zwei verschiedene Stämme von multiresistenten Eiterbakterien (Methicillin-resistente Staphylococcus aureus) in zwei unterschiedlichen Dosen in die Markhöhle des Knochens gegeben. Die Wunde wird verschlossen und die Tiere kommen in Einzelkäfige. Es folgt eine tägliche Kontrolle von u.a. Allgemeinbefinden, Gewicht, Entzündungsanzeichen, Futteraufnahme und Temperatur.

28 Tage später wird in einer zweiten Operation der Draht entfernt, der „Stichkanal“ mit einem Bohrer wieder vergrößert und mit Kochsalzlösung ausgespült. Jetzt wird ein Abstandhalter aus Zement eingebracht, der mit einem Antibiotikum beladen ist. Wiederum 28 Tage später wird dieser ebenfalls entfernt, der Stichkanal erneut via Bohrer vergrößert und gespült und einer neuer Draht eingebracht.

Ein Tier muss am 10. Tag wegen Lähmungen der Hintergliedmaßen getötet werden. Alle anderen Tiere zeigen in den ersten vier Wochen anhand von Schwellung im Bereich des operierten Unterschenkels Zeichen einer bakteriellen Infektion. Außerdem verlieren sie an Gewicht. Die Symptome (Schwellung, Gewichtsverlust) verbessern sich vorübergehend bei fast allen Kaninchen bis der zweite Draht eingesetzt wird. 84 Tage nach der ersten Operation werden die Kaninchen auf nicht genannte Weise getötet und das Schienbein für weitere Untersuchungen entfernt. Dabei findet man bei allen Tieren eine eitrige Entzündung des Knochenmarks. Auch die nach jeder Operation gemachten Röntgenbilder vom Knie und die feingewebliche Untersuchungen nach der Tötung zeigen starke Arthrose- und Auflösungszeichen im Knochenbereich. Solche Entzündungen und Veränderungen sind extrem schmerzhaft!

Die Studie wird gefördert vom AO Trauma (Clinical Priority Program Bone Infection).

Bereich: Knochenchirurgie, Bakteriologie

Originaltitel: A new small animal model for simulating a two-stage-revision procedure in implant-related methicillin-resistant Staphylococcus aureus bone infection

Autoren: Maximilian Brunotte (1,2), Markus Rupp (1,3), Sabine Stötzel (1), Ursula Sommer (1), Walid Mohammed (4), Ulrich Thormann (1,3), Christian Heiss (1,3), Katrin S. Lips (1), Eugen Domann (4), Volker Alt (1,3,5)*

Institute: (1) Labor für Experimentelle Orthopädie, Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, Justus-Liebig-Universität Gießen, Paul-Meimberg-Str. 3, 35392 Gießen, (2) Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig, (3) Klinik und Poliklinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Justus-Liebig-Universität Gießen, Gießen, (4) Institut für Medizinische Mikrobiologie, Justus-Liebig-Universität Gießen, Gießen, (5) Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Regensburg, Regensburg

Zeitschrift: International Journal of the Care of the Injured 2019; 50: 1921-1928

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5074



Dokument 11Titel: Abbau von aus dem Knochenmark stammenden Fibrozyten mildern TAA-induzierte Leberfibrose bei Mäusen
Hintergrund: Welche Rolle spielen bestimmte im Knochenmark gebildete Zellen bei der Ausbildung von durch Giftfütterung hervorgerufene Leberfibrose bei Mäusen?
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche vom Regierungspräsidium Gießen (V54-19c 20 15c GI20/10 Nr. G21_2016, JLU Nr. 532_M). Für die Studie werden gentechnisch veränderte Mäuse verwendet, die im Max–Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim „hergestellt“ werden. Das Verfahren der „Herstellung“ beinhaltet dabei verschiedene Einzelschritte. Zunächst werden befruchtete Eizellen mit bestimmten gentechnischen Veränderungen in die Gebärmutter von pseudo-schwangeren Mäusen gepflanzt. Danach werden die daraus „entstandenen“ Tiere mehrfach mit sogenannten Wildtypmäusen verpaart, die nicht gentechnisch verändert sind. Ein Teil der gezüchteten Mäuse hat dann den genetischen Hintergrund, der für die Versuche benötigt wird. Bei ihnen werden Zellen gebildet, die anfälliger sind durch ein bestimmtes Virus abgetötet zu werden.

Für die Studie werden 32 Wildtyp-Mäuse mit einer sehr hohen Strahlendosis (11 Gy, 60Co) bestrahlt, so dass ihr Knochenmark zerstört wird. Genauere Angaben zum Ablauf dieser Bestrahlung gibt es nicht. Nach dieser Prozedur bekommt die eine Hälfte der Tiere Knochenmarkszellen von gentechnisch veränderten Mäusen in die Schwanzvene gespritzt. Die andere Hälfte der Tiere bekommt Knochenmarkszellen von „normalen“ Mäusen. Vier Wochen später erhalten alle Tiere 18 Wochen lang über das Trinkwasser Thioacetamin. Dieses Gift führt bei den Mäusen zu einer Leberfibrose, die an Leberfibrose beim Menschen erinnert, welche durch Alkoholkonsum entsteht. Außerdem ist im Trinkwasser das Virus enthalten, welches bei den gentechnisch veränderten Tieren zur Abtötung bestimmter Zellen führt. Nach den 18 Wochen werden die Tiere auf nicht genannte Weise getötet und ihre Lebern für weitere Untersuchungen entnommen.

Andere Gruppen von Tieren, die vorher bestrahlt wurden und Knochenmark erhalten haben, erhalten nur das Gift über 18 Wochen. Im Anschluss daran wird das Virus über 4 Wochen lang verabreicht und die Tiere getötet. Außerdem werden unbehandelte Mäuse als „Kontrolltiere“ im Alter von 34 oder 38 Wochen getötet.

Gefördert wurde diese Studie von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Max-Planck-Gesellschaft, dem Cardio-Pulmonary-Institute (CPI), dem Deutschen Zentrum für Lungenforschung.

Bereich: Leberforschung, Pathophysiologie

Originaltitel: Depletion of bone marrow-derived fibrocytes attenuates TAA-induced liver fibrosis in mice

Autoren: Felix Hempel (1), Martin Roderfeld (1), Rajkumar Savai (2,3), Akylbek Sydykov (3), Karuna Irungbam (1), Ralph Schermuly (3), Robert Voswinckel (4,5), Kernt Köhler (6), Yury Churin (1), Ladislau Kiss (3), Jens Bier (3), Jörn Pons-Kühnemann (7), Elke Roeb (1)*

Institute: (1) Schwerpunkt Gastroenterologie, Zentrum für Innere Medizin, Uniklinikum Gießen und Marburg GmbH, Klinikstr. 33, 35392 Gießen, (2) Max Planck Institut für Herz- und Lungenforschung, Bad Nauheim, (3) The Cardio-Pulmonary Institute (CPI), Zentrum für Innere Medizin, Uniklinikum Gießen und Marburg GmbH, Gießen, (4) Innere Medizin, Bürgerhospital Friedberg, Gesundheitszentrum Wetterau gGmbH, Friedberg, (5) Innere Medizin, Hochwaldkrankenhaus Bad Nauheim, Gesundheitszentrum Wetterau gGmbH, Bad Nauheim, (6) Institut für Veterinär-Pathologie, Justus-Liebig-Universität Gießen, Gießen, (7) Institut für Medizinische Informatik, Justus-Liebig-Universität Gießen, Gießen

Zeitschrift: Cells 2019; 8: 1210

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5073



Dokument 12Titel: Die doppelte Hemmung des Komplementfaktors 5 und Leukotrien B4 führt zu einer besseren Unterdrückung der Pemphigoid-Krankheit der Maus
Hintergrund: An Mäusen mit künstlich hervorgerufenen Hautentzündungen sollen zwei Medikamente auf Wirksamkeit für autoimmune Hauterkrankungen für Menschen getestet werden.
Tiere: 77 Tiere verschiedener Arten (mindestens 77 Mäuse, unbekannte Anzahl Neuseeland-Kaninchen)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Genehmigung der Versuche erfolgt durch die Regierungsbehörde in Schleswig-Holstein. Die Mäuse stammen von Janvier Labs. Sie werden an der Uni Lübeck gehalten. Ihnen werden 3 x im Abstand von zwei Tagen Antikörper unter die Haut im Nacken, am rechten Vorder- und linken Hinterbein gespritzt. Diese Antikörper sind gegen ein Eiweiß gerichtet, welches u.a. in der bindegeweblichen Hautschicht der Mäuse vorkommt. Dadurch kommt es an der Stelle zu starken Hautentzündungen mit Blasen- und Krustenbildung. Produziert werden die Antikörper in Neuseeland-Kaninchen. Ihnen wird das fremde Eiweiß unter die Haut gespritzt und ihr Immunsystem beginnt über Antikörperproduktion mit der Bekämpfung des fremden Stoffes. Nach einer gewissen Zeit wird den Tieren Blut abgenommen, und die Antikörper daraus isoliert.

Gruppen von Mäuse bekommen entweder ab 4 Tage vor oder ab fünf Tage nach der ersten Spritze mit den Antikörpern 1 oder 2 x täglich zwei verschiedene Medikamente in unterschiedlichen Dosen unter die Haut. Eine Kontroll-Gruppe bekommt nur Salzlösung. 12 Tage nach der ersten Spritze mit den Antikörpern endet der Versuch. Was mit den Mäusen passiert, wird nicht erwähnt. Vermutlich werden sie aber getötet, da Hautbiopsien aus den Randregionen der Entzündungen entnommen und weiter untersucht werden.

Bereich: Dermatologie, Allergieforschung

Originaltitel: Dual inhibition of complement factor 5 and leukotriene B4 synergistically suppresses murine pemphigoid disease

Autoren: Tanya Sezin (1), Sripriya Murthy (1), Claudia Attah (1), Malte Seutter (1), Maike M. Holtsche (1), Christoph M. Hammers (1), Enno Schmidt (2,3), Fibi Meshrkey (1), Sadegh Mousavi (1), Detlef Zillikens (1,3), Miles A. Nunn (4), Christian D. Sadik (1,3)*

Institute: (1) Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Ratzeburger Allee 160, Haus B9, 23538 Lübeck, (2) Lübecker Institut für Experimentelle Dermatologie, Universität zu Lübeck, Lübeck, (3) Center for Research on Inflammation of the Skin (CRIS), Universität zu Lübeck, Lübeck, (4) Akari Therapeutics, London, England

Zeitschrift: JCI insight 2019; 4(15): e128239

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5072



Dokument 13Titel: Elektrische Hochfrequenzstimulation der Nucleus-Accumbens-Schale führt nicht zur Veränderung von depressiv-ähnlichem Verhalten bei Ratten
Hintergrund: Tiefe Hirnstimulation wird bereits erfolgreich bei Menschen mit therapieresistenter Depression eingesetzt. Unbekannt ist aber, welche Hirnregion stimuliert werden muss, um nachhaltige Verbesserungen der Symptome zu bekommen. Hier wird nun ein bestimmter Bereich im Gehirn von Ratten mit künstlicher Depression stimuliert.
Tiere: 42 Ratten
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Ministerium für Natur und Umwelt des Landes Schleswig-Holstein genehmigt. Die männlichen Wistar-Ratten stammen von Charles River in Sulzfeld. Vor dem Versuch sitzen die Tiere paarweise in Käfigen. Die Einteilung erfolgt in 3 Gruppen von je 14 Tieren. Die Ratten der ersten zwei Gruppen werden eine Woche nach Ankunft im Labor mit einer Spritze in die Bauchhöhle in Narkose gelegt. Der Kopf wird in einen Rahmen gespannt und die Kopfhaut entlang der Mittellinie aufgeschnitten. Mit einem Zahnbohrer werden über einem bestimmten Hirnbereich Löcher unbenannter Größe in den Schädelknochen gebohrt, ein Rohr mit zwei Lumen mit je 7,5 mm Durchmesser in die Tiefe eingeführt und mit Zahnzement am Schädelknochen fixiert. Nach der Operation „dürfen“ die Tiere sich mindestens 13 Tage erholen. Die Ratten der dritten Gruppe werden nicht operiert und dienen als Kontrolle.

Für die eigentlichen Tests werden alle Ratten zunächst 10 Tage lang einzeln gehalten und bekommen nur noch so viel Futter, dass ihr Gewicht sich bei 85 % des Normalgewichts einpendelt. Isolation und verringerte Futtermenge führen bei den Tieren zu Symptomen, die an Depression erinnern. Deshalb werden solche Tiere häufig als „geeignetes Tiermodell in der Depressionsforschung eingesetzt“. Um das depressive Verhalten bzw. Veränderungen zu beurteilen, müssen die Tiere den Forcierten Schwimmtest machen. Dafür wird jeweils eine Ratte in einen zylindrischen Behälter (22 cm Durchmesser, 60 cm hoch) gesetzt, der 40 cm hoch mit Wasser gefüllt ist. Das Verhalten der Tiere wird 10 Minuten lang beobachtet und in drei Variationen eingeteilt: Schwimmen, sich abmühen (nur noch Bewegung der Vordergliedmaßen) und sich treiben lassen. Wenn die Tiere aufhören zu schwimmen und sich vermehrt treiben lassen, gilt das als depressives Verhalten. Den Tieren der Gruppe 1 wird durch die zwei Löcher des implantierten Rohres je eine Sonde und eine Elektrode 8 mm tief ins Gehirn gestochen. Vermutlich erfolgen diese Prozedur sowie die folgenden Maßnahmen ohne Narkose. Über die Sonde wird ein bestimmter Hirnbereich über vier Stunden lang mit künstlicher Hirnflüssigkeit umspült. Zu bestimmten Zeitpunkten werden von dieser Flüssigkeit Proben genommen und 40 Minuten lang über die eingeführte Elektrode elektrische Impulse in das Gehirngewebe abgegeben. Danach wird der Schwimmtest erneut für 5 Minuten durchgeführt. Schwimmen die Ratten jetzt länger, hat die Behandlung der Depression mit der Elektrostimulation gewirkt. Anschließend werden alle Ratten mit einer Narkoseüberdosierung getötet und die Gehirne für weitere Untersuchungen entnommen.

Bereich: Depressionsforschung, Hirnforschung

Originaltitel: Electrical high frequency stimulation of the nucleus accumbens shell does not modulate depressive-like behavior in rats

Autoren: Anett Schumacher (1), Marlen Haegele (2), Jakob Spyth (3), Andreas Moser (2)*

Institute: (1) Division of Fundamental Neurobiology, Krembil Research Institute, Toronto, Kanada, (2) Forschungsgruppe Neurobiochemie, Klinik für Neurologie, Universität zu Lübeck, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck, (3) Psychiatrische Poliklinik, Zürich, Schweiz

Zeitschrift: Behavioural Brain Research 2019; 378: 112277

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5071



Dokument 14Titel: Entstehung von kategorischen Mustern in der visuellen Vorderhirnhierarchie von Tauben (Columba livia)
Hintergrund: Können Tauben auf Bildern Menschen von nichtmenschlichen Objekten unterscheiden und welche Hirnbereiche sind dafür zuständig?
Tiere: 4 Tauben
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Genehmigung der Versuche erfolgt durch die Regierungsbehörde in Nordrhein-Westfalen. Besorgt werden die Tauben bei lokalen Züchtern. Während der Versuche bekommen die Tiere nur so viel Futter, dass sich ihr Gewicht bei etwa 80-90 % ihres eigentlichen Gewichtes „einpendelt“, d.h., sie haben ständig Hunger. Die Verhaltens-Versuche finden in einer 35 x 35 cm großen Kammer statt. Dort befinden sich an einer Wand drei Tasten zum Picken und ein Trichter, aus dem Körner als „Belohnung“ fallen. Hinter den „Picktasten“ ist ein Bildschirm angebracht, auf dem Farbfotos mit grauem Hintergrund präsentiert werden. Diese enthalten verschiedene Bilder von Menschen, Tieren und anderen Dingen. An fünf Tagen pro Woche werden jedem Tier 10 x 96 Fotos in zufälliger Reihenfolge präsentiert. Vor und nach jedem Foto wird eine grau-krisselige Fläche gezeigt. Die Taube muss innerhalb von zwei Sekunden, die jedes Bild oder die Fläche zu sehen ist, dieses anpicken. Hat sie dies dreimal richtig gemacht, gibt es über den Trichter Körner als Belohnung. „Versagt“ eine Taube bei der Präsentation der Bilder, erhält sie keine Körner, der Versuchs-Block wird abgebrochen und der nächste nach 6 Sekunden gestartet.

Nach einer Trainingsphase, in der die Tauben das Prozedere erlernen, werden die Tiere in Narkose gelegt und mit dem Kopf in einen Rahmen gespannt. Die Kopfhaut wird über der rechten und linken Gehirnhälfte aufgeschnitten und jeweils ein Loch in die Schädeldecke gebohrt. Über die Löcher werden zwei Kammern mit 6 Schrauben in der Schädeldecke fixiert. Die Kammern enthalten Elektroden, deren Enden bis in einen bestimmten Gehirnbereich gebohrt werden. In ein zusätzlich gebohrtes Loch im Schädelknochen wird ein Draht, der mit einer Kugel endet, eingeführt. Mit Zahnzement werden die Kammern und Schrauben an der Schädeldecke fixiert und die Hautschnitte vernäht. Die Tauben bekommen Schmerzmittel und „dürfen“ sich mindestens 7 Tage erholen, bevor die eigentlichen Versuche starten.

Während der eigentlichen Versuche, die wie oben beschrieben ablaufen, werden über die implantierten Elektroden die Aktivitäten in bestimmten Gehirnbereichen beider Hirnhälften gemessen. Im Anschluss an die Versuche werden die Tauben unter Narkose getötet, indem ihnen Formalin ins Herz gespritzt wird. Das Gehirn wird für weitere Untersuchungen entfernt.

Die Arbeit wurde finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Bereich: Sehforschung, Hirnforschung

Originaltitel: Emerging category representation in the visual forebrain hierarchy of pigeons (Columba livia)

Autoren: Amir Hossein Azizi (1)*, Roland Pusch (2), Charlotte Koenen (2), Sebastian Klatt (1), Franziska Bröcker (2), Samuel Thiele (2), Janosch Kellermann (3), Onur Güntürkün (2), Sen Cheng (1)

Institute: (1) Institut für Neuroinformatik, Ruhr-Universität Bochum, Universitätsstr. 150, Gebäude NB, Raum 3/32, 44801 Bochum, (2) Fakultät für Psychologie, Ruhr-Universität Bochum, Bochum, (3) Lehrstuhl für Quantitative Analyse (Statistik/Ökometrie), Fakultät für Wirtschaftswissenschaft, Ruhr-Universität Bochum, Bochum

Zeitschrift: Behavioural Brain Research 2019; 356: 423-434

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5070



Dokument 15Titel: Körpereigene Knochentransplantate mit aus Fettzellen gewonnenen Stammzellen in einem optimalen Zell-/Volumenverhältnis zeigten eine verbesserte Osteogenese und Angiogenese in einem Oberschenkeldefektmodell bei der Maus
Hintergrund: Es ist bereits bekannt, dass Knochenlücken beim Mensch sich gut mittels menschlicher Knochengerüste, besiedelt mit menschlichen Stammzellen behandeln lassen. Diese Studie soll nun herausfinden, wie das optimale Verhältnis von Knochengerüst und Stammzellen (ebenfalls beide menschlichen Ursprungs) aussieht, um künstlich hergestellte Knochendefekte bei immungeschwächten Mäusen zu reparieren.
Tiere: 25 Mäuse
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom LANUV genehmigt (Genehmigungsnummer: AZ 84_02.04.2013.A362). Die 12-Wochen alten weiblichen und männlichen Mäuse stammen von Charles River in Wilmington, USA. Sie sind bereits so gezüchtet worden, dass sie keinen Thymus besitzen. Dies ist eine für die Immunabwehr wichtige Drüse im Halsbereich junger Säugetiere, die sich mit Eintritt der Geschlechtsreife zurückbildet. Ohne Thymus ist das Immunsystem der Tiere stark geschwächt, weswegen sie transplantierte Zellen einer fremden Art nicht abstoßen. Außerdem sind die Tiere nackt.

Unter Narkose wird die Haut der Mäuse im Bereich des Oberschenkels aufgeschnitten. Die Muskulatur wird freipräpariert, um an den Oberschenkelknochen zu gelangen. In diesen werden der Länge des Knochens nach vier Löcher (0,45 mm Durchmesser) gebohrt, in die Metallstäbe bis in die innere Schicht des Knochens geschoben werden. Außerhalb des Oberschenkels sind die Stäbe mit einer Plastikvorrichtung untereinander verbunden. Der Knochenabschnitt zwischen den beiden inneren Stäben wird herausgeschnitten, so dass jetzt eine etwa 3mm lange Lücke im Knochen vorliegt. In diese Lücke wird ein aus menschlichem Knochengerüst bestehendes Transplantat positioniert. Dieses ist bei einem Teil der Tiere mit Stammzellen besiedelt, die aus menschlichen Fettzellen gewonnen wurden. Bei einer anderen Gruppe von Tieren wurde das Knochengerüst nur mit einer Pufferlösung versetzt. Am Ende der Operation wird die Wunde zugenäht. Nach 48 Stunden und 8 Wochen werden jeweils einige Mäuse getötet und die Oberschenkel für weitere Untersuchungen entfernt.

Bereich: Tissue Engineering, Knochenchirurgie

Originaltitel: Bone allografts combined with adipose-derived stem cells in an optimized cell/volume ratio showed enhanced osteogenesis and angiogenesis in a murine femur defect model

Autoren: Johannes M. Wagner (1), Nicolas Conze (1), Guido Lewik (1), Christoph Wallner (1), Jan C. Brune (2), Stephanie Dittfeld (1), Henriette Jaurich (1), Mustafa Becerikli (1), Mehran Dadras (1), Kamran Harati (1), Sebastian Fischer (3), Marcus Lehnhardt (1), Björn Behr (1)*

Institute: (1) Bergmannsheil Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, Bürkle-de-la-Camp Platz 1, 44789 Bochum, (2) Deutsches Institut für Zell- und Gewebeersatz, Berlin, (3) BG Trauma Klinik Ludwigshafen, Ludwigshafen

Zeitschrift: Journal of Molecular Medicine 2019; 97(10): 1439-1450

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5069



Dokument 16Titel: Ein integrativer Ansatz zu chronischer Cisplatin-Giftigkeit bei Mäusen offenbart die Bedeutung des organischen Kation-Transporter-abhängigen Protein-Netzwerks für Nierenschutz
Hintergrund: Das Chemotherapie-Medikament Cisplatin hat beim Menschen schwere Nebenwirkungen, vor allem Schädigung der Nieren, Nerven und des Innenohrs. Hier soll herausgefunden werden, was für eine Rolle ein bestimmter Membrantransporter bezüglich dieser Giftigkeit des Medikaments spielt.
Tiere: 72 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden unter den Genehmigungsnummern 84-02.04.2011.A140 und 84-02.04.2014. A454 bei einer nicht genannten Behörde genehmigt. Die Mäuse werden von Prof. Schinkel, The Netherlands Cancer Institute, Amsterdam, Niederlande, und von Harlan-Winkelmann, Borchen, erworben. Es handelt sich um genmanipulierte Mäuse, denen das Gen für ein Protein fehlt, wodurch ihre Nerven und Nieren weniger anfällig für Giftstoffe werden sowie Mäuse, denen die Genveränderung fehlt („Wild-Typ“). Die Tiere werden über mindestens 10 Generationen gezüchtet.

Über 4 Wochen wird den Mäusen zweimal in der Woche das Medikament Cisplatin in die Bauchhöhle gespritzt. Nach der letzten Injektion wird der Gesamturin über 24 Stunden gesammelt und analysiert. Unter Narkose wird das Hörvermögen der Mäuse mit Hilfe von Elektroden gemessen (Hirnstamm-Audiometrie), ebenso wird die Nervenleitfähigkeit an einem Bein mittels Elektroden gemessen sowie eine Reihe nicht näher beschriebener neurophysiologischer und Verhaltenstest, um Nervenschäden festzustellen. Danach wird eine Nadel ins Herz eingeführt und so Blut abgenommen. In die linke Herzkammer wird Kochsalzlösung gepumpt, wodurch die Tiere sterben. Nieren, Hoden, Samenstränge, Nerven und Hörschnecken werden entnommen.

Die Förderung erfolgte durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), ein Teil durch das National Institutes of Health-Stiftung, USA, und der Neurotoxizitätsteil durch die „Fondazione Banca del Monte di Lombardia“, Italien.

Bereich: Toxikologie, Krebsforschung

Originaltitel: An integrative approach to cisplatin chronic toxicities in mice reveals importance of organic cation-transporter-dependent protein networks for renoprotection

Autoren: Anna Hucke (1), Markus M. Rinschen (2,3), Oliver B. Bauer (4), Michael Sperling (4), Uwe Karst (4), Christina Köppen (4), Karolin Sommer (4), Rita Schröter (1), Cecilia Ceresa (5), Alessia Chiorazzi (5), Annalisa Canta (5), Sara Semperboni (5), Paola Marmiroli (5), Guido Cavaletti (5), Stefan Schlatt (6), Eberhard Schlatter (1), Hermann Pavenstädt (1), Barbara Heitplatz (7), Veerle Van Marck (7), Alex Sparreboom (8), Vivien Barz (1), Arne Knief (9), Dirk Deuster (9), Antoinette am Zehnhoff?Dinnesen (9), Giuliano Ciarimboli (1)*

Institute: (1) Medizinische Klinik D, Experimentelle Nephrologie, Universitätsklinikum Münster, Albert-Schweitzer-Campus 1/A14, 48149 Münster, (2) Klinik II für Innere Medizin und und Zentrum für Molekulare Medizin Köln (ZMMK), Universität zu Köln, Köln, (3) Cologne Excellence Cluster on Cellular Stress Responses in Aging-Associated Diseases (CECAD), Universität zu Köln, Köln; (4) Institut für Anorganische und Analytische Chemie, Westfälische Wilhelms-Universität, Münster, (5) Experimental Neurology Unit of the Department of Medicine and Surgery, University of Milano Bicocca, Monza, Italien, (6) Zentrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie, Universitätsklinikum Münster, Münster, (7) Gerhard-Domagk-Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Münster, Münster, (8) Division of Pharmaceutics, College of Pharmacy and Comprehensive Cancer Center, The Ohio State University, Columbus, OH, USA, (9) Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie, Universitätsklinikum Münster, Münster

Zeitschrift: Archives of Toxicology 2019; 93(10): 2835-2848

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5068



Dokument 17Titel: Die Immunologie der Makaken-Plazenta: eine detaillierte Analyse und kritischer Vergleich mit der humanen Plazenta
Hintergrund: Die Plazenten von Primaten und Menschen sollen verglichen werden, vor allem in Bezug auf die Immunologie
Tiere: 100 Affen (Affen-Plazenten)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Es werden 100 Plazenten von Makaken, die sich in unterschiedlichen Zeitpunkten der Schwangerschaften befinden, auf verschiedene Immunmoleküle untersucht.

Die Plazenten werden den Autoren von dem Affenauftragslabor Covance in Münster zur Verfügung gestellt. In diesem Labor werden Giftigkeitsprüfungen und Medikamententestungen an Affen durchgeführt. Dort werden bei den Affen Kaiserschnitte durchgeführt, um die Embryonen zu verschiedenen Zeitpunkten der Schwangerschaft zu entnehmen. Diese werden getötet und untersucht, um die Auswirkungen der der Mutter verabreichten Stoffe auf den Embryo festzustellen. Die Mutter wird ebenfalls getötet und untersucht. Die in dieser Untersuchung verwendeten Plazenten stammen von Affen, die keine Stoffe oder nur Placebos verabreicht bekommen haben, also als Kontrolltiere dienten.

Die Autoren kommen zu folgenden Schlüssen: die Plazenten von unterschiedlichen Spezies sind sehr einzigartig und unterscheiden sich in vielen Aspekten. Aufbau, Zellarten und Zellverteilung sowie die Produktion von biochemischen Faktoren und Rezeptoren unterscheiden sich bei Menschen und Affen. Ergebnisse in einer Spezies könnte nicht einfach auf eine andere Spezies übertragen werden. Zahlreiche biochemische Faktoren kommen nur bei Menschen vor und dies behindert die Übertragung von Tierversuchsergebnissen auf den Menschen.

Bereich: Immunologie, Reproduktionsmedizin, Primatologie

Originaltitel: The immunology of the macaque placenta: A detailed analysis and critical comparison with the human placenta

Autoren: Eberhard Buse (1)*, Udo R. Markert (2)

Institute: (1) Prof. emeritus, Düesbergweg 119, 48153 Münster, (2) Placenta-Labor, Klinik für Geburtsmedizin, Universitätsklinikum Jena, Jena

Zeitschrift: Critical Reviews in Clinical Laboratory Sciences 2019: 56(2): 118-145

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5067



Dokument 18Titel: Wirkung der ischämischen Präkonditionierung auf die Lunge im Schweinemodell bei Ventilations-bedingter Lungenverletzung
Hintergrund: Bei einer Operation am Brustkorb wird oft nur eine Lunge beatmet, was zu Gewebeschäden in der Lunge führen kann. Um dies zu vermeiden, wird bei menschlichen Patienten seit über einem Jahrzehnt der Blutfluss in einem Bein kurzzeitig abgeklemmt, was beim Menschen einen besser schützenden Effekt hat, als man bisher im Tierversuch nachvollziehen kann. Die zugrundeliegenden biochemischen Mechanismen sollen verstanden werden, indem man die Prozedur bei Schweinen untersucht.
Tiere: 14 Schweine
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Experimente wurden in Uppsala, Schweden genehmigt. 14 zweieinhalb Monate alte Ferkel eines lokalen Züchters werden unter Narkose zwei Katheter in die Halsvenen gelegt und einer in die Halsarterie, um kontinuierlich Blutdruck zu messen und Blutproben zu entnehmen. Ein Harnkatheter sammelt den während der Operation entstehende Urin.

Der Blutfluss am linken Hinterbein wird mit einer aufblasbaren Manschette 3 Mal für 5 Minuten abgeklemmt, um einen Blutstau künstlich zu erzeugen. Der linke Lungenflügel wird mittels einer Art Blasebalg, der über die Luftröhre in den linken Bronchus geschoben wird, für 2 Stunden blockiert. Zu verschiedenen Zeitpunkten wird eine Lungenspülung vorgenommen, indem Kochsalzlösung in die Lunge gepumpt und wieder abgesaugt wird. Blutproben und die Flüssigkeit der Lungenspülung werden auf verschiedene Werte untersucht. Am Ende des Experiments werden die Ferkel mit einer Überdosis Kaliumchlorid getötet. Der Brustkorb wird aufgeschnitten und die gesamte Lunge entnommen.

Die Studie wurde finanziert vom Swedish Research Council (Schwedisches Forschungsgemeinschaft, Stockholm, Schweden), der Swedish Heart and Lung Fund (Schwedische Herz und Lungen Stiftung, Stockholm, Schweden) sowie durch institutionelle Quellen der Uppsala Universität und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.

Bereich: Lungenforschung, Intensivmedizin, Chirurgie, Traumatologie

Originaltitel: Pulmonary effects of remote ischemic preconditioning in a porcine model of ventilation-induced lung injury

Autoren: Astrid Bergmann* (1,2), Thomas Schilling (1), Göran Hedenstierna (2), Kerstin Ahlgren (2), Anders Larsson (2), Moritz Kretzschmar (1), Alf Kozian (1), Thomas Hachenberg (1)

Institute: (1) Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie, Otto-von-Guericke-Universität, Leipziger Str. 44, 39120 Magdeburg, (2) Department of Medical Sciences, Hedenstierna Laboratory, Uppsala University, Schweden

Zeitschrift: Respiratory Physiology & Neurobiology 2019; 259: 111-118

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5066



Dokument 19Titel: Ein optogenetisches Analogon der nachrangigen Verstärkung in Drosophila
Hintergrund: Versuche zum Lernverhalten von Fruchtfliegen durch Bestrafung und Vermeidung derselben.
Tiere: Wirbellose (Anzahl unbekannt)(Fruchtfliegen)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Fruchtfliegen werden gentechnisch verändert und untereinander so gekreuzt, dass eine bestimmte Nervenzellgruppe die Eigenschaft erhält, unter Lichteinwirkung je nach verwendeter Wellenlänge gehemmt oder aktiviert zu werden. Die Fliegen werden in totaler Dunkelheit gehalten und in für sie nicht sichtbarem, rotem Licht trainiert. Die Experimente finden im Dunkeln statt.

Es werden 2 Gerüche präsentiert. Pro Experiment wird jeweils ein Geruch mit einem grünen Licht gekoppelt, das je nach Wellenlänge die betreffende Nervenzellgruppe aktiviert oder hemmt.

Um herauszufinden, welchen Geruch die Fliegen bevorzugen bzw. vermeiden, werden sie in ein T-Maze (T-Labyrinth) gesetzt, von einem Gang aus gehen zwei weitere Gänge T-förmig ab, an deren Ende sich jeweils einer der beiden Gerüche befindet. Bewegen sich die Fruchtfliegen in den Arm des einen Geruchs, wird dieser als bevorzugt gewertet und der andere als vermeidend interpretiert. Die Experimente werden in unterschiedlichen Konstellationen mehrfach wiederholt, auch nach einer 18-stündigen Hungerperiode. Es stellt sich heraus, dass der Geruch mit der Hemmung der Nervenzellen von den Fliegen als „Bestrafung“ wahrgenommen wird, die Aktivierung der Zellen vermutlich als „Belohnung“. Die Fliegen haben offensichtlich ein Gedächtnis, mit dem sie sich an bestrafende und belohnende Gerüche erinnern. Was im Anschluss der Experimente mit den Fliegen passiert, ist nicht beschrieben.

Die Studie wurde finanziert von der Deutschen Forschungsgesellschaft und dem Leibniz Institut für Neurobiologie, Magdeburg.

Bereich: Neurobiologie

Originaltitel: An optogenetic analogue of second-order reinforcement in Drosophila

Autoren: Christian König (1)*, Afshin Khalili (1), Thomas Niewalda (1), Shiqiang Gao (2), Bertram Gerber (1,3,4)*

Institute: (1) Abteilung Genetik von Lernen & Gedächtnis, Leibniz-Institut für Neurobiologie Magdeburg, Brenneckestrasse 6, 39118 Magdeburg, (2) Julius-von-Sachs-Institut, Universität Würzburg, Würzburg, (3) Institut für Biologie, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Magdeburg, (4) Center for Behavioral Brain Sciences (CBBS) – Zentrum für neurowissenschaftliche Forschung, Magdeburg

Zeitschrift: Biology Letters 2019; 15: 20190084. http://dx.doi.org/10.1098/rsbl.2019.0084

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5065



Dokument 20Titel: CYR61 verbessert die Muskelkrafterholung in einem Kaninchen-Traumamodell
Hintergrund: Ziel dieser Studie soll sein, die Wirkung einer Testsubstanz auf ein Muskel-Knochen-Trauma von Kaninchen zu untersuchen.
Tiere: 22 Kaninchen (Weiße Neuseelandkaninchen)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Woher die Tiere stammen und wo sie gehalten werden, wird nicht angegeben. Bei den Kaninchen wird unter Narkose ein standardisiertes Muskel-Skelett-Trauma an einem Unterschenkel erzeugt. Hierfür wird der Oberschenkel für 90 Minuten abgeklemmt, um den Blutfluss zu stoppen. Zudem wird mit einer Klemme der Schienbeinmuskel für 30 Minuten gequetscht. Das Schienbein wird durchgesägt und ein 1 cm großes Stück Knochen herausgesägt, so dass das Bein kürzer wird. Außen am Bein wird ein Metallgestell (Fixateuer externe) angebracht. Damit wird in den nächsten 10 Tagen der durchtrennte Knochen langsam auseinandergezogen. Bei der Operation wird eine Hälfte der Tiere mit einer Testsubstanz behandelt (CYR61), indem diese in den Knochenspalt eingebracht wird. Ein Kaninchen stirbt während der Narkose und zwei Tiere werden später getötet, weil sich das Metallgestell gelöst hat. Ob die Tiere ein Schmerzmittel bekommen, wird nicht erwähnt. Alle 5 Tage wird unter Narkose die Muskelkraft beider Hinterbeine durch Anlegen von Elektroden gemessen. 40 Tage nach Beginn der Versuche werden die überlebenden Tiere mit einer Giftspritze ins Herz getötet. Die Autoren meinen, dass ihre Studie nur mit Vorsicht auf die klinische Praxis und den Menschen übertragen werden kann, wobei das aber bei allen Tierstudien so sei.

Bereich: Knochenchirurgie, Chirurgie

Originaltitel: CYR61 improves muscle force recreation in a rabbit trauma model

Autoren: Sönke Percy Frey (1)*, Berrin Yorumazel (2), Stefanie Hölscher-Doht (3), Lars Eden (3), Norbert Schütze (4), Rainer Heribert Meffert (3), Hendrik Jansen (3)

Institute: (1) Orthopädische Klinik, St. Josef-Hospital Bochum, Katholisches Klinikum Bochum, Ruhr-Universität Bochum, Gudrunstr. 56, 44791 Bochum, (2) Klinik für Kinder- & Jugendmedizin, Klinikum Würzburg Mitte gGmbH - Standort Missioklinik, Klinikum Würzburg Mitte, Würzburg, (3) Chirurgie II, Hand, Sport, Endoprothetik, Wirbelsäule, Universitätsklinikum Würzburg, Würzburg, (4) Orthopädische Klinik, König-Ludwig-Haus, Würzburg

Zeitschrift: Technology and Health Care 2019. DOI: 10.3233/THC-191635

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5064



Dokument 21Titel: Vorteilhafte Wirkungen der Vitamin-D-Behandlung bei einem adipösen Mausmodell einer nicht-alkoholischen Fettleber
Hintergrund: Wirkung einer hochdosierten Vitamin-D-Behandlung auf eine nicht-alkoholische Fettleber bei übergewichtigen Mäusen.
Tiere: 32 Mäuse
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Regierung von Unterfranken genehmigt. Eine spezielle transgene Mäuselinie wird bei Charles River in Sulzfeld gekauft. Eine Steatohepatitis ist eine nicht alkoholbedingte Fettleber, also eine Erkrankung der Leber, die meist durch Überernährung entsteht. Ein Teil der Mäuse erhält ein Spezialfutter mit viel Fett und Zucker, was zu einer Leberverfettung führt. Eine Gruppe Mäuse erhält für 12 Wochen nur die Hälfte des nötigen Vitamin D, um einen Mangel auszulösen. Danach bekommen einige Mäuse für 4 Wochen die 20-fache Menge an Vitamin D zugefüttert. Die Tiere erhalten zusätzlich nur mit Zucker angereichertes Trinkwasser. Innerhalb von 16 Wochen entwickeln die Mäuse eine Fettleber mit Fibrosen (Vernarbung des Lebergewebes). Eine Gruppe Mäuse wird zum Vergleich mit normalem Futter ernährt. Am Ende der Studie, wohl nach 4 Monaten, werden alle Tiere getötet und untersucht. Wie die Tiere getötet werden, wird nicht erwähnt.

Die Arbeit wurde gefördert vom Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung, der Else Kröner-Fresenius-Stiftung, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Universität Würzburg.

Bereich: Leberforschung, Übergewichtsforschung

Originaltitel: Beneficial effects of vitamin D treatment in an obese mouse model of non-alcoholic steatohepatitis

Autoren: Daniel Jahn (1), Donata Dorbath (1), Stefan Kircher (2), Anika Nier (3), Ina Bergheim (3), Kaatje Lenaerts (4), Heike M. Hermanns (1), Andreas Geier (1,5)*

Institute: (1) Hepatologie, Medizinische Klinik und Poliklinik II des Universitätsklinikums, Zentrum Innere Medizin (ZIM), Oberdürrbacher Straße 6, Haus A3, 97080 Würzburg, (2) Institut für Pathologie der Universität Würzburg, Julius-Maximilians-Universität, Würzburg, (3) Department für Ernährungswissenschaften, Universität Wien, Wien, Österreich, (4) NUTRIM School for Nutrition and Translational Research in Metabolism, Department of Surgery, Maastricht University Medical Centre, Maastricht, Niederlande, (5) Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie, Universitätsspital Zürich, Zürich, Schweiz

Zeitschrift: Nutrients 2019, 11(1), 77; https://doi.org/10.3390/nu11010077

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5063



Dokument 22Titel: Das Transmembranprotein LRIG2 erhöht die Tumorprogression bei der Hautkarzinogenese
Hintergrund: Es werden Mäuselinien genmanipuliert, die ein bestimmtes Protein, von dem bekannt ist, dass es eine Rolle bei Hautkrebs spielt, überproduziert. Nach Behandlung mit Chemikalien entwickeln die Tiere Hautkrebs. Das Proteinprofil der Krebszellen der krankgemachten Tiere wird mit dem von Menschen verglichen, deren Hautkrebs üblicherweise durch zu viel Sonne entstanden ist. Man kommt zu dem Ergebnis, dass die Funktion des Gens bei Mäusen dieselbe ist wie beim Menschen.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)(mehrere Hundert)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Regierung von Oberbayern genehmigt. Mäuse werden genmanipuliert (transgen) und die Nachkommen mit den erwünschten Eigenschaften ingezüchtet. Ziel ist, zwei transgene Mauslinien zu erzeugen, die ein bestimmtes Protein in ihrer Haut überproduzieren. Damit die Tiere dies nicht sofort produzieren, wird die Produktion dieses Proteins durch Zugabe eines Antibiotikums im Trinkwasser unterdrückt.

Um bei den Mäusen Hautkrebs auszulösen, wird eine krebsauslösende Chemikalie (7,12-Dimethylbenz(a)anthracen (DMBA)) auf die rasierte Rückenhaut gerieben. Die Tiere zeigen bereits nach 48 Stunden starke Entzündungen auf der Haut und in den Blutgefäßen. Die Tumorentstehung wird durch wiederholtes Auftragen eines tumorfördernden Mittels (12-O-Tetra-Decanoylphorbol-13-Azetat) erreicht. Diese Applikation erfolgt zweimal pro Woche für 24 Wochen. Die Tumorentwicklung wird wöchentlich beurteilt. Zum Vergleich werden immer Geschwister-Tiere verwendet, die die Genveränderung nicht aufweisen (Kontrolltiere). Spätestens sechs Wochen nach der chemischen Tumorinduktion entwickeln 58% der transgenen Tiere Hautkrebs, bei den Kontroll-Geschwistern sind es 10%. Die transgenen Mäuse haben mehr und schlimmere Tumore als die Kontrolltiere. Nach 24 Wochen werden die überlebenden Tiere getötet und untersucht. Drei Stunden bevor die Tiere getötet werden, wird ihnen der Farbstoff Bromdesoxyuridin in die Bauchhöhle gespritzt, damit man die Wucherungen im Gewebe besser untersuchen kann. Wieviel Tiere vorher sterben, wird nicht erwähnt.

Diese Studie wird von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung unterstützt.

Bereich: Krebsforschung

Originaltitel: The transmembrane protein LRIG2 increases tumor progression in skin carcinogenesis

Autoren: Christine Hoesl (1), Thomas Fröhlich (2), Jennifer E. Hundt (3), Hermann Kneitz (4), Matthias Goebeler (4), Ronald Wolf (5), Marlon R. Schneider (1), Maik Dahlhoff (1)*

Institute: (1) Lehrstuhl für Molekulare Tierzucht und Biotechnologie, Genzentrum der Ludwig-Maximilians-Universität München, Feodor- Lynen-Straße 25, 81377 München, (2) Laboratory for Functional Genome Analysis LAFUGA, Genzentrum der Ludwig-Maximilians-Universität München, München, (3) Lübecker Institut für Experimentelle Dermatologie, Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie der Universität zu Lübeck, Lübeck, (4) Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsklinikum Würzburg, Würzburg, (5) Dermatologie und Allergologie, Philipps Universität Marburg, Marburg

Zeitschrift: Molecular Oncology 2019; 13(11): 2476-2492

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5062



Dokument 23Titel: Behandlung von Defekten des fokalen Knorpels bei Minischweinen mit zonalen Chondrozyten / mesenchymalen Vorläuferzellkonstrukten
Hintergrund: Es sollen alternative Therapien für Arthritis entwickelt werden. Hierfür werden spezielle Biomaterialen hergestellt, von denen angenommen wird, sie könnten die Regeneration von künstlich geschädigtem Knorpel bei Schweinen verbessern.
Tiere: 6 Schweine (Mini-Schweine)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Tierversuche werden von einer Behörde in Karlsruhe unter der Nummer 35-9185,81 / G117 / 16 genehmigt. Die Minischweine stammen aus einer Zucht in Ruthe, wo sich eine Anlage der Tiermedizinischen Hochschule Hannover befindet. Wo die Tiere gehalten und operiert werden, wird nicht kommuniziert.

Es werden Knorpelstücke aus den Knien von zwei Schweinen vom Schlachthof gewonnen sowie Knochenmarkszellen aus Knochen von 2 „Spenderschweinen“ (evtl. auch vom Schlachthof). Daraus werden zwei verschiedene Biomaterialien hergestellt, die Knorpellöcher in der folgenden Operation ausfüllen sollen.

Bei den Schweinen werden unter Narkose ein Knie aufgeschnitten. Im unteren Bereich des Oberschenkelknochens werden 2 runde Knorpelstücke mit einem Durchmesser von 6 mm und einer Tiefe von 1 mm herausgeschnitten. Die Defekte werden mit den beiden Biomaterialien gefüllt oder als Kontrolle leer gelassen. Die Tiere bekommen nach der Operation ein Schmerzmittel. Sechs Monate nach der Operation werden die Schweine unter Narkose durch Injektion von Pentobarbital getötet, um die Knie zu untersuchen.

Die Studie wurde aus Mitteln des Siebten Rahmenprogramms der Europäischen Union „HydroZONES“ finanziert.

Bereich: Biomaterialforschung, Arthritisforschung

Originaltitel: Treatment of focal cartilage defects in minipigs with zonal chondrocyte/mesenchymal progenitor cell constructs

Autoren: Friederike Bothe (1), Anne-Kathrin Deubel (1), Eliane Hesse (1), Benedict Lotz (2), Jürgen Groll (3), Carsten Werner (4), Wiltrud Richter (1), Sebastien Hagmann (2)*

Institute: (1) Forschungszentrum für Experimentelle Orthopädie, Universita?tsklinikum Heidelberg, Schlierbacher Landstr. 200a, 69118 Heidelberg, (2) Zentrum für Orthopädie, Unfallchirurgie und Paraplegiologie, Universitätsklinikum Heidelberg, (3) Lehrstuhl für Funktionswerkstoffe der Medizin und der Zahnheilkunde, Bayerisches Polymerinstitut, Universität Würzburg, Würzburg, (4) Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e. V., Max-Bergmann-Zentrum für Biomaterialien, Dresden

Zeitschrift: International Journal of Molecular Sciences 2019; 20: 653. doi: 10.3390/ijms20030653

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5061



Dokument 24Titel: Anti-CNTN1-IgG3 induziert in einem passiven Übertragungs-Rattenmodell akute Leitungsblockaden und motorische Defizite
Hintergrund: Es soll die Hypothese geprüft werden, ob spezielle Antikörper eine Neuropathie (Nervenerkrankung) bei Ratten auslösen können.
Tiere: 43 Ratten (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Regierung von Unterfranken genehmigt und die Tiere werden bei Charles River in Sulzfeld gekauft.

Neuropathie ist eine Erkrankung des peripheren Nervensystems (außerhalb Gehirn und Rückenmark). Bei Ratten wird eine bestimmte Form der Neuropathie hervorgerufen, indem den Tieren unter Narkose zwei Mal ein Antikörpergemisch von Neuropathie-Patienten in den rechten Ischiasnerv injiziert wird. Davor und danach werden mehrfach Tests zum Gangverhalten durchgeführt. Die Tiere werden dafür einzeln auf eine sich immer schneller drehende Walze gesetzt („RotaRod“). Es wird die Zeit gemessen, bis das Tier herunterfällt. Eine Ganganalyse wird durchgeführt, indem die Fußabdrücke der Ratte auf einer Glasplatte mit einer Kamera aufgenommen werden. Die Schmerzempfindlichkeit wird getestet, indem Kunststofffasern verschiedener Dicke auf die Sohlen beider Hinterpfoten gedrückt werden. Es wird beobachtet, wann die Ratte die Pfote wegzieht. Zudem werden Nervenleitungsstudien unter Narkose durchgeführt. Dabei werden Elektroden am freigelegten Ischiasnerv und an den Zehen angelegt und es wird gemessen, inwieweit ein Stromstoß am Nerv von den Nerven bis zu Zeh geleitet wird. Die Tests zeigen Nervenschäden bei den Ratten. Während der letzten Nervenleitungsstudie, spätestens nach 9 Tagen, werden die Tiere unter Narkose getötet.

Die Arbeit wurde vom Interdisziplinären Zentrum für Klinische Forschung des Universitätsklinikums Würzburg (IZKF) finanziert.

Bereich: Neurologie, Neuroimmunologie

Originaltitel: Anti-CNTN1 IgG3 induces acute conduction block and motor deficits in a passive transfer rat model

Autoren: Kathrin Doppler (1)*, Yasmin Schuster (1), Luise Appeltshauser (1), Lydia Biko (1), Carmen Villmann (2), Andreas Weishaupt (1), Christian Werner (3), Claudia Sommer (1)

Institute: (1) Neurologische Klinik und Poliklinik, Universitätsklinikum Würzburg, Josef-Schneider-Str. 11, 97080, Würzburg, (2) Institut für Klinische Neurobiologie, Universitätsklinikum Würzburg, Würzburg, (3) Lehrstuhl für Biotechnologie und Biophysik, Universitätsklinikum Würzburg, Würzburg

Zeitschrift: Journal of Neuroinflammation 2019; 16(1): 73. doi: 10.1186/s12974-019-1462-z

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5060



Dokument 25Titel: Die Schweineinvariante der natürliche Killer-T-Zellen: Funktionelle Profilerstellung und Dynamik bei stationären und viralen Infektionen
Hintergrund: Um natürliche Killer-T-Zellen von Schweinen als „Großtiermodell“ für den Menschen besser zu verstehen, werden sie mit Viren infiziert und untersucht.
Tiere: 25 Schweine
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Tierversuche werden vom Amt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Mecklenburg-Vorpommern (LALFF M-V) mit den Aktenzeichen 7221.3-1-035 / 17 für IAV und 7221.3-1.1-064 / 17 für ASFV genehmigt. Die Tiere stammen vom BHZP-Basiszuchtbetrieb Garlitz-Langenheide und werden am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in Greifswald-Insel Riems gehalten. 13 Ferkel im Alter von 4 Wochen werden mit Influenza A Virus (IAV) durch Einsprühen in die Nase infiziert. 12 erwachsene Schweine werden ebenfalls über die Nase mit dem Afrikanischen Schweinepestvirus (ASFV) infiziert. Den Tieren wird regelmäßig Blut abgenommen, um es zu untersuchen. Die Tiere, die mit dem Influenza A Virus infiziert werden, scheinen nach sieben Tagen die Infektion überstanden zu haben. Die Tiere die mit dem Afrikanischen Schweinepestvirus infiziert werden, zeigen alle schwere Symptome, wobei diese nicht näher beschrieben werden. Normalerweise bekommen die Tiere Hustenanfälle, Atemnot, blutigen Durchfall, Erbrechen, Blaufärbung der Haut und Blutungen aus Nase und After. Alle Schweine der ASFV-Gruppe sterben. Die Tiere, die das Influenza A Virus bekommen haben, werden vermutlich getötet, wie und wann wird nicht erwähnt.

Diese Studie wird von der Exzellenzinitiative des Landes Mecklenburg-Vorpommern und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert.

Bereich: Immunologie, Virologie

Originaltitel: Porcine invariant natural killer T cells: functional profiling and dynamics in steady state and viral infections

Autoren: Alexander Schäfer (1), Jane Hühr (1), Theresa Schwaiger (2), Anca Dorhoi (1), Thomas C. Mettenleiter (3), Sandra Blome (4), Charlotte Schröder (2), Ulrike Blohm (1)*

Institute: (1) Institut für Immunologie, Friedrich-Loeffler-Institut, Südufer 10 17493 Greifswald - Insel Riems, (2) Labor für experimentelle Tierhaltung und bakteriologische Diagnostik, Friedrich-Loeffler-Institut, Greifswald-Insel Riems, (3) Institut für molekulare Virologie und Zellbiologie, Friedrich-Loeffler-Institut, Greifswald - Insel Riems, (4) Institut für Virusdiagnostik (IVD), Friedrich-Loeffler-Institut, Greifswald - Insel Riems

Zeitschrift: Frontiers in Immunology 2019; 10: 1380. doi:10.3389/fimmu.2019.01380

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5059



Dokument 26Titel: Kohlenmonoxid verbessert die Hämodynamik bei der extrakorporalen Wiederbelebung von Schweinen
Hintergrund: Es wird an Schweinen getestet, ob eine kontrollierte Kohlenmonoxid-Zufuhr die Wiederbelebung nach einem künstlich ausgelösten Herzstillstand verbessert.
Tiere: 29 Schweine
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Freiburg, unter der Nummer A G-16/139 genehmigt. Woher die Schweine stammen, wird nicht erwähnt. Die 55kg schweren Tiere werden an der Universität Freiburg gehalten. Die Schweine werden für 6 Stunden in Narkose gehalten. Es werden verschiedene Katheter in beide Halsvenen, die rechte Halsarterie und die Harnblase gelegt. In die Halsarterie wird ein Blutdruckmessgerät eingeführt, in die Speiseröhre ein EKG-Messgerät. Durch Ersticken (Abstellen der Sauerstoffbeatmung) wird ein Herzstillstand ausgelöst. Nach 4,5 Minuten erfolgt eine Wiederbelebung mit Herzdruckmassage, Gabe von verschiedenen Medikamenten und ggf. Stromstößen (Defibrillation). Bei 8 Schweinen wird zusätzlich Kohlenmonoxid in die Blutbahn injiziert. 5 Schweine dienen als Kontrolle. Sie werden narkotisiert und verkabelt, aber es wird kein Herzstillstand ausgelöst. Ein Schwein der ersten Gruppe stirbt. Die anderen werden nach 6 Stunden durch Injektion eines Gifts in das Herz getötet. Ihre Herzen werden gewebekundlich untersucht.

Die Arbeit wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.

Bereich: Notfallmedizin, Intensivmedizin, Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel: Carbon monoxide improves haemodynamics during extracorporeal resuscitation in pigs

Autoren: Jakob Wollborn (1,2), Christoph Steiger (3,4,5), Eva Ruetten (1,2), Christoph Benk (2,6), Fabian A. Kari (2,6), Christian Wunder (7), Lorenz Meinel (5), Hartmut Buerkle (1,2), Martin A. Schick (1,2), Ulrich Goebel (1,2)*

Institute: (1) Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Hugstetter Str. 55, 79106 Freiburg, (2) Universitätsklinikum Freiburg, Hugstetter Str. 55, 79106 Freiburg, (3) Koch Institute for Integrative Cancer Research, Massachusetts Institute of Technology, Cambridge, MA, USA, (4) Division of Gastroenterology, Brigham and Women’s Hospital, Harvard Medical School, Boston, MA, USA, (5) Institut für Pharmazie und Lebensmittelchemie, Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Würzburg, (6) Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie, Universitäts-Herzzentrums Freiburg, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, (7) Anästhesie und operative Intensivmedizin, Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart, Stuttgart

Zeitschrift: Cardiovascular Research 2019; doi:10.1093/cvr/cvz075

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5058



Dokument 27Titel: Aus menschlichen iPS-Zellen gewonnenes Herzgewebe wirkt sich in einem Kälte-Verletzungsmodell am Meerschweinchen nicht auf ventrikuläre Arrhythmien aus
Hintergrund: In der Arbeit soll eine menschliche Zellsuspension durch Kälte zerstörtes Herzmuskelgewebe von Meerschweinchen reparieren.
Tiere: 37 Meerschweinchen
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz, Freie und Hansestadt Hamburg, unter der Nummer 61/15 genehmigt. Woher die Tiere stammen und wo sie gehalten werden, wird nicht erwähnt.

Den Meerschweinchen wird eine Kälteverletzung am Herzen zugefügt. Hierfür wird unter Narkose der Brustkorb auf der linken Seite aufgeschnitten, ebenso der Herzbeutel. Auf die linke Herzkammer wird eine -196 Grad Celsius kalte Aluminiumsonde mit einem Durchmesser von 0,5 cm 4 Mal für 30 Sekunden auf das Herz gehalten, wodurch die Herzzellen zerstört werden. Dies soll einen menschlichen Herzinfarkt simulieren. Gleichzeitig wird den Tieren ein EKG-Übertragungsgerät in die rechte Flanke operiert. Von dem Gerät werden unter der Haut zwei Drähte zum Brustbein und zur Brustkorbwand verlegt. Neun Tiere sterben innerhalb der ersten drei Tage nach der Operation, vier weitere Tiere sterben nach vier weiteren Tagen. Wie die Tiere sterben, wird nicht beschrieben. Das Übertragungsgerät ermöglicht eine kontinuierliche EKG-Messung. Hierfür werden die Tiere einzeln auf einer „Empfängerplatte“ gehalten.

Sieben Tage nach der Zerstörung der Herzzellen werden die überlebenden Tiere erneut operiert. Bei dieser Operation bekommen die Meerschweinchen an das verletzte Herz eine Suspension mit menschlichen Zellen geheftet. Das Immunsystem der Tiere wird durch Gabe von Medikamenten ausgeschaltet, damit es die menschlichen Zellen nicht abstößt. Sechs weitere Tiere sterben in den 28 Tagen nach dieser 2. Operation. Die Studie wird 35 Tage nach dem künstlichen Herzinfarkt beendet, wobei den bis dahin überlebenden Tieren das Herz entnommen wird. Bei allen Tieren konnte eine große, die gesamte Dicke der Herzwand betreffende Herzmuskelverletzung nachgewiesen werden.

Die menschlichen Zellen sind trotz der das Immunsystem unterdrückenden Medikamente nicht angewachsen. Die Forscher halten die Studie aber trotzdem für einen Erfolg, da sich die Herzrhythmusstörungen der Tiere durch die menschlichen Zellen nicht verschlechtert habe.

Diese Studie wurde vom DZHK (Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung, Partnerstandort Hamburg / Kiel / Lübeck) finanziell unterstützt.

Bereich: Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel: Human iPS cell-derived engineered heart tissue does not affect ventricular arrhythmias in a guinea pig cryo-injury model

Autoren: Simon Pecha (1)*, Kaja Yorgan (2), Matti Röhl (3), Birgit Geertz (2), Arne Hansen (2), Florian Weinberger (2), Susanne Sehner (4), Heimo Ehmke (3), Hermann Reichenspurner (1), Thomas Eschenhagen (2), Alexander Peter Schwoerer (3)

Institute: (1) Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V.(DZHK ), Standort Hamburg/Kiel/Lübeck, Cardiovascular Research Center (CVRC), Klinik und Poliklinik für Herz- und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martinistraße 52, 20246 Hamburg, (2) Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e. V.(DZHK ), Standort Hamburg/Kiel/Lübeck, Experimentelle Pharmakologie und Toxikologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martinistraße 52, 20246 Hamburg, (3) Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e. V.(DZHK ), Standort Hamburg/Kiel/Lübeck, Cardiovascular Research Center (CVRC), Institut für Zelluläre und Integrative Physiologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, (4) Medizinische Biometrie und Epidemiologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg

Zeitschrift: Nature Scientific Reports 2019; 9: 9831. https://doi.org/10.1038/s41598-019-46409-z

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5057



Dokument 28Titel: Eine bioaktive Nano-Kalziumphosphat-Paste für die Übertragung von BMP-7 und VEGF-A bei einem Knochendefekt kritischer Größe beim Kaninchen: Ergebnisse einer In-vivo-Studie
Hintergrund: Kalziumphosphat wird seit über 100 Jahren beim Menschen eingesetzt, um Löcher in Knochen aufzufüllen und die Heilung zu beschleunigen. Hier wird Kalziumphosphat als Nanopartikel, das ebenfalls schon beim Menschen eingesetzt wird mit einer neuen Substanz verglichen, die die Erbsubstanz von Wachstumsfaktoren enthält.
Tiere: 24 Kaninchen (Weiße Neuseelandkaninchen)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Gesundheit und Verbraucherschutz Hamburg unter der Nummer 65/13 genehmigt. Die 24 Kaninchen der Rasse Weiße Neuseelandkaninchen werden unter Narkose operiert. Im Kniebereich wird die Haut aufgeschnitten. In das obere Ende des Schienbeins wird ein Loch von 8 mm Durchmesser und 6 mm Tiefe gebohrt. Die Tiere werden in 2 Gruppen mit je 12 Tieren aufgeteilt. Eine Gruppe erhält eine Kalziumphosphat-Nanopartikel-Paste in das Loch, bei der anderen Gruppe enthält die Paste zudem die Erbsubstanz von 2 Wachstumsfaktoren. Das Bein wird wieder zugenäht. Die Kaninchen erhalten ein Schmerzmittel. Nach 2, 4 und 12 Wochen werden jeweils 4 Kaninchen aus jeder Gruppe auf nicht genannte Weise getötet, um die Heilung der Knochenlöcher mittels Röntgen und gewebekundlich zu untersuchen.

Bereich: Knochenchirurgie, Biomaterialforschung

Originaltitel: A bioactive nano-calcium phosphate paste for in-situ transfection of BMP-7 and VEGF-A in a rabbit critical-size bone defect: results of an in vivo study

Autoren: Carsten Schlickewei (1)*, Till O. Klatte (1), Yasmin Wildermuth (1), Georg Laaff (1), Johannes M. Rueger (1), Johannes Ruesing (2), Svitlana Chernousova (2), Wolfgang Lehmann (3), Matthias Epple (2)*

Institute: (1) Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martinistr. 52, 20246 Hamburg, (2) Anorganische Chemie und Zentrum für Neurointegration Duisburg-Essen (CeNIDE), Universität Duisburg-Essen, Essen, (3) Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Plastische Chirurgie, Universitätsmedizin Göttingen, Göttingen

Zeitschrift: Journal of Materials Science: Materials in Medicine 2019; 30: 15. Doi.10.1007/s10856-019-6217-y

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5056



Dokument 29Titel: Einpflanzung von Herzmuskelstücken aus hiPSCs nach einer Herzmuskelverletzung bei einem Meerschweinchen-Modell
Hintergrund: Anleitung für ein „Tiermodell“ für eine reproduzierbare Herzmuskelverletzung und Reparatur mit Gewebepflaster. Die Autoren weisen darauf hin, dass das „Modell“ am Anfang zu hohen Todesraten bei den Meerschweinchen geführt hat: 30% bei der 1. und 30% bei der 2. Operation, insgesamt sind also 51% der Tiere gestorben. Durch Verbesserungen im Versuchsprotokoll konnte die Todesrate auf 20 und 25% gesenkt werden. Eine Todesrate von insgesamt 40% wird von den Experimentatoren offensichtlich als gut genug angesehen, um dafür eine Anleitung zu schreiben.
Tiere: Meerschweinchen (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Das Paper ist eine Anleitung für ein „Tiermodell“ für eine reproduzierbare Herzmuskelverletzung und anschließende Reparatur mit Gewebepflaster.

Die Herkunft der Meerschweinchen wird nicht genannt. Unter Narkose werden bei den Tieren der Brustkorb auf der linken Seite sowie der Brustbeutel aufgeschnitten. Eine in flüssigem Stickstoff gekühlte Aluminiumsonde von 0,5 cm Durchmesser wird 4 Mal für je 30 Sekunden auf das freigelegte Herz aufgesetzt. Brustkorb und Haut werden chirurgisch verschlossen. Durch die Kälte wird das Herzgewebe so stark geschädigt, dass die Meerschweinchen in der Folge Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche entwickeln.

7 Tage später erfolgt eine zweite Operation. Der Brustkorb wird wieder aufgeschnitten und das Herz freigelegt und ein Gewebestück, das aus menschlichen Stammzellen (iPS) gewonnen wurde, wird auf den abgestorbenen Abschnitt des Herzens gelegt und mit Nähten im gesunden Gewebe festgenäht. Der Brustkorb wird verschlossen. Nach einer nicht genannten Zeit werden die Meerschweinchen getötet.

Bereich: Tissue Engineering, Herz-Kreislaufforschung

Originaltitel: Implantation of hiPSC-derived cardiac-muscle patches after myocardial injury in a guinea pig model

Autoren: Liesa Castro (1,2), Birgit Geetz (3), Marina Reinsch (2,3), Bülent Aksehirlioglu (3), Arne Hansen (2,3), Thomas Eschenhagen (2,3), Hermann Reichenspurner (1,2), Florian Weinberger (2,3), Simon Pecha (1,2)*

Institute: (1) Abteilung für Herz- und Gefäßchirurgie, Universitäres Herz- und Gefäßzentrum, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Martinistr. 52, 20246 Hamburg, (2) Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V., Standort Hamburg/Kiel/Lübeck, (3) Abteilung für Experimentelle Toxikologie und Pharmakologie, Universitäres Herz- und Gefäßzentrum, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Hamburg

Zeitschrift: Journal of Visualized Experiments 2019; 145; e58810

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5055



Dokument 30Titel: Aus menschlichen iPS-Zellen generiertes Herzgewebe hat keine Wirkung auf eine Herzkammer-Rhythmusstörung in einem Meerschweinchen-Modell der Kälteverletzung
Hintergrund: Aus menschlichen Stammzellen hergestelltes Herzgewebe soll künstlich geschädigte Herzen von Meerschweinchen heilen.
Tiere: 37 Meerschweinchen
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Herkunft der Meerschweinchen wird nicht genannt. Unter Narkose wird bei allen Tieren ein EKG-Messgerät implantiert. Dazu wird ein Schnitt in der Flanke gemacht und das Gerät wird unter die Haut eingesetzt. Von dem Gerät werden zwei Kabel unter der Haut verlegt. Am Ende befinden sich Elektroden, die im Bereich der Rippen und des Brustbeins unter der Haut fixiert werden. Dann werden der Brustkorb auf der linken Seite sowie der Brustbeutel aufgeschnitten. Eine in flüssigem Stickstoff gekühlte Aluminiumsonde von 0,5 cm Durchmesser wird 4 Mal für je 30 Sekunden auf das freigelegte Herz aufgesetzt. Brustkorb und Haut werden chirurgisch verschlossen. Durch die Kälte wird das Herzgewebe so stark geschädigt, dass die Meerschweinchen in der Folge Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche entwickeln. 9 Tiere versterben bereits während der Operation, 4 weitere Tiere in den nächsten 3 Tagen.

Die überlebenden 24 Meerschweinchen werden 7 Tage später erneut operiert. Der Brustkorb wird wieder aufgeschnitten und das Herz freigelegt. Nun wird bei 15 Tieren ein Gewebestück, das aus menschlichen Stammzellen (iPS) gewonnen wurde, auf den abgestorbenen Abschnitt des Herzens aufgenäht, wobei die Nähte im gesunden Gewebe gesetzt werden. 9 Tiere erhalten stattdessen ein zellfreies Fibringerüst aufgenäht. Hierbei versterben 4 Tiere. Der Brustkorb wird verschlossen und die Tiere erhalten Medikamente, die die Abstoßungsreaktion auf das fremde Gewebe verhindern sollen. In den folgenden Wochen werden mit dem eingepflanzten Gerät kontinuierlich EKG-Messungen gemacht. 35 Tage nach der Kälteschädigung des Herzens werden die überlebenden Meerschweinchen auf nicht genannte Weise getötet, um das Herz feingeweblich zu untersuchen.

Die Arbeit wurde durch das Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V. (DZHK) unterstützt.

Bereich: Tissue Engineering, Herz-Kreislaufforschung

Originaltitel: Human iPS cell-derived engineered heart tissue does not affect ventricular arrhythmias in a guinea pig cryo-injury model

Autoren: Simon Pecha (1)*, Kaja Yorgan (2), Matti Röhl (3), Birgit Geertz (2), Arne Hansen (2), Florian Weinberger (2), Susanne Sehner (4), Heimo Ehmke (3), Hermann Reichenspurner (1), Thomas Eschenhagen (2), Alexander Peter Schwoerer (3)

Institute: (1) Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V. (DZHK), Standort Hamburg/Kiel/Lübeck, Abteilung für Herz- und Gefäßchirurgie, Universitäres Herz- und Gefäßzentrum, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Martinistr. 52, 20246 Hamburg, (2) Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V., Standort Hamburg/Kiel/Lübeck, Abteilung für Experimentelle Toxikologie und Pharmakologie, Universitäres Herz- und Gefäßzentrum, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Hamburg, (3) Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V., Standort Hamburg/Kiel/Lübeck, Institut für Zelluläre und Integrative Physiologie, Universitäres Herz- und Gefäßzentrum, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Hamburg, (4) Institut für Medizinische Biometrie und Epidemiologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Hamburg

Zeitschrift: Scientific Reports 2019; 9: 9831. doi:10.1038/s41598-019-46409-z

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5054



Dokument 31Titel: Cyclopeptid COR-1 zur Behandlung der Beta1-adrenergen Rezeptor-Antikörper-induzierten Herzinsuffizienz
Hintergrund: In klinischen Studien an Freiwilligen und Patienten (klinische Studie 1 und 2) seit 2002 konnte am Menschen nachgewiesen werden, dass das Medikament COR-1 sicher ist und bei Patienten mit Herzerkrankungen angewendet werden kann. Diese Ergebnisse sollen nun bei Ratten, Hunden, Meerschweinchen und Mäusen bestätigt werden.
Tiere: 179 Tiere verschiedener Arten (140 Ratten (mindestens), 23 Hunde (Beagle), 6 Meerschweinchen, 10 Mäuse)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Tiere stammen von Harlan Laboratories, der Aurigon GmbH und von Rds Hameln. Diese Firmen führen die „Sicherheitsstudien“ an Ratten, Hunden, Meerschweinchen und Mäusen durch. Die Wirksamkeitsstudie an Ratten wird offensichtlich in Würzburg und Martinsried durchgeführt. Die Versuche an der Universität Würzburg werden von der Regierung von Unterfranken unter der Nummer 621–2531.01-35 / 04 genehmigt, die in Martinsried werden von der Regierung von Oberbayern in München unter der Nr. 55.2-1- 54-2531-25-12 genehmigt.

Den Ratten wird jeden Monat eine Substanz (Anti-ß1EC2-Antikörper) gespritzt um eine krankhafte Erweiterung des Herzmuskels (dilatative Kardiomyopathie) auszulösen. Nach einem Jahr wird den Tieren das Medikament COR-1 gespritzt, womit die künstlich ausgelöste Herzkrankheit rückgängig gemacht werden soll. Hierfür werden verschiedene Konzentrationen und Zeitpunkte über insgesamt 24 Monate angewendet. Die Tiere werden während der Zeit mehrfach unter leichter Anästhesie mit einer Echokardiographie und einem Herzkatheter untersucht. Wieviel Tiere in den 24 Monaten sterben, wird nicht erwähnt. Nach den zwei Jahren, werden alle Ratten unter Narkose getötet.

Zusätzlich gibt es vier sogenannte Sicherheitsstudien. Bei der Sicherheitsstudie 1 wird die Langzeitwirkung höherer Dosen von COR-1 bei Ratten mit künstlich ausgelöstem Herzversagen untersucht. Diese Studie unterscheidet sich nur in der Dosierung und Zeitpunkten von der Wirksamkeitsstudie.

Bei der Sicherheitsstudie 2 werden sechs männliche und sechs weibliche Ratten benutzt. Sie erhalten zwei Injektionen in Dosierungen von 25, 50 und 100 mg/kg COR-1 oder einer wirkungslosen Trägersubstanz. Klinische Untersuchungen der Tiere werden einmal am Tag durchgeführt. Alle Tiere werden nach 28 Tagen getötet.

Bei der Sicherheitsstudie 3 werden Beagle-Hunde verwendet. Die Tiere erhalten verschiedene Dosierungen von COR-1. Dies erfolgt als Infusion über 1 Stunde und dann jeden zweiten Tag als Injektion. Bei allen Tieren werden dreimal täglich klinische Untersuchungen durchgeführt. Die Tiere werden nach 14 oder 28 Tagen getötet und einer Autopsie unterzogen.

Bei der Sicherheitsstudie 4 erhalten Beagle-Hunde über einen Zeitraum von sechs Monaten einmal monatlich verschiedene Konzentrationen an COR-1. Für diese Tiere dauert die Studie 7 Monate bis sie getötet werden. Zusätzlich wird die Wirkung von COR-1 auf die Atemfunktion, die Atemfrequenz und das Atemzugvolumen von bei Bewusstsein befindlichen Meerschweinchen untersucht. Wie genau das gemacht wird und wann und wie die Tiere getötet werden, wird nicht erwähnt.

Ebenso wird die Wirkungen von COR-1 auf das zentrale und autonome Nervensystem von Mäusen durch klinische Beobachtung des psychomotorischen Verhaltens bewertet. Wie genau das gemacht wird, wann und wie die Tiere getötet werden, wird ebenfalls nicht erwähnt.

Die Studie wurde finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Procorde und der Corimmun GmbH.

Bereich: Pharmakologie

Originaltitel: Cyclopeptide COR-1 to treat beta1-adrenergic receptor antibody-induced heart failure

Autoren: Valerie Boivin-Jahns (1), Kerstin Uhland (2), Hans-Peter Holthoff (2), Niklas Beyersdorf (3), Vladimir Kocoski (3), Thomas Kerkau (3), Götz Münch (2), Martin J. Lohse (1), Martin Ungerer (2)*, Roland Jahns (1,4)

Institute: (1) Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI oder CHFC), Universität Würzburg, Würzburg, (2)* Procorde oder advanceCOR GmbH, Fraunhoferstr. 9a, 82152 Martinsried, (3) Institut für Virologie und Immunologie, Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Würzburg, (4) Interdisziplinäre Biomaterial- und Datenbank Würzburg, Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI oder CHFC), Universität Würzburg, Würzburg.

Zeitschrift: PLoS One 2018; 13(8): e0201160. doi: 10.1371/journal.pone.0201160

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5053



Dokument 32Titel: Stammzellbasierte Wirkstoffabgabe zum Schutz von Hörneuronen in einem Meerschweinchenmodell der Cochlea-Implantation
Hintergrund: Eine Beschichtung mit gentechnisch veränderten Stammzellen soll die Funktion von Cochlea-Implantaten verbessern. Dies wird an künstlich taub-gemachten Meerschweinchen getestet.
Tiere: 43 Meerschweinchen
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz, Lebensmittelsicherheit und Tierschutz (LAVES) unter der Zulassungsnummer 17/2396 genehmigt. Es werden 43 männliche Meerschweinchen bei Charles River in Sulzfeld gekauft. Die Tiere werden in 5 Gruppen aufgeteilt. Neun Tiere werden sofort getötet (Gruppe 5). 26 Tiere (Gruppen 1-3) werden systematisch taub gemacht. Hierfür wird den Tieren das Antibiotikum Kanamycin unter die Haut und anschließend Furosemid in die Halsvene gespitzt. In der Kombination töten die Medikamente ab einer bestimmten Dosierung die inneren und äußeren Haarzellen im Ohr ab und zerstören die Nieren. Dies nennt man „toxische Innenohrschädigung“.

Ob die Tiere taub geworden sind, wird bei einem sogenannten AABR-Test untersucht. Hierfür wird ein Kopfhörer im äußeren Gehörgang des Meerschweinchens platziert und es werden Klick-Töne verschiedener Frequenz abgespielt. Mittels unter die Haut gestochener Elektroden werden die Signale aufgezeichnet. Die toxische Innenohrschädigung, der AABR-Test und alle Operationen geschehen unter Anästhesie.

Die 3 Gruppen mit ertaubten Meerschweinchen erhalten beschichtete oder unbeschichtete Cochlea-Implantate in ein oder beide Ohren eingesetzt. Ein Cochlea-Implantat ist eine Hörprothese für Gehörlose. 28 Tage nach der toxischen Innenohrschädigung werden die Meerschweinchen beim letzten AABR-Test unter Narkose getötet. Die 8 Meerschweinchen der Gruppe 4 erhalten Cochlear-Implantate in beide Ohren eingesetzt, ohne dass sie vorher ertaubt wurden. Auch sie werden nach 28 Tagen getötet.

Diese Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.

Bereich: Hörforschung

Originaltitel: Stem cell based drug delivery for protection of auditory neurons in a guinea pig model of cochlear implantation

Autoren: Verena Scheper (1,2,3)*, Andrea Hoffmann (3,4), Michael M. Gepp (5,6), Andre Schulz (5), Anika Hamm (3,4), Christoph Pannier (1), Peter Hubka (3,7), Thomas Lenarz (1,2,3), Jana Schwieger (1,3)

Institute: (1)* Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Medizinische Hochschule Hannover, Stadtfelddamm 35, 30625 Hannover, (2) Exzellenzcluster „Hearing4all“, Deutsche Forschungsgemeinschaft, Bonn, (3) Niedersächsisches Zentrum für Biomedizintechnik, Implantatforschung und Entwicklung (NIFE), Hannover, (4) Klinik für Orthopädie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, (5) Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik (IBMT), Sulzbach, (6) Fraunhofer-Projektzentrum für Stammzellprozesstechnik, Würzburg, (7) Institut für Experimentelle Otologie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover

Zeitschrift: Frontiers in Cellular Neuroscience 2019; 13: 177. doi: 10.3389/fncel.2019.00177

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5052



Dokument 33Titel: Etablierung und Wirkung von Allotransplantaten und synthetischen Knochentransplantaten zur Ersatzbehandlung eines metaphysären Knochendefektmodells in kritischer Größe im Oberschenkelknochen des Schafs
Hintergrund: An Schafen werden zwei verschiedene Füllungen für Knochenlücken verglichen, die schon lange beim Menschen im Einsatz sind. Eine computertomographische Untersuchung von menschlichen Patienten sei aber unethisch, weshalb hier ein „Großtiermodell“ etabliert werden soll.
Tiere: 36 Schafe (Merino-Wollschafe)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Tierversuche wurden von einer nicht näher bezeichneten Thüringer Behörde unter der Nummer 15-004/15 genehmigt. Woher die Schafe stammen und wo sie gehalten werden, wird nicht erwähnt. Bei den Tieren wird unter Narkose das rechte oder linke Kniegelenk freigelegt. In das untere Ende des Oberschenkelknochens wird ein Loch von 2,5 cm Durchmesser und 2 cm Tiefe gebohrt. Bei einem Schaf wird das Loch leer gelassen, bei einem mit Knochenmaterial der beiden anderen Schafe gefüllt und beim dritten Schaf mit einem kommerziell erhältlichen Füllmaterial gefüllt. Das Knie wird chirurgisch verschlossen. Die Tiere erhalten ein Schmerzmittel. Nach drei Monaten wird das jeweils andere Knie auf die gleich Weise operiert. Einmal im Monat werden die Schafe geröntgt. 6 Monate nach der ersten Operation werden die Schafe mit einer Überdosis Pentobarbital getötet, die erzeugten Knochendefekte werden feingeweblich und mittels Magnetresonanztomografie untersucht.

Bereich: Knochenchirurgie

Originaltitel: Establishment and effects of allograft and synthetic bone graft substitute treatment of a critical size metaphyseal bone defect model in the sheep femur

Autoren: Werner Hettwer (1), Peter F. Horstmann (1), Sabine Bischoff (2), Daniel Güllmar (3), Jürgen R. Reichenbach (3), Patrina S. P. Poh (4), Martijn van Griensven (4), Florian Gras (5), Michael Diefenbeck (6,7)*

Institute: (1) Musculoskeletal Tumor Section, Department of Orthopedic Surgery, Rigshospitalet, University of Copenhagen, Dänemark, (2) Tierexperimentelle Forschung, Zentrale Experimentelle Tierhaltung, Universitätsklinikum Jena, Dornburger Straße 23a. 07743 Jena, (3) AG Medizinische Physik, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum Jena, Philosophenweg 3, 07743 Jena, (4) Experimentelle Unfallchirurgie, Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, München, (5) Klinik für Unfall-,Hand-und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Jena, Jena, (6) BONESUPPORT AB, Lund, Schweden, (7)* Wissenschaftliche Beratung in Orthopädie und Unfallchirurgie, Auguststr. 2, 22085 Hamburg

Zeitschrift: APMIS Journal of Pathology, Microbiology and Immunology 2019; 127(2): 53-63

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5051



Dokument 34Titel: Intra- und postoperative Blutflussüberwachung bei einem Schafmodell für Gebärmutter-Transplantation
Hintergrund: Da die Gebärmutter von Schaf und Menschen sich ähnlich sei und eine Methode zur Transplantation erforscht werden soll, wird bei einem Schaf die Gebärmutter herausoperiert und wiedereingesetzt.
Tiere: 2 Schafe (Merino-Landschafe)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Regierung von Mittelfranken unter der Nummer Az. 55.2 2532- 2-336 genehmigt. Woher die Schafe stammen, wird nicht erwähnt. Die Tiere werden an der Universität Erlangen gehalten. Ein Schaf dient der anatomischen Untersuchung unter Narkose und das zweite einer Autotransplantation der Gebärmutter. Das heißt, dem Schaf wird die Gebärmutter erst herausoperiert und eine Stunde später wiedereingesetzt. Dafür wird mit einem 25 cm langer Schnitt die Bauchhöhle geöffnet. Um ein bei der Transplantation zusammengenähtes Blutgefäß wird eine Manschette gelegt, von dem aus ein Kabel durch die Wundnaht herausgeführt und am Rücken des Schafes mit einem Blutflussmessgerät verbunden wird. So kann auch nach Aufwachen des Tieres der Blutfluss in dem Blutgefäß gemessen werden. Ein Tag nach der Operation wird das Tier unter Narkose mit dem Gift T61 getötet und weiter untersucht. Was mit dem anderen Schaf nach der Narkose passiert, wird nicht erwähnt. Vermutlich wird es auch während der Narkose getötet.

Bereich: Transplantationsmedizin

Originaltitel: Intra- and postoperative blood flow monitoring in a sheep model of uterus transplantation

Autoren: Annika Kengelbach-Weigand (1)*, Laura Lotz (2), Rafael Schmid (1), Werner Lang (3), Matthias W. Beckmann (2), Inge Hoffmann (2), Raymund E. Horch (1), Stefan P. Renner (2), Ralf Dittrich (2), Anja Miriam Boos (1), Thomas Hildebrandt (2)

Institute: (1) Plastische Chirurgie des Universitätsklinikums Erlangen, Plastische- und Handchirurgische Klinik, Krankenhausstraße 12, 91054 Erlangen, (2) Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), Erlangen, (3) Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Erlangen, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), Erlangen

Zeitschrift: In vivo 2019; 33(2): 325-336

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5050



Dokument 35Titel: Behandlung osteochondraler Defekte: Chondrointegration von Metallimplantaten verbessert sich nach Hydroxylapatit-Beschichtung
Hintergrund: Metallimplantate mit verschiedenen Beschichtungen zur Reparation von Gelenkknorpel werden an Schafen getestet.
Tiere: 24 Schafe (Merino-Mix)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) in Berlin unter der Nummer G 2017/13 genehmigt. Woher die Merino-Mix-Schafe stammen und wo sie gehalten werden, wird nicht erwähnt. Bei einer Operation wird unter Narkose das rechte Kniegelenk freigelegt. Am unteren Ende des Oberschenkelknochens wird ein Loch in den Knorpel gebohrt. In dieses wird ein Metallimplantat mit Hammerschlägen in den Oberschenkelknochen getrieben. Das Implantat sieht in etwa aus wie eine große Reißzwecke. Bei jeweils 8 Schafen werden unterschiedliche Beschichtungen auf dem Implantat verwendet. Die dritte Gruppe mit 8 Schafen erhält unbeschichtete Implantate. Das Knie wird wieder zugenäht. Den Schafen wird ein Schmerzmittel verabreicht. Ein Tier wird wegen fortgesetzter Lahmheit vorzeitig getötet. Drei Monate nach der Operation werden alle weiteren Tiere unter Narkose durch Injektion von Kaliumchlorid getötet. Die Kniegelenke werden untersucht.

Die Arbeit wurde vom Bundesministeriums fu?r Bildung und Forschung (BMBF) und Episurf Medical (Schweden) finanziert.

Bereich: Knochenchirurgie, Chirurgie

Originaltitel: Treatment of osteochondral defects: chondrointegration of metal implants improves after hydroxyapatite coating

Autoren: Hanna Schell (1), Elisabeth Zimpfer (1), Katharina Schmidt-Bleek (1,3)*, Tobias Jung (2), Georg N. Duda (1,3), Leif Ryd (4)

Institute: (1) Julius Wolff Institut, Charite-Universitätsmedizin Berlin, Augustenburger Platz 1 13353 Berlin, (2) Kniechirurgie und Sporttraumatologie, Charite-Universitätsmedizin Berlin, Berlin, (3) Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien, Charite-Universitätsmedizin Berlin, (4) Department of Learning, Informatics, Management and Ethics (LIME), Karolinska Institute, Stockholm, Schweden

Zeitschrift: Knee Surgery, Sports Traumatology, Arthroscopy 2019; 27(11): 3575-3582

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5049



Dokument 36Titel: Neues Großtiermodell für Aortenaneurysmen im viscerorenalen Bereich
Hintergrund: Die chirurgische Reparatur ist ein Routineverfahren bei der Behandlung von Aortenaneurysmen (Aussackung der Hauptschlagader) des Menschen. Da diese Operation außer beim Menschen bisher nur an Hunden und Schweinen durchgeführt wurde, soll ein weiteres „Tiermodell“ etabliert werden.
Tiere: 6 Schafe
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) in Recklinghausen genehmigt. Es werden Vorversuche an toten Schweinen und Schafen unbekannter Anzahl erwähnt, bei der der chirurgische Zugang zur Bauchschlagader (Aorta) verglichen wird. Es wird sich für das Schaf als „Modell“ entschieden.

Woher die mehr als 18 Monate alten Schafe stammen und wo sie gehalten werden, wird nicht erwähnt. Bei der eigentlichen Operation werden die Schafe an der Seite unterhalb des Rippenbogens auf 15 cm Länge aufgeschnitten, die Hauptschlagader (Aorta) und ihre abzweigenden Gefäße werden freigelegt und abgeklemmt. Die Aorta wird längs aufgeschnitten. In den Schnitt wird ein 8 cm langes Stück Gewebe aus einem Rinderherzbeutel eingenäht. So soll ein Aneurysma, also eine Blutgefäßaussackung, simuliert werden. Bei 4 Tieren wird dieses künstliche Aneurysma im Lendenbereich, bei zwei Tieren im Bauch-Brustbereich anoperiert. Die Tiere bekommen nach der Operation ein Schmerzmittel. Eine Woche vor und eine, vier, acht und 52 Wochen nach der Operation wird jeweils ein Computertomographie-Scan gemacht. Ein Tier stirbt eine Woche nach der Operation an einer Blutung der Operationswunde, ein anderes Tier ein Jahr nach der Operation an einem Riss des künstlichen Aneurysmas. Was mit den restlichen 4 Schafen geschieht, wird nicht erwähnt.

Die Studie wurde unterstützt vom „Ziel2“-Programm von Nordrhein-Westfalen, und dem Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD).

Bereich: Herz-Kreislauf-Chirurgie, Arteriosklerose-Forschung

Originaltitel: New large animal model for aortic aneurysms in the viscerorenal segment

Autoren: Johannes Kalder (1)*, Peter Isfort (2), Sebastian Daniel Reinartz (2), Felix Gremse (3), Grace Gyamfuah Yamoah (3), Valentine Gesche (4), Drosos Kotelis (1), Rene Tolba (5), Michael Johan Jacobs (6), Houman Jalaie (1)

Institute: (1) European Vascular Center Aachen-Maastricht, Klinik für Gefäßchirurgie, Universitätsklinik RWTH Aachen, Pauwelsstr. 30, 52074 Aachen, (2) Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Universitätsklinik RWTH Aachen, (3) Experimentelle Molekulare Bildgebung, ExMI, Universitätsklinik RWTH Aachen, (4) Institut für Textiltechnik (ITA), RWTH Aachen, Aachen, (5) Institut für Versuchstierkunde sowie Zentrallaboratorium für Versuchstiere, RWTH Aachen, Aachen, (6) European Vascular Center Aachen-Maastricht, Klinik für Gefäßchirurgie, University Hospital Maastricht, Maastricht, Niederlande

Zeitschrift: Journal of Surgical Research 2019; 240: 156-164, doi: 10.1016/j.jss.2019.02.054

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5048



Dokument 37Titel: In-vivo-Endothelialisierung und Beurteilung der neointimalen Hyperplasie nach Angioplastie der Halsschlagader von Schafen mit einem neuartigen Polycarbonat-Polyurethanpflaster
Hintergrund: Als Ersatz für eine durch Arteriosklerose geschädigte Schlagader beim Menschen wird als Behandlung ein künstliches Material in die Ader eingenäht. In dieser Studie an Schafen werden zwei neue Materialien getestet und mit einem herkömmlichen verglichen. Die Autoren bemängeln, dass die Studie vom Schaf nicht auf Menschen übertragbar sei und beim Schaf gesunde Arterien operiert wurden.
Tiere: 12 Schafe
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) in Recklinghausen unter der Nummer AZ 84–02.04.2012.A023 genehmigt. Zwölf weibliche Schafe werden beim Zootechnisch Centrum in Lovenjoel, Belgien, gekauft. Den Schafen wird unter Anästhesie der Hals auf beiden Seiten aufgeschnitten. Die Halsschlagader auf beiden Seiten wird längs aufgeschnitten und es wird ein 6 cm langes und 6 mm breites Implantat aus einem künstlichen Material auf den Schnitt gelegt und festgenäht. Auf der einen Halsseite wird ein herkömmliches Material verwendet, auf der anderen ein Implantat aus einem neuen Material. Jeweils 6 Schafe erhalten eins von zwei neuen Materialien.

Da bei Schafen das Blut leichter gerinnen kann als beim Menschen, wird den Tieren zwei Mal das Blutverdünnungsmittel Heparin in eine Vene verabreicht. Die Tiere bekommen nach der Operation ein Schmerzmittel. Aus den beiden Gruppen mit den zwei verschiedenen neuen Materialien wird jeweils die Hälfte der Tiere nach zwei Wochen und die andere Hälfte nach acht Wochen getötet.

Die Studie wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt.

Bereich: Chirurgie, Arterioskleroseforschung

Originaltitel: In vivo endothelialization and neointimal hyperplasia assessment after angioplasty of sheep carotid artery with a novel polycarbonate polyurethane patch

Autoren: Houman Jalaie (1), Julia Steitz (2), Mamdouh Afify (2, 3), Mohammad Esmaeil Barbati (1), Konrad Hoeft (4), Mona Ali Mahmoud Assar (2, 5), Benita Hermanns-Sachweh (6), Rene H Tolba (2), Michael J Jacobs (1), Karina Schleimer (1)*

Institute: (1) European Vascular Center Aachen-Maastricht, Klinik für Gefäßchirurgie, Universitätsklinik RWTH Aachen, Pauwelsstraße 30, 52074 Aachen, (2) Institut für Versuchstierkunde, Universitätsklinik RWTH Aachen, Pauwelsstraße 30 52074 Aachen, (3) Department of Pathology, Faculty of Veterinary Medicine, Cairo University, Ägypten, (4) Klinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten, rheumatologische und immunologische Erkrankungen (Medizinische Klinik II), Universitätsklinik RWTH Aachen, Aachen, (5) Universitätsklinikum der RWTH Aachen, Aachen, (6) Institut für Pathologie, RWTH Aachen, Aachen

Zeitschrift: Journal of Biomaterials Applications 2019; 34(2): 208-218

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5047



Dokument 38Titel: Aufmerksamkeitsselektivität leitet afferente Signalübertragung in das Areal V4
Hintergrund: Es soll herausgefunden werden, wie Aufmerksamkeit im Gehirn verarbeitet wird.
Tiere: 2 Affen (Rhesusaffen)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: 2 männliche Rhesusaffen, deren Herkunft nicht beschrieben ist, werden zunächst auf die Aufgaben, die sie später ausführen sollen, trainiert, bevor die Operation stattfindet. Vor der Operation werden sie zur Lokalisierung bestimmter Gehirnbereiche einer Magnetresonanztherapie unterzogen, um die Elektroden an der gewünschten Stelle zu platzieren.

Der genaue Ablauf der Operation wird nicht beschrieben. Es wird lediglich erwähnt, dass die Affen eine Halterung und eine Elektrodenkammer über einem Bohrloch über einem bestimmten Hirnareal auf dem Schädel implantiert bekommen. Durch die Kammer werden 1-3 Mikroelektroden in die Hirnrinde eingelassen, eine Elektrode liegt auf der harten Hirnhaut und mehrere Referenzelektroden sind vorn, seitlich und hinten am Kopf platziert.

Für die Experimente starren die Affen auf einem Bildschirm, drücken einen Schalter und es erscheinen zwei Symbole. Die Affen sollen sich auf eines der Symbole konzentrieren. Die Symbole verändern ihre Form und wenn die ursprüngliche Form des Symbols, auf das sie sich konzentrieren sollen, wieder dargestellt wird, müssen die Affen den gedrückten Schalter loslassen. Das andere Symbol müssen sie ignorieren. Dabei werden die Hirnströme über die im Kopf implantierten Elektroden aufgezeichnet. Die Augenbewegungen werden mit einem Video-Okulargerät verfolgt.

Es wird nicht erwähnt, dass üblicherweise für Experimente dieser Art die Affen in einem sogenannten Primatenstuhl fixiert werden, in dem ihr Kopf mit Hilfe des Haltebolzens über die gesamte Zeit eines Versuchs bewegungsunfähig gehalten wird. Es ist aber davon auszugehen, dass dies hier der Fall ist. Es wird auch nicht erwähnt, dass die Affen normalerweise über einen gewissen Zeitraum vor den Experimenten nichts zu trinken erhalten, so dass bei gewünschtem Verhalten eine Flüssigkeitsgabe eine „Belohnung“ darstellt, um die Affen zur Mitarbeit zu bewegen. Was nach den Versuchen mit den Affen geschieht, ist nicht beschrieben.

Die Arbeit wurde durch die BMBF (Bernstein Group for Computational Neuroscience Bremen, Innovationswettbewerb Medizintechnik, Bernstein Award Udo Ernst), die Deutsche Forschungsgemeinschaft, Universität Bremen Forschungs-Fokus Neurotechnologie, die Creative Unit I-SEE, das Zentrum für Kognitionswissenschaften und die Leibniz Graduate School für Primaten-Neurobiologie gefördert.

Bereich: Hirnforschung, Neurophysiologie

Originaltitel: Attention selectivity gates afferent signal transmission to area V4

Autoren: Iris Grothe (1, 2), David Rothermund (3), Simon David Neitzel (1), Sunita Mandon (1), Udo Alexander Ernst (3), Andreas K. Kreiter (1)*, Klaus Richard Pawelzik (3)

Institute: (1) Institut für Hirnforschung, Universität Bremen, Hochschulring 16a, 28359 Bremen, (2) Ernst Strüngmann Institute (ESI) for Neuroscience, Frankfurt am Main, (3) Institut für Theoretische Physik, Universität Bremen, Bremen

Zeitschrift: The Journal of Neuroscience 2018; 38(14): 3441-3452

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5046



Dokument 39Titel: Topografische Modellierung einer frühen humanen Osteoarthritis bei Schafen
Hintergrund: Es soll herausgefunden werden, ob die frühe und spätere Arthrose, die bei Schafen durch Verletzung des Meniskus künstlich erzeugt wurde, den gleichen Krankheitsverlauf aufweist wie der Krankheitsverlauf, welcher bereits im Menschen untersucht wurde.
Tiere: 16 Schafe (Merinoschafe)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Als Genehmigungsbehörde wird die Universität des Saarlands unter der Nummer 43/2015 genannt, die allerdings nicht für die Genehmigung von Tierversuchen zuständig ist. Die Herkunft der Schafe wird nicht erwähnt.

16 gesunde, weibliche Merino-Schafe, im Schnitt 18 Monate alt, werden vor der Operation geröntgt, um Arthrose auszuschließen. Unter Narkose wird das rechte Kniegelenk freigelegt und ein Teil des Innenmeniskus herausgeschnitten. Die verschiedenen Gewebelagen und die Haut werden chirurgisch verschlossen und mit einem medizinischen Spray bandagiert. Das linke Kniegelenk wird nicht operiert und dient als Kontrolle. Nach der Operation erhalten die Schafe ein Schmerzmittel sowie Antibiotika und dürfen auch das operierte Bein direkt voll belasten.

Nach 6 Wochen und 6 Monaten werden jeweils 8 Schafe unter Narkose getötet, um das operierte Gelenk und das Kontroll-Gelenk zu entnehmen. Die Gelenke werden jeweils für verschiedene Untersuchungen aufbereitet und die Ergebnisse mit denen von menschlichen Gelenken verglichen, die aus Operationen stammen, bei denen ein künstliches Gelenk eingesetzt wurde.

Die Arbeit wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Bereich: Knochenchirurgie, Pathophysiologie

Originaltitel: Topographic modeling of early human osteoarthritis in sheep

Autoren: Tamas Olah (1), Jan Reinhard (1), Liang Gao (1), Sophie Haberkamp (1), Lars K. H. Goebel (1), Magali Cucchiarini (1), Henning Madry (1,2)*

Institute: (1) Zentrum für Experimentelle Orthopädie, Lehrstuhl für Experimentelle Orthopädie, Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes, Gebäude 37, Kirrberger Straße, 66421 Homburg, (2) Klinik für Orthopädische Chirurgie, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg

Zeitschrift: Science Translational Medicine 2019; 11(508): eaax6775. doi: 10.1126/scitranslmed.aax6775

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5045



Dokument 40Titel: Aufmerksamkeit gestaltet Synchronisierung innerhalb der lokalen neuronalen Netzwerke für die Verarbeitung des für das Verhalten relevanten Stimulus
Hintergrund: Messungen an Affen zur Frage, wie Aufmerksamkeit im Gehirn verarbeitet wird.
Tiere: 2 Affen (Rhesusaffen)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von dem Senator für Gesundheit, Bremen, genehmigt. 2 männliche Rhesusaffen, deren Herkunft nicht beschrieben ist, werden auf nicht näher beschriebene Weise operiert. In der Regel verläuft dies wie folgt: Die Affen werden in Narkose versetzt. Eine Vorrichtung als Kopfhalter aus Titan und eine Elektrodenkammer werden mit Schrauben auf dem Schädelknochen implantiert. Der genaue Ort der Implantation wird vor der Operation mittels eines bildgebenden Verfahrens bestimmt. Diese werden mit Verschlussmaterial fixiert und mit dem Schädelknochen verbunden.

Eine Elektrodenkammer wird über ein Bohrloch im Schädelknochen über einer bestimmten Hirnregion montiert, von der aus Elektroden in das Gehirngewebe eingeführt werden, die Nervensignale aufnehmen können.

Für die Experimente werden die Affen in einem Primatenstuhl fixiert und ihre Augenbewegungen mit einem Videookular-System aufgezeichnet, das ihnen auf den Kopf gesetzt wird. Der Beginn des Experiments wird mit dem Auftauchen eines Punktes auf einem Bildschirm markiert, woraufhin die Affen durch das Drücken eines Schalters das Experiment starten. Dann erscheint ein Symbol, welches sich nach und nach in andere Formen wandelt. Wird die ursprüngliche Form wieder erreicht, muss der Affe den Schalter loslassen. Passiert dies innerhalb einer definierten Zeitspanne, erhält der Affe etwas verdünnten Fruchtsaft. Erkennt er das ursprüngliche Symbol nicht und/oder lässt den Schalter zu früh los, erhält der Affe nichts zu Trinken. Da eine kleine Menge Flüssigkeit eine „Belohnung“ darstellt, die den Affen „motivieren“ soll, mitzuarbeiten, kann davon ausgegangen werden, dass die Affen vorab unter Flüssigkeitsentzug leiden.

Die Hirnströme werden über die Elektroden aufgezeichnet, ebenso die Augenbewegungen über das Augenbewegungserfassungsgerät.

Was darüber hinaus mit den Affen passiert, ist nicht beschrieben, i.d.R. werden sie über Jahre für ähnliche Versuche eingesetzt.

Die Arbeit wurde durch die Bernstein Gruppen für Computational Neuroscience Bremen, die Deutsche Forschungsgemeinschaft , die Fazit-Stiftung und die Leibniz Graduate School for Primate Neurobiology gefördert.

Bereich: Neurophysiologie

Originaltitel: Attention configures synchronization within local neuronal networks for processing of the behaviourally relevant stimulus

Autoren: Eric Drebitz (1)*, Marcus Haag (2), Iris Grothe(3) , Sunita Mandon (1), Andreas K. Kreiter (1)

Institute: (1) Institut für Hirnforschung, Zentrum für Kognitionswissenschaften, Universität Bremen, Hochschulring 16a, 28359 Bremen, (2) Institute of Neuroscience, Newcastle University, Newcastle-upon-Tyne, Großbritannien, (3) Ernst Strüngmann Institute (ESI) for Neuroscience in Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft, Frankfurt/Main

Zeitschrift: Frontiers in Neural Circuits 2018; 12(71); doi: 10.3389/fncir.2018.00071

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5044



Dokument 41Titel: Die intranasale Verabreichung von Mycobacterium vaccae verhindert eine stressinduzierte Verschlimmerung der Dextransulfat-Natrium (DSS)–Kolitis
Hintergrund: Aus einer vorherigen Studie ist bekannt, dass wenn man Mäusen das abgetötete Bakterium Mycobacterium vaccae unter die Haut spritzt, diese weniger ängstlich sind und eine bei ihnen künstlich hervorgerufene Darmentzündung weniger schlimm ausfällt. Hier wird nun untersucht, ob das Einsprühen in die Nase ähnliche Effekte hervorruft.
Tiere: 64 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die männlichen Mäuse stammen von Charles River Laboratories in Sulzfeld. In einem ersten Experiment werden vier Gruppen von je 8 Mäusen gebildet. Sie bekommen am Tag ihrer Ankunft und 2 x im Abstand von 7 Tagen entweder eine Kochsalzlösung oder das mittels Hitze abgetötete Bakterium Mycobacterium vaccae in die Nase gesprüht. Ab dem letzten Behandlungstag werden die Tiere einzeln gehalten. 7 Tage später wird die Hälfte der Tiere (mit oder ohne Mycobacterium-Behandlung) in Gruppen von je 4 Mäusen für 20 Tage mit einem fremden, sehr dominanten Männchen zusammengesetzt. Um Gewöhnung zu vermeiden, erfolgt nach 8 und 15 Tagen ein Umsetzen der Tiere zu einem neuen dominanten Männchen. So soll ein chronischer psychosozialer Stress simuliert werden, der beim Menschen zu Dickdarmentzündung und Posttraumatischem Stresssyndrom (PTSD) führen kann. Die für diese Konfrontation genutzten dominanten Männchen entstammen einer Zuchtlinie, die genetisch bedingt bereits sehr aggressiv sind. Dominante Mäuse, die die rangniederen Mäuse in Vortests beißen, werden für die eigentlichen Versuche nicht eingesetzt.

Am Tag 19 wird bei allen Tieren für 5 Minuten der sogenannte Elevated Plus Maze Test durchgeführt. Hier wird eine Maus in ein erhöhtes Plus-förmiges Labyrinth mit zwei offenen und zwei geschlossenen Armen gesetzt. Mäuse, die sich eher in den geschützten, geschlossenen Bereichen aufhalten, gelten als ängstlich. Am 20. Tag müssen alle Tiere einen „Open-Field-/Novel Object-Test“ durchlaufen, um ebenfalls die Ängstlichkeit der Tiere zu bewerten. Dabei wird eine Maus zu einem runden Objekt in eine Box gesetzt und es wird beobachtet ob sie sich neugierig dem Objekt nähert oder ängstlich am Rand aufhält. Am nächsten Tag erfolgt der sogenannte Social preference/avoidance test. Hier werden die Tiere in eine Box gesetzt, in die ein Käfig mit einer unbekannten männlichen Maus gesetzt wird. Es wird wieder gemessen, wie häufig und wie nah die jeweilige Maus diesem Käfig kommt. Direkt nach diesem Test werden die Mäuse einzeln gehalten und bekommen für 7 Tage eine Substanz über das Trinkwasser verabreicht, die zu starken und extrem schmerzhaften Entzündungen des Dickdarms führt. Nach diesen 7 Tagen werden die Tiere auf nicht genannte Weise getötet und Darm bzw. Lymphknoten für weitere Untersuchungen entnommen.

In einer zweiten Versuchsreihe werden ebenfalls insgesamt 32 Tiere eingesetzt, allerdings direkt einzeln gehalten. Ansonsten ist der Versuchsablauf wie oben beschrieben.

Die Studie wird finanziert durch The Office of Naval Research (Behörde, die Wissenschafts- und Technologie-Programme der US Navy und der Marine Corps koordiniert, ausführt und fördert, Genehmigungsnummer N00014-17-S-B001).

Bereich: Stressforschung, Entzündungsforschung, Psychiatrie

Originaltitel: Intranasal Mycobacterium vaccae administration prevents stress-induced aggravation of dextran sulfate sodium (DSS) colitis

Autoren: Mattia Amorosoa (1), Elena Kemptera (1), Tasnim Eleslamboulya (1), Christopher A. Lowry (2,3,4,5), Dominik Langgartnera (1), Stefan O. Reber (1)*

Institute: (1) Sektion Molekulare Psychosomatik, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsklinikum Ulm, Albert-Einstein-Allee 23, 89081 Ulm, (2) Department of Integrative Physiology, Center for Neuroscience, and Center for Microbial Exploration, University of Colorado Boulder, USA, (3) Department of Physical Medicine & Rehabilitation and Center for Neuroscience, University of Colorado Anschutz Medical Campus, Aurora, USA, (4) Veterans Health Administration, Rocky Mountain Mental Illness Research Education and Clinical Center (MIRECC), The Rocky Mountain Regional Medical Center, Aurora, USA, (5) Military and Veteran Microbiome: Consortium for Research and Education (MVM-CoRE), Aurora, USA

Zeitschrift: Brain, Behavior, and Immunology 2019; 80: 595-604

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5043



Dokument 42Titel:
Tiere: (Anzahl unbekannt)
Jahr:

Versuchsbeschreibung:

Bereich:

Originaltitel:

Autoren:

Institute:

Zeitschrift:

Land:

Art der Veröffentlichung:

Dokumenten-ID: 5042



Dokument 43Titel: Achtunddreißig negative Kinase 1 vermittelt traumainduzierte Darmverletzung und Multiorganversagen
Hintergrund: Bei Menschen mit chronischen Darmentzündungen ist bereits bekannt, dass die Veränderungen der Darmschleimhaut mit einem zu hohen Gehalt eines bestimmten Enzyms zusammenhängen. In dieser Studie wird dies an Mäusen und Schweinen mit verschieden künstlich erzeugten Darmentzündungen nachvollzogen.
Tiere: Tiere verschiedener Arten (Anzahl unbekannt)(Mäuse, Schweine)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Genehmigung der Versuche erfolgt durch die Regierungsbehörde in Tübingen (TVA Nr-1187, TVA Nr-1255, TVA-Nr-1194, O-197, TVA Nr-1087). Ein Teil der Mäuse wird von Jackson Laboratories, Bar Harbour, USA, bezogen. Außerdem werden für die Studie speziell gentechnisch veränderte Mäuseembryonen „hergestellt“ und zum Austragen in scheinschwangere Mäuse eingepflanzt. Anschließend erfolgen verschiedene Verpaarungen mit Tieren, die jeweils bestimmte genetische Veränderungen aufweisen, um Nachwuchs zu erhalten, der ganz spezielle Genzusammensetzungen aufweist.

In der eigentlichen Studie werden mit diesem Nachwuchs oder anderen Mäusen bzw. Schweinen verschiedene Einzelversuche durchgeführt:

8 Wochen alte Mäuse, die aufgrund ihrer genetischen Veränderungen zu viel eines bestimmten Enzyms bilden, das zur Zerstörung der Darmwand führt, bekommen – um diese krankhafte Reaktion noch zu verstärken – ein Antibiotikum in die Bauchhöhle gespritzt. Kontrolltiere erhalten Kochsalzlösung gespritzt. Einige Stunden später wird ihre Bewegungsaktivität im Käfig sowohl während einer Dunkel- und einer Licht-Phase gemessen. Was danach mit den Tieren geschieht, wird nicht erwähnt. Allerdings gibt es Ergebnisse aus Blut- und Organ-Untersuchungen 0, 12 bzw. 24 Stunden nach der Behandlung mit dem Antibiotikum, so dass eine bestimmte Anzahl an Tieren vermutlich zu den jeweiligen Zeitpunkten getötet wird. Außerdem verstirbt laut Autoren die Mehrheit der Tiere kurz nach dem Spritzen des Antibiotikums. Viele der überlebenden Mäuse zeigen starke Hinweise auf eine Blutvergiftung wie abfallende Körpertemperatur, Abmagerung, Blutarmut und insgesamt veränderte Blutwerte.

Bei anderen Tieren wird künstlich eine akute, extrem schmerzhafte Entzündung des Dickdarms erzeugt. Dafür müssen sie entweder einen bestimmten Stoff über das Trinkwasser zu sich nehmen oder bekommen eine in Alkohol gelöste Chemikalie direkt in den Darm gespritzt. Beide Substanzen führen zur Zerstörung der Darmschleimhaut und zu Immunreaktionen des Körpers. Im Anschluss bekommen sie weitere 7 Tage lang die darmschädigende Substanz über das Trinkwasser verabreicht und werden am 8. Tag auf nicht genannte Weise getötet.

Eine Gruppe Mäuse erhält ein bereits bei Menschen mit chronischen Darmentzündungen eingesetztes Medikament in die Vene gespritzt. 24 Stunden danach bekommen sie ein Antibiotikum oder Kochsalzlösung in die Bauchhöhle injiziert. Wieder 24 Stunden später werden sie getötet.

Unter Narkose werden 8-9 Wochen alte Mäuse in Rückenlage auf einer Platte fixiert. Eine Druckwelle wird auf den Brustkorb gerichtet und führt zu einer beidseitigen Lungenquetschung. Außerdem werden bei den Tieren zum Nachstellen eines Mehrfachtraumas künstlich ein Schädel-Hirn-Trauma und ein Bruch des Oberschenkelknochens ausgelöst. Wie das genau erfolgt, soll in einer anderen Studie nachzulesen sein. Allerdings stimmt die genannte Quelle nicht. Zur Induktion eines Blutungsschocks (Schock aufgrund sehr starken Blutverlustes) wird einem Teil der Mäuse mit Mehrfachtrauma zusätzlich über einen Katheter so viel Blut abgenommen, dass der Blutdruck bis auf einen bestimmten Wert stark absinkt. 4 Stunden nach dem Mehrfachtrauma werden die Tiere durch Blutentzug aus dem Herzen getötet. Kontrolltiere werden in Narkose gelegt, aber ohne Mehrfachtrauma und Blutentzug.

Schweinen wird unter Narkose über einen Katheter 30 % ihres gesamten Blutes entzogen. Was weiter mit den Tieren geschieht, wird nicht erwähnt. Allerdings gibt es Ergebnisse aus feingeweblichen Untersuchungen des Darms, so dass sie vermutlich ebenfalls getötet werden.

Einer Gruppe von Mäusen wird in Narkose der Bauch aufgeschnitten und der Blinddarm abgebunden. Anschließend wird in diesen ein Loch gebohrt, so dass Darminhalt in die Bauchhöhle gelangt. Dadurch kommt es zu einer schmerzhaften Bauchfellentzündung. Die Bauchwunde wird verschlossen, die Tiere bekommen Schmerzmittel und werden in den nächsten Stunden beobachtet. Wieder erfolgt keine Erwähnung auf den weiteren Verbleib der Mäuse.

Ein Teil der Mäuse wird getötet, um aus Darmstücken kleine Mini-Därme herzustellen.

Die Arbeit wird gefördert vom Sonderforschungsbereich 1149 (Projekt A6), DFG, Forschungskern SyStaR, Böhringer Ingelheim Ulm University Biocenter, NDIMED-Verbund PancChip, Deutsche Krebshilfe, Fritz-Thyssen Stiftung.

Bereich: Entzündungsforschung, Schockforschung, Sepsisforschung

Originaltitel: Thirty-eight-negative kinase 1 mediates traumainduced intestinal injury and multi-organ failure

Autoren: Milena Armacki (1), Anna Katharina Trugenberger (1), Ann K. Ellwanger (1), Tim Eiseler (1), Christiane Schwerdt (2), Lucas Bettac (1), Dominik Langgartner (3), Ninel Azoitei (1), Rebecca Halbgebauer (4), Rüdiger Groß (1), Tabea Barth (1), André Lechel (1), Benjamin M. Walter (1), Johann M. Kraus (5), Christoph Wiegreffe (6), Johannes Grimm (7), Annika Scheffold (8), Marlon R. Schneider (9), Kenneth Peuker (10), Sebastian Zeißig (10), Stefan Britsch (6), Stefan Rose-John (11), Sabine Vettorazzi (12), Eckhart Wolf (9), Andrea Tannapfel (13), Konrad Steinestel (14), Stefan O. Reber (3), Paul Walther (15), Hans A. Kestler (5), Peter Radermacher (16), Thomas F.E. Barth (7), Markus Huber-Lang (4), Alexander Kleger (1), Thomas Seufferlein (1)*

Institute: (1) Klinik für Innere Medizin I, Universitätsklinikum Ulm, Albert-Einstein-Allee 23, 89081 Ulm, (2) Waldkrankenhaus “Rudolph Elle” Eisenberg, Lehrstuhl für Orthopädie Uniklinik Jena, Jena, (3) Sektion Molekulare Psychosomatik, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsklinikum Ulm, Ulm, (4) Institut für Klinische und Experimentelle Trauma-Immunologie (ITI), Universitätsklinikum Ulm, Ulm, (5) Institut für Medizinische Systembiologie, Universität Ulm, Ulm, (6) Institut für Molekulare und Zelluläre Anatomie, Universität Ulm, Ulm, (7) Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Ulm, Ulm, (8) Klinik für Innere Medizin III, Universitätsklinikum Ulm, Ulm, (9) Genzentrum München, LMU München, München, (10) Center for Regenerative Therapies Dresden (CRTD), TU Dresden, Dresden, (11) Biochemisches Institut, CA Universität Kiel, Kiel, (12) Institut für Molekulare Endokrinologie der Tiere, Universität Ulm, Ulm, (13) Institut für Pathologie, Ruhr Universität Bochum, Bochum, (14) Institut für Pathologie und Molekularpathologie, Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Ulm, (15) Zentrale Einrichtung Elektronenmikroskopie, Universität Ulm, Ulm, (16) Anästhesiologische Pathophysiologie und Verfahrensentwicklung, Universitätsklinikum Ulm, Ulm

Zeitschrift: The Journal of Clinical Investigation 2018; 128(11): 5056-5072

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5041



Dokument 44Titel: Physiologische und anatomische Reaktionen der genitalen Hirnrinde bei Ratten
Hintergrund: Welche Bedeutung hat eine bestimmte Region in der Hirnrinde auf die Sexualfunktion bei Ratten?
Tiere: Ratten (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von einer nicht genannten Behörde unter den Nummern G0244/16 und G0193/14 genehmigt. Die 6-8 Wochen alten, weiblichen und männlichen Ratten (Zuchtlinie Wistar) werden von Janvier Labs bezogen. Zur Bestimmung der für die Hauptversuche benötigten Zyklusphase werden bei den weiblichen Ratten täglich Scheidenspülungen durchgeführt. Bei so einer Spülung wird sehr wahrscheinlich ohne Narkose Flüssigkeit in die Scheide gespritzt und anschließend wieder aufgefangen, um die enthaltenen Zellen untersuchen zu können.

Für den eigentlichen Versuch werden die Tiere in Narkose gelegt und der Kopf wird fixiert, indem die Ohren in einem sogenannten stereotaktischen Rahmen festgeschraubt werden. Die Kopfhaut wird aufgeschnitten und über einem bestimmten Hirnareal ein etwa 4 x 4 mm großes Stück Schädelknochen entfernt. Anschließend wird abgewartet, bis die Narkose nur noch schwach wirkt, was der Fall ist, wenn die Tiere ihre Schnurrhaare bewegen. Durch das Loch im Kopf wird eine Elektrode bis in einen bestimmten Hirnbereich vorgeschoben, der für die Verarbeitung von sexuellen Stimuli zuständig ist. Danach wird über die Elektrode dieser Bereich mit elektrischen Impulsen aktiviert und gleichzeitig Körperbewegungen und –reaktionen der Tiere, die für Paarungsverhalten typisch sind, dokumentiert, z.B. Penis-, bzw. Klitorisbewegungen. Sobald das der Fall ist, wird an der Stelle, an der sich die Elektrode zu dem Zeitpunkt im Gehirn befindet, eine Verletzung gesetzt und die Tiere getötet, indem Formaldehyd ins Herz gespritzt wird. Danach werden die Gehirne für feingewebliche Untersuchungen entfernt.

8 Wochen alte weibliche und männliche Ratten werden in dergleichen Weise operiert. Danach bekommen sie eine Flüssigkeit in eine bestimmte Region des Gehirns gespritzt, die der Sichtbarmachung der Signalwege von Nerven dient. Anschließend wird das Schädeldach mit Silikon und Zahnzement wieder verschlossen. 7 Tage nach dem Eingriff werden die Tiere in Narkose gelegt und durch Formaldehydinjektion ins Gehirn getötet. Auch ihre Gehirne werden für feingewebliche Untersuchungen entfernt.

Die Arbeit wurde unterstützt durch die Humboldt-Universität zu Berlin, das Bernstein Center for Computational Neuroscience Berlin, das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und NeuroCure.

Bereich: Hirnforschung

Originaltitel: Physiological and anatomical outputs of rat genital cortex

Autoren: Constanze Lenschow (1,2)*, Michael Brecht (1,3)*

Institute: (1) Bernstein Center for Computational Neuroscience Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Philippstr. 13, Haus 6, 10115 Berlin, (2) Aktuelle Adresse: Champalimaud Centre for the Unknown, Avenida Brasília, Lissabon, Portugal, (3) NeuroCure Exzellenzcluster, Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin

Zeitschrift: Cerebral Cortex 2018; 28: 1472-1486

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5040



Dokument 45Titel: Sensorischer Kontakt zu einem Stressor verhindert Genesung von strukturellen und funktionellen Herzschäden nach psychosozialen Traumata
Hintergrund: Es soll herausgefunden werden, wie posttraumatische Belastungsstörungen und Herzerkrankungen, die oft zusammen auftreten, auf biochemischer Ebene zusammenhängen. Die untersuchten und für diese Erkrankung relevanten Proteine wurden bereits bei Patienten, die diese Erkrankungen aufweisen, identifiziert.
Tiere: 76 Mäuse
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die männlichen Mäuse werden von Charles River, Sulzfeld, erworben. Es handelt sich um eine gängige Zuchtlinie („Experiment“-Mäuse) sowie um eine Zuchtlinie mit größeren und aggressiveren Tieren („Aggressor“-Maus). Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Tübingen (Nr. 1216, 1219, 1195) genehmigt. Nach Ankunft werden alle Mäuse zunächst eine Woche lang einzeln gehalten.

Bei einigen Mäusen wird zunächst unter Narkose ein Herzfrequenzmessgerät in die Bauchhöhle einoperiert, das auch die Bewegungsaktivität misst. Dazu wird der Bauch aufgeschnitten. Zwei Elektroden werden von dem Gerät unter der Haut bis in der Nähe des Schlüsselbeins bzw. der Rippe verlegt. Der Bauch wird wieder zugenäht.

Eine Woche später starten die Experimente. Dies ist der Zeitpunkt „Tag 1“, an dem jeweils 4 „Experiment“-Mäuse 19 Tage lang mit einer „Aggressor“-Maus in einem Käfig gehalten werden. Während dieser Zeit stehen die „Experiment“-Mäuse unter ständigem Stress, da die „Aggressor“-Maus permanent die „Experiment“-Mäuse durch ihr aggressives Verhalten unterdrückt und somit psychosozialer Stress ausgelöst werden soll (rangniedere Kolonie-Haltung). Damit sich die jeweils zusammen gehaltenen Mäuse nicht aneinander gewöhnen, werden die „Experiment“-Mäuse nach 8 und 15 Tagen zu einer neuen, fremden Aggressor-Maus in den Käfig gesetzt, damit das Stresslevel nicht abflaut.

Nach 20 Tagen werden zwei Gruppen mit 14 bzw. 16 Tieren nach CO2-Betäubung geköpft, um Herz, Torso-Blut, Nebennieren, Thymus und Gewebe zu entnehmen, mit denen verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden.

Mit den 31 „Experiment“-Mäusen wird nach 19 Tagen rangniederer Kolonie-Haltung der „Open field / Novel object“-Test (Offenes Feld / neues Objekt) gemacht. Die Maus wird mit einem Objekt in eine Kiste gesetzt und es wird beobachtet, ob sie das Objekt neugierig beschnuppert oder sich eher ängstlich an den Wänden aufhält. Am nächsten Tag nach diesem Test werden 8 der „Experiment“-Mäuse in einen Käfig gesetzt, in dem sie durch eine Plexiglasscheibe von der „Aggressor“-Maus getrennt sind, diese aber sehen, riechen und hören können. Bei einer weiteren Gruppe von 8 Tieren erfolgt die Trennung mit einer undurchsichtigen Trennscheibe, so dass sie die „Aggressor“-Maus riechen und hören, aber nicht sehen können. Die letzte Gruppe von 9 Tieren wird einzeln gehalten ohne jeglichen Kontakt zu einer „Aggressor“-Maus.

In dieser Zeit, also ab Tag 20, wird die Herzfrequenz aller „Experiment“-Mäuse aufgezeichnet, bis sie an Tag 49 dem SPAT (Soziale Präferenz und Vermeidungstest) unterzogen werden. Dazu werden die „Experiment“-Mäuse in eine Kiste mit einem Drahtkäfig mit einer unbekannten „Aggressor“-Maus gesetzt. Die Bewegungen der „Experiment“-Maus werden aufgezeichnet und ausgewertet. Langes Verweilen weit ab vom Käfig in den Ecken soll auch hier ein Zeichen für soziale Ängste sein. An Tag 50 werden auch diese Mäuse nach CO2-Betäubung geköpft, um Herz, Torso-Blut, Gehirn, Nebennieren, Thymus und Gewebe zu entnehmen, mit denen verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden.

Die Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

Bereich: Stressforschung, Psychologie, Psychiatrie, Verhaltensforschung

Originaltitel: Sensory contact to the stressor prevents recovery from structural and functional heart damage following psychosocial trauma

Autoren: Sandra Foertsch (1), Ina Lackner (2), Birte Weber (1), Andrea M. Füchsl (1), Dominik Langgartner (1), Eva Wirkert (1), Sebastian Peters (3), Giorgio Fois (4), Jochen Pressmar (2), Jörg M. Fegert (5), Manfred Frick (4), Harald Gündel (6), Miriam Kalbitz (2), Stefan O. Reber (1)*

Institute: (1) Sektion Molekulare Psychosomatik, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsklinikum Ulm, Albert-Einstein-Alle 23, 89081 Ulm, (2) Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Ulm, (3) Klinik und Poliklinik für Neurologie, Universitätsklinikum Regensburg, Regensburg, (4) Institut für Allgemeine Physiologie, Universität Ulm, Ulm, (5) Kinder- und Jugendpsychiatrie / Psychotherapie, Universitätsklinikum Ulm, Ulm, (6) Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsklinikum Ulm, Ulm

Zeitschrift: Brain, Behavior, and Immunity 2019; 80: 667-677

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5039



Dokument 46Titel: Die Nervenfelder über der harten Hirnhaut im Bereich der Sehrinde besitzen hohe funktionelle Spezifität bei Einzelprozessen
Hintergrund: Es soll herausgefunden werden, ob Nervensignale, die über die harte Hirnhaut aufgenommen werden, ähnlich gute Aussagekraft gegenüber denen haben, die von Elektroden unter der Hirnhaut gemessen werden.
Tiere: 3 Affen (Rhesusaffen)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Es werden 3 männliche Rhesusaffen im Alter von 13, 11 und 11 Jahren ungenannter Herkunft verwendet. Betont wird, dass die Affen an die Laborprozesse gewöhnt sind und bereits bei vielen anderen Projekten eingesetzt wurden.

Unter Narkose wird eine aus Acrylzement geformte Kappe mit Schrauben auf dem Schädel der Affen verankert. Die Kappe dient als Halter für einen Stecker und einen Kopfhalter. Nach der Operation werden die Affen „trainiert“ bestimmte Verhaltensweisen auszuführen. Es wird nicht erwähnt, aber üblicherweise werden die Affen für die Experimente in einem sogenannten Primatenstuhl fixiert, in dem ihr Kopf mit Hilfe des Haltebolzens über die gesamte Zeit eines Versuchs bewegungsunfähig gehalten wird.

Die Affen müssen mit den Augen einen Punkt auf einem Monitor anstarren und einen Schalter drücken. Dann erscheint an variablen Stellen des Bildschirms ein sich bewegender Balken. Der Affe darf den Blick nicht von dem Punkt wegbewegen. Verschwindet der Balken, muss das Tier den Schalter loslassen. In einem weiteren Versuch muss der Affe einen Punkt fixieren, während auf dem Bildschirm bunte Buchstaben erscheinen. Verdunkelt sich der Punkt, muss der Affe den Schalter loslassen. Die Augenbewegungen werden mit einem Video-Okulargerät aufgezeichnet, einer Art großen Brille, die die Bewegungen des Auges verfolgt.

Erwähnt wird, dass die Affen bei Ausführung der gewünschten Verhaltens Wasser oder verdünnten Fruchtsaft erhalten. Nicht erwähnt wird, dass üblicherweise die Affen über einen gewissen Zeitraum vor den Experimenten nichts zu trinken erhalten, damit sie genügend durstig sind, um die Aufgaben nach Willen der Forscher zu erfüllen.

Haben die Tiere die Aufgabe gelernt, erfolgt in einer zweiten Operation eine Schädelöffnung am Hinterkopf mit einem Ultraschallschneider. Es wird ein Stück Schädelknochen herausgeschnitten und ein Elektroden-Array (Platte mit mehreren Elektroden) wird auf die harte Hirnhaut aufgebracht, ohne sie zu durchdringen. Ein Kabel führt von den Elektroden durch ein gebohrtes Loch durch die Schädeldecke zu der Kappe. Das Schädelknochenstück wird wieder eingesetzt und mit eine Titanplatte, Knochenzement und Knochenschrauben fixiert. Ein Rahmen wird zudem in der Schädeldecke verankert, welcher als Halterung für eine Schutzhülle für den Stecker dient. Zudem werden an der Stirnseite Gegenelektroden in nicht näher beschriebener Weise implantiert.

Der eine Affe kann sich 2, der andere 5 und der dritte Affe 18 Wochen erholen, bevor sie für die Experimente eingesetzt werden. Die Affen müssen die antrainierten Verhaltensweisen ausführen, während über die auf der harten Hirnhaut liegenden Elektroden Nervenströme gemessen werden. Die Daten werden in verschiedenen Sitzungen über einen Zeitraum von bis zu mehreren Wochen gesammelt. Was danach mit den Affen passiert, ist nicht beschrieben.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, der Zentralen Forschungsförderung und der Creative Unit I-SEE der Universität Bremen sowie einem Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert.

Bereich: Hirnforschung, Neurophysiologie

Originaltitel: Visual epidural field potentials possess high functional specificity in single trials

Autoren: Benjamin Fischer (1*), Andreas Schander (2), Andreas K. Kreiter (1), Walter Lang (2), Detlef Wegener (1)*

Institute: (1) Institut für Hirnforschung, Zentrum für Kognitionswissenschaften, Universität Bremen, Hochschulring 16a, 28359 Bremen, (2) Institut für Mikrosensoren, -aktoren und -systeme (IMSAS), Universität Bremen, Bremen

Zeitschrift: bioRxiv; 2019; 122(4): 1634-1648

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5038



Dokument 47Titel: Erhöhte Aktivität der Pyramidenzellen im infralimbischen Kortex steuert das Angstverhalten
Hintergrund: Untersucht wird, wie die Erregung bestimmter Nervenzellen im Gehirn eine Angstreaktion auslösen kann.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW genehmigt. Genmanipulierte Mäuse, die unterschiedliche genetische Veränderungen aufweisen, werden vom Jackson Laboratory (Bar Habour, Maine, USA), der University of California, San Francisco, USA, sowie vom Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin (Göttingen), bezogen.

3-6 Monate alte, gentechnisch veränderte Mäuse werden mit einem Narkosemittel betäubt. Mittels einer Glaspipette wird ein Gemisch in verschiedene Hirnbereiche gespritzt, welches dazu führt, dass die Nervenzellen erregt werden, wenn diese mit Licht bestrahlt werden. Über einem Bohrloch wird ein Keramikring in die Schädeldecke über den zu untersuchenden Gehirnbereich eingesetzt, durch den ein (Licht leitendes) Fiberglasstück gesteckt wird, welches mit dem Keramikring verbunden ist. An diesen Ring kann ein Glasfaserkabel angeschlossen werden, welches den Lichtreiz in die betreffenden Gehirnregionen leitet. Nach dieser Operation wird den Mäusen ein Schmerzmittel gespritzt, sie werden von da ab in Einzelkäfigen gehalten. Ein Mittel, welches die Nervenaktivität anfärbt, wird ein paar Tage vor den Verhaltensexperimenten mittels einer Glaspipette direkt in 3 Gehirnregionen gespritzt.

Dann werden die Mäuse 3 Angst-/Stresstests unterzogen und ihr Verhalten dokumentiert. Eine Maus wird auf ein erhöhtes Labyrinth („Elevated Plus Maze“) gesetzt, in dem sich geschlossene und offene Bereiche befinden. Mäuse fürchten sich von Natur aus vor offenen Flächen - je mehr Zeit ein Tier in den „sicheren“, geschlossenen Bereichen verbringt, als desto ängstlicher gilt es. Vor dem Versuch wird das Schädel-Gehirn-Implantat mit einem Glasfaserkabel verbunden und die Gehirnzellen mit Licht aktiviert. So soll untersucht werden, ob die Aktivität bestimmter Nervenzellen einen angsterhöhenden oder angsterniedrigenden Effekt hat. Hier müssen 42% der Mäuse von den Ergebnissen ausgeschlossen werden, da diese wiederholt von den offenen Stellen des Versuchsaufbaus herunterfallen.

Beim Open-Field-Test wird das Tier in eine Kiste mit einer hell erleuchteten Fläche gesetzt. Je länger es sich an den umgebenden „sicheren“ Wänden aufhält, als desto ängstlicher gilt es. Auch hier werden Lichtreize durch das Schädelimplantat in das Gehirn geleitet. Für den „Novelty-suppressed-feeding“-Test müssen die Mäuse für 24 Stunden hungern. Das Schädel-Implantat wird mittels Glasfaserkabel verbunden und die Maus in das Feld gesetzt, in dessen Mitte ein Futterpellet liegt. Je früher sich die Maus in die „ungeschützte“ Mitte des Kreises wagt und zu fressen anfängt, als umso weniger ängstlich gilt sie.

90 Minuten nach Beendigung der Verhaltensexperimente werden die Mäuse mittels einer gespritzten Überdosis Narkosemittel getötet und die Gehirne für Analysen entnommen.

Die Studie wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Bereich: Angstverhaltensforschung, Hirnforschung, Neurophysiologie

Originaltitel: Enhanced activity of pyramidal neurons in the infralimbic cortex drives anxiety behaviour

Autoren: Laura Berg (1), Josephine Eckardt (2), Olivia Andrea Masseck (1,3)*

Institute: (1) Hochauflösende Fluoreszenzmikroskopie, Fakultät für Biologie und Biotechnologie, Universitätsstr. 150, Gebäude ND, Ruhr-Universität Bochum, 44801Bochum, (2) Abteilung für Systemische Neurowissenschaften, Ruhr-Universität Bochum, Bochum, (3) Synthetische Biologie, Universität Bremen, Bremen

Zeitschrift: PLOS ONE; 2019; e0210949

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5037



Dokument 48Titel: Aufgabenspezifische, dimensionsbasierte Aufmerksamkeitsgestaltung von Bewegungsrichtungs-Prozessen im Mediotemporallappen von Affen
Hintergrund: Es soll herausgefunden werden, ob die Nervenaktivität in einem bestimmten Hirnbereich erhöht ist, wenn die Aufmerksamkeit auf die Wahrnehmung einer Bewegung konzentriert ist.
Tiere: 2 Affen (Rhesusaffen)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Zwei männliche Rhesusaffen, deren Herkunft nicht beschrieben ist, werden zunächst „trainiert“, bis sie die Experimente kennen und korrekt ausführen. Danach wird unter Narkose eine Vorrichtung als Kopfhalter sowie eine Elektrodenkammer auf dem Schädel implantiert. Diese werden mit Knochen- und Zahnzement sowie Schrauben auf dem Schädelknochen fixiert. Die Elektrodenkammer wird über ein Bohrloch im Schädelknochen über einer bestimmten Hirnregion montiert, von der aus Elektroden in das Gehirngewebe eingeführt werden können. Die Affen können sich 6 Wochen erholen, bevor sie für die Experimente eingesetzt werden.

Die Augenbewegungen werden mit einem nicht näher beschriebenen Blickerfassung-Gerät aufgezeichnet. Für die Experimente werden die Affen in einem sogenannten Primatenstuhl fixiert, in dem ihr Kopf mit Hilfe des Haltebolzens über die gesamte Zeit eines Versuchs bewegungsunfähig gehalten wird.

Die Affen müssen mit den Augen einen Punkt auf einem Bildschirm anstarren und einen Schalter drücken, wenn sie eine Veränderung in der Geschwindigkeit oder Farbveränderung des Punktes erkennen. Dabei dürfen sie sich nicht von anderen auf dem Bildschirm auftretenden Ereignissen ablenken lassen.

Nicht erwähnt wird das System, mit dem die Affen dazu gebracht werden, bei dem Versuch „mitzuarbeiten“: üblicherweise erhalten diese über einen gewissen Zeitraum vor den Experimenten nichts zu trinken und während der Versuche bei einer gewünschten Durchführung einer Verhaltensweise ein paar Tropfen Wasser verabreicht. Haben die Affen die Aufgaben gelernt, werden durch die implantierte Kammer Elektroden in das Hirngewebe eingelassen, um Nervenaktivitäten in einem bestimmten Bereich zu messen. Was danach mit den Affen passiert, wird nicht beschrieben.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, zwei zentrale Forschungsförderung-Zuwendungen der Universität Bremen sowie einem Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert.

Bereich: Hirnforschung, Neurophysiologie

Originaltitel: Task-specific, dimension-based attentional shaping of motion processing in monkey area MT

Autoren: Bastian Schledde, F. Orlando Galashan, Magdalena Przybyla, Andreas K. Kreiter, Detlef Wegener*

Institute: Institut für Hirnforschung, Zentrum für Kognitionswissenschaften, Universität Bremen, Hochschulring 16a, 28359 Bremen

Zeitschrift: Journal of Neurophysiology; 2017; 118(3): 1542-1555

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5036



Dokument 49Titel: Durch kleine Moleküle vermittelter chemischer Abbau von MuRF1/MuRF2 und Abschwächung der Funktionsstörung des Zwerchfells bei chronischem Herzversagen
Hintergrund: Die Wirksamkeit einer Substanz gegen Funktionsstörungen des Zwerchfells nach einem Herzinfarkt bei Menschen wird an Mäusen mit abgebundenen Herzkranzgefäßen erprobt.
Tiere: 85 Mäuse
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden durch die Landesbehörde Sachsen (TVV 36/15) genehmigt. Da die Universität Leipzig auch als genehmigende Behörde angegeben ist, ist es zu vermuten, dass die Versuche in Leipzig durchgeführt wurden.

Es werden 85 weibliche Mäuse im Alter von 12 Wochen verwendet. Die Herkunft der Tiere ist nicht erwähnt. Unter Narkose wird bei den Mäusen der Brustkorb aufgeschnitten, um das Herz freizulegen. Bei 70 Mäusen wird ein Herzkranzgefäß, das einen Teil des Herzens mit Blut versorgt, abgebunden, sodass kein Blut mehr hindurchfließen kann, um so einen Herzinfarkt nachzubilden. 15 Mäuse dienen als Kontrolle. Ihr Brustkorb wird aufgeschnitten, aber die Blutgefäße werden nicht abgebunden.

Eine Woche nach dem operativen Eingriff wird bei den Mäusen unter Narkose eine Herz-Ultraschall-Untersuchung durchgeführt. Bei 23 der 70 Tiere, deren Blutgefäßen abgebunden wurden, beobachtet man eine mehr als 80 %ige Reduktion der normalen Herzfunktion. Herz und Lunge sind vergrößert. Nur diese Tiere (Herzinfarkt Gruppe) und die 15 Kontrolltiere werden weiter analysiert. Das Schicksal der restlichen 47 Mäuse wird nicht erwähnt. In den nächsten 9 Wochen bekommen die Kontrolltiere und 11 Tiere der Herzinfarkt-Gruppe normales Futter. Die restliche 12 Mäuse der Herzinfarkt-Gruppe bekommen in dieser Zeit eine Testsubstanz in ihr Futter. Am Ende der neunten Woche werden die Tiere wieder in Narkose gelegt und ihre Herzfunktion wird analysiert. Danach werden die Mäuse auf unbekannte Weise getötet und ihre Herzen und Zwerchfelle für weiteren Analysen entnommen.

Diese Arbeit wurde von der Fondation Leducq, der EU Initiative Horizon 2020, AFBS (A Foundation for Building Strength) und der Wilhelm-Müller-Stiftung Mannheim finanziell unterstützt.

Bereich: Herz-Kreislauf-Forschung, Herz-Kreislauf-Chirurgie, Pharmakologie

Originaltitel: Small-molecule-mediated chemical knock-down of MuRF1/MuRF2 and attenuation of diaphragm dysfunction in chronic heart failure

Autoren: Volker Adams (1)*, T. Scott Bowen (2), Sarah Werner (3), Peggy Barthel (1), Christina Amberger (3), Anne Konzer (4,5), Johannes Graumann (4,5), Peter Sehr (6), Joe Lewis (6), Jan Provaznik (6), Vladimir Benes (6), Petra Büttner (3), Alexander Gasch (7), Norman Mangner (1), Christian C. Witt (7), Dittmar Labeit (7,8) Axel Linke (1), Siegfried Labeit (7,8)

Institute: (1) Labor für experimentelle und molekulare Kardiologie, Technische Universität Dresden, Herzzentrum Dresden, Fetscherstr. 74, 01307 Dresden, (2) School of Biomedical Sciences, University of Leeds, Leeds, UK, (3) Klinik und Poliklinik für Kardiologie, Universitätsklinikum Leipzig, Herzzentrum Leipzig, Leipzig, (4) Scientific Service Group Biomolecular Mass Spectrometry, Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung, Bad Nauheim, (5) Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), Standort RheinMain, Rhein-Main, (6) European Molecular Biology Laboratory, Heidelberg, (7) Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, Heidelberg, (8) Myomedix GmbH, Neckargemünd

Zeitschrift: Journal of Cachexia, Sarcopenia and Muscle 2019; 10(5): 1102-1115

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5035



Dokument 50Titel: Renin-Zellen mit defektem Gsa/cAMP-Signal tragen zur Schädigung des Nierenendothels bei
Hintergrund: Es wird an Mäusen untersucht, ob die künstliche Entfernung von wichtigen Signalmolekülen und Hormonen in den Nieren zu Nierenschädigungen führt.
Tiere: 27 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden durch die Landesdirektion Sachsen genehmigt. Ein Teil der Tiere stammt aus institutseigener Zucht und ein Teil wird von der Versuchstierzucht Jackson Laboratory (unerwähnter Standort) bezogen. Die Tiere werden gentechnisch verändert, sodass sie bestimmte Nierenzellen oder ein wichtiges Protein in der Niere nicht produzieren können. Die 8 bis 12 Wochen alte Mäuse bekommen erst für 18 Tage im Wasser und dann noch ca. 2,5 Monate mit dem Futter ein Antibiotikum, das die Wirkung der genetischen Veränderungen stimuliert. Einen Monat nach Beginn des Experiments (der erste Tag der Antibiotikagabe) wird unter Narkose eine Niere operativ entfernt. Dazu wird die Flanke der Mäuse aufgeschnitten. Zwei Monate nach der Operation wird eine Spritze in das Herz der Tiere gestochen, um Blut zu entnehmen, gleichzeitig wird eine Kochsalzlösung in ihr Herzen injiziert, das die Tiere tötet.

Diese Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Graduiertenakademie der TU Dresden finanziell gefördert.

Bereich: Nierenforschung, Nierenphysiologie

Originaltitel: Renin cells with defective Gsa/cAMP signaling contribute to renal endothelial damage

Autoren: Anne Steglich (1), Friederike Kessel (1), Linda Hickmann (1), Michael Gerlach (1, 2), Peter Lachmann (1, 3), Florian Gembardt (1), Mathias Lesche (4), Andreas Dahl (4), Anna Federlein (5), Frank Schweda (5), Christian P. M. Hugo (1), Vladimir T. Todorov (1)*

Institute: (1) Abteilung für Nephrologie/Dialyse, Medizinische Klinik und Poliklinik III, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Fetscherstr. 74, 01307 Dresden, (2) Core Facility Cellular Imaging (CFCI), Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Dresden, (3) Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Dresden, (4) Dresden-concept Genome Center, Center for Molecular and Cellular Bioengineering (CMCB), Technische Universität Dresden, Dresden, (5) Institut für Physiologie, Universität Regensburg, Regensburg

Zeitschrift: Pflügers Archiv - European Journal of Physiology 2019; 471(9): 1205-1217

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5034



Dokument 51Titel: Bewertung von topografisch und chemisch modifizierten TiAl6V4-Implantatoberflächen in einem gewichtsbelasteten intramedullären Femurmodell bei Kaninchen
Hintergrund: Drei verschiedene Beschichtungen von Knochen-Titanimplantaten werden an Kaninchen getestet.
Tiere: 54 Kaninchen (Weiße Neuseelandkaninchen)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Tierversuche werden von einer Behörde unter der Nummer 24-9168.11-1/2010-32 genehmigt.

Es werden 54 männliche Kaninchen im Alter von 12 Wochen aus der Versuchstierzucht Charles River Laboratories, Sulzfeld, verwendet. Den Kaninchen werden unter Narkose Haut und Muskeln am Knie aufgeschnitten und ein Loch wird vom Knie aus in den Oberschenkelknochen gebohrt. Durch diesen wird ein Metalldraht in die Markhöhle des Oberschenkelknochens getrieben. Das Loch wird nun mithilfe eines langen Bohrers auf 4,5 mm Durchmesser erweitert. Die Kaninchen werden in drei Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe erhält ein zylindrisches Titanimplantat mit unterschiedlicher Beschichtung in das Loch gesteckt. Die Wunde wird verschlossen und ein Röntgenbild von der operierten Stelle gemacht. Nach 3, 6 oder 12 Wochen werden jeweils einige Kaninchen unter Narkose mit einem Gift getötet. Ihre Oberschenkelknochen werden für weiteren Analysen entnommen.

Diese Arbeit wurde von Waldemar Link GmbH & Co KG finanziell unterstützt.

Bereich: Biomaterial-Forschung, Knochenchirurgie

Originaltitel: Evaluation of topographical and chemical modified TiAl6V4 implant surfaces in a weight-bearing intramedullary femur model in rabbit

Autoren: Henriette Bretschneider (1, 2), Jan Mettelsiefen (1), Claudia Rentsch (1, 2), Michael Gelinsky (2), Helmut D. Link (3), Klaus-Peter Günther (1), Anja Lode (2)*, Christine Hofbauer (1)

Institute: (1) UniversitätsCentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Dresden, (2) Zentrum für translationale Knochen-, Gelenk- Und Weichgewebeforschung, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Fetscherstr. 74, 01307 Dresden, (3) Waldemar Link GmbH & Co. KG, Hamburg

Zeitschrift: Journal of Biomedical Materials Research 2019; DOI: 10.1002/jbm.b.34463

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5033



Dokument 52Titel: 3D-geplottete zweiphasige Knochengerüste zur Bestimmung des Wachstumsfaktors: Biologische Charakterisierung in vitro und in vivo
Hintergrund: Um die Eignung von 3 Materialien als Füllung bei Knochenschäden zu vergleichen, werden diese an Ratten getestet.
Tiere: 12 Ratten
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Tierversuche werden von der zuständigen Behörde (Land Sachsen, TVV 2014/25) genehmigt.

Es werden 12 männliche Wistar-Ratten benutzt, die aus der Versuchstierzucht Janvier Inc., Frankreich, stammen. Den Tieren wird unter Narkose das Fell vom rechten Hinterbein rasiert und es wird ein 3 cm langer Schnitt in die Haut gemacht. Die Schenkelmuskeln werden zur Seite präpariert, um den Oberschenkelknochen freizulegen. Eine Metallplatte mit 5 Löchern wird mithilfe von vier 6 mm langen Schrauben an den Knochen geschraubt. In der Mitte der Platte wird durch das 5. Loch ein 5 mm tiefes Loch in den Knochen gebohrt. Die Ratten werden in 3 Gruppen eingeteilt und jede Gruppe erhält in dieses Knochenloch eine Füllung aus unterschiedlichen Materialien. Danach werden die Muskeln und die Haut zugenäht. Bei 4 Tieren misslingt die Fixierung durch die Metallplatte und sie werden 4 oder 8 Wochen nach der Operation getötet. Die restlichen Tiere werden 12 Wochen nach der Operation betäubt und durch Kohlendioxid-Begasung getötet und ihre Oberschenkelknochen werden für weitere Analysen entnommen.

Diese Arbeit wurde vom Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, Sachsen (4-7531.60/29/24) und von der „Support the best“ Maßnahme der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder finanziell unterstützt.

Bereich: Biomaterial-Forschung

Originaltitel: 3D plotted biphasic bone scaffolds for growth factor delivery: biological characterization in vitro and in vivo

Autoren: Tilman Ahlfeld (1), Felix Paul Schuster (1), Yvonne Förster (1,2), Mandy Quade (1), Ashwini R. Akkineni (1), Claudia Rentsch (1,2), Stefan Rammelt (2), Michael Gelinsky (1)*, Anja Lode (1)*

Institute: (1) Zentrum für translationale Knochen-, Gelenk- und Weichgewebeforschung, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Fetscherstr. 74, 01307 Dresden, (2) UniversitätsCentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Dresden

Zeitschrift: Advanced Healthcare Materials 2019; 8(7): e1801512

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5032



Dokument 53Titel: Lerndefizite bei Ratten, die den Dopamin-Transporter überexprimieren
Hintergrund: Die Auswirkungen eines gestörten Dopaminspiegels auf das Gedächtnis und die Hirnanatomie werden an Ratten untersucht. Dabei ist seit langem bekannt, dass Dopaminstörungen zu Lern- und Gedächtnisstörungen bei Menschen führen.
Tiere: 27 Ratten
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden durch das Land Sachsen genehmigt und an der Technische Universität Dresden durchgeführt. Es werden normale und gentechnisch veränderte Ratten verwendet, die ein Protein in unnatürlich großen Mengen produzieren, das den Neurotransmitter Dopamin in die Zellen transportiert. Die Tiere stammen aus institutseigener Zucht. Im Alter von ca. 2,5 Monaten werden die Ratten 3 Mal (alle 6 Stunden) mit einer Substanz gespritzt, die neu gebildete Zellen markiert. 4 bis 6 Wochen danach werden die Tiere einzeln 6 Verhaltensversuchen ausgesetzt.

1. Morris-Wasserlabyrinth: Eine Ratte wird in einen großen Pool gesetzt, indem sich eine kleine Plattform 1 cm unter dem Wasserspiegel befindet. Das Wasser wird durch einen Farbstoff weiß gefärbt, damit die Tiere die Plattform nicht sehen können. Die Ratte muss schwimmen, bis sie die Plattform gefunden hat. Nach 5 Sekunden wird sie wieder ins Wasser gesetzt. Das Ganze wiederholt sich 4 Mal pro Tag, je von einer anderen Ecke des Pools, für insgesamt 4 Tage. Am fünften Tag wird die Plattform entfernt und die Tiere suchen sie 60 Sekunden lang. Schwimmt die Ratte verstärkt an der Stelle, an der sich vorher die Plattform befunden hat, wird das als gute Gedächtnisleistung gewertet.

2. Umgekehrte Diskriminierung: Dabei wird das Gedächtnis ähnlich wie beim Morris Wasserlabyrinth in einem T-förmigen Pool getestet. Die Ratten müssen nach einer Plattform suchen, die sich unter dem Wasserspiegel entweder im linken oder im rechten Arm des Pools befindet.

3. Radial Maze: Zwei Tage vor dem Versuch bekommen die Tiere weniger Futter, sodass sie bis zu 20 % des Körpergewichts verlieren. An den ersten 3 Versuchstagen wird eine Ratte in der Mitte einer Plattform mit 8 Armen platziert, am Ende von jedem gibt es einen Schoko-Chip. An den Tagen 4 bis 8 sind nur in 3 der Arme Schoko-Chips versteckt. Die Suchstrategie jeder Ratte wird 10 Minuten beobachtet.

4. Test im freien Gelände: Eine Ratte wird in der Mitte eines Kastens gesetzt und 10 Minuten lang beobachtet. Da Ratten Angst vor offenen Fläche haben, gleichzeitig aber gerne neue Gelände erkunden, wird registriert, wie viel Zeit sie neben den Wänden (was auf Angst hindeuten soll) und wie viel Zeit sie eher im Zentrum des Kastens verbringen (was auf Neugier hindeuten soll).

5. Erkennen von neuen Objekten: Eine Ratte wird in einen Kasten mit 2 Objekten verschiedener Form und Farbe gesetzt. Das Tier kann den Kasten und die Objekte 5 Minuten erkunden. Am nächsten Tag wird ein Objekt durch ein neues ersetzt. Es wird registriert, wie lange sich das Tier mit dem Objekt beschäftigt.

6. Zuckerkonsum-Test: Die Ratten werden 30 Minuten lang in einen Käfig gesetzt, indem sich eine Flasche mit gesüßter Kondensmilch befindet. Dann bekommen die Tiere für 24 Stunden eine reduzierte Futtermenge. Am Tag darauf werden die Tiere wieder in den Käfig mit der Kondensmilch gesetzt und es wird registriert, wie viel Kondensmilch jedes Tier zu sich nimmt.

Nachdem die Ratten alle Versuche durchlaufen haben, werden sie durch Injektion von Formaldehyd ins Herz getötet. Ihre Gehirne werden für weitere Analysen entnommen.

Diese Arbeit wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziell unterstützt.

Bereich: Neurologie, Hormonforschung, Verhaltensforschung

Originaltitel: Learning deficits in rats overexpressing the dopamine transporter

Autoren: Nadine Bernhardt (1), Maike K. Lieser (1), Elizabeth-Barroeta Hlusicka (1,2), Bettina Habelt (1,2), Franziska Wieske (1,2), Henriette Edemann-Callesen (1,2,3), Alexander Garthe (4), Christine Winter (1,2)*

Institute: (1) Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Fetscherstr. 74, 01307 Dresden, (2) Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Charité Mitte, Charitéplatz 1, 10117 Berlin, (3) International Graduate Program Medical Neurosciences, Charité Universitätsmedizin Berlin, Berlin, (4) Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, Dresden

Zeitschrift: Scientific Reports 2018; 8: 14173. DOI: 10.1038/s41598-018-32608-7

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5031



Dokument 54Titel: Verschluss von Knochendefekten unkritischer Größe mit Knochenstaub oder Knochenersatzmaterial (bioaktives Glas S53P4)
Hintergrund: Die Wirksamkeit von zwei Substanzen, die das Knochenwachstum nach Verletzungen stimulieren sollen, wird bei Schafen untersucht und verglichen.
Tiere: 13 Schafe (Merinoschafe)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von dem Regierungspräsidium Dresden (Aktenzeichen: 24 (D)-9168.11–1/2013–17) genehmigt.

Es werden dreizehn 7 Jahre alte weibliche Merinoschafe verwendet. Die Tiere stammen von einem lokalen Züchter (Theinert, Canitz). Die Tiere werden im Tierexperimentellen Zentrum Dresden unterbracht. Am Tag des operativen Eingriffs werden die Tiere in Narkose gelegt, ihre Köpfe werden geschoren, und die Haut und darunterliegendes Gewebe aufgeschnitten, um den Schädel freizulegen. In den Schädel werden drei kreisförmige Löcher mit einem Durchmesser von 10 mm und einer Tiefe von 4 mm gebohrt. Das erste Loch wird leer gelassen, das zweite wird mit Knochenstaub aus dem Schädelknochen des jeweiligen Tieres und das dritte mit bioaktivem Glasgranulat gefüllt. Eine Silikonplatte wird auf dem Schädel gelegt und die Haut darüber zugenäht. Zwei Wochen nach der Operation wird den Schafen eine Substanz, die neu gebildeten Knochen markiert, an mehreren Stellen des Rückens gespritzt. Drei Wochen nach dem operativen Eingriff werden die Tiere unter Narkose durch Injektion eines Tötungsmittels getötet, ihre Schädel werden für weitere Analysen entnommen.

Bereich: Knochenchirurgie, Biomaterial-Forschung

Originaltitel: The obliteration of noncritical size bone defects with bone dust or bone replacement material (bioactive glass S53P4)

Autoren: Anne Kluge (1), Marcus Neudert (1), Christiane Kunert-Keil (1), Susen Lailach (1), Thomas Zahnert (1), Max Kemper (1)*

Institute: (1) Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, Technische Universität Dresden, Fetscherstr. 74, 01307 Dresden

Zeitschrift: Otology & Neurotology 2019; 40(4): e415–e423

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5030



Dokument 55Titel: Lokalisation exogener mesenchymaler Stammzellen in einem Schweinemodell für Lungentransplantation
Hintergrund: Es soll an Schweinen untersucht werden, ob der Einsatz mesenchymaler Stammzellen sich bei einer Lungentransplantation positiv auswirkt. Hierzu gibt es bereits fortgeschrittene Studien am Menschen, wie die Autoren selbst beschreiben.
Tiere: 8 Schweine
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Woher die Tiere stammen, wird nicht erwähnt. Für die Lungentransplantationsversuche werden 4 „Spender-Schweine“ und 4 „Empfänger-Schweine“ eingesetzt. Die Spender-Schweine werden vor dem Versuch medikamentös behandelt, dann betäubt und künstlich beatmet. Es wird ein Herzflimmern erzeugt, woran die Tiere sterben, anschließend werden sie noch 3 Stunden lang weiter künstlich beatmet (solange ihre Körper noch warm sind). 10 Minuten vor Ende der künstlichen Beatmung werden den Tieren MSCs (mesenchymale Stammzellen), die menschlichen Patienten aus dem Brustbein entnommen wurden, auf zwei verschiede Arten verabreicht: Als Infusion in die Blutbahn oder per Inhalation als Aerosol über die künstliche Beatmung.

Die Lungen der Spender-Schweine werden mit einer Lösung gespült und verbleiben bis zur Transplantation weitere 3 Stunden in den toten Tieren. Währenddessen werden die Empfänger-Schweine für die anstehende Transplantation vorbereitet. Unter Betäubung wird der Brustkorb geöffnet und der linke Lungenflügel entfernt. Die linken Spenderlungen werden in die Empfänger-Schweine transplantiert. Die Schweine werden noch 4 Stunden am Leben erhalten und dann getötet. Die Lungen werden entnommen und untersucht.

Die Studie wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.

Bereich: Transplantationsmedizin, Lungenforschung

Originaltitel: Localization of exogenous mesenchymal stem cells in a pig model of lung transplantation

Autoren: Tanja Piatkowski (1), Christina Brandenberger (1,2), Parwis Rahmanian (3), Yeong-Hoon Choi (3), Mohamed Zeriouh (3), Anton Sabashnikov (3), Thorsten Wittwer (3), Thorsten C. W. Wahlers (3), Matthias Ochs (1,2,4), Christian Mühlfeld (1,2,4)*

Institute: (1)* Institut für Funktionelle und Angewandte Anatomie, Medizinische Hochschule Hannover, Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover, (2) Exzellenzcluster REBIRTH (Von Regenerativer Biologie zu Rekonstruktiver Therapie), Hannover, (3) Klinik und Poliklinik für Herz- und Thoraxchirurgie, Herzzentrum, Universität zu Köln, Köln, (4) Biomedical Research in Endstage and Obstructive Lung Disease Hannover (BREATH), Mitglied des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL), Hannover

Zeitschrift: The Thoracic and Cardiovascular Surgeon 2018; 66(1): 63-70

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5029



Dokument 56Titel: Erythropoietin begünstigt Netzwerkbildung von transplantierten Fettgewebe-abstammenden mikrovaskulären Fragmenten
Hintergrund: Beim Tissue Engineering, also der Bildung von Gewebe im Reagenzglas ist es wichtig, dass Blutgefäße einwachsen. Hier soll untersucht, ob das Hormon Erythropoietin eine positive Auswirkung auf die Neubildung von Blutgefäßen hat, die über Fettgewebe Mäusen implantiert werden.
Tiere: 57 Mäuse
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Verbraucherschutz, Abteilung C Lebensmittel- und Veterinärwesen, Saarbrücken, genehmigt (Referenznummer 08/2015). Die Mäuse stammen aus der hausinternen Zucht des Instituts für Klinisch-Experimentelle Chirurgie der Universität des Saarlandes. Es werden sowohl Wildtyp-Mäuse (genetisch nicht verändert) eingesetzt, als auch gentechnisch veränderte Mäuse, deren Zellen über grüne Fluoreszenz sichtbar gemacht werden können. Alle Mäuse werden einzeln in Käfigen gehalten (Mäuse sind hochsoziale Rudeltiere).

Um Fettgewebe zu gewinnen, werden 12 Mäuse im Alter von 11 Wochen unter Narkose getötet. Aus den Fettzellen werden die feinen Blutgefäße isoliert und ein Teil davon mit Erythropoietin kultiviert. Erythropoietin ist ein körpereigenes Hormon, dessen Wirkung auf die Blutgefäße hier untersucht werden soll.

24 Mäuse werden Rückenhautkammern implantiert. Rückenhautkammern werden seit langem in Tierversuchen verwendet, um Veränderungen in der Blutgefäßbildung (Vaskularisierung) über Tage oder Wochen hinweg im lebenden Tier zu beobachten. Die Maus wird betäubt und die Kammer chirurgisch implantiert. Dabei wird die Rückenhaut gespannt und zwischen 2 Metallrahmen fixiert, die anschließend fest zusammengeschraubt werden - hierzu werden Löcher in die Haut der Maus geschnitten. In der Mitte der Metallrahmen befindet sich ein durchsichtiges Beobachtungsfenster, durch das man die Blutgefäße der Maus durch die extrem gespannte Haut beobachten kann. Im Bereich des Beobachtungfensters werden dem Tier Unterhautgewebe und Muskelschichten herausgeschnitten. Die Kammer wird mit Flüssigkeit gefüllt.

48 Stunden nach dem schweren operativen Eingriff werden die Mäuse in 3 Gruppen eingeteilt: Bei einer Gruppe werden mit Erythropoietin kultivierte Blutgefäße in die Rückenhautkammer eingebracht, bei der zweiten Gruppe Blutgefäße, die ohne Erythropoietin kultiviert wurden und bei der dritten Gruppe Blutgefäße, die nach der Isolation gar nicht kultiviert wurden. Nach 3, 6, 10 und 14 Tagen werden die Tiere jeweils durch eine Spritze in die Bauchhöhle narkotisiert und die Blutgefäße in der Rückenhautkammer mikroskopisch analysiert. Nach 14 Tagen werden alle Mäuse durch Überdosis eines Narkosemittels getötet, die Rückenhautkammern werden herausgeschnitten und weiteren Untersuchungen unterzogen.

Die Studie wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.

Bereich: Tissue Engineering, Gefäßforschung

Originaltitel: Erythropoietin promotes network formation of transplanted adipose tissue-derived microvascular fragments

Autoren: P. Karschnia, C. Scheuer, A. Heß, T. Später, M.D. Menger, M.W. Laschke*

Institute: Institut für Klinisch-Experimentelle Chirurgie, Universität des Saarlandes, 66421 Homburg/Saar

Zeitschrift: European Cells and Materials 2018; 35: 268-280

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5028



Dokument 57Titel: Auswirkungen der subthalamischen Tiefenhirnstimulation auf die Stoffwechsel-Verschaltungen im Striatum in einem Ratten-Hemiparkinson-Modell
Hintergrund: Um die komplexen Prozesse im menschlichen Gehirn zu verstehen, die bei der erfolgreichen Anwendung der Tiefenhirnstimulation bei Parkinson-Patienten entstehen, werden Ratten einer Tiefenhirnstimulation ausgesetzt.
Tiere: 32 Ratten
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen) genehmigt. Es werden 32 männlichen Long Evans Ratten im Alter von 3 Monaten von der Versuchstierzuchtfirma Janvier Labs verwendet. 13 Ratten (Versuchsgruppe) werden chirurgischen Eingriffen unterzogen, die restliche 19 (Kontrollgruppe) werden zum Vergleich bei Bildgebungsverfahren verwendet.

Am ersten Versuchstag werden die 13 Ratten der Versuchsgruppe in Narkose gelegt und ihnen wird zusätzlich ein Schmerzmedikament gespritzt. Der Kopf der Ratten wird in einem stereotaktischen System fixiert. Dann wird ein Loch in den Schädel gebohrt und eine Lösung mit einer langen Nadel tief in das Gehirn gespritzt. Bei 7 von den 13 Tieren beinhaltet diese Lösung das Nervengift 6-OHDA, das zum Absterben von Nervenzellen und zu Hirnschäden führt, die denen von menschlichen Parkinson-Patienten ähneln. Die anderen 6 Ratten bekommen eine wirkungslose Kochsalzlösung gespritzt. Gleichzeitig wird eine 8 mm-lange Kanüle tief im Gehirn der Tiere implantiert.

13 bis 24 Tage nach dem operativen Eingriff werden die Tiere wieder in Narkose gelegt und eine Stabelektrode wird durch die Kanüle ins Gehirn der Tiere eingeführt. Nach dem Erwachen aus der Narkose werden die Tiere einer Tiefenhirnstimulation ausgesetzt, indem sie über die implantierte Elektrode mehrere Stromimpulse mit zunehmender Stromstärke erhalten. Bei manchen Ratten treten Nebenwirkungen wie Zähneknirschen und Würgen auf. In solchen Fällen wird die Stromstärke reduziert, bis die Symptome verschwinden. Gleichzeitig wird den Tieren ein radioaktiver Stoff in der Bauchhöhle gespritzt. Nach 40 Minuten werden die Ratten erneut narkotisiert, die Elektrode wird aus der Kanüle herausgezogen und die Gehirne der Tiere werden 40 Minuten lang mittels Positronen-Emissions-Tomografie (PET) abgebildet. Die Ratten werden an 3 weiteren Tagen bis 26 - 29 Tage nach dem operativen Eingriff ohne eine Tiefenhirnstimulation mit einem radioaktiven Stoff gespritzt und ihre Gehirne werden mittels PET untersucht. Auch die Gehirne der 19 Ratten der Kontrollgruppe werden in gleicher Weise untersucht. Vier Ratten wird unter Narkose eine Lösung (Formalin) ins Herz gespritzt, an der sie sterben. Ihre Gehirne werden für weitere Analysen entnommen. Das Schicksal der anderen Tiere wird nicht erwähnt.

Diese Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziell unterstützt.

Bereich: Parkinson-Forschung

Originaltitel: Effects of subthalamic deep brain stimulation on striatal metabolic connectivity in a rat hemiparkinsonian model

Autoren: Nadine Apetz (1), Elena Kordys (1), Mascha Simon (1), Britta Mang (1), Markus Aswendt (2), Dirk Wiedermann (2), Bernd Neumaier (1,3), Alexander Drzezga (4), Lars Timmermann (5) and Heike Endepols (1,3,4)*

Institute: (1) Institut für Radiochemie und Experimentelle Molekulare Bildgebung (IREMB), Uniklinik Köln, Kerpener Straße 62, Gebäude 60, 50937 Köln (2) Max-Plank-Institut für Stoffwechselforschung, Köln (3) Institut für Neurowissenschaften und Medizin (INM), Forschungszentrum Jülich GmbH, Jülich, (4) Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Uniklinik Köln, Köln (5) Klinik und Poliklinik für Neurologie, Uniklinik Köln, Köln

Zeitschrift: Disease Models & Mechanisms 2019; 12: DOI: 10.1242/dmm.039065

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5027



Dokument 58Titel: Speiseröhrenwärmetauscher versus wasserzirkulierende Kühldecke für gezieltes Temperaturmanagement
Hintergrund: Zwei Methoden, die schon eingesetzt werden, um Patienten im Anschluss an eine Wiederbelebung nach einem Herz-Kreislaufstillstand zu kühlen, werden an Schweinen nachvollzogen und miteinander verglichen.
Tiere: 16 Schweine
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, Genehmigungsnummer 84-02.04.2014.A157) genehmigt. Es werden 16 Schweine aus einer Kreuzung der Landrasse und Pietrain-Rasse benutzt (83,2 ± 3,6 kg). Die Herkunft der Tiere wird nicht erwähnt.

Die Schweine werden in Narkose gelegt. Über einen Schlauch in der Luftröhre werden die Tiere künstlich beatmet. Operativ werden vier Katheter gelegt: in eine Vene und eine Arterie im Oberschenkel, in die Halsvene, und in die Harnblase durch den Bauch. Die Tiere werden in zwei Gruppen zu je 8 Tieren eingeteilt. Der ersten Gruppe (Speiseröhrenwärmeaustauscher-Gruppe) wird ein 60 cm-langes, 1 cm-dickes Silikonrohr durch den Mund in die Speiseröhre eingeführt. Die zweite Gruppe (Decke-Gruppe) bekommt zwei Kühldecken pro Tier – eine wird unter und eine auf das Tier gelegt. Ein Wasserkreislauf innerhalb der beiden Instrumente (Silikonrohr und Kühldecke) erlaubt, die Körpertemperatur der Tiere zu senken, und es wird untersucht, mit welchem Instrument die Tiere schneller und stabiler gekühlt werden. Die Temperatur des Wassers schwankt zwischen 3 und 41 Grad Celsius. Die Körpertemperatur der Schweine wird kontinuierlich über ein Thermometer in der Halsvene gemessen. Die normale Körpertemperatur beträgt 38,5 – 39,5 Grad. Die Tiere werden schnellstmöglich bis 33 Grad gekühlt und 8 Stunden auf dieser Temperatur gehalten, bevor sie wieder erwärmt werden. Am Ende des Experiments werden die Schweine unter Narkose getötet und die Speiseröhren werden für weiteren Analysen entnommen.

Diese Arbeit wurde von dem Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie finanziell unterstützt.

Bereich: Intensivmedizin, Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel: Esophageal heat exchanger versus water-circulating cooling blanket for targeted temperature management

Autoren: Daniel C. Schroeder (1)*, Alexandra C. Maul (2), Maria Guschlbauer (2, 3), Simon-Richard Finke (1), David de la Puente Bethencourt (1), Tobias Neumann (1), Stephan A. Padosch (1), Thorsten Annecke (1), Bernd W. Böttiger (1), Anja Sterner-Kock (2), Holger Herff (1)

Institute: (1) Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, Uniklinik Köln, Kerpener Straße 62, Gebäude 8b/8c, 50937 Köln, (2) Experimentelle Medizin, Uniklinik Köln, Köln, (3) Dezentrales Tierhaltungsnetzwerk, Uniklinik Köln, Köln

Zeitschrift: Therapeutic Hypothermia and Temperature Management 2019; 9(4): 251-257

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5026



Dokument 59Titel: Bei der Wahl zwischen Drogen oder natürlichen Belohnungen werden weitgehend überlappende Neuronenverbände im infralimbischen präfrontalen Kortex eingesetzt
Hintergrund: Es soll erforscht werden, ob in Hirnarealen, die das belohnungssuchende Verhalten steuern, das Verlangen nach Alkohol oder anderen Belohnungssubstanzen durch unterschiedliche Nervenzellverbände aktiviert wird.
Tiere: 72 Ratten (mindestens)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Genehmigung der Versuche erfolgt durch das Regierungspräsidium Karlsruhe. Die männlichen Wistar-Ratten stammen aus der Zucht von Charles River, Sulzfeld.

Jeweils vier Tiere werden in einem Käfig gehalten und einem umgekehrten Tag/Nachtrhythmus ausgesetzt. Versuche werden an fünf Tagen pro Woche über einen Zeitraum von 8-9 Wochen durchgeführt. In einem „Training“ wird jeweils eine Ratte in eine Bedienungskammer gesetzt. Das Tier wird dazu gebracht, sich durch Drücken eines Hebels mit zehnprozentigem Alkohol oder einer Saccharinlösung (Süßstofflösung) zu versorgen. Während der ersten drei Trainingstage wird den Ratten für 18 Stunden täglich die Zufuhr von Wasser verwehrt. Die 72 Tiere werden in Gruppen mit unterschiedlichen Versuchsanordnungen aufgeteilt, wobei unter anderem die Abgabe von Alkohol oder Saccharin mit jeweils unterschiedlichen Anreizen wie blinkendem Licht oder Gerüchen verknüpft wird. Das entstandene (Sucht)Verhalten wird durch Entzug der Substanzen ausgelöst und dann durch erneute Zufuhr reaktiviert. Bei 28 Ratten wird zusätzlich in Narkose eine Kopfhalterung montiert und über ein Bohrloch wird ein Fluoreszenzfarbstoff in bestimmte Hirnregionen injiziert. Alle Ratten werden nach Beendigung der Versuche in Narkose durch Eröffnen des Herzens entblutet und die Gefäße mit einem Fixierungsmittel aufgefüllt. Nach Abschneiden des Kopfes wird ihr Gehirn entnommen und untersucht.

Die Arbeit wurde finanziell unterstützt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem EU Förderprogramm für Forschung und Innovation “Horizon 2020“

Bereich: Alkoholforschung, Suchtforschung

Originaltitel: Choice for drug or natural reward engages largely overlapping neuronal ensembles in the infralimbic prefrontal cortex

Autoren: Simone Pfarr (1), Laura Schaaf (1), Janine K. Reinert (2), Elisabeth Paul (1), Frank Herrmannsdörfer (2), Martin Roßmanith (1), Thomas Kuner (2), Anita C. Hansson (1), Rainer Spanagel (1), Christoph Körber (2)*, Wolfgang H. Sommer (1,3)*

Institute: (1) Institut für Psychopharmakologie, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, Quadrat J5, 68159 Mannheim, (2) Institut für Anatomie und Zellbiologie; Funktionale Neuroanatomie, Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg, Heidelberg, (3) Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin, Arbeitsgruppe translationale Suchtforschung, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, Mannheim

Zeitschrift: The Journal of Neuroscience 2018; 38 (14): 3507-3519

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5025



Dokument 60Titel: Strukturelle und funktionelle Veränderungen im Netzwerk des Gehirns in einer Verlaufsstudie an einem Mausmodell für Nervenschmerzen
Hintergrund: Erforschung von Veränderungen der Gehirnstruktur und von Hirnfunktionen bei der Entwicklung eines chronischen Schmerzsyndroms. Die bei den Experimenten eingesetzten nichtinvasiven bildgebenden Verfahren haben bereits in klinischen Studien an Schmerzpatienten humanrelevante Ergebnisse erzielt.
Tiere: 40 Mäuse
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche an den genmanipulierten männlichen Mäusen aus institutseigener Zucht werden vom Regierungspräsidium Karlsruhe genehmigt. Die 40 männlichen Mäuse werden einzeln und in umgekehrtem Tag/Nachtrhythmus in Käfigen gehalten. Bei 20 Tieren wird in einem nicht näher beschriebenen operativen Eingriff ein großer Teil des Ischiasnervs eines Beins durchtrennt, was zu anhaltenden Schmerzen, Gefühlsstörungen und Lähmungen führt. Die anderen 20 Tiere werden einer Scheinoperation unterzogen. Eine Woche vor und nach der Operation sowie 12 Wochen nach der Operation werden Tests am operierten Bein zur Bewertung der subjektiven Schmerzen durchgeführt. Beim Kühlplattentest werden die Mäuse auf eine 2 Grad kalte Platte gesetzt und die Dauer bis zum Auftreten von Abwehrreaktionen wird gemessen. Im sogenannten von-Frey-Test müssen die Tiere auf einem Drahtgitter sitzen und steife Kunststofffasern zunehmender Dicke werden von unten wiederholt - insgesamt mindestens 25 Mal - gegen ihre Zehenballen gedrückt. Die Mäuse reagieren mit einem Zurückziehen des Fußes als Ausdruck ihrer Schmerzempfindung. Die Mäuse mit dem durchtrennten Ischiasnerv zeigen erhöhte Empfindlichkeit, d.h. Schmerzempfinden gegenüber Kälte und Berührung mit den Fasern.

Zur Feststellung von Veränderungen im Gehirn durch die akuten Schmerzen und der eventuellen Entwicklung eines chronischen Schmerzsyndroms werden 20 Mäuse zu drei Zeitpunkten in Narkose versetzt und jeweils drei unterschiedlichen bildgebenden Untersuchungsverfahren ausgesetzt. Über das weitere Schicksal der Mäuse nach Beendigung der Experimente werden keine Angaben gemacht.

Die Experimente werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, SFB1158/B04, finanziell unterstützt.

Bereich: Neuropathologie

Originaltitel: Longitudinal structural and functional brain network alterations in a mouse model of neuropathic pain

Autoren: Ainhoa Bilbao (1,2)*, Claudia Falfán-Melgoza (1,2), Robert Becker (3), Sathish Kumar Singaravelu (1,2), Markus Sack (3), Alexander Sartorius (3), Rainer Spanagel (2), Wolfgang Weber-Fahr (3)*

Institute: (1) Arbeitsgruppe Verhaltensgenetik, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, Quadrat J5, 68159 Mannheim, (2) Institut für Psychopharmakologie, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, Mannheim, (3) Arbeitsgruppe Translationale Bildgebung, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, Mannheim

Zeitschrift: Neuroscience 2018; 387: 104-115

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5024



Dokument 61Titel: Silikonbasierte Mikrofabrikationstechnik für frei bewegliche neuronale Sonden und Einsetzungswerkzeug für dauerhafte Anwendung
Hintergrund: Langzeiteinsatz einer Sonde für sogenannte Gehirn-Computer-Interfaces (Mensch-Maschine-Schnittstelle) bei Ratten.
Tiere: Ratten (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die unbekannte Anzahl an Ratten wird mit einem Narkose-Schmerzmittel-Gemisch durch Einspritzung in die Bauchhöhle betäubt. Für die Operation wird der Kopf einer Ratte in ein sogenanntes stereotaktisches System gespannt. Die Kopfhaut wird aufgeschnitten und ein 2 x 2 mm großes Loch wird in die Schädeldecke nahe des zu untersuchenden Hirnbereichs gebohrt. Die Hirnhaut wird aufgeklappt und eine Sonde mit 18 Mikroelektroden eingeführt, die an einem Kabel befestigt ist. Das Schädelloch wird mit der ausgebohrten Schädelplatte wieder verschlossen, wobei das Kabel aus der Schädeldecke herausragt. Die Ränder des Lochs werden mittels Gelschaum verschlossen und das operierte Schädelareal mit einem Plastikgemisch überdeckt. Das nun aus der Schädeldecke herausstehende Kabel wird mit einer Art Stecker verbunden, welcher mit 4-5 Knochenschrauben im Rattenschädel verankert wird.

Für jede Messung der Hirnaktivität werden die Ratten in nicht genauer beschriebener Weise in Narkose versetzt. Dies geschieht 3 und 36 Tage nach der Operation. Das weitere Schicksal der Tiere wird nicht beschrieben.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder gefördert.

Bereich: Hirnforschung, Neurophysiologie

Originaltitel: Silicon-based microfabrication of free-floating neural probes and insertion tool for chronic applications

Autoren: Andreas Schander (1)*, Heiko Stemmann (2), Andreas K. Kreiter (2), Walter Lang (1)

Institute: (1) Institut für Mikrosensoren, -aktoren und -systeme (IMSAS), Universität Bremen, Bremen, (2) Institut für Hirnforschung, Zentrum für Kognitionswissenschaften, Universität Bremen, Bremen

Zeitschrift: Micromachines 2018; 9: 131. doi: 10.3390/mi9030131

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5023



Dokument 62Titel: Optimierung der Ergebnisse der Aktivität eines Bereichs unter Einbeziehung der gesamten Aktivität der Neurone
Hintergrund: Es soll eine verbesserte Aufzeichnung von Nervensignalen im Gehirn erzielt werden, die für Gehirn-Computerinterfaces und Neuroprothesen relevant ist. Diese Methode wurde bereits Anfang der 1990er Jahre entwickelt.
Tiere: 5 Affen (Rhesusaffen)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Senator für Gesundheit Bremen genehmigt. 5 männliche Rhesusaffen, deren Herkunft nicht beschrieben ist, werden unter Narkose Schrauben in den Schädelknochen, eine Vorrichtung als Kopfhalter sowie eine Elektrodenkammer implantiert. Diese werden mit Knochenzement und Zahnzement fixiert. Die Elektrodenkammer wird über ein Bohrloch im Schädelknochen über einer bestimmten Hirnregion montiert, von der aus 6 bzw. 4 Elektroden in das Gehirngewebe eingeführt werden, die Signale aufnehmen können. Zwischen Augenlederhaut und Augenbindehaut wird eine Metallspule eingesetzt, mit deren Hilfe sich später die Augenbewegungen des Affen verfolgen lassen können. Die Affen können sich 6 Wochen erholen, bevor die Experimente beginnen.

Für die Experimente werden die Affen in einem sogenannten Primatenstuhl fixiert, in dem ihr Kopf mit Hilfe des Haltebolzens über die gesamte Zeit eines Versuchs bewegungsunfähig gehalten wird. Zunächst werden die Affen „trainiert“. Die Trainingsmethode wird nicht näher beschrieben, aber üblicherweise wird Durst eingesetzt. Als „Belohnung“ für ein wunschgemäßes Verhalten, erhalten die Tiere etwas Flüssigkeit. Die Aufgabe besteht darin, mit den Augen einen Punkt auf einem Monitor anzustarren und einen Schalter zu drücken. Dann erscheint an variablen Stellen des Bildschirms ein sich bewegender Balken. Der Affe darf den Blick nicht von dem Punkt wegbewegen. Verschwindet der Balken, muss das Tier den Schalter loslassen. Zeigt der Affen die gewünschte Reaktion, erhält er eine kleine Menge Wasser oder verdünnten Traubensaft. Lässt er den Hebel zu früh oder zu spät los oder wendet er den Blick ab, gibt es nichts zu trinken. Da diese Flüssigkeitsverabreichung eine Belohnung darstellt, kann – obwohl nicht erwähnt - davon ausgegangen werden, dass die Affen unter starkem Flüssigkeitsentzug leiden, da nur unter Durstgefühl eine kleine Menge Flüssigkeit eine Belohnung darstellt.

Die dabei auftretenden Nervenströme im Gehirn werden von den sich im Gehirn befindlichen Elektroden aufgezeichnet.

Die Affen werden weiterhin mit diesen Vorrichtungen im Gehirn für andere Versuche eingesetzt, welche das gleiche Hirnareal im Fokus haben. Dabei verbleiben die Elektroden über Tage, Wochen oder auch Monate (keine genauere Definition) im Gehirngewebe. Was danach mit den Affen passiert, wird nicht beschrieben.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Bereich: Hirnforschung, Neurophysiologie

Originaltitel: Optimizing the yield of multi-unit activity by including the entire spiking activity

Autoren: Eric Drebitz*, Detlef Wegener *, Bastian Schledde, Andreas K. Kreiter

Institute: Institut für Hirnforschung, Zentrum für Kognitionswissenschaften, Universität Bremen, Bremen

Zeitschrift: Frontiers in Neuroscience 2019; 13: 83

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5022



Dokument 63Titel: Schweine, die den humanen inhibitorischen Liganden PD-L1 (CD 274) exprimieren, liefern eine neue Quelle für xenogene Zellen und Gewebe mit schwach immunogenen Eigenschaften
Hintergrund: Für die Xenotransplantation werden gentechnisch veränderte Schweine erzeugt, die ein menschliches Gen tragen. Dadurch sollen die Tiere Organe und Gewebe entwickeln, die bei einer Transplantation in eine artfremde Spezies die Abstoßungsreaktion im Zielorganismus minimieren. Ziel dieser Arbeit ist, es Schweine so gentechnisch zu verändern, dass ihre Organe nicht abgestoßen werden, wenn sie in einen Affen verpflanzt werden.
Tiere: 32 Schweine (mind. 16 Schweine + 9 Föten und 7 totgeborene Ferkel)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom LAVES genehmigt (Referenznummer 33.19-42502- 04-12/0891), die Schweine, denen transgene Embryonen eingepflanzt werden, entstammen der hausinternen Zucht des Instituts für Nutztiergenetik, Mariensee. Die transgenen Embryonen werden erzeugt, indem aus 27 Tage alten Schweine-Föten Zellen isoliert und dann in vitro genetisch modifiziert werden. Wie die Föten aus den Muttertieren entfernt werden und wie viele Muttertiere dafür eingesetzt wurden, wird in der vorliegenden Arbeit nicht beschrieben. Diese Sauen sind aufgrund fehlender Informationen nicht in der oben genannten Anzahl der Tiere mit inbegriffen.

12 jungen weiblichen Mutterschweinen werden jeweils ca. 100 transgene Embryonen implantiert. Bei 7 Sauen wird eine Schwangerschaft festgestellt, 7 Ferkel werden tot geboren und 4 lebend. Ein schwangeres Muttertier wird 27 Tage nach der Empfängnis getötet und die 9 Föten entnommen, um Untersuchungen an ihren Zellen durchzuführen und diese für weitere Klonierungen einzusetzen. Ein lebend geborenes transgenes Ferkel wird im Alter von 4 Monaten getötet, um die Folgen der Genmutation in seinen Organen zu untersuchen. Ein nicht transgenes Ferkel wird ebenso getötet, um zum Vergleich für die Analysen eine Kontrolle zu haben. Im weiteren Verlauf wird den Ferkeln für diverse Untersuchungen noch über mehrere Wochen hinweg regelmäßig Blut abgenommen. Ihr weiteres Schicksal wird nicht beschrieben.

Die Studie wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.

Bereich: Xenotransplantationsforschung, Gentechnik

Originaltitel: Pigs expressing the human inhibitory ligand PD-L1 (CD 274) provide a new source of xenogeneic cells and tissues with low immunogenic properties

Autoren: Anna Buermann (1), Stoyan Petkov (2), Björn Petersen (2), Rabea Hein (1), Andrea Lucas-Hahn (2), Wiebke Baars (1), Antje Brinkmann (1), Heiner Niemann (2)*, Reinhard Schwinzer (1)*

Institute: (1) Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover, Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover, (2) Institut für Nutztiergenetik, Friedrich-Löffler-Institut, Mariensee, Höltystr. 10, 31535 Neustadt

Zeitschrift: Xenotransplantation 2018; 25(5): e12387. Doi: 10.1111/xen.12387

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5021



Dokument 64Titel: Differenzielle Stressantwort und verändertes striatales Transkriptom in Alpha-Synuclein-überexprimierenden Mäusen
Hintergrund: Aus Beobachtungen an Parkinson-Patienten weiß man, dass Stress zu einer Verschlimmerung der Symptome bei dieser Erkrankung führen kann. Nun werden Mäuse starkem Leiden ausgesetzt, um dieses bereits bekannte Phänomen an ihnen nachzustellen und, um die Mechanismen im Gehirn zu untersuchen.
Tiere: 120 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der zuständigen Behörde in Tübingen unter der Nummer TVA HG 4/12 genehmigt. Die Versuche werden mit Wildtyp-Mäusen (genetisch unverändert) und transgenen Mäusen durchgeführt, bei denen ein menschliches Gen eingebaut wurde. Dieses Gen ist eines von vielen, die bei erblichen Formen von Parkinson im Menschen verändert sind. Von der erblichen Form von Parkinson sind weniger als 10% der Patienten betroffen.

Die Tiere entstammen höchstwahrscheinlich der hausinternen Zucht der Universität Tübingen und werden auch dort gehalten. Mit den 14 Wochen alten transgenen und den unveränderten Mäusen werden mehrere Versuche durchgeführt, bei denen die Tiere Stressfaktoren ausgesetzt werden. Bezeichnet wird dies als „chronic unpredictable mild stress protocol“, also „chronisches, unvorhersehbares, mildes (!) Stress-Protokoll. Dieses Protokoll besteht aus 7 verschiedenen Arten von Stress, denen die Tiere 8 Wochen lang (!) ohne Pause ausgesetzt werden.

Die Stress-Arten sehen folgedermaßen aus:

- Einengung (1 Stunde lang): Hierbei werden die Tiere einzeln in enge Röhrchen gesteckt, in denen sie völlig bewegungsunfähig sind.

- Käfig in Schieflage (2 Stunden lang).

- Direkte Konfrontation mit einer Ratte (30 Minuten lang).

- Wasser-Entzug (16 Stunden lang): Das Wasser wird den Mäusen in der Nacht entzogen. Mäuse sind nachtaktiv, tagsüber schlafen sie die ganze Zeit, daher fehlt ihnen das Wasser in der Aktivitätsphase.

- Futter-Entzug (16 Stunden lang): Auch das Futter wird den Mäusen nachts, also in der aktiven Phase, entzogen. Mäuse reagieren viel empfindlicher auf Futterentzug als Menschen, denn sie nehmen von Natur aus in der aktiven Phase ständig Futter zu sich. Junge Mäuse können beispielsweise nach 12-24 Stunden Futterentzug bereits sterben.

- Licht-Stress (12 Stunden lang nachts).

- Vertauschter Tag-Nacht-Zyklus (das ganze Wochenende über): Tagsüber, wenn die Mäuse schlafen, werden sie der Dunkelheit ausgesetzt, nachts, wenn die Tiere aktiv sind, der Helligkeit. Die Mäuse kommen so kaum zur Ruhe.

Nach 3 Tagen Stress und am Ende der 56-tägigen Stressperiode werden jeweils einige Mäuse durch Genickbruch getötet, der Kopf wird abgeschnitten, um Blut zu gewinnen. Mit anderen Stress ausgesetzten Mäusen wird im Alter von 6 Monaten Verhaltenstests, z.B. zum Angstverhalten durchgeführt. So wird eine Maus in eine Box mit einer hellerleuchteten und einer dunklen Hälfte gesetzt. Es wird beobachtet, wie lange sich die Maus im dunklen Bereich aufhält, was als ängstliches Verhalten gilt.

Die Verhaltenstests werden zudem zweimal mit einer Gruppe männlicher Mäuse durchgeführt (ebenfalls genetisch unveränderte und genetisch veränderte Tiere), im Alter von 13 und 20 Monaten.

In der Publikation wird erwähnt, dass einige Tiere während des Versuchszeitraums gestorben sind. Es wird nicht gesagt, warum bzw. woran die Tiere verstorben sind oder ob und aus welchen Gründen sie getötet wurden.

Mitfinanziert wurde die Arbeit u.a. vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), vom Interdisziplinären Zentrum für Klinische Forschung (IZKF), vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und von der Universität Tübingen.

Bereich: Parkinson-Forschung, Stressforschung

Originaltitel: Distinct stress response and altered striatal transcriptome in alpha-synuclein overexpressing mice

Autoren: Zinah Wassouf (1), Thomas Hentrich (1), Nicolas Casadei (1), Mirko Jaumann (2), Marlies Knipper (2), Olaf Riess (1), Julia M. Schulze-Hentrich (1)*

Institute: (1) Institut für Medizinische Genetik und angewandte Genomik, Universität Tübingen, Calwerstraße 7, 72076 Tübingen, (2) Molekulare Hörphysiologie, Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Tübinger Hörforschungszentrum, Universität Tübingen, Tübingen

Zeitschrift: Frontiers in Neuroscience 2019; 12: 1033. Doi: 10.3389/fnins.2018.01033

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5020



Dokument 65Titel: Antioxidative Wirkungen von Koffein in einem Hyperoxie-Rattenmodell für eine Fehlbildung der Luftwege und der Lunge
Hintergrund: Koffein wird zur Behandlung von menschlichen Frühchen bereits routinemäßig eingesetzt. Hier wird an neugeborenen Rattenbabys untersucht, welchen Einfluss Koffein auf die Lungenschäden hat, die durch hohe Sauerstoffbegasung verursacht werden. Es ist bekannt, dass es durch die Beatmung mit Sauerstoff bei zu früh geborenen Kindern zu Schäden im Lungengewebe kommen kann. Allerdings ist hierfür neben dem hohen Gehalt an Sauerstoff auch die mechanische Komponente der Beatmung verantwortlich. Dieser Punkt wird in dem „genutzten Tiermodell“ gar nicht berücksichtigt.
Tiere: 112 Ratten (Mindestens 112 neugeborene Ratten und eine unbekannte Anzahl Ratten-Mütter)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Genehmigung der Versuche erfolgt durch das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Genehmigungsnummer G-0088/16). Hochschwangere Ratten werden von den Forschungseinrichtungen für Experimentelle Medizin (FEM) der Charité Universitätsmedizin zur Verfügung gestellt. Innerhalb der ersten 12 Lebensstunden werden die Rattenbabys in zwei Gruppen eingeteilt. Die Jungtiere der ersten Gruppe werden zusammen mit den jeweiligen Muttertieren in eine Umgebung mit Raumluft (21 % Sauerstoff) verbracht. Die Ratten der zweiten Gruppe erhalten 80 % Sauerstoff, jeweils an den ersten drei oder fünf Tagen nach der Geburt. Zur Vermeidung einer Sauerstoffvergiftung werden die Muttertiere rotiert und alle 24 Stunden jeweils zu Jungtieren mit Raumluft oder hohem Sauerstoffgehalt gesetzt. Das bedeutet, die Mütter werden von ihren Jungen getrennt und fremden Jungen vorgesetzt. Alle Rattenbabys erhalten jetzt zwei- bis dreimalig im 48-Stunden-Abstand (beginnend mit dem Tag der Geburt) entweder eine wirkungslose Pufferlösung oder eine hoch konzentrierte Koffeinlösung in die Bauchhöhle gespritzt.

Alle Jungtiere werden entweder am Ende der „Begasung“ mit 80 % Sauerstoff (Tag 3 bzw. 5) oder am Tag 15 nach der Geburt betäubt und getötet. Anschließend wird die Lunge für weitere Untersuchungen entnommen.

Bereich: Neugeborenenkunde

Originaltitel: Antioxidative effects of caffeine in a hyperoxia-based rat model of bronchopulmonary dysplasia

Autoren: Stefanie Endesfelder*, Evelyn Strauß, Till Scheuer, Thomas Schmitz, Christoph Bührer

Institute: Klinik für Neonatologie, Charité Universitätsmedizin Berlin, Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin

Zeitschrift: Respiratory Research 2019; 20: 88

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5019



Dokument 66Titel: Charakterisierung der Mikrostruktur und Funktion des Herzmuskels in einem experimentellen Modell mit isoliertem subendokardialen Schaden
Hintergrund: An Mäusen, deren Herzmuskelzellen künstlich geschädigt werden, sollen feinste Gewebeveränderungen nachgewiesen werden, die einen Hinweise auf beginnende Herzprobleme geben könnten.
Tiere: 38 Mäuse
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Eine Genehmigung der Versuche erfolgt durch das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) in Berlin. Die 6-8 Wochen alten Mäuse, die von Janvier Labs in Frankreich stammen, werden in 2 Gruppen eingeteilt (Kontroll- und Medikamentengruppe). Je nach Gruppen-Zugehörigkeit bekommen die Tiere an vier aufeinanderfolgenden Tagen entweder Kochsalzlösung oder ein Medikament unter die Haut gespritzt, welches die Herzmuskelzellen schädigt und dadurch zu Vernarbungen im Gewebe und zum Infarkt führen kann. Zwei Tiere der Medikamentengruppe sterben innerhalb der ersten Tage, eines davon durch einen Herzinfarkt. Innerhalb der Woche nach der letzten Spritze werden die Tiere Belastungstests unterzogen. Dafür werden sie auf ein Laufband gesetzt, dessen Geschwindigkeit und Neigungswinkel ständig erhöht werden. Jede Maus muss dort bis zur Erschöpfung laufen. Dies ist bei beiden Gruppen nach etwa 21-22 Minuten der Fall. Erneut eine Woche später werden bei allen Tieren EKGs durchgeführt und die Mäuse anschließend auf nicht genannte Weise getötet. Die Herzen werden für weitere Untersuchungen entnommen.

Gefördert wurde die Studie vom Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie.

Bereich: Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel: Characterization of myocardial microstructure and function in an experimental model of isolated subendocardial damage

Autoren: Niklas Beyhoff (1,2), David Lohr (3), Anna Foryst-Ludwig (1,2), Robert Klopfleisch (4), Sarah Brix (1,2), Jana Grune (1,2,5), Arne Thiele (1,2), Lasti Erfinanda (2,5), Arata Tabuchi (2,5), Wolfgang M. Kuebler (2,5), Burkert Pieske (2,6), Laura M. Schreiber (3), Ulrich Kintscher (1,2)*

Institute: (1) Institut für Pharmakologie, Center for Cardiovascular Research (CCR), Charite - Universitätsmedizin Berlin, Hessische Str. 3-4, 10115 Berlin, (2) Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), Standort Berlin, (3) Lehrstuhl für Zelluläre und Molekulare Bildgebung, Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz, Universitätsklinikum Würzburg, Würzburg, (4) Institut für Tierpathologie, Fachbereich Veterinärmedizin, Freie Universität Berlin, Berlin, (5) Institut für Physiologie, Charite - Universitätsmedizin Berlin, Berlin, (6) Klinik für Innere Medizin – Kardiologie, Campus Virchow Klinikum, Charité - Universitätsmedizin Berlin und Deutsches Herzzentrum Berlin (DHZB), Berlin

Zeitschrift: AHA Journals Hypertension 2019; 74: 295-304

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5018



Dokument 67Titel: CerS1-abgeleitetes C18:0 Ceramid im Skelettmuskel fördert die durch Fettleibigkeit hervorgerufene Insulinresistenz
Hintergrund: An Mäusen wird untersucht, wie bestimmte Fette und Futter mit hohem Fettgehalt die Insulinresistenz bei Diabetikern beeinflussen.
Tiere: 122 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, Genehmigungsnummern 84-02.04.2014.A042 und 84-02.04.2014.A037) genehmigt. 6 Wochen alte C57Bl/6N Mäuse werden von der Versuchstierzucht Charles River Laboratories, Sulzfeld, gekauft. Einige der Tiere werden gentechnisch manipuliert, um verschiedene Mutationen in ihrem Erbgut zu erzeugen. Diese Mäuse werden weiter gezüchtet, üblicherweise geschieht dies über mehrere Generationen.

Es wird eine Vielzahl an Versuchen jeweils mit verschiedenen genmanipulierten Mäusen durchgeführt. In einem Versuch bekommt die Hälfte der Mäuse normales Futter mit 5,5 % Fettgehalt (Kontrollgruppe) und die andere Hälfte bekommt Futter mit hohem Fettgehalt (35,5 %, HFD Gruppe) ab der dritten Lebenswoche. Nach 24 Wochen werden mindestens 8 Tiere je Gruppe getötet und Gewebe wird für eine Fettanalyse entnommen. Die Art der Tötung wird nicht erwähnt.

Den Kontroll- und HFD-Gruppen werden Mäuse zugeordnet, die die gleiche Mutation entweder im ganzen Körper oder nur in den Muskeln aufweisen. Die ersten nehmen unter den HFD-Bedingungen ab und entwickeln einen Tremor (Zittern), die Mäuse der zweiten Gruppe nehmen dabei zu und entwickeln keinen Tremor. Bei mindestens 41 Mäusen der Kontroll- und HFD-Gruppe werden durch einen Schnitt in den Schwanz einige Blutstropfen gewonnen, um den Blutzuckergehalt zu messen. Üblicherweise geschieht dies ohne Narkose.

Den Mäusen wird eine Insulin- oder Glukose-haltige Lösung in die Bauchhöhle gespritzt und 15, 30, 60 und 120 Minuten danach wird wieder in den Schwanz geschnitten, um weitere Blutentnahmen zu ermöglichen. Mindestens 40 Mäusen wird unter Narkose ein Katheter durch die Halsvene bis zur Leber geführt und implantiert. 5-6 Tage nach dem Eingriff werden die Tiere in sehr enge Röhren, in denen sie völlig bewegungsunfähig sind, bis zu 3 Stunden eingesperrt. Während dieser Zeit wird den Tieren durch den Katheter direkt in die Leber eine Insulin- und Glukose-haltige Lösung kontinuierlich verabreicht, der Schwanz der Tiere wird regelmäßig zur Blutentnahme eingeschnitten. Am Ende dieses Versuchs werden die Mäuse geköpft und mehrere Organe werden zur Analyse entnommen. Es wird nicht erwähnt, ob die Tiere vor der Tötung betäubt werden.

Im Alter von 19 Wochen werden Kontroll- und HFD-Mäuse mindestens 6 Tage einzeln in kleine Messkammern gesperrt, in denen verschiedene Stoffwechselgrößen erfasst werden. Danach werden die Tiere entweder durch Genickbruch oder mittels Narkose in Überdosierung getötet und ihre Organe werden zur Analyse entnommen.

Diese Arbeit wurde finanziell gefördert von dem Leibniz Preis, dem Exzellenzcluster CECAD (finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft), dem Bundesministerium für Bildung und Forschung zusammen mit dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung e.V., dem Cologne Center for Molecular Medicine Cologne (CMMC), der Alexander von Humboldt-Stiftung, dem Köln Fortune Programm der Universität zu Köln, den Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung und der Universität Basel.

Bereich: Diabetes-Forschung, Ernährungswissenschaft

Originaltitel: CerS1-derived C18:0 ceramide in skeletal muscle promotes obesity-induced insulin resistance

Autoren: Sarah M. Turpin-Nolan (1,2,3)*, Philipp Hammerschmidt (1,2,3), Weiyi Chen (1,2,3), Alexander Jais (1,2,3), Katharina Timper (1,2,3), Motoharu Awazawa (1,2,3), Susanne Brodesser (3), Jens C. Brüning (1,2,3,4)*

Institute: (1) Department of Neuronal Control of Metabolism, Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung, Gleueler Strasse 50, 50931 Köln, (2) Poliklinik für Endokrinologie, Diabetologie und Präventivmedizin (EDP), Uniklinik Köln, Köln, (3) Exzellenzcluster CECAD und Center for Molecular Medicine Cologne (CMMC), Köln

Zeitschrift: Cell Reports 2019; 26: 1-10

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5017



Dokument 68Titel: Die Verringerung der Astrozyten und der Verlust des Hirnvolumens bei Anorexia nervosa – die Auswirkung des Hungerns und erneuten Fütterung in einem Nagermodell
Hintergrund: Aus Patientenstudien ist bekannt, dass das Gehirnvolumen bei Magersucht abnimmt. Hier sollen die zugrundeliegenden Mechanismen an hungernden Ratten ergründet werden.
Tiere: 47 Ratten
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom LANUV, Recklinghausen, genehmigt. Die weiblichen, 4 Wochen alten Ratten der Zuchtlinie Wistar werden bei Charles River Laboratories, Sulzfeld, gekauft. Es werden heranwachsende, weibliche Ratten ausgewählt, da Magersucht (Anorexia nervosa) vor allem bei weiblichen Teenagern vorkommt. In ihrem Einzelkäfig steht ein Laufrad zur Verfügung. Daher wird das Hungern der Tiere als ABA (Aktivität-basierende Anorexie) bezeichnet.

Nach einer 10-tägigen Eingewöhnungsphase erhält eine Gruppe von 12 Ratten nur 40% der normalen Futterration, mit der Folge, dass die Tiere innerhalb einer Woche 25% ihres Gewichts verlieren (akutes Hungern). Dann wird dieses Gewicht 2 Wochen gehalten, indem die Tiere täglich gewogen werden und die Futtermenge angepasst wird (chronisches Hungern). Zu Beginn der Hungerperiode wiegen die Tiere etwa 125 g und am Ende 90 g. 12 Ratten der Kontrollgruppe werden normal gefüttert und nehmen als Jungtiere in dieser Zeit von 125 g auf etwa 170 g zu. Die Ratten der Hungergruppe wiegen also am Ende nur knapp halb so viel wie ihre gefütterten Artgenossen. Schließlich werden alle Tiere getötet.

In einer zweiten Versuchsreihe mit 12 „Versuchs“ratten und 11 Kontrolltieren erhalten die Tiere nach der 7-tägigen akuten und der 14-tägigen chronischen Hungerperiode für 20 Tage eine normale Futtermenge. Zu Beginn und am Ende der Wiederaufnahme der normalen Fütterung werden Magnetresonanz-Aufnahmen vom Kopf gemacht. Dann werden die Tiere getötet. Die zuvor gehungerten Ratten nehmen innerhalb der 20 Tage stark zu, so dass sie am Tag ihrer Tötung fast so viel auf die Waage bringen, wie die Kontrolltiere. Die Tötung (vermutlich bei allen Ratten) erfolgt mittels Durchströmen mit künstlicher Rückenmarksflüssigkeit. Üblicherweise wird dazu ein Tier narkotisiert, der Brustkorb wird aufgeschnitten und ein Katheter in die vom Herzen wegführende Arterie gelegt. Nun wird eine Flüssigkeit in den Blutkreislauf gepumpt, bis alles Blut ausgetauscht ist und das Tier stirbt.

Die Versuche wurden durch die Uniklinik RWTH Aachen finanziert.

Bereich: Psychiatrie

Originaltitel: The reduction of astrocytes and brain volume loss in anorexia nervosa – the impact of starvation and refeeding in a rodent model

Autoren: Linda Frintrop (1)*, Stefanie Trinh (1), Johanna Liesbrock (1,2), Christina Leunissen (1), Julia Kempermann (1), Serhat Etdöger (1), Martien J. Kas (3,4), René Tolba (5), Nicole Heussen (6,7), Joseph Neulen (8), Kerstin Konrad (2), Vera Päfgen (9), Fabian Kiessling (9), Beate Herpertz-Dahlmann (2), Cordian Beyer (1), Jochen Seitz (2)

Institute: (1) Neuroanatomie, Uniklinik RWTH Aachen, Wendlinweg 2, 52074 Aachen, (2) Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kinder- und Jugendalters, Uniklinik RWTH Aachen, Aachen, (3) Department of Translational Neuroscience, Brain Center Rudolf Magnus, University Medical Center Utrecht, , Utrecht, Niederlande, (4) Groningen Institute for Evolutionary Life Sciences, University of Groningen, Groningen, Niederlande, (5) Institut für Versuchstierkunde und Zentrallaboratorium für Versuchstiere, Uniklinik RWTH Aachen, Aachen, (6) Institut für Medizinische Statistik, Uniklinik RWTH Aachen Aachen, (7) Zentrum für Biostatistik und Epidemiologie, Sigmund-Freud-Universität, Wien, Österreich, (8) Klinik für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, Uniklinik RWTH Aachen, Aachen, (9) Institut für Experimentelle Molekulare Bildgebung, RWTH Aachen, Aachen

Zeitschrift: Translational Psychiatry 2019; 9: 159

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5016



Dokument 69Titel: Die Cdkn1aSUPER-Maus als Werkzeug zur Analyse der Unterdrückung von p53-vermittelten Tumoren
Hintergrund: An Mäusen wird untersucht, ob ein bestimmtes Gen an den Schutzmechanismen vor einer Tumorentwicklung beteiligt sein könnte.
Tiere: 254 Mäuse (mindestens 180 erwachsene Mäuse und 74 Mausfeten)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, Genehmigungsnummer 84-02.04.2017.A037) genehmigt. Die Herkunft der Tiere und der Ort, an dem die Experimente durchgeführt werden, werden nicht erwähnt. Die Tiere werden gentechnisch manipuliert, um verschiedene Mutationen in ihrem Erbgut zu erzeugen. Um bestimmte embryonale Zellen zu isolieren, werden schwangere Mäuse am Anfang des letzten Schwangerschaftsdrittels betäubt und durch Genickbruch getötet. 74 Feten mit 5 verschiedenen Mutationshintergründen werden aus den Gebärmüttern ihrer getöteten Mütter geschnitten und zerkleinert.

46 Mäuse im Alter von 9 bis 12 Wochen bekommen eine Woche lang eine Substanz ins Trinkwasser, die eine Dickdarmentzündung bei den Tieren hervorruft. Die Tiere werden täglich gewogen und nach 7, 8 oder 21 Tagen getötet. Ihr Dickdarm wird analysiert. Die Tötungsart wird nicht erwähnt.

Das Rückenfell von 11 Wild–Typ- und 19 gentechnisch veränderten Mäusen wird geschoren und eine krebserregende Lösung wird auf die Haut aufgetragen. Die Tiere bekommen diese Lösung zweimal wöchentlich für 25 Wochen und werden bis zur Feststellung von Hauttumoren beobachtet.

Um Lungenkrebs bei 35 Mäusen hervorzurufen, wird den Tieren unter Narkose ein Katheter durch den Mund bis in die Luftröhre gesteckt und eine krebserregende Substanz hinein gesprüht. Die Mäuse werden wöchentlich auf Lungentumoren untersucht.

24 Wild-Typ-Mäusen und 45 mutierten Mäusen wird unter Narkose eine krebserregende Lösung in das rechte Hinterbein gespritzt, um ein Fibrosarkom (eine bestimmte Krebsart) bei den Tieren herbeizuführen. Die Mäuse werden wöchentlich auf Tumoren gecheckt und die Bestimmung der Größe ihrer Tumoren erfolgt unter Narkose durch Magnetresonanztomographie (MRT). Zusätzlich untersucht die Studie wie lange die Mäuse, bei denen Lungenkrebs oder ein Fibrosarkom hervorgerufen wurde, überleben. Einer „Überlebenskurve“ zufolge sterben die Mäuse mit Lungenkrebs nach einigen Wochen bis Monaten. Nach 6-10 Monaten sind alle Mäuse tot. Es wird allerdings nicht erwähnt, ob und wie die Tiere vorzeitig getötet werden, demzufolge ist anzunehmen, dass die Tiere qualvoll an den Tumoren sterben.

Diese Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem Bundesland NRW als Teil der EFRE Initiative, der Else-Kröner-Fresenius Stiftung, der Europäischen Kommission, der Deutschen Krebshilfe, dem Bundesministerium für Forschung und Bildung und von dem Köln Fortune Programm der Universität zu Köln finanziell gefördert.

Bereich: Krebsforschung, Gentechnik

Originaltitel: The Cdkn1aSUPER mouse as a tool to study p53-mediated tumor suppression

Autoren: Alessandro Torgovnick (1,2,3)*, Jan Michel Heger (1,2), Vasiliki Liaki (1,2) Jörg Isensee (4), Anna Schmitt (1,2) Gero Knittel (1,2), Arina Riabinska (1,2), Filippo Beleggia (1,2), Lucie Laurien (2), Uschi Leeser (1,5), Christian Jüngst (2), Florian Siedek (6,) Wenzel Vogel (7), Niklas Klümper (7), Hendrik Nolte (2), Maike Wittersheim (8), Lars Tharun (8), Roberta Castiglione (1,2,8), Marcus Krüger (2), Astrid Schauss (2), Sven Perner (7), Manolis Pasparakis (2), Reinhard Büttner (8,9), Thorsten Persigehl (6), Tim Hucho (4), Grit Sophie Herter-Sprie (1,2), Björn Schumacher (2,3,9)*, Hans Christian Reinhardt (1,2,9)*

Institute: (1) Klinik I für Innere Medizin, Universitätsklinik Köln, Weyertal 115b, 50931 Köln, (2) Exzellenzcluster CECAD, Universität zu Köln, Köln, (3) Institut für Genomstabilität in Alterung und Erkrankung, Universität zu Köln, Köln, (4) Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, Experimentelle Anästhesiologie und Schmerzforschung, Köln, (5) SYNLAB Holding Deutschland GmbH, Augsburg, (6) Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Universitätsklinik Köln, Köln, (7) Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Campus Lübeck und Leibniz Forschungszentrum Borstel, Leibniz-Zentrum für Medizin und Biowissenschaften, Lübeck und Borstel, (8) Institut für Pathologie, Universitätsklinik Köln, Köln, (9) Center for Molecular Medicine, Uniklinik Köln, Köln

Zeitschrift: Cell Reports 2018; 25: 1027–1039

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5015



Dokument 70Titel: Phasenspezifische Funktionen von Makrophagen bestimmen die verletzungsbedingte Häm- und Lymphangiogenese der Hornhaut
Hintergrund: Die Studie untersucht die Rolle der Makrophagen (eine Art Immunzellen) für das Wachstum neuer Blut- und Lymphgefäße in der Augenhornhaut nach einer Hornhautverletzung.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom LANUV (Genehmigungsnummer 84–02.04.2015.A487) genehmigt. Die Tiere stammen aus der Versuchstierzucht Charles River Laboratories, Sulzfeld. Die Mäuse gehören zwei unterschiedlichen genetischen Linien an - C57Bl/6N (mit schwarzem Fell) und Balb/c (mit weißem Fell, Albinos). 6 bis 8 Wochen alte weibliche C57Bl/6N Mäuse dienen als „Modell“ für eine akute Schnittverletzung. Unter Narkose wird die Mitte der Hornhaut des rechten Auges mit einer Nadel durchbohrt und mit einer Mikroschere 1 mm längs aufgeschnitten. Nach der OP bekommen die Mäuse dreimal täglich für drei Tage Augentropfen.

Als „Tiermodell“ für ein chronisches Hornhauttrauma werden 6 bis 8 Wochen alte weiblichen Balb/c Mäuse benutzt. Unter Narkose werden drei Nähte im rechten Auge jedes Tieres unter der Hornhaut angebracht und nach 14 Tagen wieder entfernt. Um die Rolle von Makrophagen (eine Art Immunzellen) für das Wachstum der Blut- und Lymphgefäße zu untersuchen, wird den Tieren unter Narkose entweder ein Stoff, der die Makrophagen abbaut, oder eine Kontrolllösung jeden zweiten Tag für eine Woche in die Augen gespritzt. Die Mäuse, denen Nähte unter der Hornhaut angebracht wurden, erhalten die Substanzen weiter zu verschiedenen Zeitpunkten zwischen 7 und 35 Tage in den Augen gespritzt. Zu dem jeweiligen Zeitpunkt werden Tiere beider Gruppen getötet, ihren Augen werden seziert und für weitere Analysen benutzt. Die Art der Tötung wird nicht erwähnt.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, dem Center for Molecular Medicine Cologne und der Arrest Blindness Vereinigung finanziell unterstützt.

Bereich: Immunologie, Augenheilkunde

Originaltitel: Phase-specific functions of macrophages determine injury-mediated corneal hem- and lymphangiogenesis

Autoren: A. Kiesewetter (1,2), C. Cursiefen (1,3), Sabine A. Eming (2,3,4)*, Deniz Hos (1,3)*

Institute: (1) Zentrum für Augenheilkunde, Universitätsklinik Köln, 50937 Köln, (2)* Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie, Universitätsklinik Köln, Universität zu Köln, Kerpener Str. 62, 50937 Köln, (3)* Center for Molecular Medicine Cologne (CMMC), Universität zu Köln, Robert-Koch-Str. 21, 50931 Köln, (4) Exzellenzcluster CECAD, Universität zu Köln, 50937 Köln

Zeitschrift: Scientific Reports 2019; 9: 308. DOI:10.1038/s41598-018-36526-6

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5014



Dokument 71Titel: Entstehung kleiner Gefäße in einem neuen halbakuten Gefäßverschlussmodell bei Schweinen nachgewiesen durch hochauflösende Bildgebung
Hintergrund: Es ist bereits bekannt, dass nach einem Gefäßverschluss am Herz dieser durch Aktivierung von kleinsten Gefäßen in der Wand des verschlossenen Gefäßes überbrückt wird, und so die Blutversorgung des Herzens wieder gewährleistet werden kann. In dieser Studie soll diese Entwicklung der Gefäßaktivierung an Schweinen, bei denen künstlich ein Gefäßverschluss in den Herzkranzgefäßen ausgelöst wurde, mittels bildgebender Verfahren nachvollzogen werden.
Tiere: 11 Schweine (Kreuzung aus Deutscher Landrasse und Deutschem Edelschwein)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Der Versuch wird von der zuständigen, nicht näher benannten lokalen Behörde genehmigt (G 0165/06). Die 3-4 Monate alten Schweine (45-50 kg) stammen von der Lehr- und Versuchsanstalt für Tierzucht und Tierhaltung in Teltow. In Narkose werden die Tiere in Rückenlage gebracht und über die Oberschenkelvene ein Katheter bis in das linke große Herzkranzgefäß vorgeschoben. Anschließend wird über den Katheter ein Stent aus Kupfer in das Herzkranzgefäß eingebracht. Stents sind kleine Metallröhren, die eigentlich in Blutgefäße eingesetzt werden, um diese offen zu halten. In diesem Fall bewirkt allerdings die Legierung Kupfer, dass es innerhalb der nächsten Tage zu einer Einengung des Gefäßes kommt, was einen nichtakuten Gefäßverschluss simulieren soll. Es erfolgen nach Injektion eines Kontrastmittels mehrere röntgenologische Durchleuchtungen zur Beurteilung der Gefäße (Angiographie). Einen halben Tag nach der Operation (Kontrollgruppe), sowie 3, 5, 7 und 12 Tage danach werden die Schweine erneut in Narkose gelegt und mit hochdosiertem Kaliumsalz getötet. Das Herz wird für weitere Untersuchungen entfernt.

Bereich: Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel: Porcine arteriogenesis based on vasa vasorum in a novel semi?acute occlusion model using high-resolution imaging

Autoren: Jonathan M. Harnoss (1,2), Florian Krackhardt (1,2), Zully Ritter (3), Susanne Granzow (2), Dieter Felsenberg (3), Konrad Neumann (4), Lilach O. Lerman (5), Fabian Riediger (1), Philipp Hillmeister (1,2), Peter Bramlage (1,6), Ivo R. Buschmann (1,2)*

Institute: (1) Hochschulklinik für Angiologie, Zentrum für Innere Medizin I, Städtisches Klinikum Brandenburg, Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane, Hochstr. 29, 14770 Brandenburg an der Havel, (2) Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Kardiologie, Campus Virchow-Klinikum, Charité Universitätsmedizin Berlin, Berlin, (3) Zentrum für Muskel- und Knochenforschung (ZMK), Charité Universitätsmedizin Berlin, Berlin, (4) Institut für Biometrie und Klinische Epidemiologie, Charité Universitätsmedizin Berlin, Berlin, (5) Division of Nephrology and Hypertension, Department of Internal Medicine, Mayo Clinic, Rochester, USA, (6) Institut für Pharmakologie und präventive Medizin Mahlow, Mahlow

Zeitschrift: Heart Vessels 2017; 32: 1400-1409

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5013



Dokument 72Titel: Untersuchung der protektiven Wirkung von Minocyclin und einem pulsatilen Blutfluss auf die Lunge unter Einfluss einer Herz-Lungen-Maschine im Ferkelmodell
Hintergrund: In der Literatur findet man bereits mehrere Angaben dazu, dass es durch den Einsatz von Herz-Lungen-Maschinen beim Kind zu Schäden der Lunge kommt. An einem „Ferkelmodell“ wird hier untersucht, ob sich diese Schäden auch feingeweblich nachweisen lassen, und ob die Art des Blutflusses oder die Gabe eines bestimmten Medikaments diese Schäden beeinflussen können.
Tiere: 39 Schweine (Angler Sattelschweine)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuchsreihe wurde durch das Regierungspräsidium Leipzig unter den Nummern W 05/11 und 05/12 genehmigt und am Herzzentrum Leipzig, Stümpelstr. 39, 04289 Leipzig durchgeführt. Die 4-Wochen alten Ferkel werden in 5 Gruppen eingeteilt, Gruppe 1, 2 und 5 zu je 8 Tieren, Gruppe 3 mit 9 und Gruppe 4 mit 6 Tieren. Die Ferkel der ersten beiden Gruppen (Kontrollgruppen) werden mit Spritzen in die Muskulatur in Narkose gelegt. Diese Narkose wird 4 Stunden lang mittels Gaseinleitung in einen in die Luftröhre geschobenen Tubus aufrechterhalten. Über diesen Tubus erfolgt auch eine künstliche Beatmung. Der Brustkorb wird aufgeschnitten, ohne dass weitere operative Maßnahmen erfolgen. Nach den 4 Stunden erfolgt die Tötung durch Entbluten, wobei ein Tier der zweiten Gruppe bereits vorher aufgrund einer Gefäßverletzung verstirbt.

Die Schweine der anderen drei Gruppen werden nach dem gleichen Schema in Narkose gelegt, mit einem Tubus versehen und künstlich beatmet. Der Brustkorb wird aufgeschnitten, und mit sogenannten Rippenspreizern aufgeklappt. Jetzt erfolgt der Anschluss des Herzens an eine Herz-Lungen-Maschine. Solch eine Maschine übernimmt die Pumpfunktion des Herzens sowie die Lungenfunktion. Wie im normalen Blutkreislauf wird sauerstoffarmes Blut aus dem Körper abtransportiert und sauerstoffreiches Blut dem Körper zugeführt. Die Hauptschlagader (Aorta) wird dafür mit einer Klemme verschlossen und die Maschine über in mehrere Gefäße eingebrachte Kanülen mit dem Blutkreislauf verbunden. In die Herzkranzgefäße wird eine Substanz eingespritzt, die zum Herzstillstand führt. Die künstliche Beatmung wird vorübergehend gestoppt. Die Tiere bleiben 90 Minuten mit der Herz-Lungen-Maschine verbunden, wobei der Blutfluss bei den Ferkeln der Gruppe 3 und 4 kontinuierlich erfolgt und bei Gruppe 5 pulsähnlich in Schüben. Im Anschluss wird die zum Herzstillstand führende Substanz wieder aus den Herzkranzgefäßen abgesaugt und die Klemme von der Hauptschlagader entfernt. Das Herz beginnt wieder zu schlagen. 4 Stunden nach Operationsbeginn und 90 Minuten nach Ingangsetzen des Herzens werden die Tiere durch Entbluten getötet. Lunge und Herz werden für feingewebliche Untersuchungen entnommen.

Bereich: Herz-Kreislauf-Chirurgie

Originaltitel:

Autoren: Wiebke Sophie Greimann, Betreuerin Aida Salameh

Institute: Institut für Veterinär-Anatomie, Fachbereich Veterinärmedizin, Freie Universität Berlin, Koserstr. 20, 14195 Berlin und Klinik für Kinderradiologie, Herzzentrum Leipzig, Medizinische Fakultät, Universität Leipzig, Liebigstr. 20a, 04103 Leipzig

Zeitschrift: Dissertation Berlin 2017 zur Erlangung des Grades eines Doktors der Veterinärmedizin, Journal-Nr. 3966

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Dissertation

Dokumenten-ID: 5012



Dokument 73Titel: Auswirkungen einer Erhöhung des Kalziumspiegels im Futter auf die Kalziumausscheidung und Vitamin D-Stoffwechselprodukte im Blut von gesunden erwachsenen Katzen
Hintergrund: Untersuchung, ob ein unterschiedlicher Kalziumgehalt im Futter Einfluss auf den Kalzium- und Vitamin D-Spiegel im Blut von Katzen hat.
Tiere: 10 Katzen (Europäisch Kurzhaar)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Experimente durch das Landesamt für Gesundheit und Soziales in Berlin (G 0024/11). Die 5 kastrierten Kater und 5 unkastrierten Katzen sind 4 – 5 Jahre alt. Sie stammen aus der eigenen Zucht des Instituts für Tierernährung der Freien Universität Berlin.

Die Tiere müssen alle 6 Fütterungsperioden mit 6 verschiedenen Diäten durchlaufen. Das Futter enthält dabei einen Kalziumgehalt in aufsteigender Konzentration. Jede Fütterungsperiode dauert 18 Tage. In den ersten 10 Tagen werden die Katzen in Gruppen gehalten. Während der jeweils letzten 8 Tage erfolgt eine Einzelhaltung der Tiere in sogenannten metabolischen Käfigen. Diese Käfige ermöglichen über spezielle Katzentoiletten die individuelle Sammlung von Kot und Urin. Am letzten Tag jeder Fütterungsperiode wird bei allen Tieren eine Blutprobe genommen. Vorher müssen sie dafür mindestens 18 Stunden fasten. Über den weiteren Verbleib der Katzen gibt es keine Erwähnung.

Bereich: Tierernährung

Originaltitel: Impact of increasing dietary calcium levels on calcium excretion and vitamin D metabolites in the blood of healthy adult cats

Autoren: Nadine Paßlack (1)*, Bettina Schmiedchen (2), Jens Raila (2), Florian J. Schweigert (2), Friederike Stumpff (3), Barbara Kohn (4), Konrad Neumann (5), Jürgen Zentek (1)

Institute: (1) Institut für Tierernährung, Fachbereich Veterinärmedizin, Freie Universität Berlin, Königin-Luise-Str. 49, 14195 Berlin, (2) Institut für Ernährungswissenschaft, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät, Universität Potsdam, Nuthetal (3) Institut für Veterinär-Physiologie, Fachbereich Veterinärmedizin, Freie Universität Berlin, Berlin, (4) Klinik für kleine Haustiere, Fachbereich Veterinärmedizin, Freie Universität Berlin, Berlin, (5) Institut für Biometrie und klinische Epidemiologie, Charité-Universitätsmedizin Berlin, Berlin

Zeitschrift: PLoS ONE 2016; 11(2): e0149190

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5011



Dokument 74Titel: Minimal invasives chirurgisches Verfahren zum Hervorrufen eines Herzinfarkts bei Mäusen
Hintergrund: „Rezept“ für einen Herzinfarkt bei der Maus.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2015

Versuchsbeschreibung: Bei dieser Arbeit handelt es sich um ein Protokoll, das heißt eine Art Rezept, wie man bei Mäusen einen „reproduzierbaren“, also wiederholbaren, Herzinfarkt mittels minimal-invasiver Chirurgie auslösen kann. Bei den narkotisierten Mäusen wird durch einen 0,5 cm langen Schnitt im Halsbereich ein Beatmungsschlauch in die Luftröhre eingeführt. Durch einen weiteren 0,5 cm langen Schnitt zwischen zwei Rippen wird der Brustkorb geöffnet. Der nun sichtbare Herzbeutel wird entfernt. Dem schlagenden Herz wird ein Faden um eine Herzkranzarterie gelegt und zugezogen. So wird ein Herzinfarkt simuliert. Der Brustkorb wird mit Fäden zugenäht. Für eine temporäre Minderdurchblutung des Herzens wird der Faden um die Herzkranzarterie für die gewünschte Zeit belassen und dann wieder entfernt, bevor man den Brustkorb verschließt.

Das weitere Schicksal der Mäuse wird nicht erwähnt.

Bereich: Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel: Minimal invasive surgical procedure of inducing myocardial infarction in mice

Autoren: Adelina Curaj, Sakine Simsekyilmaz, Mareike Staudt, Elisa Liehn*

Institute: Institut für Molekulare Herz-Kreislauf-Forschung (IMCAR), RWTH Aachen, Pauwelstr. 30, 52074 Aachen

Zeitschrift: Journal of Visualized Experiments 2015; 99: e52197

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5010



Dokument 75Titel: Vier-Faktor-Prothrombinkomplex-Konzentrat kehrt eine mit Apixaban verbundene Blutung bei einem Kaninchenmodell für akute Blutung um
Hintergrund: Test eines Mittels, das die Wirkung eines Blutgerinnungshemmers aufheben soll.
Tiere: 53 Kaninchen
Jahr: 2015

Versuchsbeschreibung: Zunächst wird eine Dosisfindungsstudie gemacht, bei der jeweils 5 betäubte Kaninchen Apixaban in unterschiedlichen Dosierungen in eine Vene gespritzt bekommen. Apixaban ist ein Gerinnungshemmungsmittel, das bei menschlichen Patienten zur Verhinderung von Blutpfropfbildung eingesetzt wird. 3 Kaninchen erhalten zur Kontrolle eine wirkungslose Kochsalzlösung. Allen Tieren wird der Bauch aufgeschnitten und in die Niere wird ein standardisierter Schnitt gemacht. Es wird die austretende Blutmenge gemessen sowie die Zeit, bis die Blutung von allein aufhört. Bei der Plazebogruppe ist das nach etwa 3 Minuten der Fall. Die Apixaban-Gruppen bluten je nach Dosis bis zu 30 Minuten lang, wobei der Versuch an dieser Stelle, d.h. nach 30 Minuten, abgebrochen wird. Das weitere Schicksal der Tiere wird nicht erwähnt.

Im zweiten Teil der Studie wird narkotisierten Kaninchen eine bestimmte Dosis Apixaban in eine Vene injiziert und 3 Minuten später ein Medikament zur Blutstillung, das also die gerinnungshemmende Wirkung des Apixaban aufheben soll. Dabei werden 6 Gruppen mit je 5 Kaninchen unterschiedliche Dosen des blutstillenden Medikaments verabreicht. Wieder wird der Bauch aufgeschnitten, um einen Schnitt in die Niere zu machen und den Blutaustritt bzw. die zeitliche Länge der Blutung zu beurteilen. Das Medikament verringert die Blutungszeit auf etwa 10 Minuten. Nach 30 Minuten wird der Versuch wieder beendet. Das weitere Schicksal der Kaninchen wird nicht erwähnt.

Die Arbeit wurde durch die CSL Behring GmbH Marburg finanziert.

Bereich: Pharmakologie

Originaltitel: Four-factor prothrombin complex concentrate reverses apixaban-associated bleeding in a rabbit model of acute hemorrhage

Autoren: Eva Herzog*, F. Kaspereit, W. Krege, J. Müller-Cohrs, B. Doerr, P. Niebl, G. Dickneite

Institute: Forschung, CLS Behring GmbH, 35002 Marburg

Zeitschrift: Journal of Thrombosis and Haemostasis 2015; 13: 2220-2226

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5009



Dokument 76Titel: Chemoprävention mit Somatulin(c) verlangsamt das Fortschreiten von neurohormonellem Bauchspeicheldrüsenkrebs bei einem Mausmodell für Multiple Endokrine Neoplasien Typ 1 (MEN1)
Hintergrund: Test eines potenziellen Medikaments gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Tiere: 50 Mäuse (mehr als)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche finden an der Philipps-Universität Marburg statt. Die Details zur Genehmigung werden nicht genannt. Die Mäuse, bei denen ein bestimmtes Gen ausgeschaltet wurde, stammen von Dr. Chang-Xian Zhang, International Agency for Research on Cancer, Lyon, Frankreich. Durch die Genveränderung entwickeln die Mäuse Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die Tiere werden in Marburg weitergezüchtet. Nachdem eine „große Kohorte“ gezüchtet worden ist, wird allen Mäusen ein Stück Schwanz abgeschnitten, um aus der Gewebeprobe zu analysieren, ob die gewünschte Genveränderung vorhanden ist oder nicht. Für den eigentlichen Versuch werden 50 genveränderte Mäuse verwendet. Was mit den nicht „geeigneten“ Mäusen geschieht, wird nicht erwähnt.

Im Alter von 35 Tagen wird die Hälfte der Tiere mit dem Krebsmedikament Somatulin behandelt, indem es einmal monatlich unter die Haut gespritzt wird. Die andere Hälfte erhält zur Kontrolle ein Plazebo. Nach 6, 9, 12, 15 und 18 Monaten werden jeweils 5 Mäuse aus jeder Gruppe durch Ersticken mit CO2 getötet. Anzahl und Größe der Tumore in der Bauchspeicheldrüse werden erfasst.

Die Arbeit wurde durch die Anneliese-Pohl-Stiftung für Habilitationsförderung finanziert.

Bereich: Krebsforschung

Originaltitel: Chemoprävention with Somatuline(c) delays the progression of pancreatic neuroendocrine neoplasms in a mouse model of multiple endocrine neoplasia type 1 (MEN1)

Autoren: Caroline L. Lopez (1), Barbara Joos (1), Detlef K. Bartsch (1), Jerena Manoharan (1), max Albers (1), Emily P. Slater (1), Carmen Bollmann (1), Sylvia Roth (1), Aninja bayer (1), Volker Friedrich (2)*

Institute: (1) Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Philipps-Universität Marburg, Baldingerstraße, 35041 Marburg, (2) Abteilung für Endokrine Chirurgie, Schön-Klinik Hamburg Eilbeck, Hamburg

Zeitschrift: World Journal of Surgery 2019: doi:10.1007/s00268-018-4839-8

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5008



Dokument 77Titel: Photoperiodische und tageszyklische Regulation der WNT-Signalübertragung im Nucleus arcuatus des weiblichen Dsungarischen Hamsters, Phodopus sungorus
Hintergrund: Gen-Ausprägung im Gehirn von Hamstern bei unterschiedlichen Licht-Dunkel-Perioden.
Tiere: 16 Hamster (mindestens 16 Dsungarische Hamster)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Dsungarischen Hamster (Zwerghamster) stammen aus der Zucht der Uni Marburg. Im Alter von 3 Wochen werden sie entwöhnt und einzeln bei einem Tageszyklus von 16 h Licht und 8 h Dunkel (LD) untergebracht, andere bei 8 h Licht und 16 h Dunkel (DL). Einige Hamster aus jeder Gruppe werden nach 8 Wochen entweder durch Genickbruch oder durch Durchströmen mit einer Flüssigkeit getötet. Bei letzterer Tötungsmethode wird unter Narkose eine Nadel ins Herz gestochen und eine Kochsalzlösung ins Herz gepumpt, bis alles Blut ersetzt ist und das Tier stirbt. Andere Hamster werden unter LD bis zu einem Alter von 3-5 Monaten gehalten und dann 8 Wochen lang entweder weiter LD oder 8 Wochen DL ausgesetzt. Dann werden sie ebenfalls getötet. Ihre Gehirne werden auf bestimmte Gen-Ausprägungen untersucht.

Die Arbeit wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Bereich: Biorhythmusforschung, Tierphysiologie

Originaltitel: Photoperiodic and diurnal regulation of WNT signaling in the arcuate nucleus of the female Djungarian Hamster, Phodopus sungorus

Autoren: Alisa Boucsein (1,2), Jonas Benzler (2), Cindy Hempp (2), Sigrid Stöhr (2), Gisela Helfer (3), Alexander Tups (1,2)*

Institute: (1) Department of Physiology, Centre for Neuroendocrinology and Brain Health Research Centre, University of Otago, Dunedin, Neuseeland, (2)* Tierphysiologie, Fachbereich Biologie, Philipps-Universität Marburg, 35032 Marburg, (3) Rowett Institute of Nutrition and Health, University of Aberdeen, Aberdeen, Schottland, Großbritanien

Zeitschrift: Endocrinology 2016; 157(2): 799-809

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5007



Dokument 78Titel: Einblicke in die Bildung von kollateralen Herzkranzgefäßen bei einem neuen „Schweine-Modell“ für semiakute Infarkte
Hintergrund: An Schweinen, bei denen künstlich ein Herzinfarkt ausgelöst wurde, soll untersucht werden, ob es zur Neubildung von Gefäßen im geschädigten Herzmuskelbereich kommt.
Tiere: 18 Schweine (Deutsche Landrasse)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Der Versuch wird vom Landesamt für Gesundheit und Soziales in Berlin (LAGeSo, G 0165/06) genehmigt. Die ca. 3 Monate alten Schweine (32-44 kg) stammen von der Lehr- und Versuchsanstalt für Tierzucht und Tierhaltung in Teltow. In Narkose werden die Tiere in Rückenlage gebracht und über die Oberschenkelvene mehrere Katheter bis in die Herzkranzgefäße vorgeschoben. Es erfolgen nach Injektion eines Kontrastmittels mehrere röntgenologische Durchleuchtungen zur Beurteilung der Gefäße (Angiographie). Anschließend wird in ein Herzkranzgefäß über den Katheter ein gefalteter Stent eingesetzt. Stents sind kleine Metallröhren, die eigentlich in Blutgefäße eingesetzt werden, um diese offen zu halten. In diesem Fall ist der Stent aber so verändert worden, dass er zu einer Einengung des Gefäßes führt, was einen Gefäßverschluss simulieren soll. Anschließend erfolgt erneut eine Angiographie, um den Verengungsgrad des Gefäßes zu bestimmen. Außerdem werden bei den Schweinen unter Narkose Magnetresonanzaufnahmen gemacht. Die Dosis des Narkosemittels wird dabei teilweise vorübergehend stark erhöht, um einen kurzfristigen Atemstillstand (6-10 Sekunden) zu erreichen. Dadurch werden Verwackelungen in den Bildern vermieden.

Um auch Bilder zu bekommen, bei denen das Herz stark gestresst ist, bekommen die Schweine ein Medikament gespritzt, welches die Herzfrequenz stark verlangsamt. Wie lange die Tiere in Narkose sind, wird nicht beschrieben. Nach der Operation werden die Tiere in zwei Gruppen aufgeteilt. Die 9 Tiere der ersten Gruppe werden noch weitere 12 Tage überwacht. Bei allen Schweinen dieser Gruppe kommt es innerhalb der ersten Woche zum vollständigen Verschluss des Herzkranzgefäßes mit dem eingesetzten Stent. Das bedeutet, dass ein bestimmter Herzmuskelbereich nicht mehr durchblutet wird, also ein Herzinfarkt vorliegt. Am Ende werden die Tiere erneut unter Narkose mittels Angiographie und Magnetresonanzmessungen untersucht, bevor sie auf nicht beschriebene Weise getötet werden und das Herz für weitere Untersuchungen entfernt wird.

Bei den 9 Tieren der zweiten Gruppe erfolgen alle 14 Tage Angiographie- und Magnetresonanzuntersuchungen bis zum 56. Tag. Je ein Schwein dieser Gruppe stirbt 3 bzw. 14 Tage nach dem Setzen des Stents. 6 der restlichen Tiere entwickeln innerhalb von 14 Tagen einen totalen Verschluss des Gefäßes, d. h. einen Herzinfarkt. Bei einem Schwein kommt es erst nach 28 Tagen zu einem kompletten Gefäßverschluss. Am 56. Tag werden die Tiere auf nicht genannte Weise getötet und das Herz für weitere Untersuchungen entfernt.

Bereich: Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel: Insights into coronary collateral formation from a novel porcine semiacute infarction model

Autoren: Florian Krackhardt (1)*, Jonathan M. Harnoss (1,7), Matthias W. Waliszewski (1), Zully Ritter (2), Susanne Granzow (1), Dieter Felsenberg (2), Konrad Neumann (3), Lilian O. Lerman (8), Philipp Hillmeister (1,7), Rolf Gebker (4), Ingo Paetsch (5), Fabian Riediger (7), Peter Bramlage (1,6), Ivo R. Buschmann (7)

Institute: (1) Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Kardiologie, Campus Virchow-Klinikum, Charité Universitätsmedizin Berlin, Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin, (2) Zentrum für Muskel- und Knochenforschung (ZMK), Campus Benjamin Franklin, Charité Universitätsmedizin Berlin, (3) Institut für Biometrie und Klinische Epidemiologie, Campus Charité Mitte, Charité Universitätsmedizin Berlin, (4) Deutsches Herzzentrum Berlin, Berlin, (5) Abteilung für Elektrophysiologie, Herzzentrum Leipzig, Universität Leipzig, HELIOS Klinikum, Leipzig, (6) Institut für Pharmakologie und präventive Medizin Mahlow, Mahlow, (7) Hochschulklinik für Angiologie, Medizinischen Hochschule Brandenburg, Campus Brandenburg an der Havel, (8) Department of Internal Medicine, Division of Nephrology and Hypertension, Mayo Clinic, Rochester, Minnesota, USA

Zeitschrift: Coronary Artery Disease 2018; 29(2): 17-137

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5006



Dokument 79Titel: Die Blockade des P2Y1-Rezeptors normalisiert Netzwerkstörungen und Gedächtnisleistungen in einem Alzheimer-Modell
Hintergrund: An einem „Tiermodell“ für Alzheimer werden Nervenaktivität und Eiweißansammlungen einer bestimmten Hirnregion untersucht. Außerdem versucht man den Einfluss verschiedener Medikamente auf Gehirnaktivität und Gedächtnisleistung von Tieren zu bestimmen, die künstlich hervorgerufen alzheimerähnliche Symptome entwickeln.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Genehmigung der Versuche erfolgt durch das Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz (LANUV) des Landes NRW. Mäuse mit gentechnischen hergestellten Defekten und deren gesunde Geschwistertiere werden entweder vom DZNE in Tübingen oder von der Universität San Diego „zur Verfügung gestellt“. Dabei haben die Tiere aus Tübingen einen Gendefekt, der dazu führt, dass sie im Alter von 6-8 Wochen Proteinablagerungen im Gehirn entwickeln. Die erkrankten Mäuse aus San Diego besitzen einen Gendefekt, der zu einem Fehler in der Signalübertragung im Gehirn und bei erhöhter Aktivität bestimmter Nervenzellen zu einem Anstieg von Kalzium führt. Der Kalziumgehalt lässt so Rückschlüsse auf die Aktivität bestimmter Hirnbereiche schließen. Die Tiere der beiden Gruppen werden mehrfach miteinander verpaart, um Mäuse zu züchten, die sowohl die Eiweißablagerungen entwickeln als auch die fehlerhafte Reizweiterleitung im Gehirn besitzen. Meistens werden bei diesen Verpaarungen mehrere Generationen erzeugt. Außerdem sind bei vielen der Tiere einer oder beide Defekte nicht ausgebildet, so dass sie für die Studie nicht in Frage kommen. Was mit diesen Mäusen geschieht, wird nicht erwähnt.

Die Tiere werden in mehrere Gruppen geteilt:

Einem Teil der Mäuse (mit oder ohne genetische Defekte) wird ein Stück des Schädeldaches (5 mm Durchmesser) und der Hirnhaut entfernt, um ein Medikament direkt 45 Minuten auf der Oberfläche des Gehirns einwirken zu lassen. Nach dieser Zeit wird ein Deckglas mit Silikon auf das Loch geklebt. Anschließend wird mit einem besonderen Mikroskop die Nervenaktivität der Gehirne gemessen. Zusätzlich wird anderen Mäusen unter Narkose zwischen den Schulterblättern Minipumpen implantiert, die über einen Schlauch mit einer ins Gehirn gestochenen Kanüle verbunden sind. Über diese Minipumpen wird sechs Wochen lang täglich eines von drei Medikamenten direkt ins Gehirn abgegeben. Nach diesem Zeitraum werden die Mäuse wieder in Narkose gelegt. Ihnen wird ein Farbstoff direkt in die Hirnrinde gespritzt, mit dessen Hilfe die Nervenaktivität des Gehirns bildlich dargestellt werden kann.

Wiederum andere Mäuse werden narkotisiert mit ihrem Kopf in einen Rahmen gespannt. An einer bestimmten Stelle wird mit einem Zahnbohrer ein Loch in die Schädeldecke gebohrt und ein Virus ins Gehirn gespritzt. Dieses Virus führt dazu, dass Nervenaktivität durch Fluoreszenz besser nachgewiesen werden kann. Zwei Wochen nach der Injektion des Virus werden die Tiere erneut mit ihrem Kopf in einen Rahmen gespannt. Der Schädel wird mit einem Zahnbohrer 3 mm aufgebohrt. Die Hirnhaut wird entfernt und die äußerste Schicht des Gehirns mit einer Spritze abgesaugt, so dass eine bestimmte Hirnregion freiliegt. Ein Metallrohr wird in das Loch gedrückt und mit Zahnzement auf den Schädelknochen befestigt. Die Öffnung des Rohres wird mit einem Deckglas verschlossen. Neben das Rohr wird ein Metallstab geklebt, der zur Fixierung des Kopfes dient. Anderen Mäusen wird ein „Hirnrinden-Fenster“ von 5 mm Durchmesser in den Schädel gebohrt. Vier Wochen nach diesen Operationen erfolgt die Untersuchung der Nervenaktivität mit Hilfe eines speziellen Mikroskops, welches die Fluoreszenz messen kann.

In Verhaltenstests, die 5 Wochen nach der Implantation der Minipumpe stattfinden, wird das Erinnerungsvermögen gesunder und gentechnisch veränderter Mäuse verglichen, die auf die oben beschriebenen verschiedenen Weisen behandelt wurden. Im Barnes-Labyrinth-Experiment muss eine Maus auf einer hell erleuchteten Plattform (122 cm im Durchmesser) in Gegenwart eines kontinuierlichen Klickgeräusches eine Fluchtbox finden. Diese befindet sich unter einem von zwanzig 5 cm großen Löchern. Alle anderen Löcher sind verschlossen. Wenn sie die Fluchtbox erreicht, verstummt das Geräusch. Am Tag 5 (Probeversuch) wird die Schachtel entfernt, das Zielloch verschlossen und die Mäuse müssen das Labyrinth 60 Sekunden nach der Fluchtbox absuchen, die nicht mehr vorhanden ist. Der Morris-Wasserlabyrinth-Test wird unter Verwendung eines kreisförmigen Pools (Durchmesser 110 cm) durchgeführt, der mit trübem Wasser gefüllt ist und in dem sich eine Plattform 1 cm unter der Wasseroberfläche befindet. Eine Maus wird ins Wasser gesetzt und muss schwimmend innerhalb von 60 Sekunden die Plattform finden. Wenn die Mäuse die Plattform nicht in der vorgegebenen Zeit erreichen, werden sie per Hand darauf platziert. Für die Probeversuche, die 24 Stunden nach der letzten Trainingseinheit durchgeführt werden, wird die Plattform entfernt. Ist das Finden der Stelle der Fluchtbox bzw. der Stelle der Plattform im Wasser verzögert, gilt dies als schlechtes Gedächtnis.

Am Ende der Studie werden die Mäuse auf nicht genannte Weise getötet und ihre Gehirne für feingewebliche Untersuchungen entnommen. Der genaue Zeitpunkt der Tötung wird nicht erwähnt.

Finanziert werden die Versuche durch folgende Förderungen/Förderprogramme: Neurodegenerative Disease Research Program (European Union Joint Program, Horizon 2020 Framework Program), Alzheimer Forschung Initiative (AFI), Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Deutsche Forschungsgemeinschaft (Cluster of Excellence ImmunoSensation (EXC 1023), SFB 1089), NRW-Rückkehrprogramm.

Bereich: Alzheimerforschung

Originaltitel: P2Y1 receptor blockade normalizes network dysfunction and cognition in an Alzheimer’s disease model

Autoren: Nicole Reichenbach (1), Andrea Delekate (1), Björn Breithausen (2), Kevin Keppler (1), Stefanie Poll (1), Theresa Schulte (1), Jan Peter (1), Monika Plescher (1), Jan N. Hansen (1), Nelli Blank (1), Armin Keller (1), Martin Fuhrmann (1), Christian Henneberger (1,2,3), Annett Halle (1,4), Gabor C. Petzold (1,5)*

Institute: (1) Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE), Venusberg-Campus 1, Gebäude 99, 53127 Bonn, (2) Institut für Zelluläre Neurowissenschaften, Universitätsklinikum Bonn, Bonn, (3) Institute of Neurology, University College London, England, (4) Institut für Neuropathologie, Universitätsklinikum Bonn, Bonn, (5) Klinik und Poliklinik für Neurologie, Universitätsklinikum Bonn, Bonn

Zeitschrift: Journal of Experimental Medicine 2018; 215(6): 1649-1663

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5005



Dokument 80Titel: Behandlung mit Thalidomid schützt Ratten vor einer chronischen Abstoßungsreaktion nach Aorten-Transplantation
Hintergrund: Untersuchung zum Einfluss von Thalidomid (Contergan) auf die Abstoßungsreaktionen nach Herz- und Gefäßtransplantationen bei Ratten.
Tiere: 36 Ratten (mindestens)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Ratten stammen von Charles River Laboratories in Deutschland. Genehmigt wird der Versuch vom Amt für Gesundheit und Verbraucherschutz in Hamburg. Für die Studie werden wegen der genetischen Unterschiede Ratten verschiedener Stämme benutzt. Es gibt zwei Teilexperimente:

In einem ersten Versuch werden sogenannte Spendertiere in Narkose gelegt. Über einen Schnitt in Bauch- und Brustwand wird die große Brust-/ Baucharterie freigelegt und ein etwa 1,5 cm langes Stück herausgeschnitten. Was mit den Spendertieren geschieht, wird nicht erwähnt. Vermutlich verbluten sie im Rahmen des Eingriffes. Bei sogenannten Empfängertieren wird ebenfalls in Narkose ein Bauchschnitt gemacht und direkt unterhalb der Niere ein Stück Arterie entfernt. Anschließend wird dieses Stück durch eine Arterie eines Spendertieres ersetzt und die Enden werden zusammengenäht. Die Einteilung der Empfängertiere erfolgt in 3 Gruppen mit jeweils 6 Tieren: Kontrollgruppe, Medikamentengruppe und Placebogruppe. Dabei erhalten die Ratten der Kontrollgruppe Arterien von Tieren desselben Stammes und die der beiden anderen Gruppen Arterien eines anderen Stammes. In den nächsten 30 Tagen bekommen die Ratten über eine Magensonde Thalidomid (Contergan, Medikamentengruppe) oder ein Placebo (Placebogruppe) eingegeben. Nach Tötung auf nicht genannte Weise werden die eingesetzten Arterien entfernt und feingeweblich untersucht.

In einer zweiten Versuchsreihe wird das Herz eines Spendertieres in der Bauchhöhle eines Empfängertieres mit den dort vorhandenen Arterien und Venen verbunden. Der eigentliche Versuchsablauf geht auf eine Methode zurück, die in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt wurde. Auch hier gibt es die Einteilung in drei Gruppen zu je 6 Tieren: Kontrollgruppe (Spender- und Empfängertiere gehören demselben Stamm an), Medikamenten- und Placebogruppe (unterschiedlicher Stamm). Nach dem Eingriff bekommen die Tiere der zweiten und dritten Gruppe über eine Magensonde 6 Tage lang Contergan oder ein Placebo verabreicht. Nach Tötung der Tiere auf nicht genannte Weise werden die transplantierten Herzen für weitere Untersuchungen entnommen.

Finanziert wird die Studie von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Internationalen Gesellschaft für Herz- und Lungentransplantation, der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung und den National Institutes of Health (NIH).

Bereich: Transplantationsmedizin, Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel: Thalidomide treatment prevents chronic graft rejection after aortic transplantation in rats

Autoren: Katharina K. Miller (1,2,3,4), Dong Wang (1,2,3,4), Xiaomeng Hu (1,2,3,4), Xiaoqin Hua (1,3,4), Tobias Deuse (1,2,3,4,5), Evgenios Neofytou (6,7), Thomas Renne (8,9), Joachim Velden (10), Hermann Reichenspurner (3,4,5), Sonja Schrepfer (1,2,3,4,5)*, Daniel Bernstein (11,12)

Institute: (1)* Universitäres Herz- und Gefäßzentrum, TSI Labor (Transplantat und Stammzellimmunologie), Martinistr. 52, 20246 Hamburg, (2) Department of Surgery, Transplant and Stem Cell Immunobiology (TSI)-Lab, University California San Francisco (UCSF), San Francisco, USA, (3) Cardiovascular Research Center (CVRC), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, (4) Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) e.V., Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, (5) Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie, Universitäres Herz- und Gefäßzentrum, Hamburg, (6) Stanford Cardiovascular Institute, Stanford University School of Medicine, Stanford, USA, (7) Division of Cardiology, Department of Medicine, Stanford University School of Medicine, Stanford, USA, (8) Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, (9) Department of Molecular Medicine and Surgery, Karolinska Institute, Stockholm, Schweden, (10) Evotec AG, Manfred Eigen Campus, Hamburg, (11) Stanford Cardiovascular Institute, Stanford University School of Medicine, Stanford, USA, (12) Department of Pediatrics (Cardiology) and the Cardiovascular Institute, Stanford University, Stanford, USA

Zeitschrift: Transplant International 2017; 30(11): 1181-1189

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5004



Dokument 81Titel: Die Heading-Darstellung beim Primaten wird durch ruckartige Augenbewegungen gestaucht
Hintergrund: Untersuchungen zur Frage, wie das Affengehirn langsame und schnelle Augenbewegungen verarbeitet.
Tiere: 3 Affen (Rhesusaffen)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Arnsberg und dem Regierungspräsidium Gießen genehmigt. Die drei Affen (C, H und R) wurden zuvor in anderen Versuchen eingesetzt. Unter Narkose werden den Tieren Metallspulen auf die Lederhaut beider Augen einoperiert, mit denen die Augenbewegungen registriert werden können. Für Einzelheiten zum Prozedere wird auf eine Arbeit aus dem Jahr 2009 verwiesen. Der Publikation zufolge werden den Affen ein Kopfhalterbolzen und eine Kammer über einem Bohrloch im Schädel implantiert, durch die später Elektroden in das Gehirn eingelassen werden. Während der Versuche sitzen die Affen in einem Primatenstuhl mit fixiertem Kopf, d.h., der Haltebolzen wird an einem Gestell befestigt, so dass der Affe seinen Kopf nicht mehr bewegen kann. Auf einem Bildschirm vor dem Affen erscheint ein Punkt, dessen langsame oder ruckartige Bewegungen das Tier mit seinen Augen verfolgen muss. Als „Trainingsmethode“ wird Flüssigkeitsentzug eingesetzt. Das heißt, wenn der Affe dem Forscherwunsch entsprechend reagiert, erhält er etwas Flüssigkeit. Während der Affe den Punkt anschaut, werden mit Hilfe der Elektroden Hirnströme gemessen. Das weitere Schicksal der Tiere wird nicht erwähnt. Oft werden Affen in der Hirnforschung über viele Jahre in verschiedenen Versuchen eingesetzt.

Es werden ähnliche (wenn auch nicht invasive) Versuche mit freiwilligen Menschen durchgeführt.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, Collaborative Research Center CRC/TRR-135und Research Unit RU-1847 unterstützt.

Bereich: Hirnforschung, Sehforschung, Neurophysiologie

Originaltitel: Heading representations in primates are compressed by saccades

Autoren: Frank Bremmer (1)*, Jan Churan (1), Markus Lappe (2)

Institute: (1) AG Neurophysik und Center for Mind, Brain and Behavior (MCMBB), Philipps-Universität Marburg, Karl-von-Frisch-Str. 8a, 35043 Marburg, (2) Institut für Psychologie & Otto Creutzfeldt Zentrum für Kognitive und Verhaltens-Neurowissenschaften, Universität Münster, Münster

Zeitschrift: Nature communications 2017; 8 (929). Doi: 10.1038/s41467-017-01021-5

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5003



Dokument 82Titel: Entschlüsselung der Zieldistanz und Amplitude einer ruckartigen Augenbewegung durch die Populationsaktivität im seitlichen intraparientalen Bereich (LIP) beim Makaken-Affen
Hintergrund: Untersuchungen zur Frage, wie das Affengehirn ruckartige Augenbewegungen verarbeitet.
Tiere: 2 Affen (Rhesusaffen)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Bei den beiden männlichen Rhesusaffen (Affe C und K) wird zunächst unter Narkose ein Bolzen auf dem Schädel implantiert. Affe C erhält zudem Metallspulen auf die Lederhaut beider Augen eingesetzt. Mit diesen können später die Augenbewegungen des Tieres registriert werden. Bei Affe K wird die Augenverfolgung nicht-invasiv mit Hilfe einer Infrarottechnik durchgeführt. Dann werden die Affen „trainiert“ mit fixiertem Kopf in einem Affenstuhl zu sitzen. Der Kopfhalter wird dabei an einem Gestell befestigt, so dass das Tier seinen Kopf nicht mehr bewegen kann. Die Versuche finden in totaler Dunkelheit statt. Auf einem Bildschirm vor dem Affen erscheint ein Punkt, den der Affe mit den Augen anstarren muss. Wenn der Punkt an eine andere Stelle des Bildschirms springt, muss der Affe eine ruckartige Augenbewegung dorthin machen. Anschließend muss der Affe, den nun sich bewegenden Punkt mit den Augen verfolgen. Macht er alles richtig, bekommt er Wasser oder Apfelsaft als „Belohnung“. Üblicherweise erhalten die Tiere außerhalb der Experimente nichts zu trinken, damit sie genügend durstig sind, um für einen Tropfen Flüssigkeit den Forscherwunsch zu erfüllen.

Haben die Affen die Aufgabe gelernt, erfolgt die zweite Operation, bei der eine Stahlkammer über einem Bohrloch im Schädel mit Hilfe von Schrauben und Dentalzement befestigt wird. Bei den eigentlichen Versuchen werden Elektroden durch die Kammer in das Hirngewebe eingelassen, um die Aktivitäten einzelner Nerven zu messen, während der Affe die zuvor gelernte Aufgabe absolviert. Das weitere Schicksal der Tiere wird nicht erwähnt. Oft werden Affen in der Hirnforschung über viele Jahre in verschiedenen Versuchen eingesetzt.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Bereich: Hirnforschung, Sehforschung, Neurophysiologie

Originaltitel: Decoding target distance and saccade amplitude from population activity in the macaque lateral intrapariental area (LIP)

Autoren: Frank Bremmer*, Andre Kaminiarz, Steffen Klingenhoefer, Jan Churan

Institute: AG Neurophysik, Philipps-Universität Marburg, Karl-von-Frisch-Str. 8a, 35043 Marburg

Zeitschrift: Frontiers in Integrative Neuroscience 2016; 10: 30. Doi: 10.3389/fnint.2016.00030

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5002



Dokument 83Titel: Biomechanische, mikrocomputertomographische und immunohistochemische Analyse der frühen Knochenintegration von eingesetzten Titanimplantaten nach einer Kieferkammplastik unter Verwendung von gezogenen Zahnwurzeln
Hintergrund: Tests zum Auffüllen von Kieferknochenlöchern bei Hunden.
Tiere: 16 Hunde (Foxhounds)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Natur und Verbraucherschutz (LANUV) in Recklinghausen genehmigt. Verwendet werden 9 männliche und 7 weibliche durchschnittlich 2 Jahre alte Foxhounds ungenannter Herkunft. Zunächst werden den Tieren unter Narkose 10 Backenzähne aus dem Unterkiefer gezogen (5 je Seite). Dort, wo die Zähne fehlen, werden 6 quaderförmige Löcher (9 x 6 x 10 mm) in den Unterkieferknochen gefräst. Diese sollen geschädigte Kieferknochen beim Menschen simulieren.

Nach einer 12-wöchigen Heilungsphase haben sich im Unterkiefer chronische Defekte entwickelt. Drei der Defekte werden nun aufgefüllt: einer davon mit einem aus dem Unterkieferknochen geschnittenen Knochenblock und 2 mit Zahnwurzeln. Dazu werden aus dem Oberkiefer zwei Backenzähne gezogen. Die Zahnwurzeln werden so zurechtgeschnitten, dass sie in die zuvor gebohrten Löcher passen. Aus dem Unterkieferknochen, hinter dem letzten gezogenen Zahn, wird ein quaderförmiges Stück Knochen herausgeschält, das in eins von den weiter vorn gebohrten Löchern eingesetzt wird. Sowohl das Knochenstück als auch die eingebrachten Zahnwurzeln werden jeweils mit einer Stahlschraube fixiert. Das Zahnfleisch wird darüber vernäht.

Nach weiteren 12 Wochen erfolgt die dritte Operation. Nun werden Titanimplantate (nicht ganz klar, wie viele) in den Unterkiefer eingebracht. Nach weiteren 3 Wochen werden die Hunde durch eine Überdosis Pentobarbital getötet. Die Kiefer werden auf verschiedene Weise untersucht.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und das International Team of Oral Implantation (ITI), Basel, Schweiz, unterstützt.

Bereich: Kieferchirurgie, Implantologie

Originaltitel: Biomechanical, micro-computed tomographic and immunohistochemical analysis of early osseous integration at titanium implants placed following lateral ridge augmentation using extracted tooth roots

Autoren: Kathrin Becker (1), Dieter Drescher (2), Ralf Hönscheid (2), Vladimir Golubovic (1), Ilja Mihatovic (1), Frank Schwarz (1)*

Institute: (1) Poliklinik für Zahnärztliche Chirurgie und Aufnahme, Westdeutsche Kieferklinik, Universitätsklinikum Düsseldorf, Moorenstr. 5, 40225 Düsseldorf, (2) Poliklinik für Kieferorthopädie, Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf

Zeitschrift: Clinical Oral Implants Research 2017; 28(3): 334-340

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5001



Dokument 84Titel: Die Rolle von Nicht-Häm-Eisen in der Nahrung und einer peripheren Nervenentzündung bei der Entwicklung einer peripheren Neuropathie (PN) bei übergewichtigen nicht-diabetischen ob/ob-Mäusen mit Leptin-Mangel
Hintergrund: Zusammenhang zwischen einer durch Übergewicht verursachten Nervenkrankheit und dem Eisengehalt der Nahrung.
Tiere: 42 Mäuse
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche wurden von der Landesdirektion Sachsen unter der Nummer TVV 63/12 genehmigt. Es werden 21 ob/ob-Mäuse verwendet, die aufgrund einer Genmutation übermäßig viel Nahrung zu sich nehmen und übergewichtig werden. Als Kontrolle werden 21 Mäuse verwendet, die diese Genmutation nur zum Teil aufweisen. Gruppen von je 7 Mäusen erhalten vier Monate lang Futter, das wenig, normal oder viel Eisen enthält. Mehrfach wird eine Blutprobe aus der Schwanzvene entnommen, um den Blutzuckerspeigel zu messen. Am Anfang und Ende der Testperiode wird die Nervenleitgeschwindigkeit gemessen, indem Nadel-Elektroden im Bereich des Fußknöchels und zwischen den Zehen in die Haut gestochen werden. Am Ende der Testzeit werden mindestens 5 Mäuse pro Gruppe - vermutlich aber alle – durch Einleiten der Fixierungslösung Formaldehyd ins Herz getötet. Eine Betäubung wird nicht erwähnt, ist aber wahrscheinlich. Die Ischiasnerven werden herausgeschnitten und untersucht.

Die Arbeit wurde unterstützt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Das Deutsche Diabetes-Zentrum und die Universität Würzburg.

Bereich: Übergewichtsforschung

Originaltitel: The role of dietary non-heme iron load and peripheral nerve inflammation in the development of peripheral neuropathy (PN) in obese non-diabetic leptin-deficient ob/ob mice

Autoren: Joanna Kosacka (1), Katrin Woidt (2), Klaus V. Toyka (3), Sabine Paeschke (2), Nora Klöting (4,5), Ingo Bechmann (2), Matthias Blüher (4), Joachim Thiery (6), Susann Ossmann (7), Petra Baum (1), Marcin Nowicki (2)*

Institute: (1) Klinik und Poliklinik für Neurologie, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig, (2)* Institut für Anatomie, Universität Leipzig, Liebigstr. 20, 04103 Leipzig, Neurologische Klinik und Poliklinik, Universitätsklinikum Würzburg, Würzburg, (4) Universitätsmedizin Leipzig, Leipzig, (5) Universitätsmedizin Leipzig, Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen, Universität Leipzig, Leipzig, (6) Institut für Labormedizin, Klinische Chemie und Molekulardiagnostik (ILM), Universität Leipzig, Leipzig, (7) Herzzentrum, Universität Leipzig, Leipzig

Zeitschrift: Neurological Research 2019; 41(4): 341-353

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5000



Dokument 85Titel: Ein Genexpressions-Profil in Fettgewebe von Sprague Dawley-Ratten identifiziert den Riechrezeptor 984 als potenzielles Ziel für eine Behandlung
Hintergrund: Welche Gene sind beteiligt bei Ratten, die trotz fettreichem Futter normalgewichtig bleiben?
Tiere: 10 Ratten
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Es werden männliche Ratten der Zuchtlinie Sprague Dawley ungenannter Herkunft verwendet. Die Tiere werden mit fettreichem Futter ernährt. Einige Ratten werden übergewichtig, während andere ihr Normalgewicht behalten. Von je 5 übergewichtigen und normalgewichtigen Ratten wird Fettgewebe auf die Genausprägung untersucht. Ob die Tiere dafür getötet werden, wird nicht erwähnt. Für Details wird auf eine frühere Arbeit verwiesen.

Die Arbeit wurde unterstützt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Bereich: Übergewichtsforschung, Stoffwechselphysiologie

Originaltitel: Gene expression profiling in adipose tissue of Sprague Dawley rats identifies olfactory receptor 984 as a pontential obesity treatment

Autoren: Maria Elena Giusepponi (1,2), Matthias Kern (1), Rima Chakaroun (1,2), Tobias Wohland (1,2), Peter Kovacs (1,2), Arne Dietrich (4), Michael R. Schön (5), Knut Krohn (6), Mariangela Pucci (7), Carlo Polidori (3), Maria Vittoria Micioni Di Bonventura (3), Michael Stumvoll (1,2), Matthias Blüher (1,2), Carlo Cifani (3), Nora Klöting (1,2)*

Institute: (1) Universitätsmedizin Leipzig, 04103 Leipzig, (2)* Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen, Universitätsmedizin Leipzig, Philipp-Rosenthal-Str. 27 (Haus M, Rotes Haus), 04103 Leipzig, (3) Pharmacology Unit, School of Pharmacy, University of Camerino, Camerino, Italien, (4) Chirurgische Klinik, Universitätsmedizin Leipzig, Leipzig, (5) Klinik für Viszeralchirurgie, Städtisches Klinikum Karlsruhe, Karlsruhe, (6) Core Unit IZKF, Universität Leipzig, Leipzig, (7) Faculty of Bioscience and Technology for Food, Agriculture and Environment, University of Teramo, Italy

Zeitschrift: Biochemical and Biophysical Research Communications 2018; 505: 801-806

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4999



Dokument 86Titel: Einfluss von mit Gentamicin beladenen Knochentransplantaten auf die Heilung von Defekten in einem Schafmodell
Hintergrund: Untersuchung an Schafen, ob hohe Konzentrationen von Antibiotika die Knochenregeneration beeinträchtigen können.
Tiere: 16 Schafe
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Studie wurde vom Landesamt für Gesundheit und Soziales in Berlin (LaGeSo) unter der Nummer G0341/12 genehmigt.

Den Schafen werden unter Narkose mehrere Löcher (Durchmesser 6 mm, Tiefe 15 mm) in Oberarm- und Oberschenkelknochen sowie in Mittelfuß- und Mittelhandknochen gebohrt. Einige Löcher werden mit kommerziell erhältlichem Knochenmaterial gefüllt, andere mit Knochenmaterial vermischt mit dem Antibiotikum Gentamicin und andere werden unbehandelt gelassen. In einer ersten Operation werden die Löcher in die rechten Beine gebohrt und gefüllt, nach sechs Wochen werden Löcher in die linken Beine gebohrt und gefüllt. Nach weiteren drei Wochen werden die Tiere unter Narkose durch Injektion von Kaliumchlorid getötet.

Die Studie wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Bereich: Knochenchirurgie, Chirurgie

Originaltitel: Impact of gentamicin-loaded bone graft on defect healing in a sheep model

Autoren: Elisabeth Beuttel (1), Nicole Bormann (1), Anne-Marie Pobloth (1), Georg N. Duda (1), Britt Wildemann (1,2)*

Institute: (1) Julius-Wolff-Institut für Biomechanik und Muskuloskeletale Regeneration, Charité-Universitätsmedizin Berlin, Freie Universität Berlin, Föhrer Str. 15, 13353 Berlin und Berliner Institut für Gesundheitsforschung, Berlin, (2) Experimentelle Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Jena, Friedrich-Schiller-Universität, Jena

Zeitschrift: Materials 2019; 12(7): 1116. doi: 10.3390/ma12071116

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4998



Dokument 87Titel: Neuronale Kodierung der beabsichtigten und ausgeführten Greifkraft in den Makakenbereichen AIP, F5 und M1
Hintergrund: Messung von Nervenströmen bei Rhesusaffen, die bestimmte Greifbewegungen mit einer Hand machen.
Tiere: 2 Affen (Rhesusaffen)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Der Versuch wird von der Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) genehmigt. Die Genehmigungsnummer wird nicht genannt. Einem männlichen und einem weiblichen Rhesusaffen wird ein Kopfhalter aus Titan auf dem Schädel implantiert. Ein Affe wird in einem Primatenstuhl an dem Kopfhalter fixiert und trainiert mit der linken oder rechten Hand einen Griff zu fassen. Der Handgriff wird vor den Affen auf Brusthöhe in einer Entfernung von 26 cm gestellt und kann entweder mit einem Kraftgriff (Widerstand von Fingern und Handfläche) oder einem Präzisionsgriff (Widerstand von Zeigefinger und Daumen) gegriffen werden. Der für die Versuche nicht benötigte Arm wird bei dem einen Affen in eine lange Röhre gesteckt, um zu verhindern, dass er ihn bewegt. Der andere Affe wird trainiert, den Arm auf einem Handrastknopf still zu halten.

Haben die Affen die Aufgabe gelernt, werden jedem Affen zwei Mikroelektrodenarrays auf dem Schädel implantiert. Dies sind Platten mit je 32 Elektroden, die durch ein Bohrloch im Schädelknochen in das Gehirn eingelassen werden. Die Affen dürfen sich 2 Wochen erholen bevor die Versuche mit den Aufnahmen beginnen. Dabei werden über die Elektroden Hirnströme gemessen, während die Tiere mit dem Arm Greifbewegungen machen.

Die Tiere werden Mittels Lichtpunkten angewiesen, welchen Grifftyp sie machen sollen. Abgesehen von diesen Lichtquellen ist der Experimentierraum völlig dunkel. Als „Trainingsmethode“ wird Flüssigkeitsentzug angewendet, d.h, die Affen werden außerhalb der Versuche durstig gehalten und bekommen für eine richtig erledigte Aufgabe etwas Flüssigkeit in den Mund. Greift ein Affe zu früh, zu spät oder falsch, gibt es nichts zu trinken. Es wird nicht erwähnt, was mit den Tieren nach den Versuchen geschieht.

Die Arbeit wurde von der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.

Bereich: Hirnforschung

Originaltitel: Neural coding of intended and executed grasp force in macaque areas AIP, F5, and M1

Autoren: Rijk W. Intveld (1), Benjamin Dann (1), Jonathan A. Michaels (1,2), Hansjörg Scherberger (1,3)

Institute: (1) Deutsches Primatenzentrum GmbH, Kellnerweg 4, 37077 Göttingen, (2) Department of Electrical Engineering, Stanford University, Stanford, CA, USA, (3) Fakultät für Biologie und Psychologie, Georg-August-Universität Göttingen, Göttingen

Zeitschrift: Scientific Reports 2018; 8: 17985. doi: 10.1038/s41598-018-35488-z

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4997



Dokument 88Titel: Persistente und vorübergehende MRSA-Besiedlung von Ferkeln in einem neu etablierten Tiermodell
Hintergrund: In der Studie wird untersucht, ob Bakterien (MRSA) Ferkel über die Atemluft besiedeln können.
Tiere: 36 Schweine
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Studie wird vom Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGESO) in Berlin unter der Nummer G 0403/12 genehmigt. Woher die 21-Tage alten Ferkel stammen, wird nicht erwähnt. Die Tiere werden in der Versuchstieranlage des Zentrums für Infektionsmedizin der Veterinärmedizinischen Fakultät der Freien Universität Berlin untergebracht. Je neun Tiere werden zusammen für 24 Stunden in einer speziellen Klimakammer gehalten, in der ihnen bestimmte Bakterien (Methicillin resistente Staphylococcus aureus - MRSA) über die Atemluft zugeführt werden. Dies geschieht bei drei Gruppen in unterschiedlichen Konzentrationen. Eine Gruppe Ferkel erhält als Kontrolle Atemluft ohne Bakterien. In den folgenden 21 Tagen werden bei den Tieren mehrere Tupferproben von Nase, Rachen, Bindehaut und After genommen. Am 21. Tag werden alle Schweine getötet und untersucht.

Die Arbeit wurde teilweise vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) finanziert.

Bereich: Bakteriologie, Tierseuchenforschung

Originaltitel: Persistent and transient airborne MRSA colonization of piglets in a newly established animal model

Autoren: Kerstin Rosen (1)*, Uwe Roesler (1), Roswitha Merle (2), Anika Friese (1)

Institute: (1) Institut für Tier-und Umwelthygiene, Freie Universität Berlin, Robert-von-Ostertag-Str. 7-13, 14163 Berlin, (2) Institut für Veterinär-Epidemiologie und Biometrie, Freie Universität Berlin, Berlin

Zeitschrift: Frontiers in Microbiology 2018; 9 (1542): doi: 10.3389/fmicb.2018.01542

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4996



Dokument 89Titel: Unterschiedliche Ergebnisse der experimentellen Hepatitis-E-Virusinfektion bei verschiedenen Mausstämmen, Wistar-Ratten und Kaninchen
Hintergrund: Bisher wurden für eine experimentelle Hepatitis-E-Virus-Infektion nur Schweine und Primaten verwendet, da sich das Virus in anderen Tieren nicht vermehren kann. In dieser Arbeit wird versucht, ein anderes Tiermodell zu entwickeln.
Tiere: 107 Tiere verschiedener Arten (46 Mäuse, 47 Ratten, 14 Kaninchen)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der zuständigen Behörde des Landes Mecklenburg-Vorpommern mit der Nummer LALLF MV /TSD/7221.3-2.1.-014/10 genehmigt. Drei genmanipulierte Mäuselinien, die ein geschwächtes Immunsystem aufweisen, sowie eine nicht manipulierte „Wildtyp“-Linie werden am Friedrich-Loeffler-Institut, Insel Riems, gezüchtet. Eine Mäuselinie (Nacktmäuse ohne Thymusdrüse) wird bei Charles River in Sulzfeld gekauft. Wistar-Ratten werden von Harlan Laboratories in den Niederlanden bezogen. Die Kaninchen stammen aus der Tierzuchtanlage des Friedrich-Loeffler-Instituts, Insel Riems.

Das Hepatitis-E-Virus wird aus Wildschweinen isoliert und allen Tieren in die Schwanzvene (Mäuse, Ratten) oder Ohrvene (Kaninchen) gespritzt und/oder per Schlundsonde oral eingegeben. Manche Kaninchen werden vorher geimpft. Einige Ratten erhalten vor der Infektion Kortison unter die Haut gespritzt, um ihr Immunsystem zu schwächen.

Alle Tiere werden zu verschiedenen Zeitpunkten nach der Infektion unter Anästhesie durch Ausbluten getötet. Bei den Mäusen, selbst bei denen mit Immunschwäche, kann kein Virus gefunden werden. Dass sich Mäuse nicht mit dem Schweinevirus infizieren lassen, war durch andere Studien bekannt. Dasselbe gilt für die Ratten. Bei den Kaninchen sind die geimpften Tiere ebenfalls frei vom Virus, bei den nicht geimpften Tiere finden sich Viren in der Leber und Galle.

Bereich: Virologie

Originaltitel: Different outcomes of experimental hepatitis E virus infection in diverse mouse strains, Wistar rats, and rabbits

Autoren: Josephine Schlosser (1), Lisa Dähnert (1), Paul Dremsek (1), Kerstin Tauscher (2), Christine Fast (1), Ute Ziegler (1), Albrecht Gröner (3), Rainer G. Ulrich (1,4), Martin H Groschup (1,4), Martin Eiden (1)*

Institute: (1) Institut für neue und neuartige Tierseuchenerreger (INNT), Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Südufer 10, 17493 Greifswald - Insel Riems, (2) Abteilung für experimentelle Tierhaltung und Biosicherheit (ATB), Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Greifswald - Insel Riems, (3) PathoGuard Consult, Seeheim-Jugenheim, (4) Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), Standort Hamburg-Lübeck-Borstel, Greifswald - Insel Riems

Zeitschrift: Viruses 2019; 11(1). doi: 10.3390/v11010001

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4995



Dokument 90Titel: Das traumatische Verletzungsmuster ist für die experimentelle (Poly-) Traumamodellierung ebenso relevant wie der Verletzungsschweregrad
Hintergrund: Vergleich verschiedener Traumamodelle bei Mäusen mit dem Ziel, das Leid der Tiere in solchen Tierversuchen zu reduzieren. Ergebnis der Studie ist, dass es den Tieren nach dem Trauma schlechter geht, als davor und je schwerer die Verletzung, desto schlechter geht es den Tieren.
Tiere: 165 Mäuse
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit LAVES (Genehmigungsnummer 33.12-42502-04-13 / 1323) genehmigt. Die Tiere werden bei Charles River Laboratories, Sulzfeld, gekauft und an der Medizinischen Hochschule Hannover gehalten. In zehn Gruppen eingeteilt werden den Mäusen unter Narkose 5 Einzelverletzungen (Monotrauma) und 3 Mehrfachverletzungen (Polytrauma) zugefügt. Zwei Gruppen dienen als Kontrolle. Bei den verursachten Verletzungen handelt es sich um: Fraktur des Oberschenkelknochens mit äußerer Fixierung (der Knochen wird durchgesägt und die Knochenenden durch Metallstreben zusammengehalten), Aufschneiden des Bauches, Blutungsschock (es wird Blut bis zu einem Blutdruck von 35 mm HG abgelassen und anschließend mit Kochsalzlösung vermischt wieder zurückinfundiert), Brustkorbtrauma (ein 300 g schweres Aluminiumgewicht wird aus 50 cm Höhe auf den Brustkorb fallen gelassen) und Weichteiltraume (ein 300 g schweres Aluminiumgewicht wird aus 120 cm Höhe auf beide Unterschenkel fallen gelassen). Bei den drei Polytraumagruppen werden die beschriebenen Verletzungen kombiniert. Unmittelbar nach der Operation wachen die Tiere auf und haben freien Zugang zu Wasser mit Schmerzmittel und Futter. Der Gesundheitszustand der Mäuse wird mit einem Punkteschema beurteilt, das von sehr aktiv (6 Punkte) über reduzierte Aktivität und lethargisch bis zu sterbend (1 Punkt) reicht.

19 Mäuse sterben während der Operation oder unmittelbar danach unter anderem an Herzriss, Riss der Herzarterie oder Lungenquetschung. Sechs Stunden nach dem Aufwachen werden die überlebenden Tiere unter Narkose getötet. Das Blut der Tiere wird untersucht.

Bereich: Traumaforschung, Chirurgie, Notfallmedizin

Originaltitel: Traumatic injury pattern is of equal relevance as injury severity for experimental (poly)trauma modeling

Autoren: Bing Yang (1), Katrin Bundkirchen (1), Christian Krettek (1), Borna Relja (2), Claudia Neunaber (1)*

Institute: (1) Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Unfallchirurgie, Experimentelle Unfallchirurgie, Labor für Muskulo-Skeletales Trauma & Regenerative Therapien, Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover, (2) Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der Goethe Universität Frankfurt am Main, Universitätsklinikum Frankfurt, Frankfurt am Main

Zeitschrift: Scientific Reports 2019; 9(1): 5706. doi: 10.1038/s41598-019-42085-1

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4994



Dokument 91Titel: Echo-akustischer Fluss formt die Objektdarstellung in einer räumlich komplexen akustischen Umgebung
Hintergrund: Wie schaffen es Fledermäuse, aus einer Vielzahl von zurückkommenden Echolauten, sich auf ein bestimmtes Objekt zu konzentrieren?
Tiere: 3 Fledermäse
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Regierung von Oberbayern unter der Nummer 55.2-1-54-2532-147-13 genehmigt. Die drei weiblichen kleinen Lanzennasen (Phyllostomus discolor) stammen aus der Zuchtkolonie der Fakultät für Biologie der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Unter Narkose wird die Haut über dem Schädel aufgeschnitten. Auf den Schädelknochen wird ein Metallröhrchen geklebt, an dem später der Kopf des Tieres an einem Gestell fixiert werden kann. Für Details der Operation wird auf Arbeiten aus den Jahren 2008 und 1986 verwiesen. Offensichtlich werden Löcher in den Schädel gebohrt, um Elektroden im Hirngewebe zu implantieren. Die Tiere erhalten anschließend 4 Tage lang Schmerzmittel und Antibiotika verabreicht.

Über 8 Wochen, an drei Tagen pro Woche, bis zu 5 Stunden täglich finden Nervenableitungen statt. Die Fledermäuse werden jedes Mal dafür in Narkose gelegt. Über Kopfhörer werden den Tieren typische Echolokalisationslaute von Kleinen Lanzennasen vorgespielt. Diese bestehen jeweils aus einem Paar: ein Impuls und das von einem Objekt zurückkommende Echo. So wird eine virtuelle räumliche Landschaft simuliert. Gleichzeitig werden über die Elektroden Nervenströme gemessen. Im ersten Teilexperiment wird das Echo künstlich um 1-29 ms verzögert, um so eine größere Entfernung eines Objekts zu simulieren. Im zweiten Teilexperiment werden Echolaute von Fledermäusen vorgespielt, die auf 2 Objekte zufliegen.

Am Ende der Messungen wird bei den Tieren eine Markierungssubstanz ins Gehirn injiziert, mit der nach Tötung der Tiere evaluiert werden kann, ob die Elektroden an der richtigen Stelle gesessen haben. Dann werden die Tiere durch Injektion von Pentobarbital in die Bauchhöhle getötet. Das Gehirn wird untersucht.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der TU München unterstützt.

Bereich: Tierphysiologie, Neurophysiologie

Originaltitel: Echo-acoustic flow shapes object representation in spatially complex acoustic scenes

Autoren: Wolfgang Greiter*, Uwe Firzlaff

Institute: Lehrstuhl für Zoologie, Technische Universität, Liesel-Beckmann-Str. 4, 85354 Freising-Weihenstephan

Zeitschrift: Journal of Neurophysiology 2017; 117(6): 2113-2124

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4993



Dokument 92Titel: Darstellung des dreidimensionalen Raums in der Hörrinde der echolokalisierenden Fledermaus P. discolor
Hintergrund: Wie verarbeitet das Fledermausgehirn einen dreidimensionalen Raum?
Tiere: 3 Fledermäse
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Regierung von Oberbayern unter der Nummer 55.2-1-54-2532-147-13 genehmigt. Die drei männlichen kleinen Lanzennasen (Phyllostomus discolor) stammen aus der Zuchtkolonie der Fakultät für Biologie der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Unter Narkose wird die Haut über dem Schädel aufgeschnitten. Auf den Schädelknochen wird ein Metallröhrchen geklebt, an dem später der Kopf des Tieres an einem Gestell fixiert werden kann. Für Details der Operation wird auf Arbeiten aus dem Jahr 2008 verwiesen. Offensichtlich werden Löcher in den Schädel gebohrt, um Elektroden im Hirngewebe zu implantieren. Die Tiere erhalten anschließend 4 Tage lang Schmerzmittel und Antibiotika verabreicht.

Über 8 Wochen, an drei Tagen pro Woche, bis zu 5 Stunden täglich finden Nervenableitungen statt. Die Fledermäuse werden jedes Mal dafür in Narkose gelegt. Über Kopfhörer werden den Tieren typische Echolokalisationslaute von Kleinen Lanzennasen vorgespielt. Diese bestehen jeweils aus einem Paar: ein Impuls und das von einem Objekt zurückkommende Echo. So wird eine virtuelle räumliche Landschaft simuliert. Gleichzeitig werden über die Elektroden Nervenströme gemessen.

Am Ende der Messungen wird bei den Tieren eine Markierungssubstanz ins Gehirn injiziert, mit der nach der Tötung der Tiere evaluiert werden kann, ob die Elektroden an der richtigen Stelle gesessen haben. Dann werden die Tiere durch Injektion von Pentobarbital in die Bauchhöhle getötet. Das Gehirn wird untersucht.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der TU München unterstützt.

Bereich: Tierphysiologie, Neurophysiologie

Originaltitel: Representation of three-dimensional space in the auditory cortex of the echolocating bat P. discolour

Autoren: Wolfgang Greiter, Uwe Firzlaff*

Institute: Lehrstuhl für Zoologie, TUM School of Life Sciences Weihenstephan, Technische Universität, Liesel-Beckmann-Str. 4, 85354 Freising-Weihenstephan

Zeitschrift: PLOS One 2017; 12(8): e0182461

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4992



Dokument 93Titel: Injektion des DHODH-Hemmers P-001 ins Auge unterdrückt das Wiederkehren einer experimentellen Augenentzündung (Uveitis) und die Zytokinproduktion von menschlichen Lymphozyten, aber nicht RPE-Zellen
Hintergrund: Test eines neuen Wirkstoffs gegen Augenentzündung.
Tiere: 46 Tiere verschiedener Arten (30 Ratten, 16 Kaninchen)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Ratten der Zuchtlinie Lewis werden von Janvier, Le-Genest-St-Isle, Frankreich, bezogen und in „unserer Kolonie“ gezüchtet. Damit ist sehr wahrscheinlich die Augenklinik der Universität München gemeint. Die Holländerkaninchen stammen aus der Zucht Western Oregon Rabbit Company und die Versuche finden bei der Firma Absorption Systems Inc., San Diego, USA, unter Federführung der österreichischen Firma Panoptes Pharma GmbH statt.

Bei den Ratten wird eine Autoimmunreaktion im Auge ausgelöst, d.h. die körpereigene Immunabwehr wird dazu gebracht, das eigene Gewebe im Auge anzugreifen. Dazu wird eine Mischung aus einem menschlichen Eiweiß, das reizende Mineralöl Freunds Adjuvans und abgetötete Tuberkulosebakterien unter die Haut beider Hinterbeine gespritzt. Die Augen werden täglich auf Entzündungserscheinungen untersucht. Die Injektion verursacht eine Uveitis, d.h. eine Entzündung von Strukturen im Auge, die alle paar Tage aufflammt und wieder abklingt. Dann wird der Hälfte der Ratten ein Testwirkstoff unter Narkose durch die Hornhaut direkt ins Auge injiziert. Die andere Hälfte bekommt eine wirkungslose Flüssigkeit injiziert. Mindestens 31 Tage werden die Augen täglich untersucht. Das weitere Schicksal der Ratten wird nicht beschrieben.

Die Kaninchen bekommen den Testwirkstoff unter Narkose ins Auge gespritzt. Alle zwei Stunden werden zwei Kaninchen durch Injektion eines Barbiturates getötet, um die Verteilung der Testsubstanz im Auge zu untersuchen.

Es werden auch eine Reihe von In-vitro-Experimenten mit Augen Verstorbener und menschlichen Zelllinien gemacht.

Die Arbeit wurde durch die Panoptes Pharma GmbH und den EYEnovative Förderpreis unterstützt.

Bereich: Augenheilkunde

Originaltitel: Intraocular DHODH-inhibitor PP-001 suppresses relapsing experimental uveitis and cytokine production of human lymphocytes, but not of RPE cells

Autoren: Maria Diedrichs-Möhring (1), Sandy Niesik (1,2), Claudia S. Pringlinger (3), Stephan R. Thurau (1), Franz Obermayr (4), Stefan Sperl (4), Gerhild Wildner (1)*

Institute: (1) Abteilung Immunobiologie, Augenklinik und Poliklinik, Klinikum der Universität München, Ludwig-Maximilians-Universität München, Mathildenstr. 8, 80336 München, (2) Abteilung Virus-assoziierte Karzinogenese, Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg, (3) Augenklinik und Poliklinik, Klinikum der Universität München, Ludwig-Maximilians-Universität München, München, (4) Panoptes Pharma GmbH, Wien, Österreich

Zeitschrift: Journal of Neuroinflammation 2018; 15: 54. DOI 10.1186/s12974-018-1088-6

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4991



Dokument 94Titel: TGN1412 bewirkt eine Verminderung der Lymphozyten und eine Ausschüttung von humanen Zytokinen bei einem humanisierten Mausmodell
Hintergrund: Als im März 2006 der monoklonale Antikörper TGN1412 erstmal an Probanden getestet wurde, kam es zu katastrophalen Nebenwirkungen in Form einer massiven überschießenden Reaktion des Immunsystems. Zuvor war die Substanz an Rhesus- und Javaneraffen in 500-fach höhere Dosierung erfolgreich erprobt worden. Die Katastrophe mündete in einer Debatte, ob Tierversuche die Reaktion des Menschen vorhersagen können. In dieser Arbeit wird nun versucht, Abhilfe zu schaffen, indem ein humanisiertes „Mausmodell“ vorgestellt wird, das mit sehr starken Reaktionen auf TGN1412 und einen anderen Antikörper reagiert.
Tiere: 784 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Genehmigung erfolgt durch das Regierungspräsidium Darmstadt unter der Nummer F107/86. Es werden genmanipulierte und nicht manipulierte Mäuse verwendet, die an der Zentralen Tierhaltung des Paul-Ehrlich-Instituts in Langen gezüchtet werden. Beide Zuchtlinien haben ein vermindertes Immunsystem und stoßen fremde Zellen nicht ab. Zunächst werden die Mäuse „humanisiert“. Dazu wird aus dem Blut gesunder menschlicher Spender weiße Blutkörperchen gewonnen, die den Mäusen in die Schwanzvene injiziert werden. Nach 8 und 16 Tagen werden jeweils einige Mäuse getötet, um festzustellen, ob sich menschliche weiße Blutkörperchen in Leber, Milz, Lymphknoten und im Blut befinden. Bei mehr als 15% gelten sie als „humanisiert“.

Dann wird Gruppen von Mäusen TGN1412 oder OKT3 in eine Vene injiziert. Beides sind therapeutische Antikörper, die bei Menschen schwere Nebenwirkungen gezeigt hatten. Die Mäuse zeigen innerhalb von 2-6 Stunden schwerste Krankheitsanzeichen wie reduzierte Bewegung, gesträubtes Fell und massiv erniedrigte Körpertemperatur. Alle Tiere sterben innerhalb von 6 Stunden oder werden getötet, wenn schwere Symptome sichtbar sind. Vor der Injektion, nach 2 und 6 Stunden werden Blutproben genommen. Die inneren Organe der toten Mäuse werden auf das Vorhandensein von menschlichen Blutzellen untersucht. Zur Kontrolle werden Gruppen von Mäusen mit einer niedrigen Dosis TGN1412, einem harmlosen Antikörper oder einer wirkungslosen Flüssigkeit injiziert. Diese Mäuse zeigen keine Krankheitsanzeichen. Sie werden nach 6 Stunden getötet. Manche Experimente werden bis zu 13-mal wiederholt, wodurch eine sehr hohe Anzahl an Mäusen zustande kommt.

Bereich: Immunologie

Originaltitel: TGN1412 induces lymphopenia and human cytokine release in a humanized mouse model

Autoren: Sabrina Weißmüller (1), Stefanie Kronhart (1), Dorothee Kreuz (2), Barbara Schnierle (3), Ulrich Kalinke (4), Jörg Kirberg (2), Kay-Martin Hanschmann (5), Zoe Waibler (1)*

Institute: (1) Junior-Forschungsgruppe „Neuartige Impfstrategien & frühe Immunantwort“, Paul-Ehrlich-Institut, Paul-Ehrlich-Str. 51-59, 63225 Langen, (2) Abteilung Immunologie, Paul-Ehrlich-Institut, Langen, (3) Abteilung Virologie, Paul-Ehrlich-Institut, Langen, (4) Institut für Experimentelle Infektionsforschung, TWINCORE, Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung – ein Joint-Venture zwischen der Medizinischen Hochschule Hannover und des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI), Hannover, (5) Abteilung Biostatistik, Paul-Ehrlich-Institut, Langen

Zeitschrift: PLOS One 2016. Doi:10.1371/journal.pone.0149093

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4990



Dokument 95Titel: Biosensor für Leberzellschäden korrespondiert mit einem experimentellen Bewertungssystem einer Bilharziose der Leber und Milz bei der Maus
Hintergrund: Vorstellung eines Bewertungssystems für die Beurteilung von Leberschäden nach einer experimentellen Infektion mit der Tropenkrankheit Bilharziose.
Tiere: 23 Mäuse
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden unter der Nummer 7221.3-2.5-003/10 genehmigt, die Behörde wird nicht genannt. Pärchenegel, Erreger der Tropenkrankheit Bilharziose, werden in einem Zyklus mit Wasserschnecken und Mäusen gehalten. Aus Eiern des Pärchenegels schlüpfen Larven, die in Schnecken eindringen. In diesen vermehren und entwickeln sich die Larven zu Zerkarien, die von den Schnecken ins Wasser ausgeschieden werden. Die Zerkarien schwimmen im Wasser und dringen durch die Haut eines Tieres, hier Mäusen, wo sie in Blutgefäße der Leber wandern und zu ausgewachsenen Leberegeln werden. Sie paaren sich und geben Eier ab, die über den Dickdarm ins Wasser ausgeschieden werden.

Für die Versuche werden 23 Mäuse verwendet. Jeweils 9 Mäuse werden mit 50 oder 100 Zerkarien (mittlere und schwere Infektion) infiziert, indem sie in Wasser voller Zerkarien gesetzt werden. 5 Mäuse bleiben als Kontrolle ohne Infektion. 12 Wochen nach der Infektion werden alle Mäuse unter Betäubung mittels Genickbruch getötet, ihre Lebern und Milzen werden untersucht.

Bereich: Parasitologie, Infektionsforschung

Originaltitel: Biosensor for hepatocellular injury corresponds to experimental scoring of hepatosplenic schistosomiasis in mice

Autoren: Martina Sombetzki (1), Nicole Koslowski (1), Sandra Doss (2), Micha Loebermann (1), Michael Trauner (3), Emil C. Reisinger (1)*, Martin Sauer (4)

Institute: (1) Abteilung für Tropenmedizin und Infektionskrankheiten, Zentrum für Innere Medizin II, Universität Rostock, Ernst-Heydemann-Straße 6, 18057 Rostock, (2) Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie, Leipzig, (3) Hans Popper Laboratory für Molekulare Hepatologie, Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie, Universitätsklinik für Innere Medizin III, Medizinische Universität Wien, Wien, Österreich, (4) Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie, Medizinische Fakultät der Universität Rostock, Rostock

Zeitschrift: BioMed Research International 2016. DOI: 10.1155/2016/1567254

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4989



Dokument 96Titel: Genpolymorphismus in den Mitochondrien verändert den Energiestoffwechsel der Leberzellen und verschlimmert eine Nahrungsmittel-bedingte nicht-alkoholische Fettleber-Hepatitis
Hintergrund: Vorgänge im Zellstoffwechsel bei der Entstehung einer nicht-alkoholischen Fettleber.
Tiere: 160 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Genehmigungsnummer einer nicht genannten Behörde lautet: 73-5/12. Die Versuche finden an der Universität Lübeck statt. Es werden Inzuchtmäuse verwendet, die einen bestimmten Gendefekt im Zellstoffwechsel haben sowie Mäuse, die diesen Defekt nicht haben. Mäuse beider Zuchtlinien erhalten ab einem Alter von 4 Wochen Futter, dem die Aminosäure Methionin und die vitaminähnliche Substanz Cholin fehlen. Kontrollgruppen werden mit normalem Futter ernährt. Nach 8 Wochen werden die Tiere auf nicht genannte Weise getötet, um ihre Lebern zu untersuchen. In einem zweiten Experiment werden Mäuse beider Zuchtlinien 12 Wochen lang entweder normal oder mit einer „Westlichen Diät“ ernährt. Diese ist stark angereichert mit Butterfett und Cholesterin. Zu Trinken gibt es mit Fruchtzucker angereichertes Wasser. Nach 12 Wochen werden die Mäuse getötet, um ihre Lebern zu untersuchen.

Die Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Bereich: Stoffwechselforschung, Leberforschung, Innere Medizin

Originaltitel: Mitochondrial gene polymorphisms alter hepatic cellular energy metabolism and aggrevate diet-induced non-alcoholic steatohepatitis

Autoren: Torsten Schröder (1,2), David Kucharczyk (1), Florian Bär (1), René Pagel (1,4), Stefanie Derer (1), Sebastian Torben Jendrek (1,4), Annika Sünderhauf (1), Ann-Kathrin Brethack (1), Misa Hirose (3), Steffen Möller (3,11), Axel Künstner (3,12), Julia Bischof (3), Imke Weyers (4), Jörg Heeren (5), Dirk Koczan (6), Sebastian Michael Schmid (1), Senad Divanovic (7), Daniel Aaron Giles (7), Jerzy Adamski (8,9,10), Klaus Fellermann (1), Hendrik Lehnert (1), Jörg Köhl (2,7), Saleh Ibrahim (3), Christian Sina(1)*

Institute: (1) Medizinische Klinik I, Universität zu Lübeck, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck, (2) Institut für Systemische Entzündungsforschung, Universität zu Lübeck, Lübeck, (3) Lübecker Institut für Experimentelle Dermatologie, Universität zu Lübeck, Lübeck, (4) Institut für Anatomie, Universität Lübeck, Lübeck, (5) Institut für Biochemie und Molekulare Zellbiologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, (6) Institute für Immunologie, Universität Rostock, Rostock, (7) Cincinnati Children's Hospital Research Foundation, University of Cincinnati, Division of Immunobiology, Cincinnati, OH, USA, (8) Helmholtz-Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, Zentrum für Genomanalyse, Neuherberg, (9) Lehrstuhl für Experimentelle Genetik, Technische Universität München, Freising-Weihenstephan, (10) Deutsches Diabetes-Forschungszentrum (DZD), Neuherberg, (11) Institut für Biostatistik und Informatik in Medizin und Altersforschung, Universitätsklinikum Rostock, Rostock, (12) Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie, Gastgruppe Evolutionäre Genomik, Plön

Zeitschrift: Molecular Mechanism 2016; 5: 283-295

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4988



Dokument 97Titel: Evolution der H1N1-Influenza-Virus während der Pandemie in Jahr 2009 korrelliert mit einer erhöhten krankmachenden Eigenschaft und erhöhten Übertragbarkeit des Virus im Frettchen-Modell
Hintergrund: Untersuchungen zu den krankmachenden Eigenschaften und der Übertragbarkeit von „Schweinegrippeviren“ bei Frettchen.
Tiere: 36 Frettchen (mehr als)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Versuche finden unter deutscher Federführung in der tierexperimentellen Abteilung der Public Health England in Porton Down, Großbritannien, statt und werden vom Home Office genehmigt. Die Frettchen stammen aus der Zucht Highgate Farm, Großbritannien.

Im ersten Experiment werden je 6 Frettchen mit zwei verschiedenen Varianten der H1N1-Influenza-Viren (bekannt als „Schweinegrippe“) infiziert. Diese stammen von menschlichen Patienten zur Zeit der Pandemie 2009/2010. Die Infektion erfolgt unter Betäubung durch Einsprühen in die Nase. Am Tag 3 und 6 nach der Infektion werden jeweils 3 Tiere getötet, um die Menge der Viren im Atemwegstrakt zu bestimmen. Im zweiten Experiment werden jeweils 6 Frettchen mit den beiden Virus-Varianten über die Nase infiziert. In einen Nachbarkäfig werden 14 Tage lang nicht infizierte Frettchen platziert. Die Tiere sind jeweils zu zweit in einem Käfig. Die beiden Käfige sind mit einem 10 cm langem Tunnel verbunden, durch den die Luft vom Käfig der infizierten Tiere in den Käfig der gesunden Tiere strömt. Es gibt auch Kontrollgruppen mit nicht infizierten Tieren ohne Nennung der Anzahl. Mehrmals wird unter Betäubung die Nase der Frettchen gespült, um die Spülflüssigkeit auf Viren zu untersuchen. Am Tag 14 und 21 werden den Tieren Blutproben entnommen. Das weitere Schicksal der Frettchen ist unklar.

Bereich: Infektionsforschung

Originaltitel: Evolution of 2009 H1N1 influenza viruses during the pandemic correlates with increased viral pathogenicity and transmissibility in the ferret model

Autoren: Anna Otte (1), Anthony C. Marriott (2), Carola Dreier (1), Brian Dove (2), Kyra Mooren (3), Thorsten R. Klingen (3), Martina Sauter (4), Katy-Anne Thompson (2), Allan Bennett (2), Karin Klingel (4), Debby van Riel (1,5), Alice C. McHardy (3), Miles W. Carroll (2), Gülsah Gabriel (1,6)*

Institute: (1) Virale Zoonosen, Heinrich-Pette-Institut, Leibniz-Institute für Experimentelle Virologie, Martinistr. 52, 20251 Hamburg, (2) Public Health England, Porton Down, United Kingdom, (3) Bioinformatik der Infektionsforschung, Helmholtz–Zentrum für Infektionsforschung, Braunschweig, (4) Molekulare Pathologie, Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Tübingen, (5) Erasmus Medical Center, Rotterdam, Niederlande, (6) Zentrum für medizinische Struktur- und Zellbiologie, Universität Lübeck

Zeitschrift: nature - Scientific Reports 2016; 6:28583. DOI: 10.1038/srep28583

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4987



Dokument 98Titel: Verabreichung von menschlichen A-Beta-Peptiden über die Nase ruft verminderte Lern- und Gedächtnisleistung bei Wildtyp-Mäusen hervor
Hintergrund: Die meisten „Tiermodelle“ für Alzheimer beruhen auf gentechnisch veränderten Mäusen, die aber kaum die Fälle beim Menschen widerspiegeln. Deshalb wird hier ein „Alzheimer-Modell“ vorgestellt, mit dem schnell und einfach die Gedächtnisleistung von Mäusen vermindert werden kann (so als wenn die Alzheimer Krankheit nur aus Gedächtnisverlust bestehen würde).
Tiere: 20 Mäuse (weit mehr als)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz (LUA) genehmigt. Die Mäuse stammen ursprünglich von den US-amerikanischen Zuchtfirmen Taconic und Jackson Laboratory und werden in der Tierversuchseinrichtung der Universität Mainz weitergezüchtet. Es werden drei verschiedenen Zuchtlinien verwendet, eine davon genmanipuliert.

Den Mäusen wird zunächst Manitol in die Bauchhöhle injiziert, was die Blut-Hirn-Schranke durchlässiger machen soll. Dann wird den Tieren unter leichter Betäubung ein Eiweißstoff in beide Nasenlöcher gesprüht. Eine Stunde später werden die Mäuse unter Betäubung durch Enthauptung getötet. Ihre Gehirne werden entnommen und in Scheiben geschnitten. Bei weiteren Mäusen wird ein mit einem Fluoreszenzfarbstoff markierter Eiweißstoff in die Nase gesprüht. Eine Stunde später werden die Mäuse getötet, um die Wanderung des Eiweißstoffs ins Gehirn nachzuverfolgen.

Andere Mäuse erhalten an drei auf einander folgenden Tagen erst Manitol in die Bauchhöhle und dann den Eiweißstoff in die Nase. Kontrolltiere erhalten Wasser in die Nase. Nun wird die Lern- und Gedächtnisleistung getestet. Im Morris Water Maze wird eine Maus in ein Wasserbassin gesetzt, in dem sich an einer Stelle eine kleine Plattform direkt unter der Wasseroberfläche befindet. Die Maus schwimmt, bis sie die Plattform gefunden hat. Es werden 4 Versuche pro Tag an 5 Tagen durchgeführt. Kontrollmäuse finden die Plattform von Tag zu Tag schneller, da sie sich die Position merken. Die mit dem Eiweißstoff behandelten Tiere suchen vergeblich. Am 6. Tag wird die Plattform entfernt und es wird beobachtet, wie lange die Maus an der Stelle schwimmt, wo vorher die Plattform war. Beim Angst-Konditionierungs-Test mit insgesamt 20 Mäusen wird eine Maus in einem viereckigen Plastikbehälter erste einem lauten (75 dB, 30 Sek.) Ton ausgesetzt und am Ende einem leichten Elektroschock. Am nächsten Tag wird die Maus erst in den gleichen Käfig gesetzt und der Ton ertönt und dann in einen runden Käfig mit Ton. Es wird registriert, ob das Tier vor Angst erstarrt („Freezing“), was als gute Gedächtnisleistung gewertet wird. Das weitere Schicksal der Tiere wird nicht erwähnt, eine Tötung ist wahrscheinlich.

Bereich: Alzheimer-Forschung

Originaltitel: Transnasal delivery of human A-beta peptides elicits impaired learning and memory performance in wild type mice

Autoren: Kathrin Endres (1)*, Sven Reinhardt (1), Anastasia Geladaris (1), Julia Knies (1), Marcus Grimm (2,3), Tobias Hartmann (2,3), Ulrich Schmitt (1)

Institute: (1) Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Mainz, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Untere Zahlbacher Str. 8, 55131 Mainz, (2) Deutsches Institut für DemenzPrävention (DIDP), Neurodegeneration und Neurobiologie, Universität des Saarlands, Homburg/Saar, (3) Experimentelle Neurobiologie, Universität des Saarlands, Homburg/Saar

Zeitschrift: BMC Neuroscience 2016; 17: 44. DOI 10.1186/s12868-016-0280-9

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4986



Dokument 99Titel: Positives Ergebnis einer experimentellen Insel-Xenotransplantation ohne Unterdrückung der körpereigenen Immunabwehr bei einem Diabetes-Modell am nicht-menschlichen Primaten
Hintergrund: Test einer Transplantation von Schweine-Inselzellen auf Rhesusaffen in einer Kapsel, um die Gabe von Immunsuppressiva zu vermeiden.
Tiere: 3 Tiere verschiedener Arten (3 Rhesusaffen, unbekannte Anzahl Göttinger Minipigs)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden am Deutschen Primatenzentrum Göttingen durchgeführt. Es werden weibliche Göttinger Minischweine im Alter von 3-4 Jahren verwendet. Den Tieren wird unter Narkose der Bauch aufgeschnitten, um die Bauchspeicheldrüse zu entnehmen. Eine anschließende Tötung der Schweine wird nicht erwähnt, ist aber wahrscheinlich.

Die Rhesusaffen werden zunächst „trainiert“, verschiedene Manipulationen an ihrem Körper, wie Blutentnahmen und Befüllung einer eingepflanzten Kapsel, über sich ergehen zu lassen. Dann wird unter Narkose der Bauch aufgeschnitten. Die Bauchspeicheldrüse wird fast vollständig herausgeschnitten, nur ein kleines Stück bleibt zurück. Die Tiere sind nun zuckerkrank und erhalten täglich Insulin-Injektionen. Täglich wird auch der Blutzuckerspiegel bestimmt. Eine Woche später wird den Tieren Streptozotocin, ein Stoff, der giftig für die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse ist. So werden auch die letzten insulinproduzierenden Zellen zerstört. Nach einem nicht genannten Zeitraum wird die Bauchdecke der Affen erneut unter Narkose aufgeschnitten. Zwischen Bauchfell und Muskelschicht wird eine runde Plastikkapsel von 68 mm Durchmesser und 18 mm Dicke eingebracht. Ein Schlauch führt von der Kapsel zum seitlichen Brustkorb, wo er festgenäht wird. Der Bauch wird wieder zugenäht. Die Kapsel enthält Inselzellen der Schweine sowie eine sauerstoffgefüllte Kammer. Einmal täglich wird über den Schlauch der Sauerstoff nachgefüllt. Auf diese Weise sollen die insulinproduzierenden Schweinezellen ihre Funktion erfüllen ohne eine Abstoßungsreaktion auszulösen. Es werden keine Immunsystem unterdrückenden Medikamente (Immunsuppressiva) gegeben.

Den Affen werden regelmäßig Blutproben entnommen. Nach 6 Monaten werden die Kapseln wieder herausoperiert. Das weitere Schicksal der Affen wird nicht erwähnt, wahrscheinlich überleben sie und werden für weitere Versuche verwendet.

Die Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) und dem DFG-Zentrum für Regenerative Therapien Dresden unterstützt.

Bereich: Diabetes-Forschung

Originaltitel: Favorable outcome of experimental islet xenotransplantation without immunosupression in a nonhuman primate model of diabetes

Autoren: Barbara Ludwig (1,2,3)*, Stefan Ludwig (4), Anja Steffen (1,2,3), Yvonne Knauf (5), Baruch Zimmerman (6), Sophie Heinke (7), Susann Lehmann (1), Undine Schubert (1), Janine Schmid (1), Martina Bleyer (5), Uwe Schönmann (5), Clark K. Colton (8), Ezio Bonifacio (9), Michele Solimena (2,3,10), Andreas Reichel (1), Andrew V. Schally (11,12,13,14,15,16)*, Avi Rotem (6), Uriel Barkai (6), Helena Grinberg-Rashi (6), Franz-Josef Kaup (5), Yuval Avni (6), Peter Jones (17), Stefan R. Bornstein (1,2,3,17)

Institute: (1)* Medizinische Klinik III, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Fetscherstr. 74, 01307 Dresden, (2) Paul Langerhans Institut Dresden, Helmholtz Center München, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus und Medizinische Fakultät der TU Dresden, Dresden, (3) Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (DZD e.V.), Neuherberg, (4) Chirurgische Klinik, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden, (5) Pathologie-Abteilung, Deutsches Primatenzentrum Göttingen, Leibniz-Institut für Primatenforschung, Göttingen, (6) Beta-O2 Technologies, Petach-Tikva, Israel, (7) Kinderklinik, Universitätsklinikum, Carl Gustav Carus, Dresden, (8) Department of Chemical Engineering, Massachusetts Institute of Technology, Cambridge, USA, (9) DFG-Zentrum für Regenerative Therapien Dresden, Technische Universität Dresden, (10) Max-Planck-Institut für Molekulare Biologie und Genetik, Dresden, (11) Department of Pathology, Miller School of Medicine, University of Miami, Miami, USA, (12) Division of Hematology-Oncology, Miller School of Medicine, University of Miami, Miami, USA, (13) Division of Endocrinology, Diabetes and Metabolism, Miller School of Medicine, University of Miami, Miami, USA, (14) Veterans Affairs Medical Center, Miami, USA, (15) Sylvester Comprehensive Cancer Center, Miller School of Medicine, University of Miami, Miami, USA, (16) Interdisciplinary Stem Cell Institute, Miller School of Medicine, University of Miami, Miami, USA, (17) Division of Diabetes & Nutritional Sciences, Faculty of Life Sciences & Medicine, King’s College London, London, Großbritannien

Zeitschrift: PNAS 2017; 14(44): 11745-11750

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4985



Dokument 100Titel: Fehlen des Lst1-Gens hat geringe Auswirkungen auf den Verlauf und den Ausgang der Reaktion des Wirts gegenüber einer Infektion mit A H1N1-Grippeviren bei Mäusen
Hintergrund: Untersuchungen zur Rolle eines Gens bei der Empfänglichkeit für eine Grippeinfektion.
Tiere: 70 Mäuse
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES), Oldenburg, genehmigt (Genehmigungsnummern: 33.942502-04-051/09 und 3392 42502-04-13/1234). Es werden genmanipulierte Mäuse verwendet, denen ein Gen fehlt, das eine Rolle bei der Empfänglichkeit für eine Grippeinfektion spielen soll, sowie zum Vergleich nicht genveränderte „Wildtyp“-Mäuse (C57BL/6). Mäuse beider Gruppen werden unter Narkose Grippeviren in die Nase gesprüht. Die Viren sind nur gering krankmachend. Einmal täglich werden die Mäuse gewogen. Bei einer Gewichtsabnahme von mehr als 30% werden die Tiere getötet. Die genmanipulierten Mäuse verlieren am Tag 5 und 6 nach der Infektion stark an Gewicht. 20% von ihnen sterben innerhalb des Beobachtungszeitraums von 14 Tagen. Die Wildtyp-Mäuse überleben alle. Dann werden alle Mäuse getötet, um ihre Lungen feingeweblich zu untersuchen.

Die Arbeit wurde unterstützt durch die Helmholtz-Gesellschaft, das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und FluResearchNet

Bereich: Infektionsforschung

Originaltitel: Lst1 deficiency has a minor impact on course and outcome of the host response to influenza A H1N1 infection in mice

Autoren: Sarah R. Leist (1), Heike Kollmus (1,2), Bastian Hatesuer (1,2), Ruth L.O. Lambertz (1,2), Klaus Schughart (1,2,3)*

Institute: (1) Infektionsgenetik, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Inhoffenstr. 7, 38124 Braunschweig, (2) Tierärztliche Hochschule Hannover, (3) University of Tennessee Health Science Center, Memphis, TN, USA

Zeitschrift: Virology Journal 2016; 13:17. DOI 1186/s12985-016-0471-0

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4984



Dokument 101Titel: Eine Influenza H3N2-Infektion von Collaborative Cross Founder Mäusezuchtlinien offenbart sehr unterschiedliche Reaktionen des Wirts und identifiziert einen einzigartigen Phenotyp bei CAST/EiJ-Mäusen
Hintergrund: Versuche zur Frage, wie der genetische Hintergrund die Schwere einer Grippevirusinfektion beeinflusst. Dies soll als Modell für die Variabilität bei der Empfänglichkeit von Grippeinfektionen beim Menschen dienen.
Tiere: 500 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES), Oldenburg, genehmigt (Genehmigungsnummern: 33.9.42502-04-051/09 und 3392 42502-04-13/1234). Mäuse 8 verschiedener Zuchtlinien werden von Jackson Laboratories, Bar Harbor, USA, bestellt und in der Tierhaltungsanlage des Helmholtz-Zentrums Braunschweig über 2 bis 6 Generationen gezüchtet. Es werden männliche und weibliche Mäuse im Alter von 7 – 13 Wochen verwendet.

Unter Isofluran-Narkose werden mindestens 380 Mäusen Grippe-Viren in unterschiedlichen Dosierungen in die Nase gesprüht. Zum Vergleich werden mindestens 120 Mäuse nicht infiziert. Einmal täglich werden alle Mäuse gewogen. Tiere, die mehr als 30 % ihres Gewichts verloren haben, werden aus „ethischen Gründen“ getötet. Überlebenskurven zeigen den Zeitpunkt des Todes, wobei nicht deutlich wird, ob sie der Infektion erliegen oder wegen hoher Gewichtsabnahme getötet werden. Je nach Zuchtlinie sterben die Mäuse nach 4 bis 12 Tagen. Manche Mäuse überleben den Beobachtungszeitraum von 14 Tagen und werden dann getötet. Manchen Mäusen werden am Tag 3, 5, 8, 18 und 30 nach der Infektion unter Isofluran-Narkose eine Blutprobe aus dem Venengeflecht hinter dem Auge entnommen. Die Kontrollmäuse werden zu unterschiedlichen, nicht genannten Zeitpunkten unter Narkose durch Ausbluten über das Venengeflecht hinter dem Auge getötet.

Die Arbeit wurde unterstützt durch die Helmholtz-Gesellschaft, das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Gesellschaft der Freunde der Tierärztlichen Hochschule Hannover e.V. und FluResearchNet.

Bereich: Infektionsforschung

Originaltitel: Influenza H3N2 infection of the collaborative cross founder strains reveals highly divergent host responses and identifies a unique phenotype in CAST/EiJ mice

Autoren: Sarah R. Leist (1), Carolin Pilzner (1), Judith M.A. van den Brand (2), Leonie Dengler (1), Robert Geffers (3), Thijs Kulken (2), Rudi Balling (4), Heike Kollmus (1), Klaus Schughart (1,5)*

Institute: (1)* Infektionsgenetik, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Inhoffenstr. 7, 38124 Braunschweig und Tierärztliche Hochschule Hannover, (2) Department of Viroscience, Erasmus Medical Center, Rotterdam, Niederlande, (3) Genomanalyse, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Braunschweig, (4) Luxembourg Centre for Systems Biomedicine (LCSB), University of Luxembourg, Esch-sur-Alzette, Luxemburg, (5) University of Tennessee Health Science Center, Memphis, TN, USA

Zeitschrift: BMC Genomics 2016; 17:143. DOI 10.1186/s12864-016-2483-y

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4983



Dokument 102Titel: Lokal ablative Strahlentherapie eines primären humanen kleinzelligen Lungenkarzinoms senkt die Anzahl an spontanen Metastasen in zwei Xenograft-Modellen
Hintergrund: An Mäusen wird untersucht, inwiefern 4 verschiedene Krebstherapien eine Auswirkung auf Metastasierung und Tumorwachstum haben.
Tiere: 164 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Mäuse stammen aus der Versuchstierzucht Charles River, USA. Es handelt sich um gentechnisch veränderte Mäuse mit geschwächtem Immunsystem, die u.a. besonders anfällig für die Entwicklung von Tumoren sind. Den Tieren werden zwei verschiedene humane Krebszelllinien unter die Haut gespritzt, damit sich Tumore ausbilden.

Nach 13 bis 68 Tagen haben alle Mäuse Tumore entwickelt und die Krebstherapien werden begonnen. Zwei Gruppen von Mäusen dienen als „Kontrollen“ und werden nicht mit einer Krebstherapie behandelt. Die Tiere der einen Gruppe werden für weitere Untersuchungen getötet, sobald die Therapien bei den anderen Tieren beginnen. Die Mäuse in der anderen Gruppe werden zusammen mit den restlichen Mäusen (Therapie-Gruppen) getötet, 15 Tage nach Beginn der Therapien. 4 Gruppen von Mäusen erhalten jeweils eine der folgenden Krebsbehandlungen: Strahlentherapie, operatives Entfernen des Tumors, Chemotherapie und Strahlentherapie + Chemotherapie.

Bei der Strahlentherapie werden die Tumore der Tiere an 5 aufeinanderfolgenden Tagen bestrahlt, wobei die Mäuse jedes Mal betäubt werden. Den Tieren der Operations-Gruppe werden die primären Tumore operativ entfernt, nach dem belastenden Eingriff müssen die Mäuse tagelang Schmerzmittel erhalten. Die Mäuse der Chemotherapie-Gruppe erhalten unter Narkose das Zytostatikum Cisplatin einmalig per Injektion in die Bauchhöhle. Vor der Chemotherapie-Behandlung wird zunächst ein Vorexperiment zur Dosis-Findung durchgeführt, wobei 5 Mäusen eine Kombination zweier Zytostatika (Cisplatin und Etoposid) verabreicht wird. Alle 5 Tiere versterben aufgrund extremer Toxizität (Vergiftung) oder müssen deswegen getötet werden. Das Vorexperiment wurde basierend auf Ergebnissen aus der Fachliteratur durchgeführt. Bei der Kombinationstherapie erhalten die Mäuse eine lokale Bestrahlung des Tumors an 5 aufeinanderfolgenden Tagen und direkt nach der ersten Bestrahlung einmalig eine Chemotherapie mit Cisplatin. Alle Tiere werden nach 15 Tagen getötet und diverse Gewebe und Organe für weitere Untersuchungen entnommen.

Finanziert wurde die Studie u.a. von der Studienstiftung des deutschen Volkes und der Günther-Elin-Krempel-Stiftung.

Bereich: Krebsforschung

Originaltitel: Locally ablative radio therapy of a primary human small cell lung cancer tumor decreases the number of spontaneous metastases in two xenograft models

Autoren: Thorsten Frenzel (1)*, Jordana Siekmann (2), Carsten Grohmann (2), Ursula Valentiner (2), Rüdiger Schmitz (2), Kristoffer Riecken (3), Boris Fehse (3), Udo Schumacher (2), Tobias Lange (2), Andreas Krüll (4)

Institute: (1) Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Anatomie und Experimentelle Morphologie und Core Facility Small Animal Irradiation, Universitäres Cancer Center Hamburg, Hamburg; Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, Ambulanzzentrum, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martinistraße 52, 20246 Hamburg, (2) Institut für Anatomie und Experimentelle Morphologie und Core Facility Small Animal Irradiation, Universitäres Cancer Center Hamburg, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, (3) Klinik für Stammzelltransplantation, Forschungsabteilung Zell- und Gentherapie, Universitäres Cancer Center Hamburg, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, (4) Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, Ambulanzzentrum, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg

Zeitschrift: International Journal of Radiation Oncology - Biology - Physics 2018; 100(4): 1044-1056

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4982



Dokument 103Titel: Auditorisches Mittelhirn kodiert für statistisches Lernen resultierend aus diskontinuierlicher sensorischer Stimulation
Hintergrund: In dieser Studie wird an Mäusen untersucht, wie das Gehirn Geräusche in der Umgebung erfasst, Zusammenhänge erlernt und sich diese merkt. Daraus sollen Rückschlüsse auf die Funktion des menschlichen Gehirns gezogen werden.
Tiere: 63 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom LAVES in Oldenburg genehmigt (Referenznummern 33.14-42502-04-10/0288 und 33.19-42502-04-11/0658). Die Mäuse stammen aus der Versuchstierzucht Janvier Labs, Frankreich.

Vor Beginn der Versuche wird den Mäusen operativ ein Transponder unter die Rückenhaut implantiert. Über zwei Wochen lang leben die Mäuse in Gruppen von bis zu 10 Tieren in sogenannten Audioboxen. Diese Käfige sollen eine „sozial, akustisch und verhaltensbiologisch angereicherte Umgebung“ simulieren. Darin befinden sich ein Bereich mit Futter und ein Bereich mit Trinkwasser, verbunden über einen Korridor. In den Audioboxen werden den Mäusen verschiedene Geräusche vorgespielt, die mit einem bestimmten Kontext assoziiert sind und mehr oder weniger vorhersehbar für die Tiere sind. Das Verhalten der Mäuse, sowie physiologische und molekulare Konsequenzen werden analysiert. Die Tiere der ersten Gruppe hören jedes Mal bestimmte Töne, wenn sie sich im Trinkwasser-Bereich befinden (vorhersehbar). Den Mäusen der zweiten Gruppe werden dieselben Töne vorgespielt, allerdings im Futter-Bereich und nicht einem festen Muster folgend (zufällig). Die Tiere der dritten Gruppe werden gar keinen Tönen ausgesetzt (Kontrolle). Es folgen weitere Konditionierungsexperimente, bei denen den Mäusen in bestimmten Situationen Luft ins Gesicht geblasen wird, was gezielt Unwohlsein bei den Tieren hervorrufen soll.

Um die Gehirnaktivitäten zu beobachten und zu vergleichen, die beim Vorspielen der erlernten Konditionierungs-Töne ausgelöst werden, werden alle Mäuse betäubt und es werden ihnen in einer komplizierten Gehirnoperation bis zu 16 Elektroden in unterschiedlichen Positionen ins Gehirn implantiert. Zur Implantation der Elektroden kommt eine stereotaktische Apparatur zum Einsatz. Der Schädel wird freigelegt, die Ohren mit Metallzylindern fixiert und eine Schädelhalterung aus Metall am Schädelknochen festgeklebt. Nun werden den Mäusen erneut Töne vorgespielt und die Nervenaktivitäten aufgezeichnet. Um eine bestimmte Gehirnregion zu inaktivieren, wird einigen Mäusen in einem Versuchsteil Muscimol ins Gehirn injiziert. Es werden erneut Töne vorgespielt und mittels Elektroden die Gehirnaktivität gemessen. Muscimol ist eine hochgiftige, stark halluzinogene Substanz, die u.a. in Fliegenpilzen vorkommt und beim Menschen bei Überdosierung u.a. Psychosen und tödliches Kreislaufversagen verursachen kann.

In einem weiteren Verhaltensexperiment werden die Mäuse in einen engen Kunststoffzylinder gesteckt, der einen Durchmesser von 4 cm und eine Länge von 12 cm hat. Wieder werden den Mäusen Töne vorgespielt und die Bewegung der Tiere mittels eines Erschütterungssensors registriert. Die Tiere verbleiben zunächst 10 min. lang zur „Eingewöhnung“ in dem Zylinder, dann wird ihnen 5 min. lang ein konstanter Hintergrundton vorgespielt und anschließend folgt die ca. 10-minütige Testphase, in der den Mäusen verschiedene Tonabfolgen vorgespielt werden. Alle Tiere werden getötet und das Gehirngewebe für neurologische Untersuchungen auf molekularer Ebene entnommen.

Die Versuche wurden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.

Bereich: Hirnforschung, Verhaltensforschung

Originaltitel: Auditory midbrain coding of statistical learning that results from discontinuous sensory stimulation

Autoren: Hugo Cruces-Solis (1,2), Zhizi Jing (3), Olga Babaev (2,4), Jonathan Rubin (5), Burak Gür (2), Dilja Krueger-Burg (4), Nicola Strenzke (3), Livia de Hoz (1)*

Institute: (1) Abteilung für Neurogenetik, Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin, Hermann-Rein-Straße 3, 37075 Göttingen, (2) International Max Planck Research School Neurowissenschaften, Göttingen Graduate School für Neurowissenschaften und molekulare Biowissenschaften, Göttingen, (3) Auditory Systems Physiology Group, InnerEarLab, Abteilung Otolaryngology, Universitätsmedizin Göttingen, Göttingen, (4) Abteilung für molekulare Neurobiologie, Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin, Göttingen, (5) Holon Institute of Technology, Holon, Israel

Zeitschrift: PLoS Biology 2018; 16(7). Doi: 10.1371/journal.pbio.2005114

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4981



Dokument 104Titel: Erhöhte Expression des Enzyms Metalloproteinase ADAM8 ist verknüpft mit Gefäßerkrankungen bei Mäusen und Menschen
Hintergrund: Gen-Ausprägung bei Mäusen mit künstlich ausgelöster Gefäßverkalkung und Herzinfarkt.
Tiere: 66 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche finden vermutlich in Aachen statt, da bei den Details auf ältere Publikationen der Aachener Forscher verwiesen wird. Es werden Mäuse mit zwei unterschiedlichen Genmanipulationen verwendet. Den Tieren fehlt jeweils ein bestimmtes Gen, das bei der Entstehung von Arteriosklerose (Arterienverkalkung) eine Rolle spielt. Mindestens 50 Mäuse erhalten 14 Wochen lang eine sogenannte westliche Diät, d.h. Futter mit einem erhöhten Fettanteil. So soll eine Arteriosklerose hervorgerufen werden. Dann werden die Tiere auf nicht genannte Weise getötet, um die Ausprägung bestimmter Gene der Aorta (Körperschlagader) zu untersuchen. Bei anderen Mäusen wird künstlich ein Herzinfarkt ausgelöst. Dazu wird den narkotisierten Tieren ein Schnitt zwischen zwei Rippen gemacht. Der Herzbeutel wird entfernt. Um eine Herzkranzarterie wird ein Faden gelegt und zugezogen. Der Brustkorb wird wieder zugenäht. Unmittelbar danach sowie nach 1, 4 und 7 Tagen werden jeweils mindestens 4 Mäuse getötet, um die Gen-Ausprägung in den Blutgefäßen zu ermitteln.

Es werden zudem Untersuchungen an Blutgefäßen von menschlichen Patienten gemacht (Abfälle bei Bypass-Operationen) sowie an Blutproben von gesunden Freiwilligen.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Bereich: Arteriosklerose-Forschung, Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel: Elevated expression of the metalloproteine ADAM8 associates with vascular diseases in mice and humans

Autoren: Daniel Schick (1), Aaron Babenreyer (1), Justyna Wozniak (1), Tanzeela Awan (1), Heidi Noels (3), Elisa Liehn (3,4), Jörg-W. Bartsch (5), Ann-Kathrin Vlacil (6), Karsten Grote (6), Rashad Zayat (7), Andreas Goetzenich (7), Andreas Ludwig (1), Daniela Dreymüller (2)*

Institute: (1) Institut für Pharmakologie und Toxikologie, RWTH Aachen, Wendlingweg 2, 52074 Aachen, (2)* Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie, PZMS, ZHMB, Universität des Saarlandes, UKS Gebäude 46, 66421 Homburg, (3) Institut für Molekulare Herz-Kreislauf-Forschung, Universitätsklinikum RWTH Aachen, Aachen, (4) National Heart Center Singapore, Singapur und Human Genetic Laboratory, University of Medicine, Craiova, Rumänien, (5) Klinik für Neurochirurgie, Universitätsklinikum Marburg, Philipps-Universität Marburg, Marburg, (6) Klinik für Innere Medizin, Kardiologie, Universitätsklinikum Marburg, Philipps-Universität Marburg, Marburg, (7) Klinik für Thorax, Herz- und Gefäßchirurgie, RWTH Aachen, Universitätsklinikum, Aachen

Zeitschrift: Atherosclerosis 2019; 286: 163-171

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4980



Dokument 105Titel: Herzschlag- und Atembewegungs-Korrektur für simultane PET/MR des Herzens
Hintergrund: An Hunden wird ein optimiertes bildgebendes Verfahren getestet, das die Bildqualität durch Ausgleich der Herzschlag- und Atembewegungen verbessern soll. Obwohl das Verfahren in derselben Studie zeitgleich am Menschen getestet wird, werden Hunde eingesetzt.
Tiere: 5 Hunde (Mischlingshunde)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Es wird nicht erwähnt, wer die Versuche genehmigt hat und woher die Tiere stammen. Bei den Hunden wird in einer 90-minütigen Operation ein Herzinfarkt ausgelöst, indem eine Herzarterie verschlossen wird. Die Hunde entwickeln daraufhin eine sogenannte myokardiale Fibrose, die mit dem Auftreten von lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen assoziiert wird. Zwei Monate nach der Operation werden die Hunde einem PET/MR-Scan (Positronen-Emissions-Tomographie/Magnetresonanztomographie) unterzogen, um Narbengewebe, das sich aufgrund des Herzinfarktes gebildet hat, sichtbar zu machen. Was danach mit ihnen geschieht, wird nicht erwähnt. Gleichzeitig wird dieselbe Messung mit annähernd identischen Parametern an einer weiblichen Testperson durchgeführt.

Die Studie wurde u.a. von der Europäischen Union finanziert.

Bereich: Bildgebende Verfahren, Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel: Cardiac and Respiratory Motion Correction for Simultaneous Cardiac PET/MR

Autoren: Christoph Kolbitsch (1,2)*, Mark A. Ahlman (3), Cynthia Davies-Venn (3), Robert Evers (3), Michael Hansen (4), Devis Peressutti (1), Paul Marsden (1), Peter Kellman (4), David A. Bluemke (3), and Tobias Schaeffter (1,2)

Institute: (1) King’s College London, Division of Imaging Sciences and Biomedical Engineering, London, UK, (2)* Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB), Medizinphysik und metrologische Informationstechnik, Abbestrasse 2-12, 10587 Berlin, (3) National Institutes of Health, Clinical Center, Radiology and Imaging Sciences, Bethesda, USA, (4) National Institutes of Health, National Heart, Lung, and Blood Institute, Bethesda, USA

Zeitschrift: Journal of Nuclear Medicine 2017; 58(5): 846-852

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4979



Dokument 106Titel: Verwendung Parodontose-geschädigter Zahnwurzeln für laterale Alveolarkamm-Augmentation. Ein Konzeptnachweis
Hintergrund: An Hunden soll eine Methode getestet werden, um Titanimplantate in Parodontose geschädigten Zähnen zu verankert, wobei die neue Methode nicht besser abschneidet als eine bekannte. In Anbetracht etlicher erfolgreich etablierter Ansätze für die Verankerung von Zahnimplantaten ist der Zweck der vorliegenden Studie von vornherein fragwürdig. Die Hunde sind durch die massiven operativen Eingriffe bei diesen Versuchen fast ein Jahr lang erheblichen Schmerzen ausgesetzt, die mit intensiver Schmerzmittelgabe behandelt werden.
Tiere: 8 Hunde (Foxhounds)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom LANUV in Recklinghausen genehmigt. Es wird nicht erwähnt, woher die Tiere stammen. Die Hunde werden narkotisiert und Phase 1 der Prozedur eingeleitet. Im Oberkiefer wird bei 3 Backenzähnen eine Parodontose (Zahnfleischentzündung) ausgelöst, indem ein Baumwollfaden zwischen Zahn und Zahnfleisch geschoben wird und dort verbleibt, so dass sich Bakterien ansiedeln können. Im Unterkiefer werden alle 12 Backenzähne gezogen und 6 quaderförmige Löcher (6 x 9 x 9 mm Kantenlänge) in den Unterkiefer gesägt. Nach 4 bis 6 Monaten hat sich im Oberkiefer eine Parodontose der geschädigten Zähne gebildet, die mit einem 30-prozentigen Verlust der Zahnstabilität durch den Zahnfleischrückgang einhergeht. Die Baumwollfäden, die unter das Zahnfleisch geschoben wurden, werden entfernt und die 3 von der Parodontose betroffenen Zähne, sowie 3 nicht betroffene Zähne des Oberkiefers gezogen. Aus dem Unterkiefer werden 2 Knochenstücke (sogenannte autologe Knochenblöcke) herausgefräst, die im weiteren Verlauf zur Verankerung einiger der Implantate dienen. Dies ist eine bereits bekannte Methode, mit der die neue Technik (Verankerung über die Zahnwurzeln der Parodontose-geschädigten Zähne) verglichen werden soll. Die autologen Knochenblöcke sowie die präparierten Zahnwurzeln der zuvor aus dem Oberkiefer gezogenen Zähne werden in die Löcher gesetzt, die in den Unterkiefer gefräst wurden und mit Titanschrauben im Kiefer befestigt. Nach weiteren 3 Monaten werden die Titanimplantate in die Verankerungen eingeschraubt. Nach weiteren 3 Wochen werden die Hunde getötet, die Kiefer entnommen und die Lage der Implantate im Kieferknochen mikroskopisch analysiert.

Die Studie wurde vom International Team of Oral Implantology (ITI, Basel, Schweiz) finanziert.

Bereich: Implantologie

Originaltitel: Periodontally diseased tooth roots used for lateral alveolar ridge augmentation. A proof-of-concept study

Autoren: Frank Schwarz, Vladimir Golubovic, Ilja Mihatovic*, Jürgen Becker

Institute: Poliklinik für Zahnärztliche Chirurgie und Aufnahme, Universitätsklinikum Düsseldorf, Moorenstr. 5, 40225 Düsseldorf

Zeitschrift: Journal of clinical peridontology 2016; 43(9): 797-803

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4978



Dokument 107Titel: Auswirkung von Arginin, Ornithin und Zeolith in der Nahrung auf Urämietoxine in Katzen
Hintergrund: An Katzen wird getestet, welchen Einfluss bestimmte Nahrungszusätze auf den Proteinstoffwechsel im Darm haben.
Tiere: 10 Katzen
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Gesundheit und Soziales, Berlin, genehmigt (Referenznummer G 0120/15). Es wird nicht erwähnt, woher die Tiere stammen. Jede Katze bekommt 10 verschiedene Diäten für jeweils 11 Tage, zwischen jeder Diät liegt eine 7-tägige Normalisierungsperiode mit Standardfutter. Die komplette Fütterungsstudie dauert somit ca. 6 Monate. Die Tiere werden nur einmal täglich gefüttert. Während der letzten 4 Tage jeder Fütterungsperiode werden die Katzen in Isolation in sogenannten metabolischen Käfigen gehalten, in denen Kot und Urin der Tiere gesammelt wird. Solche Käfige haben in der Regel eine Größe von ca. 120 x 60 x 50 cm. Am Ende jeder Fütterungsperiode wird den Katzen zweimal Blut abgenommen, vor der Fütterung und 7 Stunden danach.

Vermutlich wurde die Nierenfunktion der Tiere geschädigt. Es wird nicht erwähnt, was mit den Tieren nach der Studie passiert, vermutlich werden sie für weitere Versuche eingesetzt.

Die Studie wurde von der almapharmGmbH & Co. KG (Wildpoldsried, Germany) finanziell unterstützt.

Bereich: Tierernährung

Originaltitel: Effects of Dietary Arginine, Ornithine, and Zeolite Supplementation on Uremic Toxins in Cats

Autoren: Nadine Paßlack (1)* und Jürgen Zentek (1)

Institute: (1) Institut für Tierernährung, Fachbereich Veterinärmedizin, Freie Universität Berlin, Königin-Luise-Straße 49, 14195 Berlin

Zeitschrift: Toxins 2018; 10(5). Doi: 10.3390/toxins10050206

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4977



Dokument 108Titel: Auswirkung einer phosphorreichen Diät auf Indikatoren der Nierengesundheit bei Katzen
Hintergrund: An Katzen wird getestet, welchen Einfluss ein hoher Nahrungsgehalt an Phosphor auf die Nierenfunktion hat.
Tiere: 13 Katzen
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Regierung von Oberbayern genehmigt (Referenznummer 55.2.-1-54-2532.3-48-11, Betriebsnummer des Kreisverwaltungsreferats München KVR-I/221-TA-0131/13). Die Tiere stammen aus der Zuchtkolonie des Lehrstuhls für Tierernährung und Diätetik der LMU München. Alle Katzen bekommen zunächst für 29 Tage eine Kontrolldiät. Anschließend wird die Hälfte der Tiere für 29 Tage auf eine phosphorreiche Diät gesetzt, während die andere Hälfte in dieser Zeit auf der Kontrolldiät verbleibt. In den letzten 10 Tagen der Fütterungsperiode werden die Katzen einzeln in einem sogenannten metabolischen Käfig gehalten, in denen Kot und Urin der Tiere gesammelt wird. Der Käfig hat eine Größe von 120 x 60 x 53 cm oder 90 x 80 x 75 cm. Die stark phorphorhaltige Diät hat laut den Ergebnissen die Nierenfunktion der Tiere geschädigt. Die Katzen werden nach der Studie nicht getötet, sondern wieder in die Zucht eingegliedert und für weitere Versuche eingesetzt.

Die Studie wurde von der European Pet Food Industry Federation (FEDIAF) finanziell unterstützt.

Bereich: Tierernährung

Originaltitel: Effect of a high phosphorus diet on indicators of renal health in cats

Autoren: Britta Dobenecker (1), Anna Webel (1), Sven Reese (1), Ellen Kienzle (1)*

Institute: (1) Lehrstuhl für Tierernährung und Diätetik, Tierärztliche Fakultät, LMU München, Schönleutnerstr. 8, 85764 Oberschleißheim

Zeitschrift: Journal of Feline Medicine and Surgery 2018; 20(4): 339-343

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4976



Dokument 109Titel: Ein gentechnisch verändertes Mausmodell für sporadischen kolorektalen Krebs
Hintergrund: In dieser Studie wird eine neue Methode zur gentechnischen Veränderung von Mäusen als Modell für Dickdarmkrebs präsentiert. Durch das Verfahren kann praktisch jede Maus in relativ kurzer Zeit mit Krebsgenen infiziert werden, was zur Entwicklung von Darmkrebs und ggf. Metastasen führt.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Es wird eine Methode vorgestellt, wie man gentechnisch veränderte Mäuse „herstellt“, die lokal begrenzte Dickdarm-Tumore entwickeln. Die Mäuse werden betäubt und die Bauchdecke aufgeschnitten und die Bauchhöhle geöffnet. Ein Teflonschlauch wird in den After eingeführt, der Dickdarm mit Kochsalzlösung gespült und anschließend aufgeschnitten. Ein abgeklemmtes Darmsegment, in dem später die genetische Manipulation vorgenommen werden soll, wird zunächst mit einer Lösung gefüllt, die u.a. die Darm-Stammzellen durchlässiger und somit anfälliger für die anschließende Behandlung macht. Die Lösung wird abgesaugt und eine weitere Lösung eingefüllt, die spezielle Viren enthält, die die genetische Veränderung auf die Darmzellen der Maus übertragen. Dadurch wird bewirkt, dass sich später an der behandelten Stelle Tumore bilden.

Nach dieser Operation erhalten die Mäuse alle 12 Stunden ein starkes Schmerzmittel und einmal täglich werden sie beobachtet, ob sie Zeichen von Unwohlsein aufgrund einer Tumor-Entwicklung aufweisen. Alle zwei Wochen wird eine Darmspiegelung durchgeführt, um zu prüfen, ob sich sichtbare Tumore gebildet haben. Dies ist für gewöhnlich zwei bis vier Wochen nach der Operation der Fall, nach 12 bis 16 Wochen haben sich daraus invasive Adenokarzinome entwickelt, je nach genetischer Mutation, die eingeführt wird, kann dieser Prozess auch beschleunigt oder modifiziert werden.

Durch die Behandlung selbst sterben bis zu 5% der genetisch manipulierten Tiere, mindestens 85% entwickeln Tumore. Je nach Art des Tumors sterben die erkrankten Tiere nach 80-200 Tagen, meist an einem Darmverschluss infolge des Tumors. Der Krebs befällt hauptsächlich den hinteren Dickdarm, je nach genetischer Mutation bilden sich jedoch auch Metastasen im Bauchfell, in der Leber und den Lungen.

Bereich: Krebsforschung

Originaltitel: A genetically engineered mouse model of sporadic colorectal cancer

Autoren: Alexander M. Betzler (1), Susan Kochall (1), Linda Blickensdörfer (2), Sebastian A. Garcia (1), May-Linn Thepkaysone (1), Lahiri K. Nanduri (1), Michael H. Muders (3), Jürgen Weitz (1,4,5), Christoph Reissfelder (1), Sebastian Schölch (1,4,5)*

Institute: (1)* Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Fetscherstr. 74, 01307 Dresden, (2) Klinik für Allgemein-, Viszeral-, und Transplantationschirurgie, Universität Heidelberg, Heidelberg, (3) Institut für Pathologie, Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Dresden, (4) Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), (5) Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)

Zeitschrift: Journal of Visualized Experiments 2017 (125). Doi: 10.3791/55952

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4975



Dokument 110Titel: Die Chemoimmuntherapie verbessert das Langzeitüberleben in einem präklinischen Modell für eine MMR-D-bedingte Krebserkrankung
Hintergrund: Test einer Chemo-Immunotherapie bei genmanipulierten Mäusen mit Dickdarmkrebs.
Tiere: 83 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden unter den Nummern LALLF M-V/TSD/7221.3–1.1-053/12–1 und 026/17 durch eine nicht genannte Behörde genehmigt. An der Universitätsmedizin in Rostock wird eine bestimmte Mäuselinie über mindestens 5 Generationen gezüchtet, der das Gen MLH1 fehlt. Aufgrund des Gendefekt bekommen diese Mäuse Dickdarmkrebs.

Aus bestimmten Tumorzellen von Mäusen wird ein Impfstoff hergestellt. Jeweils eine Gruppe Mäuse erhält eine leichte Chemotherapie in die Bauchhöhle gespritzt (GEM oder CPX). Dann bekommen die Tiere den Impfstoff aus den Tumorzellen einmal wöchentlich unter die Haut injiziert. Die Mäuse werden regelmäßig mit einem Mikro-Computertomografen untersucht, um die Tumorentwicklung im Darm zu verfolgen. Die Mäuse werden für diese Untersuchung mit dem Gas Isofluran betäubt. Andere Mäuse erhalten die Chemotherapie, sobald sich Tumore zeigen, gefolgt von einer wöchentlichen Impfung. Kontrollmäuse erhalten nur eine Chemotherapie oder nur die Impfung. Es werden regelmäßig Blutproben aus dem Venengeflecht hinter dem Auge genommen.

Es werden Überlebensraten statistisch erfasst. Denen zufolge sterben die Kontrollmäuse nach 4 bis 20 Wochen, während ein Teil der mit Chemotherapie + Impfung behandelten Mäuse überlebt. Spätestens nach 10 Monaten werden alle Tiere getötet.

Die Arbeit wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.

Bereich: Krebsforschung

Originaltitel: Chemo-immunotherapy improves long-term survival in a preclinical model of MMR-D-related cancer

Autoren: Claudia Maletzki (1)*, Leonie Wiegele (1), Ingy Nassar (1), Jan Stenzel (2), Christian Junghanss (1)

Institute: (1) Molekulare Onkologie und Immuntherapie, Klinik Hämatologie, Onkologie, Palliativmedizin, Universitätsmedizin Rostock, Ernst-Heydemann-Str. 6, 18057 Rostock, (2) Core Facility Multimodale Kleintierbildgebung, Universitätsmedizin Rostock

Zeitschrift: Journal for ImmunoTherapy of Cancer 2019; 7:8; https://doi.org/10.1186/s40425-018-0476-x

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4974



Dokument 111Titel: Aus Marmor gewonnener Mikrocalcit fördert die Frakturheilung im Mausmodell
Hintergrund: In der Studie soll untersucht werden, ob die lokale Anwendung von aus Marmor gewonnenem Mikrokalzit die Knochenheilung bei Mäusen verbessert.
Tiere: 75 Mäuse
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Experimente werden von einer örtlichen (nicht genannten) Kommission unter der Nummer VV 60/2013 genehmigt. Die Tiere werden am Institut für Klinisch-Experimentelle Chirurgie des Universitätsklinikums des Saarlandes gezüchtet. Bei 15 Mäusen wird Blut abgenommen, aus dem Platelet-Rich-Plasma (P-R-P) gewonnen wird. Was mit den Tieren danach passiert, wird nicht erwähnt.

Bei 60 Mäusen wird unter Narkose am rechten Knie der Oberschenkelknochen freigelegt. Durch ein Bohrloch wird eine Kanüle in die Markhöhle des Knochens gesteckt. Dann wird der Oberschenkelknochen im mittleren Bereich freigelegt. Ein Metallclip wird an den Knochen angebracht. Nun wird ein Spalt von 0,25 mm Breite in den Knochen gesägt. Der Metallclips gewährleistet die Einhaltung der Spaltgröße. 20 Mäuse erhalten mit Mikrokalzit vermischtes P-R-P, 20 Mäuse nur P-R-P und 20 Mäuse nichts in den Frakturspalt appliziert. Das Mikrokalzit wird aus zerstoßenem Marmor gewonnen. Die Mäuse werden 2 und 5 Wochen nach der Operation mit einer Überdosis an Narkosemittel getötet.

Bereich: Chirurgie, Biomaterial-Forschung

Originaltitel: Marble-derived microcalcite improves bone healing in mice osteotomy

Autoren: Marcel Orth (1,2)*, Takhirjan Shadmanov (2), Claudia Scheuer (2), Benedikt J Braun (1), Tobias Fritz (1), Jörg H Holstein (1), Tina Histing (1,2), Matthias W Laschke (2), Tim Pohlemann (1), Michael D Menger (2)

Institute: (1) Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes, Kirrberger Straße, 66421 Homburg, (2) Institut für Klinisch-Experimentelle Chirurgie, Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes, Kirrberger Straße, 66421 Homburg

Zeitschrift: Biomedical Materials 2019; 14(2): 025001

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4973



Dokument 112Titel: Therapeutische fluoreszierende Hybridnanopartikel für eine rückverfolgbare Abgabe von Glucocorticoiden an Entzündungsstellen
Hintergrund: Glukokortikoide wirken entzündungshemmend, aber haben schwere Nebenwirkungen. Nanopartikel sollen die Verfügbarkeit und Löslichkeit von Glukokortikoiden erhöhen, um deren Dosis senken zu können. Dies wird hier an Mäusen getestet.
Tiere: 37 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, LAVES, unter der Nummer 33.14-42502-04-13/1185 genehmigt. Es werden zwei spezielle Mäuselinien (BALB/c und haarlose SKH-1-Mäuse) bei Charles River in Sulzfeld gekauft.

Für die erste Testreihe wird 13 Mäusen eine Pfote künstlich entzündet, indem den Tieren Zymosan-A an drei aufeinanderfolgenden Tagen in die linke Hinterbeinpfote gespritzt wird. Zymosan ist ein Bestandteil der Bierhefe und verursachte eine Entzündung ähnlich wie bei schweren Infektionen, Autoimmunerkrankungen oder Blutvergiftung. Die Pfote schwillt an. In die rechte Hinterbeinpfote wird eine harmlose Lösung gespitzt. 7 Mäuse erhalten täglich mit entzündungshemmenden Glukokortikoiden beladene Nanopartikel in die Bauchhöhle injiziert, 6 Mäuse bekommen eine wirkungslose Kochsalzlösung. Nach 4 Tagen werden die Tiere durch Überdosis eines Narkosegases und Genickbruch getötet und die Dicke der Pfotenschwellung wird bestimmt.

In einer zweiten Testreihe werden den Tieren Eiweißstoffe zweimal im Abstand von 14 Tagen in die Bauchhöhle gespritzt und weitere 2 Wochen später in die Nase gesprüht. Dadurch kommt zu einer starken allergischen Reaktion. 30 Minuten vor der Auslösung der Allergie erhält ein Teil der Tiere die mit Glukokortikoiden beladenen Nanopartikel in die Nase gesprüht. Kontrolltieren wird eine wirkungslose Substanz appliziert. Für die Applikation in die Nase werden die Mäuse kurz betäubt. Zwei Tage später werden alle Mäuse getötet, um ihre Lungen zu untersuchen.

Die Arbeit wird vom Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin finanziert.

Bereich: Allergieforschung

Originaltitel: Therapeutic fluorescent hybrid nanoparticles for traceable delivery of glucocorticoids to inflammatory sites

Autoren: Joanna Napp (1,2), M. Andrea Markus (2), Joachim G. Heck (3), Christian Dullin (1,2,4), Wiebke Möbius (5), Dimitris Gorpas (6), Claus Feldmann (3), Frauke Alves (1,2,7)*

Institute: (1) Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Tandemgruppe Max Planck Institut für Experimentelle Medizin und UMG, Universitätsmedizin Göttingen, Göttingen, (2)* Translationale Molekulare Bildgebung, Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin, Hermann-Rein-Straße 3, 37075 Göttingen, (3) Institut für Anorganische Chemie, Karlsruher Institut für Technologie, Karlsruhe, (4) Italian Synchrotron „Elettra“, Triest, Italien, (5) Abteilung für Neurogenetik, Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin, Göttingen, (6) Institut für Biologische und Medizinische Bildgebung (IBMI), Helmholtz Zentrum München und Biologische Bildgebung der Technischen Universität München, München, (7) Klinik für Hämatologie und Onkologie, Universitätsmedizin Göttingen, Göttingen

Zeitschrift: Theranostics 2018; 8 (22): 6367-6383

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4972



Dokument 113Titel: Räumlich-zeitlich versetzte Aktivierung von PD-1 + T-Zellen nach Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus und Tumorentwicklung in vollständig dauerhaft humanisierten Mäusen
Hintergrund: Untersuchung von Immunzellen bei Mäusen, die mit dem krebserregenden Epstein-Barr-Virus infiziert wurden.
Tiere: 38 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Dezernat 33/Tierschutz, genehmigt. Eine spezielle Mäuselinie wird bei Jackson Laboratory (JAX, Bar Harbor, ME, USA) gekauft und am Institut für Versuchstierkunde der Medizinische Hochschule in Hannover gehalten und gezüchtet. Es handelt sich um sogenannte NRG Mäuse. Diese Tiere haben durch Auslöschung mehrerer Gene ein geschwächtes Immunsystem.

Die Mäuse werden mit Gamma-Strahlen bestrahlt, um ihre Immun- und Stammzellen zu zerstören. Vier Stunden nach der Bestrahlung werden den Tieren über die Schwanzvene menschliche Immun-Stammzellen (CD34+) gespritzt. Hiermit wird das Immunsystem „humanisiert“. Nach 15 Wochen werden nur Tiere, die über 20% „humanisiert“ sind, für weitere Experimente verwendet. Das Schicksal der Mäuse, bei denen dies nicht der Fall ist, wird nicht erwähnt.

Die „humanisierten“ Mäuse werden in zwei Gruppen unterteilt. 19 Mäuse dienen als Kontrolle und werden nicht behandelt. 18 Tiere werden mit einem modifizierten Epstein-Barr-Virus infiziert. Das Virus verursacht eine Tumorentwicklung bei den Mäusen und ist mit einem fluoreszierenden Marker versehen. Mit einem speziellen Gerät können so die Krebszellen in der lebenden Maus sichtbar gemacht werden. Bereits nach einer Woche können Krebszellen bei acht Tieren in der Milz festgestellt werden, von wo aus sie sich über die Organe (Milz, Leber, Niere) verbreiten.

Die Mäuse werden spätestens 10 Wochen nach der Infektion getötet, bzw. früher, wenn „Symptome einer Belastung durch die Tumorentwicklung festgestellt“ werden. Welche Symptome dies sind und wieviel Tiere diese zeigen, wird nicht kommuniziert. Die Arbeit wurde finanziert vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), der Deutschen Krebshilfe, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Jackson Laboratory in Form von Vortragshonorar an die verantwortliche Wissenschaftlerin.

Bereich: Immunologie, Krebsforschung

Originaltitel: Spatio-temporally skewed activation of PD-1+ T cells after Epstein Barr Virus infection and tumor development in long-term fully humanized mice

Autoren: Simon Danisch (1,2), Constanze Slabik (1,2), Angela Cornelius (1,2), Manuel Albanese (3), Takanobu Tagawa (3), Yen-Fu Adam Chen (3), Nicole Krönke (4), Britta Eiz-Vesper (5), Stefan Lienenklaus (6), Andre Bleich (6), Sebastian J. Theobald (1,2), Andreas Schneider (1,2), Arnold Ganser (1), Constantin von Kaisenberg (7), Reinhard Zeidler (3,8), Wolfgang Hammerschmidt (3), Friedrich Feuerhake (4,9), Renata Stripecke (1,2)*

Institute: (1)* Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation, Medizinische Hochschule Hannover, Hans Borst Zentrum, Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover, (2) Laboratory of Regenerative Immune Therapies Applied, Exzellenzcluster „Von Regenerativer Biologie zu Rekonstruktiver Therapie – Akronym REBIRTH und das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), Hannover, (3) Institut für Genvektoren (AGV), Helmholtz Zentrum München, Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), München, (4) Institut für Pathologie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, (5) Institut für Transfusionsmedizin, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, (6) Institut für Versuchstierkunde und Zentrales Tierlaboratorium, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, (7) Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe - Pränatalmedizin (MVZ), Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, (8) Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Klinikum der Universität und Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), München, (9) Institut für Klinische Pathologie, Abteilung Neuropathologie, Universitätsklinikum Freiburg, Freiburg

Zeitschrift: The American Journal of Pathology 2019; 189(3): 521-539

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4971



Dokument 114Titel: Biologisch resorbierbare Versiegelungsmittel zur Verstärkung des Pankreasstumpfs nach distaler Entfernung der Bauchspeicheldrüse sind kritisch
Hintergrund: Biologisch resorbierbare Versiegelungsmittel werden verwendet, um postoperative Fisteln nach Entfernung der Bauchspeicheldrüse zu reduzieren. Zahlreiche klinische Studien konnten aber keinen klinischen Nutzen dieser Versieglungsmittel nachweisen. In diese Studie soll der Nutzen von zwei unterschiedlichen Versiegelungsmitteln (Bioglue und Coseal) an Schweinen untersucht werden.
Tiere: 9 Schweine
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz unter der Nummer 08-004 / 14 genehmigt. Die Tiere wurden möglicherweise in der Kleintierpraxis Dr. Frank Pölzing in Oldisleben, Thüringen, operiert und getötet, da diesem in der Danksagung für die Hilfe bei den Tierversuchen gedankt wird.

Den Schweinen wird unter Narkose der Bauch aufgeschnitten und ein Stück der Bauchspeicheldrüse wird entfernt. Die Blutung der Bauchspeicheldrüse wird mit einer chirurgischen Naht gestoppt. Anschließend wird der Stumpf der Bauchspeicheldrüse unterschiedlich behandelt: Bei 3 Tieren wird der Stumpf unbehandelt gelassen, bei 3 Tieren wird Bioglue auf den Stumpf aufgetragen und bei 3 Tieren wird der Stumpf mit Coseal versiegelt. Ein Schlauch wird in der Nähe des Stumpfs platziert damit das Sekret in einen Beutel abfließen kann. Der Bauch wird zugenäht und den Tieren wird eine eng anliegende Jacke angelegt. In diese wird der Beutel für das ablaufende Sekret platziert. Die Schweine bekommen ein Schmerzmittel. Nach der Operation werden täglich Blutproben aus der Halsvene entnommen. Fünf Tage nach der Operation werden die Tiere unter Vollnarkose auf nicht beschriebene Weise getötet. Die Organe werden untersucht.

Bereich: Chirurgie

Originaltitel: Bio-absorbable sealants for reinforcing the pancreatic stump after distal pancreatectomy are critical

Autoren: Christian M. Kühlbrey, Steivan Kasper, Sophia Chikhladze, Gabriel Seifert, Ulrich T. Hopt, Stefan Fichtner-Feigl, Uwe A. Wittel*

Institute: Universitätsklinikum Freiburg, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Hugstetter Straße 55, 79106 Freiburg

Zeitschrift: Journal of Hepato-Biliary-Pancreatic Sciences 2019; 26(3): 96-103

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4970



Dokument 115Titel: Einfluss von Betahistin auf kapilläre Perizyten und präkapilläre Arteriolen im Gefäßmechanismus im Innenohr von Meerschweinchen
Hintergrund: Wirkung eines Antihistaminikums (Betahistin) auf die Zellen der Blutgefäße im Innenohr von Meerschweinchen.
Tiere: 12 Meerschweinchen
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Meerschweinchen der Rasse Dunkin-Hartley stammen aus der Zucht Envigo RMS GmbH, Rossdorf. Unter Narkose wird das rechte äußere Ohr abgeschnitten und ein Loch in den Schädelknochen geschnitten, um an das Innenohr zu gelangen. Anschließend wird ein kleines Fenster in die Gehörschnecke im Innenohr geschnitten. Hier werden bestimmte Zellen (Perizyten) der kleinen Blutgefäße angefärbt und mit einem speziellen Mikroskop beobachtet. Sechs Tiere erhalten nun eine Testsubstanz (Antihistaminikum Betahistin) in die Blutbahn verabreicht, die anderen sechs Tiere bekommen ein Placebo. Mit dem Mikroskop wird der Effekt der Wirkstoffgabe auf die Perizyten untersucht. Anschließend werden die Meerschweinchen auf nicht genannte Weise getötet.

Bereich: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde

Originaltitel: Role of capillary pericytes and precapillary arterioles in the vascular mechanism of betahistine in a guinea pig inner ear model

Autoren: Mattis Bertlich (1)*, Friedrich Ihler (1), Bernhard G. Weiss (1), Saskia Freytag (2,3), Michael Strupp (4,5), Mark Jakob (1), Martin Canis (1)

Institute: (1) Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde Kopf- und Halschirurgie, Universitätsmedizin Göttingen, Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen, (2) Population Health and Immunity Division, Walter and Eliza Hall Institute, Parkville, Australien, (3) Department of Medical Biology, University of Melbourne, Parkville, Australien, (4) Klinik für Neurologie, Uniklinikum München, München, (5) Deutsches Schwindel- und Gleichgewichtszentrum, Uniklinikum München, München

Zeitschrift: Life Sciences 2017; 187: 17-21

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4969



Dokument 116Titel: NO-empfindliche Guanylatzyklase-Isoformen NO-GC1 und NO-GC2 tragen zur lärmbedingten Schädigung der Sinneszellen (innere Haarzellen) des Innenohrs bei
Hintergrund: Veränderungen im Innenohr durch Lärmbelastung bei Mäusen und Ratten.
Tiere: 218 Tiere verschiedener Arten (mindestens 148 Mäuse, mindestens 70 Ratten)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche wurden vom Regierungspräsidium Tübingen, Referat 35 „Tierschutz und Gesundheit“ genehmigt. Es werden drei unterschiedlich gentechnisch veränderte Arten von Mäusen sowie Wildtyp-Mäuse verwendet, die in der Tieranlage des Interfakultären Instituts für Biochemie der Universität Tübingen (Forschungseinheit 2060, Feil-Group) gezüchtet wurden. Weibliche Wistar-Ratten unterschiedlichen Alters, (2-3 Monate, 8-11 Monate, 20-23 Monate) stammen von Charles River Laboratories, Sulzfeld.

Allen Tieren werden in Narkose Elektroden zur Messung von Hirnströmen unter die Haut des Schädels eingepflanzt. In einer schalldichten Kammer werden die betäubten Tiere einer Lärmbelastung in Form von Rauschen, Klicks oder plötzlichen Geräuschen bis zu einer Lautstärke von 120 Dezibel für jeweils 1 Stunde ausgesetzt. Die Tiere der Kontrollgruppen werden keinen akustischen Reizen ausgesetzt. Das Ausmaß der durch die Lärmbelastung verursachten Schädigung des Hörvermögens der Mäuse wird über die implantierten Elektroden in definierten Abständen dokumentiert. Nach den Versuchen werden alle Mäuse auf nicht genannte Weise getötet. Die im Innenohr befindliche Hörschnecke wird entnommen und ihre Haarzellen werden hinsichtlich der lärmverursachten Zerstörung von Nervenverbindungen untersucht.

Auch den Ratten werden zunächst in Narkose unter die Haut des Schädels operativ Elektroden für EEG-Messungen eingepflanzt. Je nach Alter, geplanter Lärmbelastung und/oder zusätzlicher Gabe eines Arzneimittels werden die Tiere 9 Testgruppen und 3 Kontrollgruppen zugeteilt. In einer Kammer werden die Ratten unter Narkose zwei Stunden lang einer Belastung von 100 Dezibel ausgesetzt. Einem Teil der Ratten wird 25-32 Tage lang, drei Mal täglich, ein in Futterpellets gepresstes Medikament verabreicht, das die Sinneszellen des Innenohrs vor der Zerstörung durch die angewandte Lärmbelastung schützen soll. Alle Ratten werden nach 32 Tagen auf nicht beschriebene Weise getötet und ihr Hörorgan wird untersucht.

Die Arbeit wurde unterstützt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, Action on Hearing Loss und die Universität Tübingen.

Bereich: Hörforschung, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde

Originaltitel: NO-sensitive guanylate cyclase isoforms NO-GC1 and NO-GC2 contribute to noise-induced inner hair cell synaptopathy

Autoren: Dorit Möhrle (1), Karin Reimann (1), Steffen Wolter (1), Markus Wolters (2), Ksenya Varakina (1), Evanthia Mergia (3), Nicole Eichert (1), Hyun-Soon Geisler (1), Peter Sandner (4), Peter Ruth (5), Andreas Friebe (6), Robert Feil (2), Ulrike Zimmermann (1), Doris Koesling (3), Marlies Knipper (1)*, Lukas Rüttiger (1)

Institute: (1) Neurosensorisches Zentrum der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde Tübingen, Arbeitsgruppe Molekulare Hörphysiologie, Elfriede-Aulhorn-Straße 5, 72076 Tübingen, (2) Interfakultäres Institut für Biochemie, Universität Tübingen, Tübingen, (3) Pharmakologie und Toxikologie Bochum, Ruhr-Universität Bochum, Medizinische Fakultät, (4) Bayer AG, Pharmaforschungs-Zentrum Wuppertal, (5) Forschungs- und Lehrbereich Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie, Institut für Pharmazie, Universität Tübingen, Tübingen, (6) Physiologisches Institut der Universität Würzburg, Würzburg

Zeitschrift: Molecular Pharmacology 2017; 92: 375-388

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4968



Dokument 117Titel: Modulation der Gen Expression in den Astrogliazellen des Hippocampus und präfrontalen Cortex (Stirnlappen der Großhirnrinde) durch chronischen Stress bei der Ratte
Hintergrund: Die Studie will Vermutungen beweisen, dass kausale Zusammenhänge zwischen stressbedingten Veränderungen der Hirn(glia)substanz und schweren Depressionen bestehen. Die Autorin geht davon aus, dass die wiederkehrende Erfahrung der Unterlegenheit einer Ratte dem depressionsfördernden chronischen sozialen Stress des Menschen entspricht. Das in der Studie angewendete Antidepressivum Citalopram, das seit 1989 am Menschen Anwendung findet und mittlerweile das am meisten verordnete Antidepressivum ist, bewirkte in dieser Studie allerdings zum Erstaunen der Experimentatoren keine Reparatur des geschädigten Hirngewebes, sondern verursachte die gleichen krankhaften Veränderungen an der Hirnsubstanz wie der chronische Stress. Dies sei nicht erklärbar und erfordere weitere Studien.
Tiere: 130 Ratten (mindestens)
Jahr: 2012

Versuchsbeschreibung: Die Genehmigung der Versuche erfolgt durch das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Oldenburg. Alle Ratten stammen aus der Zucht Harlan-Winkelmann, Borchen. Die 50 männlichen Wistar-Ratten, werden zehn Tage in Einzelkäfigen gehalten und an Manipulationen durch den Menschen gewöhnt. 30 Sprague-Dawley-Ratten hausen in Gruppen zu 3 Tieren pro Käfig. Lister Hooded-Ratten werden paarweise mit kastrierten Weibchen in einem Plastikkäfig gehalten. Wegen der Nachtaktivität der Ratten und den während der Aktivitätsphase durchzuführenden Experimenten, werden alle Tiere untertags 12 Stunden im Dunkeln gehalten und nachts künstlichem Licht ausgesetzt. Alle Ratten werden regelmäßig gewogen, um stressbedingte Gewichtsverluste zu dokumentieren.

Beim „Chronischen psychosozialen Stresstest“ werden die 50 Wistar-Ratten in vier Gruppen aufgeteilt: zwei Stress-Gruppen (10+15 Tiere) und zwei Nicht-Stress-Gruppen (10+15 Tiere). Die 25 Tiere der beiden Stress-Gruppen werden 5 Wochen lang täglich einer hochbelastenden sozialen Stresssituation ausgesetzt: Sie werden in den Käfig des Lister Hooded-Rattenpärchens gesetzt, nachdem kurz zuvor das weibliche Tier entfernt wurde. Das Lister Hooded-Männchen attackiert und verletzt den Eindringling und besiegt ihn regelmäßig. Die unterlegene männliche Wistar-Ratte reagiert mit unterwürfiger Haltung, Erstarrung oder Fluchtversuch. Unmittelbar nach dem Kampf wird das unterlegene Männchen in einen kleinen Käfig aus Drahtgeflecht gesteckt und im Wohnkäfig des überlegenen Männchens untergebracht. Zwar ist er vor Verletzungen geschützt, muss aber den Sieger eine Stunde lang sehen, hören und riechen, was extremen Stress bedeutet.

Nach einer Woche erhalten 10 Tiere der Stressgruppe und 10 Tiere der Kontrollgruppe über ihr Trinkwasser ein antidepressiv wirkendes Medikament (Citalopram). 24 Stunden nach Beendigung der letzten Konfrontation mit einem überlegenen Männchen werden alle Ratten getötet. Ein Teil der Ratten wird geköpft. Ihr Gehirn wird entnommen und untersucht. Die anderen Ratten werden durch Perfusion getötet. Unter Narkose wird ihr noch schlagendes Herz aufgeschnitten, damit das Tier entblutet, während über eine Infusionskanüle in die linke Herzkammer eine Kochsalzlösung in den Organismus gespült wird. Auf diese Weise wird unter anderem das Gehirn blutleer gemacht, was die feingewebliche Untersuchung erleichtert.

Im “Chronischen Restraint-Stresstest“ werden 30 Sprague Dawley-Ratten in zwei Gruppen mit je 15 Tieren aufgeteilt. Die Tiere der Stress-Gruppe werden drei Wochen lang täglich für 6 Stunden in ein enges Plexiglasrohr gezwängt, das ihnen jede Bewegung unmöglich macht. Sie haben keine Möglichkeit, an Futter oder Wasser zu gelangen. Den Ratten der Kontrollgruppe wird zur gleichen Zeit Futter und Wasser entzogen. Das Körpergewicht wird täglich vor der Stressbelastung dokumentiert. Alle Ratten werden 24 Stunden nach dem letzten Versuch auf nicht genannte Weise getötet. Es wird Blut entnommen und die Nebennieren werden zu Untersuchungszwecken entnommen.

Die Arbeit wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft über das DFG-Forschungszentrum 103, Molekulare Physiologie des Gehirns (CMPB) finanziert.

Bereich: Stressforschung, Neurophysiologie

Originaltitel: Modulation of gene expression by chronic stress in astroglia in hippocampus and prefrontal cortex of the rat

Autoren: Carolina Araya Callis Promotionskomitee: Hauptberater Gabriele Flügge (1)*, Swen Hülsmann (2), Christine Stadelmann-Nessler (3)

Institute: (1) Labor für Klinische Neurobiologie, Deutsches Primatenzentrum, Kellnerweg 5, 37077 Göttingen, (2) Institut für Neuro- und Sinnesphysiologie Universitätsmedizin Göttingen, Göttingen, (3) Institut für Neuropathologie, Universitätsmedizin Göttingen, Göttingen

Zeitschrift: Dissertation zur Erlangung des Grades eines Dr. phil. (Ph.D.), Göttingen 2012

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Dissertation

Dokumenten-ID: 4967



Dokument 118Titel: Geraniol unterdrückt die Angiogenese durch Unterdrückung der VEGF/VEGFR-2-Signalwege
Hintergrund: An Mäusen, denen Rückenhautkammern und Tumore implantiert werden, sowie an Aorta-Ringen von Ratten wird der Einfluss eines Krebsmittels auf das Tumorwachstum bzw. die Blutgefäßentwicklung untersucht.
Tiere: 21 Tiere verschiedener Arten (16 Mäuse, 5 Ratten)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden genehmigt vom Landesamt für Verbraucherschutz, Abteilung C Lebensmittel- und Veterinärwesen, Saarbrücken (Referenznummer 68/2013). Woher die Tiere stammen, wird nicht erwähnt. 16 Mäusen wird eine sogenannte Rückenhautkammer implantiert. Auf die operative Implantation wird in dieser Arbeit nicht näher eingegangen, sondern auf eine weitere Publikation verwiesen. Rückenhautkammern werden in Tierversuchen eingesetzt, um Veränderungen in der Blutgefäßbildung über Tage oder Wochen hinweg am lebenden Tier zu beobachten. Das Tier wird betäubt und die Kammer chirurgisch implantiert. Dabei wird die Rückenhaut gespannt und zwischen 2 Metallrahmen fixiert, die anschließend fest zusammengeschraubt werden - hierzu werden Löcher in die Haut der Maus geschnitten. In der Mitte der Metallrahmen befindet sich ein durchsichtiges Beobachtungsfenster, durch das man die Blutgefäße der Maus durch die extrem gespannte Haut beobachten kann. Im Bereich des Beobachtungfensters werden dem Tier Unterhautgewebe und Muskelschichten herausgeschnitten. Die Kammer wird mit Flüssigkeit befüllt.

Nach dem schweren operativen Eingriff können sich die Mäuse 48 Stunden lang „erholen“. Anschließend werden allen Tieren zuvor im Labor aus Mäuse-Dickdarmkrebs gezüchtete Mikro-Tumore eingepflanzt. Hierzu wird die Rückenkammer geöffnet und der Mikrotumor auf der Muskelschicht des Tieres platziert. 8 Tieren wird danach 2 Wochen lang täglich Geraniol, ein potenzielles Krebsmedikament, per Schlundsonde verabreicht, die 8 übrigen Tiere erhalten auf die gleiche Weise Öl als Kontrolle. Alle 3-4 Tage werden fluoreszenzmikroskopische Aufnahmen des Gewebes in der Rückenhautkammer am lebenden Tier gemacht. Eine Betäubung der Mäuse hierfür wird nicht erwähnt. Nach 14 Tagen werden alle Tiere durch eine Überdosis Narkotikum getötet und das Gewebe der Rückenhautkammer für weitere Analysen verwendet.

Zudem werden 5 Ratten getötet, um die Aorten (Körperschlagader) zu entnehmen und daraus Ringe zu schneiden, an denen dann in vitro die Wirkung von Geraniol getestet wird.

Bereich: Krebsforschung

Originaltitel: Geraniol suppresses angiogenesis by downregulating vascular endothelial growth factor (VEGF)/VEGFR-2 signaling

Autoren: Christine Wittig, Claudia Scheuer, Julia Parakenings, Michael D. Menger, Matthias W. Laschke*

Institute: Institut für Klinisch-Experimentelle Chirurgie, Universität des Saarlandes, Gebäude 65, Kirrberger Straße, 66421 Homburg/Saar

Zeitschrift: PLoS ONE 2015; 10(7): e0131946

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4966



Dokument 119Titel: Anhaltender Erfolg bei der lebenserhaltenden Schweineherz- Xenotransplantation
Hintergrund: Es wird in dieser Studie des Schweregrades „schwer“ untersucht, inwieweit die Art der Konservierung des entnommenen Schweineherzens einen Einfluss auf das Überleben von Pavianen hat, denen dieses Herz transplantiert wird.
Tiere: 29 Tiere verschiedener Arten (15 Schweine, 14 Paviane)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche wurden von der zuständigen Behörde der Regierung von Oberbayern genehmigt und wurden von Februar 2015 bis August 2018 im Walter-Brendel-Zentrum für experimentelle Medizin durchgeführt. 15 Schweine(Ferkel) im Alter von 6-13 Wochen der Deutschen Landrasse, verkreuzt mit Large White, dienen als Spendertiere für die Herztransplantation auf Paviane. Sie werden mit Unterstützung der Revivicor Inc. Blacksburg, USA, am Veterinärwissenschaftlichen Department für Molekulare Tierzucht und Biotechnologie der Tierärztlichen Fakultät der LMU München, 81377 München mit Genmanipulationen an mehreren Genorten gezüchtet. Nach zahlreichen vorangegangenen Blut- und Gewebeuntersuchungen wird 7 Tage vor der geplanten Xenotransplantation eine Ultraschalluntersuchung des Herzens zur Beurteilung der Herzfunktion und zum Ausschluss von Herzklappenfehlern durchgeführt. Die Eröffnung des Brustkorbs und Entnahme des Herzens und damit die Tötung der Schweine erfolgt in Narkose. Die Herzen von 14 Schweinen werden drei Gruppen zugeteilt und bis zur Einpflanzung in den Brustkorb eines Pavians auf unterschiedliche Weise konserviert.

Ein Wildtyp-Schwein (Kontrolle) wird einer Scheinoperation ohne Herzentnahme unterzogen. An ihm wird das normale Wachstum des Herzens im Schwein im Vergleich zu den transplantierten Herzen mittels mehrfacher Ultraschalluntersuchungen dokumentiert, bevor es auf nicht genannte Weise getötet wird.

Die 14 männlichen Paviane im Alter von 3 bis 8 Jahren stammen vom Deutschen Primatenzentrum Göttingen. Vor der Operation leben die Affen in Gruppen von mindestens zwei Tieren. Nach der Operation sind sie bis zum Ende der Versuche in mobilen Einzelkäfigen, meist unter Isolationsbedingungen, untergebracht.

Nach Narkoseeinleitung wird bei allen Pavianen ein zentraler Venenkatheter über die obere Hohlvene und ein arterieller Katheter zur kontinuierlichen Blutdruckmessung über eine Oberschenkelarterie eingeführt. Der Brustkorb wird durch einen Schnitt entlang des Brustbeins eröffnet. Nach Eröffnung und Kanülierung der beiden Halsvenen und der Hauptschlagader werden diese an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen. So kann der Blutkreislauf ohne die Pumpfunktion des Herzens aufrecht gehalten werden. Das Herz des Pavians wird unter Belassung eines Teils der Vorhöfe entfernt und das Herz des transgenen Schweins eingenäht. In eine Hauttasche, die nahe der rechten Brust operativ gebildet wird, wird ein drahtloses Telemetrie Gerät eingesetzt, das Herz-Kreislauf-Werte übermittelt. In die Hauptschlagader und die Herzspitze werden Druckfühler eingeführt, in der Wand der rechten Herzkammer wird eine EKG-Ableitung platziert. Das transplantierte Schweineherz wird durch einen Elektroschock zum Schlagen gebracht und nach Abgang von der Herz-Lungenmaschine wird der Brustkorb verschlossen. Alle Paviane werden nach Erwachen aus der Narkose in einen Einzelkäfig verbracht und engmaschig untersucht. Sie erhalten Schmerzmittel, Cortison und eine Vielzahl weiterer Medikamente und Antikörper zur Blutdrucksenkung oder Stützung des Kreislaufs, zur Unterdrückung einer Abstoßungsreaktion, zur Verhinderung von Thrombosen, zur Unterdrückung von Entzündungen, bakteriellen und viralen Infektionen und zur Bildung von roten Blutkörperchen. Alle Medikamente weisen ein breites Spektrum von schweren Nebenwirkungen auf.

Entsprechend der Art der Konservierung des entnommenen Schweineherzens bis zur Transplantation in den Pavian erfolgt eine Einteilung der Affen/Empfängertiere in 3 Gruppen. Tiere der Gruppe 1 (5 Paviane) erhalten ein Schweineherz, in das eine 4 Grad kalte Lösungen infundiert wurde.

Tieren der Gruppe 2 (4 Paviane) wird ein Schweineherz eingepflanzt, das mit einer Nährlösung versorgt und konserviert wurde, die Sauerstoff, Eiweiß (Albumin) und rote Blutkörperchen enthält.

Den 5 Pavianen der Gruppe 3 wird ein Schweineherz implantiert, das mit der gleichen Lösung wie in Gruppe 2 konserviert wurde. Zusätzlich wird bei ihnen die Gabe von Cortison bald nach der Operation ausgeschlichen, ihr Blutdruck wird von den für Paviane normalen Werten (120 mmHg systolisch) auf den Normwert von Schweinen (80 mmHg) medikamentös abgesenkt. Um ein übermäßiges Wachstum der Schweineherzen und damit ein Herzversagen und eine Leberstauung zu verhindern, bekommen die Tiere der Gruppe 3 zusätzlich ein Medikament (Temsirolimus), das beim Menschen zur Wachstumshemmung von bestimmten Krebszellen zugelassen ist und bei dem mit schwersten Nebenwirkungen wie bakteriellen und viralen Infektionen, Atemnot, einer tödlichen Lungenentzündung, Thrombosen, Lungenembolien, Blutungen u.a. gerechnet werden muss.

Von den 5 Pavianen der Gruppe 1 sterben 3 Tiere am 1. Tag und ein Tier am 3. Tag nach der Operation an der bislang ungeklärten sogenannten perioperativen kardialen Xenotransplantatdysfunktion (PCXD), bei der es zu einem schweren Pumpversagen des Herzens mit Atemnot, Blutdruckabfall und Todesangst kommt. Ein Pavian dieser Gruppe lebt 30 Tage und stirbt wegen einer massiven Herzvergrößerung, in deren Folge es zu - sicher äußerst schmerzhaften - Herzinfarkten und zu einer Leberstauung mit Leberversagen kommt.

Die Überlebenszeit der 4 Paviane der Gruppe 2 beträgt 4 bis 40 Tage. Todesursachen ist die Zunahme des Herzgewichtes auf bis das dreifache mit Herz- und Leberversagen bei 2 Tieren. Eine schwere Gerinnungsstörung bei einem Affen mit vielfachen Thrombenbildungen im Herzmuskel und einer schweren Leberschädigung führt 40 Tage postoperativ zum Tod. Der vierte Pavian aus der Gruppe 2 erleidet 4 Tage nach der Operation schwere neurologische Ausfallerscheinungen, verursacht durch einen nicht näher beschriebenen technischen Defekt und wird getötet.

In der Gruppe 3 erleidet ein Pavian schwere Atemnot wegen eines Rippenfellergusses, verursacht durch den Verschluss eines großen Lymphgefäßes. In der oberen Hohlvene hat sich zudem eine Thrombose gebildet. Das Tier wird deshalb am 51. Tag auf nicht genannte Weise getötet. Zwei Paviane werden entsprechend dem Versuchsprotokoll am 90. postoperativen Tag auf nicht genannte Weise getötet. Bei der feingeweblichen Untersuchung werden bei einem dieser beiden Affen Wassereinlagerungen im Herzmuskelgewebe und eine Leberschädigung festgestellt. Bei zwei Affen wird Temsirolimus nach etwa 5 Monaten abgesetzt, woraufhin das Herz massiv anschwillt. Diese beiden Tiere werden kurze Zeit später, nämlich 182 bzw. 195 Tage nach der Transplantation auf nicht genannte Weise getötet.

Alle Paviane werden nach ihrem Tod obduziert und es werden feingewebliche Untersuchungen von Herz und Leber vorgenommen.

Die Studie wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, TRR127, gefördert.

Bereich: Xenotransplantation

Originaltitel: Consistent success in life-supporting porcine cardiac xenotransplantation

Autoren: Matthias Längin (1,2), Tanja Mayr (1,2), Bruno Reichart (2)*, Sebastian Michel (3), Stefan Buchholz (3), Sonja Guethoff (2,3), Alexey Dashkevich (3), Andrea Baehr (4), Stefanie Egerer (4), Andreas Bauer (1), Maks Mihalj (3), Alessandro Panelli (2), Lara Issl (2), Jiawei Ying (2), Ann Kathrin Fresch (2), Ines Buttgereit (2), Maren Mokelke (2), Julia Radan (2), Fabian Werner (1), Isabelle Lutzmann (2), Stig Stehen (5), Trygve Sjöberg (5), Audrius Paskevicius (5), Liao Qiuming (5), Riccardo Sfriso (6), Robert Rieben (6), Maik Dahlhoff (4), Barbara Kessler (4), Elisabeth Kemter (4), Katharina Klett (7,8,9), Rabea Hinkel (7,8,9), Christian Kupatt (7,9), Almuth Falkenau (10), Simone Reu(11), Reinhard Ellgass (3), Rudolf Herzog (3), Uli Binder (12), Günter Wich (13), Arne Skerra (14), David Ayares (15), Alexander Kind (16), Uwe Schönmann (17), Franz-Josef Kaup (17), Christian Hagl (3), Eckhard Wolf (4), Nikolai Klymiuk (4), Paolo Brenner (2,3,19), Jan-Michael Abicht (1,2)*

Institute: (1) Klinik für Anästhesiologie der Universität München, 81377 München, (2)* DFG TRR127 am Walter-Brendel-Zentrum für experimentelle Medizin, Ludwig-Maximilians-Universität-München, Marchioninistr. 27, 81377 München, (3) Herzchirurgische Klinik und Poliklinik der LMU München, 81377 München, (4) Veterinärwissenschaftliches Department für Molekulare Tierzucht und Biotechnologie der Tierärztlichen Fakultät der LMU München, 81377 München, (5) Department of Cardiothoracic Surgery, Lund University and Skane University Hospital, Lund, Schweden, (6) Department for BioMedical Research (DMBR), Universität Bern, Bern, Schweiz, (7) Medizinische Klinik, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, 81675 München, (8) Institut für Prophylaxe und Epidemiologie der Kreislaufkrankheiten (IPEK), Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München, 80336 München, (9) Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V., Standort München, (10) Institut für Tierpathologie der LMU München, 80539 München, (11) Pathologisches Institut der LMU München, 80337 München, (12) XL-protein GmbH, 85354 Freising, (13) Wacker Chemie AG, 81737 München, (14) Center for integrated Protein Science Munich (CiPSM) und Lehrstuhl für Biologische Chemie, Technische Universität München, School of Life Sciences Weihenstephan, 85354 Freising, (15) Revivicor Inc., Blacksburg, USA, (16) Chair of Lifestock Biotechnology, School of Life Sciences Weihenstephan, Lehrstuhl für Biotechnologie der Nutztiere der Technischen Universität München, 85354 Freising, (17) Deutsches Primatenzentrum GmbH, 37077 Göttingen

Zeitschrift: Nature, 5.12.2018; http://dx.doi.org/10.1038/s41586-018-0765-z

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4965



Dokument 120Titel: Einfluss von gasförmiger Narkose auf die Freisetzung von Glutamat und anderen Aminosäuren im Nucleus accumbens (Teil des Belohnungssystems im Gehirn) in einem Rattenmodell für Alkoholentzug: eine Pilotstudie
Hintergrund: Bei Ratten sollen Erkenntnisse über den Einfluss von gasförmigen Narkosemitteln bei der Narkose von Alkoholkranken gewonnen werden. Die Studie führt laut Autoren nicht zur beabsichtigten Klärung der Wirkmechanismen und sie schlagen weitere Tierexperimente vor, um verlässliche Schlussfolgerungen zu ziehen
Tiere: 80 Ratten
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Genehmigungsbehörde ist das Landesamt für Gesundheit und Soziales, Berlin. Die männlichen Wistar-Ratten stammen aus der Zucht von Harlan-Winkelmann, Borchen. In der ersten Woche werden die in Einzelkäfigen gehaltenen Tiere an Manipulationen durch den Menschen gewöhnt. Jeweils 40 Tiere erhalten für 26 Tage entweder eine 5%-ige alkoholische oder eine alkoholfreie Flüssignahrung. Bei den mit Alkohol gefütterten Ratten entwickelt sich binnen kurzem eine Alkoholabhängigkeit.

Am 23. Tag wird unter Narkose der Kopf bei allen Ratten in einer speziellen Halterung fixiert. Durch ein Bohrloch im Schädelknochen wird ein kleiner Schlauch (Microdialysekanüle) bis zu einem Hirnareal (Nucleus accumbens) vorgeschoben, in dem sich bei Alkoholentzug vermehrt nervenerregende Botenstoffe, wie z.B. Glutamat, finden. Die Kanüle wird mit zwei Schrauben und Knochenzement im Schädel befestigt und dient der Entnahme von Hirnwasser. Zwei Ratten sterben aus unerklärlichen Gründen unmittelbar nach der Operation.

Ab dem 26. Tag wird den Tieren die Nahrung entzogen, wodurch es bei den mit Alkohol gefütterten Tieren zu Entzugserscheinungen wie Unruhe, starkem Bewegungsdrang, Muskelkrämpfe und Zittern am ganzen Körper, Zähneklappern, Schütteln des Körpers und tonisch-klonischen Krampfanfällen kommt. Jeweils zehn Ratten aus den beiden Gruppen werden sofort auf nicht genannte Weise getötet, dann wird ihr Kopf mittels einer Guillotine abgetrennt, das Gehirn untersucht.

Die verbleibenden Tiere werden für 3 Stunden in eine Narkose versetzt, bei der je nach Gruppenzugehörigkeit eines von 3 gasförmigen Narkosemittel verwendet wird. Währenddessen werden im Hirnwasser kontinuierlich Alkoholentzugs-typische Botenstoffe bestimmt. Danach werden alle Ratten auf nicht genannte Weise getötet, der Kopf wird abgetrennt, ihr Gehirn wird untersucht.

Bereich: Alkoholforschung, Suchtforschung, Anästhesiologie

Originaltitel: Influence of volatile anesthesia on the release of glutamate and other amino acids in the nucleus accumbens in a rat model of alcohol withdrawal: a pilot study

Autoren: Thomas Seidemann (1)*, Claudia Spies (1), Rudolf Morgenstern (2), Klaus-Dieter Wernecke (3), Nicolai Netzhammer (1)

Institute: (1) Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin, Charité-Universitätsmedizin Berlin, Campus Charité Mitte und Campus Virchow-Klinikum, 13353 Berlin, (2) Institut für Pharmakologie, Campus Charité Mitte und Campus Virchow-Klinikum, (3) SOSTANA, Sophisticated Statistical Analysis, Berlin

Zeitschrift: PLOS One 2017 DOI:10.1371/journal.pone.0169017

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4964



Dokument 121Titel: Unterschiedliche Funktionen von L-Typ Kalziumkanal-Untertypen bei Alkoholabhängigkeit
Hintergrund: Die Versuche sollen neue Erkenntnisse bringen über die Rolle von Strukturen der Zellmembran (Calciumkanäle) bei der medikamentösen Behandlung von Menschen mit Alkoholsucht. Wegen teilweise unterschiedlichen Versuchsergebnissen bei Ratten und Mäusen äußern sich die Autoren zurückhaltend und empfehlen weitere Studien.
Tiere: 131 Tiere verschiedener Arten (mindestens 100 Ratten, mindestens 31 Mäuse)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Genehmigung der Versuche erfolgt durch das Regierungspräsidium Karlsruhe unter der Nummer 35-9185.81/G-163/13 (Versuche 1 und 2 mit Ratten) sowie Nummer 35-9185.81/G-301/14 (Versuch 3 mit transgenen Mäusen).

Männliche Wistar Ratten mit einem Körpergewicht von 210-300 g stammen von Charles River, Sulzfeld. Die transgenen Knockout-Mäuse werden im Tierversuchslabor des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit der Universität Heidelberg in Mannheim gezüchtet. Eine zweite Gruppe von transgenen Mäusen stammt vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg.

Versuch 1:

Jeweils vier Ratten werden in einem Käfig gehalten. Über einen Zeitraum von 7 Wochen müssen die Ratten der Alkohol-Gruppe jede Woche an fünf Tagen für 14 Stunden alkoholhaltige Dämpfe über einen speziellen Vernebler einatmen, wodurch eine Alkoholabhängigkeit erzeugt wird. Während der 10-stündigen Phasen ohne Alkoholzufuhr und verstärkt während einer allwöchentlichen Alkoholpause von 58 Stunden, erleiden sie Entzugssymptome wie Unruhe, starken Bewegungsdrang, Muskelkrämpfe und Zittern am ganzen Körper, Zähneklappern, Schütteln des Körpers und tonisch-klonische Krämpfe. Die Tiere der Kontrollgruppe erhalten Raumluft. Die Tötung der Ratten durch Abschneiden des Kopfes erfolgt je nach Gruppenzugehörigkeit unmittelbar nach der letzten Inhalationsphase oder nach 1,3,7 oder 21 Tagen. Die Gehirne der Tiere werden untersucht.

Versuch 2:

Ratten werden durch Konditionierung und Entzug von Flüssigkeit dazu gebracht, durch Drücken eines Hebels regelmäßig an alkoholische Lösungen zu gelangen und sie werden dadurch alkoholabhängig gemacht. In Narkose wird über ein Bohrloch im Schädelknochen eine Führungskanüle eingepflanzt und mit Zement fixiert. Über diese Vorrichtung wird ein kleiner Schlauch in den seitlichen Hirnventrikel (mit Hirnwasser gefüllter Hohlraum des Gehirns) zur Verabreichung von Medikamenten eingeführt.

Zwei Wochen nach letzter Alkoholaufnahme wird einer Gruppe von Ratten in der bei Versuch 1 beschriebenen Versuchsanordnung Alkohol über einen Verdampfer zugeführt, die anderen Tiere erhalten über den Verdampfer Raumluft (Kontrollgruppe). Zweimal pro Woche wird den Ratten aus einer Schwanzvene Blut zur Bestimmung des Alkoholspiegels entnommen. Nach einer 3-wöchigen Phase der Abstinenz wird allen Ratten entweder ein Medikament oder eine wirkstofffreie Lösung in den Hirnventrikel gespritzt. Verhaltenstests sollen Aufschluss geben über eine Auswirkung auf das Alkoholsuchtverhalten („craving“) und die zuvor konditionierte Selbstversorgung mit Alkohol der alkoholabhängigen Ratten. Die Tötung der Ratten erfolgt durch Abschneiden des Kopfes.

Versuch 3:

Zwei Gruppen unterschiedlich genetisch veränderter Mäuse werden in einem umgekehrten Tag/Nacht-Rhythmus in Gruppen von 2-3 Mäusen in Maschendrahtkäfigen gehalten. Es werden vier Gruppen mit jeweils 6-10 Tieren gebildet. Über einen Zeitraum von vier Wochen müssen die Mäuse, wie bei Versuch 1 beschrieben, alkoholhaltige Dämpfe bzw. Raumluft (Kontrollgruppen) über einen Vernebler inhalieren. Allerdings beträgt die Dauer der Inhalationsphase 16 Stunden, der Alkoholanteil wird kontinuierlich gesteigert und die Mäuse erhalten zusätzlich vor jeder Inhalationsphase eine Injektion in die Bauchhöhle mit einem Schmerzmittel und je nach Gruppe Alkohol. Nach Absetzen der Alkoholinhalationen werden bei den Mäusen schwere Entzugserscheinungen beobachtet und standardisiert bewertet: Unruhe, Zittern, Sträuben der Haare, Schütteln, stressanzeigende Ultraschall-Laute und Zähneklappern. Das weitere Schicksal der Tiere wird nicht erwähnt.

Die Studie wurde gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, durch das EU Förderprogramm für Forschung und Innovation „Horizon 2020“ und durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft.

Bereich: Alkoholforschung, Suchtforschung

Originaltitel: Differential Roles for L-Type Calcium Channel Subtypes in Alcohol Dependence

Autoren: Stephanie Uhrig (1), David Vandael (2), Andrea Marcantoni (2), Nina Dedic (3), Ainhoa Bilbao (1), Miriam A. Vogt (4), Nathalie Hirth (1), Laura Broccoli (1), Rick E. Bernardi (1), Kai Schönig (5), Peter Gass (4), Dusan Bartsch (5), Rainer Spanagel (1), Jan M. Deussing (3), Wolfgang H. Sommer (1,6), Emilio Carbone (2), Anita C. Hansson (1)*

Institute: (1)Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Institut für Psychopharmakologie, Universität Heidelberg, Medizinische Fakultät Mannheim, Quadrat J5, 68159 Mannheim, (2) Department of Drug Science, Laboratory of Cellular and Molecular Neuroscience, NIS Center, CNSM Universität Turin, Italien, (3) Abteilung für Stress Neurobiologie und Neurogenetik, Max Planck Institut für Psychiatrie, München, (4) Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universität Heidelberg, 68159 Mannheim, (5) Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Abteilung für Molekularbiologie, Universität Heidelberg, 68159 Mannheim, (6) Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin, Universität Heidelberg, 68159 Mannheim

Zeitschrift: Neuropsychopharmacology 2017; 42: 1058-1069

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4963



Dokument 122Titel: Renale Phosphor-Ausscheidung in erwachsenen gesunden Katzen nach der Einnahme einer Hoch-Phosphor-Diät mit Kalzium-Monophosphat oder Natrium-Monophosphat
Hintergrund: An Katzen wird getestet, welchen Einfluss ein hoher Nahrungsgehalt an Phosphor auf die Nierenfunktion hat.
Tiere: 23 Katzen
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Regierung von Oberbayern genehmigt (Referenznummer AZ 55.2-1-54-2532-118-13). Die Tiere stammen aus der Zuchtkolonie des Lehrstuhls für Tierernährung und Diätetik der LMU München. 23 gesunde Katzen werden in 4 Gruppen eingeteilt, wobei jede Gruppe zweimal eine Fütterungsstudie durchläuft. Zunächst erhalten alle Katzen einen Monat lang eine Kontrolldiät. Anschließend verbleiben 2 Gruppen einen Monat lang auf den Kontrolldiäten, und die anderen beiden Gruppen erhalten Spezialdiäten, die sehr hohe Gehalte an Phosphor oder Kalzium aufweisen. Im Anschluss daran erhalten wieder alle Tiere zwecks Abgleich 14 Tage lang die Kontrolldiäten. Dann wird die Fütterungsstudie genauso wiederholt, wobei die Katzen der jeweils anderen Fütterung (Kontroll- oder Spezialdiät) zugeteilt werden. In den letzten 10 Tagen jeder einmonatigen Fütterungsperiode werden die Katzen einzeln in einem sogenannten metabolischen Käfig gehalten, in dem Kot und Urin der Tiere gesammelt werden. Der Käfig hat eine Größe von 120 x 60 x 53 cm oder 90 x 80 x 75 cm. Am Ende jeder Fütterungsperiode wird den Katzen Blut aus einer Vene abgenommen. 7 Katzen weisen aufgrund der Fütterung erhöhte Zuckerwerte im Urin auf, was ein Anzeichen für eine Nierenschädigung sein kann.

Bereich: Tierernährung

Originaltitel: Renal phosphorus excretion in adult healthy cats after the intake of high phosphorus diets with either calcium monophosphate or sodium monophosphate

Autoren: Britta Dobenecker, Peggy Hertel-Böhnke, Anna Webel, Ellen Kienzle*

Institute: Lehrstuhl für Tierernährung und Diätetik, Tierärztliche Fakultät, LMU München, Schönleutnerstr. 8, 85764 Oberschleißheim

Zeitschrift: Journal of Animal Physiology and Animal Nutrition 2018; 102(6): 1759-1765

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4962



Dokument 123Titel: Verkapselte Gerätekammer zur Kombination von elektrischer Stimulation mit neurotrophischer Behandlung der ertaubten Cochlea
Hintergrund: Testung der Kombination elektrischer Stimulation durch ein Cochlea-Implantat (Hörprothese) in Kombination mit der lokalen Freisetzung von Wachstumsfaktoren bei künstlich ertaubten Kätzchen.
Tiere: 30 Katzen
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Bezirksregierung Hannover genehmigt (Referenznummer 42500/1H). Die Tiere stammen aus der Versuchstierzucht der Medizinischen Hochschule Hannover. 20 gesunde Katzen werden direkt nach der Geburt künstlich ertaubt, indem ihnen 2 Wochen lang täglich das Antibiotikum Neomycin unter die Haut gespritzt wird, das als Nebenwirkung die Zerstörung der feinen Haarzellen im Innenohr hat. 14, 19 und 24 Tage nach der Geburt wird das Gehör der Tiere getestet, indem sie unter Betäubung in einem geschlossenen Behältnis Geräuschen aus einem Lautsprecher ausgesetzt werden. Innerhalb von 24 Tagen sind alle Kätzchen taub, der Gehörverlust hält über den gesamten Versuchszeitraum (ein dreiviertel Jahr lang) an. Im Alter von 12-19 Wochen werden den ertaubten Kätzchen in einem operativen Eingriff unter Betäubung Cochlea-Implantate in jeweils ein Ohr eingesetzt. Hierbei werden die Tiere in 3 Gruppen eingeteilt, denen verschiedene Varianten des Gerätes implantiert werden. Unterschiedliche Teile dieser Apparatur werden zwecks Fixierung auf dem Rücken der Tiere mit der Haut vernäht, in die Nackenmuskulatur implantiert, sowie ins Innenohr, oder in verschiedenen Bereichen des Schädelknochens festgeschraubt oder -geklebt. Die Tiere müssen 6 Monate mit dem Gerät leben, wobei wöchentliche Gehörtests gemacht werden. Einige der Tiere erleiden während dieser Zeit infolge der Behandlung eine Fibrose (Vernarbung) der Innenohrschnecke. Am Ende der 6-monatigen Testphase werden die Tiere erneut betäubt, das implantierte Hörgerät operativ entfernt und ein ähnliches Gerät eingesetzt. Die Funktion des Hirnstamm-Bereiches, der für das Gehör verantwortlich ist, wird getestet. Hierzu werden 4 zusätzliche (nicht erlaubte) Katzen als sog. Kontrolltiere für die chronische Taubheit eingesetzt. Ihnen wird ein Antibiotikum ins Innenohr geleitet, wodurch sie umgehend akut ertauben. Im Anschluss daran werden alle Tiere getötet. Sechs weitere von Geburt an ertaubte Kätzchen werden zu bestimmten Zeitpunkten getötet, um ihr Innenohr feingeblich zu untersuchen.

Die Arbeiten wurden finanziert von der Europäischen Union (7th framework program, Projekt NeuEar), sowie von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (Exzellenzcluster Hearing4All).

Bereich: Hörforschung

Originaltitel: Encapsulated cell device approach for combined electrical stimulation and neurotrophic treatment of the deaf cochlea

Autoren: Konerding WS (1,2)*, Janssen H (1,2,3), Hubka P (1), Tornöe J (4), Mistrik P (5), Wahlberg L (4), Lenarz T (2,6), Kral A (1,6), Scheper V (2,6)

Institute: (1) Verbundinstitut für Audio- und Neurotechnologie, Medizinische Hochschule Hannover, Stadtfelddamm 34, 30625 Hannover, (2) Hals-Nasen-Ohrenklinik der Medizinischen Hochschule Hannover, Hannover, (3) Institut für Zoologie, Tierärztliche Hochschule Hannover, Hannover (4) NsGene A/S, Ballerup, Dänemark, (5) MED-EL, Innsbruck, Österreich, (6) Exzellenzcluster Hearing4all, Deutsche Forschungsgemeinschaft, Hannover

Zeitschrift: Hearing Research 2017; 350: 110-121

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4961



Dokument 124Titel: In vivo magnetische Aufnahme neuronaler Aktivität
Hintergrund: Entwicklung und Testung eines neuen Sensor-Gerätes zur Messung neuronaler Aktivitäten im Gehirn von Katzen.
Tiere: 2 Katzen
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Darmstadt genehmigt. Die Katzen werden betäubt und nach einem Luftröhrenschnitt künstlich beatmet. Den Tieren wird eine Lösung ins Auge getropft, die die Pupillen erweitert. Im Bereich über der Sehrinde wird der Schädel operativ geöffnet und zwei Elektroden werden ins Gehirn eingelassen, die die Hirnströme messen. Vor den Augen der Katze werden mit einer LED-Lampe Lichtblitze erzeugt, die eine bestimmte Gehirn-Aktivität auslösen, die aufgezeichnet und beobachtet wird. Diese Stimulation mit schnell flackerndem Licht wird mehrmals hintereinander durchgeführt. Eine Versuchsreihe umfasst dabei 1000 Lichtblitze, wobei die Frequenz, also der Abstand zwischen den Lichtblitzen, variiert. Hinsichtlich des weiteren Schicksals der Katzen wird lediglich erwähnt, dass den Tieren alle 48 Stunden und nach Bedarf Kortison verabreicht wird.

Finanziert wurden die Arbeiten unter anderem von der Europäischen Union, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem LOEWE-Forschungs-Netzwerk (NeFF).

Bereich: Hirnforschung

Originaltitel: In Vivo Magnetic Recording of Neuronal Activity

Autoren: Laure Caruso (1), Thomas Wunderle (2), Christopher Murphy Lewis (2), Joao Valadeiro (3,4), Vincent Trauchessec (1), Josue Trejo Rosillo (1), Jose Pedro Amaral (3,4), Jianguang Ni (2), Patrick Jendritza (2), Claude Fermon (1), Susana Cardoso (3,4), Paulo Peixeiro Freitas (3,4), Pascal Fries (2)*, Myriam Pannetier-Lecoeur (1)*

Institute: (1) SPEC, CEA, CNRS, Universite Paris-Saclay, CEA Saclay 91191 Gif-sur-Yvette Cedex, Frankreich, (2) Ernst-Strüngmann-Institut (ESI) für Neurowissenschaften in Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft, Deutschordenstraße 46, 60528 Frankfurt, (3) Instituto de Engenharia de Sistemas de Computadores-Microsystems and Nanotechnology (INESC-MN), Lisabon, Portugal, (4) Instituto Superior Tecnico IST, Physics Department, Universidade de Lisboa, Lisabon, Portugal, (5) Donders Institute for Brain, Cognition and Behaviour, Nijmegen, Niederlande

Zeitschrift: Neuron 2017; 95: 1283-1291

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4960



Dokument 125Titel: 3-dimensionale Untersuchung der Höhe des Knochenrands bei Titanimplantaten mit verschiedenen Gewindestrukturen und Implantattiefen unter Einsatz einer Mikro-Computertomographie
Hintergrund: Zwei verschiedene Titanimplantate werden miteinander verglichen. Es soll der Einfluss der Gewindestruktur und die Implantationstiefe auf den Kieferknochen untersucht werden.
Tiere: 6 Schweine (Foxhounds)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom LANUV in Recklinghausen genehmigt. Den Hunden werden unter Narkose 24 Backenzähne aus Ober- und Unterkiefer gezogen und nach einer 8-wöchigen Heilungsphase 6 Titanimplantate, die zwei verschiedene Arten von Gewinden enthalten, in den Unterkiefer eingesetzt. Nach 20 Wochen werden die Hunde getötet und die Implantate inklusive umliegendem Gewebe zur Analyse entnommen.

Die Studie wurde finanziert von der Camlog Foundation, Basel, Schweiz.

Bereich: Implantologie

Originaltitel: Three-dimensional assessment of crestal bone levels at titanium implants with different abutment microstructures and insertion depths using micro-computed tomography

Autoren: Kathrin Becker (1)*, Inka Klitzsch (2), Martin Stauber (3), Frank Schwarz (2)

Institute: (1) Poliklinik für Kieferorthopädie, Universitätsklinikum Düsseldorf, Moorenstraße 5, 40225 Düsseldorf, (2) Poliklinik für Zahnärztliche Chirurgie und Aufnahme, Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, (3) Scanco Medical AG, Brüttisellen, Schweiz

Zeitschrift: European Journal of Applied Physiology 2018; 118(1): 195-203

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4959



Dokument 126Titel: Erhöhtes angiogenes Potenzial von GDF-5 und GDF-5V453/V456 gegenüber BMP-2 in einem Kaninchen-Modell für Röhrenknochen-Defekte
Hintergrund: An jungen Kaninchen, denen eine große Lücke in einen Beinknochen gesägt wird, soll untersucht werden, ob ein bestimmter Wachstumsfaktor für die Heilung menschlicher Knochenschädigungen förderlich ist. Solche (z.T. sehr ähnliche) Substanzen werden bereits erfolgreich in der Klinik eingesetzt.
Tiere: 48 Kaninchen (Weiße Neuseelandkaninchen)
Jahr: 2014

Versuchsbeschreibung: Für die Versuche werden junge Kaninchen (6 Monate alt) der Rasse Weiße Neuseeländer eingesetzt. Die Tiere werden durch eine Injektion betäubt. Im mittleren Bereich der Speiche eines Vorderbeins wird ein Knochenstück von 1,5 cm Länge herausgesägt. In die Lücke wird ein spezieller Gelatine-Schwamm eingebracht, der bei je 6 Kaninchen mit einer neutralen Kontrolllösung (Kontrollgruppe) oder mit den Wachstumsfaktoren GDF-5, GDF-5V453/V456 und BMP-2 getränkt ist. Danach wird die zuvor aufgeschnittene Haut wieder zugenäht. Das Bein wird nicht durch eine Schiene o.ä. stabilisiert. Nach 2 Wochen werden die Knochenbrüche computertomografisch analysiert. Die Kaninchen werden hierfür betäubt, in eine speziell konstruierte Apparatur gelegt und das zu untersuchende Vorderbein für den radiologischen Scan in einem Aluminiumrohr fixiert. 4 Tiere sterben während des Versuchszeitraums, die Ursache wird nicht genannt. Nach 1 bzw. 2 Wochen wird jeweils der Hälfte der Tiere unter Narkose durch eine Injektion getötet. Für die weiteren Untersuchungen wird ein Kontrastmittel eingeleitet und den Tieren werden die Vorderbeine abgenommen.

Bereich: Knochenchirurgie, Gefäßchirurgie

Originaltitel: Superior angiogenic potential of GDF-5 and GDF-5V453/V456 compared with BMP-2 in a rabbit long-bone defect model

Autoren: Kerstin Kleinschmidt, Mechthild Wagner-Ecker, Benjamin Bartek, Jeannine Holschbach, Wiltrud Richter*

Institute: Forschungszentrum für Experimentelle Orthopädie, Universitätsklinikum Heidelberg, Schlierbacher Landstr. 200a, 69118 Heidelberg

Zeitschrift: The Journal of Bone and Joint Surgery 2014; 96(20): 1699-1707

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4958



Dokument 127Titel: Embolisierung der Nierenarterie kombiniert mit radiofrequenter Abtragung in einem Nierenmodell am Schwein: Auswirkung von kleinen und eng kalibrierten Mikropartikeln als Embolisierungs-Material auf den Durchmesser, das Volumen und die Form der Koagulation
Hintergrund: An Schweinen wird getestet, wie sich ein künstlicher Verschluss von Blutgefäßen in der Niere auf die Abtragung des Nierengewebes auswirkt. Die Gewebeabtragung soll als Modell für das Entfernen eines Nierentumors beim Menschen dienen.
Tiere: 12 Schweine
Jahr: 2011

Versuchsbeschreibung: Die Schweine wiegen maximal 33 kg, d.h. sie sind etwa 3-4 Monate alt. Die Schweine werden in 2 Gruppen eingeteilt. Die Schweine der einen Gruppe werden zunächst sediert, in Narkose versetzt, intubiert und während der nachfolgenden Operation künstlich beatmet. Die linke Oberschenkelarterie wird freigelegt und ein Katheter eingeführt, um ein Angiogramm (radiologische Aufnahme der Blutgefäße) der Bauchschlagader und beider Nierenarterien aufzunehmen. Durch mehrfache Injektion einer Embolisationslösung, die kleine Mikropartikel enthält, werden beide Nierenarterien künstlich verstopft, was über weitere Angiogramme beobachtet wird. Drei Stunden nach Verstopfung der beiden Nierenarterien wird der Bauch der Schweine in der Mitte aufgeschnitten. Eine Elektrode wird erst an die eine, dann an die andere Niere gehalten. Durch Radiowellen wird so 2-3 cm Nierengewebe von beiden Nieren abgetragen. Bei den Tieren der zweiten Gruppe (Kontrollgruppe) wird nur die Gewebeabtragung vorgenommen, nicht aber die Gefäßverstopfung. Drei Stunden nach der Gewebeabtragung werden die Tiere beider Gruppen durch eine Injektion getötet und die Nieren für weitere Untersuchungen entnommen.

Bereich: Nierenforschung, Chirurgie, bildgebende Verfahren

Originaltitel: Renal artery embolization combined with radiofrequency ablation in a porcine kidney model: Effect of small and narrowly calibrated microparticles as embolization material on coagulation diameter, volume, and shape

Autoren: Sommer CM (1)*, Kortes N (1), Zelzer S (2), Arnegger FU (3), Stampfl U (1), Bellemann N (1), Gehrig T (3), Nickel F (3), Kenngott HG (3), Mogler C (4), Longerich T (4), Meinzer HP (2), Richter GM (5), Kauczor HU (1), Radeleff BA (1)

Institute: (1) Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 110, 69120 Heidelberg, (2) Abteilung Computer-assistierte Medizinische Interventionen, Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg, (3) Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, (4) Allgemeine Pathologie, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, (5) Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Klinikum Stuttgart, Stuttgart

Zeitschrift: Cardiovascular and Interventional Radiology 2011; 34: 156–165

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4957



Dokument 128Titel: Machbarkeitsstudie für ein neues thorako-abdominales Aorten-Hybrid-Gerät (SPIDER-Transplantat) in einem translationalen Schweinemodell)
Hintergrund: Ein Aortenaneurysma ist eine Aussackung der Hauptschlagader (Aorta). Mit dem SPIDER-Implantat der Firma Vascutek Ltd. aus Glasgow soll ein Aneurysma repariert werden, ohne dabei den Brustkorb öffnen zu müssen. Diese Operation wird an Schweinen getestet.
Tiere: 6 Schweine
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Arbeit wird von einem Tierschutzausschuss der Regierung unter der Nummer Ref. Nr. 101/15 genehmigt. Woher die Tiere stammen, wird nicht erwähnt. Die Schweine (75-85 kg) werden in den Tierlaboren des Herzzentrums des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf gehalten. Unter Narkose wird bei den Tieren im Bereich der Lende neben der Wirbelsäule eingeschnitten, um an die großen Schlagadern im Bauch zu gelangen. Mehrere Adern werden temporär mit einander vernäht (Anastomose). In eine Ader wird ein neues aus Schläuchen bestehendes Gerät, das SPIDER-Implantat, eingeführt und bis in den Brustkorb vorgeschoben. Damit soll beim Menschen ein Aneurysma (Blutgefäß-Aussackung) repariert werden. Drei und sechs Stunden später werden die Blutgefäße mit Bildgebenden Verfahren überprüft. Dann werden die Schweine noch in Narkose mit einer Überdosis des Tötungsmittels T61 getötet.

Die Arbeit wird von der Vascutek Ltd., Glasgow finanziert.

Bereich: Herz-Kreislauf-Chirurgie

Originaltitel: Feasibility study of a novel thoraco-abdominal aortic hybrid device (SPIDER-graft) in a translational pig model

Autoren: Eike S. Debus (1)*, Tilo Kölbel (1), Anna Duprée (2), Günter Daum (1), Harleen L. Sandhu (3), Daniel Manzoni (1), Sabine H. Wipper (1)

Institute: (1)* Klinik und Poliklinik für Gefäßmedizin, Universitäres Herzzentrum Hamburg, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martinistraße 52, 20246 Hamburg, (2) Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, (3) Department of Cardiothoracic and Vascular Surgery, McGovern Medical School at UTHealth, Houston, TX, USA

Zeitschrift: European Journal of Vascular and Endovascular Surgery 2018; 55: 196-205

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4956



Dokument 129Titel: Schafmodelle zur Beurteilung von neuartigem Patch- und Prothesenmaterial in der Gefäßchirurgie: Tipps und Tricks zur Vermeidung von Fallstricken
Hintergrund: Entwicklung eines Versuchsprotokolls für die Testung von Blutgefäßprothesen beim Schaf.
Tiere: 24 Schafe
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) des Landes Nordrhein-Westfalen in Recklinghausen unter der Nummer AZ 84-02.04.2012. A023 genehmigt. Die Tiere werden von der Zuchtanlage „Zootechnisch Centrum“ aus Lovenjoel in Belgien gekauft. Nach einer eingehenden Untersuchung werden bei den Schafen unter Narkose Blutgefäßprothesen in verschiedene Blutgefäße am Hals einoperiert. Nach der Operation bekommen die Schafe 3-5 Tage lang ein Schmerzmittel. Nach 2 oder 8 Wochen werden jeweils einige Schafe erneut anästhesiert und der Blutfluss in den operierten Gefäßen wird mit Ultraschall überprüft. Anschließend werden die Tiere mit einer Überdosis Pentobarbital getötet. Verschiedene Organe werden herausgeschnitten und untersucht.

Die Arbeit wurde durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt.

Bereich: Herz-Kreislauf-Chirurgie

Originaltitel: Sheep models for evaluation of novel patch and prosthesis material in vascular surgery: tips and tricks to avoid possible pitfalls

Autoren: Karina Schleimer (1), Houman Jalaie (1), Mamdouh Afify (2,3), Anna Woitok (2), Mohammad Esmaeil Barbati (1), Konrad Hoeft (1), Michael Jacobs (1), Rene H. Tolba (2), Julia Steitz (2)*

Institute: (1) Klinik für Gefäßchirurgie, Gefäßchirurgische Poliklinik / Gefäßzentrum, Medizinische Fakultät, Uniklinik RWTH Aachen, Aachen, (2)* Institut für Versuchstierkunde sowie Zentrallaboratorium für Versuchstiere, Institut der Medizinischen Fakultät, Uniklinik RWTH Aachen, Pauwelsstr. 30, 52074 Aachen, (3) Department of Pathology, Faculty of Veterinary Medicine, Cairo University, Cairo, Ägypten

Zeitschrift: Acta Veterinaria Scandinavica 2018; 60(1): 42

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4955



Dokument 130Titel: Schweregradeinschätzung bei Kaninchen nach partieller Hepatektomie: Teil II
Hintergrund: Es wird ein Bewertungssystem zur Beurteilung des Schweregrads von Versuchen bei Kaninchen erprobt.
Tiere: 36 Kaninchen (mindestens)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) des Landes Nordrhein-Westfalen in Recklinghausen genehmigt. Die Kaninchen werden bei Charles River in Saint-Germain-Nuelles in Frankreich gekauft und einzeln gehalten. Den Tieren wird bei einer Operation unter Narkose der Bauch auf 20 cm Länge aufgeschnitten. Etwa 10% der Leber wird entfernt. Die Schnittwunde an der Leber wird bei zwei Gruppen Kaninchen mit zwei verschiedenen Gewebeklebern versorgt. Bei einer dritten Gruppe wird lediglich Kochsalzlösung auf die Wunde aufgetragen. Der Bauch wird zugenäht. Zwei Tiere sterben während der Operation.

In den ersten drei Tagen nach der Operation wird ein Schmerzmittel verabreicht. Die Kaninchen werden bis vier Tage nach der Operation beobachtet, wobei ein neues Punktesystem von 0-20 für die Beurteilung des Schweregrads eingesetzt wird. Hierzu zählen Gewichtsverlust, Krämpfe, Lähmung, Lethargie, Koordinationsstörungen, Schmerzgeräusche und Unterkühlung. Bei einem Punktestand von 20 sollen die Tiere getötet werden. In dieser Studie werden 4 Punkte erreicht, die hauptsächlich auf Gewichtsverlust beruhen. Andere klinische Anzeichen zeigen die Kaninchen kaum.

Da die Kaninchen nur drei bis vier Tage beobachtet werden und in der Studie von einer Überlebenszeit von 7 Tagen die Rede ist, ist davon auszugehen, dass sie danach getötet werden. Eine nähere Erläuterung erfolgt nicht.

Bereich: Traumatologie, Versuchstierkunde

Originaltitel: Severity assessment in rabbits after partial hepatectomy: Part II

Autoren: Natascha Drude (1), Kerstin Pawlowsky (2), Hirokazu Tanaka (2), K Fukushima (2), Babette Koegel (2), Rene H. Tolba (2)*

Institute: (1) Klinik für Nuklearmedizin, Uniklinik RWTH Aachen, Pauwelsstr. 30 52074 Aachen, (2) Institut für Versuchstierkunde sowie Zentrallaboratorium für Versuchstiere, Institut der Medizinischen Fakultät, Uniklinik RWTH Aachen, Pauwelsstr. 30, 52074 Aachen

Zeitschrift: Laboratory Animals 2016; 50(6): 468–475

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4954



Dokument 131Titel: Etablierung eines chronischen aktivitätsbasierten Anorexie-Rattenmodells
Hintergrund: In der Studie soll ein Hungermodell bei Ratten etabliert werden, das mehrere Aspekte der menschlichen Anorexie in einem Tiermodell nachbildet.
Tiere: 71 Ratten
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die weiblichen, 4 und 8 Wochen alten Ratten werden bei Charles River Laboratories, Sulzfeld, gekauft. Die Wahl der Tiere soll weibliche Teenager in zwei verschiedenen Altersstufen, bei denen Magersucht (Anorexia nervosa) vor allem vorkommt, widerspiegeln. Im Einzelkäfig der Ratten steht ein Laufrad zur Verfügung. Daher wird das Hungern der Tiere als ABA (Aktivität-basierenden Anorexie) bezeichnet.

Im ersten Experiment wird bei 4 Wochen alten Ratten nach einer 10-tägigen Eingewöhnungszeit das Futter um 40% reduziert, bis die Tiere nach 7 Tagen 25% ihres Ursprungsgewichts abgenommen haben (akutes Hungern). Eine Gruppe wird normal gefüttert. Dann werden die Tiere auf nicht genannte Weise getötet.

Im zweiten Experiment bei 2 Gruppen mit 4 Wochen alten Ratten wird nach der akuten Phase und einer Gewichtsreduktion von 20% bzw. 25% dieses Gewicht weitere 2 Wochen lang gehalten, indem die Tiere täglich gewogen werden und die Futtermenge angepasst wird (chronisches Hungern). Eine Kontrollgruppe wird normal gefüttert. Schließlich werden alle Tiere auf nicht genannte Weise getötet. In einer dritten Versuchsreihe wird das vorgenannte Experiment mit Ratten durchgeführt, die zu Beginn 8 Wochen alt sind.

Die chronisch gehungerten 4 Wochen alten Ratten wiegen zu Beginn der Hungerperiode etwa 140 g und am Ende etwas über 100g. Als Heranwachsende nehmen die Kontrolltiere natürlicherweise zu und bringen zum Zeitpunkt ihrer Tötung etwa 210 g auf die Waage, während die gehungerten Ratten nur die Hälfte ihres Normalgewichts wiegen. Die 8 Wochen alten Kontrolltiere wiegen anfangs 200g und am Ende um 290g, die gehungerten Ratten etwa 150g.

Die Autoren kündigen weitere Versuche mit längeren Hungerzeiten und mit Mäusen an.

Die Arbeit wurde durch die RWTH Aachen unterstützt.

Bereich: Psychiatrie

Originaltitel: Establishment of a chronic activity-based anorexia rat

Autoren: Linda Frintrop (1)*, Stefanie Trinh (1), Johanna Liesbrock (1,2), Lisa Paulukat (1,2), Martien J. Kas (3,4), Rene Tolba (5), Kerstin Konrad (2), Beate Herpertz-Dahlmann (2), Cordian Beyer (1), Jochen Seitz (2)

Institute: (1) Neuroanatomie, Uniklinik RWTH Aachen, Wendlinweg 2, 52074 Aachen, (2) Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kinder- und Jugendalters, Uniklinik RWTH Aachen, Aachen, (3) Department of Translational Neuroscience, Brain Center Rudolf Magnus, University Medical Center Utrecht, Niederlande, (4) Groningen Institute for Evolutionary Life Sciences, University of Groningen, Niederlande, (5) Institut für Versuchstierkunde und Zentrallaboratorium für Versuchstiere, Uniklinik RWTH Aachen, Aachen

Zeitschrift: Journal of Neuroscience Methods 2018; 293(1): 191-198

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4953



Dokument 132Titel: Verringerte Astrocyten-Dichte liegt der Verringerung des Hirnvolumens bei aktivitätsbasierter Anorexie bei Ratten zugrunde
Hintergrund: Untersuchung des Gehirns von chronisch hungernden Ratten. Es wird gezeigt, dass Volumenreduktionen bestimmter Hirnstrukturen in dem chronischen Hunger-Modell bei Ratten mit den Befunden bei Menschen mit Anorexie übereinstimmen.
Tiere: 41 Ratten
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Tierversuchskommission des Ministeriums für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (vermutlich das LANUV) genehmigt. Die weiblichen, 4 Wochen alten Ratten werden bei Charles River Laboratories, Sulzfeld, gekauft. Es werden heranwachsende, weibliche Ratten ausgewählt, da Magersucht (Anorexia nervosa) vor allem bei weiblichen Teenagern vorkommt. In ihrem Einzelkäfig steht ein Laufrad zur Verfügung. Daher wird das Hungern der Tiere als ABA (Aktivität-basierenden Anorexie) bezeichnet.

Nach einer 10-tägigen Eingewöhnungsphase und einem Gewicht von etwa 140 g werden die Ratten in vier Gruppen eingeteilt: 11 Ratten bekommen nur 40% ihrer normalen Futterration, bis sie 25% ihres Gewichts abgenommen haben. Dies ist nach etwa 6 Tagen der Fall. Dieses Gewicht von etwas über 105 g wird dann weitere 14 Tage gehalten, indem die Tiere täglich gewogen werden und die Futtermenge angepasst wird. 12 Ratten werden normal gefüttert und dienen als Kontrolle. Sie werden zum gleichen Zeitpunkt getötet wie die chronisch gehungerten Ratten. Als Heranwachsende nehmen die Kontrolltiere natürlicherweise zu und bringen zum Zeitpunkt ihrer Tötung etwa 210 g auf die Waage, während die gehungerten Ratten 105 g wiegen, d.h. die Hälfte ihres Normalgewichts.

Eine Gruppe von 9 hungernden Ratten wird getötet, sobald sie 25% abgenommen haben. 9 weitere Ratten werden normal gefüttert und zum gleichen Zeitpunkt getötet. Die Tötung bei allen Tieren erfolgt durch Einleiten der Fixierungslösung Formalin in das Herz unter Isofluran-Narkose. Die Gehirne der Ratten werden zur Untersuchung entnommen.

Die Arbeit wurde von der RWTH Aachen finanziert.

Bereich: Psychiatrie, Suchtforschung

Originaltitel: Reduced astrocyte density underlying brain volume reduction in activity-based anorexia rats

Autoren: Linda Frintrop (1)*, Johanna Liesbrock (1,2), Lisa Paulukat (1,2), Sonja Johann (1), Martien J. Kas (3,4), Rene Tolba (5), Nicole Heussen (6), Joseph Neulen (7), Kerstin Konrad (2), Beate Herpertz-Dahlmann (2), Cordian Beyer (1), Jochen Seitz (2)

Institute: (1)* Neuroanatomie, Uniklinik RWTH Aachen, Wendlinweg 2, 52074 Aachen, (2) Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kinder- und Jugendalters, Uniklinik RWTH Aachen, Aachen, (3) Department of Translational Neuroscience, Brain Center Rudolf Magnus, University Medical Center Utrecht, Niederlande, (4) Groningen Institute for Evolutionary Life Sciences, University of Groningen, Niederlande, (5) Institut für Versuchstierkunde und Zentrallaboratorium für Versuchstiere, Uniklinik RWTH Aachen, Aachen, (6) Institut für Medizinische Statistik, Uniklinik RWTH Aachen, Aachen, (7) Klinik für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, Uniklinik RWTH Aachen, Aachen

Zeitschrift: The World Journal of Biological Psychiatry 2018; 19(3): 225-235

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4952



Dokument 133Titel: Gedächtnisbeeinträchtigung ist mit dem Verlust von normalem Östruszyklus und Plasmaöstradiolspiegeln verbunden in einem auf Aktivität-basierenden Anorexie-Tiermodell
Hintergrund: Bei einem „Modell“ für Magersucht wird der Zusammenhang zwischen der Produktion von Sexualhormonen und der Gedächtnisleistung untersucht.
Tiere: 47 Ratten
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die aktuelle Studie ist ein Teil einer größeren Studie mit der LANUV-Registrierungsnummer 84-02.04.2013. A221 und ist genehmigt von der Tierversuchskommission des Ministeriums für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen. Die weiblichen, 4 Wochen alten Ratten werden bei Charles River Laboratories, Sulzfeld, gekauft. Es werden heranwachsende, weibliche Ratten ausgewählt, da Magersucht (Anorexia nervosa) vor allem bei weiblichen Teenagern vorkommt. Das menschliche Paradigma der Selbsthungerung wird dahingehend modifiziert, dass eine standardisierte reduzierte Nahrungsmenge verabreicht wird, um ein chronisches Hungern zu testen. Klassisches Hungern kann hier nicht verwendet werden, da es bei den Tieren zu hoher Sterberate führt. Das Hungern der Tiere wird als ABA (Aktivität-basierende Anorexie) bezeichnet.

Nach einer Eingewöhnungsphase von 10 Tagen werden die Ratten in 4 Gruppen eingeteilt: bei einer Gruppe (9 Ratten) erhalten die Tiere 7 Tagen nur 40% der normalen Futterration, bis sie 25% ihres ursprünglichen Gewichts abgenommen haben (akutes Hungern). Bei der zweiten Gruppe (17 Ratten) wird dieses Gewicht weitere 14 Tage gehalten, in dem die Futtermenge der Tiere entsprechend angepasst wird (chronisches Hungern). Zwei Gruppen mit 12 und 9 Ratten werden normal ernährt und dienen als Kontrolle. Alle Ratten wiegen am Anfang der Hungerperiode um 150 g. Während bei den ABA-Ratten das Gewicht auf etwa 110 g reduziert und gehalten wird, nehmen die Kontrollratten natürlicherweise an Gewicht zu. Nach 7 Tagen wiegen sie 177 g und nach 3 Wochen 208 g. Die chronisch gehungerten Ratten wiegen also knapp die Hälfte ihres natürlichen Gewichts.

Die Tiere werden einzeln gehalten und ihre Laufradaktivität wird täglich beobachtet. Hungernde Ratten laufen mehr. Außerdem werden regelmäßig Vaginalabstriche genommen, um den Menstrualzyklus zu bestimmen. Dieser ist bei den hungernden Ratten reduziert. Vor der Hungerperiode wird unter Betäubung eine Blutprobe aus dem Venengeflecht hinter dem Auge genommen, um den Östradiol-Spiegel zu bestimmen. Am Ende, nach Tötung der Tiere, wird der Spiegel erneut bestimmt.

Um das Gedächtnis zu testen, wird ein Objekterkennungstest vor und am Ende der Hungerperiode durchgeführt. Hierfür wird eine Ratte in eine Kiste gesetzt, in der sich zwei Objekte befinden, die die Ratte beschnuppern kann. Nach einer Stunde Pause wird die Ratte erneut hineingesetzt, wobei ein Objekt ausgetauscht wird. Normal gefütterte Ratten interessieren sich mehr für das neue Objekt, da sie das alte schon kennen. Hungernde Ratten beschnuppern auch das alte Objekt, was als schlechtere Gedächtnisleistung interpretiert wird.

Die Autoren stellen eine Vergleichbarkeit mit dem Menschen her, da hier auch das Ausbleiben der Menstruation beobachtet wird. Sie folgern, dass eine kognitive Beeinträchtigung von einem Östrogen-Mangel abhängig sein könnte und kündigen weitere Studien an, um zu testen, ob eine Östrogen-Gabe das Gedächtnis verbessern könnte. Am Ende der Hungerperiode steht die „Finalisation“. Auf welche Weise die Ratten getötet werden. wird nicht erwähnt.

Die Arbeit wurde von der RWTH Aachen finanziert.

Bereich: Psychiatrie, Neuroendokrinologie, Suchtforschung

Originaltitel: Memory impairment is associated with the loss of regular oestrous cycle and plasma oestradiol levels in an activity-based anorexia animal model

Autoren: Lisa Paulukat (1,2), Linda Frintrop (2), Johanna Liesbrock (1, 2), Nicole Heussen (3), Sonja Johann (2), Cornelia Exner (4), Kas J. Martien (5), Rene Tolba (6), Joseph Neulen (7), Kerstin Konrad (1), Beate Herpertz-Dahlmann (1), Cordian Beyer (2), Jochen Seitz (1)*

Institute: (1)* Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kinder- und Jugendalters, Uniklinik RWTH Aachen, Neuenhofer Weg 21, 52074 Aachen, (2) Neuroanatomie, Uniklinik RWTH Aachen, Aachen, (3) Institut für Medizinische Statistik, Uniklinik RWTH Aachen, Aachen, (4) Tierphysiologie, Philipps-Universität Marburg, Marburg, (5) Department of Translational Neuroscience, Brain Center Rudolf Magnus, University Medical Center Utrecht, Utrecht, Niederlande, (6) Institut für Versuchstierkunde und Zentrallaboratorium für Versuchstiere, Uniklinik RWTH Aachen, Aachen, (7) Klinik für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, Uniklinik RWTH Aachen, Aachen

Zeitschrift: World Journal of Biological Psychiatry 2016; 17(4): 274-284

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4951



Dokument 134Titel: Einfluss von Metamizol alleine und in Kombination mit Levomethadon auf die minimale alveoläre Konzentration von Sevofluran und auf thermische und mechanische Reizschwellen bei Beagle-Hunden
Hintergrund: Es wird untersucht, ob beim Hund eine Gabe von Schmerzmitteln vor einer Narkose die Menge des benötigten Narkosegases reduzieren kann.
Tiere: 8 Hunde (Beagle)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Studie wurde vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) unter der Nummer 33.12 42502-04-12/0940, genehmigt. Woher die Tiere stammen, wird nicht erwähnt. Die Beagles werden in einem Gruppenverband in der Tierärztlichen Hochschule Hannover gehalten. Jeder Hund durchläuft drei verschiedene Behandlungen im Abstand von 14 Tagen. Vor Beginn der Versuchsreihe werden die Hunde über einen Zeitraum von drei Monaten an das Tragen des Testsystems bestehend aus Manschetten um Brust und Vorderbeine gewöhnt. In einer Manschette am Vorderbein befinden sich drei abgerundeten Metallpins, die mit einem aufblasbaren Ballon auf die Haut des Tieres gedrückt werden, um die mechanische Reizschwelle zu bestimmen. Die Bestimmung der Hitze-Reizschwellen erfolgt über ein Heizkissen in der Brustmanschette.

Zu Versuchsbeginn wird den Hunden ein Venenverweilkatheter gelegt und die seitliche Brustwand freirasiert. Je nach Behandlungsgruppe erhalten die Hunde das Schmerzmittel Metamizol (im Jahr 1922 von der Firma Hoechst auf den Arzneimittelmarkt gebracht) oder Levomethadon oder beide kombiniert in eine Vene injiziert. Über einen Zeitraum von 8 Stunden werden alle 30 Minuten die mechanische und die thermische Reizschwelle ermittelt. Die Reizstärke wird jeweils bis zum Auftreten einer deutlichen Reaktion konstant erhöht. Als Reaktion werden Lautäußerungen wie Jaulen oder Fiepen gewertet, sowie Zucken der Gliedmaße oder der Haut, Bewegen der Gliedmaße, Umschauen zur Manschette oder Benagen/Belecken selbiger. Im Anschluss daran werden die Hunde zurück in ihren Gruppenverband verbracht.

In einem weiteren Versuch, werden die Tiere 6-7 Stunden unter Narkose untersucht. Es wird eines der Schmerzmittel verabreicht. Dann wird die Haut an einem Vorderbein mittels elektrischen Stroms gereizt. Die Stromstärke wird erhöht und die Reaktionen des betäubten Hundes registriert. Nach dem Erwachen aus der Narkose werden die Hunde in ihren Gruppenverband zurückgebracht. Das weitere Schicksal der Hunde wird nicht erwähnt.

Bereich: Tiermedizin, Schmerzforschung, Anästhesiologie

Originaltitel:

Autoren: Natascha Corinna Spitmann; Betreuerin: Sabine B.R. Kästner (Hannover)

Institute: Klinik für Kleintiere, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Bünteweg 9, 30559 Hannover

Zeitschrift: Veterinärmedizinische Dissertation, Hannover 2018

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Dissertation

Dokumenten-ID: 4950



Dokument 135Titel: Das Libechov Minipig als transgenes Tiermodell für präklinische Forschungsvorhaben an der Huntington’schen Krankheit – Ergebnisse einer longitudinalen Studie, die den Vergleich von motorischen, kognitiven, verhaltensorientierten und metabolischen Endpunkten beinhaltet
Hintergrund: Ziel ist es, herauszufinden, ob sich das transgene Liberov-Mini-Schwein als „Großtiermodell“ für die menschliche Huntington-Krankheit eignet.
Tiere: 32 Schweine
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Mini-Schweine werden am Institut für Physiologie und Genetik in Libechov, Tschechische Republik, gezüchtet. 14 Tiere sind transgen, d.h. sie tragen das Huntington-Gen vom Menschen. Symptome der Huntington-Krankheit zeigen die Tiere jedoch nicht. Die Tiere werden in der Zentralen Tierklinik (ZTE) des Universitätsklinikums Münster (UKM) gehalten. Im Abstand von einem Jahr werden den Schweinen zweimal die Klauen geschnitten. Dies erfolgt in einem speziellen, körperengen Käfig, der hochgezogen wird, so dass an den heraushängenden Beinen die Klauen geschnitten werden können. Jeweils vor, während und nach der Stress auslösenden Prozedur wird der Stresslevel bestimmt, indem Cortisol in einer Speichelprobe gemessen wird. Sowohl transgene als auch normale Schweinen reagieren mit erhöhtem Cortisol-Level auf den Stress, wie er auch bei Menschen mit erhöhtem Stress auftritt. Das weitere Schicksal der Schweine wird nicht erwähnt.

Die Studie wurde von der CHDI-Stiftung (www.chdifoundation.org) finanziert.

Bereich: Huntington-Forschung

Originaltitel: The Libechov minipig as a transgenic animal model for preclinical research in Huntington’s disease – Results of an observational study comparing motor, cognitive, behavioral and metabolic endpoints

Autoren: Verena Schuldenzucker, wissenschaftliche Betreuung: Ute Radespiel (1), Nicole Kemper (2), Ralf Reilmann (3)

Institute: (1) Institut für Zoologie, Tierärztliche Hochschule Hannover, Hannover, (2) Institut für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie, Tierärztliche Hochschule Hannover, Hannover, (3)* George-Huntington-Institut, Johann-Krane-Weg 27, 48149 Münster

Zeitschrift: Dissertation zur Erlangung des Grades eines Doktors der Naturwissenschaften, 2018

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Dissertation

Dokumenten-ID: 4949



Dokument 136Titel: Eine Kombinationstherapie mit CpG-Oligodesoxynukleotiden und Entecavir bewirkt eine frühe virale Reaktion und eine verstärkte Hemmung der Virusvermehrung in einem Waldmurmeltier mit einer chronischen Virushepatitis (hepadnaviralen Infektion)
Hintergrund: Murmeltiere werden als „Modell“ für die Behandlung einer Hepatitis B-Infektion beim Menschen herangezogen. Das Ergebnis der Studie bleibt laut Autoren hinter den gestellten Erwartungen, da die virushemmende Wirkung der verabreichten Medikamente nur sehr kurz anhält.
Tiere: 12 Murmeltiere (Waldmurmeltiere)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Als Genehmigungsbehörde wird eine Behörde der Bezirksregierung Düsseldorf genannt. Mit Hepatitisviren infizierte Waldmurmeltiere werden aus den USA von North Eastern Wildlife, Ithaca, N.Y., bezogen und im Tierversuchslabor der Universität Essen gehalten.

12 Waldmurmeltiere werden in vier Gruppen geteilt. Tiere der Gruppe 1 erhalten ein Medikament einmal pro Woche für 16 Wochen als Spritze unter die Haut, die Tiere der Gruppe 2 erhalten ein anderes Medikament 12 Wochen lang täglich auf nicht näher beschriebene Weise in den Mund eingeflößt. Die dritte Gruppe erhält beide Medikamente für den gleichen Zeitraum und ebenfalls als Injektion unter die Haut bzw. orale Gabe verabreicht, die vierte Gruppe dient als Kontrollgruppe und wird nicht behandelt. Allen Murmeltieren wird 28 Wochen lang regelmäßig Blut abgenommen. Bei fünf Tieren entwickelt sich nach 16 bis 26 Wochen Leberzellkrebs und sie werden auf eine nicht genannte Weise vorzeitig getötet. Über das weitere Schicksal der Waldmurmeltiere, die bis zum geplanten Versuchsende überleben, werden keine Angaben gemacht.

Die Arbeit wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Wilhelm-Sander-Stiftung finanziell unterstützt.

Bereich: Infektiologie

Originaltitel: Combination therapy including CpG oligodeoxynucleotides and entecavir induces early viral response and enhanced inhibition of viral replication in a woodchuck model of chronic hepadnaviral infection

Autoren: Zhongji Meng (1,2), Xiaoyong Zhang (1), Rongjuan Pei (1), Ejuan Zhang (1), Thekla Kemper (1), Jörg Vollmer (3), Heather L. Davies (4), Dieter Glebe (5), Wolfram Gerlich (5), Michael Roggendorf (1), Mengji Lu (1)*

Institute: (1)* Institut für Virologie, Universitätsklinikum Essen, Virchowstraße 179, 45147 Essen, (2) Department of Infectious Diseases, Taihe Hospital, Hubai University of Medicine, Shiyan, China, (3) Pfizer Oligonucleotides Therapeutics Unit, Düsseldorf; (4) Pfizer Vaccine Immunotherapeutics, Ottawa, Kanada; (5) Institut für Medizinische Virologie, Justus-Liebig Universität, Gießen

Zeitschrift: Antiviral Research 2016; 125: 14-24

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4948



Dokument 137Titel: Vergleichende Live-Bildgebung der In-Vivo-EROD (Ethoxyresorufin-O-deethylase)-Induktion bei Embryonen von Zebrafisch (Danio rerio) und Dickkopfelritzen (Pimephales promelas), nachdem sie polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAKS) und Flusssediment-Extrakten ausgesetzt wurden
Hintergrund: Die Studie vergleicht Zebrafisch- und Dickkopfelritzen-Embryonen hinsichtlich ihrer Eignung für Giftigkeitsprüfungen. Fischembryonen fallen bis zur eigenständigen Nahrungsaufnahme nicht unter das Tierversuchsrecht, und so kann ohne Genehmigung beliebig an ihnen geforscht werden.
Tiere: 840 Fische (mindestens 360 Zebrafisch-Embryonen, mindestens 480 Dickkopfelritzen-Embryonen)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die erwachsenen Wildtyp-Zebrafische sind Abkömmlinge der „West-Aquarium Zuchtlinie“ und stammen aus Zuchteinrichtungen des Zentrums für Organismische Studien (COS) in Heidelberg. Die geschlechtsreifen Dickkopfelritzen sind ein Geschenk von Dr. R. Länge von der Firma Bayer Schering, Berlin.

Männliche und weibliche Fische beider Spezies werden verpaart, die befruchteten Eier werden eingesammelt und bis zur Entstehung von Embryonen auf speziellen Plastik-Zuchtplatten gehalten. Mindestens 360 Zebrafisch-Embryonen im Alter von 96 Stunden und 480 Dickkopfelritzen-Embryonen im Alter von 120 Stunden werden für drei Stunden in Lösungen mit unterschiedlich hohen Konzentrationen giftiger Kohlenwasserstoffe und Sedimentlösungen aus dem stark mit Umweltgiften belasteten Neckar eingelegt. Nach Spülung in klarem Wasser und 20-minütigem Einlegen in eine Farblösung und einem örtlichen Betäubungsmittel werden die Embryonen auf einer mit Nährmedium beschichteten Petrischale fixiert.

Unter einem Spezialmikroskop, das Stoffwechselvorgänge lebender Organismen mittels des Fluoreszenz-Farbstoffs sichtbar machen kann, zeigt sich über einen Anstieg von Enzymen in der Leber der Fischembryonen das Ausmaß der Giftigkeit der Stoffe, mit denen sie zuvor belastet wurden.

Es ist anzunehmen, dass die Tiere nach den Versuchen getötet werden.

Die Arbeit wurde gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und Umweltbundesamt

Bereich: Umwelttoxikologie

Originaltitel: Comparative live-imaging of in vivo EROD (ethoxyresorufin-O-deethylase) induction in zebrafish (Danio rerio) and fathead minnow (Pimephales promelas) embryos after exposure to PAHs and river sediment extracts

Autoren: Svenja Böhler*, Ann-Kathrin Lörracher, Janine Schubert; Thomas Braunbeck*

Institute: Arbeitsgruppe Aquatische Ökologie und Toxikologie, Zentrum für Organismische Studien (COS), Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 504, 69120 Heidelberg

Zeitschrift: Science of the Total Environment 2018; 621: 827-838

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4947



Dokument 138Titel: Etablierung eines Bordetella avium Challenge-Modells bei Puten
Hintergrund: Bordetella avium-Infektionen bei Puten sind unter den Bedingungen der Massentierhaltung zu einem wirtschaftlich bedeutsamen Problem geworden. Ziel der Studie ist die Erforschung eines Verfahrens, mit dem die Wirksamkeit einer erfolgten Impfung gegen Bordetella avium durch absichtliche Infektion (Herausforderung) des Organismus mit dem Erreger geprüft werden kann.
Tiere: 189 Puten
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Studie umfasst zwei Versuchsanordnungen und wurde vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Abteilung Tierschutzdienst, Oldenburg, genehmigt.

Für alle Experimente werden einen Tag alte weibliche Putenküken der Zuchtlinie B.U.T.6 aus einer gewerblichen Brüterei bezogen.

Im Teil 1 der Studie werden 105 weibliche, 22 Tage alte Putenküken per Los in 5 Gruppen mit je 21 Tieren aufgeteilt und in mit Holzspänen eingestreute Pferche verbracht. Nach vier Tagen Eingewöhnungszeit werden sie künstlich mit dem Bakterium Bordetella avium, dem Erreger des Putenschnupfens, infiziert. Je nach Gruppenzugehörigkeit geschieht dies über Einbringen unterschiedlich hoher Bakterienzahlen in Auge und Nase oder durch 30-minütiges Einatmen eines bakterienhaltigen Aerosols. Die Tiere der Kontrollgruppe erhalten eine 0,9%ige Kochsalzlösung in Auge und Nase. Die Puten werden zweimal täglich auf Zeichen einer Infektion untersucht. Es werden Blutentnahmen, Abstriche aus der Luftröhre und Entnahmen von Tränenflüssigkeit durchgeführt. Die infizierten Tiere leiden unterschiedlich stark an Ausfluss aus der Nase, Niesen und Aktivitätsverlust. Je sieben Putenküken aus jeder Gruppe werden nach 3, 7 oder 21 Tagen auf nicht genannte Weise getötet und es werden Proben aus Luftröhre und Lunge bakteriologisch und feingeweblich untersucht.

Für den zweiten Teil werden 84 weibliche, 17 Tage alte Putenküken vier gleich großen Gruppen zugeteilt. 4 Tage später wird die Hälfte aller Tiere durch Injektion eines Impfstoffes in den Brustmuskel gegen eine Bordetella avium-Infektion geimpft. Die andere Hälfte erhält in gleicher Weise eine 0,9%ige Kochsalzlösung. Drei Wochen später werden 21 geimpfte und 21 nicht geimpfte Puten über Einbringen einer mit Bordetella-Bakterien angereicherten Lösung in die Augen und die Nase mit Putenschnupfen infiziert. Bei 21 geimpften und 21 nicht geimpften Tieren wird eine Kochsalzlösung eingebracht. Sie dienen als Kontrollgruppe. Die Untersuchungen und Kontrollen erfolgen nach Impfung und absichtlicher Infektion wie in Teil 1 beschrieben. Sieben Tiere aus jeder Gruppe werden am 3., 7. oder 21. Tag nach der Infektion auf nicht genannte Weise getötet und untersucht.

Die Arbeit wird unterstützt vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Bereich: Tiermedizin, Infektiologie, Impfstoffforschung

Originaltitel: Establishment of a Bordetella avium challenge model in turkeys

Autoren: Rebecca Knab*, Henning Petersen, Silke Rautenschlein, Arne Jung

Institute: Tierärztliche Hochschule Hannover, Klinik für Geflügel, Bünteweg 17, 30161 Hannover

Zeitschrift: Avian Pathology 2018; 47 (3): 227-237

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4946



Dokument 139Titel: Wirkung von TRPA1-Rezeptor-Agonisten bei der meningealen Nozizeption und Kopfschmerzentstehung
Hintergrund: Ziel der Versuche ist es, die komplexen Ursachen und Wirkmechanismen der Auslösung eines Migräneanfalls herauszufinden. Die Studie baut auf den bis in die 1950er Jahre zurückliegenden Ergebnissen klinischer Studien an Menschen auf, die in unterschiedlichen Versuchsanordnungen über schmerzauslösende bzw. Migräne auslösende Reize und Substanzen berichteten. Die Vorstellung, hieraus gewonnene Erkenntnisse im verwendeten „Tiermodell“ bestätigen zu können, erfüllt sich nicht, wie die Doktorandin zugeben muss.
Tiere: 71 Tiere verschiedener Arten (mindestens 52 Ratten, mindestens 19 Mäuse)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die In-vitro-Versuche an 7 Wildtyp-Mäusen und 12 unterschiedlich genveränderten sogenannten knockout- und doppel-knockout Mäusen aus institutseigener Zucht unterliegen keiner Genehmigungspflicht, da die Mäuse lediglich einer Gewebsentnahme dienen. Die Tiere werden durch Ersticken mit Kohlendioxid getötet, um eine Gewebeprobe aus dem Gehirn zu entnehmen.

Die In-vivo-Versuche an 52 männlichen Wistar Ratten aus institutseigener Zucht werden von der Bezirksregierung Mittelfranken genehmigt. TVA-Nr. 54-2532.1-23/08 vom 24.11.2008 und 02.03.2011 (Verlängerung) sowie TVA-Nr. 542532.1-21/12 vom 20.08.2012.

Die Ratten werden in einer speziellen Narkosebox mit Narkosegas betäubt. Nach Einspannen des Kopfes in einen MetaIlrahmen wird ein Beatmungsschlauch in die Luftröhre eingeführt. In die Leistenvene und -arterie werden Katheter zu Blutdruckmessung und Infusion eingeführt. Nach einem Hautschnitt und Ablösung der Kopfhaut vom Nacken bis zur Stirn wird das Schädeldach großflächig entfernt. Im Nackenbereich wird nach teilweiser Entfernung des ersten Halswirbels ein direkter operativer Zugang durch das Hinterhauptsloch zum Hirnstamm geschaffen, in dessen unmittelbare Nähe ein Katheter zum Einbringen der reizenden Substanzen gelegt wird. Auf die freigelegten Hirnareale werden verschiedene reizende chemische Substanzen aufgebracht. Spitze Elektroden werden in Nervenzellen gestochen, um die elektrischen Erregungen und ihre Veränderung nach Aufbringen der Reizstoffe abzuleiten. Bei einem Teil der Versuche wird zusätzlich durch die Augenhöhle ein operativer Zugang zu einen in der Schädelhöhle liegenden Nervenknoten gelegt, um auch dort Migräne auslösende chemische Stoffe einzubringen. Die Hirnhaut wird alle 60 Sekunden einem mechanischen Reiz (Druck) ausgesetzt. Über die Art der Tötung der Tiere nach Versuchsende wird keine Angabe gemacht.

Bereich: Neurophysiologie. Neuropathophysiologie

Originaltitel:

Autoren: Stephanie Kerstin Stöckl, Gutachter: M. Diener (1) und K. Messlinger (2)

Institute: (1) Institut für Veterinär-Physiologie und -Biochemie der Justus-Liebig-Universität Gießen, Frankfurter Str. 100, 35392 Gießen, Vorstand Prof. Dr. Rüdiger Gerstberger; (2) Institut für Physiologie und Pathophysiologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Universitätsstr. 17, 91054 Erlangen, Direktor Prof. Dr. Chr. Alzheimer Durchführung der in-vitro-Versuche am unter (1) genannten Institut für Veterinär-Physiologie und -Biochemie der Justus-Liebig-Universität Gießen unter Betreuung von Prof. Dr. M. Diener Durchführung der in-vivo-Versuche am unter (2) genannten Institut für Physiologie und Pathophysiologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg unter Betreuung von Prof. Dr. K. Meßlinger

Zeitschrift: Dissertation zur Erlangung des Grades eines Dr. med. vet. 2016

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Dissertation

Dokumenten-ID: 4945



Dokument 140Titel: Phosphodiesterase 2 schützt gegen die durch Katecholamine ausgelöste Herzrhythmusstörung und erhält die Pumpfunktion des Herzens nach Herzinfarkt
Hintergrund: Untersuchungen zur Rolle eines bestimmten Enzyms bei Herzfunktion und Herzinfarkt bei Hunden und Mäusen.
Tiere: 133 Tiere verschiedener Arten (12 Beagle, mind. 121 Mäuse)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche wurden vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Abteilung Tierschutzdienst, Oldenburg, sowie von einer Institution in Frankreich genehmigt.

12 Beagle-Hunde im Alter von einem bis fünfeinhalb Jahren werden in vier Gruppen aufgeteilt. Alle Hunde erhalten in Narkose zur Blutdruck- und Herzschlagmessung einen Katheter über die Leiste, der in die Bauchschlagader vorgeschoben wird und einen Katheter über die Halsschlagader, der in der linken Herzkammer platziert wird. Über eine Sonde in den Zwölffingerdarm wird je nach Gruppenzugehörigkeit ein auf Herz und Kreislauf wirkendes Medikament (BAY 60-7550) in drei unterschiedlich hohen Dosierungen oder eine wirkstofffreie Lösung verabreicht. In den folgenden vier Stunden werden Herz- und Kreislauf-Werte ermittelt. Das weitere Schicksal der Beagle wird nicht erwähnt.

Bei den nachfolgend beschriebenen Versuchen an unterschiedlich genveränderten sowie nicht genveränderten „Wildtyp“-Mäusen wird bei allen Tieren in Narkose im Nackenbereich über einen Hautschnitt eine Minipumpe zur Verabreichung von Medikamenten und Infusionslösungen in eine operativ geschaffene Hauttasche eingenäht. Über einen Hautschnitt an der Brust wird ein Gerät zur Ableitung eines EKGs unter der Haut bis zum Rücken vorgeschoben. Ultraschalluntersuchungen werden in Narkose durchgeführt.

Mindestens 18 Mäusen wird über die osmotische Pumpe sieben Tage lang Isoproterenol, ein dem Adrenalin ähnlicher Wirkstoff, eingespritzt. 14 Mäuse erhalten zweimalig eine sehr hohe Dosis Isoproterenol. Bei allen Tieren wird dadurch der Herzschlag beschleunigt, ihr Herz vergrößert sich krankhaft, sie leiden unter Herzrhythmusstörungen, Angst, Atemnot, Herzschmerzen.

Mindestens 44 Mäusen wird ein ähnliches Medikament, Dobutamin, verabreicht und sie erleiden dadurch Herzrhythmusstörungen. Durch Gabe unterschiedlicher Wirkstoffe sollen diese aufgehoben werden. Mindestens 16 Wildtyp- und 15 gentechnisch veränderten Mäusen wird in Narkose der Brustkorb operativ eröffnet, das Herz wird freigelegt und eine Herzkranzarterie wird abgebunden. Dadurch erleiden die Tiere einen Herzinfarkt. Nach dem Erwachen aus der Narkose leiden die Mäuse unter den Folgen: heftige Schmerzen, Untergang von Herzgewebe, Herzrhythmusstörungen und eingeschränkte Herzfunktion. Mindestens 7 Mäuse sterben an den Folgen des künstlich hervorgerufenen Herzinfarktes, die anderen Tiere werden nach 14 Tagen getötet. In einer „Langlebigkeitsstudie“ wird bei 12 Wildtyp- und 16 genmanipulierten Mäuse gewartet, bis sie natürlicherweise sterben. Bei schweren Leiden werden sie vorzeitig getötet. Wildtyp-Mäuse leben im Schnitt 24, genmanipulierte Mäuse 29 Monate. Nach 38 Monaten werden die noch lebenden 3 Mäuse getötet. Im Rahmen der Studie wird eine ungenannte Zahl von Mäusen einzig zur Entnahme ihrer Herzen getötet. An den Herzmuskelzellen werden unterschiedliche Untersuchungen durchgeführt. Die Tötung aller Mäuse erfolgt durch Genickbruch in Narkose.

Die Arbeit wird finanziell gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V.

Bereich: Herz-Kreislaufforschung

Originaltitel: Phosphodiesterase 2 protects against catecholamine-induced arrhythmia and preserves contractile function after myocardial infarction

Autoren: Christiane Vettel (1,2,12), Marta Lindner (3), Matthias Dewenter (2,4,12), Kristina Lorenz (5,6), Constanze Schanbacher (5), Merle Riedel (2,12), Simon Lämmle (7), Simone Meinecke (2,12), Fleur E. Mason (8,12), Samuel Sossalla (8,9,12), Andreas Geerts (10), Michael Hoffmann (10), Frank Wunder (10), Fabian J. Brunner (11,12), Thomas Wieland (1,2), Hind Mehel (3), Sarah Karam (3), Patrick Lechêne(3), Jérôme Leroy (3), Grégoire Vandecasteele (3), Michael Wagner (7), Rodolphe Fischmeister (3), Ali El-Armouche (7)*

Institute: (1) Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie, Universitätsklinikum Mannheim, Universität Heidelberg, (2) Institut für Pharmakologie, Universitätsmedizin Göttingen, Herzzentrum, Göttingen, (3) INSERM Université Paris-Saclay, Châtenay- Malabry, Frankreich, (4) Abteilung Molekulare Kardiologie und Epigenetik, Universitätsklinikum Heidelberg, (5) Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Universität Würzburg und Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften-ISAS-e.V. Dortmund, (6) Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz, Würzburg, Universitätsklinikum Würzburg und Westdeutsches Herz- und Gefäßzentrum Essen, (7)*Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Technische Universität Dresden, Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus, Fetscherstr. 74, 01307 Dresden, (8) Abteilung für Kardiologie und Pneumonologie, Zentrum für Molekulare Kardiologie, UMG Herzzentrum, Georg August Universitätsmedizin Göttingen, (9) Klinik für Innere Medizin III, Kardiologie und Angiologie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Kiel, (10) BAYER Pharma AG, Wuppertal, (11) Universitäres Herzzentrum, Klinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, (12) Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V., Standorte Heidelberg/Mannheim, Göttingen und Hamburg/Kiel/Lübeck

Zeitschrift: Circulation Research 2017; 120(1): 120-132

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4944



Dokument 141Titel: Die Kopf-Dreh-Reaktionen zur Beurteilung der auditorischen Lateralität bei Katzen: Einfluss der Ohrposition und wiederholte Schallpräsentation
Hintergrund: Menschen drehen bei einem Geräusch genau hinter ihnen ihren Kopf eher nach rechts. Versuche mit verschiedenen Säugetieren, Vögeln, Amphibien, Rhesusaffen und Seelöwen haben gezeigt, dass diese Tiere auch eher nach rechts drehen. Hier wird diese Frage an Katzen untersucht. Ergebnis: Katzen drehen eher nach links, aber das kann auch durch das Versuchs-Set-up bedingt sein.
Tiere: 15 Katzen
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Experimente werden von den zuständigen Behörden unter der Nummer 42500/1H genehmigt. Die Tiere stammen aus der Zuchtstation des Instituts für Versuchstierkunde, Hannover, und werden auch dort in Gruppen gehalten. Die Katzen sind bei Beginn des Experiments 1 bis 8 Jahre alt. Den Tieren wird über einen Lautsprecher genau hinter ihnen die Laute von kleinen Kätzchen, die von Menschen gehändelt werden, abgespielt. Hierfür wird das Tier in einen speziellen Experimentierkäfig gesetzt. Genau gegenüber dem Lautsprecher befindet sich eine Trinkflasche mit einem Milch-Wasser-Gemisch. Leckt die Katze daran, werden die Laute abgespielt und die Reaktion des Tiers wird auf Video aufgenommen und analysiert. Nach Ende der Versuche werden die Tiere vermutlich weiter für die Zucht und andere Versuche benutzt.

Die Arbeit wurde von der Tierärztlichen Hochschule Hannover, der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Konrad-Adenauer-Stiftung finanziert.

Bereich: Verhaltensforschung

Originaltitel: The head turn paradigm to assess auditory laterality in cats: influence of ear position and repeated sound presentation

Autoren: Wiebke S. Konerding (1), Elke Zimmermann (2), Eva Bleich (3), Hans-Jürgen Hedrich (3), Marina Scheumann (2)*

Institute: (1) Verbundinstitut für AudioNeurotechnologie (VIANNA) und Experimentelle Otologie, Medizinische Hochschule Hannover (MHH), Stadtfelddamm 34, 30625 Hannover, (2)* Institut für Zoologie, Tierärztliche Hochschule Hannover, Bünteweg 17, 30559 Hannover, (3) Institut für Versuchstierkunde und Zentrales Tierlaboratorium, Medizinische Hochschule Hannover (MHH), Hannover

Zeitschrift: PeerJ 2017; 5: e3925. doi: 10.7717/peerj.3925. eCollection 2017

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4943



Dokument 142Titel: Angeborene Taubheit reduziert, aber eliminiert nicht die auditive Reaktionsfähigkeit in der extrastriaten Sehrinde der Katze
Hintergrund: Untersuchungen zur Frage, wie sich angeborene Taubheit auf die Sehrinde im Gehirn von Katzen auswirkt.
Tiere: 8 Katzen
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Experimente sind vom Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg (LAVES) genehmigt worden. Von den 8 Katzen sind 3 Tiere hörend und 5 Tiere taub. Die tauben Katzen stammen aus einer speziellen Zucht, CDC (congenitally deaf cat), wo sich diese befindet, wird nicht erwähnt. Der Herkunftsort der hörenden Katzen wird ebenfalls nicht genannt.

Sowohl hörende als auch taube Tiere werden kurz nach ihrer Geburt auf ihre Hörfähigkeit untersucht. Dazu wird unter Narkose ein Loch in den Schädel gebohrt, durch das eine Elektrode gesteckt und auf die harte Hirnhaut gelegt wird. Über einen Lautsprecher werden Klicklaute in verschiedenen Lautstärken abgespielt, während die Elektrode die Reaktionen im Gehirn misst.

Im Alter von 2-4 Jahren werden diese Messungen wiederholt. Die Narkose wird für das ganze folgende Experiment aufrechterhalten. Allen Katzen wird beidseitig ein Cochlea-Implantat implantiert, eine Hörprothese für Gehörlose. Die hörenden Katzen werden ertaubt, indem das Antibiotikum Neomycin beidseitig in die Hörschnecke im Innenohr gespritzt wird. Dadurch werden die feinen Haarzellen im Innenohr zerstört. Dann wird der Schädel großflächig geöffnet und Elektroden werden platziert. Damit das Gehirn nicht austrocknet oder unterkühlt, wird es mit Silikon, Agar und „Knochenwachs“ abgedeckt. Die Cochlea-Implantate werden elektrisch stimuliert und mit den Elektroden die Nervenaktivitäten in verschiedenen Hirnregionen aufgezeichnet. Wie lange die Narkose und die Versuche gehen, wird nicht erwähnt, mindestens aber über 12 Stunden. Am Ende der Versuche werden die Katzen noch in Narkose getötet, indem der Brustkorb aufgeschnitten und die Fixierungslösung Formalin in das Herz infundiert wird.

Die Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der MedEl Comp (Cochlea-Implantat-Industrie) finanziert.

Bereich: Hörforschung, Hirnforschung

Originaltitel: Congenital deafness reduces, but does not eliminate auditory responsiveness in cat extrastriate visual cortex

Autoren: Rüdiger Land (1,2)*, Jan-Ole Radecke (1,2), Andrej Kral (1,2)

Institute: (1) Verbundinstitut für Audio- und Neurotechnologie, Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Medizinische Hochschule Hannover (MHH), Stadtfelddamm 34, 30625 Hannover, (2) Experimentelle Otologie, Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover

Zeitschrift: Neuroscience 2018; 375: 149-157

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4942



Dokument 143Titel: Ferngesteuerte linksventrikuläre hämodynamische Überwachung mit einem neuartigen intrakardialen Sensor
Hintergrund: Test eines neuen Herzüberwachungsgeräts für das Telemonitoring von Herzversagen.
Tiere: 5 Hunde (Beagle)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Arbeit wird vom LANUV NRW in Düsseldorf genehmigt. Es werden fünf männliche Beagle bei Marshall BioResources gekauft. Den Tieren wird unter Anästhesie ein Herzschrittmacher und ein neuer zu untersuchender Sensor (um den diastolischen Blutdruck am Herzen zu messen) ins Herz operiert. Die Geräte werden über die Achselvene bzw. Halsarterie eingebracht, bis zum Herzen geschoben und dort verankert. Mit dem Sensor wird der Blutdruck der Tiere gemessen, indem eine Antenne von außen an den Brustkorb gehalten wird. Sieben Tage nach der Operation wird der Schrittmacher dazu verwendet, um die Herzfrequenz auf 220 Schläge pro Minute am wachen Hund zu erhöhen (Die normale Herzfrequenz eines Beagles liegt etwa bei 80-100). Dadurch kommt es bei den Tieren zu einer Herzinsuffizienz bzw. einem vorübergehenden Herzversagen, was sich u.a. über einen erhöhten Blutdruck und vergrößerte Herzkammern bemerkbar macht. Am Tag der Operation, sowie 21 und 35 Tage nach der Operation werden Messungen mit dem Sensor durchgeführt. Dabei werden den Tieren unter Anästhesie nacheinander die Substanzen Dobutamin und Vasopressin gespritzt, die den Blutdruck bzw. das Schlagvolumen erhöhen. Gleichzeitig werden verschiedene Messgrößen ermittelt. 35 Tage nach der Operation werden die Tiere auf nicht genannte Weise getötet und untersucht.

Die Arbeit wird von der Bayer AG und CardioMEMS (Abbott) finanziert.

Bereich: Herz-Kreislauf-Chirurgie

Originaltitel: Remote left ventricular hemodynamic monitoring using a novel intracardiac sensor

Autoren: Thomas Mondritzki (1,2)*, Philip Boehme (1,2), Jason White (3), Jin Woo Park (3), Jessica Hoffmann (1), Julia Vogel (1), Peter Kolkhof (1), Stuart Walsh (1), Peter Sandner (1,4), Erwin Bischoff (1), Wilfried Dinh (1,5), Jörg Hüser (1), Hubert Truebel (1,2)

Institute: (1) Bayer AG, DD-TRG-CV III, Gebäude 500, 42096 Wuppertal, (2) Universität Witten/Herdecke, Alfred-Herrhausen-Straße 50, 58455 Witten, (4) St Jude Medical (heute Abbott), Atlanta, USA, (5) Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, (6) Herzzentrum HELIOS Klinik Wuppertal, Universitätsklinikum Witten/Herdecke, Wuppertal

Zeitschrift: Circulation and Cardiovascular Intervention 2018; 11(5): e006258 Doi: 10.1161/CIRCINTERVENTIONS.117.006258

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4941



Dokument 144Titel: Erhöhte Knochenbildung in einem Kaninchen-Modell für Röhrenknochen-Defekte nach einmaliger lokaler und systemischer Applikation von Erythropoietin
Hintergrund: Untersuchungen an Kaninchen zur Frage, ob das Hormon Erythropoietin die Knochenheilung verbessert. Erythropoietin ist ein Hormon, das die Blutbildung fördert und als Dopingmittel missbraucht wird.
Tiere: 19 Kaninchen
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Karlsruhe genehmigt (Referenznummer AZ35-9185.81/G-109/06). Es werden Kaninchen der Rasse Weiße Neuseeländer eingesetzt. Die Tiere werden durch eine Injektion betäubt. Bei allen Tieren wird die Haut an einem Vorderbein aufgeschnitten. Mit einer Handsäge wird im mittleren Bereich der Speiche ein Knochenstück von 1,5 cm Länge herausgesägt. In die Lücke wird ein spezieller Gelatine-Schwamm eingebracht, der bei 6 Kaninchen mit einer neutralen Kontrolllösung getränkt ist (Kontrollgruppe), bei 7 Tieren mit Erythropoietin. Sechs Kaninchen wird Erythropoietin unter die Haut am Rücken gespritzt. Danach wird die zuvor aufgeschnittene Haut wieder zugenäht. Das Bein wird nicht durch z.B. eine Schiene stabilisiert. Im Anschluss werden die Kaninchen in Einzelkäfigen gehalten und mit einem Schmerzmittel behandelt. Nach 4, 8 und 12 Wochen werden die Knochenbrüche jeweils computertomografisch analysiert. Die Kaninchen werden hierfür in eine speziell konstruierte Apparatur gelegt und das zu untersuchende Vorderbein für den radiologischen Scan in einem Aluminiumrohr fixiert. Eine Betäubung wird nicht erwähnt, ist aber wahrscheinlich. Nach den 12 Wochen werden alle Tiere durch eine Spritze getötet und die Vorderbeine entnommen, um die Knochenheilung näher zu untersuchen.

Die Arbeiten wurden vom Universitätsklinikum Heidelberg finanziell unterstützt.

Bereich: Bildgebende Verfahren, Radiologie, Knochenchirurgie

Originaltitel: Increased bone formation in a rabbit long-bone defect model after single local and single systemic application of erythropoietin

Autoren: Georg W Omlor (1), Kerstin Kleinschmidt (2), Simone Gantz (1), Anja Speicher (2), Thorsten Guehring (3), Wiltrud Richter (2)*

Institute: (1) Zentrum für Orthopädie, Unfallchirurgie und Paraplegiologie, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, (2)* Forschungszentrums für Experimentelle Orthopädie, Universitätsklinikum Heidelberg, Schlierbacher Landstr. 200a, 69118 Heidelberg, (3) BG Klinik Ludwigshafen, Ludwigshafen

Zeitschrift: Acta Orthopaedica 2016; 87(4): 425–431

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4940



Dokument 145Titel: Evaluierung eines neuen embolischen Wirkstoffs (präzipitierende hydrophobe injizierbare Flüssigkeit (PHIL)) in einem Tiermodell für endovaskuläre Embolisierung
Hintergrund: An Schweinen werden die Eigenschaften eines neuen Wirkstoffs zum künstlichen Verschluss von Blutgefäßen im Vergleich zu einem kommerziellen Wirkstoff untersucht, der bereits in der Klinik etabliert ist. Der neue Wirkstoff schneidet in keinem Punkt besser ab als der herkömmliche.
Tiere: 16 Schweine (Landrasse)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Landrasse-Schweine wiegen maximal 40 kg, d.h. sie sind etwa 3-4 Monate alt. An ihnen sollen die Eigenschaften eines neuen Wirkstoffs zur Embolisation, also dem künstlichen Verschluss von Blutgefäßen, untersucht werden. Das Verfahren wird in verschiedenen Bereichen der Humanmedizin eingesetzt, z.B. um innere Blutungen zu stoppen. Unter Narkose werden Computertomographie-Aufnahmen, Röntgen-Bilder und Angiografien (radiologische Untersuchungen der Blutgefäße) an den Schweinen durchgeführt. Für letztere wird ein Katheter in die Rachenschlagader eingeführt. Dazu wird die Haut seitlich am Hals aufgeschnitten. Über den Katheter wird 8 Tieren der neu entwickelte Embolisations-Wirkstoff eingeleitet, die übrigen 8 erhalten zum Vergleich einen kommerziellen Wirkstoff, der bereits in der Klinik eingesetzt wird. Es kommt zum Verschluss bestimmter Gefäße im Gehirn der Schweine. Anschließend werden die anfangs durchgeführten bildgebenden Untersuchungen wiederholt. Einige Schweine werden 2 Stunden nach dem Eingriff durch eine Injektion getötet. Die anderen erwachen aus der Narkose und werden 7 weitere Tage am Leben erhalten, während dieser Zeit werden ihnen täglich Antibiotika und Schmerzmittel verabreicht. Danach werden auch diese Tiere durch eine Injektion getötet. Allen Schweinen werden nach der Tötung Blutgefäße an der Schädelbasis entnommen, um die Auswirkungen der verabreichten Wirkstoffe auf den Blutgefäß-Verschluss zu untersuchen.

Bereich: Bildgebende Verfahren, Radiologie, Chirurgie

Originaltitel: Evaluation of a novel liquid embolic agent (precipitating hydrophobic injectable liquid (PHIL)) in an animal endovascular embolization model

Autoren: Dominik F Vollherbst (1,2), Ruth Otto (1), Andreas von Deimling (3), Johannes Pfaff (1), Christian Ulfert (1), Hans U Kauczor (2), Martin Bendszus (1), Christof M Sommer (2,4), Markus A Möhlenbruch (1)*

Institute: (1) Abteilung für Neuroradiologie, Universitätsklinikum Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 400, 69120 Heidelberg, (2) Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, (3) Abteilung für Neuropathologie, Universitätsklinikum Heidelberg, Klinische Kooperationseinheit Neuropathologie, Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung und Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg, (4) Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Klinikum Stuttgart, Stuttgart

Zeitschrift: Journal of Neurointerventional Surgery 2018; 10(3): 268-274

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4939



Dokument 146Titel: Kombination von Elektrostimulation und Tissue Engineering zur Behandlung großer Knochendefekte in einem Rattenmodell
Hintergrund: Beim Bone Tissue Engineering werden Knochentransplantate nachgebildet, indem Zellen, Gerüst und Wachstumsfaktoren kombiniert werden. Es gilt als Alternative zur herkömmlichen Behandlung großer, nicht heilender Knochendefekte. Hier wird in vitro und an Ratten untersucht, ob die zusätzliche Elektrostimulation die Knochenbildung und den Heilungsprozess fördert. Die Elektrostimulation ist seit mehr als 40 Jahren eine Standardbehandlung bei Knochenbrüchen.
Tiere: 81 Ratten
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Darmstadt genehmigt (Projektnummer FU1030). Es werden parallel In-vitro-Versuche an mesenchymalen Stammzellen und an Ratten durchgeführt. Bei den Zellen handelt es sich um Rattenmesenchymstammzellen aus Fettgewebe, die von der Firma Cyagen (CA, USA) bezogen werden. Bei den Ratten handelt es sich um 81 neun Wochen alte männliche Sprague Dawley-Ratten von Charles River Labs Int., Deutschland. Unter Vollnarkose wird das rechte Hinterbein der Ratten rasiert, über dem Oberschenkelknochen wird ein 3 cm langer Hautschnitt durchgeführt und der Oberschenkelknochen freigelegt. Eine Fünf-Loch-Platte wird am Oberschenkelknochen mit vier Schrauben befestigt. Dann wird mit einer Drahtsäge ein 5 mm langes Stück Knochen unterhalb der Plattenmitte herausgesägt. In die Lücke wird ein Gerüst eingebracht. Die Ratten werden in drei Gruppen mit je 27 Tieren eingeteilt, die jeweils unterschiedlichen Behandlungen unterzogen werden: Die Versuchsgruppe erhält ein Gerüst, in das mesenchymale Stammzellen von Ratten eingebracht werden sowie Elektrostimulation, eine zweite Gruppe erhält das Gerüst und die Stammzellen, jedoch keine elektrische Stimulation und die dritte Gruppe (Kontrollgruppe) erhält nur das Gerüst.

Die Elektrostimulation erfolgt mit einem extra angepassten Gerät, bestehend aus einer Batterie und zwei Elektroden. Die Batterie (2 x 1 cm) wird unter die Rückenhaut des Tieres gepflanzt. Zwei Drähte führen von der Batterie unter der Haut entlang zum Knochenspalt. Bei den Tieren der Gruppe 2 wird nur ein Edelstahldraht in der Mitte des Knochendefekts fixiert. Die Wunde wird vernäht.

Eine Ratte in der Kontrollgruppe stirbt aufgrund von Komplikationen bei der Narkose. Bei drei Ratten (1 Tier in der Kontrollgruppe, 2 in der unbehandelten Gruppe) kommt es zu Infektionen im Bereich der Knochenlücke. Bei zwei Ratten der behandelten Gruppe lösen sich die Knochenfixationsplatten. Diese Tiere werden aus der Studie entfernt, wodurch sich die Anzahl der Tiere in dieser Gruppe auf 25 reduziert.

Eine oder 8 Wochen nach der Operation werden jeweils einige Ratten aus jeder Gruppe durch Ersticken mit Kohlendioxid-Inhalation getötet. Die Oberschenkel werden entfernt und untersucht. Es wird nicht genannt, wie viele Tiere jeweils zu welchem Zeitpunkt getötet werden, nur dass mindestens fünf Tiere pro Gruppe pro Analyse verwendet werden.

Die Arbeit wurde durch ein AO-Gründungsstipendium S-14-03H, die Friedrichsheim-Stiftung und den Chinese Scholarship Council unterstützt.

Bereich: Tissue Engineering, Knochenchirurgie, Orthopädie

Originaltitel: Combining electrical stimulation and tissue engineering to treat large bone defects in a rat model

Autoren: Liudmila Leppik (1), Han Zhihua (1), Sahba Mobini (1,2), Vishnu Thottakkattumana Parameswaran (1,3), Maria Eischen-Loges (1), Andrei Slavici (1,4), Judith Helbing (1,5) , Lukas Pindur (1,6), Karla MC Oliveira (1), Mit B. Bhavsar (1), Lukasz Hudak (1), Dirk Henrich (7), John H. Barker (1)*

Institute: (1) Frankfurt Initiative for Regenerative Medicine, Experimental Trauma & Orthopedic Surgery, Goethe-Universität Frankfurt, Friedrichsheim gGmbH, Haus 97B 10G, Marienburgstr. 10, 60528 Frankfurt am Main, (2) J. Crayton Pruitt Family Department of Biomedical Engineering, University of Florida, Gainesville, USA, (3) Labor für Experimentelle Orthopädie, Orthopädie, Universität Gießen, (4) Orthopädische Universitätsklinik Friedrichsheim, Universitätsklinikum Frankfurt am Main, (5) Department of Plastic, Reconstructive and Hand Surgery, University Medical Center, Utrecht, Niederlande, (6) Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Frankfurt am Main gGmbH, Abteilung für Plastische, Hand- und Rekonstruktive Chirurgie, (7) Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Universität Frankfurt am Main

Zeitschrift: Scientific Reports 2018; 8 (6307): doi:10.1038/s41598-018-24892-0

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4938



Dokument 147Titel: Lineare verteilte Quellenmodellierung lokaler Feldpotentiale, aufgenommen mit intrakortikalen Elektrodenfeldern
Hintergrund: Kartierung der Nervenaktivitäten im Gehirn eines Affen.
Tiere: 1 Affe (Rhesusaffe)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Der Versuch wird vom Regierungspräsidium Darmstadt genehmigt (Genehmigungsnummer F149/05). Verwendet wird ein Rhesusaffe (Macaca mulatta) aus der Zucht der Health Protection Ageny, Salisbury, Großbritannien. Der Affe wird mit anderen Affen in einem Gruppengehege im Ernst Strüngmann Institut, Frankfurt a.M., gehalten, wo der Tierversuch auch stattfindet. Freien Zugang zu Futter und Wasser erhält der Affe nur an Tagen, an denen kein „Training“ oder Versuch stattfindet.

Dem Affen werden eine Kopfhalterung und eine Elektrodenplatte unter Narkose auf dem Schädel montiert bzw. implantiert. Verwendet werden sogenannte 64-Elektroden-Gitter (Utah), als Referenzelektrode dient ein kleines Kabel, das aus der Apparatur herausschaut. Der Affe erhält ein Schmerzmittel.

Bei den Versuchen werden dem Affen schwarze und weiße Balken auf einem Bildschirm gezeigt. Die Balken werden verschiedentlich variiert: Kontrast, Ausrichtung oder von einem Kreis umgeben. Der Kopf des Affen ist an dem Haltebolzen fixiert. Der Affe muss seinen Blick auf die Balken richten und darf ihn nicht wegbewegen. An den „Trainings“- und Versuchstagen erhält der Affe nur Flüssigkeit, wenn er eine Aufgabe „richtig“ erledigt. Währenddessen werden über die in das Gehirn eingelassenen Elektroden Messungen der Nervenaktivitäten durchgeführt. Nach einer Trainingsphase folgen die Versuche mit 535 Wiederholungen. Am Ende der Versuchsreihe werden die Implantate entfernt und der Affe wird am Leben gelassen und bleibt in der Tierversuchseinrichtung.

Finanziert wurde die Arbeit vom Europäischen Forschungsrat, dem Spanischen Forschungsprojekt PSI2013-42091-P, dem CONSOLIDER-INGENIO 2010 Programme, dem 7. Rahmenprogramm und dem Emmy Noether Programme der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Bereich: Hirnforschung

Originaltitel: Linear distributed source modeling of local field potentials recorded with intra-cortical electrode arrays

Autoren: Rikkert Hindriks (1)*, Joscha Schmiedt (2), Xerxes D. Arsiwalla (3), Alina Peter (2), Paul F. M. J. Verschure (3,5,6,7), Pascal Fries (2), Michael C. Schmid (2,4), Gustavo Deco (1,5)

Institute: (1) Center for Brain Cognition, Computational Neuroscience Group, Department of Information and Communication Technologies, University Pompeu Fabra, Barcelona, Spanien, (2) Ernst Strüngmann Institut (ESI) für Neurowissenschaften in Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft, Deutschordenstraße 46, 60528 Frankfurt am Main, (3) Synthetic Perceptive Emotive and Cognitive Systems (SPECS) Lab, Center of Autonomous Systems and Neurorobotics, University Pompeu Fabra, Barcelona, Spanien, (4) Institute of Neuroscience, Newcastle University, Newcastle upon Tyne, Großbritannien, (5) Katalanisches Institut für Forschung und fortgeschrittene Studien (ICREA), Universität Pompeu Fabra (UPF), Barcelona, Spanien, (6) Institute for Bioengineering of Catalonia, Barcelona, Spanien, (7) Barcelona Institute of Science and Technology, Barcelona, Spanien

Zeitschrift: PLoS ONE 2017; 12(12): e0187490. org/10.1371/journal.pone.0187490

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4937



Dokument 148Titel: C-Fos-Markierung von identifizierten Mittelhirnneuronen, die nach Nikotinverabreichung in vivo koaktiv sind
Hintergrund: Es wird an Mäusen untersucht, wie sich chronischer Nikotinkonsum auf das Gehirn auswirkt, indem ihnen 7 Tage lang Nikotin oder Kokain als Spritze verabreicht werden.
Tiere: 20 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Karlsruhe genehmigt (Referenznummer G-49/16). Die Mäuse stammen aus der Versuchstierzucht Charles River Laboratories, Sulzfeld. Die Mäuse werden einzeln in Käfigen gehalten (Mäuse sind hochsoziale Rudeltiere). Den Tieren wird zunächst 5 Tage lang täglich eine Spritze mit Kontrolllösung verabreicht, um sie an die Spritze per se zu gewöhnen. Anschließend wird den Mäusen eine Einzeldosis Nikotin unter die Haut oder Kokain in die Bauchhöhle gespritzt, einige Tiere erhalten eine Kontrolllösung. Bei einigen Mäusen wird eine chronische Behandlung angeschlossen, bei der 7 Tage lang täglich Nikotin oder eine Kontrolllösung wie oben beschrieben injiziert werden. Die Spritzen werden den Tieren am Vormittag verabreicht, was der Schlafenszeit der nachtaktiven Mäuse entspricht. Basierend auf Literaturwerten und eigenen Erfahrungen der Forscher wird die Dosierung so gewählt, dass die Tiere aller Voraussicht nach Verhaltensänderung zeigen. Einige Mäuse werden 2 Stunden nach der letzten Injektion getötet, einige erst 24 Stunden nach der letzten Nikotin-Gabe, um einen Nikotin-Entzug zu simulieren. Die Tötung erfolgt, indem die Tiere betäubt werden und ihnen eine Lösung (Formalin) ins Herz eingeleitet wird, die der späteren mikroskopischen Untersuchung des Gehirns dient. Das Gehirn wird für weitere Untersuchungen entnommen und präpariert.

Die Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziell unterstützt.

Bereich: Suchtforschung, Tabakforschung, Neurobiochemie

Originaltitel: C-Fos-marking of identified midbrain neurons co-acitve after nicotine administration in vivo

Autoren: Katja Lingelbach (1), Arian Hach (1), Rick E. Bernardi (2), Rainer Spanagel (2), Hilmar Bading (1), Colin Peter Bengtson (1)*

Institute: (1) Neurobiologie, Interdisziplinäres Zentrum für Neurowissenschaften (IZN), Universität Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 364, 69120 Heidelberg, (2) Institut für Psychopharmakologie, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Medizinische Fakultät Mannheim/Universität Heidelberg, Mannheim

Zeitschrift: Journal of Comparative Neurology 2018; 526(13): 2019-2031

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4936



Dokument 149Titel: Knochenmorphogenetische Proteine -7 und -2 bei der Behandlung von verzögerter Knochenbildung als Folge einer bakteriellen Knochenentzündung bei einem Rattenmodell
Hintergrund: An Ratten wird der Effekt bestimmter Wachstumsfaktoren auf die Knochenbildung untersucht, nachdem den Tieren die Knochen gebrochen und bakterielle Entzündungen künstlich ausgelöst werden. Die Wachstumsfaktoren werden bereits in klinischen Studien am Menschen mit offenen Knochenbrüchen eingesetzt.
Tiere: 72 Ratten
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Karlsruhe genehmigt (Referenznummer 35–9185.81/ G-171/11). Die Ratten der Zuchtlinie Sprague Dawley stammen aus der Versuchstierzucht Charles River Laboratories, Sulzfeld. Den Tieren wird unter Anästhesie das rechte Hinterbein (Wadenbein und Schienbein) gebrochen. Dazu wird ein 600g schweres Gewicht auf das Bein fallen gelassen, so dass es standardisiert bricht. Am Knie wird ein kleiner Einschnitt, in die Haut gemacht und ein Loch wird von oben in das Wadenbein gebohrt. Durch dieses wird ein Titan-Draht in die Markhöhle getrieben, um den Knochen zu stabilisieren. Die Ratten werden in 4 Gruppen eingeteilt. Bei 3 Gruppen werden Eiterbakterien durch das Bohrloch in das Knochenmark gespritzt, die eine Knochenentzündung auslösen. Die vierte Gruppe bleibt ohne Bakterien. Nach der Operation erhalten die Ratten 3 Tage lang Schmerzmittel. Knochenentzündungen sind extrem schmerzhaft; klinische Symptome der Ratten werden in der Arbeit nicht beschrieben. Fünf Wochen später werden die Tiere an denselben Stellen erneut operiert. Der Draht wird entfernt, die entzündete Knochenmarkhöhle ausgespült und bei zwei Gruppen werden den Ratten nun Lösungen mit Wachstumsfaktoren injiziert; die dritte Gruppe erhält eine Kontrolllösung. Anschließend wird der Knochen mit einem neuen Draht versehen und die Wunde zugenäht. Drei Tiere sterben im Verlauf der Operationen und zwei weitere müssen wegen entzündeten Blutergüssen getötet werden. Fünf Wochen nach der zweiten Operation werden die überlebenden Tiere erstickt, indem sie in eine Box gesetzt werden, in die Kohlendioxid eingeleitet wird.

Die Arbeit wurde vom Universitätsklinikum Heidelberg finanziert.

Bereich: Chirurgie, Knochenchirurgie

Originaltitel: Bone morphogenetic proteins -7 and -2 in the treatment of delayed osseous union secondary to bacterial osteitis in a rat model

Autoren: Lars Helbig (1), Georg W. Omlor (1)*, Adriana Ivanova (1), Thorsten Guehring (2), Robert Sonntag (3), J. Philippe Kretzer (3), Susann Minkwitz (4), Britt Wildemann (4,5), Gerhard Schmidmaier (1)

Institute: (1) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Zentrum für Orthopädie, Unfallchirurgie und Paraplegiologie, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Heidelberg, Schlierbacher Landstraße 200a, 69118 Heidelberg, (2) Clinic for Trauma and Orthopaedic Surgery, BG Trauma Center Ludwigshafen an der Universität Heidelberg, Ludwigshafen, (3) Labor für Biomechanik und Implantatforschung, Zentrum für Orthopädie, Unfallchirurgie und Paraplegiologie, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, (4) Julius Wolff Institut für Biomechanik und Muskuloskeletale Regeneration, Charité-Universitätsmedizin Berlin, Berlin, (5) Experimentelle Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Jena, Jena

Zeitschrift: BMC Musculoskeletal Disorders 2018; 19: 261, doi:10.1186/s12891-018-2203-7

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4935



Dokument 150Titel: Eingehende Charakterisierung der neuroinflammatorischen Reaktion ausgelöst durch periphere Chirurgie in einem Tiermodell
Hintergrund: An Ratten werden die molekularen Mechanismen von Gehirnstörungen (postoperatives Delirium) untersucht, die bei älteren Patienten nach einer Operation auftreten können.
Tiere: 30 Ratten
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Ratten der Zuchtlinie Wistar HAN stammen von Janvier Labs, Le Genest St. Isle, Frankreich. Den Tieren wird das Inhalations-Anästhetikum Sevofluran verabreicht, das nur eine schwach analgetische (schmerzstillende) und muskelrelaxierende Wirkung hat. Die Ratten werden in 3 Gruppen zu je 10 Tieren aufgeteilt. Bei den Ratten der Gruppen 1 und 2 wird der Bauch aufgeschnitten und die Leber teilweise entfernt. Den Tieren in Gruppe 2 wird Physostigmin, ein Mittel gegen postoperative Störungen, gespritzt. Gruppe 1 erhält eine wirkungslose Substanz. Gruppe 3 wird als Kontrolle nicht operiert. Zwei Stunden später werden alle Ratten erneut mit Sevofluran leicht betäubt und Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit entnommen, indem teilweise der hintere Schädelknochen freigelegt und mit einer Nadel in den Halswirbel gestochen wird. Anschließend werden die Tiere durch Enthauptung getötet und das Gehirn für weitere Untersuchungen herauspräpariert.

Die Arbeiten wurden von der Dr. Franz Köhler Chemie GmbH (Bensheim) finanziell unterstützt.

Bereich: Chirurgie, Neurobiochemie, Entzündungsforschung, Anästhesiologie

Originaltitel: In-depth characterization of the neuroinflammatory reaction induced by peripheral surgery in an animal model

Autoren: Konstanze Plaschke (1)*, Sara Schulz (1), Rebecca Rullof (1), Markus A. Weigand (1), Jürgen Kopitz (2)

Institute: (1) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Medizinische Fakultät, Klinik für Anästhesiologie, Im Neuenheimer Feld 110, 69120 Heidelberg, (2) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Medizinische Fakultät, Pathologie, Angewandte Tumorbiologie, Heidelberg

Zeitschrift: Journal of Neural Transmission 2018, 125(10): 1487-1494

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4934



Dokument 151Titel: Glycin schützt die Leber vor Reperfusions-Schäden nach Pneumoperitoneum
Hintergrund: Für Bauchspiegelungen wird üblicherweise CO2-Gas in die Bauchhöhle eingeleitet, was durch den Druck zu Leberschäden führen kann. An Ratten wird untersucht, ob Glycin die Leber davor schützen kann.
Tiere: 20 Ratten
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Karlsruhe genehmigt. Die Ratten der Zuchtlinie Sprague Dawley stammen aus der Versuchstierzucht Charles River Laboratories, Sulzfeld. Die Tiere werden durch je eine Spritze in die Bauchhöhle und in den Muskel betäubt. Die Haut am Hals wird aufgeschnitten, die Halsvene mit einem Faden abgebunden und ein Katheter eingeführt. Bei einigen Ratten wird über den Katheter eine Lösung mit der Aminosäure Glycin eingeleitet, bei den anderen eine neutrale Kontroll-Lösung. Anschließend wird den Tieren mit einer Nadel in die Bauchhöhle gestochen und 90 Minuten lang Kohlendioxid-Gas in die Bauchhöhle gepumpt („Pneumoperitoneum“). Danach wird das Gas wieder abgelassen und die Tiere weitere 8 Stunden am Leben erhalten, währenddessen werden mehrmals Blutproben entnommen. Bei 10 Ratten wird die Leber fluoreszenzmikroskopisch untersucht. Hierzu wird operativ ein Katheter in die Halsschlagader eingeführt und ein Kontrastmittel sowie andere Lösungen und fluoreszierende Latex-Kügelchen für die anschließende Fluoreszenzmikroskopie der Leber eingeleitet. Dann wird die Bauchhöhle aufgeschnitten und am lebenden Tier die Leber mit einem speziellen Fluoreszenzmikroskop untersucht. Anschließend werden die Tiere auf nicht genannte Weise getötet, um das Lebergewebe zu untersuchen.

Bereich: Chirurgie, Leberforschung

Originaltitel: Glycine protects the liver from reperfusion injury following pneumoperitoneum

Autoren: Mohammed Al-Saeedi (1), Arash Nickkholgh (1), Daniel Schultze (1), Christa Flechtenmacher (2), Markus Zorn (3), Rui Liang (1), Carsten N. Gutt (1), Peter Schemmer (1,4)*

Institute: (1) Transplantations- und Leberchirurgie, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Im Neuenheimer Feld 110, Universitätsklinikum Heidelberg, 69120 Heidelberg, (2) Pathologisches Institut der Universität Heidelberg, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, (3) Innere Medizin I: Klinik für Endokrinologie, Stoffwechsel und Klinische Chemie, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, (4) Universitätsklinik für Chirurgie, Klinische Abteilung für Transplantationschirurgie, Universitätsklinikum Graz, Österreich

Zeitschrift: European Surgical Research 2018; 59: 91-99

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4933



Dokument 152Titel: Bildartefakte von Onyx und PHIL bei konventioneller CT, Kegelstrahl-CT und MRT in einem Tiermodell
Hintergrund: An Gehirnen von Schweinen wird eine neue Substanz zur Herbeiführung eines Blutgefäß-Verschlusses mit einer herkömmlichen verglichen. Dies soll für die Behandlung von missgebildeten Hirnarterien hilfreich sein.
Tiere: 10 Schweine
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Landrasse-Schweine wiegen 38-42 kg, d.h., sie sind etwa 3-4 Monate alt. Den Tieren wird unter Narkose eine Embolisation (Verschluss) bestimmter Blutgefäße des Hirns zugefügt. Hierfür wird ein Mikro-Katheter über die Rachenschlagader bis an die Schädelbasis gelegt und eine Substanz eingeleitet, die den Gefäß-Verschluss bewirkt. Um an die Rachenschlagader zu gelangen, wird die Haut seitlich am Hals aufgeschnitten. Fünf Schweine erhalten eine bestimmte Substanz, 5 Schweine eine andere und es wird verglichen, inwiefern die Substanzen störende Artefakte bei bildgebenden Verfahren, wie z.B. Computertomographie, erzeugen. Die Embolisation dauert fast eine dreiviertel Stunde, zwei Stunden lang werden die Gehirne der betäubten Tiere mit unterschiedlichen bildgebenden Verfahren beobachtet. Im Anschluss werden die Tiere mittels einer Injektion getötet.

Bereich: Bildgebende Verfahren, Radiologie, Neurologie

Originaltitel: Imaging artifacts of Onyx and PHIL on conventional CT, cone-beam CT and MRI in an animal model

Autoren: Dominik F Vollherbst (1,2), Ruth Otto (1), Thuy Do (2), Hans U Kauczor (2), Martin Bendszus (1), Christof M Sommer (2,3), Markus A Möhlenbruch (1)*

Institute: (1) Neuroradiologie, Universitätsklinikum Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 400, 69120 Heidelberg, (2) Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 110, 69120 Heidelberg, (3) Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie, Klinikum Stuttgart, Kriegsbergstraße 60, 70174 Stuttgart

Zeitschrift: Interventional Neuroradiology 2018; 24(6): 693-701

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4932



Dokument 153Titel: Echo-akustischer Fluss beeinflusst den Flug von Fledermäusen
Hintergrund: Aufzeichnung des Flugs von Fledermäusen, die an vertikalen oder horizontalen Brettern vorbeifliegen.
Tiere: 9 Fledermäse (Kleine Lanzennase)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Regierung von Oberbayern unter der Nummer 55.2-1-54-2532-221-14 genehmigt. Die Herkunft der Fledermäuse (Kleinen Lanzennasen (Phyllostomus discolor)) wird nicht genannt. Die Tiere werden trainiert, in einem 3 m langen Tunnel zu fliegen. Von einem Startpunkt an einem Ende müssen sie ans andere Ende fliegen, wo sie eine Belohnung erhalten. Die Trainingsphase dauert 5 Tage. Nach zwei Tagen Erholung beginnt die Testphase, die 10 Tage dauert. Dabei werden die Wände mit durch Nut und Feder verbundene Holzbrettern ausgekleidet. Auf der einen Seite sind die Bretter horizontal angeordnet, auf der anderen vertikal. Dann werden die Seiten getauscht und auch die Breite der Bretter und der Feder zwischen den Brettern wird variiert. Über dem Tunnel ist eine Infrarotkamera installiert, die den Flug der Fledermaus in der Dunkelheit aufzeichnet. Lautsprecher nehmen die Ultraschallaute der Tiere auf. Das weitere Schicksal der Tiere wird nicht erwähnt.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die von Braun Stiftung unterstützt.

Bereich: Tierphysiologie, Neurophysiologie, Verhaltensforschung

Originaltitel: Echo-acoustic flow affects flight in bats

Autoren: Kathrin Kugler (1), Wolfgang Greiter (2), Harald Luksch (2), Uwe Fritzlaff (2), Lutz Wiegrebe (1)*

Institute: (1) Neurobiologie, Fakultät für Biologie II der Ludwig-Maximilians-Universität München, Großhadener Str. 2, 82152 Planegg-Martinsried, (2) Lehrstuhl für Zoologie, Technische Universität, Liesel-Beckmann-Str. 4, 85354 Freising

Zeitschrift: Journal of Experimental Biology 2016; 219: 1793-1797

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4931



Dokument 154Titel: Echo-akustische flussförmige Objektdarstellung in räumlich komplexen akustischen Szenarien
Hintergrund: Messung von Hirnaktivitäten bei der Echolokalisation von Fledermäusen.
Tiere: 3 Fledermäse (Kleine Lanzennase)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Regierung von Oberbayern unter der Nummer 55.2-1-54-2532-147-13 genehmigt. Die drei weiblichen kleinen Lanzennasen (Phyllostomus discolor) stammen aus der Zuchtkolonie der Fakultät für Biologie der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Unter Narkose wird die Haut über dem Schädel aufgeschnitten. Auf den Schädelknochen wird ein Metallröhrchen geklebt, an dem später der Kopf des Tieres in einem Gestell fixiert werden kann. Für Details der Operation wird auf Arbeiten aus den Jahren 2008 und 1986 verwiesen. Offensichtlich werden Löcher in den Schädel gebohrt, um Elektroden im Hirngewebe zu implantieren. Die Tiere erhalten anschließend 4 Tage lang Schmerzmittel verabreicht.

Über 8 Wochen, an drei Tagen pro Woche, bis zu 5 Stunden täglich finden Nervenableitungen statt. Die Fledermäuse werden jedes Mal dafür in Narkose gelegt. Über Kopfhörer werden den Tieren typische Echolokalisationslaute von Kleinen Lanzennasen vorgespielt. Diese bestehen jeweils aus einem Paar: ein Impuls und das von einem Objekt zurückkommende Echo. So wird eine virtuelle räumliche Landschaft simuliert, bei dem die Fledermaus auf zwei Objekte zufliegt. Gleichzeitig werden über die Elektroden Nervenströme gemessen.

Am Ende der Messungen wird bei den Tieren eine Markierungssubstanz ins Gehirn injiziert, mit der später evaluiert werden kann, ob die Elektroden an der richtigen Stelle gesessen haben. Dann werden die Tiere durch Injektion von Pentobarbital in die Bauchhöhle getötet. Das Gehirn wird untersucht.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Bereich: Tierphysiologie, Neurophysiologie

Originaltitel: Echo-acoustic flow shapes objects representation in spatially complex acoustic scenes

Autoren: Wolfgang Greiter*, Uwe Firzlaff

Institute: Lehrstuhl für Zoologie, Technische Universität, Liesel-Beckmann-Str. 4, 85354 Freising

Zeitschrift: Journal of Neurophysiology 2017; 117(6): 2113-2124

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4930



Dokument 155Titel: Pilotstudie zur Beurteilung der Sichtbarmachung und Behandlung der Entzündungsmechanismen nach erneuter Durchblutung der Blutgefäße in einem Schlaganfallmodell bei der Maus
Hintergrund: Wirkung eines entzündungshemmenden Medikaments bei einem künstlich ausgelösten Schlaganfall bei Mäusen.
Tiere: 28 Mäuse
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Regierung von Oberbayern genehmigt (Nr.: 55.2-1-54-2532-159-13). Die männlichen Mäuse der Zuchtlinie C57/BL6 werden von Charles River GmbH, Sulzfeld, bezogen. Unter Narkose wird an einer Halsseite die Haut aufgeschnitten. In die Halsarterie wird ein Nylonfaden eingefädelt und bis ins Gehirn geschoben. Die mittlere Hirnarterie ist so dünn, dass der Faden stecken bleibt, und so das Blutgefäß verstopft. Der Gewebebereich dahinter wird nicht mehr durchblutet. So wird ein Schlaganfall simuliert. Während einer Stunde werden mit einem Magnetresonanztomographen (MRT) Aufnahmen vom Gehirn gemacht, um die Gewebeschäden zu beurteilen. Dazu wird ein Kontrastmittel in die Schwanzvene injiziert. Nach einer Stunde wird der Faden wieder herausgezogen, das Blut kann wieder ungehindert fließen. Gleichzeitig wird bei der Hälfte der Mäuse ein entzündungshemmender Wirkstoff (Tacrolimus) in die Halsarterie injiziert. Kontrolltiere erhalten eine wirkungslose Kochsalzlösung als Placebo.

Die Mäuse erwachen aus der Narkose. 24 Stunden später werden die Tiere unter erneuter Narkose mittels MRT untersucht und anschließend durch Überdosis eines Giftes in die Bauchhöhle getötet.

Bei 18 der 28 Mäuse kommt es zu Komplikationen, so dass letztendlich nur die Daten von je 5 Mäusen aus der Versuchs- und der Kontrollgruppe ausgewertet werden können: 6 Mäuse sterben aufgrund von Komplikationen bei der Einführung des Fadens, 4 Mäuse sterben bei der Wirkstoff/Placebo-Gabe, bei 2 Mäusen treffen die Experimentatoren die Schwanzvene nicht, so dass kein Kontrastmittel injiziert werden kann und 6 Mäuse weisen beim MRI-Scan nicht die gewünschten Hirnschäden auf.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Bereich: Schlagfallforschung

Originaltitel: Pilot study to assess visualization and therapy of inflammatory mechanisms after vessel reopening in a mouse stroke model

Autoren: Ebba Beller (1)*, Laura Reuter (1), Anne Kluge (1), Christine Preibisch (1), Ute Lindauer (3), Alexei Bogdanov (4), Friedrike Lämmer (5), Claire Delbridge (5), Kaspar Matiasek (6), Benedikt J. Schwaiger (1,7), Tobias Boeckh-Behrens (1), Claus Zimmer (1), Alexandr S. Gersing (1,7)

Institute: (1) Diagnostik und Interventionelle Neuroradiology, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, Ismaninger Str. 22, 81675 München, (2) Diagnostik und Interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum Rostock, Rostock, (3) Translationale Neurochirurgie, Medizinische Fakultät, RWTH Aachen, Aachen, (4) Department of Radiology, University of Massachusetts Medical School, Worcester, MA, USA, (5) Abteilung für Neuropathologie, Institut für Pathologie, Technische Universität München, München, (6) Klinische und Vergleichende Neuropathologie, Zentrum für Klinische Tiermedizin, Ludwig-Maximilians-Universität München, München, (7) Klinik für Radiologie, Technische Universität München, München

Zeitschrift: Nature.com/Scientific Reports 2018; 8: 745, doi:10.1038/s41598-017-17533-5

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4929



Dokument 156Titel: Indentifizierung von Hirnregionen, die eine Epilepsieentstehung vorhersagen können, durch eine Serie von [18F]GE180-Positronen-Emissions-Bildgebungen der Nervenentzündungen in einem Rattenmodell der Schläfenlappenepilepsie
Hintergrund: Mit Hilfe eines bildgebenden Verfahrens sollen bevorstehende epileptische Anfälle vorhergesagt werden.
Tiere: 26 Ratten
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Regierung von Oberbayern genehmigt (Genehmigungsnummer: 55.2-1-54-2532-173-11). Die weiblichen Ratten der Zuchtlinie Sprague Dawley werden von Harlan Laboratories, Udine, Italien, bestellt und einzeln gehalten. Den Ratten werden unter Narkose mehrere Elektroden in das Gehirn einoperiert. Dazu werden die Tiere narkotisiert, der Kopf wird in ein stereotaktisches Gestell eingespannt, um an einer bestimmten Stelle ein Loch in den Schädelknochen zu bohren. Danach wird den Tieren eine Erholungszeit von sechs Wochen gewährt.

Dann wird bei 18 Ratten Epilepsie erzeugt, indem über eine der eingepflanzten Elektroden kurze Stromstöße an das Hirngewebe abgegeben werden. Über die anderen eingepflanzten Elektroden wird ein EEG aufgenommen. In den folgenden Wochen werden die Ratten beobachtet, ob sie spontan epileptische Anfälle bekommen und wenn ja, in welcher Stärke. Die Anfälle zeigen sich mit Krämpfen, Aufrichten und Umfallen der Tiere. Hat eine Ratte einen Anfall länger als 4 Stunden, wird ihr das Beruhigungsmittel Diazepam in die Bauchhöhle gespritzt, um den Anfall zu beenden. Für die weiteren Untersuchungen werden 15 Ratten ausgewählt, die genügend starke Anfälle bekommen. Acht Ratten mit eingepflanzten Elektroden, aber bei denen keine Epilepsie ausgelöst wurde, dienen als Kontrolle. Mit diesen 15+8 Ratten wird 2, 4, 8-9 und 10 Wochen nach der ersten Epilepsie-Auslösung eine Positronen-Emissions-Tomographie (PET) gemacht. Dazu werden die Tiere betäubt und es wird eine radioaktive Substanz in die Schwanzvene injiziert, durch die bestimmte Strukturen im Gehirn sichtbar gemacht werden können. Nach der letzten PET-Untersuchung werden die Ratten auf nicht genannte Weise noch in Narkose getötet.

Bereich: Epilepsieforschung, Bildgebende Verfahren

Originaltitel: Identification of brain regions predicting epileptogenesis by serial [18F]GE180 positron emission tomography imaging of neuroinflammation in a rat model of temporal lobe epilepsy

Autoren: Vera Russmann (1), Matthias Brendel (2), Erik Mille (2), Angela Helm-Vicidomini (1), Roswitha Beck (2,3), Lisa Günther (2,3), Simon Lindner (2), Axel Rominger (2), Michael Keck (1), Josephine D. Salvamoser (1), Nathalie L. Albert (2), Peter Bartenstein (2), Heidrun Potschka (1)*

Institute: (1) Institut für Pharmakologie, Toxikologie & Pharmazie, Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), Königinstr. 16, 80539 München, (2) Abteilung für Nuklearmedizin, Ludwig-Maximilians-Universität München, (3) Deutsches Schwindel- und Gleichgewichtszentrum (DSGZ), Ludwigs-Maximilians-Universität München, München

Zeitschrift: NeuroImage: Clinical 2017; 15: 35-44

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4928



Dokument 157Titel: In-vivo-Bildgebung der Aktivierung von Gliazellen nach einseitiger Labyrinthentfernung bei Ratten: Eine [18F]GE180-PET-Studie
Hintergrund: Untersuchung zur Frage, welche Nerven im Gehirn aktiviert werden, wenn das Gleichgewichtsorgan einseitig künstlich geschädigt wird.
Tiere: 32 Ratten
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Regierung von Oberbayern genehmigt (Nr.: 55.2-1-54-2532-93-16). Die männlichen Ratten der Zuchtlinie Sprague Dawley werden von Charles River Ltd., Großbritannien, bestellt. Die Tiere werden einzeln gehalten. Bei 6 Ratten wird zunächst unter Narkose eine PET-Bildgebung (Positronen-Emissions-Tomographie) gemacht. Vier Tiere werden anschließend getötet, um ihre Gehirne feingeweblich zu untersuchen. Die verbleibenden Ratten werden in zwei Gruppen zu je 14 Tieren eingeteilt. Die Tiere der einen Gruppe werden unter Narkose operiert. Der äußere Gehörgang eines Ohres wird aufgeschnitten. Mit einer Nadel wird das Trommelfell durchstochen und ein lokales Betäubungsmittel in die Paukenhöhle (Mittelohr) gespritzt und wieder abgesaugt. Dies wird dreimal wiederholt. Anschließend wird eine Säure in die Paukenhöhle injiziert die bestimmte Zellen des Innenohrs irreversibel schädigt. Die Säure wird ebenfalls dreimal injiziert und abgesaugt. Dadurch wird das Gleichgewichtsorgan geschädigt. Die Ratten der zweiten Gruppen erhalten stattdessen eine wirkungslose Kochsalzlösung. Der äußere Gehörgang wird wieder zugenäht.

In den folgenden Tagen zeigen alle Ratten der ersten Gruppe schwerwiegende Gleichgewichtsstörungen, sie rollen und torkeln, gehen im Kreis und haben Nystagmus (Augenzittern). Die Symptome bessern sich im Laufe des 30-tägigen Beobachtungszeitraums. Am Tag 7, 15 und 30 werden die Ratten jeweils einer PET-Bildgebung unterzogen. Dafür werden sie betäubt und der Kopf wird in einen Halter eingespannt. Über die Schwanzvene wird eine radioaktive Substanz in die Blutbahn gespritzt, um bestimmte Strukturen im Gehirn sichtbar zu machen. Diese Untersuchung findet an der Abteilung für Nuklearmedizin der Ludwigs-Maximilians-Universität München statt. Nach jeder Bildgebung werden jeweils 4 Ratten aus jeder Gruppe getötet. Am 30. Tag werden auch die übrigen Tiere getötet. Die Tötung erfolgt unter Narkose durch Entnahme des Gehirns.

Die Arbeit wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt.

Bereich: Neurologie, Bildgebende Verfahren

Originaltitel: In vivo imaging of glial activation after unilateral labyrinthectomy in the rat: a [18F]GE180-PET study

Autoren: Andreas Zwergal (1,2)*, Lisa Günther (1), Matthias Brendel (3,4), Roswitha Beck (1), Simon Lindner (3), Guoming Xiong (1), Eva Eilles (1), Marcus Unterrainer (3), Nathalie Lisa Albrecht (3), Sandra Becker-Bense (1,2), Thomas Brandt (1,5), Sibylle Ziegler (3), Christian la Fougére (1,6), Marianne Dieterich (1,2,4), Peter Bartenstein (1,3,4)

Institute: (1) Deutsches Schwindel- und Gleichgewichtszentrum (DSGZ), Ludwigs-Maximilians-Universität München, Campus Großhadern, Marchioninistr. 15, 81377 München, (2) Neurologische Klinik, Ludwigs-Maximilians-Universität München, (3) Abteilung für Nuklearmedizin, Ludwigs-Maximilians-Universität München, (4) Munich Cluster of Systems Neurology (SyNergy), Technische Universität München, (5) Klinische Neurowissenschaften, Ludwigs-Maximilians-Universität München, (6) Abteilung für Nuklearmedizin, Eberhard-Karls-Universität Tübingen

Zeitschrift: Frontiers in Neurology 2017; 8: 665, doi:10.3389/fneur.2017.00665

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4927



Dokument 158Titel: Tiefgreifende Charakterisierung der Effekte von Zigarettenrauch auf die Reaktion auf akutes Trauma und eine Blutung bei Mäusen
Hintergrund: Anhand von Mäusen wird herausgefunden, dass sich Zigarettenrauchen negativ bei schweren Traumata auswirkt.
Tiere: 42 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Tübingen genehmigt (Nr. 1190, 24.09.2014). Die männlichen Mäuse der Zuchtlinie C57BL/6J werden von Charles River Laboratories, Wilmington, MA, USA, bestellt. Die Mäuse werden in vier Gruppen aufgeteilt.

Ein Teil der Mäuse wird 3 Wochen an 5 Tagen die Woche Zigarettenrauch ausgesetzt. Dazu wird eine Maus in eine Box gesetzt und der Rauch einer Roth-Händle-Zigarette ohne Filter eingeleitet. Am ersten Tag werden 4 Zigaretten, am zweiten 6 und ab dem 3. Tag je 8 Zigaretten täglich verraucht. Die Verrauchung geschieht durch einen semi-automatischen Rauchgenerator und dauert pro Zigarette 15 Minuten. Nach einer Woche Erholungszeit werden die Mäuse narkotisiert. Eine einzelne explosionsartige Luftwelle wird auf den Brustkorb des Tieres gerichtet, wodurch es zu einer Quetschung der Lunge kommt. Unmittelbar danach wird die Luftröhre eingeschnitten, ein Schlauch wird zur künstlichen Beatmung eingeführt, Katheter werden in Halsvene, -arterie, Hinterbeinarterie und Harnblase eingeführt. Nun wird ein Blutungsschock ausgelöst, indem den Tieren Blut abgesaugt wird, bis ein bestimmter niedriger Blutdruck erreicht ist. Anschließend wird das Blut zusammen mit Medikamenten wieder in die Blutbahn zurückgeleitet. Vier Stunden lang werden unter weiterer Narkose verschiedene Messgrößen wie Blutdruck, Lungenfunktion, Körpertemperatur, Blutgasgehalt usw. bestimmt. Diese Prozedur wird an einer Gruppe von 10 Mäusen durchgeführt. Eine Gruppe erhält Rauch und Blutung, eine Blutung und Lungenquetschung, eine nur Blutung und eine Kontrollgruppe von zwei Mäusen wird gar nicht behandelt. Insgesamt 11 Mäuse sterben während der Versuche aufgrund von Blutungen in den Brustkorb oder den Herzbeutel, unkontrollierbaren Blutungen oder technischen Problemen. Diese Tiere werden nicht in die Auswertung einbezogen. Bei den Mäusen der ersten Gruppe (Rauch + Lungenquetschung + Blutung) sterben 50% innerhalb des Beobachtungszeitraums von 4 Stunden vor allem durch Nierenversagen, bei den Mäusen der zweiten Gruppe (Rauch + Blutung) sterben 40%. Die Tiere der beiden Gruppen, die keinem Rauch ausgesetzt waren, überleben fast alle. Schließlich werden alle überlebenden Mäuse durch Ausbluten getötet.

Die Arbeit wurde unterstützt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und das Hertha-Nathorff-Programm der Universität Ulm.

Bereich: Schockforschung, Intensivmedizin, Tabakforschung, Lungenforschung

Originaltitel: In-depth characterization of the effects of cigarette smoke exposure on the acute trauma response and hemorrhage in mice

Autoren: Clair Hartmann (1,2)*, Michael Gröger (1), Jan-Philipp Noirhomme (1), Angelika Scheuerle (3), Peter Möller (3), Ulrich Wachter (1), Markus Huber-Lang (4), Benedikt Nussbaum (1,2), Birgit Jung (5), Tamara Merz (1), Oscar McCook (1), Sandra Kress (1), Bettina Stahl (1), Enrico Calzia (1,2), Michael Georgieff (2), Peter Rademacher (1), Martin Wepler (1,2)

Institute: (1) Institut für anästhesiologische Pathophysiologie und Verfahrensentwicklung, Helmholtzstr. 8/1, 89081 Ulm, (2) Klinik für Anästhesiologie, Universitätsklinikum, Ulm, (3) Institut für Pathologie, Universitätsklinikum, Ulm, (4) Institut für Klinische und Experimentelle Traumaimmunologie, Universitätsklinikum, Ulm, (6) Abteilung für Lungenforschung, Boehringer Ingelheim GmbH & Co. KG, Biberach an der Riss

Zeitschrift: Shock 2019; 51 (1): 68-77, doi:10.1097/SHK.0000000000001115

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4926



Dokument 159Titel: Stumpfes Brustkorbtrauma bei Mäusen nach Zigarettenrauch-Exposition: Wirkung einer mechanischen Beatmung mit 100% Sauerstoff
Hintergrund: Lungenquetschung und 3-4 Wochen Zigarettenrauchen ruft bei Mäusen mehr Entzündungsanzeichen hervor als Rauchen allein.
Tiere: 36 Mäuse
Jahr: 2015

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Tübingen unter der Nr. 1046 genehmigt. Die Mäuse stammen aus der Versuchstierzucht Charles River, Kisslegg. 16 Mäuse werden 3-4 Wochen an 5 Tagen die Woche Zigarettenrauch ausgesetzt. Dazu wird eine Maus in eine Box gesetzt und der Rauch einer Roth-Händle-Zigarette ohne Filter eingeleitet. Am ersten Tag werden 4 Zigaretten, am zweiten 6 und ab dem 3. Tag je 8 Zigaretten täglich verraucht. Die Verrauchung geschieht durch einen semi-automatischen Rauchgenerator und dauert pro Zigarette 15 Minuten. 16 Mäuse erhalten während der gleichen Zeit Raumluft. 4 Mäuse werden als Kontrolle gar nicht behandelt und erhalten auch kein Brustkorbtrauma.

Nach der Rauch-Exposition können die Mäuse sich eine Woche erholen. Nun werden alle Mäuse (außer den 4 Tieren der Kontrollgruppe) narkotisiert. Eine einzelne explosionsartige Luftwelle wird auf den Brustkorb des Tieres gerichtet, wodurch es zu einer Quetschung der Lunge kommt, ohne dass andere Organe beeinträchtigt werden. Unmittelbar danach wird die Luftröhre eingeschnitten, ein Schlauch wird eingeführt und die Tiere werden 4 Stunden lang künstlich beatmet. 8 Mäuse der Rauch-Gruppe und 8 Mäuse der Raumluft-Gruppe werden mit 100% Sauerstoff beatmet, die anderen Tiere mit normaler Luft. Nach 4 Stunden wird die linke Lunge zur Untersuchung herausgeschnitten. Von einer Tötung der Tiere ist auszugehen, wird aber nicht erwähnt.

Die Arbeit wurde unterstützt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg und Boehringer Ingelheim Ulm Universitätszentrum.

Bereich: Tabakforschung, Lungenforschung

Originaltitel: Blunt chest trauma in mice after cigarette smoke-exposure: effects of mechanical ventilation with 100% O2

Autoren: Katja Wagner (1,2), Michael Gröger (1), Oscar McCook (1), Angelika Scheuerle (3), Pierre Asfar (4), Bettina Stahl (1), Markus Huber-Lang (5), Anita Ignatius (6), Birgit Jung (7), Matthias Duechs (7), Peter Möller (3), Michael Georgleff (2), Enrico Calza (1), Peter Radermacher (1)*, Florian Wagner (1,2)

Institute: (1) Institut für Anästhesiologische Pathophysiologie und Verfahrensentwicklung, Helmholtzstr. 8/1, 89081 Ulm, (2) Klinik für Anästhesiologie, Universitätsklinikum, Ulm, (3) Institut für Pathologie, Universitätsklinikum, Ulm, (4) Laboratoire HIFIH, Département de Réanimation Médicinale et de Médecine Hyperbare, Centre Hospitalier Universitaire, Angers, Frankreich, (5) Klinik für Unfall-, Hand- und Plastische Widerherstellungschirurgie, Universitätsklinikum, Ulm, (6) Institut für Chirurgische Forschung und Biomechanik, Universitätsklinikum, Ulm, (7) Abteilung Respiratory Disease Research, Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, Biberach/Riss

Zeitschrift: PLOS One 2015; 10 (7), doi:10.1371/journal.pone.0132810

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4925



Dokument 160Titel: Verteilung des Porcinen Cytomegalievirus bei infizierten Spenderschweinen und Pavian-Empfängern einer Schweineherztransplantation
Hintergrund: Vorkommen von Schweineviren nach Herztransplantation von Schweinen auf Paviane. Bei zwei Affen, die 29 und 40 Tage überleben, wird das Virus gefunden.
Tiere: 17 Tiere verschiedener Arten (14 Schweine, 3 Paviane)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die „Herstellung“ transgener Schweine wird von der Regierung von Oberbayern unter der Nummer AZ 55.2-1-54-2532-70-12, 20 (20. Nov. 2012) genehmigt und die Xenotransplantationsversuche ebenfalls von der Regierung von Oberbayern unter der Nummer 55.2-1-54-2532-184-2014 (Sept. 2015).

Fünf Schweine, die für die Versuche verwendet werden, sind Kreuzungen der Deutschen Landrasse und Large White. Sie sind dreifach genverändert: durch Geneinschleusung bilden sie zwei menschliche Proteine aus und durch Knockout-Technik fehlt ihnen ein Gen, das für die Ausbildung einer Zelloberflächenstruktur verantwortlich ist, die eine hyperakute Abstoßungsreaktion hervorruft. Sie wurden am 4.5.2016 geboren, vermutlich in einer institutseigenen Zucht. Von 9 nicht genmanipulierten Schweinen werden Blutproben genommen. Sie stammen aus einer speziellen pathogen-freien Zucht der Insel Fehmarn. Die 4-Jahre alten männlichen Paviane stammen aus der Zucht des Deutschen Primatenzentrums.

Von den 3 „Spender“-Schweinen werden Blutproben genommen, um diese auf das Vorhandensein von Porcinem Cytomegalievirus (PCMV) zu untersuchen. Dann wird ihnen unter Narkose das Herz angehalten und entfernt. Bei den Pavianen wird unter Narkose der Brustkorb aufgeschnitten, das Herz wird entfernt und das Schweineherz eingepflanzt. Außerdem wird ein telemetrisches Gerät in den Brustkorb eingesetzt, das kontinuierlich Blutdruck und EKG misst und drahtlos übermittelt. Die Tiere erhalten Schmerzmittel. Anhand eines Schemas wird der Zustand der Affen beurteilt, darunter Symptome wie Selbstverstümmelung, Verweigerung der Futteraufnahme, Erbrechen, Durchfall, schlechte Wundheilung, Blutungen und Flüssigkeitsansammlung im Brustkorb. Wenn eines oder mehrere dieser Symptome auftreten, wird das Tier getötet („humaner Endpunkt“). Dies ist bei allen drei Affen der Fall. Die Tiere werden 4, 29 und 40 Tage nach der Transplantation getötet. Die Tötung erfolgt in tiefer Narkose durch Entnahme des Herzens. Blut und Organe der Affen werden auf PCMV untersucht).

Bei beiden Geschwistern der „Spender“-Schweine werden ebenfalls Blutproben genommen. Sie werden 30 bzw. 44 Tage nach der Operation ihrer Geschwister getötet.

Die Arbeit wurde unterstützt durch den DFG Transregio Sonderforschungsbereich Xenotransplantation TRR 127.

Bereich: Xenotransplantationsforschung

Originaltitel: Distribution of porcine cytomegalovirus in infected donor pigs and in baboon recipients of pig heart transplantation

Autoren: Uwe Fiebig (1), Jan-Michael Abicht (2), Tanja Mayr (2), Matthias Längin (2), Andrea Bähr (3,4), Sonja Guethoff (5,6), Almuth Falkenau (7), Eckhard Wolf (3), Bruno Reichart (5), Tomoyuki Shibahara (8), Joachim Denner (9)*

Institute: (1) Abteilung für HIV und andere Retroviren, Robert-Koch-Institut, Nordufer 20, 13353 Berlin, (2) Klinik für Anästhesiologie, Ludwig-Maximilians-Universität München, 81377 München, (3) Lehrstuhl für Molekulare Tierzucht und Biotechnologie, Genzentrum, Ludwig-Maximilians-Universität München, München, (4) Medizinische Klinik und Poliklinik, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, München, (5) Walter Brendel Zentrum für Experimentelle Medizin, Ludwig-Maximilians-Universität München, München, (6) Herzchirurgische Klinik und Poliklinik, Ludwig-Maximilians-Universität München, München, (7) Institut für Veterinärpathologie am Zentrum für Klinische Tiermedizin, Ludwig-Maximilians-Universität München, München, (8) Pathology and Pathophysiology Research Division, National Institute of Animal Health, Tsukuba, Japan, (9) Robert Koch Fellow, Robert-Koch-Institut, Nordufer 20, 13353 Berlin

Zeitschrift: Viruses 2018; 10 (2): 66, doi:10.3390/v10020066

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4924



Dokument 161Titel: Ins Auge gespritzter DHODH-Hemmer PP-001 unterdrückt wiederkehrende experimentelle Augenentzündung und Zytokinproduktion von humanen Lymphozyten, aber nicht von RPE-Zellen
Hintergrund: Behandlung einer künstlich ausgelösten Augenentzündung.
Tiere: 58 Tiere verschiedener Arten (ca. 40 Ratten, 18 Kaninchen)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Ratten der Zuchtlinie Lewis stammen von Janvier, Le-Genest-St-Isle, Frankreich, und werden „in der eigenen Kolonie“, weitergezüchtet. Wo sich diese befindet, wird nicht erwähnt. Vermutlich finden die Versuche in München statt. Die Versuche an Holländer-Kaninchen stammen von der Western Oregon Rabbit Company und werden von Absorption Systems Inc., San Diego, USA, durchgeführt.

Bei den Ratten wird eine wiederkehrende Entzündung der mittleren Augenhaut (Uveitis) erzeugt. Dazu wird den Tieren ein humanes Peptid, zur Verstärkung der Wirkung vermischt mit Freunds Adjuvans (reizendes Mineralöl) und Tuberkulosebakterien, in beide Hinterbeine injiziert. Die Augen der Tiere werden täglich mit einem Ophthalmoskop untersucht. Es kommt zu einer Entzündung mit Fibrinklumpen auf der Pupille und Blutungen in die vordere Augenkammer. Die Symptome klingen nach einigen Tagen wieder ab. Nach 18 Tagen, wenn die Symptome vollständig abgeklungen sind, wird einem Teil der Ratten unter Narkose der Wirkstoff PP-001 in beide Augen gespritzt. Kontrolltiere erhalten eine wirkungslose Substanz. Es wird täglich beobachtet, ob die Uveitis wiederkehrt. Am 31. Tag nach der ersten Injektion werden die Ratten getötet, um die Augen zu untersuchen.

Den einzeln gehaltenen Kaninchen wird der Wirkstoff PP-001 unter Anästhesie in beide Augen gespritzt. Zu verschiedenen Zeitpunkten, zwischen 1 und 96 Stunden nach der Injektion, werden jeweils 2 Kaninchen mittels einer Barbituratinjektion getötet, die Augen herausgenommen und auf die Verteilung des Wirkstoffs untersucht.

Die Studie wurde gefördert durch Panoptes Pharma GmbH und EYEnovative Förderpreisis 2012.

Bereich: Augenheilkunde

Originaltitel: Intraocular DHODH-inhibitor PP-001 suppresses relapsing experimental uveitis and cytokine production of human lymphocytes, but not RPE cells

Autoren: Maria Diedrichs-Möhring (1), Sandy Niesik (1,2), Claudia S. Priglinger (3), Stephan R. Thurau (1), Franz Obermayr (4), Stefan Sperl (4), Gerhild Wildner (1)*

Institute: (1) Abteilung für Immunobiologie, Augenklinik und Poliklinik, Universitätsklinikum, Ludwig-Maximilians-Universität München, Mathildenstr. 8, 80336 München, (2) Abteilung Virus-assozierte Karzinogenese (F170), Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Heidelberg, (3) Augenklinik und Poliklinik, Universitätsklinikum, Ludwig-Maximilians-Universität München, München, (4) Panoptes Pharma GmbH, Wien, Österreich

Zeitschrift: Journal of Neuroinflammation 2018; 15: 54, doi:10.1186/s12974-018-1088-6

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4923



Dokument 162Titel: Eine neue Analyse der Ruhezustandskonnektivität und der Graphentheorie zeigt bei Ratten ausgeprägte Kurzzeitveränderungen nach Stimulation der Schnurrhaare
Hintergrund: Erprobung einer neuen Analyse zur Messung des Ruhezustandes der Gehirnaktivität mittels Magnetresonanz bei Ratten, deren Schnurrhaare stimuliert werden.
Tiere: 25 Ratten
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche durch das Regierungspräsidium Mittelfranken, Ansbach (621-2531.31-30/00). Die Tiere stammen von Janvier, Frankreich. Es erfolgt die Aufteilung in zwei Gruppen, einer experimentellen Gruppe von 13 Tieren (Gruppe 1) und einer Kontrollgruppe von 12 Tieren (Gruppe 2). Unter Narkose mit Narkosegas werden den Tieren der Gruppe 1 die Schnurrhaare, bis auf diejenigen einer bestimmten Region, abgeschnitten. Danach werden alle Ratten auf einem Plexiglasgestell fixiert, an dem eine Maske mit Zahnbeißstange montiert ist. Dort kann „der Rattenkopf ohne die Notwendigkeit von Ohrschrauben befestigt werden“. Die Maske besitzt seitliche Öffnungen, damit die Schnurrhaare sich frei bewegen können. Anschließend werden die Tiere in ein Bildgebungsgerät (fMRT) gelegt. Für die Zeit der Magnet-Resonanz-Messung wird das Narkosegas reduziert. Dann werden bei den Ratten der experimentellen Gruppe die verbleibenden Schnurrhaare mittels eines Kamms stimuliert. Danach werden die fMRT-Aufnahmen wiederholt. Das weitere Schicksal der Ratten wird nicht erwähnt.

Die Arbeit wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Bereich: Bildgebende Verfahren, Hirnforschung

Originaltitel: A new analysis of resting state connectivity and graph theory reveals distinctive short term modulations due to whisker stimulation in rats

Autoren: Silke Kreitz (1,2), Benito de Celis Alonso (3), Michael Uder (2), Andreas Hess (1)*

Institute: (1) Institut für experimentelle und klinische Pharmakologie und Toxikologie, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Medizinische Fakultät, Krankenhausstr. 12, 91054 Erlangen, (2) Radiologisches Institut, Universitätsklinikum Erlangen, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, (3) Faculty of Mathematical & Physical Sciences, Benemerita Universidad Autonoma de Puebla, Puebla, Mexico

Zeitschrift: Frontiers of Neuroscience 2018; 12 (334), doi:10.3389/fnis.2018.00334

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4922



Dokument 163Titel: Dynamische Fußabtritte von alpha-synucleinopathischen Mäusen, ermittelt durch Laufsteg-Bewegungsanalyse
Hintergrund: Studie zur Analyse der Bewegungsmuster von typischen „Mausmodellen“ für Parkinson auf einem speziellen Laufsteg.
Tiere: 33 Mäuse
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Genehmigt wird der Versuch von der Regierungsbehörde Unterfranken (55.2-2532-2-218). Die Herkunft der Mäuse wird nicht erwähnt. Für die Studie werden zwei für Parkinson typische sogenannte „transgene Mausmodelle“ verwendet sowie „Wildtyp-Mäuse“, Geschwister, bei denen die Genveränderung nicht aufgetreten ist. Bei einem Teil der Mäuse wird mittels Genmanipulation ein bestimmtes Gen deaktiviert. Bei anderen Tieren werden gentechnisch menschliche Gene eingebaut. Beide Gruppen bilden so Symptome aus, die ähnlich denen von Menschen sind, die an Parkinson leiden. 12 Wildtyp-Mäuse sowie 13 und 8 auf unterschiedliche Weise genveränderte Mäuse müssen mehrmals im Dunkeln einzeln über einen speziellen Gehweg laufen. Dieser „Laufsteg“ zeichnet dabei verschiedene Parameter wie die Pfotenposition, den Druck und die Fläche der Pfote auf. Pro Tier dauert eine Sitzung 5 – 10 Minuten. Was mit den Tieren nach der Studie geschieht, wird nicht erwähnt.

Gefördert wird die Studie von der Emerging Fields Initiative der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Bereich: Parkinsonforschung

Originaltitel: Dynamic footprints of alpha- synucleinopathic mice recorded by CatWalk gait analysis

Autoren: Ivanna K. Timotius (1,4), Fabio Canneva (2), Georgia Minakaki (3), Cristian Pasluosta (1,5), Sandra Moceri (2), Nicolas Casadei (4), Olaf Riess (6), Jürgen Winkler (3), Jochen Klucken (3), Stephan von Hörsten (2)*, Bjoern Eskofier (1)

Institute: (1) Informatik, Technische Fakultät, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Martensstr. 5a, 91058 Erlangen, (2) Abteilung für experimentelle Therapie, Universitätsklinikum Erlangen und Präklinisches Experimentelles Zentrum, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Palmsanlage 5, 91054 Erlangen (3) Abteilung für Molekulare Neurologie, Universitätsklinikum Erlangen, Universität Erlangen-Nürnberg, (4) Department of Electronics Engineering, Satya Wacana Christian University, Salatiga, Indonesia, (5) Institut für Mikrosystemtechnik, Universität Freiburg, (6) Institut für Medizinische Genetik und angewandte Genomik, Universitätsklinikum Tübingen

Zeitschrift: Data in Brief 2018; 17: 189-193

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4921



Dokument 164Titel: Therapeutischer Wert von Ginkgo biloba Extract EGb 761® in einem Tiermodell (Meriones unguiculatus) für durch Lärmtrauma ausgelösten Hörverlust und Tinnitus
Hintergrund: Untersuchung, ob die Symptome von künstlich ausgelöstem Hörverlust und Tinnitus bei Gerbils durch Ginkgo verbessert werden.
Tiere: 20 Gerbils (Mongolische Wüstenrennmäuse)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Tiere stammen von Charles River Laboratories, Sulzfeld. Genehmigt wird die Studie durch das Regierungspräsidium Mittelfranken, Ansbach (54-2532.1-02/13). Zunächst werden bei den noch hörgesunden Tieren bestimmte in der Humanmedizin etablierte Hörversuche gemacht, um „Grundwerte“ zu sammeln. Zum einen wird geschaut, ob und wie die Tiere auf plötzliche akustische Reize reagieren. Dafür werden sie einzeln in ein Plastikrohr gesteckt (10 cm lang mit 4,3 cm Durchmesser), welches durch Stahlgitter verschlossen wird. Vor dem Rohr befindet sich ein Lautsprecher, über dem zunächst ein kontinuierliches Rauschen von 50 dB zu hören ist. Zum Auslösen einer Schreckreaktion werden dann 105 dB laute Reintöne unterschiedlicher Frequenzen (1, 2, 4, 8 oder 16 kHz) abgespielt. Jeder Ton wird 15 Mal pro Sitzung wiederholt. Außerdem wird untersucht, ob die Reaktion der Tiere abgeschwächt ist, wenn einige Zeit vor dem lauten Ton das kontinuierliche Rauschen ausgeschaltet wird. Die Röhre mit dem Gerbil liegt auf einem Erschütterungsmessgerät, mit dem das Erschrecken der Tiere gemessen wird.

Die sogenannte Hirnstammaudiometrie wird unter Vollnarkose durchgeführt. Die Ohren der Gerbils werden dabei einzeln nacheinander gemessen. Dafür bekommen die Tiere drei Silberdrahtelektroden um ein Ohr, bzw. am Rücken unter die Haut gesteckt. Das andere Ohr wird durch einen Stöpsel verschlossen. Über einen direkt vor dem Ohr angebrachten Lautsprecher werden Töne von 0 bis 90 dB in 5 dB Schritten abgespielt, die 1 oder 4 Millisekunden andauern liegen. Gleichzeitig werden über die Elektroden Nervenströme gemessen. Es erfolgen jeweils 120 Wiederholungen.

Nun werden die immer noch in Narkose befindlichen Tiere 75 Minuten mit einem 115 dB lauten Ton beschallt (120 dB wird als unerträglich laut und als Schmerzgrenze beim Menschen definiert). Dadurch wird bewusst ein Hörverlust und Tinnitus bei den Mäusen ausgelöst. Als „Erfolgskontrolle“ für den Hörverlust wird erneut eine Hirnstammaudiometrie durchgeführt.

Nach einer Erholungsphase von 1 Woche bekommt eine Gruppe Gerbils täglich über drei Wochen ein Ginkgoextrakt-Agar-Gemisch über eine Magensonde verabreicht, die andere Gruppe wird nur mit Agar (Nährmedium aus Algen) gefüttert. Außerdem werden 4 Mal im wöchentlichen Abstand die beiden Hörtests (Überprüfung der Schreckreaktion und Audiometrie) durchgeführt. Das weitere Schicksal der Gerbils wird nicht erwähnt. Ginkgoextrakt wird testweise bereits zur Behandlung von Hörschäden beim Menschen eingesetzt.

Die Studie wird durch Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG, Karlsruhe, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg gefördert.

Bereich: Hörforschung, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde

Originaltitel: Therapeutic value of ginkgo biloba extract EGb 761® in an animal model (Meriones unguiculatus) for noise trauma induced hearing loss and tinnitus

Autoren: Patrick Krauss, Konstantin Tziridis, Stefanie Bürbank, Achim Schilling, Holger Schulze*

Institute: Experimentelle Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, Waldstr. 1, 91054 Erlangen

Zeitschrift: PLoS ONE 2016; 11(6), doi:10.1371/journal.pone.0157574

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4920



Dokument 165Titel: Die obere Zone der Wachstumsplatte und das mit der Knorpelmatrix assoziierte Protein schützen den Knorpel während einer entzündlichen Arthritis
Hintergrund: Untersuchungen an genmanipulierten Mäusen zur Frage, inwieweit ein bestimmtes Protein eine Rolle bei künstlich ausgelösten Gelenkentzündungen spielt.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Studie wird von der Regierung Mittelfranken in Ansbach genehmigt. Ursprünglich stammen die Mäuse von Elevage Janvier, Frankreich. Im eigenen Institut werden daraus Mäuse gezüchtet, die ein bestimmtes Protein nicht ausbilden können, welches für den Knorpel spezifisch ist. Um eine Gelenkentzündung herbeizuführen, bekommen einige der Mäuse mit dem fehlenden Protein und ein Teil ihrer gesunden Geschwister (laut Vererbungslehre sind nicht alle Tiere eines Wurfes krank) ein Serum in die Bauchhöhle gespritzt, welches über den Blutweg bei den Tieren zur Entzündung in mehreren Gelenken führt. Nach dem Auslösen der Gelenkentzündung erhält ein Teil der Tiere das knorpelspezifische Eiweiß täglich über eine Spritze in die Bauchhöhle. In den folgenden Tagen werden die Mäuse auf klinische Hinweise auf Gelenkentzündung kontrolliert. Diese sind Reduktion oder Verlust des Greifvermögens und Pfotenschwellung (Zehen und Knöchel). 10 oder 14 Tage nach dem künstlichen Krankmachen werden die Mäuse auf eine nicht erwähnte Weise getötet und die Hinterpfoten für weitere Untersuchungen abgeschnitten.

Gefördert wird die Studie von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der STAEDTLER-Stiftung.

Bereich: Entzündungsforschung, Rheumaforschung

Originaltitel: Upper zone of growth plate and cartilage matrix associated protein protects cartilage during inflammatory arthritis

Autoren: Fritz Seuffert, Daniela Weidner, Wolfgang Baum, Georg Schett, Michael Stock*

Institute: Abteilung für Innere Medizin 3, Rheumatologie und Immunologie, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Universitätsklinikum Erlangen, Palmsanlage 5, 91054 Erlangen

Zeitschrift: Arthritis Research & Therapy 2018; 20 (1): 88, doi:10.1186/s13075-018-1583-2

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4919



Dokument 166Titel: Frühe Veränderungen in der operativen Leistung und prominente Huntington-Aggregation in einer F344-Rattenzuchtlinie des klassischen CAG n51trunc- Modells der Huntington-Krankheit
Hintergrund: Studie zur „Verbesserung“ eines „Rattenmodells“ für Chorea Huntington.
Tiere: 32 Ratten (mindestens)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche wurden von den Bezirksregierungen Hannover (LAVES 33-42502-05/931) und Würzburg (RegUFr 55.2-2532-2-223) genehmigt. Die Ratten dieser Studie gehen auf eine Kolonie von Ratten zurück, bei denen durch Genmanipulation mittels Mikroinjektion ein bestimmtes krankhaft verändertes menschliches Gen eingebaut wurde. Tiere, die Träger dieses veränderten Gens sind, zeigen Symptome, die an die Krankheit Chorea Huntington erinnern, die natürlicherweise aber nur beim Menschen vorkommt. (Das Gehirn dieser Patienten weist ein verringertes Volumen und deutliche Proteinablagerungen auf. Die Symptome variieren je nach Krankheitsstadium von Beeinträchtigungen in Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis, verminderte Selbstkontrolle mit impulsivem, zwanghaften Verhalten, später Demenzsymptome, Depression, Motivationsverlust und Bewegungsstörungen wie Koordinationsprobleme. Die Krankheit ist bis heute nicht heilbar und führt im Alter von 15 – 20 Jahre zum Tod.)

Über mehrere Generationen werden Ratten mit bestimmten genetischen Veränderungen miteinander verpaart. Da laut Vererbungslehre nicht der gesamte Nachwuchs die gewünschten Genabweichungen besitzt, werden bei allen Nachkommen die Schwanzspitzen abgeschnitten, um mit dem damit gewonnenen Material Genuntersuchungen durchzuführen.

Für die eigentliche Studie werden zwei Gruppen gebildet. In der ersten Gruppe sind 11 gentechnisch veränderte und 9 gesunde Ratten, in der zweiten Gruppe je 6 gentechnisch veränderte und gesunde Ratten. Zur Untersuchung von Bewegungsstörungen und Veränderungen der Psyche werden mit den Tieren verschiedene Tests durchgeführt:

Im Alter von 3, 6, 9 und 15 Monaten wird Koordination und Gleichgewicht der Tiere geprüft. Dafür werden die Ratten auf eine rotierende Stange gesetzt, die sich zuerst langsam und dann immer schneller dreht. Gemessen wird die Drehgeschwindigkeit, bei der das einzelne Tier von der Stange fällt.

Zur Untersuchung von spontaner Bewegung und angstähnlichem Verhalten in einer neuartigen Umgebung werden die Ratten in die Mitte einer schwarzen quadratischen Box von 50 x 50 cm gesetzt und die Aktivität der Tiere ausgewertet. Ein Aufenthalt vor allem an den Wänden gilt als ängstliches Verhalten.

Die Tiere werden 9 x im Abstand von einem Monat in einen 27 x 9 x 10 cm großen Gitterkorb gesetzt, der auf einem Erschütterungsmessgerät steht. Über zwei Lautsprecher gibt es eine Beschallung mit einem konstanten sogenannten weißen Rauschen von 68 dB (vergleichbar mit der Lautstärke eines Staubsaugers) und verschieden lauten kurzen Tönen von bis zu 120 dB (vergleichbar mit der Lautstärke eines Rockkonzertes, beim Menschen als Schmerzgrenze festgelegt). Das Messgerät unter dem Käfig misst die Erschütterung durch das Zusammenzucken der Ratte durch die lauten Töne.

Auch jeweils monatlich kommen die Tiere für je 72 Stunden einzeln in einen Stoffwechselkäfig. Dieser ermöglicht die Kontrolle von Aktivität, Futter- und Wasseraufnahme, Sauerstoffverbrauch, Kohlendioxidproduktion und Energieaufwand.

Für die Ermittlung des Lernverhaltens müssen die Tiere zunächst in einer Testphase an den Versuchsaufbau gewöhnt werden. Während dieser Testphasen haben die Ratten zwar freien Zugang zu Wasser, das Futter wird aber auf etwa 85 % reduziert. In einem Käfig gibt es eine Futterkrippe, die mit einer hochhebbaren Plexiglasplatte versehen ist. Auf beiden Seiten dieser Krippe gibt es Hebel. Drückt die Ratte einen Hebel, fällt ein Futterbrocken in die Krippe und über das Anheben der Plexiglasplatte gelangt das Tier an das Futter. Nur Ratten, die nach einer 30-minütigen Testsitzung über das Drücken des Hebels Pellets sicher sammeln können, werden weiter untersucht. Im Alter von 3, 6 und 12 Monaten kommen diese Tiere wieder in den Käfig. Pro Sitzung erfolgen insgesamt 100 Versuche mit drei Sitzungen im Abstand von 3 Stunden pro Nacht. Diesmal wird über das Anleuchten eines der beiden Hebels gezeigt, welcher Hebel gedrückt werden soll. Gezählt werden u.a. die Anzahl der erfolgreichen Versuche und die Zeit, die benötigt wird. Außerdem gibt es noch eine Variation, bei der die Tiere erst beim zweiten Drücken des Hebels belohnt werden.

Am Ende der Studie werden die Ratten über eine Injektion in die Bauchhöhle narkotisiert und mit ins Herz gespritzter eiskalter Salzlösung getötet. Danach werden die Gehirne für weitere Untersuchungen entnommen.

Die Studie wird gefördert durch die HighQFoundation, im Rahmen vom EU Joint Programme – Neurodegenerative Erkrankungen, dem „CrossSeeds“ Projekt und der Norwegischen Forschungsgemeinschaft.

Bereich: Neuropathologie, Chorea Huntington Forschung, Gentechnik

Originaltitel: Early alterations in operant performance and prominent Huntington aggregation in a congenic F344 rat line of the classical CAGn51trunc model of Huntington disease

Autoren: Anne-Christine Plank (1), Fabio Canneva (1), Kerstin A. Raber (1), Yvonne K. Urbach (1), Julia Dobner (1), Maja Puchades (2), Jan G. Bjaalie (2), Clarissa Gillmann (3), Tobias Bäuerle (3), Olaf Riess (4), Hoa H. P. Nguyen (4), Stephan von Hörsten (1)*

Institute: (1) Experimentelle Therapie, Präklinisches experimentelles Zentrum, Franz-Penzoldt-Zentrum, Universitätsklinikum Erlangen, Palmsanlage 5, 91054 Erlangen, (2) Neural Systems Laboratory, Institute of Basic Medical Sciences, University of Oslo, Oslo, Norwegen, (3) Preclinical Imaging Platform Erlangen (PIPE), Radiologisches Institut, Universitätsklinikum Erlangen, Erlangen, (4) Institut für Medizinische Genetik und Angewandte Genomik, Universitätsklinikum Tübingen, Tübingen

Zeitschrift: Frontiers in Neuroscience 2018; 12 (11), doi:10.3389/fnins.2018.00011

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4918



Dokument 167Titel: Wundheilung in Hornhäuten von Kaninchen nach der lappenlosen Entfernung der lichtbrechenden Linse mit einem 345 nm ultravioletten Femtosekundenlaser
Hintergrund: Untersuchung bezüglich der Wundheilung an der Hornhaut von Kaninchen nach mikrochirurgischer Entfernung der Linse mittels eines Femtosekundenlasers.
Tiere: 20 Kaninchen (Weiße Neuseelandkaninchen)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Kaninchen stammen von Charles River Laboratories, Sulzfeld. Genehmigt wurden die Versuche vom Regierungspräsidium Mittelfranken, Ansbach (54-2532.1-16/11). Die Tiere werden in der zentralen Tierversuchseinrichtung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen, dem Franz-Pentzold-Zentrum, gehalten. Vermutlich finden dort auch die Versuche statt. Für die Studie werden die Tiere mittels Injektion in Narkose gelegt. Zusätzlich wird in jeweils ein Auge, das anschließend operiert wird, ein lokales Betäubungsmittel gegeben. Mit einem besonderen Laser werden dann an zwei Punkten der Augenhornhaut ca. 2-3 mm große Einschnitte gemacht, um darüber die Augenlinse zu entfernen. Nach der Operation bekommen die Kaninchen alle zwei Tage ein Antibiotikum und ein Gel zur Befeuchtung in das betroffene Auge und werden in Einzelkäfigen gehalten. Nach 2 Tagen, einer Woche, zwei Wochen, vier Wochen und drei Monaten werden jeweils 4 Tiere „human getötet“, indem sie ein Narkosemittel in Überdosierung bekommen. Anschließend werden die Augen für mikroskopische und histologische Untersuchungen herausgenommen.

Die Studie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Bereich: Augenheilkunde, Wundheilung, Mikrochirurgie

Originaltitel: Wound healing in rabbit corneas after flapless refractive lenticule extraction with a 345?nm ultraviolet femtosecond laser

Autoren: Christian M. Hammer (1,2)*, Corinna Petsch (1), Jörg Klenke (3), Katrin Skerl (3, 4), Christian Wüllner (3), Christof Donitzky (3), Friedrich Paulsen (2), Michael Scholz (2), Theo Seiler (5), Friedrich E. Kruse (1), Johannes Menzel-Severing (1)

Institute: (1) Lehrstuhl für Augenheilkunde, Medizinische Fakultät, Universität Erlangen-Nürnberg, Krankenhausstr. 12, 91054 Erlangen, (2) Lehrstuhl für Anatomie II, Institut für Anatomie, Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, (3) Wavelight GmbH, Erlangen, (4) The Division of Imaging and Technology, University of Auvergne, Clermont-Ferrand, France, (5) The Institute for Refractive and Ophthalmic Surgery, Zürich, Schweiz

Zeitschrift: The Journal of Cataract & Refractive Surgery 2017; 43 (10): 1335-1342

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4917



Dokument 168Titel: Effekt der Kationen-Anionen-Balance im Futter auf den pH-Wert im Urin von Kaninchen im Vergleich zu anderen Tierarten
Hintergrund: Untersuchung über den Einfluss der Fütterung von Säurebildnern (Ammoniumchlorid) auf den pH-Wert und verschiedene andere Parameter in Kot, Urin und Blut von Zwergkaninchen.
Tiere: 13 Kaninchen (Zwergkaninchen)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Herkunft der Tiere ist unbekannt. Die Einteilung der Kaninchen erfolgt in 2 Gruppen zu 6 bzw. 7 Tieren. Im Rahmen der Studie werden jeweils 8 Tage 6 verschiedene Diäten gefüttert. Zwei der Diäten basieren dabei auf Heu, 4 auf Stroh. Hinzu kommt Trockenfutter, das sich – je nach Diät – in seinem Kohlenhydratanteil unterscheidet. Außerdem bekommt eine der Gruppe zusätzlich einen Ammoniumchlorid als Säurebildner gefüttert, die zweite Gruppe dient als Kontrollgruppe, wobei beim Wechsel der Diät auch ein Wechsel der Gruppe erfolgt. Zwischen den Fütterungsperioden der einzelnen Diäten bekommen alle Tiere über 7 Tage eine der auf Heu basierenden Diät als „Auswaschphase“. Das Futter wird zweimal täglich um 8 Uhr und 16 Uhr angeboten. Wasser steht zur freien Verfügung. Jeweils während der letzten 3 Tage einer Diät werden die Kaninchen in Einzelkäfigen von 0,75 x 0,85 x 0,75 m gehalten, in denen eine individuelle, quantitative Sammlung von Kot und Urin möglich ist (Die Kaninchen werden vermutlich auf Gitter gehalten, da dadurch die Sammlung der Exkremente am einfachsten durchführbar ist). Außerdem werden Blutproben aus einer Vene jeweils direkt vor der Fütterung und 2 Stunden danach genommen. In den gesammelten Proben werden verschiedene Parameter bestimmt, u.a. der pH-Wert.

Bereich: Tierernährung

Originaltitel: Effect of cation–anion balance in feed on urine pH in rabbits in comparison with other species

Autoren: F. Heer, B. Dobenecker, E. Kienzle*

Institute: Tierärztliche Fakultät, Ludwig-Maximilians-Universität, Veterinärstr. 13, 80539 München

Zeitschrift: Animal Physiology and Animal Nutrition 2017; 101 (6): 1324–1330

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4916



Dokument 169Titel: Arzneimittelinduzierte Auflösung von Blutgerinnsel als neuer Behandlungsansatz des akuten Hörverlusts in einem Tiermodell für Gefäßbeeinträchtigung im Innenohr
Hintergrund: Die Gabe eines Mittels zur Auflösung von Blutgerinnseln führt bei Meerschweinchen künstlich erzeugtem Hörverlust zur Aufhebung der Symptome. Dadurch kommen die Forscher zu dem Schluss, dass das eingesetzte Medikament eine Behandlungsmöglichkeit für den beim Menschen vorkommenden akuten Hörverlust darstellen kann.
Tiere: 15 Meerschweinchen
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche an den Meerschweinchen der Rasse Dunkin Hartley, die von Harlan Laboratories GmbH, An Venray (Niederlande) und Charles River Laboratories, Sulzfeld, stammen, werden durch das LAVES in Oldenburg genehmigt (33.9-42502-04-12/1011). Als Auswahlkriterium für die Tiere gelten freie Gehörgänge, intakte Trommelfelle und ein positiver Preyer-Reflex (positiv bedeutet hier, dass die betroffenen Tiere bei plötzlichen lauten Geräuschen die Ohren nach hinten nehmen). Über eine Injektion in die Bauchhöhle werden die Meerschweinchen in Narkose gelegt. Zur Messung des Blutdrucks wird eine Sonde in die rechte Oberschenkelarterie geführt. In die linke Halsvene wird ein Katheter geschoben, über den Blutprobenentnahmen, Medikamentengaben und Flüssigkeitszufuhr erfolgen. Hinter einem der Ohren wird in einem bestimmten Bereich ein 5 x 5 mm großes Loch in den Schädelknochen der Tiere geschnitten, um Zugang zu einem Bereich des Innenohrs zu bekommen, der viele Gefäße besitzt. Durch Injektion eines fluoreszierenden Stoffs in eine Vene kann durch Verwendung eines Fluoreszenz-Mikroskops die Fließgeschwindigkeit des Blutes und der Gefäßdurchmesser im Innenohr dargestellt werden.

Am anderen Ohr erfolgt zur Bestimmung der Hörschwelle eine Hirnstammaudiometrie. Dies ist eine typische HNO-ärztliche Untersuchungsmethode zur Aufdeckung von Hörstörungen. Hierfür werden den Meerschweinchen drei Nadelmesselektroden rund ums Ohr unter die Haut bzw. in die Halsmuskulatur gestochen. Es werden Pieptöne abgespielt und gleichzeitig die Nervenströme gemessen. Die Töne sind erst laut (80dB), dann immer leiser werdend, um die Laustärke zu ermitteln, bei der die Nerven nicht mehr reagieren.

Zur künstlichen Herstellung eines akuten Hörverlustes bekommen die Tiere menschliches Fibrinogen (bestimmter Gerinnungsfaktor) in die Vene gespritzt, das zu Blutgerinnseln führt. Ob es zu einem Hörverlust gekommen ist und wie sich die Durchblutung im Innenohr verhält, wird mit der o.g. Audiometrie, dem Fluoreszenz-Mikroskop und der Bestimmung von Fibrinogen im Blut alle 30 Minuten kontrolliert. 30 Minuten nach der Injektion von Fibrinogen bekommen je 5 Tiere ein Mittel, dass Blutgerinnsel auflöst, Cortison oder ein Placebo. Danach wird in den nächsten 2 Stunden halbstündlich anhand der Messungen geschaut, bei welchen Tieren sich das Hörvermögen wieder einstellt. Was mit den Tieren nach dem Versuch geschieht, wird nicht erwähnt.

Bereich: Hörforschung, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde

Originaltitel: Drug-induced defibrinogenation as new treatment approach of acute hearing loss in an animal model for inner ear vascular impairment

Autoren: Bernhard G. Weiss, Mattis Bertlich, Stephan A. Bettag, Hendrik Desinger, Friedrich Ihler, Martin Canis*

Institute: Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Universitätsmedizin Göttingen, Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen

Zeitschrift: Otology & Neurotology 2017; 38: 648-654

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4915



Dokument 170Titel: Präklinischer Test eines onkolytischen Parvovirus beim Ewing-Sarkom: Protoparvovirus H-1 induziert Apoptose und lytische Infektion in vitro, kann jedoch das Überleben in vivo nicht verbessern
Hintergrund: An Mäusen, denen menschliche Knochentumore (Ewing Sarkom) implantiert werden, soll die therapeutische Wirksamkeit einer Virus-Behandlung untersucht werden. Es gibt bereits Patientenstudien und Untersuchungen mit Zellkulturen, die eine Wirksamkeit der Viren zeigen. In zwei Mausstudien sterben die behandelten Tiere ähnlich schnell wie die nicht behandelten Kontroll-Tiere. Trotz der gescheiterten Studie kündigen die Autoren weitere Tierversuche mit Tumorzellen von Patienten und Mäusen mit funktionierendem Immunsystem an.
Tiere: 75 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom „Land Baden-Württemberg“, vermutlich dem Regierungspräsidium Karlsruhe, genehmigt. Woher die Tiere stammen, wird nicht erwähnt. Es handelt sich um Nacktmäuse, die aufgrund einer genetischen Veränderung eingepflanzte fremde Zellen nicht abstoßen.

Den Mäusen werden menschliche Zellen eines Ewing-Sarkoms unter die Haut gespritzt. Das Ewing-Sarkom ist ein bösartiger Tumor, der meist Knochen befällt und sehr schmerzhaft ist. Nach sieben Tagen ist bei allen Tiere ein Tumor angewachsen. 15 Mäusen wird eine Lösung mit dem H-1P Virus in den Tumor gespritzt, 15 weitere Mäuse werden analog mit einer Kontrolllösung behandelt. H-1PV ist ein Nagetier-Parvovirus, menschliche Krebszellen in der Kulturschale zerstört. Klinische Studien mit Krebspatienten laufen bereits in den USA. Nach der Behandlung werden die Mäuse alle zwei bis drei Tage untersucht und die Größe der Tumore bestimmt. Innerhalb von 36 Tagen nach der Tumorimplantation sterben alle Tiere, bis auf eine Maus, die vier Monate lang „in guter Verfassung“ (Zitat) und Tumor-frei überlebt. Wie sich der Zustand der Maus im weiteren Verlauf entwickelt und was mit ihr geschieht, wird nicht erwähnt. Da in den durchgeführten Versuchen der gewünschte Effekt Behandlung ausbleibt, wird eine zweite Versuchsreihe durchgeführt.

Zwei Gruppen werden wie oben behandelt (Injektion mit Kontrolllösung und einmalige Injektion des Virus), und es wird noch eine dritte Gruppe hinzugefügt, bei der den Tieren jeden Tag das Virus in den Tumor gespritzt wird. Diesmal erliegen dem Krebsleiden innerhalb von 36 Tagen (Kontrollgruppe) oder 50 Tagen alle Mäuse bis auf zwei. Das weitere Schicksal dieser beiden Mäuse wird nicht erwähnt.

Die Arbeit wurde vom Deutschen Krebsforschungszentrum finanziert.

Bereich: Krebsforschung

Originaltitel: Preclinical Testing of an Oncolytic Parvovirus in Ewing Sarcoma: Protoparvovirus H-1 Induces Apoptosis and Lytic Infection In Vitro but Fails to Improve Survival In Vivo

Autoren: Jeannine Lacroix (1,2)*, Zoltan Kis (1,3), Rafael Josupeit (1), Franziska Schlund (1), Alexandra Stroh-Dege (1), Monika Frank-Sto?hr (4), Barbara Leuchs (1), Jo?rg R. Schlehofer (1), Jean Rommelaere (1), Christiane Dinsart (1)

Institute: (1) Tumorvirologie, Infektion, Entzündung und Krebs, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Im Neuenheimer Feld 242, Heidelberg 69120, (2) Kinder- und Jugendmedizin, Städtisches Klinikum Karlsruhe, Moltkestraße 90, 76133 Karlsruhe, (3) Faculty of Engineering, Department of Chemical Engineering, Imperial College London, London, UK, (4) Virale Transformations-mechanismen, Infektion, Entzündung und Krebs, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Heidelberg

Zeitschrift: Viruses 2018: 10(6). Doi: 10.3390/v10060302

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4914



Dokument 171Titel: Lokalisation und saisonales Expressionsmuster lassen eine Rolle von Cryptochrom 4 bei der Magnetorezeption von Rotkehlchen vermuten
Hintergrund: Es wird ein molekularer Mechanismus erforscht, der dem Magnetsinn von Zugvögeln zugrunde liegt, den diese zur räumlichen Orientierung und Ortsbestimmung nutzen. Hierbei wird die dreidimensionale Struktur von Proteinen in der Netzhaut untersucht, die eine zentrale Rolle bei diesen Prozessen spielen sollen.
Tiere: 65 Tiere verschiedener Arten (min. 40 Rotkehlchen, 25 Bankivahühner)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) genehmigt. Die Rotkehlchen werden auf dem Campus der Universität Oldenburg mit sogenannten Japannetzen gefangen, einige während und einige außerhalb der Vogelzugphasen. Japannetze sind speziell für den wissenschaftlichen Vogel- und Fledermausfang konstruierte Netze, die aus sehr feinem Netzwerk bestehen, welches von den Vögeln kaum wahrgenommen wird. Japannetze werden fest aufgestellt so dass sich alle Vögel darin verfangen, die zufällig hineinfliegen. Wer den Wildfang genehmigt, wird nicht erwähnt. Einige der Rotkehlchen werden draußen in Volieren gehalten, andere in Innenräumen ohne Fenster mit Kunstlicht in Einzel-Käfigen (100 x 50 x 40 cm). Die Hühner stammen aus der hauseigenen Zucht der Universität Oldenburg und werden in Innenräumen ohne Fenster mit Kunstlicht gehalten. Die Tiere werden ohne Betäubung geköpft, die Augen entfernt und die Netzhaut herauspräpariert.

Die Arbeiten wurden finanziert vom US Air Force Office of Scientific Research (Referenznummer: FA9550–14–1–0095), von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG, Referenznummern FOR701 und MO1408/1-2 und GRK 1885), von der dänischen Lundbeck Foundation und von der Volkswagenstiftung (Lichtenberg Professur für H. Mouritsen).

Bereich: Verhaltensforschung, Molekularbiologie

Originaltitel: Double-cone localization and seasonal expression pattern suggest a role in magnetoreception for european robin cryptochrome 4

Autoren: Anja Günther (1,6), Angelika Einwich (1,6), Emil Sjulstok (2), Regina Feederle (3), Petra Bolte (1), Karl-Wilhelm Koch (4,5), Ilia A. Solov’yov (2), Henrik Mouritsen (1,5,7)*

Institute: (1) Institut für Biologie und Umweltwissenschaften, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Carl-von-Ossietzky-Str. 9-11, 26129 Oldenburg, (2) Department of Physics, Chemistry and Pharmacy, University of Southern Denmark, Odense, Dänemark, (3) Helmholtz Zentrum München, Department für Umweltwissenschaften, Institut für Diabetes und Adipositas, Monoclonal Antibody Core Facility, Neuherberg, (4) Department für Neurowissenschaften, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Oldenburg, (5) Forschungszentrum Neurosensorik, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Oldenburg

Zeitschrift: Current Biology 2018: 28(2); 211-223

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4913



Dokument 172Titel: Lokalisation des putativen magnetorezeptiven Proteins Cryptochrom 1b in der Retina von Zugvögeln und Brieftauben
Hintergrund: In der vorliegenden Arbeit werden Proteine in der Augennetzhaut molekularbiologisch untersucht, die für den Magnetsinn von Zugvögeln mitverantwortlich sein sollen. Über den Magnetsinn orientieren sich Vögel und einige andere Tiere am Erdmagnetfeld, das sie zur Ortsbestimmung nutzen.
Tiere: 16 Tiere verschiedener Arten (3 Steinschmätzer, 10 Rotkehlchen, 3 Brieftauben)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) genehmigt (Referenznummern 33.9-42502-04-13/1263, 33.9-42502-04-11/0423, 33.12-42502-04-10/0121 und 33.9-42502-04-12/0766.). Die Rotkehlchen werden auf dem Campus der Universität Oldenburg mit sogenannten Japannetzen gefangen. Dabei handelt es sich um speziell für den wissenschaftlichen Vogel- und Fledermausfang konstruierte Netze, die aus sehr feinem Netzwerk bestehen, welches von den Vögeln kaum wahrgenommen wird. Japannetze werden fest aufgestellt so dass sich alle Vögel darin verfangen, die zufällig hineinfliegen. Der Wildfang wird vom niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN) genehmigt (Referenznummer GB IV, D4). Die Steinschmätzer stammen vom Institut für Vogelforschung in Wilhelmshaven, wo sie in Volieren gezüchtet werden. Die Brieftauben stammen von lokalen Züchtern, von welchen, wird nicht erwähnt.

Die Rotkehlchen und die Steinschmätzer werden in Räumen ohne Fenster mit Kunstlicht einzeln in Käfigen gehalten (100 x 50 x 40 cm), die Brieftauben in Außenvolieren (4 x 3 x 2 m). Ein Wasserbad wird nur einmal die Woche bereitgestellt. Die Vögel werden in den meisten Fällen ohne vorherige Betäubung durch Enthauptung getötet. In manchen Fällen werden sie durch eine Spritze in den Muskel betäubt, und es wird eine Lösung (Paraformaldehyd) über das Herz in den Körper eingeleitet, die der späteren Mikroskopie von verschiedenen Organen und Geweben dient. Durch die Lösung sterben die Tiere. Die Autoren geben an, dass die Tötung der Tiere nicht für die Augenentnahme, sondern zu anderen Zwecken erfolgte. Um bestimmte Proteine zu untersuchen, die in Zusammenhang mit dem Magnetsinn der Zugvögel gebracht werden, werden die Augen entfernt und die Netzhaut herauspräpariert.

Die Arbeiten wurden finanziert vom niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, von der Defense Advanced Research Projects Agency (eine Behörde des US-Verteidigungsministeriums, Referenznummer QuBE_N66001-10-1-4061), von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG, Referenznummern HE6221/1-1 und MO1408/1-2 und GRK 1885) und von der Volkswagenstiftung (Lichtenberg Professur für H. Mouritsen).

Bereich: Verhaltensforschung, Molekularbiologie

Originaltitel: Localisation of the putative magnetoreceptive protein cryptochrome 1b in the retinae of migratory birds and homing pigeons

Autoren: Petra Bolte (1,2)*, Florian Bleibaum (1,2), Angelika Einwich (1,2), Anja Günther (1,2), Miriam Liedvogel (3), Dominik Heyers (1,2), Anne Depping (1,2), Lars Wöhlbrand (4), Ralf Rabus (4), Ulrike Janssen-Bienhold (5), Henrik Mouritsen (1,2)

Institute: (1) Institut für Biologie und Umweltwissenschaften, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Carl-von-Ossietzky-Str. 9-11, 26129 Oldenburg, (2) Forschungszentrum Neurosensorik, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Oldenburg, (3) Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie, Plön, (4) Institut für Chemie und Biologie des Meeres, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Oldenburg, (5) Abteilung für Neurobiologie, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Oldenburg

Zeitschrift: PLoS One 2016: 11(3). Doi: 10.1371/journal.pone.0147819

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4912



Dokument 173Titel: Schwache breitbandige elektromagnetische Felder stören den Magnetsinn von Rotkehlchen mehr als starke schmalbandige Felder
Hintergrund: Es sollen neue Erkenntnisse zum Magnetsinn von Rotkehlchen gewonnen werden, indem die Vögel in einer elektromagnetisch abgeschirmten Umgebung verschiedenen Magnetfeldern ausgesetzt werden, die ihren Orientierungssinn stören sollen.
Tiere: 91 Sonstige Vögel (Rotkehlchen)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) genehmigt (Referenznummern 33.12-42502-4-07/1422 und 33.12-42502-04-13/1065). Die Rotkehlchen werden auf dem Campus der Universität Oldenburg gefangen. Wer den Wildfang genehmigt hat, wird nicht erwähnt. Die Vögel werden einzeln in Käfigen in einem Raum ohne Fenster mit künstlicher Beleuchtung gehalten. Die Versuche werden in einem speziell angefertigten Labor in elektromagnetisch abgeschirmten Kammern durchgeführt.

Um den Magnetsinn der Tiere näher zu untersuchen, werden die Vögel im Frühjahr und im Herbst, kurz vor dem natürlichen Zugbeginn, in die Kammern gesperrt und verschiedene elektromagnetische Felder angelegt. Der Experimentator darf sich aus Sicherheitsgründen während der Versuche nicht in dem Labor aufhalten. Eine Stunde vor Sonnenuntergang werden die Vögel in Käfigen nach draußen gebracht, weil die Forscher davon ausgehen, dass der Magnetsinn der Tiere lichtabhängig ist. Danach beginnen die Versuche, für die die Vögel einzeln in sogenannten Emlen-Trichtern platziert werden, die zur Untersuchung der Zugrichtung und der Aktivität von Vögeln verwendet werden (Durchmesser 35 cm, Höhe 15 cm). Die trichterförmigen Aluminium-Käfige sind mit einem speziellen Papier ausgelegt, auf dem die angestrebte Bewegungsrichtung des Vogels durch die Häufigkeit der Kratzer festgestellt wird, die er durch seine vergeblichen Flugversuche auf dem Papier hinterlässt.

Jeder Vogel wird in der Nacht zweimal einem künstlich angelegten Magnetfeld ausgesetzt, das teilweise die Orientierung der Tiere durch Störung des Magnetsinns beeinträchtigen soll. Je nach Art und Stärke des Magnetfelds werden die Tiere mehr oder weniger orientierungslos. Der maximalen Intensität des Magnetfelds sind die Tiere 40 min. lang ausgesetzt. Der zeitliche Abstand zwischen den beiden Testphasen beträgt 1,5 Stunden. Die Versuchsreihen werden im Frühjahr und im Herbst der Jahre 2012 und 2013 und zusätzlich im Frühjahr 2014 durchgeführt. Ursprünglich waren nicht so viele Versuchsreihen geplant, da die Versuche aber nicht die erwarteten Ergebnisse lieferten, wurden sie zweimal wiederholt, wobei z.T. das Magnetfeld um das ca. zehnfache erhöht wurde, um die gewünschten Effekte zu erzielen. Was nach den Versuchen mit den Vögeln passiert, wird nicht erwähnt.

Die Arbeiten wurden finanziert von der Defense Advanced Research Projects Agency (Referenznummer QuBE_N66001-10-1-4061), einer Organisation für Forschungsprojekte der Verteidigung und eine Behörde des US-Verteidigungsministeriums. Weiterhin wurden die Versuche finanziell unterstützt von der EU (Referenznummer: FP7/2007-2013/ERC, Antragsnummer: 340451), vom US Air Force Office of Scientific Research (Referenznummer: FA9550–14–1–0095), vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF, Referenznummer: 01 GQ 0962), von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG, Referenznummer: MO1408/1-2 und GRK 1885) und von der Volkswagenstiftung (Lichtenberg Professur für H. Mouritsen).

Bereich: Verhaltensforschung

Originaltitel: Weak broadband electromagnetic fields are more disruptive to magnetic compass orientation in a night-migratory songbird (Erithacus rubecula) than strong narrow band fields

Autoren: Susanne Schwarze (1,2), Nils-Lasse Schneider (1,2), Thomas Reichl (1,2), David Dreyer (1,2), Nele Lefeldt (1,2), Svenja Engels (1,2), Neville Baker (3), P. J. Hore (3), Henrik Mouritsen (1,2)*

Institute: (1) Institut für Biologie und Umweltwissenschaften, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Carl-von-Ossietzky-Str. 9-11, 26129 Oldenburg, (2) Forschungszentrum Neurosensorik, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Oldenburg, (3) Department of Chemistry, University of Oxford, Physical and Theoretical Chemistry Laboratory, Oxford, UK

Zeitschrift: Frontiers in Behavioral Neuroscience 2016: 10:55. Doi: 10.3389/fnbeh.2016.00055

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4911



Dokument 174Titel: Neuronale Dynamik variabler Greifbewegung im fronto-parietalen Gehrinbereich bei Makaken
Hintergrund: Messung von Nervenströmen bei Rhesusaffen, die bestimmte Greifbewegungen mit einer Hand machen.
Tiere: 2 Affen (Rhesusaffen)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche wurden von der Abteilung für Tierschutz des Amtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit des Landes Niedersachsen (Genehmigung Nr. 032/09 und 14/1442) genehmigt.

Ein männlicher und ein weiblicher Rhesusaffe werden auf einem Primatenstuhl fixiert und trainiert mit der linken oder rechten Hand einen Griff zu fassen. Der Handgriff wird vor den Affen auf Brusthöhe in einer Entfernung von 26 cm gestellt und kann entweder mit einem Kraftgriff (Widerstand von Fingern und Handfläche) oder einem Präzisionsgriff (Widerstand von Zeigefinger und Daumen) gegriffen werden. Die Tiere werden Mittels zweifarbiger LED-ähnlicher Lichtpunkten angewiesen, welchen Grifftyp sie machen sollen. Abgesehen von diesen Lichtquellen ist der Experimentierraum völlig dunkel. Der für die Versuche nicht benötigte Arm wird bei dem einen Affen in eine lange Röhre gesteckt, um zu verhindern, dass er ihn bewegt. Der andere Affe wird trainiert, den Arm auf einem Handrastknopf still zu halten.

Die Augenbewegungen werden mit einem optischen Infrarot-Eye-Tracker verfolgt. Eine Infrarotkamera wird verwendet, um das Verhalten während des gesamten Experiments kontinuierlich zu überwachen, wobei sichergestellt wird, dass die Affen ihre Hände oder Arme nicht vorzeitig bewegen. Verschiedene Lichtsignale signalisieren den Tieren, wann und wie sie zu greifen haben. Als Trainingsmethode wird Flüssigkeitsentzug angewendet, d.h, die Affen werden außerhalb der Versuche durstig gehalten und bekommen für eine richtig erledigte Aufgabe etwas Flüssigkeit in den Mund. Greift ein Affe zu früh, zu spät oder falsch, gibt es nichts zu trinken.

Bei einer Operation unter Narkose wird den Tieren ein Titan-Zylinder auf den Kopf implantiert, um später den Kopf zu fixieren. Nach der Erholung von dieser Prozedur und dem nachfolgenden Training der Aufgaben im kopffixierten Zustand werden jedem Affen Mikroelektrodenarrays implantiert. Dies ist eine Platte mit mehreren Elektroden, die durch ein Bohrloch im Schädelknochen in das Gehirn eingelassen werden. Die Affen dürfen sich 2 Wochen erholen bevor die Versuche mit den Aufnahmen beginnen. Dabei werden über die Elektroden Hirnströme gemessen, während die Tiere mit dem Arm Greifbewegungen machen. Es wird nicht erwähnt, was mit den Tieren nach den Versuchen geschieht.

Die Arbeit wurde von der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.

Bereich: Hirnforschung

Originaltitel: Neural dynamics of variable grasp movement preparation in the macaque fronto-parietal network

Autoren: Jonathan A. Michaels (1,2,3), Benjamin Dann (1), Rijk W. Intveld (1), Hansjörg Scherberger (1,4)*

Institute: (1)* Deutsches Primatenzentrum GmbH, Kellnerweg 4, 37077 Göttingen, (2) Electrical Engineering Department, Stanford University, Stanford, CA, USA, (3) Howard Hughes Medical Institute, Stanford University, Stanford, CA, USA, (4) Fakultät für Biologie und Psychologie, Georg-August-Universität Göttingen, Wilhelm-Weber-Straße 2, 37073 Göttingen

Zeitschrift: Journal of Neuroscience 2018: 2557-17. doi: 10.1523/JNEUROSCI.2557-17.2018

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4910



Dokument 175Titel: Induzierte kortikale Reaktionen erfordern eine sensorische Entwicklungserfahrung
Hintergrund: Vergleich der Nervenaktivitäten im Hirnstamm bei künstlich ertaubten und taub geborenen Katzen.
Tiere: 15 Katzen
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Experimente werden von den „lokalen Behörden“ genehmigt. Wer das ist, wird nicht erwähnt. Vermutlich finden die Versuche an der Medizinischen Hochschule Hannover statt. 10 Katzen sind gesund und 5 weiße Katzen sind von Geburt an taub. Die tauben Tiere werden aus einer speziellen Zucht entnommen (CDC - congenitally deaf cat). Die Herkunft sowohl der gesunden als auch der tauben Katzen wird nicht genannt. Alle Tiere werden kurz nach ihrer Geburt und vor den Experimenten auf ihr Hörvermögen hin untersucht. Die gesunden Katzen werden dann künstlich ertaubt, indem das Antibiotikum Neomycin in die Hörschnecke im Innenohr gespritzt wird, was zu einer Zerstörung der feinen Haarzellen und damit zur Taubheit führt.

Alle Tiere werden zunächst unter Anästhesie operiert und danach wird nur eine leichte Anästhesie aufrechterhalten, um die Versuche zur Aufzeichnung der Hirnströme durchzuführen. Der Kopf wird in eine stereotaktische Halterung eingespannt. Die Bulla (Schädelknochenbereich hinter dem Ohr) wird aufgebohrt, um an das Innenohr zu gelangen. Den Tieren wird ein Cochlea-Implantat implantiert, eine Hörprothese für Gehörlose, deren Hörnerv als Teilorgan der auditiven Wahrnehmung noch funktionsfähig ist. Durch ein Bohrloch im hinteren Bereich des Schädels wird eine Silberkugelelektrode im Bereich des Hirnstamms in den Schädel einoperiert und eine zweite Elektrode in die Nackenmuskulatur eingeführt. Es werden Klicks und bis zu 120 dB laute Töne abgespielt und die Reaktion der Nerven im Hirnstamm gemessen, zuerst ohne, dann mit Cochlea-Implantat. Was mit den Katzen nach der Aufzeichnung und nach der Narkose passiert, wird nicht erwähnt. Vermutlich werden sie während der Anästhesie getötet.

Die Arbeit wurde von der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), der MedEl Comp (Cochlea-Implantat-Industrie) und dem DAAD (Indonesian German Scholarship Programme) finanziert.

Bereich: Hörforschung

Originaltitel: Induced cortical responses require developmental sensory experience

Autoren: Prasandhya Astagiri Yusuf (1), Peter Hubka (1), Jochen Tillein (1,2), Andrej Kral (1,3)*

Institute: (1) Verbundinstitut für Audio- und Neurotechnologie, Stadtfelddamm 34, 30625 Hannover, (2) Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde (HNO-Klinik), Goethe-Universität Frankfurt, Frankfurt am Main, (3) School of Behavioral and Brain Sciences, The University of Texas at Dallas, USA

Zeitschrift: Brain 2017: 140(12); 3153-3165

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4909



Dokument 176Titel: Erhöhter oxidativer Stress verstärkt die a-Synuclein-Aggregation in vivo
Hintergrund: Bei Parkinson beim Menschen gibt es eine charakteristische Ansammlung eines Proteins im Gehirn. Dies wird versucht, bei Mäusen nachzuempfinden, indem das menschliche Protein durch Genmanipulation bei den Tieren überexprimiert wird. Dies funktioniert besser, wenn den Tieren ein weiteres Gen entfernt wird. Hierbei will man die Wirkung eines bestimmten Enzyms zur Behandlung von Parkinson besser verstehen.
Tiere: 300 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Arbeit ist vom Regierungspräsidium Tübingen genehmigt worden. Es wird eine spezielle transgene Mäuselinie, der ein Gen fehlt, bei Jackson Laboratory in den USA gekauft und eine andere Mäuselinie, bei der ein menschliches, mutiertes Gen überexprimiert wird, stammt von Dr. Philipp Kahle. Mit den Tieren wird eine neue doppelt transgene Mäuselinien gezüchtet. Die Nachkommen der transgenen Mäuse die homozygot (reinerbig) sind, sterben innerhalb der ersten Lebenswoche. Die überlebenden, heterozygoten (mischerbigen) Tiere werden im Alter von 16 Monaten getötet und das Gehirn wird entnommen. 9 Tiere werden vorher getötet, da sie einen „schwerwiegenden“ Defekt hatten. Alle Tiere entwickeln spätestens im Alter von 12 Monaten sichtbare Bewegungsstörungen. Wie die Tiere getötet werden, wird nicht erwähnt.

Bereich: Parkinsonforschung

Originaltitel: Increased oxidative stress exacerbates a-synuclein aggregation in vivo

Autoren: Owen Scudamore*, Thomas Ciossek

Institute: CNS Disease Research, Boehringer Ingelheim GmbH & Co. KG, Birkendorferstr. 65, 88400 Biberach an der Riss

Zeitschrift: Journal of Neuropathology and Experimental Neurolology 2018: 77(6); 443-453

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4908



Dokument 177Titel: Immobilisierung für die Abtragung von Herzstrukturen durch Karbonstrahlen im Schweinemodell
Hintergrund: Studie zur Findung einer optimalen Fixierung von Schweinen, um aufgrund der Atmung bewegliche Organe exakter bestrahlen zu können.
Tiere: 17 Schweine
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Genehmigung der Studie erfolgt durch das Regierungspräsidium Karlsruhe (G-7/14). Die Schweine ungenannter Herkunft sind 3 Monate alt. Thema der Versuchsreihe ist die Tiere so fixieren, dass kleine Bereiche des Herzens exakt bestrahlt werden können. Die Anpassung der Fixierungsvorrichtung für die Schweine geschieht dabei sehr wahrscheinlich unter Narkose, das wird aber nicht erwähnt. Die Positionierung des jeweiligen Tieres erfolgt in Rückenlage auf einer Kunststoffplatte, die Hüfte auf einem Vakuumkissen gelagert. Sowohl die Hinter- wie auch die Vordergliedmaßen werden – zur besseren „Standardisierung“ der Methode – unter Zug nach hinten bzw. vorne gestreckt und mit Gazebinden fixiert. Über den Brustkorb wird dann eine – für jedes Tier individuell geformte – thermoplastische Maske gelegt und seitlich vom Tier fixiert. Laserlinien, die auf das Tier projiziert werden, sollen die exakt symmetrische Lagerung erleichtern. Nachdem die Lagerung „optimal“ ist, werden die Kreuzungspunkte der Laserlinien mit der Thermoplastischen Maske auf die Haut des Tieres tätowiert. Damit kann man das Schwein bei späteren Lagerungen einfacher wieder in dieselbe Position bringen. Ob die Position richtig ist, wird mittels CT- und Röntgenbildern kontrolliert. Die Beatmung der Tiere erfolgt computergesteuert mit 14 Atemzügen pro Minute, vermutlich mittels eines Tubus in der Luftröhre (wird nicht erwähnt). Die Kontrollbilder und die Karbonionen-Bestrahlung finden in der Endphase der Ausatmung statt. Dafür wird die Atmung – ebenfalls computergesteuert – 30 Sekunden (für CT-Aufnahmen) bzw. 90 Sekunden (für die Bestrahlung) angehalten. Die eigentliche Bestrahlung findet 2 – 3 Wochen nach der Anpassung der Fixierungsvorrichtung statt. Lagerung und Beatmung werden - wie bereits beschrieben - durchgeführt. Die Dosis der Bestrahlung beträgt 55 Gy, bestrahlt werden kleine Bereiche des Herzens, die z. B. aufgrund von Narbengewebe zu Herzrhythmusstörungen führen. Ob die benutzten Tiere solches Narbengewebe besitzen und wenn ja, wie dieses entstanden ist, wird nicht erwähnt. Auch findet sich keine Aussage über das Verbleiben der Tiere.

Förderer dieses Versuches ist die Helmholtz Gemeinschaft.

Bereich: Strahlenmedizin

Originaltitel: Immobilization for carbon ion beam ablation of cardiac structures in a porcine model

Autoren: Matthias Prall (1), Anna Eichhorn (1), Daniel Richter (1, 6), H. Immo Lehmann (2,3), Anna Constantinescu (1), Robert Kaderka (1), Patrick Lugenbiel (4), Dierk Thomas (4,5), Christoph Bert (6), Douglas L. Packer (2), Marco Durante (1, 7), Christian Graeff (1)*

Institute: (1) GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung, Abteilung für Biophysik, Planckstr. 1, 64291 Darmstadt, (2) Mayo Clinic / St. Marys Hospital, Translational Interventional EP Labor, Rochester, USA, (3) University of Pittsburgh Medical Center, Pittsburgh, USA, (4) Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung für Kardiologie, Heidelberg, (5) DZHK (Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung), Partnerstelle Heidelberg / Mannheim, Universität Heidelberg, Heidelberg, (6) Universitätsklinikum Erlangen und Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Klinik für Radioonkologie, Erlangen, (7) Trento Institute for Fundamental Physics and Applications - National Institute for Nuclear Physics, University of Trento, Trento, Italien

Zeitschrift: Physica Medica 2017: 43; 134 - 139

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4907



Dokument 178Titel: TGF-ß steuert den Transport des epithelialen Natriumkanals ENaC, der Auswirkungen auf den Ionen- und Flüssigkeitstransport bei akuter Lungenverletzung hat
Hintergrund: Untersuchungen, ob ein bestimmter Stoff (TGF-ß), der bei Menschen mit akutem Lungenödem isoliert werden kann, auch bei Kaninchen zu Lungenödem führt.
Tiere: Kaninchen (Anzahl unbekannt)(Weiße Neuseelandkaninchen)
Jahr: 2014

Versuchsbeschreibung: Die Studie wird vom Regierungspräsidium Darmstadt genehmigt (B2/330). Die Herkunft der Tiere ist unbekannt. Für die Studie werden die Tiere in Narkose gelegt und über einen Schlauch in der Luftröhre künstlich beatmet. Während der Narkose erfolgt die Messung des Blutdrucks mittels in die linke Halsschlagader und rechte Ohrvene gestochener Sensoren. Nach 30 Minuten bekommen die Kaninchen über den Schlauch 0,5 ml Flüssigkeit verschiedener Zusammensetzung in die Lunge gespritzt. Dabei bekommen einige der Tiere einen Stoff, der beim Mensch zu Lungenödemen (Flüssigkeitsansammlungen im Lungengewebe) führt. Weitere 30 Minuten später werden diesmal 1 ml Flüssigkeiten in die Lunge gegeben. 60 Minuten später wird die Lunge mit 50 ml einer bestimmten Flüssigkeit gespült und das Lungenvolumen gemessen. Was mit den Tieren nach dem Versuch passiert, wird nicht erwähnt. Eine zusätzliche Untersuchung erfolgt an isolierten Kaninchenlungen, d.h. Lungen von Tieren, die extra dafür getötet wurden. Zudem werden Untersuchungen an menschlichem Lungengewebe gemacht, das bei Operationen oder bei verstorbenen Patienten angefallen ist.

Die Studie wird gefördert durch die Von-Behring-Röntgen Stiftung, das Uniklinikum Gießen und Marburg, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz Programme), dem Deutschen Zentrum für Lungenforschung, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem ECCPS (Excellence Cluster Cardio-Pulmonary System).

Bereich: Lungenforschung, Pathophysiologie

Originaltitel: TGF-ß directs trafficking of the epithelial sodium channel ENaC which has implications for ion and fluid transport in acute lung injury

Autoren: Dorothea M. Peters (1), István Vadász (1), Lukasz Wujak (1,2), Malgorzata Wygrecka (3), Andrea Olschewski (4,5), Christian Becker (1), Susanne Herold (1), Rita Papp (4), Konstantin Mayer (1), Sebastian Rummel (1), Ralph P. Brandes (6), Andreas Günther (1), Siegfried Waldegger (7), Oliver Eickelberg (8), Werner Seeger (1,2), Rory E. Morty (1,2)*

Institute: (1) Zentrum für Innere Medizin, Justus-Liebig-Universität, Universities of Giessen and Marburg Lung Center (UGMLC), Deutsches Zentrum für Lungenforschung, Aulweg 130, 35392 Gießen, (2) Entwicklung und Umbau der Lunge (Abt. IV), Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung, Parkstr. 1, 61231 Bad Nauheim, (3) Zentrum für Biochemie, Justus-Liebig-Universität, Universities of Giessen and Marburg Lung Center (UGMLC), Deutsches Zentrum für Lungenforschung, (4) Ludwig Boltzmann Institute for Lung Vascular Research, Medical University of Graz, Austria, (5) Department of Anaesthesiology, Ludwig Boltzmann Institute for Lung Vascular Research, Medical University of Graz, Austria, (6) Zentrum der Kardiovaskulären Physiologie, Goethe Universität Frankfurt, Frankfurt, (7) Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Philipps Universität Marburg, Marburg, (8) Institut für Lungenbiologie und Erkrankung, Helmholtz Zentrum München, Deutsches Zentrum für Lungenforschung, München

Zeitschrift: PNAS 2014: 111 (3); E374 – E374

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4906



Dokument 179Titel: Mehrkanal-Cochlea-Implantat für selektive neuronale Aktivierung und Dauereinsatz in der freilaufenden mongolischen Wüstenrennmaus
Hintergrund: Die hier beschriebene Methode wurde bereits bei anderen Tierarten wie Frettchen, Katzen und Primaten „erfolgreich“ getestet. Da es sich dabei durchweg um größere Tiere handelt, sollte mit der vorliegenden Studie jetzt herausgefunden werden, ob Mehrkanal-Cochlea-Implantate auch an einem kleineren „Tiermodell“ wie der mongolischen Wüstenrennmaus eingesetzt werden können.
Tiere: 29 Gerbils
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Für die Studie werden die Wüstenrennmäuse in zwei Gruppen geteilt. 13 Tiere gehören zu der „Akutgruppe“ und 16 zu der „Chronischen Gruppe“. Das Hörvermögen der Rennmäuse wird durch einen auch bei Neugeborenen durchgeführten Hörtest getestet, bei dem die Antworten des Hirnstammes auf akustische Reize gemessen werden. Unter Narkose (in die Bauchhöhle gespritzt) wird dann für die Studie die Schädeldecke der Rennmäuse in der Mitte aufgeschnitten. Dieser Schnitt wird auf der linken Kopfseite bis hinter das Ohr verlängert. Drei Knochenschrauben und Zahnzement fixieren mittig auf dem Kopf eine Metallbox. Hinter dem linken Ohr wird mit Zahnzement und –acryl die Verbindung für das Cochlea-Implantat befestigt. Jetzt werden die Mäuse der ersten Gruppe auf der linken Seite und die Mäuse der zweiten Gruppe auf beiden Seiten künstlich taub gemacht. Dafür erfolgen an bestimmten Stellen im Schläfenbereich Haut- und Knochenausschnitte, um sich Zugang zum Innenohr zu verschaffen. Dort werden für das Hörvermögen wichtige Strukturen zerstört und ebenfalls notwendige Flüssigkeit abgesaugt. Außerdem wird zur lokalen Verätzung eine giftige Substanz auf die die Gehörschnecke auskleidende Haut aufgebracht. Ob das künstliche Taubmachen erfolgreich war, wird direkt während der OP und bei den Mäusen der 2. Gruppe auch mehrfach innerhalb der nächsten 5 Wochen anhand des bereits erwähnten Hörtests gemessen. Eine Elektrodenplatte samt Führungsdraht wird vom Hinterkopf der Tiere unter der Nackenmuskulatur zum operativen Zugang des Innenohrs geführt. Im Innenohr wird die Elektrodenplatte festgeklebt. Anschließend wird das Loch zum Innenohr mit dem vorher entfernten Knochenstück rund um den aus dem Loch herausragenden Draht wieder verschlossen und der Draht oberhalb dieses Stückes am Knochen mittels eines Kunststoffnetzes fixiert. Ein zweiter als Referenzelektrode dienender Draht wird unterhalb der Nackenmuskulatur befestigt. Die Drähte werden zu einem Stecker geführt, die mit Zahnzement auf dem Schädel fixiert wird. Abschließend werden Muskulatur und Haut im OP-Feld wieder zugenäht.

Die eigentlichen Hörmessungen der Tiere aus der Akutgruppe werden in einer schall- und elektronisch isolierten Box durchgeführt. Die wachen Tiere bekommen je eine Elektrode im Nacken, auf dem Rücken und an der Schnauze unter die Haut gesetzt. Die Elektroden werden mit dem Stecker auf dem Kopf verbunden und dieser mit einem von der Käfigdecke hängenden Kabel. Zur Messung der Aktivität des Gehirns auf Reize werden der oben erwähnte Hörtest mit akustischen Signalen verwendet. Hinzu kommt ein Hörtest mit elektrischen Signalen über die unter die Haut gesetzten Elektroden. Direkt im Anschluss werden die Tiere der Akutgruppe erneut in Narkose gelegt. Der Schädel wird im Bereich der rechten Schläfe aufgeschnitten und das Gehirn freigelegt. Dort werden Mikroelektroden an unterschiedlichen Stellen ins Gehirn geführt, damit Vergleichsmessungen der Reaktion von rechter Hirnhälfte (noch hörend) und linker Hirnhälfte (taub mit Implantat) auf akustische/elektronische Reize erfolgen können. Nach den der Operation folgenden Messungen werden die Tiere mit einer Überdosis Narkose getötet und das Gehirn samt Cochleaimplantat für weitere Untersuchungen entfernt.

Die Hörmessungen der Mäuse aus der chronischen Gruppe erfolgen in Plastikboxen, in die jeweils zwei Tiere - über eine Plexiglasplatte getrennt voneinander - gesetzt werden. Der auf dem Kopf befestigte Stecker wird mit einem Kabel verbunden, so dass sich die Gerbils in der Plastikbox frei bewegen können, während die Messungen vorgenommen werden. Die Tiere werden akustischen Reizen ausgesetzt, die 2dB über der Hörschwelle der Tiere liegen. Über 5 Tage die Woche an insgesamt 20 Tagen erfolgt die Beschallung, die aus insgesamt 300 Reizen pro Tag besteht. Was mit den Rennmäusen der zweiten Gruppe geschieht, wird nicht erwähnt. Vermutlich werden auch sie für weitere anatomische Untersuchungen getötet. Die Studie wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert.

Bereich: Hörforschung

Originaltitel: Multichannel cochlear implant for selective neuronal activation and chronic use in the free-moving Mongolian gerbil

Autoren: Armin Wiegner (1)*, Charles G. Wright (2), Maike Vollmer (1)*

Institute: (1) Comprehensive Hearing Center, Universitätsklinikum Würzburg, Josef-Schneider-Str. 11, 97080 Würzburg, (2) Department of Otolaryngology – Head and Neck Surgery, Southwestern Medical Center, Dallas, USA

Zeitschrift: Journal of Neuroscience Methods 2016: 273; 40 - 54

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4905



Dokument 180Titel: Thermische Stimulation der Netzhaut reduziert die Dicke der Bruch'schen Membran in Mausmodellen der altersbedingten Makuladegeneration
Hintergrund: Erprobung eines neuen Therapieverfahrens mit Wärme erzeugendem Laser zur Behandlung der altersbedingten Makuladegeneration.
Tiere: 50 Mäuse
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche wurden vom Umwelt- und Landwirtschaftsministerium Schleswig-Holstein unter der Nummer V 242-7224.121-12 (61-5/14) genehmigt.

Es werden zwei unterschiedliche Typen gentechnisch veränderter (Knockout)-Mäuse von den Jackson Laboratories (Bar Harbor, Maine, USA) bezogen. Durch die Genveränderung leiden die Tiere an Veränderungen an der Augennetzhaut und Einschränkungen des Sehvermögens, die denen der altersbedingten Makuladegeneration des Menschen entsprechen sollen. Normale („Wildtyp“)-Mäuse, die als Kontrolle dienen, stammen von der lokalen Tierversuchseinrichtung.

An 20 Mäusen in vier Gruppen mit je fünf Mäusen unterschiedlichen Alters wird eine neue Therapiemethode zur Behandlung der altersbedingten Makuladegeneration getestet. Die Mäuse werden bei allen Untersuchungen und der Laserbehandlung durch in den Bauchraum eingespritzte Medikamente in Narkose versetzt. Vor der Therapie mit einem kurzzeitig Wärme erzeugenden Laserstrahl, werden die Pupillen medikamentös weit gestellt, die Augen mit einem Gel befeuchtet. Bei den 20 Mäusen wird an einem Auge zunächst die Laserleistung so hoch gestellt, bis erste Zellschädigungen zu sehen sind, um dann mit niedrigerer Behandlungsenergie ca. 90 Laserherde auf der Netzhaut zu verteilen. Das andere Auge bleibt unbehandelt. Es erfolgen ausgedehnte Untersuchungen der Augen unmittelbar nach der Behandlung und nach einem Monat. Die 30 nicht behandelten Tiere der Kontrollgruppen werden auf die gleiche Art untersucht. Danach werden allen Tieren in Narkose die Augen zu feingeweblichen Untersuchungen entnommen. Die Mäuse werden noch in Narkose durch Genickbruch getötet.

Die Arbeit wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziell unterstützt.

Bereich: Augenheilkunde

Originaltitel: Thermal Stimulation of the Retina Reduces Bruch's Membrane Thickness in Age Related Macular Degeneration Mouse Models

Autoren: Jan Tode (1)*, Elisabeth Richert (1), Stefan Koinzer (1), Alexa Klettner (1), Claus von der Burchard (1), Ralf Brinkmann (2), Ralph Lucius (3), Johann Roider (1)

Institute: (1) Christian-Albrechts-Universität Kiel, Universitätsklinikum, Klinik für Ophtalmologie, Arnold-Heller Straße 3, 2415 Kiel, (2) Universität zu Lübeck, Institut für Biomedizinische Optik und Medizinisches Laserzentrum Lübeck GmbH, Lübeck, (3) Christian-Albrechts-Universität Kiel, Anatomisches Institut, Kiel

Zeitschrift: TVST 2018: 7 (3); Article 2

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4904



Dokument 181Titel: Abstoßungsreaktion nach allogener Nierentransplantation, Lymphozytheninfiltration und erneute Bildung von spenderspezifischen Antikörpern in einem neuen Modell für Nichteinhaltung der immunsuppressiven Therapie
Hintergrund: Die Zahl von Abstoßungsreaktionen nach Nierentransplantation beim Menschen ist hoch. Es wird vermutet, dass hierfür in vielen Fällen die unzuverlässige Einnahme der Immunsuppressiva durch die Patienten verantwortlich gemacht werden kann. Mit diesem Versuch soll ein Zusammenhang zwischen unregelmäßiger Gabe eines Immunsuppressivums und gehäufter Abstoßung gezeigt werden.
Tiere: 62 Ratten (mindestens)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der zuständigen Behörde (Regierung der Oberpfalz) genehmigt (TVA-Nr. 54-2532.1-08). Die Lewis- und Norwegian Brown Ratten stammen aus der Versuchstierzucht Charles River, Sulzfeld.

Allen Tieren wird in Narkose die linke Niere entfernt. Den Empfängertieren wird die linke Niere des Spendertieres eingepflanzt und danach wird ihre rechte Niere entfernt. Den 31 Spendertieren werden Gewebe entnommen für spätere immunologische Untersuchungen. Über ihr weiteres Schicksal wird nicht berichtet. Die Empfängertiere werden in 4 Gruppen aufgeteilt. Gruppe 1 (Kontrollgruppe) mit 8 Ratten, die kein Medikament zur Verhinderung von Abstoßungsreaktionen der implantierten Niere (Immunsuppressivum) erhalten, da Spender und Empfänger genetisch identisch sind. Die Tiere werden nach sechs Tagen getötet und ihre Gewebe werden untersucht. Gruppe 2 mit 11 Ratten, die täglich über eine Schlundsonde ein Immunsuppressivum erhalten und nach 6 Tagen getötet werden. Gruppe 3 mit 6 Ratten, die täglich über eine Schlundsonde ein Immunsuppressivum erhalten und nach 28 Tagen getötet werden. Gruppe 4 umfasst 6 Ratten, die nur in unregelmäßigen Abständen das Immunsuppressivum erhalten, was der unzuverlässigen Einnahme beim Menschen entsprechen soll. Sie werden nach 28 Tagen getötet.

Insgesamt 19 der 31 Tiere erleiden im Verlauf des Versuchs eine Abstoßungsreaktion mit Nierenversagen. Allen Ratten werden nach Tötung unterschiedliche Gewebe entnommen und immunologisch untersucht und bewertet. Über die Tötungsart der Tiere gibt es keine Angabe.

Die Arbeit wurde finanziell unterstützt von der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung

Bereich: Transplantationsmedizin, Immunologie

Originaltitel: Renal allograft rejection, lymphocyte infiltration, and de novo donor-specific antibodies in a novel model of non-adherence to immunosuppressive therapy

Autoren: Louisa Kühne (1)*, Bettina Jung (1), Helen Poth (1), Antonia Schuster (1), Simone Wurm (1), Petra Rümmele (2), Bernhard Banas (1), Tobias Bergler (1)

Institute: (1) Abteilung für Nephrologie, Universitätsklinikum Regensburg, Franz-Josef-Strauß Allee 11, 93053 Regensburg, (2) Pathologisches Institut, Universitätsklinikum Erlangen, Erlangen

Zeitschrift: BMC Immunology 2017: 18 (1); 1-14

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4903



Dokument 182Titel: Antitumorwirkungen von Regorafenib und Sorafenib in präklinischen Modellen des hepatozellulären Karzinoms
Hintergrund: Die Studie vergleicht zwei Arzneimittel gegen Leberzellkrebs, der experimentell in Mäusen erzeugt wird. Sorafenib wird am Menschen bereits seit 2006 mit geringem Erfolg bei der Therapie des Leberzellkrebses eingesetzt. Seit 2017 gibt es klinische Studien über eine Folgebehandlung mit Regorafenib, die eine Lebenszeitverlängerung von durchschnittlich 3 Monaten verspricht, allerdings bei gravierenden Nebenwirkungen wie Schwäche (Fatigue), Durchfall, Bluthochdruck und sehr häufig Hautausschlägen.
Tiere: 90 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche, die in Deutschland stattfinden, werden von den jeweils zuständigen Behörden, dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (Az. 600/A02) und dem Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin (Az. A0292/12) genehmigt. Ein Teil der Versuche wird in Schanghai, China, durchgeführt. Die genmanipulierten Nacktmäuse stammen aus der Versuchstierzucht Charles River, Sulzfeld. Die Herkunft der in China verwendeten Tiere wird nicht genannt.

Die Studie vereint drei unterschiedliche Versuche.

Teil 1 vergleicht zwei unterschiedliche Medikamente gegen Leberzellkrebs hinsichtlich der Dauer des Überlebens. 48 Mäusen werden im Rahmen einer nicht näher beschriebenen Operation künstlich gezüchtete Leberkrebszellen in die Leber eingepflanzt, wo sie zu wuchern beginnen. Nach 4-5 Tagen erhalten je 8 Tiere täglich über eine Schlundsonde eines der zu vergleichenden Krebsmittel, 16 Tiere erhalten täglich über eine Schlundsonde eine wirkstofffreie Trägerlösung, 16 Tiere bleiben unbehandelt.

Die Mäuse werden regelmäßig gewogen und hinsichtlich ihres Allgemeinzustandes beobachtet. Sie leiden tumorbedingt unter Bewegungseinschränkung, Atemnot und Wasseransammlung im Bauchraum. Wenn zu dieser Symptomatik eine erniedrigte Körpertemperatur hinzukommt, werden sie aussortiert und auf nicht genannte Weise getötet und obduziert. Die durchschnittliche Überlebenszeit der Mäuse beträgt je nach Therapieverfahren 21 bis 38 Tage. Tiere, die operationsbedingt versterben, werden für die Studie nicht ausgewertet, wodurch sich u.a. die Zahl der verwendeten Tiere erhöht.

Teil 2 der Studie wird in China durchgeführt. Mindestens 30 gentechnisch veränderten Nacktmäusen wird menschliches Leberzellkrebs-Gewebe unter die Haut der rechten Flanke operativ eingepflanzt. Dadurch kann das Wachstum des Tumors besser gemessen werden. Je 10 Tiere erhalten täglich über eine Schlundsonde eines der beiden Medikamente, 10 Tieren wird täglich ein Antikörper in den Bauchraum eingespritzt. Die Mäuse werden auf nicht genannte Weise getötet, wenn der Tumor die Größe von 2000 qmm erreicht hat.

Teil 3 der Studie dient der Erhebung von Daten zur Verteilung der beiden Arzneimittel im Organismus von Mäusen. 12 weibliche, 6-8 Wochen alte Nacktmäuse werden in 4 Gruppen eingeteilt und erhalten je nach Gruppe 5 Tage täglich über eine Schlundsonde eines der beiden Arzneimittel in 2 unterschiedlichen Dosierungen. Die Tiere werden auf nicht genannte Weise getötet und feingeweblich untersucht.

Die Arbeit wurde von Bayer AG finanziell unterstützt. Die meisten Studienteilnehmer sind bei Bayer beschäftigt.

Bereich: Krebsforschung

Originaltitel: Antitumor Effects of Regorafenib and Sorafenib in Preclinical Models of Hepatocellular Carcinoma

Autoren: Maria Kissel (1), Sandra Berndt (2), Lukas Fiebig (1), Simon Kling (3), Qunsheng Ji (4), Qingyang Gu (4), Tina Lang (5), Frank-Thorsten Hafner (1), Michael Teufel (6), Dieter Zopf (2)*

Institute: (1) Bayer AG, Arzneimittelforschung, Wuppertal, (2) Bayer AG, Arzneimittelforschung, Berlin, Müllerstr. 178, 13353 Berlin, (3) NMI Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut der Universität Tübingen, Reutlingen, (4) Research Service Division, Oncology and Immunology Unit, WuXi AppTec Ltd., Schanghai, China, (5) Bayer Pharma AG, Statistik der Forschung und Klinischen Wissenschaften, Berlin, (6) Bayer Health Care Pharmaceuticals, Whippany, NJ, USA

Zeitschrift: Oncotarget: 2017: 8 (63); 107096-107108

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4902



Dokument 183Titel: Die anhaltend über die Luftröhre verabreichte Gabe des löslichen Guanylylzyklasestimulators BAY 41-8543 verbessert den experimentellen Lungenhochdruck
Hintergrund: Es wird untersucht, ob ein Medikament gegen Lungenhochdruck durch Einbringen in die Luftröhre einen geringeren (unerwünschten) Blutdruckabfall bewirkt als bei oraler Applikation. Die Autoren kommen zu vagen Aussagen und halten weitere (Tier)Versuche zur Bestätigung ihrer Hypothesen für nötig.
Tiere: 75 Ratten (mindestens)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche wurden von der lokal zuständigen Behörde genehmigt, welche wird nicht genannt. Die erwachsenen Sprague Dawley Ratten stammen aus der Versuchstierzucht Charles River Laboratories in Sulzfeld.

Der Versuch beinhaltet zwei Fragestellungen zu einem neuen Wirkstoff (BAY41-8543) der Firma Bayer Pharma gegen Lungenhochdruck: 1. Pharmakokinetik des Wirkstoffes bei gesunden Tieren nach oraler Gabe und nach lokaler Gabe in die Luftröhre. 25 Tieren wird der Wirkstoff in unterschiedlicher Dosis entweder über eine Sonde in den Magen oder über einen in Narkose eingeführten Schlauch in die Luftröhre eingegeben. Danach erfolgen in Narkose nach 1, 3 und 6 Stunden Blutentnahmen aus einer Beinvene und zuletzt die Tötung auf nicht genannte Weise.

2. Vergleich unterschiedlicher Dosierungen und Darreichungsarten bei künstlich an Lungenhochdruck krank gemachten Tieren.

Hierzu wird 28 Tage vor dem eigentlichen Versuch bei 50 Tieren durch Einspritzung des für Ratten giftigen Wirkstoffes Monocrotalin unter die Haut künstlich ein Lungenhochdruck erzeugt. Die Ratten leiden an einer Überlastung und dann Versagen des rechten Herzens mit Atemnot, Sauerstoffmangel der Gewebe (Zyanose), Schwäche und Wasseransammlungen im Körper (periphere Ödeme).

Unter erneuter Narkose wird ein Drucksensor in die Arterie des Oberschenkels eingesetzt, mit dem der Blutdruck kontinuierlich gemessen werden kann. Die Tiere werden danach in Einzelkäfigen gehalten. Über einen Zeitraum von zwei Wochen werden die in 5 Gruppen eingeteilten Tiere mit dem Wirkstoff in dem unter 1) beschriebenen unterschiedlichen Vorgehen behandelt. Es werden über einen in die Halsvene eingebrachten Druckkatheter regelmäßig die Lungendrücke gemessen und Blutproben zur Bestimmung der Wirkstoffkonzentration entnommen. Unter Narkose werden Ultraschalluntersuchungen des Herzens durchgeführt. Die Tiere werden auf nicht genannte Weise getötet, Herz- und Lungengewebe werden entnommen und feingeweblich untersucht.

Die Arbeit wird vom Excellence Cluster Cardio-Pulmonary System (ECCPS) der Justus-Liebig-Universität Gießen und dem Deutschen Zentrum für Lungenforschung (Universities of Giessen and Marburg Lung Center UGMLC) finanziell unterstützt.

Bereich: Kardiologie, Lungenforschung, Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel: Chronic intratracheal application of the soluble guanylyl cyclase stimulator BAY 41-8543 ameliorates experimental pulmonary hypertension

Autoren: Matthieu Amirjanians (1), Bakytbek Egemnazarov (1), Akylbek Sydykov (1), Baktybek Kojonazarov (1), Ralf Brandes (3), Himal Luitel (1), Kabita Pradhan (1), Johann-Peter Stasch (4,5), Gorden Redlich (6), Norbert Weissmann (1), Friedrich Grimminger (1), Werner Seeger (1,2), Hossein Ghofrani (1), Ralph Schermuly (1,2)*

Institute: (1) Universität Gießen, Lungenzentrum (UGLC), Ludwigstraße 23, 35390 Gießen,(2) Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung, 61231 Bad Nauheim(3) Johann-Wolfgang-Goethe Universität Frankfurt, Institut für Kardiovaskuläre Physiologie, (4) Bayer Pharma AG, Kardiologie-Forschung, Wuppertal, (5) Institut für Pharmazie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, (6) Bayer Pharma AG, Pharmakokinetik Forschung, Wuppertal

Zeitschrift: Oncotarget 2017: 8 (18); 29613-29624

Land:

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4901



Dokument 184Titel: Langzeit-Verfolgung von Zellen nach lokaler Injektion von mesenchymalen Stromazellen im Pferde-Modell für induzierte Sehnenerkrankung
Hintergrund: Eine verbesserte Heilung von Sehnenerkrankungen mithilfe von mesenchymalen Stromazellen wird an Pferden getestet, denen künstliche Sehnenverletzungen zugefügt werden und die über Monate hinweg etlichen, z.T. schmerzhaften Behandlungen ausgesetzt sind.
Tiere: 8 Pferde
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Landesdirektion Sachsen genehmigt (Referenznummer TV 34/13). Woher die Pferde (Alter 3-10 Jahre) stammen, wird nicht erwähnt. Es soll ein positiver Effekt von mesenchymalen Stromazellen (MSC) auf die Regeneration von Sehnenverletzungen untersucht werden, die den Pferden zugefügt werden. Die Tiere werden betäubt und an allen vier Beinen wird die Haut eingeschnitten. Mit einer Nadel wird eine Lösung (Kollagenase) in die Sehnen gespritzt, die das Sehnen-Gewebe lokal zerstört. Die Schnitte werden zugenäht und die Wunden mit einem Verband versehen. Dann wird den Tieren Fettgewebe entnommen, das als Quelle für die MSC dient, die den Tieren später verabreicht werden. Nach der Operation müssen die Pferde bis zu 10 Tage lang ein entzündungshemmendes Schmerzmittel erhalten. Nach 2 Wochen werden die Verbände abgenommen und die Fäden entfernt. 1 Woche später werden die MSC verabreicht. Hierfür werden die Tiere sediert und lokal betäubt. An jeweils einem Vorder-und einem Hinterbein an den Stellen, wo die Sehnen zerstört wurden, wird eine Lösung injiziert, die die zuvor isolierten MSC enthält. Bei den anderen beiden Beinen wird eine Kontrolllösung (ohne MSC) gespritzt. Die Beine werden für 2 Tage verbunden, währenddessen erhalten die Tiere erneut ein entzündungshemmendes Schmerzmittel. 3 Pferden werden nach der MSC-Injektion 6 Tage lang täglich Blutproben entnommen. Insgesamt dürfen die Pferde nach der operativen Zerstörung der Sehnen 5 Wochen lang den Stall nicht verlassen. Danach starten sie ein 19-wöchiges „Rehabilitations-Programm“, bei dem sie täglich nur für kurze Zeit kontrolliert bewegt werden.

Ab dem Zeitpunkt der MSC-Injektion werden die Tiere innerhalb von 3 Wochen 5-mal einer MRI (Magnet-Resonanz-Imaging)-Untersuchung ausgesetzt, für die sie jedes Mal sediert werden müssen. Dabei wird der Zustand der zerstörten Sehnenverletzungen mit und ohne MSC-Behandlung analysiert. 3 Wochen nach der MSC-Injektion werden unter Betäubung an den operierten Stellen Sehnen-Biopsien (kleine Gewebeproben) entnommen. Erneut muss allen Tieren bis zu 10 Tage lang entzündungshemmende Schmerzmittel verabreicht werden. Bei 3 Pferden werden zusätzlich zu den Sehnen-Biopsien je 2 Biopsien von Unterhautgewebe und Muskel herausgeschnitten – an der Stelle, wo das Fettgewebe für die MSC-Isolierung entnommen wurde und daneben. Zwei weiteren Pferden ohne Sehnenverletzung werden zum Vergleich operativ Fettgewebe, Unterhaut- und Muskelbiopsien entnommen.

In den folgenden 24 Wochen werden 5 weitere MRI-Untersuchungen der Vorderbeine wie oben beschrieben durchgeführt, wobei die Tiere jedes Mal sediert werden. Es wird erwähnt, dass die Pferde nach der operativen Zerstörung der Sehnen und insbesondere nach den Biopsie-Entnahmen Schmerzen hatten, die mehrtägige Schmerzmittel-Gaben erforderten. Mehrere Wochen nach der operativen Sehnenzerstörung lahmten die Pferde.

24 Wochen nach der MSC-Injektion werden die Pferde getötet (wie, wird nicht erwähnt) und die Sehnen der Vorderbeine inklusive umgebendem Gewebe für weitere Untersuchungen herausgeschnitten.

Die Studie wurde finanziert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (Projekt BMBF1315883) und vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK).

Bereich: Transplantationsmedizin, Regenerationsmedizin, Tissue Engineering, Wundheilung, Orthopädie

Originaltitel: Long-Term Cell Tracking Following Local Injection of Mesenchymal Stromal Cells in the Equine Model of Induced Tendon Disease

Autoren: Janina Burk (1,2,3)*, Dagmar Berner (4), Walter Brehm (1,2,4), Aline Hillmann (1,2), Carolin Horstmeier (1,2,4), Christoph Josten (5), Felicitas Paebst (4), Giacomo Rossi (6), Susanna Schubert (1,2), Annette B. Ahrberg (1,2,5)

Institute: (1) Sächsischer Inkubator für Klinische Translation (SIKT), Universität Leipzig, Philipp-Rosenthal-Str. 55, 04103 Leipzig, (2) Translationszentrum für Regenerative Medizin (TRM), Universität Leipzig, Leipzig, (3) Veterinär-Physiologisches Institut, Universität Leipzig, Leipzig, (4) Klinik für Pferde, Universität Leipzig, Leipzig, (5) Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie, Universität Leipzig, Leipzig, (6) University of Camerino, School of Biosciences and Veterinary Medicine, Matelica (MC), Italien

Zeitschrift: Cell Transplantation 2016: 25(12); 2199-2211

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4900



Dokument 185Titel: Mesenchymale Stammzellen verbessern hämodynamische Dysfunktion bedingt durch Leberschäden nach ausgedehnter Resektion in einem Schweinemodell
Hintergrund: An Schweinen, die fast 30 Stunden in Narkose liegen, wird erforscht, ob mesenchymale Stammzellen bei einer ausgedehnten Leber-Teilentfernung einen schützenden Einfluss auf die Niere haben.
Tiere: 13 Schweine (mindestens)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Landesdirektion Sachsen genehmigt. Die Schweine stammen von der Agrarproduktion Kitzen e.V., Kitzen, und werden am Medizinisch-Experimentellen Zentrum der medizinischen Fakultät der Universität Leipzig gehalten. 24 Stunden vor Beginn der Versuche bekommen die Tiere kein Futter mehr. Die Tiere werden betäubt und es wird ein Luftröhrenschnitt vorgenommen, um sie während der anstehenden Operation künstlich zu beatmen. Eine Kanüle wird in die Oberschenkelarterie eingeführt, um Blutproben abzunehmen und den Blutdruck zu messen. Urinproben werden mittels eines Katheters gesammelt. Die Schweine erhalten einen 60 cm langen Bauchschnitt und ein großer Teil (70%) der Leber wird herausgeschnitten. Es handelt sich hierbei um eine komplizierte, mehrstündige Operation, während der die Herzfunktion des operierten Tieres mittels Noradrenalin-Gabe aufrechterhalten wird. Der Bauchschnitt wird wieder zugenäht. Über einen Halsvenenkatheter wird jeweils 5 Schweinen entweder eine Lösung mit mesenchymalen Stammzellen (MSC) oder eine neutrale Kontrolllösung verabreicht. Es soll getestet werden, ob die MSC einen schützenden Einfluss auf die Nieren haben, nachdem große Teile der Leber entfernt wurden. Die MSC, die hier verwendet werden, stammen ebenfalls aus Schweinen. Sie werden hergestellt, indem in einem operativen Eingriff der Oberschenkelknochen des Tieres freigelegt und die innere Knochensubstanz herausgeholt wird, aus der dann die MSC gewonnen werden. Im Detail wird die Prozedur in der vorliegenden Arbeit nicht beschrieben, und die Schweine, die für die Herstellung der MSC eingesetzt wurden, werden nicht zu den „Versuchstieren“ dieser Studie gezählt.

Über einen Zeitraum von 24 Stunden nach der Leber-Teilentfernung wird der Blutdruck gemessen, sowie mehrmals Blut- und Urin-Proben über die Katheter gesammelt, die anschließend analysiert werden. Die Tiere befinden sich die ganze Zeit über in Narkose und werden weiterhin mithilfe von Noradrenalin-Gabe am Leben erhalten. Nach 24 Stunden werden die Schweine getötet und die Reste der Leber sowie die Nieren werden für weitere Analysen entnommen.

Eine nicht genannte Anzahl Schweine wird einer sogenannten „Sham“-Operation unterzogen. Hierbei werden die Schweine genauso operiert wie oben beschrieben, allerdings wird die Leber nicht entnommen. Auf diese Weise sollen bei der späteren Datenanalyse solche Effekte identifiziert werden, die nur aufgrund der Leber-Resektion per se entstehen und nicht aufgrund der sonstigen experimentellen Bedingungen. Da die Daten der Sham-Gruppe auch statistisch ausgewertet werden, ist davon auszugehen, dass es min. 3 Tiere sind. Auch diese Tiere werden getötet und die Organe, wie oben beschrieben, entnommen.

Die Versuche und deren Publikation wurden finanziell unterstützt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (Projekt BMBF1315883), von der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig (Projekt FI 920000-152) und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Bereich: Innere Medizin, Leberforschung, Nierenphysiologie

Originaltitel: Mesenchymal stem cells correct haemodynamic dysfunction associated with liver injury after extended resection in a pig model

Autoren: Hans-Michael Tautenhahn (1,9), Sandra Brückner (1), Christiane Uder (1), Silvio Erler (2), Madlen Hempel (1), Martin von Bergen (3,4), Janine Brach (1), Sandra Winkler (1), Franziska Pankow (1), Claudia Gittel (5), Manja Baunack (5), Undine Lange (1), Johannes Broschewitz (1), Matthias Dollinger (6), Michael Bartels (1,10), Uta Pietsch (7), Kerstin Amann (8), Bruno Christ (1)* (1) Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Universität Leipzig, Liebigstraße 21, 04103 Leipzig, (2) Institut für Biologie, Molekulare Ökologie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle, (3) Department Molekulare Systembiologie, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, Leipzig, (4) Institut für Biochemie, Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie, Universität Leipzig, Leipzig, (5) Klinik für Pferde, Universität Leipzig, Leipzig, (6) Klinik für Innere Medizin I, Universitätsklinikum Ulm, Ulm, (7) Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig, (8) Nephropathologische Abteilung, Universitätsklinikum Erlangen, Erlangen, (9) Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Jena, Jena, (10) Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Helios Park-Klinikum Leipzig, Leipzig

Institute: Die Versuche werden von der Landesdirektion Sachsen genehmigt. Die Schweine stammen von der Agrarproduktion Kitzen e.V., Kitzen, und werden am Medizinisch-Experimentellen Zentrum der medizinischen Fakultät der Universität Leipzig gehalten. 24 Stunden vor Beginn der Versuche bekommen die Tiere kein Futter mehr. Die Tiere werden betäubt und es wird ein Luftröhrenschnitt vorgenommen, um sie während der anstehenden Operation künstlich zu beatmen. Eine Kanüle wird in die Oberschenkelarterie eingeführt, um Blutproben abzunehmen und den Blutdruck zu messen. Urinproben werden mittels eines Katheters gesammelt. Die Schweine erhalten einen 60 cm langen Bauchschnitt und ein großer Teil (70%) der Leber wird herausgeschnitten. Es handelt sich hierbei um eine komplizierte, mehrstündige Operation, während der die Herzfunktion des operierten Tieres mittels Noradrenalin-Gabe aufrechterhalten wird. Der Bauchschnitt wird wieder zugenäht. Über einen Halsvenenkatheter wird jeweils 5 Schweinen entweder eine Lösung mit mesenchymalen Stammzellen (MSC) oder eine neutrale Kontrolllösung verabreicht. Es soll getestet werden, ob die MSC einen schützenden Einfluss auf die Nieren haben, nachdem große Teile der Leber entfernt wurden. Die MSC, die hier verwendet werden, stammen ebenfalls aus Schweinen. Sie werden hergestellt, indem in einem operativen Eingriff der Oberschenkelknochen des Tieres freigelegt und die innere Knochensubstanz herausgeholt wird, aus der dann die MSC gewonnen werden. Im Detail wird die Prozedur in der vorliegenden Arbeit nicht beschrieben, und die Schweine, die für die Herstellung der MSC eingesetzt wurden, werden nicht zu den „Versuchstieren“ dieser Studie gezählt.

Über einen Zeitraum von 24 Stunden nach der Leber-Teilentfernung wird der Blutdruck gemessen, sowie mehrmals Blut- und Urin-Proben über die Katheter gesammelt, die anschließend analysiert werden. Die Tiere befinden sich die ganze Zeit über in Narkose und werden weiterhin mithilfe von Noradrenalin-Gabe am Leben erhalten. Nach 24 Stunden werden die Schweine getötet und die Reste der Leber sowie die Nieren werden für weitere Analysen entnommen.

Eine nicht genannte Anzahl Schweine wird einer sogenannten „Sham“-Operation unterzogen. Hierbei werden die Schweine genauso operiert wie oben beschrieben, allerdings wird die Leber nicht entnommen. Auf diese Weise sollen bei der späteren Datenanalyse solche Effekte identifiziert werden, die nur aufgrund der Leber-Resektion per se entstehen und nicht aufgrund der sonstigen experimentellen Bedingungen. Da die Daten der Sham-Gruppe auch statistisch ausgewertet werden, ist davon auszugehen, dass es min. 3 Tiere sind. Auch diese Tiere werden getötet und die Organe, wie oben beschrieben, entnommen.

Die Versuche und deren Publikation wurden finanziell unterstützt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (Projekt BMBF1315883), von der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig (Projekt FI 920000-152) und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Zeitschrift: Scientific Reports 2018: 7(1); 2617. Doi:10.1038/s41598-017-02670-8

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4899



Dokument 186Titel: Basale Radialglia kommen in Beuteltieren vor und liegen der Entwicklung eines expandierten Neocortex in Theria zugrunde
Hintergrund: Biologische Vorgänge bei der Gehirnentwicklung, die bereits für höhere Säugetiere bekannt sind, sollen auch für Beuteltiere erforscht werden.
Tiere: 20 Tiere verschiedener Arten (2 Wallaby-Föten, 15 Wallaby-Junge, 1 Merino-Mutterschaf, min. 2 Schaf-Föten)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Schaf-Versuche werden von der Landesdirektion Sachsen genehmigt, die Wallaby-Versuche von der Tierschutzkommission der Universität Melbourne (The University of Melbourne Animal Institutional Animal Ethics Committee). Das schwangere Mutterschaf stammt aus der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Die Wallabys (kleine Kängurus) stammen aus der Forschungsabteilung für Beuteltiere der Universität Melbourne in Australien (Marsupial research facility, School of BioSciences, The University of Melbourne).

Die beiden Wallaby-Föten (19 und 22 Tage alt) werden nach Entnahme aus dem Mutterleib mit einer Skalpell-Klinge geköpft. Es wird nicht beschrieben, wie die Föten dem schwangeren Muttertier entnommen werden oder welches Schicksal dieses erleidet. 5 Wallaby-Jungen, die bei der Mutter im Beutel sitzen, werden im Alter von 5 bis 46 Tagen ebenso durch Enthauptung mit einer Skalpell-Klinge getötet. 8 Wallaby-Jungen im Alter von 56 Tagen bis 20 Wochen werden durch eine Spritze in den Muskel sediert und dann durch eine weitere Spritze getötet. Die Trennung von der Mutter ist für Wallaby-Junge in diesem Alter besonders leidvoll. Wallaby-Junge verbleiben naturgemäß das erste halbe Jahr nach der Geburt noch im Beutel der Mutter, wo sie sich an einer Zitze festsaugen. Die getöteten Föten werden in Alkohol eingelegt, den getöteten Jungen wird das Gehirn herausgeschnitten und für spätere Untersuchungen präpariert.

Das schwangere Mutterschaf wird durch eine Injektion betäubt und die Föten (Anzahl unbekannt) werden entnommen. Die Gehirne der Föten werden herauspräpariert und für weitere Analysen konserviert. Es wird nicht beschrieben, wie die Föten entnommen werden und was im Anschluss an den Eingriff mit dem Muttertier passiert.

Die Arbeiten wurden finanziell unterstützt vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD, Projekt 57141544) und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG, Projekt FI 1565/3-1).

Bereich: Entwicklungsbiologie, Hirnforschung, Neuroanatomie

Originaltitel: The Basal Radial Glia Occurs in Marsupials and Underlies the Evolution of an Expanded Neocortex in Therian Mammals

Autoren: Christine Sauerland (1), Brandon R. Menzies (2), Megan Glatzle (1), Johannes Seeger (1), Marilyn B. Renfree (2) and Simone A. Fietz (1)*

Institute: (1) Veterinär-anatomisches Institut, Histologie und Embryologie, Universität Leipzig, An den Tierkliniken 43, 04103 Leipzig, (2) School of BioSciences, The University of Melbourne, Melbourne, Australien

Zeitschrift: Cerebral Cortex 2018: 28(1); 145-157

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4898



Dokument 187Titel: Geschädigte neokortikale perineuronale Netze durch exerimentell induzierte fokale cerebrale Ischämie in Mäusen, Ratten und Schafen
Hintergrund: Untersuchung von Nervenzellstrukturen im Gehirn bei künstlich ausgelöstem Schlaganfall bei Maus, Ratte und Schaf.
Tiere: 11 Tiere verschiedener Arten (5 Mäuse, 3 Ratten, 3 Schafe)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Landesdirektion Sachsen genehmigt (Referenznummern TVV 51/14 für Mäuse, TVV 34/11 für Ratten und TVV 56/15 für Schafe). Die Mäuse und die Ratten stammen aus der Versuchstierzucht Charles River Laboratories, Sulzfeld, die Schafe aus der internen Zucht der veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Um bestimmte Vorgänge beim Hirnschlag/Schlaganfall zu erforschen, werden 3 „experimentelle Tiermodelle“ verwendet. Bei Mäusen, Ratten und Schafen wird auf unterschiedliche Weise ein fokaler (räumlich begrenzten) Hirnschlag eingeleitet, um Schädigungen der Nerven, des umliegenden Gewebes und der Blutgefäße zu untersuchen.

Die Mäuse werden durch eine Injektion betäubt und in einem operativen Eingriff wird die rechte Halsschlagader freigelegt und ein Faden wird durch die Ader bis ins Gehirn geschoben, wo er eine Hirnarterie verstopft. Somit ist an dieser Stelle der Blutfluss ins Gehirn blockiert, und es kommt zum Hirnschlag. Den Ratten wird zunächst Blut abgenommen, welches im Labor zur Gerinnung gebracht wird, so dass sich Blutgerinnsel bilden. Am darauffolgenden Tag werden die Ratten mit dem Inhalationsanästhetikum Isofluran betäubt, welches kaum schmerzstillend wirkt. Die rechte Halsschlagader wird operativ freigelegt und ein Schlauch eingeführt, durch den ausgewählte 4,5 cm lange Blutgerinnsel injiziert werden. Der Blutfluss spült diese ins Gehirn, wo sie zur Verstopfung der Ader und folglich zum Hirnschlag führen. Mit den Mäusen und Ratten werden in den ersten 24 Stunden neurologische Tests gemacht, um sicherzugehen, dass ein Hirnschlag erfolgt ist. Dies ist bei allen Tieren der Fall. Dabei wird ein Tier am Schwanz gezogen, und es wird beobachtet, ob es sich mit dem Vorderpfoten am Boden festhalten kann. Bei schwerwiegenden Schäden drehen die Tiere sich im Kreis. Anschließend werden die Tiere getötet und eine Lösung ins Blut eingeleitet, die die spätere Mikroskopie des Gehirns erleichtert. Das Gehirn wird herausgeschnitten und für Untersuchungen der Gehirnschäden weiterverarbeitet.

Die Schafe werden durch eine Injektion betäubt. Die Kopfhaut wird aufgeschnitten, um den seitlichen Schädelknochen operativ freizulegen, in den mit einem Bohrer ein Loch gefräst wird. Die harte Hirnhaut wird eingeschnitten, um die Gehirnschlagader freizulegen. Mit einer sogenannten bipolaren Pinzette wird mittels eines elektrischen Stroms eine Blutgerinnung verursacht und somit die Ader verstopft, was einen Hirnschlag zur Folge hat. Muskeln und Kopfhaut werden wieder zugenäht und die Tiere nach der Operation mit Antibiotika und Schmerzmitteln behandelt. 2 Wochen später wird mittels MRT (Magnetresonanztomografie) geprüft, ob durch den Eingriff tatsächlich sichtbare Gehirnschäden bei den Schafen verursacht wurden. Dies ist bei allen Tieren der Fall. Die Schafe werden im Anschluss durch eine Injektion betäubt und dann durch eine weitere Injektion getötet. Der Schädel wird geöffnet, das Gehirn herauspräpariert und für Analysen der Gehirnschäden weiterverarbeitet.

Die Autoren weisen darauf hin, dass aufgrund der geringen Anzahl an Tieren keine statistischen Aussagen erfolgen können. Es seien weitere Studien beantragt, um dieselben Versuche mit einer größeren Anzahl an Ratten und Schafen zu wiederholen.

Die Arbeiten wurden z.T. vom Europäischen Sozialfonds (ESF, Projekt 100270131) finanziert, die Versuche mit den Schafen wurden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG, Projekt BA 3425/2-3) mitfinanziert.

Bereich: Schlaganfallforschung, Neurobiologie

Originaltitel: Damaged neocortical perineuronal nets due to experimental focal cerebral ischemia in mice, rats and sheep

Autoren: Wolfgang Härtig (1)*, Bianca Mages (1,2), Susanne Aleithe (1,2), Björn Nitzsche (3,4), Stephan Altmann (1,2), Henryk Barthel (3), Martin Krueger (5), Dominik Michalski (2)

Institute: (1) Abteilung für Pathophysiologie der Neuroglia, Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung, Universität Leipzig, Liebigstraße 19, 04103 Leipzig, (2) Klinik für Neurologie, Universität Leipzig, Leipzig, (3) Klinik für Nuklearmedizin, Universität Leipzig, Leipzig, (4) Veterinärmedizinische Fakultät, Veterinär-anatomisches Institut, Histologie und Embryologie, Universität Leipzig, (5) Institut für Anatomie, Universität Leipzig, Leipzig

Zeitschrift: Frontiers in Integrative Neuroscience 2017: 11(15). Doi:10.3389/fnint.2017.00015

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4897



Dokument 188Titel: Rückenhautkammermodelle bei Mäusen
Hintergrund: Rückenkammermodelle bei Mäusen werden seit 80 Jahren in der tierexperimentellen Forschung eingesetzt, um in die Haut bei lebenden Tieren schauen zu können. Als „Vorteil“ des hier beschriebenen Leipziger Kammermodells nennen die Forscher die geringere Größe und das geringere Gewicht gegenüber anderen Rückenkammermodellen, wodurch „eine deutliche Minderung des Leides der Tiere“ erreicht würde. Die Autoren werten ihre Arbeit als Beitrag zum Refinement im Rahmen der 3R (Reduce, Refine, Replace). In den USA ist eine kleinere und leichtere Kammer entwickelt worden. Weltweit werden aber überwiegend die größten und schwersten Kammern eingesetzt. Die Autoren plädieren für einen besseren Austausch.
Tiere: 66 Mäuse
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Landesdirektion Sachsen genehmigt (Referenznummer TVV 28/13), woher die Mäuse stammen, wird nicht erwähnt. Die Forschergruppe hat ein neues „Modell“ einer sogenannten Rückenhautkammer entwickelt („Leipziger Kammermodell“). Rückenhautkammern werden seit langem in Tierversuchen verwendet, um Veränderungen in der Blutgefäßbildung (Vaskularisierung) über Tage oder Wochen hinweg in vivo zu beobachten. Die Maus wird betäubt und die Kammer chirurgisch implantiert. Dabei wird die Rückenhaut gespannt und zwischen 2 Metallrahmen fixiert, die anschließend fest zusammengeschraubt werden - hierzu werden Löcher in die Haut der Maus geschnitten. In der Mitte der Metallrahmen befindet sich ein durchsichtiges Beobachtungsfenster, durch das man die Blutgefäße der Maus durch die extrem gespannte Haut beobachten kann. Im Bereich des Beobachtungfensters werden dem Tier Unterhautgewebe und Muskelschichten herausgeschnitten. Die Kammer wird mit Flüssigkeit gefüllt. Nach diesem schweren Eingriff müssen die Tiere 3 Tage lang Schmerzmittel erhalten. 1-2 Tage nach der Operation kommt es zu einer vermehrten Blutansammlung in dem Bereich der Kammer. 8 % der Tiere leiden danach an Infektionen, Ödemen oder Durchblutungsstörungen. Die Kammer verbleibt bis zu 3 Wochen lang am lebenden und wachen Tier. Um die Blutgefäße in der Kammer mikroskopisch zu beobachten, wird die Maus sediert (keine Narkose) und eine fluoreszierende Flüssigkeit in die Schwanzvene gespritzt. Wie die Kammer entfernt wird und welches Schicksal die Tiere danach erleiden, wird nicht beschrieben.

Die Ergebnisse werden mit denen anderer Kammermodelle aus der Literatur verglichen.

Bereich: Versuchstierkunde, Biomedizinische Technik

Originaltitel: Dorsal skinfold chamber models in mice

Autoren: Jeannine Schreiter (1)*, Sophia Meyer (1), Christian Schmidt (1,2), Ronny M. Schulz (1,2), Stefan Langer (1)

Institute: (1) Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie, Universitätsklinikum Leipzig, Liebigstr. 20, 04103 Leipzig, (2) Biotechnologisch-Biomedizinisches Zentrum, Leipzig

Zeitschrift: GMS Interdisciplinary Plastic and Reconstructive Surgery DGPW 2017: 6(10). Doi:10.3205/iprs000112

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4896



Dokument 189Titel: Nichtkanonische WNT-5A Signalübertragung schwächt die endogene Lungenheilung bei einer COPD ab
Hintergrund: Ergründung der molekularen Mechanismen der Krankheitsentstehung der Chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD).
Tiere: 372 Mäuse (wahrscheinlich sehr viel mehr)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden unter der Projektnummer 55.2-1-54-2532-129-14 bei der Regierung von Oberbayern genehmigt. Mäuse der Zuchtlinie C57BL/6 werden von Charles River Laboratories (ohne Ortsangabe) bezogen. Zwei Linien transgene (genmanipulierte) Mäuse, die bestimmte Gene überexpremieren, stammen aus dem Jackson Laboratory (ohne Ortsangabe) und von der Universität Rotterdam, Niederlande.

Bei den Mäusen wird eine Chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD) hervorgerufen, indem die Tiere 4 Monate lang Zigarettenrauch ausgesetzt werden. Für Details wird auf eine Publikation aus dem Jahr 2014 verwiesen. Nach 4 Monaten werden die Mäuse getötet, um ihre Lungen zu untersuchen. Transgenen Mäusen wird Zuckerwasser angeboten, wodurch es zu einer Überexpremierung des Gens WNT-5A kommt. Eine Woche später wird diesen Mäusen unter Betäubung Elastase, ein Enzym aus der Bauchspeicheldrüse vom Schwein, in die Luftröhre gesprüht. Dies löst bei den Tieren ein Emphysem aus, eine Überblähung der Lungenbläschen. Bei anderen Gruppen von Mäusen wird erst ein Emphysem hervorgerufen und dann werden die Tiere jeden zweiten Tag mit einem Antikörper gegen das Protein WNT-5A behandelt, indem dieses unter Betäubung in die Luftröhre gesprüht wird. Nach 7 Tagen werden die Mäuse getötet, ihre Lungen zerkleinert und untersucht.

In weiteren Experimenten werden Mäuse 10 Tage Zigarettenrauch ausgesetzt und alle zwei Tage mit einer Substanz behandelt, die das WNT-5A-Protein blockieren soll. Nach 10 Tagen werden die Tiere getötet.

Es werden zudem verschiedene Untersuchungen mit Lungenzellen von COPD-Patienten durchgeführt, die bei einer Lungentransplantation angefallen sind. Die Arbeit wurde unterstützt durch die European Respiratory Society und den European Research Council Starting Grant.

Bereich: Lungenforschung

Originaltitel: Noncanonical WNT-5A signaling impairs endogenous lung repair in COPD

Autoren: Hoeke A. Baarsma (1), Wioletta Skronska-Wasek (1), Kathrin Mutze (1), Florian Ciolek (1), Darcy E. Wagner (1), Gerrit John-Schuster (1), Katharina Heinzelmann (1), Andreas Günther (2), Ken R. Bracke (3), Maylis Dagouassat (4), Jorge Boczkowski (4), Guy G. Brusselle (3), Ron Smits (5), Oliver Eickelberg (1), Ali Ö. Yilderim (1), Melanie Königshoff (1)*

Institute: (1) Comprehensive Pneumology Center Munich, Forschungsabteilung Lungenheilung und –Regeneration, Helmholtz Center München, Ludwig-Maximilians-Universität München, Universitätsklinikum Großhadern, Max-Lebsche-Platz 31, 81377 München, (2) Lungenzentrum, Universität Gießen, Gießen, (3) Department of Respiratory Medicine, Ghent University Hospital, Ghent, Belgien, (4) Inserm U9555, Creteil, Frankreich, (5) Department of Gastroenterology and Hepatology, Erasmus MC University Medical Center Rotterdam, Rotterdam, Niederlande

Zeitschrift: Journal for Experimental Medicine 2017: 214(1); 143-163

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4895



Dokument 190Titel: Neutralisation von sowohl IL-1a als auch IL-1ß spielt eine wichtige Rolle bei der Unterdrückung einer durch Zigarettenrauch und Viren hervorgerufenen Lungenentzündung bei Mäusen
Hintergrund: Die Kombination aus Zigarettenrauch und Schweinegrippeviren macht Mäuse kränker, als nur Zigarettenrauch. Bestimmte Entzündungsbotenstoffe spielen dabei eine Rolle.
Tiere: 58 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Tübingen unter den Nummern TVV 12-014 und 14-016 genehmigt. Die Mäuse der Zuchtlinie BALB/cAnNCrl werden von Charles River Laboratories, Sulzfeld, bezogen. Die Tiere werden täglich dem Rauch von 4 Roth-Händle-Zigaretten ohne Filter ausgesetzt, indem sie in eine Plastikbox gesetzt werden, in die der Rauch eingeleitet wird. Nach 5 Tagen wird eine Pause von 3 Tagen eingelegt. Unter Betäubung werden den Tieren H1N1-Influenzaviren (bekannt als „Schweinegrippe“) in die Nase gesprüht. Dann folgen 4 weitere Tage mit Zigarettenrauch-Exposition. Ein Teil der Mäusegruppen erhält von Beginn an alle zwei Tage Antikörper in die Bauchhöhle injiziert. Diese sollen bestimmte Entzündungsbotenstoffe hemmen. Eine Kontrollgruppe wird nur Zigarettenrauch, aber keinen Viren ausgesetzt, eine weitere Gruppe wird gar nicht behandelt. Die Mäuse der Gruppe, die Rauch und Viren, aber keine Antikörper erhält, verlieren innerhalb von 12 Tagen 15 % ihres Gewichts. Am 12. Tag werden alle Mäuse durch Überdosis des Narkosemittels Pentobarbital in die Bauchhöhle getötet. Ihre Lungen werden herausgeschnitten, zerkleinert und untersucht.

Bereich: Lungenforschung, Tabakforschung

Originaltitel: Neutralization of both IL-1a/IL-1ß plays a major role in suppressing combined cigarette smoke/virus-induced pulmonary inflammation in mice

Autoren: Nahhes Bucher (1), Samuel Mang (1), Martina Keck (1), Michael Przibilla (1), David J. Lamb (1), Felix Schiele (2), Mareike Wittenbrink (2), Klaus Fuchs (2), Birgit Jung (1), Klaus J. Erb (2), Daniel Peter (1)*

Institute: Immunology & Respiratory Disease Research, Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, Birkendorfer Str. 65, 88400 Biberach an der Riss, (2) Immune-Mudulation and Biotherapeutics Discovery, Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, Biberach an der Riss

Zeitschrift: Pulmonary Pharmacology & Therapeutics 2017: 44; 96-105

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4894



Dokument 191Titel: Cholesterolstoffwechsel fördert die B-Zellpositionierung während der Immunpathogenese der Chronisch obstruktiven Lungenerkrankung
Hintergrund: Untersuchungen zur Krankheitsentstehung der vor allem durch Zigarettenrauchen hervorgerufenen Chronic Obstructive Pulmonary Disease (COPD).
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Regierung von Oberbayern genehmigt. Es werden drei verschiedene genmanipulierte Mäuselinien verwendet, denen jeweils ein Gen für bestimmte Proteine in den Zellen der Atemwege fehlt, sowie eine nicht genmanipulierte Zuchtlinie (C57BL/6J). Die Mäuse stammen aus dem Jackson Laboratory, Bar Harbor, USA, KOMP Repository, University of California Davis und Charles River Laboratories (ohne Ortsangabe).

Die Mäuse werden zweimal täglich 50 Minuten, an 5 Tagen pro Woche 100% Zigarettenrauch ausgesetzt, in dem dieser inn eine Box eingeleitet wird, in der die Mäuse sitzen. So soll eine Chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD) hervorgerufen werden. Nach 4 und 6 Monaten werden jeweils einige Mäuse betäubt. Es wird ein Loch in die Luftröhre geschnitten, durch das ein Schlauch eingeführt wird. Ein Gas wird in die Lunge eingeleitet und 2 Sekunden später wieder abgesaugt, um seinen Gehalt an Kohlenmonoxid zu messen. Dann wird eine Flüssigkeit in die Lunge eingeleitet und wieder abgesaugt, um die Zellen darin zu untersuchen. Kontrollmäuse werden genauso behandelt, nur dass sie statt Rauch gefilterte Luft einatmen.

Anderen Mäusen wird ein Enzym aus Schweine-Bauchspeicheldrüse in den Rachen gesprüht. So soll eine COPD ohne Zigarettenrauch simuliert werden. Wieder anderen Mäusen wird nach 2 oder 4 Montane Rauchbehandlung das Pilzmittel Clotrimazol dreimal wöchentlich für 2 Monate in die Bauchhöhle injiziert, während die Rauchexposition fortgesetzt wird. Das Mittel hemmt ein bestimmtes Enzym, dessen Funktion hier untersucht werden soll. Am Ende werden alle Mäuse auf nicht genannte Weise getötet, um ihre Lungen auf Veränderungen zu untersuchen.

Es werden außerdem Untersuchungen an Lungenzellen von Patienten gemacht, die bei einer Lungentransplantation angefallen sind.

Bereich: Lungenforschung, Tabakforschung

Originaltitel: Cholesterol metabolism promotes B-cell positioning during immune pathogenesis of chronic obstructive pulmonary disease

Autoren: Jie Jia (1,2), Thomas M. Conlon (1,2), Rim S.J. Sarker (1,2), Demet Tasdemir (3), Natalia F. Smirnova (1,2), Barkha Srivastava (1,2), Stijn E. Verleden (4), Gizem Günes (1,2), Xiao Wu (5), Cornelia Prehn (6,7), Jiaqi Gao (1,2), Katharina Heinzelmann (1,2), Jutta Lintelmann (5), Martin Irmler (8), Stefan Pfeiffer (9), Michael Schloter (9), Ralf Rimmerman (5,10), Martin Hrabe de Angelis (7,8,11), Johannes Beckers (7,8,11), Jerzy Adamski (6,7,11), Hasan Bayram (3,12), Oliver Eickelberg (1,2,13)*, Ali Önder Yildirim (1,2)*

Institute: (1)* Comprehensive Pneumology Center (CPC), Institute for Lung Biology and Disease (ILBD), Helmholtz Zentrum München, Max-Lebsche-Platz 31, 81377 München, (2) Mitglied des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL), München, (3) Department of Chest Diseases, School of Medicine, University of Gaziantep, Gaziantep, Turkey, (4) Division of Pneumology, KU Leuven, Leuven, Belgien, (5) Gemeinsames Massenspektrometrie Zentrum, Comprehensive Molecular Analytics, Helmholtz Zentrum München, München, (6) Institut für Experimentelle Genetik, Genomanalysezentrum, Helmholtz Zentrum München, München, (7) Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (DZD), München, (8) Institut für Experimentelle Genetik, Helmholtz Zentrum München, München, (9) Research Unit Comparative Microbiome Analysis, Helmholtz Zentrum München, München, (10) Universität Rostock, Rostock, (11) Lehrstuhl für Experimentelle Genetik, Technische Universität München, Freising-Weihenstephan, (12) School of Medicine, Koç University, Istanbul, Turkey, (13) Division of Pulmonary Sciences and Critical Care Medicine, University of Colorado, Denver, CO, USA

Zeitschrift: EMBO Molecular Medicine 2018: 10. doi: 10.15252/emmm.201708349

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4893



Dokument 192Titel: Eine vorläufige pharmakokinetische Studie zu Betulin, einem Bestandteil von Birkenrinde (Betulae alba cortex)
Hintergrund: Untersuchung der Giftigkeit von Extrakten der Birkenrinde bei Ratten und Beagle-Hunden.
Tiere: 60 Tiere verschiedener Arten (ca. 42 Ratten, 18 Beagle-Hunde)
Jahr: 2008

Versuchsbeschreibung: Durchgeführt wird die Studie durch das LPT - Laboratory of Pharmacology and Toxicology GmbH & Co. KG, Hamburg. Die 36 Sprague-Dawley Ratten stammen von der Zuchtfirma Charles River, Sulzfeld und die 18 Beagle-Hunde von der Zuchtfirma Stefano Morini, San Polo d’Enza, Italien.

Einige Bestandteile der Birkenrinde werden in der Pharmaindustrie als antiviraler und hautschützender Wirkstoff eingesetzt, unter anderem bei Hautkrankheiten. Es wird ihnen auch eine tumorhemmende Wirkung zugesagt. In den vorliegenden Tests wird die Giftigkeit von Triterpen (TE), einem chemischen Bestandteil der Birkenrinde, getestet. Für Triterpen wurden bereits früher LD50-Tests an Mäusen durchgeführt.

Gruppen von Ratten erhalten über einen Zeitraum von 28 Tagen täglich TE in die Bauchhöhle injiziert, in Dosierungen von 60 g/kg, 180 g/kg und 540 g/kg. Mehrfach werden Blutproben aus dem Venengeflecht hinter dem Augapfel genommen. Nach 28 Tagen werden die Ratten getötet und ihre Organe auf Veränderungen untersucht. Es wird keine gesundheitsschädliche Wirkung festgestellt. Entzündungen und Irritationen in der Bauchhöhle werden als normaler Effekt eingestuft.

Den Beagles (3 weibliche und 3 männliche pro Gruppe, insgesamt 3 Gruppen) wird für 28 Tage eine Dosis von 30 mg/kg, 100 mg/kg bzw. 300 mg/kg TE täglich unter die Haut injiziert. Täglich werden Gewicht, Fressverhalten und in Abständen Blutwerte kontrolliert. Die Blutentnahme erfolgt aus einer Vorderbeinvene. Nach 28 Tagen werden die Hunde getötet, um ihre Organe zu untersuchen. Es wird keine gesundheitsschädliche Wirkung von TE festgestellt.

Bereich: Toxikologie

Originaltitel: A preliminary pharmacokinetic study of betulin, the main pentacyclic triterpene from extract of outer bark of birch (Betulae alba cortex)

Autoren: Sebastian Jäger (1)*, Melanie N. Laszczyk (1,2), Armin Scheffler (1)

Institute: (1) Carl Gustav Carus-Institut, Am Eichhof 30, 75223 Niefern-Öschlbronn, (2) Betulin-Institut, 64297 Darmstadt

Zeitschrift: Molecules 2008: 13; 3224-3235

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4892



Dokument 193Titel: Studie zur akuten Giftigkeit bei Einatmung von Kupfer KU 7600 bei Ratten
Hintergrund: Studie zur akuten Inhalations-Giftigkeit von Kupferstaub.
Tiere: 6 Ratten
Jahr: 2011

Versuchsbeschreibung: Die 6 Ratten der Zuchtlinie Sprague-Dawley stammen von der Zuchtfirma Charles River, Sulzfeld. Die Ratten werden in zwei Gruppen eingeteilt. Gruppe 1 besteht aus drei männlichen Ratten, Gruppe 2 aus drei weiblichen Ratten. Die Tiere werden zwei Tage vor dem Versuch jeweils für eine Stunde in eine enge Plexiglasröhre gesteckt, aus der nur die Nase herausschaut (Nose-only Inhalationsröhre) um sie daran zu gewöhnen. Der Test selber findet über einen Zeitraum von vier Stunden statt. Die Ratten müssen in dieser Zeit in der Nose-only Inhalationsröhre Staub aus mit aliphatischer Säure beschichteten Kupferflocken inhalieren. Gruppe 1 erhält eine geringere Dosis, Gruppe 2 eine höhere. Nach der vierstündigen Inhalationsphase werden die Tiere über 14 Tage auf Vergiftungserscheinungen überprüft.

Bis zum vierten Tag nach der Inhalation zeigen alle Tiere leichte bis mittlere Bewegungsstörungen, Zittern sowie Atemnot. Die Tiere aus der höher dosierten Gruppe zeigen zudem Bewegungsunlust. Nach 14 Tagen werden alle Tiere getötet, um ihre Organe auf Schäden zu untersuchen.

Bereich: Toxikologie

Originaltitel: Acute inhalation toxicity study of copper KU 7600 in rats

Autoren: P. J. Leuschner

Institute: LPT - Laboratory of Pharmacology and Toxicology GmbH & Co. KG, Redderweg 8, 21147 Hamburg

Zeitschrift: LPT Report 2011: No.: 27371, (unveröffentlicht, zitiert unter: http://echa.europa.eu/documents/10162/13626/attachment_6_copper_flakes_en.pdf)

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4891



Dokument 194Titel: Sicherheitsüberprüfung des Bakterienstammes B.xylanisolvens DSM 23964
Hintergrund: Diese Studie untersucht die Giftigkeit eines neu isolierten probiotischen Bakterienstammes, um eine mögliche Nutzung in der Nahrungsmittelindustrie zu überprüfen.
Tiere: 126 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2012

Versuchsbeschreibung: 100 Mäuse der Zuchtlinie NMRI stammen aus der Zucht Charles River Laboratories, Sulzfeld, 26 Swiss Webster Mäuse von der Zuchtfirma Taconic, Dänemark. Durchgeführt wurden die Versuche vom LPT - Laboratory of Pharmacology and Toxicology GmbH & Co. KG, Hamburg.

Die 90-tägige orale Giftigkeitsstudie wird an 100 Mäusen durchgeführt. Die 5 Gruppen bestehen jeweils aus zehn Weibchen und zehn Männchen. Die sozialen Tiere werden in Einzelkäfigen gehalten. Täglich werden den Mäusen verschiedene Konzentrationen des probiotischen Bakterienstamms Bacteroides xylanisolvens in einem Gel mit der Schlundsonde eingeführt. Eine Kontrollgruppe erhält das Gel ohne Bakterien. Täglich werden Haut und Fell, Atem und Kreislauf, Bewegung und Verhalten beobachtet. Es gibt weder Todesfälle noch zeigen die Mäuse Veränderungen, Abweichungen oder Krankheitsanzeichen. Nach Testende werden alle Tiere unter leichter Narkose durch Ausbluten getötet. Organe werden entnommen und untersucht.

Ein zweiter Test wird an 26 männlichen Swiss Webster Mäusen durchgeführt. Sie werden in sieben Gruppen unterteilt und in Einzelkäfigen gehalten. Dieses Mal wird die Testsubstanz einmalig in die Bauchhöhle gespritzt. Nach 7 Tagen werden die Tiere getötet und auf Eiterabszesse untersucht. Zwei Abszesse pro Tier werden entfernt und punktiert, um die Bakterien darin zu identifizieren. Das Ergebnis der Studie ist, dass der Bakterienstamm sowohl in seiner lebenden als auch in pasteurisierter Form in Lebensmitteln verwendet werden kann.

Die Studie wurde finanziert von der Firma Glycotope GmbH.

Bereich: Toxikologie

Originaltitel: Safety assessment of the commensal strain Bacteroides xylanisolvens DSM 23964

Autoren: Philippe Ulsemer (1)*, Kawe Toutounian (1), Jens Schmidt (1), Jost Leuschner (2), Uwe Karsten (1), Steffen Goletz (1)

Institute: (1) Glycotope GmbH, Robert-Roessle-Str. 10, 13125 Berlin, (2) LPT Laboratory of Pharmacology and Toxicology GmbH & Co. KG

Zeitschrift: Regulatory Toxicology and Pharmacology 2012: 62; 336–346

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4890



Dokument 195Titel: Wirkungen des Anti-Hepcidin Spiegelmer NOX-H94 auf durch Entzündungen hervorgerufene Blutarmut bei Javaneraffen
Hintergrund: Test eines Wirkstoffs zur Behandlung von entzündungsbedingter Blutarmut, wobei der Wirkstoff VOR oder gleichzeitig mit der künstlichen Auslösung der Blutarmut verabreicht wird.
Tiere: 12 Affen (Javaneraffen)
Jahr: 2013

Versuchsbeschreibung: Die Studie wurde durchgeführt durch das LPT - Laboratory of Pharmacology and Toxicology GmbH & Co. KG, Hamburg.

Bei je 6 Javaneraffen wird eine akute bzw. subchronische Blutarmut verursacht. Bei der akuten Gruppe wird zunächst der zu testende Wirkstoff NOX-H94 in eine Vene injiziert. Eine halbe Stunde später wird drei Affen einmalig ein Botenstoff des Immunsystems (IL-6) aus dem Blut von Menschen unter die Haut gespritzt. Je drei Affen erhalten NOX-H94 oder IL-6 und eine wirkungslose Flüssigkeit. IL-6 führt zu Eisenmangel. NOX-H94 soll diesen beheben.

In der subchronischen Gruppe wird den drei Affen für eine Woche täglich IL-6 und NOX-H94 über 7 Tage injiziert. Den Affen wird mehrfach am Oberschenkel oder aus dem Ellenbogen Blut abgenommen, um die Blutwerte zu analysieren. Das weitere Schicksal der Affen wird nicht erwähnt.

Die Arbeit wurde teilfinanziert durch das Programm zur Förderung von Forschung, Innovationen und Technologie der EU.

Bereich: Pharmakologie

Originaltitel: The effects of the anti-hepcidin Spiegelmer NOX-H94 on inflammation-induced anemia in cynomolgus monkeys

Autoren: Frank Schwoebel (1)*, Lucas T. van Eijk (2), Dirk Zboralski (1), Simone Sell (1), Klaus Buchner (1), Christian Maasch (1), Werner G. Purschke (1), Martin Humphrey (3), Stefan Zöllner (1), Dirk Eulberg (1), Frank Morich (4), Peter Pickkers (2), Sven Klussmann (1)

Institute: (1) NOXXON Pharma AG, Max-Dohm-Str. 8-10, 10589 Berlin, (2) Department of Intensive Care Medicine, Radboud University Nijmegen Medical Centre, Nijmegen, Niederlande, (3) Drug Development Consultancy & Services, Rheinfelden, (4) Takeda Pharmaceutical Company Limited, Tokyo, Japan

Zeitschrift: BLOOD 2013: 121(21); 2311-2315

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4889



Dokument 196Titel: Kombination von MIDGE-Th1-DNA-Impfstoffen mit dem kationischen LipidSAINT-18: Studien zur Rezeptierung, Verteilung im Körper und Entfernung des Vektors
Hintergrund: Tests zur Verträglichkeit eines DNA-Impfstoffs bei Ratten und Mäusen.
Tiere: 120 Tiere verschiedener Arten (60 Ratten, 60 Mäuse )
Jahr: 2014

Versuchsbeschreibung: Die Ratten (Zuchtlinie Wistar) und Mäuse (Zuchtlinie BALB/cmice) stammen aus der Zucht Charles River Laboratories, Sulzfeld. Die Versuche werden (vermutlich) vom Laboratory of Pharmacology and Toxicology GmbH & Co. KG (LPT), Hamburg, durchgeführt.

Gruppen mit je 6 Mäusen wird ein DNA-Impfstoff vermischt mit unterschiedlichen Mengen von Fettmolekülen in die Haut am Schwanzansatz injiziert. Am 21. Tag danach erfolgt die zweite Impfung auf die gleiche Weise. Am Testtag 35 wird eine Blutprobe genommen, um das Blutserum auf Antikörper zu überprüfen. Das weitere Schicksal der Mäuse wird nicht beschrieben.

Die Ratten werden in zwei Gruppen von je 30 Tieren eingeteilt. 30 Tieren wird der DNA-Impfstoff vermischt mit Fettmolekülen einmalig in die Haut am Schwanzansatz injiziert, 30 Ratten erhalten zum Vergleich nur Wasser injiziert. Nach 24 Stunden, 14 Tagen und 60 Tagen wird jeweils 10 Tieren pro Gruppe Blut aus dem Venengeflecht hinter dem Augapfel abgenommen. Danach werden die Tiere getötet und Gewebeproben für weitere Untersuchungen entnommen.

Die Arbeit wurde finanziell unterstützt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und Ministry of Economic Affairs, Niederlande.

Bereich: Toxikologie, Impfstoffforschung

Originaltitel: Combination of MIDGE-Th1 DNA vaccines with the cationic lipidSAINT-18: Studies on formulation, biodistribution and vector clearance

Autoren: Anne Endmann (1), Detlef Oswald (1), Oliver Riede (1), Eduard G. Talman (2), Roelien E. Vos (3), Matthias Schroff (1), Christiane Kleuss (1), Marcel H.J. Ruiters (1), Christiane Juhls (2)

Institute: (1) MOLOGEN AG, Fabeckstr. 30, 14195 Berlin, (2) Synvolux Therapeutics B.V., Groningen, Niederlande, (3) Department of Pathology and Medical Biology, University Medical Center Groningen, Groningen, Niederlande

Zeitschrift: Vaccine 2014: 32; 3460–3467

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4888



Dokument 197Titel: Studien zur Giftigkeit von D-Kampfer bei schwangeren Ratten und Kaninchen und deren Embryonen
Hintergrund: Bei diesem Tierversuch wird die Giftigkeit von D-Kampfer an schwangeren Ratten und Kaninchen getestet.
Tiere: 156 Tiere verschiedener Arten (100 Ratten, 56 Kaninchen )
Jahr: 1997

Versuchsbeschreibung: An schwangeren Sprague-Dawley Ratten (Moellegard Breeding Center, Ejby, Dänemark) und Himalaya Kaninchen (Chr. Fred Leuschner & Co, Löhndorf, Deutschland) wird die Giftigkeit von Kampfer getestet. Kampfer ist ein Wirkstoff, der im ätherischen Öl des Kampferbaumes vorkommt. Der Wirkstoff wird normalerweise nur äußerlich angewendet und ihm wird eine schmerzstillende und durchblutungsfördernde Wirkung zugeschrieben. Er wird häufig für Erkältungsbäder bzw. -salben verwendet. Bei diesem Versuch wird der Wirkstoff allerdings schwangeren Ratten und Kaninchen per Magensonde eingeführt, um herauszufinden, ob der Verzehr der Substanz Veränderungen beim Fötus auslöst.

Die in Einzelkäfigen gehaltenen Ratten werden in drei Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe erhält vom 6. bis zum 17. Tag der Schwangerschaft oral täglich unterschiedliche Dosen D-Kampfer. Am 20. Tag der Schwangerschaft werden alle Tiere getötet und die Feten auf Fehlbildungen untersucht (Die Schwangerschaft beträgt bei Ratten etwa 3 Wochen. Die Feten sind zum Zeitpunkt der Tötung ihrer Mütter also schon sehr weit entwickelt).

An keinem der Embryonen können Abweichungen festgestellt werden. Die Gruppe Ratten, die eine mittlere Dosis erhält, reduziert die Futteraufnahme und hat einen erhöhten Speichelfluss. Starke Vergiftungserscheinungen werden bei den Tieren mit der stärksten Dosierung beobachtet: Sie zeigen Zuckungen/Krämpfe, verminderte Bewegungslust, Gänsehaut und verlieren an Gewicht. Außerdem werden bei der Obduktion einiger Ratten aus den Gruppen mit einer mittleren bzw. hohen Verabreichungsmenge Tumore im Magen gefunden.

Den in Einzelkäfigen gehaltenen Kaninchen wird vom 6. bis zum 18. Tag der Schwangerschaft verschiedene Dosen D-Kampfer mittels einer Magensonde eingeführt. Am 20. Tag der Schwangerschaft werden alle Kaninchen getötet und die Embryonen auf Fehlbildungen bzw. Abweichungen hin untersucht (Die Schwangerschaft bei Kaninchen beträgt ca. 4 Wochen). In keiner der Dosis-Gruppen können Fehlbildungen an den Embryonen festgestellt werden. Kaninchen aus der höchst dosierten Gruppe zeigen Abweichungen in Bezug auf Fressverhalten und Körpergewicht.

Bereich: Toxikologie

Originaltitel: Reproductive toxicity studies of D-camphor in rats and rabbits

Autoren: Jost Leuschner

Institute: LPT Laboratory of Pharmacology and Toxicology GmbH & Co. KG, Redderweg 8, 21147 Hamburg

Zeitschrift: Arzneimittel-Forschung / Drug Research 1997: 47(2); 124-128

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4887



Dokument 198Titel: Evaluation der Verträglichkeit und Immunogenität von UVC-bestrahlten autologen Blutplättchen bei Hunden
Hintergrund: Test an Hunden, ob eine neue Behandlungsmethode von Spenderblut für Bluttransfusionen schädlich ist. Bisher werden Blutpräparate mit chemischen Stoffen und einem ultravioletten Licht (UV) bearbeitet, um schädliche Zellen und Krankheitserreger abzutöten. In diesem Versuch wird eine neue Methode ausprobiert, bei der eine andere Wellenlänge zum Bearbeiten des Blutes die chemischen Zusätze überflüssig machen soll.
Tiere: 16 Hunde (Beagles)
Jahr: 2012

Versuchsbeschreibung: Die 16 Beagles (männlich, 22 bis 49 Monate alt) stammen von einem lokalen Züchter und werden am LPT Laboratory of Pharmacology and Toxicology GmbH & Co. KG, Hamburg, gehalten. Dort finden vermutlich auch die Versuche statt.

Zwei Gruppen á 6 Hunden erhalten jede zweite Woche eine Bluttransfusion von 100ml Blutplättchenkonzentrat über einen Zeitraum von 10 Wochen. Die eine Gruppe erhält ein Blutplättchenkonzentrat, das zuvor mit ultraviolettem Licht C (UVC)-Licht bestrahlt wurde. Das Konzentrat der anderen Gruppe wurde nicht bestrahlt. Das Blut stammt von anderen Hunden und wird von der Firma MacoPharma Mouvaux, Frankreich, erworben.

Eine dritte Gruppe (4 Hunde) wird als Kontrollgruppe eingesetzt. Sie bekommt im gleichen Zeitraum jeweils 100 ml Kochsalzlösung als Infusion. Jeweils 24 Stunden vor und nach dem Versuch werden den Hunden Blutproben entnommen, um verschiedene Werte zu überprüfen. Vor und nach jeder Infusion werden folgende Untersuchungen an den Hunden vorgenommen: Es werden Fell, Augen, Atem und Kreislauf überprüft, die Körpertemperatur wird gemessen und es werden neurologische Tests durchgeführt. Die Herzwerte und der Blutdruck werden festgestellt. Außerdem werden die Lymphknoten überprüft und die Einstichstellen kontrolliert. Das weitere Schicksal der Beagles wird nicht erwähnt.

Die Hunde aller Gruppen zeigen keine Immunreaktionen oder andere klinische Reaktionen. Die Blutwerte in den beiden Gruppen, die mit Bluttransfusionen behandelt wurden, geben keinen Aufschluss über gesundheitsschädliche Reaktionen. Die Autoren äußern jedoch Zweifel, ob eine Übertragung der Testergebnisse auf Menschen zulässig sei.

Bereich: Pharmakologie, Toxikologie

Originaltitel: Evaluation of the tolerability and immunogenicity of ultraviolet C-irradiated autologous platelets in a dog model

Autoren: Petra Pohler (1), Jörg Lehmann, Verena Veneruso, Janina Tomm, Martin von Bergen, Bernd Lambrecht, Barbara Kohn, Christiane Weingart, Thomas H. Müller, Axel Seltsam (1)* (Autoren ohne Zuordnung)

Institute: (1) Deutsches Rotes Kreuz NSTOB, Institut Springe, Eldagsener Straße 38, 31832 Springe; ohne Zuordnung: Abteilung für Zelltechnik, Fraunhofer Institut für Zelltherapie und Immunologie, Leipzig; Abteilung für Proteomics und Abteilung für Metabolomics, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ, Leipzig; Kleintierklinik, Veterinärmedizinische Fakultät, Freie Universität Berlin, Berlin

Zeitschrift: Transfusion 2012: 52; 2414-2426

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4886



Dokument 199Titel: Etablierung eines Modells einer niedrig dosierten Blutvergiftung beim Hund zum Test entzündungshemmender Medikamente: Auswirkungen von Prednisolon
Hintergrund: Entwicklung eines „Tiermodells“ für die Testung von pharmakologischen Substanzen gegen Entzündungen. Ein solcher pharmakologischer Test wird bereits routinemäßig mit menschlichen Freiwilligen gemacht. Test an Hunden fehlen aber in der Literatur. Diese Lücke wird hier gefüllt und die Daten mit denen von Menschen verglichen.
Tiere: 36 Hunde (Beagles)
Jahr: 2013

Versuchsbeschreibung: In diesem Versuch werden Beagle-Hunden Bakterienbestandteile, sogenannte Lipopolysaccharide (LPS), injiziert, die eine Entzündungsreaktion auslösen. Der Versuch besteht aus zwei Teilen. Zuerst werden 12 Beagles (männlich, 13 – 61 Monate alt) in 4 Gruppen unterteilt, um eine Dosisfindungsstudie durchzuführen. Die ersten drei dieser Gruppen erhalten verschiedene Dosen LPS als Infusion in eine Vorderbeinvene. Die vierte Hundegruppe erhält als Placebo eine Kochsalzlösung.

Innerhalb von 3 Tagen nach der Injektion werden 17 Blutproben aus einer Beinvene genommen. Die Tiere werden vor und nach der Verabreichung auf klinische Auffälligkeiten untersucht. Alle Tiere, die mit LPS behandelt werden, zeigen gerötete Augen, gerötete Ohren und gerötetes Zahnfleisch. Fünf Hunde zeigen leicht erhöhten Herzschlag und drei weitere eine erhöhte Atemfrequenz. Bei allen Hunden, denen LPS gespritzt wurden, kommt es zu Fieber. Die Körpertemperatur steigt um ca. 2 Grad C an. Außerdem leiden in der mittel- und höherdosierten LPS-Gruppe fünf Hunde unter Erbrechen und zwei von ihnen können den Kotabsatz nicht kontrollieren.

Im zweiten Teil des Versuches werden 24 Beagles (6 Monate alt) verschiedene Dosen Prednisolon (entzündungshemmendes Medikament) verabreicht. Die Tiere werden in drei Testgruppen und eine Placebogruppe unterteilt. Die Hunde erhalten an drei aufeinander folgenden Tagen Prednisolon oral eingegeben. Die Placebogruppe erhält Wasser.

Am dritten Tag wird allen Hunden zwei Stunden nach der letzten Medikamentengabe eine Infusion LPS verabreicht. Alle Tiere haben nach der LPS-Infusion weichen Kotabsatz, bei 13 Hunden hält dies noch 2 weitere Tage an. Vier Hunde müssen sich 2 bis 6 Stunden nach der Infusion übergeben. Bei allen Hunden aus der Kontrollgruppe steigt die Körpertemperatur um 1,6 °C Grad an, bei den Hunden aus den Prednisolon-Dosis-Gruppen kommt es zu keinem so hohen Temperaturanstieg. An zwei Tagen vor und in den 2 Tagen nach der Infusion werden insgesamt 16 Blutproben genommen, verschiedene Blutwerte zu überprüfen. Das weitere Schicksal der Hunde wird nicht erwähnt.

Bereich: Pharmakologie, Toxikologie

Originaltitel: Establishment of a low dose canine endotoxemia model to test anti-inflammatory drugs: Effects of prednisolone

Autoren: F. de Vries (1), J. Leuschner (2), B. Jilma (3), U. Derhaschnig (3)

Institute: (1) Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH, Bingener Str. 173, 55218 Ingelheim am Rhein, (2) LPT - Laboratory of Pharmacology and Toxicology, Hamburg, (3) Institut für Klinische Pharmakologie, Medizinische Fakultät der Universität Wien, Österreich

Zeitschrift: International Journal of Immunopathology and Pharmacology 2013: 26(4); 861-869

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4885



Dokument 200Titel: Variation der sozialen Erfahrungen im Erwachsenenalter hat keinen differentiellen Einfluss auf das Angstverhalten, jedoch auf die Stresshormon-Spiegel
Hintergrund: Bei dieser Studie zur Auswirkung sozialer Erfahrungen auf Angstverhalten und Stresshormone von Mäusen werden keinerlei Unterschiede im Verhalten festgestellt, und die "wertvollste Erkenntnis" ist, dass Männchen durch längeres Beisammensein mit einem Weibchen weniger Stresshormone produzieren, als wenn sie vor einem aggressiven Männchen flüchten müssen.
Tiere: 91 Mäuse
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom LANUV in Nordrhein-Westfalen genehmigt (Genehmigungs-ID: 84–02.04.2015.A441). Die Mäuse stammen aus der Versuchstierzucht Charles River Laboratories, Sulzfeld, und aus der internen Zucht der Abteilung für Verhaltensbiologie der Universität Münster. Sie werden einzeln in kleinen Plastikkästen gehalten. Es werden 3 experimentelle Gruppen mit je 12 männlichen Mäusen gebildet, die jeweils 2 aufeinanderfolgende positive oder negative soziale Phasen durchlaufen. Die erste Phase dauert 25 Tage, die zweite 8 Tage, der Abstand dazwischen beträgt 1 Woche. Die Mäuse der ersten Gruppe werden in Phase 1 mehrmals für maximal 10 Minuten mit einem fremden, dominanten Männchen des besonders aggressiven Mausstamms NMRI konfrontiert. Im Durchschnitt attackiert das aggressive Männchen das "Versuchstier" mehr als viermal pro Minute. In Phase 2 werden das "Versuchstier" und das aggressive Männchen durchgehend zusammen in einem Käfigsystem gehalten, in dem das "Versuchstier" durch ein Wasser-gefülltes Becken in einen Fluchtkäfig entfliehen kann. Die Tiere der zweiten Gruppe werden in der ersten Phase mehrmals für 10 Minuten mit einem paarungsbereiten Weibchen zusammengesetzt, wobei es zur Paarung kommt. Phase 2 verläuft wie bei den Tieren der ersten Gruppe, also durchgehende Haltung mit einem aggressiven Männchen. Die Mäuse der dritten Gruppe werden zunächst mehrmals für 10 Minuten mit einem paarungsbereiten Weibchen zusammengesetzt und bleiben in der zweiten Phase durchgehend mit diesem Weibchen zusammen in einem Käfigsystem.

Am Ende der Studien werden die Mäuse mehreren Angst-/Stresstests unterzogen und ihr Verhalten dokumentiert. Sie werden auf ein erhöhtes Labyrinth ("Elevated Plus Maze") gesetzt, in dem sich geschlossene und offene Bereiche befinden, wobei die offenen Bereiche die Maus lediglich durch eine 4 mm hohe Rampe vor einem Sturz bewahren. Mäuse fürchten sich von Natur aus vor offenen Flächen. Im nächsten Test werden die Tiere in ein Behältnis mit schwarzen und weißen, grellen Flächen gesetzt. Mäuse sind nachtaktiv und meiden von Natur aus Helligkeit. Des Weiteren werden die Mäuse in einem dunklen Behälter auf eine weiße, hell erleuchtete Fläche ("Open Field") gesetzt, der sie nicht entkommen können. Der Behälter wird entfernt und die Bewegung der Maus beobachtet. Zusätzlich werden im Kot der Mäuse Abbauprodukte von Stresshormonen gemessen.

Die Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziell unterstützt.

Bereich: Stressforschung, Angstverhaltensforschung, Verhaltensforschung

Originaltitel: Varying social experiences in adulthood do not differentially affect anxiety-like behavior but stress hormone levels

Autoren: Niklas Kästner (1,2)*, S. Helene Richter (1,2), Carina Bodden (1), Rupert Palme (3), Sylvia Kaiser (1,2), Norbert Sachser (1,2)

Institute: (1) Abteilung für Verhaltensbiologie, Universität Münster, Badestraße 13, 48149 Münster, (2) Münster Graduate School of Evolution, Universität Münster, Münster, (3) Department für Biomedizinische Wissenschaften, Veterinärmedizinische Universität, Wien, Österreich

Zeitschrift: Frontiers in Behavioral Neuroscience 2018: 12(72). Doi:10.3389/fnbeh.2018.00072

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4884



Dokument 201Titel: Die Qualität der Wiederherstellung des kortikalen Netzwerks ist von der Lokalisierung und dem Grad der Demyelinisierung abhängig
Hintergrund: Mäuse, deren Gehirne durch giftige Substanzen zerstört werden, sollen dazu dienen, für die komplexe Multiple Sklerose-Erkrankung die Auswirkungen therapeutischer Ansätze, die bereits an Patienten getestet werden, näher zu ergründen.
Tiere: 260 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom LANUV in Nordrhein-Westfalen genehmigt (Genehmigungs-ID: 87-51.04.2010.A331). Aus welcher Zucht die Mäuse stammen, wird nicht erwähnt. Die Tiere werden einzeln in Käfigen gehalten (Mäuse sind hochsoziale Rudeltiere). Auf verschiedenen Wegen wird bei den Mäusen eine sogenannte Demyelinisierung eingeleitet, ein Prozess, der bei Multipler Sklerose (MS) im zentralen Nervensystem (ZNS) im Gehirn auftritt. Dabei wird Myelin, die Schutzhülle der Nerven, zerstört. Diesen Prozess rückgängig zu machen, ist ein Ansatz, der für die MS-Therapie bereits klinisch erprobt wird. Es werden 2 Ansätze verfolgt, um das ZNS der Tiere zu schädigen. Anschließend wird beobachtet, inwieweit sich die Schäden im Gehirn von selbst wieder zurückbilden. Folgen einer Myelin-Zerstörung sind u.a. Störungen des Hör-und Sehvermögens, sowie eine gestörte Wahrnehmung und Motorik.

Einer Gruppe von Mäusen wird über 5-6 Wochen Cuprizon im Futter verabreicht, ein Gift, das eine umfassende, massive Myelin-Zerstörung bewirkt. 7, 25 und 45 Tage nach der Fütterung werden die Tiere getötet, um das Ausmaß der Gehirn-Schäden zu analysieren. Eine zweite Gruppe von Mäusen wird mit Lysolecithin behandelt, wobei gezielt bestimmte Regionen im Gehirn geschädigt werden. Hierzu werden die Mäuse betäubt, und zusätzlich ein Mittel gespritzt, um die Schmerzen nach dem operativen Eingriff zu mindern. Der Kopf der Tiere wird in einem stereotaktischen Apparat fixiert, in den Schädelknochen wird ein Loch geschnitten und das Gift wird mit einer Nadel an bestimmte Stellen im Gehirn gespritzt, wo es das Myelin zerstört. Danach wird das Loch wieder verschlossen. 7 Tage lang wird täglich geprüft, ob sich die Tiere von dem operativen Eingriff erholen.

Schließlich werden die Mäuse getötet. Dazu werden sie mit dem kaum schmerzstillenden Inhalations-Anästhetikum Isofluran betäubt, der Brustkorb wird aufgeschnitten und Formalin wird über die linke Herzkammer in den Blutkreislauf eingeleitet. Dadurch wird das Blut des Tieres durch das Fixierungsmittel Formalin ausgetauscht und das Tier stirbt.

Für eine andere Untersuchung werden die Mäuse betäubt und Elektroden operativ ins Gehirn eingepflanzt. 7-10 Tage später werden an den unbetäubten Tieren über die Elektroden die Nervensignale aufgezeichnet, bevor, während und nachdem sie Ton-Reizen ausgesetzt werden. Nach den Tests werden die Tiere durch eine gespritzte Substanz getötet. Des Weiteren werden die Mäuse einem sogenannten Angstkonditionierungs-Test unterzogen. Hierbei wird jeweils eine Maus in eine kleine Kammer eingeschlossen, wo ihr Töne vorgespielt, die teilweise mit Elektroschocks kombiniert werden (über den Boden der Kammer verabreicht), um ein Angstverhalten anzutrainieren. An einem Tag wird die Maus sechsmal einer Ton-Elektroschock-Behandlung ausgesetzt. Nach 24 Stunden wird geprüft, ob das Tier auf den alleinigen Ton, ohne Elektroschock, mit Angststarre reagiert. An einem weiteren Tag wird die Prozedur in ähnlicher Form mit denselben Tieren wiederholt.

Die Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie den Firmen Biogen Idec und Novartis finanziell unterstützt.

Bereich: Multiple-Sklerose-Forschung, Neurologie, Neuropathologie, Neurophysiologie

Originaltitel: The quality of cortical network function recovery depends on localization and degree of axonal demyelination

Autoren: Manuela Cerina (1)*, Venu Narayanan (1), Kerstin Göbel (1), Stefan Bittner (2), Tobias Ruck (1), Patrick Meuth (1), Alexander M. Herrmann (1), Martin Stangel (3), Viktoria Gudi (4), Thomas Skripuletz (4), Thiemo Daldrup (5), Heinz Wiendl (1), Thomas Seidenbecher (5), Petra Ehling (1), Christoph Kleinschnitz (6), Hans-Christian Pape (5), Thomas Budde (5), Sven G. Meuth (1)*

Institute: (1) Klinik für Neurologie, Universität Münster, Albert-Schweitzer-Campus 1, 48149 Münster, (2) Klinik und Poliklinik für Neurologie, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz, (3) Abteilung für Klinische Neuroimmunologie und Neurochemie, Klinik für Neurologie, Medizinische Hochschule Hannover und Zentrum für Systemische Neurowissenschaften Hannover, Hannover, (4) Klinik für Neurologie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, (5) Institut für Physiologie I, Universität Münster, Münster, (6) Neurologische Klinik und Poliklinik, Universität Würzburg, Würzburg

Zeitschrift: Brain, Behavior, and Immunity 2017: 59; 103-117

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4883



Dokument 202Titel: Detektion und Charakterisierung von Colitis und Karzinogenese bei Mäusen mittels molekular-gerichtetem kontrastmittelverstärktem Ultraschalls
Hintergrund: Ein neues Verfahren des kontrastmittelverstärkten Ultraschalls soll zur Untersuchung von Mäusen dienen, bei denen durch Chemikalien Darmentzündung und Darmkrebs ausgelöst wurden.
Tiere: 70 Mäuse
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden unter der Genehmigungs-ID: 84-02.04.2013.A093, vermutlich vom LANUV in Nordrhein-Westfalen genehmigt. Die Mäuse werden von der Versuchstierzucht Charles River Laboratories, Sulzfeld, bezogen. An den Tieren wird der Zusammenhang von Darmentzündung und Darmkrebs untersucht. Über einen Zeitraum von 3, 6 und 9 Tagen wird einer Gruppe von Mäusen Dextransulfat (DSS) über das Trinkwasser verabreicht, wodurch bei den Tieren eine akute Colitis (Dickdarmentzündung) ausgelöst wird. Nach 9 Tagen verlieren die Tiere aufgrund der Entzündung bis zu 15% ihres Körpergewichts und die Dickdarmwand schwillt bis auf das 3-fache an. Am Ende der DSS-Gabe wird den Mäusen für 12 Stunden das Futter entzogen und eine Ultraschall-Untersuchung durchgeführt.

In einer weiteren Versuchsreihe wird bei einer Gruppe von Mäusen ein kolorektales Karzinom (Dickdarmkrebs) ausgelöst. Hierfür wird den Tieren zunächst eine Einzeldosis der Erbgut-verändernden Substanz Azoxymethan (AOM) in die Bauchhöhle gespritzt. Während der ersten, vierten und siebten Woche nach der AOM-Injektion wird den Tieren dann für jeweils 7 Tage DSS über das Trinkwasser verabreicht, um eine Dickdarmentzündung auszulösen. Nach 6 Wochen und nach 12 Wochen wird jeweils eine Ultraschall-Untersuchung an den Mäusen durchgeführt.

Für die Ultraschall-Untersuchungen wird den betäubten Mäusen mit einer Metall-Kanüle über den After ein Ultraschallkontaktgel in den Dickdarm eingeflößt und wenig später wird ein Kontrastmittel in die Schwanzvene gespritzt. Nach der Ultraschall-Untersuchung werden die Mäuse durch eine Überdosis Isofluran getötet. Der Dickdarm wird für weitere Untersuchungen der Entzündung und des Tumors entnommen.

Bereich: Entzündungsforschung, Bildgebende Verfahren, Gastroenterologie, Krebsforschung

Originaltitel: Detection and characterization of murine colitis and carcinogenesis by molecularly targeted contrast-enhanced ultrasound

Autoren: Markus Brückner (1)*, Jan Heidemann (2), Tobias M. Nowacki (1), Friederike Cordes (1), Jörg Stypmann (3), Philipp Lenz (4), Faekah Gohar (5), Andreas Lügering (6), Dominik Bettenworth (1)

Institute: (1) Medizinische Klinik B für Gastroenterologie und Hepatologie, Universitätsklinikum Münster, Albert-Schweitzer-Campus 1, 48149 Münster, (2) Klinik für Gastroenterologie, Klinikum Bielefeld Mitte, Bielefeld, (3) Abteilung für Kardiologie und Angiologie, Universitätsklinikum Münster, Münster, (4) Abteilung für Palliativmedizin, Universitätsklinikum Münster, Münster, (5) Abteilung für Pädiatrische Rheumatologie und Immunologie, Universitätsklinikum Münster, Münster, (6) Medizinisches Versorgungszentrum Portal 10, Münster

Zeitschrift: World Journal of Gastroenterology 2017: 23(16); 2899-2911

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4882



Dokument 203Titel: [18F] Falliprid-PET / CT-Analyse des Dopamin-D2 / D3-Rezeptors im Hemiparkinson-Rattenhirn nach intrastriataler Botulinum-Neurotoxin-A-Injektion
Hintergrund: Es wird Botulinumtoxin ("Botox") zur Behandlung von Parkinson an Ratten getestet.
Tiere: 26 Ratten
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Tiere werden bei Charles River WIGA in Sulzfeld gekauft und die Versuche werden von Mecklenburg-Vorpommern unter der Nummer LALLF M-V/7221.3-1-005/16 am 3.8.2016 genehmigt. Zuerst wird den Tieren unter Narkose ein Gift namens 6-Hydroxydopamin (6-OHDA) in das Vorderhirn gespritzt. 6-OHDA ist eine neurotoxische Verbindung, die verwendet wird, um bestimmte Nervenzellen im Gehirn zu zerstören. Durch die Zerstörung der Nervenzellen zeigen die Tiere ein Verhalten, das als Hemiparkinson (Hemi-PD) bezeichnet wird und angeblich Ähnlichkeiten mit der menschlichen Parkinson-Krankheit haben soll. Kontrolltiere erhalten eine wirkungslose Substanz.

Um zu testen, ob das Gift die Zellen ausreichend zerstört hat, werden nach 4 Wochen Apomorphin und Amphetamin gespritzt, die ein Rotationsverhalten auslösen, d.h., die Ratten drehen sich im Kreis. In einem sogenannten Rotameter werden die Umdrehungen der Ratte pro Minute (rpm = rounds per minute) gemessen. Mindestens vier Drehung pro Minute gelten als "erfolgreich".

1-2 Wochen später wird einem Teil der Ratten Botulinumtoxin A (besser bekannt unter dem Handelsnamen "Botox") direkt ins Gehirn gespritzt. In den folgenden Wochen werden in Abständen drei Positronen-Emissions-Tomographie-Screens (PET-CT) mit den Tieren gemacht. Auch der Drehtest mit Apomorphin und Amphetamin wird wiederholt. 32 Wochen nach Zerstörung der Nervenzellen mit dem Gift wird von den Tieren unter Narkose eine Magnetresonanztomographie gemacht, anschließend werden sie auf nicht genannte Weise getötet.

Die Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Universität Rostock/Universitätsmedizin Rostock finanziert.

Bereich: Parkinson-Forschung

Originaltitel: [18F]fallypride-PET/CT Analysis of the dopamine D2/D3 receptor in the hemiparkinsonian rat brain following intrastriatal botulinum neurotoxin A injection

Autoren: Teresa Mann (1)*, Jens Kurth (2), Alexander Hawlitschka (1), Jan Stenzel (3), Tobias Lindner (3), Stefan Polei (3), Alexander Hohn (2), Bernd J. Krause (2), Andreas Wree (1)

Institute: (1) Universitätsmedizin Rostock, Institut für Anatomie, Gertrudenstr. 9, 18057 Rostock, (2) Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Universitätsmedizin Rostock, Rostock, (3) Core Facility Multimodale Kleintierbildgebung, Universitätsmedizin Rostock, Rostock

Zeitschrift: Molecules 2018: 23(3); 587. doi: 10.3390/molecules23030587

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4881



Dokument 204Titel: Die Pathogenese der durch Diclofenac hervorgerufenen immunoallergischen Hepatitis in einem Hundemodell der Leberschädigung
Hintergrund: Es ist schon lange bekannt, dass Diclofenac Leber- und Nierenschäden verursacht. Die letzten Jahre wurde dies aber nur bei Menschen und Mäusen gezeigt. Um dies nochmal an Hunden zu zeigen und die Mechanismen der Schädigung näher zu ergründen, wird Beagles über 28 Tage eine Überdosis an Diclofenac verabreicht. Dann werden diese und 3 Kontrolltiere Tiere getötet und die geschädigten Organe untersucht.
Tiere: 9 Hunde (Beagles)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Es werden neun Hunde bei Marshall Beijing (Marshall Farms Wayao village, Liucun town, Changping District, China) gekauft. Wer die Versuche genehmigt und wo die Tiere gehalten werden, wird nicht erwähnt. Jeweils drei Tiere erhalten kein Diclofenac, drei Hunde bekommen eine Überdosis von 1 mg/kg Diclofenac und drei Tiere bekommen eine starke Überdosis von 3 mg/kg Diclofenac. Diese Vergiftung geschieht täglich durch orale Eingabe über einen Zeitraum von 28 Tagen. Die Tiere erleiden starke Immunreaktionen, Nieren- und Leberschäden. Die Beagle werden nach 28 Tagen getötet und eingehend untersucht. Wie die Tiere getötet werden, wird nicht erwähnt.

Die Arbeit wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), dem "Division of Predictive Toxicology, Korea Institute of Toxicology" und dem Institut für Pharmako- und Toxikogenomikforschung der Medizinische Hochschule Hannover, finanziert.

Bereich: Pharmakologie

Originaltitel: The pathogenesis of diclofenac induced immunoallergic hepatitis in a canine model of liver injury

Autoren: Saravanakumar Selvaraj (1), Jung-Hwa Oh (2), Reinhard Spanel (1,3), Florian Länger (4), Hyoung-Yun Han (2), Eun-Hee Lee (2), Seokjoo Yoon (2), Jürgen Borlak (1)*

Institute: (1) Zentrum für Pharmakologie und Toxikologie, Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover, (2) Department of Predictive Toxicology, Korea Institute of Toxicology, Yuseong, Daejeon, Republik Korea, (3) Institut für Pathologie, Viersen, (4) Institut für Pathologie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover

Zeitschrift: Oncotarget 2017; 8(64): 107763-107824

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4880



Dokument 205Titel: Unterscheidungsmerkmale von Mikroglia- und Monozyten-abgeleiteteten Makrophagen nach einem Schlaganfall
Hintergrund: Das Verhalten bestimmter Zellen des zentralen Nervensystems nach einem künstlich ausgelösten Schlaganfall bei Mäusen.
Tiere: 300 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Es werden verschiedene transgene Mäuselinien gezüchtet. Andere Tiere werden bei Jackson Laboratories, Bar Harbor, ME, USA, gekauft. Es werden sogenannte Chimären ("Mischwesen") hergestellt. Hierfür wird das Knochenmark von "Spendermäusen" auf "Empfängermäuse" übertragen. "Spendermäuse" werden getötet, um das Knochenmark aus Ober- und Unterschenkelknochen zu gewinnen. Die "Empfängermäuse" werden zunächst mit einer tödlichen Dosis bestrahlt (so wird es in dem Artikel beschrieben), um ihr Immunsystem zu schädigen, damit sie die fremden Zellen nicht abstoßen. Dann erhalten sie das aufgearbeitete Knochenmark in die Blutbahn injiziert. Offensichtlich sterben sie trotz der tödlichen Bestrahlung nicht.

28 Tage später wird bei den Mäusen unter Narkose künstlich ein Schlaganfall ausgelöst. Dazu wird die Haut am Hals aufgeschnitten. In die Halsarterie wird ein Nylonfaden eingeführt und bis in eine feine Arterie im Gehirn geschoben. Der Faden verstopft hier das Blutgefäß, so dass der Gewebebereich dahinter nicht mehr mit Blut versorgt wird. Nach 30 Minuten wird der Faden wieder herausgezogen.

Sieben bis neun Tage nach der Operation werden die Mäuse nach einer tödlichen Dosis Narkosemittel geköpft, und die Gehirne werden zur weiteren Untersuchung entnommen.

Die Arbeit wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, der Europäischen Union, dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen und dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung unterstützt.

Bereich: Schlaganfallforschung

Originaltitel: Distinguishing features of microglia- and monocyte-derived macrophages after stroke

Autoren: Golo Kronenberg (1,2,3), Ria Uhlemann (1), Nadine Richter (4), Friederike Klempin (1,2,4), Stephanie Wegner (1), Lilian Staerck (4), Susanne Wolf (4), Wolfgang Uckert (4,5), Helmut Kettenmann (4), Matthias Endres (1,6), Karen Gertz (1)*

Institute: (1)* Centrum für Schlaganfallforschung Berlin, Klinik für Neurologie, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Corporate Member of Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin und Gesundheitsinstitut Berlin, Charitéplatz 1, 10117 Berlin, (2) Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Campus Mitte, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Corporate Member of Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin und Gesundheitsinstitut Berlin, (3) Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Zentrum für Nervenheilkunde, Universitätsmedizin Rostock, Rostock, (4) Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC), Helmholtz Zentrum, Robert-Roessle-Str. 10, 13125 Berlin, (5) Institut für Biologie, Humboldt-Universität Berlin, Robert-Roessle-Str. 10, 13125 Berlin, (6) DZNE - Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in der Helmholtz-Gemeinschaft, Charitéplatz 1, 10117 Berlin

Zeitschrift: Acta Neuropathologica 2017: 135(4); 551-568

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4879



Dokument 206Titel: Die simultane intrinsische Signalabbildung der Hörrinde und der Sehrinde zeigt bei akutem Hörverlust tiefgreifende Auswirkungen auf die visuelle Verarbeitung
Hintergrund: Es ist bekannt, dass der Entzug des Gesichtssinns zu einer erhöhten Aktivität der Nervenzellen im dem entsprechenden Hirnareal führt. Hier wird untersucht, wie sich Hörverlust auf die Signalverarbeitung gleichzeitig in der Hör- und in der Sehrinde auswirkt.
Tiere: 20 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Thüringer Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz unter den Nummern 02-050/14 und 02-032/16 genehmigt. Unter Narkose wird den Tieren die Kopfhaut entfernt. Mit Dentalkunststoff wird eine Metallstange auf den Schädelknochen geklebt. Daran wird der Kopf in einem stereotaktischen Halteapparat fixiert. Der Schädelknochen über den Bereichen der Hör- und der Sehrinde (für das Hören und das Sehen zuständige Hirnbereiche) werden mit Gel und einem Deckglas bedeckt. Darüber befindet sich ein Bildgebungsgerät, mit dem Nervenzellaktivitäten durch den intakten Schädelknochen gleichzeitig in den beiden Hirnbereichen registriert werden können.

Auf beiden Seiten der Ohren werden Lausprecher positioniert, aus denen Töne verschiedener Lautstärke erschallen. Vor den Augen der Mäuse wird auf einem Monitor ein sich bewegender Balken gezeigt.

Nun wird die Maus aus dem Halteapparat genommen. Beidseitig wird das Trommelfell im Ohr durchstochen und der Hammer (Gehörknöchelchen des Mittelohrs) wird entfernt. Die daraus resultierende Taubheit wird CHL - Schallleitungsschwerhörigkeit - genannt. Danach wird das Tier erneut fixiert und die Nervenaktivitäten im Bereich der Hör- und der Sehrinde werden wieder registriert.

Andere Mäuse werden ertaubt, indem Wachs in beide Ohren gefüllt wird.

Bereich: Tierphysiologie, Neurophysiologie

Originaltitel: Simultaneous intrinsic signal imaging of auditory and visual cortex reveals profound effects of acute hearing loss on visual processing

Autoren: Manuel Teichert, Jürgen Bolz*

Institute: Friedrich Schiller Universität Jena, Allgemeine Zoologie und Tierphysiologie, Erbertstrasse 1, 07743 Jena

Zeitschrift: NeuroImage 2017: 159; 459-472

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4878



Dokument 207Titel: Homöostatische Plastizität und synaptische Skalierung im auditorischen Kortex der adulten Maus
Hintergrund: Es ist bekannt, dass der Entzug des Gesichtssinns zu einer erhöhten Aktivität der Nervenzellen im dem entsprechenden Hirnareal führt. Hier wird untersucht ob das auch bei Verlust des Hörsinns der Fall ist.
Tiere: 26 Mäuse
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Eine spezielle Mäuselinie wird bei Jackson Labs in den USA gekauft und die Versuche werden vom Thüringer Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz unter den Nummern 02-050/14 und 02-032/16 genehmigt. Es werden 3-5 Monate alte Mäuse der Zuchtlinie B57BL/6J verwendet.

Unter Narkose wird den Tieren die Kopfhaut entfernt. Mit Dentalkunststoff wird eine Metallstange auf den Schädelknochen geklebt. Daran wird der Kopf in einem stereotaktischen Halteapparat fixiert. Der Schädelknochen über dem Bereich der Hörrinde (für das Hören zuständiger Hirnbereich) wird mit Gel und einem Deckglas bedeckt. Darüber befindet sich ein Bildgebungsgerät, mit dem Nervenzellaktivitäten durch den intakten Schädelknochen registriert werden können.

Auf beiden Seiten der Ohren werden Lausprecher positioniert, aus denen Töne verschiedener Lautstärke erschallen. Gleichzeitig werden die Nervenaktivitäten in der Hörrinde gemessen.

Nun wird die Maus aus dem Halteapparat genommen. Beidseitig wird das Trommelfell im Ohr durchstochen und der Hammer (Gehörknöchelchen des Mittelohrs) wird entfernt. Die daraus resultierende Taubheit wird CHL - Schallleitungsschwerhörigkeit - genannt. Danach wird das Tier erneut fixiert und die Nervenaktivitäten werden wieder registriert.

In einem anderen Versuchsaufbau werden die Mäuse nach der Ertaubung in ihren Käfig zurückgesetzt. Sie bekommen ein Schmerzmittel. 3 Tage später erfolgen die Messungen an der Hörrinde. Außerdem wird vor den Augen der Tiere auf einem Bildschirm ein sich bewegender Balken gezeigt und gleichzeitig die Nervenströme im Bereich der Sehrinde gemessen. Die Tiere werden am Ende der Experimente getötet, um die Gehirne zu untersuchen. Zusätzlich werden einige Kontrollmäuse mit intaktem Mittelohr getötet.

Bereich: Tierphysiologie, Neurophysiologie

Originaltitel: Homeostatic plasticity and synaptic scaling in the adult mouse auditory cortex

Autoren: Manuel Teichert (1), Lutz Liebmann (2), Christian A. Hübner (2), Jürgen Bolz (1)*

Institute: (1) Friedrich Schiller Universität Jena, Allgemeine Zoologie und Tierphysiologie, Erbertstrasse 1, 07743 Jena, (2) Institut für Humangenetik, Friedrich Schiller Universität Jena

Zeitschrift: Scientific Report 2017: 7(1); 17423

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4877



Dokument 208Titel: Kreuzmodale Verfeinerung der Sehleistung nach kurzem somatosensorischen Entzug bei erwachsenen Mäusen
Hintergrund: Es ist bekannt, dass, wenn ein Sinn ausgeschaltet wird, andere Sinne geschärft werden. Hier wird untersucht, wie sich der Verlust des Tastsinns oder des Hörsinns auf die Sehfähigkeit von Mäusen auswirkt.
Tiere: 28 Mäuse
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Mäuse werden bei Jackson Labs gekauft und die Versuche werden vom Thüringer Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz unter den Nummern 02-050/14 und 02-032/16 genehmigt. Den Mäusen werden unter Narkose die Tasthaare ausgerissen. Danach bekommen die Tiere ein Schmerzmittel. Alle zwei Tage werden den Tieren dann die nachwachsenden Tastharre abgeschnitten. Kontrolltieren werden die Tasthaare nicht entfernt.

Mit den Mäusen beider Gruppen wird ein sogenannter visueller Wassertest (VWT) durchgeführt. Hierfür wird eine Maus in einen wassergefüllten trapezförmigen Pool gesetzt. An zwei Seiten befinden sich Bildschirme, auf denen Muster gezeigt werden. Ein Muster, eine sogenannte Sinuskurve, zeigt an, dass sich unter dem Bildschirm eine Plattform unter der Wasseroberfläche befindet, auf die die Maus sich setzen kann. Nun wird der Kontrast der Sinuskurve verringert, um zu testen, ob die Maus diese noch erkennen und damit die Plattform finden kann. In einem Durchgang werden die Tiere jeweils 10-mal ins Wasser gesetzt. Nach drei Stunden beginnt ein zweiter Durchgang.

Als nächstes wird den Tieren unter Narkose der Kopf in einen stereotaktischen Halteapparat fixiert und die Kopfhaut wird entfernt. Der Schädelknochenbereich über der Sehrinde wird mit Gel und einem Deckglas bedeckt. Darüber befindet sich ein Bildgebungsgerät, mit dem Nervenzellaktivitäten durch den intakten Schädelknochen registriert werden können. Vor der Maus befindet sich ein Bildschirm, auf dem Muster gezeigt werden. Gleichzeitig werden die Nervenaktivitäten im Gehirn gemessen.

In einem anderen Versuch werden Mäuse taub gemacht, indem unter Narkose beidseitig das Trommelfell durchstochen und der Hammer (Gehörknöchelchen) entfernt wird. Danach werden wieder die Nervenaktivitäten in der Sehrinde bestimmt. Eine Tötung der Tiere am Ende der Experimente ist anzunehmen.

Bereich: Tierphysiologie, Neurophysiologie

Originaltitel: Cross-modal refinement of visual performance after brief somatosensory deprivation in adult mice

Autoren: Manuel Teichert, Marcel Isstas, Steven Wenig, Christoph Setz, Konrad Lehmann, Jürgen Bolz*

Institute: Friedrich Schiller Universität Jena, Allgemeine Zoologie und Tierphysiologie, Erbertstrasse 1, 07743 Jena

Zeitschrift: European Journal of Neuroscience 2017: 47(2); 184-191

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4876



Dokument 209Titel: Beweise für funktionelle PAR-4-Thrombin-Rezeptor-Expression in kardialen Fibroblasten und deren Regulation durch hohe Glucose: PAR-4 in kardialen Fibroblasten
Hintergrund: Die diabetische Kardiomyopathie ist eine Herzmuskelerkrankung, die mit verschiedenen Veränderungen im Muskelgewebe von Diabetiker-Herzen einhergeht. Um diese Veränderungen bei Mäusen zu untersuchen, wird bei den Tieren künstlich ein Diabetes erzeugt und dann das Herzgewebe untersucht.
Tiere: 16 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Arbeit wird von der lokalen Tierversuchskommission genehmigt, die nicht näher benannt wird. Die transgenen Tiere stammen ursprünglich von Dr. Justin Hamilton, Australian Center for Blood Diseases, und werden im Haus gezüchtet. Wo dieses Haus ist, in Düsseldorf oder Münster, wird nicht erwähnt. Bei acht Mäusen wird im Alter von 6-8 Wochen ein Typ-1-Diabetes hervorgerufen, indem Streptozotocin (STZ) gespritzt wird. Das ist eine chemische Verbindung, die giftig für die Insulin-bildenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse ist, d.h., die Zellen gehen zu Grunde und es wird kein Insulin mehr produziert. Die Behandlung mit STZ wird über drei Wochen fortgeführt. Dann werden die Tiere auf nicht genannte Weise getötet, um Zellen aus dem Herzen zu entnehmen.

Andere acht Mäuse erhalten über acht Wochen ein Futter, das ebenfalls einen Diabetes auslöst. Auch diese Tiere werden getötet, um ihre Herzzellen zu untersuchen.

Die Arbeit wurde unterstützt von der Ernst und Berta Grimmke-Stiftung Düsseldorf, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der medizinischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Bereich: Diabetes-Forschung

Originaltitel: Evidence for functional PAR-4 thrombin receptor expression in cardiac fibroblasts and its regulation by high glucose: PAR-4 in cardiac fibroblasts

Autoren: Sonja Kleeschulte (1), Johann Jerrentrup (2), Daniel Gorski (2), Joachim Schmitt (2), Anke C. Fender (3)*

Institute: (1) Klinik fu?r Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Klinikum der Heinrich-Heine-Universität Du?sseldorf, (2) Institut fu?r Pharmakologie & Klinische Pharmakologie, Klinikum der Heinrich-Heine-Universität Du?sseldorf, (3)* Experimentelle und Klinische Hämostaseologie, Klinik fu?r Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie, Universitätsklinikum Mu?nster, Mendelstraße 11, 48149 Mu?nster

Zeitschrift: International Journal of Cardiology 2018: 252; 163-166

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4875



Dokument 210Titel: Hämatopoetische Stammzellen Gentherapie für IFNyR1-Mangel schützt Mäuse von mykobakteriellen Infektionen
Hintergrund: Ein seltenes Immundefekt-Syndrom mit Anfälligkeit für Mykobakterien wird bei Mäusen durch einen Gendefekt simuliert. Dieser Gendefekt wird durch Knochenmarktransplantation oder Gentherapie "therapiert". Die so behandelten Mäuse werden dann mit Mykobakterien infiziert und die verschiedenen "Heilungsansätze" werden an den kranken Mäusen verglichen.
Tiere: 100 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Arbeit wird in Niedersachsen genehmigt und die Tiere werden in der Medizinischen Hochschule Hannover gehalten. Die "monogen vererbte Suszeptibilität für Mykobakteriosen" (MSMD) ist ein bei Menschen selten vorkommendes Immundefekt-Syndrom mit Anfälligkeit für wenig krankmachende Mykobakterien. Um diese Krankheit bei Mäusen zu simulieren, wird eine Mäuselinie verwendet, der ein Gen fehlt. Bei einigen Tieren wird eine Knochenmarktransplantation durchgeführt. Hierfür werden die Empfänger-Tiere bestrahlt, um die Zellen des Knochenmarks abzutöten. 24 Stunden später werden den Empfängern Knochenmarkszellen von getöteten genmanipulierten oder nicht manipulierten Spendermäusen in die Schwanzvene injiziert. Andere Mäuse werden einer Gentherapie unterzogen. Dabei werden Viren als "Genfähren" benutzt, um Gensequenzen zusammen mit den Knochenmarkszellen in den Körper der Empfänger-Tiere einzubringen. Diese werden ebenfalls in die Schwanzvene injiziert. Als Kontrolle dienen unbehandelte Mäuse. Alle Mäuse werden 6 Wochen später unter Narkose durch Einsprühen in die Luftröhre oder in die Lunge mit Mykobakterien infiziert und 5-9 Wochen beobachtet und untersucht. Je nach Versuch sterben bis zu 90% der Mäuse innerhalb der ersten 40 Tage nach der Infektion. 9 Wochen nach der Infektion mit Mykobakterien werden auch die überlebenden Mäuse getötet und Organe entnommen.

Die Arbeit wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Else Kröner-Fresenius-Stiftung, der Joachim Herz Stiftung und dem MHH Hannover unterstützt.

Bereich: Gentherapie, Immunforschung

Originaltitel: Hematopoietic stem cell gene therapy for IFNyR1 deficiency protects mice from mycobacterial infections

Autoren: Miriam Hetzel (1,2), Adele Mucci (1,2), Patrick Blank (3), Ariane Hai Ha Nguyen (1,4), Jan Schiller (1,4), Olga Halle (5), Mark-Philipp Ku?hnel (6), Sandra Billig (7), Robert Meineke (1,4), Daniel Brand (1), Vanessa Herder (8), Wolfgang Baumgärtner (8), Franz-Christoph Bange (7), Ralph Goethe (9), Danny Jonigk (6), Reinhold Förster (5), Bernhard Gentner (10), Jean-Laurent Casanova (11,12,14,15,16), Jacinta Bustamante (11,12,13,14), Axel Schambach (1,17), Ulrich Kalinke (3), Nico Lachmann (1,4)*

Institute: (1)* Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Experimentelle Hämatologie, Carl-Neuberg-Str.1, 30625 Hannover, (2) 2RG Reprogramming and Gene, Exzellenzcluster REBIRTH, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, (3) Twincore - Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung, Helmholtz-Instituts für RNA -basierte Infektionsforschung und Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, (4) 4JRG Translational Hematology of Congenital Diseases, Exzellenzcluster REBIRTH, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, (5) Institut für Immunologie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, (6) Institut für Pathologie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, (7) Mikrobiologie und Krankenhaushygiene, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, (8) Tierärztliche Hochschule Hannover, Institut für Pathologie, Abteilung Diagnostik, Hannover, (9) Institut für Mikrobiologie, Zentrum für Infektionsmedizin Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, (10) San Raffaele Telethon Institute for Gene Therapy (TIGET), Scientific Institute HS Raffaele, Milan, Italien, (11) Laboratory of Human Genetics of Infectious Diseases, Necker Branch, INSERM U1163, Necker Hospital for Sick Children, Paris, Frankreich, (12) Paris Descartes University, Imagine Institute, Paris, Frankreich, (13) Center for the Study of Primary Immunodeficiencies, Assistance Publique-Hôpitaux de Paris AP-HP,Necker Hospital for Sick Children, Paris, Frankreich, (14) St. Giles Laboratory of Human Genetics of Infectious Diseases, Rockefeller Branch, The Rockefeller University, NY, USA, (15) Howard Hughes Medical Institute, NY, USA, (16) Pediatric Hematology-Immunology Unit, Assistance Publique-Hôpitaux de Paris AP-HP, Necker Hospital for Sick Children, Paris, Frankreich, (17) Division of Hematology/Oncology, Boston Children’s Hospital, Boston, MA, USA

Zeitschrift: Blood 2017: 131(5); 533-545

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4874



Dokument 211Titel: Sphingosin-1-Phosphat- und C-C-Chemokinrezeptor-2-abhängige Aktivierung von CD4 + -Plasmazytoid-dendritischen Zellen im Knochenmark trägt zu Anzeichen einer Sepsis-induzierten Immunsuppression bei
Hintergrund: Untersuchungen zum Verhalten bestimmter Zellen des körpereigenen Abwehrsystems bei einer künstlich ausgelösten Blutvergiftung.
Tiere: 300 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Arbeit wird vom Landesamt für Natur-, Umwelt-, und Verbraucherschutz (LANUV) in Nordrhein-Westfalen genehmigt. Die Tiere werden bei ENVIGO in Rossdorf und bei Janvier Labs, Saint Berthevin Cedex, in Frankreich gekauft. Mit den Tieren werden drei spezielle Mäuselinien gezüchtet. Hierfür werden die Tiere über mehrere Generationen am Universitätsklinikum Essen ingezüchtet.

Bei den eigentlichen Versuchen wird den Mäusen zunächst unter Narkose die Milz entfernt. Etwa einen Monat später wird bei den Tieren eine sogenannte polymikrobielle Sepsis (Blutvergiftung durch verschiedene Bakterien) verursacht. Hierfür wird unter Narkose der Bauch aufgeschnitten. Der Blinddarm wird herausgehoben, abgebunden und einmal mit einer Nadel durchstochen damit ein Teil vom Blinddarminhalt in die Bauchhöhle läuft. Dann wird der Blinddarm in die Bauchhöhle zurückgelegt. Dieses Caecal Ligation and Puncture (CLP) genannte "Modell" verursacht eine Sepsis mit einer Todesrate von 20% innerhalb der ersten 2 Tage. Sechs Stunden vor der Operation und alle sechs Stunden nach der Operation werden die überlebenden Mäuse mit verschiedenen Wirkstoffen behandelt. Den Tieren wird später zu bestimmten Zeitpunkten Blut, Organe und Knochenmark entnommen. Hierbei werden die Tiere offensichtlich getötet. Vier Tage nach der CLP sind vermutlich alle Tiere tot.

Die Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Universität Düsseldorf unterstützt.

Bereich: Sepsisforschung

Originaltitel: Sphingosine 1-phosphate- and C-C chemokine receptor 2-dependent activation of CD4+ plasmacytoid dendritic cells in the bone marrow contributes to signs of sepsis-induced immunosuppression

Autoren: Anna Smirnov (1), Stephanie Pohlmann (1), Melanie Nehring (1), Shafaqat Ali (2,3), Ritu Mann-Nu?ttel (2), Stefanie Scheu (2), Anne-Charlotte Antoni (1), Wiebke Hansen (4), Manuela Bu?ettner (5), Miriam J. Gardiasch (1), Astrid M. Westendorf (4), Florian Wirsdörfer (6), Eva Pastille (4), Marcel Dudda (1), Stefanie B. Flohé (1)*

Institute: (1) Medizinische Fakultät Universitätsklinikum Essen, AG Immunologie Sepsis/Trauma, Hufelandstr. 55, 45122 Essen, (2) Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene, Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, (3) Exzellenzcluster 'Cells in Motion', Universität Münster, (4) Infektionsimmunologie, Institut für Medizinische Mikrobiologie, Universitätsklinikum Essen, (5) Universität Hannover , Zentrales Tierlabor und Institut für Versuchstierkunde, Hannover, (6) Molekulare Zellbiologie, Universitätsklinikum Essen, Institut für Zellbiologie (Tumorforschung), Essen

Zeitschrift: Frontiers in Immunology 2017: 8; 1622. doi:10.3389/fimmu.2017.01622

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4873



Dokument 212Titel: CAECAM1 kontrolliert die IL-2-abhängige T-Zell-Induktion bei immunvermittelter Hepatitis
Hintergrund: Bei Autoimmunkrankheiten, die zu einer Entzündung der Leber führen, spielen bestimmte Zellen des Immunsystems eine wichtige Rolle. In dieser Studie wird untersucht, inwieweit eine durch ein Arzneimittel hervorgerufene akute Leberschädigung bei Mäusen dem Krankheitsbild einer menschlichen Autoimmunkrankheit ähnelt.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Der Versuch wurde in Hamburg genehmigt. Für den Versuch werden vier verschiedene Zuchttypen verwendet. Die Mäuse stammen von den Jackson Laboratories. Den Tieren wird im Verlauf des Versuchs eine akute Leberschädigung durch eine Spritze mit Concanavalin A (ConA) zugefügt. ConA verursacht einen Leberschaden durch Aktivierung des Immunsystems. Einer Gruppe Mäuse fehlt das "Caecam1"-Gen, welches normalerweise zur Heilung bei Leberverletzungen beiträgt (sogenannte gen-defiziente Mäuse). Diese Mäuse sterben direkt nach der ConA-Injektion an einer Lebernekrose (Absterben des Gewebes). Die Mäuse dienen so als "Modell" für Menschen mit einer Autoimmunerkrankung. Um ihre Ergebnisse zu konkretisieren, implantieren die Forscher die Immunzellen der gen-defizienten Mäuse und Kontroll-Mäuse in genetisch andere Mäuse. Diese werden wieder mit ConA vergiftet. Alle überlebenden Tiere werden abschließend getötet.

Das Projekt wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.

Bereich: Leberforschung, Immunologie

Originaltitel: CAECAM1 controls IL-2-dependent regulatory T cell induction in immune-mediated hepatitis

Autoren: Andrea Kristina Horst (1)*, Claudia Wegscheid (1), Christoph Schaefers (1), Birgit Schiller (1), Katrin Neumann (1), Sebastian Lunemann (2), Annika E. Langeneckert (2), Karl J. Oldhafer (3), Christina Weiler-Normann (4,5), Karl S. Lang (6,7), Bernhard B. Singer (8), Marcus Altfeld (2), Linda Diehl (1), Gisa Tiegs (1)*

Institute: (1) Institut für experimentelle Immunologie und Hepatologie, Zentrum für Experimentelle Medizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martinistraße 52, 20246 Hamburg, (2) Heinrich Pette Institut, Leibniz Institut für Experimentelle Virologie, Hamburg, (3) Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Asklepios Klinik Barmbek, Semmelweis Universität, Asklepios Campus, Hamburg, (4) Zentrum für Innere Medizin, I. Medizinische Klinik und Poliklinik, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, (5) Martin Zeitz Centrum für seltene Erkrankungen, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, (6) Institut für Immunologie, Medizinische Fakultät, Universität Duisburg-Essen, Essen, (7) Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektionskrankheiten, Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf, (8) Institut für Anatomie, Medizinische Fakultät, Universität Duisburg-Essen, Essen

Zeitschrift: Hepatology 2017. doi:10.1002/hep.29812

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4872



Dokument 213Titel: Das Hepatitis delta Virus persistiert während der Leberregeneration und es vermehrt sich bei der Zellteilung in-vitro, als auch in-vivo
Hintergrund: Die Studie untersucht, wie überlebensfähig das Hepatitis-delta-Virus in vitro und in vivo ist.
Tiere: 27 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche wurden von der Behörde in Hamburg genehmigt. Das Blut von Hepatitis-Patienten wird in Mäusen passagiert, d.h. es wird eine Probe Mäusen injiziert, dann wird Blut dieser Mäuse in andere Mäuse injiziert usw. Aus diesen Mäusen gewonnene Viren werden verwendet, um Zellkulturen zu infizieren.

In einem anderen Versuchsteil werden Mäuse zunächst "humanisiert". Dazu werden Mäusen 1 Million menschliche Leberzellen in die Milz injiziert. Diesen Mäusen werden Hepatitisviren von Patienten injiziert. Von einer solchen Maus werden menschliche Leberzellen gewonnen und 14 anderen Mäusen transplantiert. Eine Gruppe Mäuse erhält täglich von Woche 2 bis Woche 8 ein Medikament unter die Haut gespritzt. Es werden regelmäßig Blutproben genommen. Zwischen 3 Tagen bis zu 8 Wochen nach der Transplantation, werden die Mäuse auf nicht näher beschriebene Weise getötet.

Die Studie wurde unterstützt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, Heisenberg Professur, und das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung.

Bereich: Infektionsforschung

Originaltitel: Hepatitis delta virus persists during liver regeneration and is amplified through cell division both in vitro and in vivo

Autoren: Katja Giersch (1), Oliver D. Bhadra (1), Tassilo Volz (1), Lena Allweiss (1), Kristoffer Riecken (2), Boris Fehse (2), Ansgar W. Lohse (1,3), Joerg Petersen (4), Camille Sureau (5), Stephan Urban (3,6), Maura Dandri (1,3)*, Marc Lütgehetmann (7)

Institute: (1) Zentrum für Innere Medizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martinistraße 52, 20246 Hamburg, (2) Klinik für Stammzelltransplantation, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, (3) Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), Hamburg-Lübeck-Borstel und Partnerseite Heidelberg, (4) IFI Institut für Interdisziplinäre Medizin, Asklepios Klinik St. Georg, Hamburg, (5) Laboratoirede Virologie Moleculaire, INTS, Centre National de la Recherche Scientifique, Paris, Frankreich, (6) Klinik für Infektionskrankheiten, Molekulare Virologie, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, (7) Institut für medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg

Zeitschrift: Gut 2017. doi:10.1136/gutjnl-2017-314713

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4871



Dokument 214Titel: Vorgeburtlicher Stress beeinflusst die fetale Lungenentwicklung und die Bedeutung von Asthma je nach Geschlecht bei Mäusen
Hintergrund: Stress während der Schwangerschaft steht im Verdacht, negative Auswirkungen auf das Kind zur Folge zu haben. Über Beeinflussung der fetalen Lungenreifung durch Stress der Mutter wird ein erhöhtes Asthmarisiko des Kindes vermutet. Dies wird hier an Mäusen untersucht.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Der Versuche finden am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf statt. Weibliche Mäuse stammen aus der Versuchstierzucht Charles River. Sie werden mit Männchen zusammengebracht und, wenn sie schwanger sind in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe wird an unterschiedlichen Schwangerschaftstagen für jeweils 24 Stunden einem 88dB lauten Ton mit 15 Sekunden-Interval ausgesetzt, der zur Nagerabwehr genutzt wird und Stress bei den Mäusen verursacht. Das Gerät wird direkt im Mäusekäfig platziert. Die Kontrollgruppe wird keinem Ton ausgesetzt. Ein Teil der Tiere wird am 18. Tag der Schwangerschaft durch Enthauptung unter CO2–Narkose getötet, die Feten werden entnommen, tiefgefroren und untersucht. Eine detaillierte Tötung der Feten wird nicht weiter beschrieben (Mäuse tragen ca. 20 Tage, d.h. die Feten sind fast vollständig entwickelt und lebensfähig).

Bei anderen Mäusen, die den Stressoren ausgesetzt wurden oder nicht, soll Asthma beim Nachwuchs simuliert werden. Dazu wird eine allergische Entzündung in den Luftwegen der Mütter und Väter hervorgerufen, indem ein Eiweißstoff erst dreimal in Abständen in die Bauchhöhle injiziert wird und dann dreimal den Tieren in die Nase gesprüht wird. Kontrollgruppen erhalten statt des Eiweißstoffs eine Trägersubstanz. Der Nachwuchs wird auf Asthma-Symptome untersucht.

In einem weiteren Versuchsteil wird ein Lungenfunktionstest an den Mäusen durchgeführt. Narkotisierten Mäusen wird ein Medikament als Aerosol verabreicht, das einen Asthmaanfall provozieren soll. Abschließend werden die Mäuse unter Narkose einer Lungenspülung unterzogen und auf nicht genannte Weise getötet.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Bereich: Asthmaforschung, Lungenforschung, Neugeborenenforschung

Originaltitel: Prenatal stress challenge impairs fetal lung development and asthma severity sex-specifically in mice

Autoren: Dimitra E. Zazara, Clara V. Perani, María E. Solano, Petra C. Arck*

Institute: Klinik für Geburtshilfe und Pränatalmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martinistraße 52, 20246 Hamburg

Zeitschrift: Journal of Reproductive Immunology 2018: 125; 100-105

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4870



Dokument 215Titel: Die Systemische Gabe von Epothilon D verbessert die funktionelle Regeneration des Gehens nach einer Quetschung des Rückenmarks von Ratten
Hintergrund: Behandlung einer künstlich hervorgerufenen Rückenmarksverletzung bei Ratten.
Tiere: 44 Ratten (mindestens)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Der Versuch wurde gemäß des Deutschen Tierschutzgesetzes durchgeführt und fand daher sehr wahrscheinlich in Deutschland statt. Die Ratten sind weibliche Sprague-Dawley-Ratten. Zunächst wird getestet, ob der zu untersuchende Wirkstoff das Rückenmarkgewebe erreicht. Dazu wird 12 Ratten das Medikament in die Bauchhöhle injiziert. 6 Stunden, 1 Tag, 7 und 14 Tage später werden jeweils 3 Tiere getötet, um das Vorhandensein der Substanz im Rückenmarksgewebe zu untersuchen.

Weiteren Ratten wird unter Narkose das Rückenmark mit einem speziell dafür konstruierten Gerät gequetscht. Dafür muss eine Stelle an den Brustwirbeln vom Rücken her eröffnet und ein Teil des Wirbels entnommen werden, um an das Rückenmark zu gelangen. Mit dem Gerät wird das Rückenmark mit einer standardisierten Kraft gequetscht. Tiere, bei denen das Gerät nicht die gewünschte Verletzung hervorruft, werden aus dem Experiment ausgeschlossen, d.h. vermutlich getötet. Ein bzw. fünfzehn Tage nach der Verletzung bekommen die Tiere ein Medikamente oder ein Placebo in die Bauchhöhle gespritzt.

2, 4, 6, und 8 Wochen nach der Verletzung müssen die Ratten auf einer horizontalen Leiter gehen. So bewerten die Experimentatoren die Funktion der Hintergliedmaßen und die Wirkung des erprobten Medikamentes. Abschließend wird den betäubten Tieren der Brustkorb aufgeschnitten und 4 %iges Paraformaldehyd in das Herz injiziert. Die hierdurch getöteten Tiere werden seziert.

Bereich: Traumatologie, Querschnittslähmungsforschung

Originaltitel: Systemic administration of epothilone D improves functional recovery of walking after rat spinal cord contusion injury

Autoren: Jörg Ruschel (1)*, Frank Bradke (2)

Institute: (1) BioAxone BioSciences Inc., Cambridge, MA 02138, USA, (2) Forschungszentrum für neurodegenerative Erkrankungen, Sigmund-Freud-Str. 27, 53127 Bonn

Zeitschrift: Experimental Neurology 2017, doi: 10.1016/j.expneurol.2017.12.001

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4869



Dokument 216Titel: AFDH2/Swiprosin-1 ist ein verbreiteter genetischer Faktor zur Prädisposition für Sensationsgier/geringe Ängstlichkeit und Alkoholabhängigkeit
Hintergrund: Die Vermutung, dass genetische Faktoren beim Menschen Alkoholsucht und bestimmte Verhaltensmustern begünstigen, wenn dieser ein Leben lang Alkohol konsumiert, wird hier an Mäusen erforscht.
Tiere: Tiere verschiedener Arten (Anzahl unbekannt)(Mäuse, Krallenfrösche)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche wurden von der Regierung Mittelfranken genehmigt. Mehrere Versuche werden mit unterschiedlichen Mäusen durchgeführt: Genmanipulierte und nicht-genmanipulierte "Wildtyp"-Mäuse werden für drei Monate einzeln in Käfigen gehalten. Es gibt zwei Trinkflaschen in den Käfigen, wovon jeweils eine Wasser und eine Alkohol unterschiedlicher Konzentrationen enthält. Die Tiere werden süchtig gemacht, indem die Alkoholkonzentration erst erhöht und dann ganz entzogen wird. Nach 3 Wochen Entzug wird 4 Tage lang 16%iger Alkohol angeboten. Die Prozedur wird mehrfach wiederholt.

Eine andere Gruppe bekommt Alkohol in die Bauchhöhle gespritzt, worauf hin die Tiere kaum mehr Bewegung zeigen und zum Teil bis zu zwei Stunden nicht mehr in der Lage sind, sich umzudrehen, wenn sie auf den Rücken gelegt werden. Wieder anderen Mäusen wird Alkohol gespritzt und anschließend Blut abgenommen, um die Blutalkoholkonzentration zu bestimmen.

Bei allen Mäusen wird eine Palette an Verhaltensstudien durchgeführt, wie dem Schwimmtest, bei dem Tiere bis zu 15 Minuten in einem Wasserbad schwimmen müssen, und andere Tests durchgeführt, bei denen die Bewegungsintensität und die Ängstlichkeit der Tiere bewertet werden. Die Forscher führen weitere Verhaltenstests durch, bei denen den Tieren eine Kochsalzlösung oder Ethanol gespritzt wird. Eine Testgruppe wird 24 Stunden lang nicht gefüttert. Anschließend wird bewertet, wie schnell die Mäuse bei Futtergabe zu fressen beginnen. Einer Tiergruppe werden sogenannte osmotische Minipumpen auf den Rücken chirurgisch implantiert und sie erhalten darüber 42 Tage lang Medikamente, die den Alkoholkonsum reduzieren sollen. Nach den Verhaltenstests werden die Tiere durch Genickbruch getötet.

Eine weitere Mäusegruppe wird unter Narkose in eine Vorrichtung gespannt, der Kopf fixiert und zwei Kanülen werden bis ins Gehirn geschoben und mit Dentalzement und Schrauben am Schädel fixiert. Den Tieren wird nach fünf Tagen Alkohol in die Bauchhöhle gespritzt und es werden Nervenbotenstoffe im Gehirn gemessen. Danach erfolgt die Tötung durch Genickbruch zur Entnahme des Gehirns. Für ex-vivo Experimente werden weitere Mäuse getötet.

Außerdem wird Krallenfroschembryos ein genetischer Faktor, um dessen Untersuchung es in dieser Studie geht, injiziert. Einige Zeit später werden die Embryos getötet. Auch Kaulquappen von Krallenfröschen werden getötet, um ihre Gehirne zu untersuchen.

Die Arbeit wurde unter anderem durch das Interdisziplinäre Zentrum für Klinische Forschung (ZKF) Erlangen und die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Bereich: Suchtforschung, Alkoholforschung

Originaltitel: EFhd2/Swiprosin-1 is a common genetic deteminator for sensation-seeking/low anxiety and alcohol addiction

Autoren: D. Mielenz (1,30), M. Reichel (2,30), E.B. Quinlan (3,30), T. Stöckl (2), D. Zilske (2), E. Kirmizi-Alsan (2), P. (2), M. Praetner (2), S.E. Huber (2), D. Amato (2), M. Schwarz (4), P. Purohit (1), S. Brachs (5,6), J. Spranger (5,6), A. Hess (7), C. Büttner (8), A.B. Ekici (8), F. Perez-Branguli (9), B. Winner (8,9), V. Rauschenberger (10), T. Banaschewski (11), A.L. Bokde (12), C. Büchel (13), P.K. Conrod (14,15), S. Desrivières (16), H. Flor (17), V. Frouin (18), J. Gallinat (19), H. Garavan (20), P. Gowland (21), A. Heinz (22), J.L. Martinot (23), H. Lemaitre (24), F. Nees (17), T. Paus (25), M.N. Smolka (26), IMAGEN Consortium, A. Schambony (10), T. Bäuerle (4), V. Eulenburg (27), C. Alzheimer (28), A. Lourdusamy (29), G. Schumann (16), C.P. Müller (2)*

Institute: (1) Abteilung für Molekulare Immunologie/Medizin III, Nikolaus-Fiebiger-Zentrum für Molekulare Medizin, Universitätsklinikum, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, (2) Psychiatrische und Psychotherapeutische Klinik, Universitätsklinikum, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, Schwachbachanlage 6, 91054 Erlangen, (3) MRC Social, Genetic and Developmental Psychiatry Research Centre, Institute of Psychiatry, King's College London, London, Großbritannien, (4) Institut für Radiologie, Universitätsklinikum, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, (5) Center for Cardiovascular Research, Arbeitsgruppe Endokrinologie und Stoffwechselmedizin, Charité-Universitätsmedizin Berlin, Berlin, (6) Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V., DZHK Partnerseite Berlin, Berlin, (7) Experimentell-Therapeutische Abteilung im virologischen Institut, Universitätsklinikum, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, (8) Humangenetisches Institut, Universitätsklinikum, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, (9) IZKF Nachwuchsgruppe III, Universitätsklinikum, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, (10) Department Biologie, Lehrstuhl Entwicklungsbiologie, Universitätsklinikum, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, (11) Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Zentrum für Psychosoziale Medizin, Medizinische Fakultät, Universität Heidelberg, Mannheim, (12) Discipline of Psychiatry, School of Medicine and Trinity College Institute of Neuroscience, Trinity College Dublin, Dublin, Irland, (13) Institut für systemische Neurowissenschaften, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, (14) Department of Psychiatry, Universite de Montreal, CHU Sainte-Justine Hospital, Montreal, QC, Canada, (15) Department of Psychological Medicine and Psychiatry, Institute of Psychiatry, Psychology & Neuroscience, King's College London, London, Großbritannien, (16) Medical Research Council - Social, Genetic and Developmental Psychiatry Centre, Institute of Psychiatry, Psychology & Neuroscience, King's College London, London, Großbritannien, (17) Institut Neuropsychologie und Klinische Psychologie, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim, Heidelberg Universität, Mannheim, (18) Neurospin, Commissariat à l'Energie Atomique, CEA-Saclay Center, Paris, Frankreich, (19) Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, (20) Departments of Psychiatry and Psychology, University of Vermont, Burlington, VT, USA, (21) Sir Peter Mansfield Imaging Centre School of Physics and Astronomy, University of Nottingham, University Park, Nottingham, Großbritannien, (22) Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Campus Charité Mitte, Charité, Universitätsmedizin Berlin, Berlin, (23) Institut National de la Santé et de la Recherche Médicale, INSERM Unit 1000 "Neuroimaging & Psychiatry", University Paris Sud, University Paris Descartes - Sorbonne Paris Cité and Maison de Solenn, Paris, Frankreich, (24) Institut National de la Santé et de la Recherche Médicale, INSERM Unit 1000 "Neuroimaging & Psychiatry", Faculté de Médecine, Université Paris-Sud, Le Kremlin-Bicêtre and Université Paris Descartes, Sorbonne Paris Cité, Paris, Frankreich, (25) Rotman Research Institute, Baycrest and Departments of Psychology and Psychiatry, University of Toronto, Toronto, ON, Canada, (26) Fakultät Psychologie, Professur für Neuroimaging, Technische Universität Dresden, Dresden, (27) Institut für Biochemie, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, (28) Institut für Physiologie und Pathophysiologie, Friedrich-Alexander-Universität, Erlangen-Nürnberg, Erlangen, (29) Division of Child Health, Obstetrics and Gynaecology, School of Medicine, University of Nottingham, Nottingham, GB.

Zeitschrift: Nature, Molecular Psychiatry, 2018: 23(5); 130-3-1319

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4868



Dokument 217Titel: Kann man dem Abbau von Alveolarknochen im Großtiermodell durch periphere Hormongabe vorbeugen?
Hintergrund: Untersuchungen zur Frage wie man Knochenschwund beim Schaf nachahmen kann.
Tiere: 30 Schafe
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Das Versuchsvorhaben wurde unter deutscher Federführung in Victoria, Australien durchgeführt. Die 30 weiblichen Schafe werden in 6 Gruppen aufgeteilt. 25 Schafe werden unter Narkose die Eierstöcke entfernt. Bei 4 Gruppen (20 Schafe) wird unter Narkose folgende Operation durchgeführt: Über die Nase wird mit einem Instrument das Gewebe zwischen zwei Hormondrüsen (Hirnanhangsdrüse und Hypothalamus) entfernt. Dann wird zwischen die beiden Drüsen ein Stück Alufolie platziert, so dass kein Austausch mehr zwischen diesen stattfinden kann. Durch die Störung des hormonellen Austauschs kommt es zu einem Knochenschwund ähnlich der Osteoporose bei Frauen nach den Wechseljahren. Eine Gruppe Schafe wird mit dem weiblichen Geschlechtshormon Östrogen behandelt, eine mit dem Schilddrüsenhormon Thyroxin und eine mit beiden Hormonen. Die Behandlung erfolgt durch Injektion unter die Haut dreimal wöchentlich. Eine Gruppe Schafe wird nur kastriert, ohne Alufolie einzubringen und eine Gruppe wird gar nicht operiert oder behandelt. Regelmäßig werden bei allen Schafen Blutproben genommen. Nach einer Beobachtungszeit von 9 Monaten werden die Tiere durch Überdosis von Pentobarbital getötet. Ihre Kieferknochen werden untersucht.

Die Arbeit wurde unterstützt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft.

Bereich: Frauenheilkunde, Endokrinologie

Originaltitel: Is centrally induced alveolar bone loss in a large animal model preventable by peripheral hormone substitution?

Autoren: Maciej J.K. Simon (1,2), Frank Timo Beil (1,3), Pia Pogoda (1), Eik Vettorazzi (4), Iain Clarke (5), Michael Amling (1)*, Ralf Oheim (1)

Institute: (1) Institut für Osteologie und Biomechanik, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martinistraße 52, 20246 Hamburg, (2) Klinik für Orthopädie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, (3) Klinik für Orthopädie, Universitätsklinik Göppingen, Robert-Koch-Str. 40, Göttingen, (4) Institut für medizinische Biometrie und Epidemiologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, (5) Department of Physiology, Monash University, Clayton Campus, Melbourne 3800, Victoria, Australien

Zeitschrift: Clinical Oral Investigation 2018: 1; 495-503

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4867



Dokument 218Titel: Oxytocin-Signalübertragung im lateralen Septum verhindert soziale Angst während der Laktation
Hintergrund: Es wird der Einfluss des bei der Milchproduktion ausgeschütteten Hormons Oxytocin auf das soziale Angstverhalten von Mäusen getestet. Es stellt sich heraus, dass bei stillenden Mäusen die soziale Angst verringert ist, was durch Oxytocin bewirkt wird.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)(viele)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Regierung der Oberpfalz und Unterfranken genehmigt. Die Mäuse werden beim Versuchstierzüchter Charles River, Sulzfeld, gekauft. Es werden jungfräuliche und stillende (laktierende) Mäuse verwendet.

Zunächst werden die Mäuse angstkonditioniert. Dazu wird am ersten Tag eine jungfräuliche oder eine stillende Maus in eine Box gesetzt. Eine zweite Maus wird für 3 Minuten dazu gesetzt. Während dieser Zeit erhält die Maus 2-3 Stromstöße über das Bodengitter verabreicht. Das Tier lernt, dass sozialer Kontakt zu einer anderen Maus mit Schmerz "bestraft" wird. Am nächsten Tag wird 6-mal eine fremde Maus für jeweils 3 Minuten in ihren Käfig gesetzt. Wird die fremde Maus nicht beschnüffelt, wird das als soziales Angstverhalten interpretiert. Am dritten Tag wird die Maus erneut für jeweils 3 Minuten mit 6 verschiedenen Mäusen konfrontiert und ihr Verhalten beobachtet.

Bei einem zweiten Versuch mit anderen Mäusen wird der Stromstoß mit einem lauten Geräusch (80 dB) kombiniert. Am zweiten und dritten Tag wird ermittelt, ob die Maus bei Ertönen des lauten Geräuschs vor Angst erstarrt (Freezing).

In weiteren Tests wird das Angst- und Schmerzverhalten der Tiere getestet. Im Elevated Plus Maze wird eine Maus auf ein kreuzförmige Plattform gesetzt, die aus zwei oben und seitlich offenen und zwei seitlich geschlossenen Armen besteht. Hält sich die Maus vorzugsweise in den schützenden geschlossenen Armen auf, wird das als ängstliches Verhalten angesehen. Beim Hargreaves‘ Plantar Test werden die Hinterpfoten einer Maus mit einem heißen Lichtstrahl bestrahlt und es wird die Zeit bestimmt, bis das Tier die Pfote wegzieht.

In weiteren Versuchen wird Mäusen eine Kanüle durch ein Bohrloch im Schädel in das Hirngewebe eingelassen und am Schädelknochen fixiert. Fünf Tage können die Tiere sich von der Operation erholen. Dann wird eine Infusionskanüle durch die implantierte Kanüle in das Gehirn geschoben und es wird eine Substanz injiziert – entweder das Hormon Oxytocin oder ein Gegenspieler des Hormons.

In einer weiteren Versuchsreihe werden Viren als Genfähren in das Gehirn von Mäusen injiziert, um dort Genveränderungen zu bewirken.

Zahlreiche Mäuse (vermutlich alle) werden am Ende der Experimente betäubt und Formalin wird ins Herz injiziert, wodurch die Tiere sterben.

Die Arbeit wurde durch folgende Institutionen unterstützt: die Deutsche Forschungsgemeinschaft, das BMEL, Chica und Heinz Schaller-Stiftung, Human Frontiers Science Program und Bayerische Forschungsstiftung.

Bereich: Psychiatrie, Neuroendokrinologie, Neurobiologie

Originaltitel: Oxytocin signaling in the lateral septum prevents social fear during lactation

Autoren: Rohit Menon (1), Thomas Grund (1), Iulia Zoicas (1), Ferdinand Althammer (2), Dominik Fiedler (1), Verena Biermeier (1), Oliver J. Bosch (1), Yuichi Hiraoka (3), Katsuhiko Nishimori (3), Marina Eliava (2), Valery Grinevich (2,4), Inga D. Neumann (1)*

Institute: (1) Departments of Behavioural and Molecular Neurobiology, Regensburg Center of Neurscience, Lehrstuhl für Tierphysiologie und Neurobiologie, Universität Regensburg, Universitätsstraße 31, 93053 Regensburg, (2) Schaller Forschungsgruppe Neuropeptide, Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg, (3) Laboratory fof Molecular Biology, Graduate School of Agricultureal Science, Tohoku University, Sendai, Japan, (4) Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim

Zeitschrift: Current Biology 2018: 28: 1066-1078

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4866



Dokument 219Titel: Reparatur von Meerschweinchenherzen mit menschlichem Herzgewebe aus induzierten pluripotenten Stammzellen
Hintergrund: Um Defekte am menschlichen Herzen zu therapieren, sollen menschliche, induzierte pluripotente Stammzellen genutzt werden, um ein "Gewebepflaster" herzustellen. Getestet werden in dieser Studie die Reaktionen von Meerschweinchen und Mäusen auf menschliche Stammzellen.
Tiere: 271 Tiere verschiedener Arten (253 Meerschweinchen, 18 Mäuse)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Das Versuchsvorhaben wird von der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz Hamburg genehmigt (Genehmigungsnummer 85/12, 97/14 und 61/15). Die benutzten Meerschweinchen stammen aus den Charles River Laboratories. Den Meerschweinchen wird unter Narkose der Brustkorb aufgeschnitten und das Herz wird freigelegt. Eine durch flüssigen Stickstoff gekühlte Aluminiumsonde wird viermal je 30 Sekunden an das Herz gehalten und so Verletzungen am Herzgewebe zugefügt. Allein bei dieser Prozedur sterben 101 von den 253 Meerschweinchen. Eine Woche nach der Verletzung werden die überlebenden 152 Meerschweinchen erneut am Herzen operiert. Aus menschlichen induzierten pluripotenten Stammzellen werden menschliche Herzzellen generiert. Streifen aus diesen Herzzellen werden auf die Herzen der Meerschweinchen genäht. Ein Teil der Tiere erhält zum Vergleich zellfreies Material aufgenäht. Diesmal sterben 80 von 152 Tieren während der Operation. Nur 72 Tiere überleben die Prozedur. Sie erhalten Cyclosporin, ein Medikament, das die Abstoßungsreaktion unterdrückt. 28 Tage später werden die Tiere auf nicht genannte Weise getötet, die Herzen werden herausgenommen und gewebekundlich untersucht.

Um die krebserregenden Eigenschaften der Stammzellen zu untersuchen, werden diese Mäusen in einen Hinterbeinmuskel gespritzt. 6 Mäuse erhalten 12 Injektionen und 12 Mäuse 23 Injektionen. Die Mäuse haben durch Genmanipulation ein geschwächtes Immunsystem, so dass sie die menschlichen Zellen nicht abstoßen. Nach acht bzw. zwölf Wochen bilden sich Tumore an der Injektionsstelle. Vermutlich werden die Mäuse getötet.

Bereich: Tissue Engineering, Herz-Kreislauf-Chirurgie

Originaltitel: Cardiac repair in guinea pigs with human engineered heart tissue from induced pluripotent stem cells

Autoren: Florian Weinberger (1,2), Kaja Breckwoldt (1,2), Simon Pecha (2,3), Allen Kelly (4,5), Birgit Geertz (1,2), Jutta Starbatty (1,2), Timur Yorgan (6), Kai-Hung Cheng (7), Katrin Lessmann (1,2), Tomas Stolen (4,5), Marielle Scherrer-Crosbie (7), Godfrey Smith (4,8), Hermann Reichenspurner (2,3), Arne Hansen (1,2), Thomas Eschenhagen (1,2)*

Institute: (1) Institut für Experimentelle Pharmakologie und Toxikologie, Kardiovaskuläres Forschungszentrum, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martinistraße 52, 20246 Hamburg, (2) Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), Partnerseite Hamburg/Kiel/Lübeck, (3) Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie, Kardiovaskuläres Forschungszentrum, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, (4) K.G. Jebsen Center of Exercise in Medicine, Department of Circulation and Medical Imaging, Norwegian University of Science and Technology, Trondheim, Norwegen, (5) Norwegian Council on Cardiovascular Disease, Oslo, Norwegen, (6) Institut für Osteologie und Biomechanik, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, (7) Cardiac Ultrasound Laboratory, Massachusetts General Hospital, Boston, MA, USA, (8) Institute of Cardiovascular and Medical Science, University of Glasgow, Glasgow, Großbritannien

Zeitschrift: Science Translational Medicine 2016: 8, 363ra148

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4865



Dokument 220Titel: Die pränatale Verabreichung von Betamethason verändert das Repertoire der T-Zellrezeptoren und beeinflusst somit die Entwicklung von Autoimmunität
Hintergrund: Die Versuche wurden von der zuständigen Behörde in Hamburg unter den Nummern 119/13 und 122/12 genehmigt. Ein Teil der Versuche fand offensichtlich in Spanien statt und wurde dort genehmigt. Es werden 4 verschiedene, z.T. genmanipulierte Zuchtlinien von Mäusen verwendet, 3 davon werden beim Jackson Laboratory, Bar Harbour, USA, bestellt. Eine davon ist eine Diabetes-Maus-Linie, d.h., die Tiere haben eine Störung des Insulinstoffwechsels und entwickeln Zuckerkrankheit. Eine Linie (Foxp3(RFP) stammt aus dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), die auch als Multiple-Sklerose-Modell genutzt werden und im Alter spontan eine Autoimmunkrankheit entwickelt, bei der die körpereigene Immunabwehr die eigenen Zellen des Nervensystems angreifen.

Isoliert aufgezogene weibliche Mäuse werden mit einem Männchen zusammengesetzt und geschwängert. Nach 18,5 Tagen bekommen sie ein Cortisonmittel gespritzt. Kontrollgruppen erhalten eine wirkungslose Substanz. Mit den Nachkommen (Diabetiker-Mäuse oder Mäuse, die eine Autoimmunerkrankung entwickeln oder normale Mäuse) wird eine Vielzahl von verschiedenen Experimenten durchgeführt. Bei manchen Tieren wird alle zwei Wochen eine Blutprobe genommen, die auf eine bestimmte Zellart getestet (T-Zellen) wird, die wichtig für die Ausbildung des Immunsystems ist. Bei den diabetischen Mäusen wird 25 Wochen lang täglich der Urin auf Blutzucker untersucht. Dann werden die Tiere getötet, um ihre Bauchspeicheldrüsen zu untersuchen. Bei nicht genmanipulierten Mäusen wird eine Experimentelle Autoimmunenzephalitis (EAE) hervorgerufen, indem Freunds Adjuvans, ein reizendes Mineralöl mit abgetöteten Tuberkulosebakterien unter die Haut gespritzt wird. Zwei und 4 Tage später werden Keuchhustenbakterien in eine Vene injiziert. Das Immunsystem der Mäuse ist nun so sensibilisiert, dass es das eigene Nervengewebe angreift. Es kommt zu Lähmungen aller vier Beine. Zwischen 20 und 40 % der Tiere sterben. Stark gelähmte Mäuse werden "aus Tierschutzgründen" getötet. Auch die überlebenden Mäuse werden je nach Versuchsreihe auf nicht genannte Weise getötet, um ihre Organe zu untersuchen.

Die Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und durch ein Promotionsstipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert.
Tiere: 518 Mäuse (wahrscheinlich sehr viel mehr)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche wurden von der zuständigen Behörde in Hamburg genehmigt. Es werden 4 verschiedene, z.T. genmanipulierte Zuchtlinien von Mäusen verwendet, 3 davon werden beim Jackson Laboratory, Bar Harbour, USA, bestellt. Eine davon ist eine Diabetes-Maus-Linie, d.h., die Tiere haben eine Störung des Insulinstoffwechsels und entwickeln Zuckerkrankheit. Eine Linie (Foxp3(RFP) stammt aus dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), die auch als Multiple-Sklerose-Modell genutzt werden und im Alter spontan eine Autoimmunkrankheit entwickelt, bei der die körpereigene Immunabwehr die eigenen Zellen des Nervensystems angreifen.

Isoliert aufgezogene weibliche Mäuse werden mit einem Männchen zusammengesetzt und geschwängert. Nach 18,5 Tagen bekommen sie ein Cortisonmittel gespritzt. Kontrollgruppen erhalten eine wirkungslose Substanz. Mit den Nachkommen (Diabetiker-Mäuse oder Mäuse, die eine Autoimmunerkrankung entwickeln oder normale Mäuse) wird eine Vielzahl von verschiedenen Experimenten durchgeführt. Bei manchen Tieren wird alle zwei Wochen eine Blutprobe genommen, die auf eine bestimmte Zellart getestet (T-Zellen) wird, die wichtig für die Ausbildung des Immunsystems sind. Bei den diabetischen Mäusen wird 25 Wochen lang täglich der Urin auf Blutzucker untersucht. Dann werden die Tiere getötet, um ihre Bauchspeicheldrüsen zu untersuchen. Bei nicht genmanipulierten Mäusen wird eine Experimentelle Autoimmunenzephalitis (EAE) hervorgerufen, indem Freunds Adjuvans, ein reizendes Mineralöl mit abgetöteten Tuberkulosebakterien unter die Haut gespritzt wird. Zwei und 4 Tage später werden Keuchhustenbakterien in eine Vene injiziert. Das Immunsystem der Mäuse ist nun so sensibilisiert, dass es das eigene Nervengewebe angreift. Es kommt zu Lähmungen aller vier Beine. Zwischen 20 und 40 % der Tiere sterben. Stark gelähmte Mäuse werden "aus Tierschutzgründen" getötet. Auch die überlebenden Mäuse werden je nach Versuchsreihe auf nicht genannte Weise getötet, um ihre Organe zu untersuchen.

Die Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und durch ein Promotionsstipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert.

Bereich: Immunologie

Originaltitel: Prenatal administration of betamethasone causes changes in the T cell receptor repertoire influencing development of autoimmunity

Autoren: Anna Gieras (1)*, Christina Gehbauer (1); David Perna-Barrull (2), Jan Broder Engler (3), Ines Diepenbruck (1), Laura Glau (1), Simon A. Joosse (4), Nora Kersten (1), Stefanie Klinge (1), Hans-Willi Mittrücker (1), Manuel A. Friese (3), Marta Vives-Pi (2,5), Eva Tolosa (1)

Institute: (1) Institut für Immunologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martinistraße 52, 20246 Hamburg, (2) Immunology Division, Germans Trias i Pujol Research Institute and Hospital, Universitat Autonoma de Barcelona, Barcelona, Spanien, (3) Institut für Neuroimmunologie und Multiple Sklerose, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, (4) Institut für Tumorbiologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg,(5) Centro de Investigación Biomédica en Red de Diabetes y Enfermedades Metabolicas Asociadas (CIBERDEM), Instituto de Salud Carlos III, Madrid, Spanien

Zeitschrift: Frontiers in Immunology 2017: 8; 1505. doi:10.3389/fimmu.2017.01505

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4864



Dokument 221Titel: Crossmodale Integration verbessert die sensorische Detektion von Schwellenwerten in Frettchen
Hintergrund: Frettchen als zunehmend häufig benutzte "Versuchs"tiere sollen auf ihre Reizschwelle und Reizreaktion hin untersucht werden.
Tiere: 4 Frettchen
Jahr: 2015

Versuchsbeschreibung: Der Versuch wurde von der zuständigen Behörde in Hamburg unter der Nummer 22/11 genehmigt. Es werden jeweils zwei 2-jährige und 4-jährige Frettchen (Mustela putoris) aus der "Versuchstier"zucht Euroferret, Dybbølsgade, Dänemark, verwendet. Die Tiere bekommen 8 Stunden vor dem Versuch kein Wasser mehr. Die Frettchen werden in ein Geschirr eingespannt und in eine Plastikröhre gesteckt, aus der nur der Kopf heraus schaut. Mit dem Geschirr wird das Tier in der Röhre befestigt, so dass es nur noch den Kopf bewegen kann. Die Röhre mit dem Frettchen wird in eine dunkle, geräuschdichte Kammer verbracht. Vor dem Kopf des Tieres befindet sich ein Bildschirm. Links und rechts von seinem Kopf gibt es Lautsprecher und jeweils eine Wasserquelle. Das Frettchen soll je nach Herkunft eines Geräusches oder Position eines Punktes auf dem Bildschirm seinen Kopf nach links oder rechts bewegen. Bei einer richtigen Reaktion bekommt das durstige Tier etwas Wasser aus dem Spender. Die Tiere brauchen zwischen 11 und 28 Tage täglichen "Trainings", um die Aufgabe zu lernen. Das weitere Schicksal der Frettchen wird nicht beschrieben.

Die Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

Bereich: Verhaltensforschung, Sinnesphysiologie

Originaltitel: Crossmodal integration improves sensory detection thresholds in the ferret

Autoren: Karl J. Hollensteiner*(1), Florian Pieper (1), Gerhard Engler (1), Peter König (1,2), Andreas K. Engel (1)

Institute: (1) Institut für Neurophysiologie und Pathophysiologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martinistraße 52, 20246 Hamburg, (2) Institute für Kognitionswissenschaften, Universität Osnabrück, Osnabrück

Zeitschrift: PLoS ONE 2015: 10 (5); e0124952

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4863



Dokument 222Titel: Entwicklung eines Schafmodells mit einem ANG II-beinhaltenden chronischen Bluthochdruck und einer nicht-fibrotischen linksventrikulären Hypertrophie
Hintergrund: Es wird ein "Tiermodell" am Schaf für eine bestimmte Herzkrankheit des Menschen entwickelt.
Tiere: 18 Schafe
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die 2-4 Jahre alten Mutterschafe werden bis zu 16 Wochen genutzt, um den Blutdruck 2-4-mal pro Woche zu messen. Dazu wird eine Blutdruckmessmanschette um ein Vorderbein gelegt. Zudem wird ein Gerät zur Blutdruckmessung in eine Hinterbeinarterie eingesetzt. Unter Narkose erhalten die Schafe außerdem eine Minipumpe in eine Hautfalte am Hals eingepflanzt. Ein Schlauch führt von der Pumpe in die Halsvene. So können beim wachen Tier kontinuierlich Wirkstoffe an die Blutbahn abgegeben werden. Neun Schafe erhalten auf diese Weise gefäßwirksame Medikamente (ANGII) und 7 Tiere eine wirkungslose Kochsalzlösung. Bei zwei weiteren Schafen werden Herzrhythmus-Messgeräte implantiert. Der Versuch endet mit einer Operation am offenen Herzen, wobei der Brustkorb aufgesägt wird. Hierbei werden Informationen zum Herzschlag gesammelt. Im Anschluss werden die Tiere getötet und das Herzgewebe wird begutachtet.

Die Arbeit wurde unterstützt durch das Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DKFZ) Hamburg, und das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Bereich: Bluthochdruckforschung, Herz-Kreislauf-Forschung, Herz-Kreislauf-Chirurgie

Originaltitel: Development of nonfibrotic left ventricular hypertrophy in an ANG II-included chronic ovine hypertension model

Autoren: Niklas Klatt (1,2), Katharina Scherschel (1,2), Claudia Schad (1,2), Denise Lau (3,2), Aline Reitmeier (1,2), Pawel Kuklik (1), Kai Muellerleile (3), Jin Yamamura (4), Tanja Zeller (3,2), Daniel Steven (5), Stephan Baldus (5), Benjamin Schäffer (1), Christiane Jungen (1,2), Christian Eickholt (1), Katharina Wassilew (6,7,8), Edzard Schwedhelm (9,2), Stephan Willems (1,2), Christian Meyer (1,2)*

Institute: (1) Klinik für Kardiologie mit Schwerpunkt Elektrophysiologie, cNEP, Kardiale Neuro- und Elektrophysiologie Forschergruppe, Herzklinik, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martinistraße 52, 20246 Hamburg, (2) DZHK (Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung), Hamburg/Kiel/Lübeck, (3) Klinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, (4) Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, (5) Klinik für Kardiologie und Gefäßchirurgische Forschungs Zentrum Köln, Herzzentrum, Universitätsklinik Köln, Köln, (6) Deutsches Herzzentrum Berlin, Forschergruppe für Kardiovaskuläre Pathologie, Berlin, (7) DZHK (Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung), Berlin, (8) Department of Pathology, Rigshospitalet, University of Copenhagen, Kopenhagen, Dänemark, (9) Institut für Experimentelle Pharmakologie und Toxikologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg

Zeitschrift: Physiological Reports 2016: 4 (17); e12897

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4862



Dokument 223Titel: Zuverlässigkeit der Messung des Herzzeitvolumens durch die transkardiopulmonale Thermodilution bei einer experimentellen Aortenklappeninsuffizienz
Hintergrund: Bei Schweinen mit künstlich verursachter Herzklappenschwäche wird eine Methode zur Messung von Kohlenmonoxid im Blut getestet.
Tiere: 16 Schweine (Hausschweine)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Das Versuchsprotokoll wurde von der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz in Hamburg genehmigt (Genehmigungsnummer 87/08). Sechszehn Hausschweine werden in Narkose gelegt. Ihnen wird die Luftröhre aufgeschnitten, um einen Beatmungsschlauch einzuführen. Über Blutgefäße am Hals und am Hinterbein werden mehrere Katheter (Plastikschläuche) bis zum Herzen und in die Aorta (Bauchschlagader) geschoben. Den Tieren werden das Brustbein und der Herzbeutel aufgeschnitten. Eine Ultraschallsonde wird am Herzen angebracht. Herzbeutel und Brustbein werden wieder zugenäht. Ein spezieller Katheter mit einem zusammengeklappten Drahtkorb am Ende wird über die Halsschlagader bis in die linke Herzkammer vorgeschoben. Dann wird der Drahtkorb aufgeklappt und der Katheter durch die Aortenherzklappe herausgezogen, wodurch diese geschädigt wird. Dies soll eine akute Aortenklappenschwäche simulieren. Ein Schwein stirbt, der Zustand eines weiteren verschlechtert sich so stark, dass es getötet wird.

Über die diversen eingebrachten Katheter werden Messungen zum Kohlenmonoxidgehalt im Blut vorgenommen. Im Anschluss der Studie werden die restlichen Schweine durch Injektion von Kaliumchlorid getötet.

Bereich: Herz-Kreislauf-Chirurgie, Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel: Reliability of transcardiopulmonary thermodilution cardiac output measurement in experimental aortic valve insufficiency

Autoren: Martin Petzoldt (1)*, Constantin J. C. Trepte (1), Jan Ridder (1), Stefan Maisch (1), Philipp Klapsing (1), Jan F. Kersten (2), Hans Peter Richter (1), Jens C. Kubitz (1), Daniel A. Reuter (1), Matthias S. Goepfert (1)

Institute: (1) Klinik für Anästhesie, Zentrum für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martinistraße 52, 20246 Hamburg, (2) Institut für Medizinische Biometrie und Epidemiologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg

Zeitschrift: PLoS ONE 2017: 12(10). doi 10.13712/journal.pone.0186481

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4861



Dokument 224Titel: Die elektrische Impedanz Tomographie (EIT) für die Messung des Lungenödems bei akuter Lungenverletzung
Hintergrund: Die Studie hat das Ziel, eine neue Methode zu prüfen, um bei lungenkranken Intensiv- und Notfallpatienten den Grad der Lungenschädigung und der dabei entstehenden Flüssigkeitsansammlung messen zu können. Zur akuten Verletzung der Lunge kommt es durch viele verschiedene Einflussfaktoren. Meistens führt eine Entzündungsreaktion im ganzen Körper dazu. Um das EIT-Verfahren zu erproben, werden hier Schweine mit Ölsäure vergiftet bzw. die Lunge ausgespült.
Tiere: 30 Schweine (Hausschweine)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Versuche fanden unter deutscher Federführung an der Oregon Health & Science University, Portland, USA, statt. Die Tiere werden in Narkose gelegt, bekommen Schmerzmittel und ihnen wird die Luftröhre aufgeschnitten, um einen Beatmungsschlauch einzuführen. Die Tiere werden in drei Gruppen eingeteilt. Gruppe eins dient als Kontrollgruppe. Gruppe zwei spritzen die Forscher Ölsäure in die Blutbahn, was zu einer sofortigen Entzündung und dem Absterben von Lungenzellen führt. Gruppe drei wird einer mehrfachen Lungenspülung mit Kochsalzlösung unterzogen. Dies führt zum Zusammenfallen der Lunge. Ein Schwein überlebt diese Prozedur nicht.

Für die Messung werden an den Tieren 32 Elektroden am Brustkorb montiert und um ein Verrutschen dieser zu verhindern, werden die Schweine in eine Vakuummatratze eingepackt. Über einen Zugang zur Vene bekommen die Schweine Flüssigkeit infundiert. Nach und nach sammelt sich Flüssigkeit in der Lunge (Lungenödem). Diese wird mit einem Bild gebenden Verfahren (EIT) gemessen. In einer vorausgehenden Studie funktionierte diese Messung nicht. Drei Stunden nach Beginn der Lungenschädigung werden die Schweine noch in Narkose getötet, um ihre Lungen zu untersuchen.

Die Arbeit wurde von der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung finanziert.

Bereich: Intensivmedizin, Lungenforschung

Originaltitel: Electrical impedance tomography (EIT) for quantification of pulmonary edema in acute lung injury

Autoren: Constantin J. C. Trepte (1)*, Charles R. Philips (2), Josep Solà (3), Andy Adler (4), Sebastian A. Haas (1), Michael Rapin (3), Stephan H. Böhm (5), Daniel A. Reuter (1)

Institute: (1) Klinik für Anästhesie, Zentrum für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martinistraße 52, 20246 Hamburg, (2) Division of Pulmonary and Critical Care Medicine, Oregon Health & Science University, Portland, OR, USA, (3) CSEM Centre Suisse d‘Electronique et du Microtechnique SA, Neuchatel, Schweiz, (4) Systems and Computer Engeneering, Carleton University, Ottawa, Kanada, (5) Swisstom AG, Landquart, Schweiz

Zeitschrift: BioMed Central 2016: 20(18). doi 10.1186/s13054-015-1173-5

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4860



Dokument 225Titel: Neues Modell für Lungenhochdruck bei wachen Hunden zur Untersuchung der pulmonalen Selektivität von akuten pharmakologischen Eingriffen
Hintergrund: Es geht darum, ein neues "Tierversuchsmodell" für die Testung von Bluthochdruck-Medikamente zu finden. Bisher wird an in Narkose gelegten Tieren getestet. Allerdings hat die Narkose starke Effekte auf den Hund, so dass keine relevanten Ergebnisse messbar sind. Nun wird experimentiert, ob man auch wache Hunde für solche Tests benutzen kann.
Tiere: 18 Hunde (Beagles)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuchsreihe wurde vom LANUV in Düsseldorf genehmigt. Sieben Beagles aus der Zucht Marshall BioResources in den USA werden in Narkose gelegt. Den Tieren wird der Brustkorb auf der linken Seite aufgeschnitten, um Sensoren für die späteren Messungen des Blutdruckes am Herzen anzubringen. Weitere Sensoren werden in die Halsschlagader und die Aorta geschoben. Die Sensoren werden an ein Messgerät zur Herzaktivität (EKG) angeschlossen, das unter die Haut zwischen die Schulterblätter implantiert wird. Die Wunden werden chirurgisch geschlossen. Nach der Abheilung der Wunde werden im wachen Zustand die Herzrate und der Druck der Lungengefäße gemessen.

Für den eigentlichen Teil der Studie werden die Tiere trainiert, fünfzig Minuten in einer Schlinge um ihren Bauch still zu sitzen. Den Hunden wird das Medikament Sildenafil, besser bekannt unter dem Produktnamen Viagra® verabreicht. Das Mittel führt zu Lungenhochdruck. Die Kontrollgruppe bekommt ein unwirksames Mittel gespritzt (Placebo) und eine weitere Gruppe bekommt ein weiteres Medikament gespritzt. Es ist jedoch unklar, wie die Aufteilung der sieben Hunde ist oder ob jeder Hund jede der drei Gruppen durchläuft. Anschließend werden die Hunde nacheinander in der Schlinge hängend für 30 Minuten in eine Plexiglaskammer gesperrt. Die Luft in dieser Kammer ist sehr sauerstoffarm.

Zusätzlich werden elf Beagles aus einem anderen Versuch getötet. Aus ihnen werden verschiedene Blutgefäße herausgeschnitten. Die Gewebe werden für In-vitro-Studien als Vergleich benutzt.

Bereich: Bluthochdruckforschung, Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel: New pulmonary hypertension model in conscious dogs to investigate pulmonary-selectivity of acute pharmacological interventions

Autoren: Thomas Mondritzki (1,2)*, Philip Boehme (1,2), Lena Schramm (1), Julia Vogel (3), Ilka Mathar (1), Peter Ellinghaus (1), Peter Kolkhof (1), Erwin Bischoff (1), Jörg Hüser (1), Winfried Dinh (1,2,4), Peter Sandner (1,5), Hubert Truebel (1,2)

Institute: (1) Bayer AG, DD-TRG-CV III, Gebäude 500, 42096 Wuppertal, (2) Universität Witten/Herdecke, Alfred-Herrhausen-Straße 50, 58455 Witten, (3) Universität Duisburg-Essen, Essen, (4) Herzzentrum HELIOS Klinik Wuppertal, Universitätsklinikum Witten/Herdecke, Wuppertal, (5) Medizinische Hochschule Hannover, Hannover

Zeitschrift: European Journal of Applied Physiology 2018; 118(1): 195-203

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4859



Dokument 226Titel: Potente und selektive menschliche Neutrophilen-Elastase-Inhibitoren mit neuartiger äquatorialer Ringtopologie: In-vivo-Wirksamkeit des polaren Pyrimidopyridazins BAY-8040 in einem pulmonalen arteriellen Bluthochdruck-Rattenmodell
Hintergrund: Untersuchung der Wirksamkeit einer bestimmten Substanz bei Ratten mit künstlich erzeugtem Bluthochdruck im Lungenkreislauf.
Tiere: Ratten (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Herkunft der Tiere ist nicht bekannt. Zu Beginn der Studie bekommen alle Tiere Monocrotalin unter die Haut gespritzt. Dies ist ein Pflanzengift, das zu starken Entzündungsreaktionen vor allem in der Lunge führt. Aufgrund dieser überschießenden Reaktionen des Immunsystems zeigen die Ratten etwa 4 Wochen nach dem Spritzen des Giftes eine schwerwiegende Erhöhung des Blutdruckes im Lungenkreislauf verbunden mit einer Vergrößerung der rechten Herzkammer. Mit Monocrotalin künstlich krankgemachte Tiere werden gerne als "Tiermodell" für die beim Menschen vorkommende pulmonale Hypertonie genutzt, eine Herzerkrankung mit vielfachen Ursachen, bei der es zur Erhöhung des Gefäßwiderstandes und damit des Blutdruckes im Lungenkreislauf kommt. Im Rahmen dieses Versuches erfolgt die Einteilung der Tiere in eine Kontrollgruppe (es wird "nur" die Spritze mit dem Gift gegeben) und eine Behandlungsgruppe. Die Ratten dieser Gruppe bekommen zwischen dem 14.-28. Tag nach der Giftspritze 2 x täglich mit einer Schlundsonde ein ein Testwirkstoff in den Magen verabreicht.

Bereich: Bluthochdruckforschung, Pharmakologie, Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel: Potent and selective human neutrophil elastase inhibitors with novel equatorial ring topology: in vivo efficacy of the polar pyrimidopyridazine BAY-8040 in a pulmonary arterial hypertension rat model

Autoren: Franz von Nussbaum (1)*, Volkhart M. Li (2), Daniel Meibom (3), Sonja Anlauf (3), Martin Bechem (4), Martina Delbeck (4), Michael Gerisch (5), Axel Harrenga (6), Dagmar Karthaus (3), Dieter Lang (5), Klemens Lustig (5), Joachim Mittendorf (3), Martina Schäfer (6), Stefan Schäfer (4), Jens Schamberger (3)

Institute: (1) Medizinische Chemie Berlin, Bayer HealthCare AG, Müllerstr. 178, 13353 Berlin, (2) Lead Discovery Wuppertal, Bayer HealthCare AG, Wuppertal, (3) Medizinische Chemie Wuppertal, Bayer HealthCare AG, Wuppertal, (4) Abteilung für Kardiologieforschung Wuppertal, Bayer HealthCare AG, Wuppertal, (5) Preclinical Drug Metabolism and Pharmacokinetics (DMPK) Wuppertal, Bayer HealthCare AG, Wuppertal, Lead Discovery, Strukturbiologie Berlin, Bayer HealthCare AG, Berlin

Zeitschrift: ChemMedChem 2016: 11; 199–206

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4858



Dokument 227Titel: Auswirkungen einer vorhergehenden Stimulation auf die Klanglokalisation und ihre Abbildung im auditiven Hirn (der Teil des Gehirns, der für das Gehör zuständig ist)
Hintergrund: Untersuchung bezüglich des räumlichen Hörvermögens von Gerbils.
Tiere: 15 Gerbils (Mongolische Gerbils (Rennmäuse))
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) in Oldenburg genehmigt.

Verhaltensexperiment: Die 6 Tiere stammen aus der eigenen Zucht der Universität Oldenburg. Während der Versuche haben sie freien Zugang zu Wasser, bekommen aber nur eingeschränkt Futter. Erst wenn sie kooperieren, gibt es weiteres Futter. Dem eigentlichen Versuch ist eine 2-monatige Trainingsphase vorgeschaltet, in der den Tieren unter gleichen Bedingungen wie später während des eigentlichen Versuches ein bestimmtes Verhalten antrainiert werden soll. Durchgeführt werden die Experimente in einer abgedunkelten schallgedämpften Kabine. Dort befindet sich in etwa einem Meter Höhe auf einem Sockel eine Y-förmige Plattform, die mit einem Mikrofon ausgestattet ist. An den beiden Armen des Ypsilons sind Futterschüsseln angebracht, die mit jeweils einer Lichtschranke versehen sind. Außerdem befindet sich in Nasenhöhe ein Ring, ebenfalls mit Lichtschranke versehen. Im Halbkreis um den Teil der Plattform mit dem Loch sind 15 Lautsprecher in Ohrenhöhe installiert, die akustische Signale mit unterschiedlichen Frequenzen abgeben. Ein Lautsprecher (Referenzlautsprecher) ist dabei direkt vor dem Ring mit der Lichtschranke zu finden, die anderen 14 Lautsprecher verteilen sich rechts und links von den Ohren.

Das Training läuft wie folgt ab: Die Tiere sollen lernen, dass sie bei akustischen Signalen aus den Lautsprechern den Kopf in das Loch des Ringes stecken und dort so lange verbleiben, bis ein bestimmter Ton aus dem Referenzlautsprecher ertönt. Damit soll eine "reproduzierbare Kopfposition" gewährleistet werden. Je nachdem, von welcher Seite das akustische Signal gekommen ist, müssen sie nach dem Zielton aus dem Referenzlautsprecher entweder rechts oder links an die Futterschüssel. Ist es die falsche Seite oder verlassen sie mit ihrem Kopf zu schnell bzw. zu langsam den Ring gibt es kein Futter. Die Zeit, die die Tiere ihren Kopf in dem Ring belassen sollen, wird bis auf 3 Sekunden erhöht. Auch die Lautstärke der akustischen Stimuli wird auf bis zu 73 dB erhöht (das entspricht etwa der Lautstärke eines Staubsaugers in 1 m Entfernung).

In der eigentlichen Studie umfasst für jedes Tier eine Sitzung 74 Aktionen. Innerhalb dieser Aktionen werden die akustischen Stimuli in ihrer Qualität und Lautstärke variiert. Außerdem werden sie aus unterschiedlichen Lautsprechern, d.h. aus unterschiedlichen Richtungen von links oder rechts abgegeben. Ansonsten ist der Ablauf wie beim Training. Insgesamt werden 28 Sitzungen pro Rennmaus durchgeführt.

Elektrophysiologisches Experiment: Die 9 Gerbils dieses Teiles der Studie stammen ebenfalls aus der eigenen Zucht der Universität Oldenburg. Unter Narkose wird den Tieren an einer bestimmten Stelle des Schädels ein Loch gebohrt und die Hirnhaut entfernt. Bei 6 Rennmäusen wird dann eine Elektrode bis in den rechten Bereich des Mittelhirns implantiert, der für das Hörvermögen wichtig ist, bei 3 Tieren in den linken Bereich. Eine zusätzliche Elektrode wird als Referenzelektrode unter die Haut im Nackenbereich geschoben. Über Kopfhörer erfolgt jetzt die akustische Stimulation der Tiere. Diese Reize variieren in Frequenz, Lautstärke und Richtung aus der sie kommen. Dabei wird versucht, die Stimulation exakt so auszuführen, wie in der Verhaltensstudie. Über die Elektroden wird die Reaktion des Gehirns auf diese Reize gemessen. Was nach der Studie mit den Gerbils geschieht, ist nicht bekannt.

Die Studie wird gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft.

Bereich: Hörforschung, Hirnforschung

Originaltitel: Effect of preceding stimulation on sound localization and its representation in the auditory midbrain

Autoren: Sandra Tolnai*, Rainer Beutelmann, Georg M. Klump

Institute: Exzellenzcluster Hearing4all, Department für Neurowissenschaften, Fakultät VI – Medizin und Gesundheitswissenschaften, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Carl-von-Ossietzky-Str. 9-11, 26129 Oldenburg

Zeitschrift: European Journal of Neuroscience 2017: 45; 460–471

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4857



Dokument 228Titel: Die mit IgM-angereicherte Lösung BT086 verbessert die Abwehrkapazität des Wirtes und die Erhaltung des Energiespeichers in einem Kaninchenmodell der Endotoxämie (Vergiftung mit Bakterien, deren Giftstoffe ins Blut gelangen)
Hintergrund: Studie zur Erforschung, ob die Gabe bestimmter Antikörper zu einer verbesserten Abwehr bei Kaninchen mit künstlich herbeigeführter Blutvergiftung führt. Fazit ist, dass dieser Versuch jetzt noch bei mehreren anderen Tierarten und mit unterschiedlichen Konzentrationen des Antikörpers durchgeführt werden soll.
Tiere: 20 Kaninchen (Weiße Neuseelandkaninchen)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Herkunft der Tiere ist unbekannt. Für die Studie werden die Tiere in 4 Gruppen zu je 5 Kaninchen eingeteilt: Die erste Gruppe dient dabei als Kontrollgruppe. Der Versuch erfolgt unter Narkose. Alle Kaninchen außer der Kontrollgruppe bekommen zu Beginn Bestandteile der Zellwand von bestimmten Bakterien in eine Vene gespritzt. In der Blutbahn lösen sie eine Blutvergiftung aus. Dieser Stoff wird häufig genutzt, um bei Tieren künstlich eine Blutvergiftung hervorzurufen. Ab der 15. Minute nach LPS-Gabe bekommen alle Kaninchen eine Elektrolytinfusion über die Vene. Dieser wird in Gruppe 3 ein bestimmtes Protein und in Gruppe 4 ein bestimmter Antikörper zugemischt. Wiederum 15 Minuten später erhalten alle Tiere über den Venenzugang eine Bakterien (E.coli) gespritzt, die ebenfalls Blutvergiftungen verursachen können. Alle 15-60 Minuten wird Blut aus einer Arterie für bestimmte Untersuchungen genommen. 4 Stunden nach Beginn der Narkose werden die Tiere auf unbekannte Weise getötet und Lunge, Leber, Milz und Nieren für weitere Untersuchungen entfernt.

Die Studie wird gefördert durch Biotest AG, Dreieich.

Bereich: Sepsisforschung, Bakteriologie, Immunologie

Originaltitel: IgM-enriched solution BT086 improves host defense capacity and energy store preservation in a rabbit model of endotoxemia

Autoren: S. Shmygalev (1)*, M. Damm (1), L. Knels (2), A. Strassburg (3), K. Wünsche (3), R. Dumke (4), S.N. Stehr (5), T. Koch (1), A.R. Heller (1)

Institute: (1) Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, Technische Universität Dresden, Fetscherstr. 74, 01307 Dresden, (2) Institut für Anatomie, Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Dresden, (3) Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Dresden, (4) Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene, Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Dresden, (5) Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Lübeck

Zeitschrift: Acta Anaesthesiologica Scandinavica 2016: 60; 502–512

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4856



Dokument 229Titel: 3D-Ultraschall-Biomikroskopie zur Beurteilung von repariertem Gewebe im Knorpel: volumetrische Charakterisierung und Korrelation zu etablierte Klassifikationssystemen
Hintergrund: Untersuchungen an Schafen mit künstlich zugefügten Knorpeldefekten, ob eine spezielle Art des Ultraschalls geeignet ist, um die Qualität von Knorpelreparatur-Gewebes zu beurteilen.
Tiere: 32 Schafe (Merino-Schafe)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Herkunft der Schafe ist unbekannt. In einer ersten Operation unter Narkose wird zunächst bei allen Tieren am Beckenkamm Knochenmark entnommen (um daraus Stammzellen zu gewinnen). Außerdem werden über einen Schnitt die Kniegelenke der Schafe beidseitig eröffnet und am unteren Teil des Oberschenkels mit Hilfe einer Biopsiestanze ein tiefer Knorpeldefekt von 7 mm Durchmesser herbeigeführt. Dies geschieht in einem Bereich, der durch das Körpergewicht der Tiere stark beansprucht wird. 42 Tage später werden den Tieren erneut unter Narkose die rechten Kniegelenke aufgeschnitten. Die Bereiche der Knorpeldefekte werden bei 16 Tieren mit einem Bindegewebsgerüst behandelt, das mit eigenen Stammzellen besiedelt wurde. Bei der anderen Hälfte der Schafe werden die verletzten Knorpelbereiche mit einem zellfreien sehr dichten Bindegewebsgerüst behandelt. Die linken Knie der Tiere werden nicht ein weiteres Mal eröffnet und dienen als "unbehandelte Kontrollen". Nach der 2. Operation "darf" die eine Hälfte der Schafe ein Jahr "frei herumlaufen" (wird nicht näher erläutert), die andere Hälfte zwei Jahre. Nach Ablauf dieser Frist werden sie auf unbekannte Weise getötet und der Knorpel der Kniegelenke mit verschiedenen diagnostischen Methoden untersucht.

Die Studie wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Bereich: Wiederherstellungschirurgie, Traumatologie, Bildgebene Verfahren

Originaltitel: 3D ultrasound biomicroscopy for assessment of cartilage repair tissue: Volumetric characterisation and correlation to established classification systems

Autoren: M. Schöne (1), N. Männicke (1), J.S. Somerson (2), B. Marquaß (3,4), R. Henkelmann (3,4), T. Aigner (1), K. Raum (1), R.M. Schulz (3,4,6)*

Institute: (1) Berlin-Brandenburg Centrum für Regenerative Therapien, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, (2) Department of Orthopaedics and Sports Medicine, University of Washington, Seattle, USA, (3) Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie, Universitätsklinikum Leipzig, Liebigstr. 20, 04103 Leipzig, (4) Sächsischer Inkubator für klinische Translation (früher: Translationszentrum für Regenerative Medizin), Universität Leipzig, Philipp-Rosenthal-Str. 55, 04103 Leipzig, (5) Institut für Pathologie, Klinikum Coburg, Coburg, (6) Zelltechniken und angewandte Stammzellbiologie, Biotechnologisch-Biomedizinisches Zentrum, Universität Leipzig, Deutscher Platz 5, 04103 Leipzig

Zeitschrift: European Cells and Materials 2016: 31; 119–135

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4855



Dokument 230Titel: EKG-Messung bei Meerschweinchen bei vollem Bewusstsein
Hintergrund: Studie zur Verbesserung der Messbarkeit von Körperreaktionen von Meerschweinchen auf Substanzen im Rahmen der präklinischen Medikamentenprüfung.
Tiere: 64 Meerschweinchen
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Tiere stammen von Harlan (Horst in den Niederlanden oder Huntington, Großbritannien). Für die Studie bekommen die Meerschweinchen einen Sender implantiert, mit dem sich EKG, Körpertemperatur und Bewegungsaktivität messen lassen. Dafür werden die Tiere mit Gas in Narkose gelegt und der Bauch aufgeschnitten. Die Box des Senders wird von innen an der Bauchwand festgenäht und die Bauchhöhle wieder verschlossen. Zur individuellen Identifikation bekommen alle Tiere noch einen Transponder unter die Haut implantiert. Während der Operation erfolgt auch das Anbringen von je zwei Elektroden, mit denen das EKG gemessen werden kann. Hierfür werden 3 verschiedene Varianten genutzt. Jeweils ausgehend vom Sender wird bei einem Drittel der Meerschweinchen eine Elektrode rechts am Brustkorb unter die Haut gesetzt, die andere links hinter die letzte Rippe. Das zweite Drittel erhält auch die Elektrode an der rechten Brustwand, die andere Elektrode wird während der Bauchoperation am linken Teil des Zwerchfells fixiert. Beim letzten Drittel der Tiere wird eine Elektrode über die linke Halsvene bis zur Herzbasis vorgeschoben und fixiert. Die zweite Elektrode wird am linken Teil des Zwerchfells festgenäht. Nach der Operation "dürfen sich die Tiere für 14 Tage erholen".

Für die eigentliche Studie werden die Tiere 1 Tag vorher jeweils zu zweit in einen kleinen Käfig mit abgedunkelter Umgebung gesetzt. Auf dessen Unterseite ist auch der Empfänger angebraucht, mit dem die EKG-Werte, Körpertemperatur und Bewegungsaktivität gemessen werden können. Je ein Tier aus den 2er-Gruppen bekommt ein Medikament zum Schlucken in die Backentasche, das andere Tier dient der Kontrolle. In den 2 Stunden vor der Medikamentengabe werden die Werte gemessen, ebenso wie alle 30 Minuten nach der Eingabe über einen Zeitraum von 15-24 Stunden. Insgesamt wird der Einfluss von 6 verschiedenen Substanzen auf EKG, Temperatur und Bewegungsaktivität der Tiere gemessen.

Zusätzlich zu den genannten Messungen werden noch Blutproben für pharmakokinetische Untersuchungen entnommen (Die Pharmakokinetik befasst sich mit Aufnahme, Verteilung, Abbau und Ausscheidung eines Medikaments). Dafür wird bei einigen Meerschweinchen unter Narkose über einen Hautschnitt ein Venenzugang in die linke Halsvene gelegt. Die Fixierung des Katheters erfolgt mittels Festnähen im Nacken der Tiere.

Die Ergebnisse dieser Studie werden mit denen aus einer anderen Studie mit Beagle-Hunden verglichen. Dort wurden ebenfalls EKG-Messungen durchgeführt und die Blutkonzentration derselben Substanzen in den 15 Stunden nach der Eingabe mittels Gelatinekapsel oder Tablette gemessen.

Förderer dieses Versuches ist die Bayer Pharma AG.

Bereich: Pharmakologie, Toxikologie

Originaltitel: ECG telmetry in conscious guinea pigs

Autoren: Sabine Ruppert (1), Thomas Vormberge (1), Bernd-Wolfgang Igl (2), Michael Hoffmann (1)*

Institute: (1) Safety Pharmacology, Bayer Pharma AG, Aprather Weg 18a, 42096 Wuppertal, (2) Research & Clinical Sciences Statistics, Bayer Pharma AG, Berlin

Zeitschrift: Journal of Pharmacological and Toxicological Methods 2016: 81; 88–98

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4854



Dokument 231Titel: Zugelassene squalenhaltige Hilfsstoffe verbessern stammspezifische Antikörperreaktionen gegen Influenza Hämagglutinin (Protein an der Oberfläche des Virus) und regen die Bildung von subtypenspezifischen Antikörper gegen Neuraminidase an
Hintergrund: Untersuchungen zum Einfluss von verschiedenen Hilfsstoffen als Zusatz zu Grippeimpfungen auf die Immunantwort von Frettchen.
Tiere: 24 Frettchen
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Studie wird vom Regierungspräsidium Darmstadt genehmigt. Die Herkunft der Tiere ist unbekannt. Für den Versuch werden die Frettchen in 6 Gruppen zu je 4 Tieren eingeteilt. 5 Gruppen bekommen im Abstand von 21 Tagen zwei Impfungen gegen Influenza A (H1N1) mittels Injektion in die Muskulatur. Eine Gruppe erhält dabei einen unverdünnten Grippeimpfstoff, bei 4 Gruppen ist der Impfstoff jeweils mit einem unterschiedlichen Hilfsstoff vermischt. Die 6. Gruppe erhält als Kontrolle eine wirkungslose Flüssigkeit ohne Impfstoff. In den folgenden Monaten werden den Tieren mehrfach Blutproben entnommen (Woche 1, 3, 6, 11, 15 und 19). 6 Monate nach der Impfung werden die geimpften Frettchen und die ungeimpften Tiere der 6. Gruppe mittels Einträufeln in die Nase mit dem Grippeerreger infiziert. In den anschließenden 4 Tagen erfolgt täglich die Messung der Körpertemperatur und des Gewichtes. Unabhängig davon, ob und wenn ja mit welchem Impfstoff die Tiere geimpft wurden, bekommen sie Fieber und zeigen einen Gewichtsverlust von etwa 4 %, was vermutlich auf einen verringerten Appetit zurückzuführen ist. 4 Tage nach der Infektion werden die Frettchen auf unbekannte Weise getötet. Danach werden zum letzten Mal Blutproben genommen und Organe für weitere Untersuchungen entnommen.

Bereich: Impfstoffforschung, Infektionsforschung, Virologie

Originaltitel: Squalene-containing licensed adjuvants enhance strain-specific antibody responses against the influenza hemagglutinin and induce subtype-specific antibodies against the neuraminidase

Autoren: Rebecca Schmidt (1), Edgar Holznagel (1), Britta Neumann (2), Nina Alex (2), Bevan Sawatsky (1), Theresa Enkirch (1), Kristin Pfeffermann (1), Carina Kruip (1), Veronika von Messling (1)*, Ralf Wagner (2)*

Institute: (1) Abteilung Veterinärmedizin, Paul-Ehrlich-Institut, Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, Paul-Ehrlich-Str. 51-59, 63225 Langen, (2) Abteilung Virologie, Paul-Ehrlich-Institut, Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, Paul-Ehrlich-Str. 51-59, 63225 Langen

Zeitschrift: Vaccine 2016: 34; 5329 – 5335

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4853



Dokument 232Titel: Phosphat-Konversionsschicht reduziert die Zersetzungsrate und unterdrückt Nebenwirkungen von metallischen Magnesiumimplantaten im Tiermodell
Hintergrund: Untersuchung der Reaktion des Gewebes von Mäusen auf verschieden beschichtete Magnesiumimplantate.
Tiere: 12 Mäuse (ca.)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Tiere stammen von Harlan-Winkelmann, Borchen, und am Helmholtz-Zentrum in Braunschweig gehalten. Genehmigt wird die Studie durch die zuständige Behörde LAVES in Niedersachsen. Für den Versuch werden die Mäuse über eine Spritze in die Bauchhöhle in Narkose gelegt und am Rücken rasiert. Dort wird die Haut an drei Stellen auf einer Länge von jeweils 0,5 cm aufgeschnitten. Die Haut wird vom Unterhautgewebe gelöst, so dass eine Höhle entsteht. In die 3 Höhlen bekommen die Tiere 3 verschiedene Implantate (reines Magnesium, Magnesium mit Phosphat oder Fluorid beschichtet) eingesetzt und die Haut wird wieder zugenäht. Ein Tier bekommt zum Vergleich Titanimplantate. Direkt nach der Operation und anschließend 1 x wöchentlich über die nächsten 56 Tage wird die Gasbildung rund um die Implantate mittels einer Schieblehre gemessen (Höhe und Durchmesser). Am Ende der Studie werden die Tiere mittels CO2 und anschließendem Genickbruch getötet. Die Implantate und umliegendes Gewebe werden entfernt um die Korrosion der Metalle und Entzündungsreaktionen des Gewebes zu untersuchen.

Die Studie wird gefördert durch ein gemeinschaftliches Stipendium der Higher Education Commission of Pakistan und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD). Außerdem erfolgt eine Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft.

Bereich: Biomaterial-Forschung, Chirurgie

Originaltitel: Phosphate conversion coating reduces the degradation rate and suppresses side effects of metallic magnesium implants in an animal model

Autoren: Muhammad Imran Rahim (1), Ana Tavares (2), Florian Evertz (2), Marc Kieke (3), Jan-Marten Seitz (4,7), Rainer Eifler (4), Andreas Weizbauer (5,6), Hans Jürgen Maier (4), Birgit Glasmacher (2), Peter Behrens (3), Hansjörg Hauser (1), Peter P. Mueller (1)*

Institute: (1) Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung, Inhoffenstr. 7, 38124 Braunschweig, (2) Institut für Multiphasische Prozesse, Leibniz Universität Hannover, Hannover, (3) Institut für Anorganische Chemie, Leibniz Universität Hannover, Hannover, (4) Institut für Werkstoffkunde, Leipniz Universität Hannover, Hannover, (5) CrossBIT, Verbundzentrum für Biokompatibilität und Implantatimmunologie in der Medizintechnik, Orthopädische Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover, Hannover, (6) Labor für Biomechanik und Biomaterialien, Orthopädische Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover, Hannover, (7) Department of Materials Science and Engineering, Michigan Technological University, Houghton, Michigan

Zeitschrift: Journal of Biomedical Materials Research 2017: 105(6); 1622-1635

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4852



Dokument 233Titel: Eine kreuzweise Verformbarkeit in der höhergradigen Hörrinde von erblich tauben Katzen schränkt die Hörreaktion gegenüber Cochleaimplantaten nicht ein
Hintergrund: Ist bei von Geburt an tauben Katzen der Hörbereich im Gehirn ausgeprägt?
Tiere: 9 Katzen
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Der Versuch wird vom Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES), Oldenburg, genehmigt. Die Katzen stammen aus einer unieigenen Kolonie. Es handelt sich um 5 weiße Katzen, die von Geburt an taub sind und 4 hörende Katzen. Im Alter von 4 Wochen wird das Hörvermögen der Tiere getestet. Dazu wird der Kopf einer narkotisierten Katze in einen stereotaktischen Halteapparat eingespannt. Die Kopfhaut wird aufgeschnitten, in den Schädelknochen wird ein Loch gebohrt. Eine Elektrode wird in das Gewebe der Hörrinde eingelassen. Es werden verschieden laute Klickgeräusche abgespielt und die Nervenaktivitäten im Gehirn werden bestimmt. Bei den tauben Katzen gibt es keinerlei Nervenaktivitäten. Bei den eigentlichen Versuchen sind die Katzen mehr als 12 Monate alt. Es wird zunächst noch einmal das Hörvermögen auf die gleiche Weise getestet.

Dann wird bei den tauben Katzen ein Loch in die Bulla (Knochen hinter dem Ohr) gebohrt, um ein Cochleaimplantat in das Innenohr einzusetzen. Bei den hörenden Katzen wird Neomycinsulfat in das Innenohr injiziert und nach 5 Minuten wieder abgesaugt. Dieses Antibiotikum zerstört die feinen Haarzellen im Innenohr. So werden die Tiere künstlich taub gemacht. Nun erhalten auch diese Katzen ein Cochleaimplantat.

Bei allen Katzen wird die Kopfhaut aufgeschnitten und ein großes Loch wird in den Schädel gebohrt. Darüber wird eine Elektrodenkammer angebracht. Die harte Hirnhaut wird aufgeschnitten, so dass das Hirngewebe zu sehen ist. Es wird mit Silikonöl bedeckt, damit es nicht austrocknet. An zwei Stellen werden 2 Multielektroden-Arrays, Platten mit jeweils 16 Elektroden, in das Hirngewebe eingelassen. Mit einem Antriebsgerät können sie weiter in das Gewebe geschoben werden. Nun werden die Ohren mit verschieden lauten Geräuschen beschallt und die Augen mit Lichtblitzen verschiedener Intensität gereizt. Die Reaktion auf die akustischen und visuellen Reize in Form von Nervenaktivitäten im Gehirn wird mit den Elektroden gemessen. Schließlich werden die Katzen durch Injektion von Formalin ins Herz getötet. Die Gehirne werden herausgeschnitten und feingeweblich untersucht.

Die Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der MED-EL GmbH, Innsbruck, Österreich unterstützt.

Bereich: Hörforschung

Originaltitel: Cross-modal plasticity in higher-order auditory cortex of congenitally deaf cats does not limit auditory responsiveness to cochlear implants

Autoren: Rüdiger Land (1)*, Peter Baumhoff (1), Jochen Tillein (1,2), Stephen G. Lomber (3), Peter Hubka (1), Andrej Kral (1,4)

Institute: (1) Institute of AudioNeuroTechnology und Abteilung Experimentelle Otologie, Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Medizinische Hochschule Hannover, Stadtfelddamm 34, 30625 Hannover, (2), Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, J.W. Goethe Universität, Frankfurt am Main, (3) Brain and Mind Institute and Department of Physiology and Pharmacology, University of Western Ontario, London, Ontario, Canada, (4) School of Behavioral and Brain Sciences, The University of Texas at Dallas, Dallas, Texas, USA

Zeitschrift: The Journal of Neuroscience 2016: 36(23); 6175-6185

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4851



Dokument 234Titel: Vergleichende Analyse der Wirkung der neurotrophischen Faktoren CDNF und GDNF bei einem nichtmenschlichen Primatenmodell für die Parkinson Krankheit
Hintergrund: Behandlung von künstlich ausgelösten Parkinson-Symptomen bei Weißbüscheläffchen.
Tiere: 16 Affen (Weißbüscheläffchen)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die 16 erwachsenen Weißbüscheläffchen (2-6 Jahre alt) stammen aus der Zucht des Deutschen Primatenzentrums Göttingen (DPZ). Die Tiere werden zu zweit in Käfigen von 80 x 150 x 66 cm Größe gehalten.

Bei den Affen wird unter Narkose eine Kanüle in das Gehirn eingepflanzt. Dazu wird der Kopf in eine stereotaktische Halterung eingespannt. Die Kopfhaut wird aufgeschnitten und es wird ein Loch in den Schädelknochen gebohrt. Eine Teflonkanüle wird an einer bestimmten Stelle des Gehirns eingelassen und mit Zahnzement am Schädelknochen fixiert. Eine osmotische Minipumpe wird unter die Haut zwischen den Schulterblättern eingepflanzt. Ein Schlauch führt von der Pumpe zu der Kanüle. So wird bei 5 Affen in den nächsten 4 Wochen kontinuierlich eine Testsubstanz in das Gehirn infundiert. Ein Affe erhält als Kontrolle eine wirkungslose Flüssigkeit infundiert. Dann werden die Affen betäubt und durch Injektion von Formalin in die Blutbahn getötet.

In einem zweiten Experiment werden bei 9 Affen geringe Parkinson-Symptome ausgelöst. Dazu wird bei den Tieren unter Narkose der Kopf in einer Halterung fixiert und 6-OHDA wird an 6 Stellen in das Gehirn injiziert. Es ist unklar, wie viele Löcher dafür gebohrt werden. 6-OHDA tötet bestimmte Nervenzellen, so dass die Tiere Bewegungsstörungen erleiden, wobei bei diesem Experiment die Symptome nicht sehr ausgeprägt sein sollen. 3 Wochen nach der Injektion wird bei 4 Affen die Testsubstanz an die Stellen im Gehirn injiziert, wo zuvor 6-OHDA injiziert worden war. 4 Affen erhalten eine andere Testsubstanz. Ein Affe erhält eine wirkungslose Substanz. Sowohl vor als auch nach der Symptomauslösung und der Behandlung werden die Tiere mehrfach mit Bild gebenden Verfahren (SPECT, MRI) untersucht. 13 Wochen nach der Behandlung mit den Testsubstanzen werden die Affen auf die gleiche Weise wie oben beschrieben getötet. Ihre Gehirne werden feingeweblich untersucht.

Affe Nr. 16 wird für eine Sequenzanalyse getötet, wobei nicht genau beschrieben wird, was mit dem Tier zuvor geschieht.

Bereich: Parkinson-Forschung

Originaltitel: Comparative analysis of the effects of neurotrophic factors CDNF and GDNF in a nonhuman primate model of Parkinson’s disease

Autoren: Enrique Garea-Rodriguez (1,2,3)*, Ave Eesmaa (4), Päivi Lindholm (4), Christina Schlumbohm (1,5), Jessica König (1,5), Birgit Meller (6), Kerstin Krieglstein (7), Gunther Helms (8), Mart Saarma (4), Eberhard Fuchs (1,3)

Institute: (1) Abteilung für Klinische Neurobiologie, Deutsches Primatenzentrum Göttingen, Kellnerweg 4, 37077 Göttingen, (2) Abteilung für Neuroanatomie, Institut für Anatomie und Zellbiologie, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg, (3) Center for Molecular Physiology of the Brain (CMPB), Universität Göttingen, Göttingen, (4) Institute of Biotechnology, University of Helsinki, Helsinki, Finnland, (5) Encepharm, Göttingen, (6) Klinik für Nuklearmedizin, Universitätsmedizin, Georg-August-Universität Göttingen, Göttingen, (7) Abteilung für Molekulare Embryologie, Institut für Anatomie und Zellbiologie, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg, (8) Kognitive Neurologie, Universitätsmedizin, Georg-August-Universität Göttingen, Göttingen

Zeitschrift: PLOS One 2016: 11(2); e0149776

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4850



Dokument 235Titel: Etablierung eines niedrig dosierten Hunde-Endotoxämie-Modells zum Test von entzündungshemmenden Medikamenten: Auswirkungen von Prednisolon
Hintergrund: Entwicklung eines "Tiermodells" am Hund zur Testung von entzündungshemmenden Medikamenten. Das gleiche Modell wird bereits bei menschlichen Probanden eingesetzt.
Tiere: 36 Hunde (Beagles)
Jahr: 2013

Versuchsbeschreibung: Den Hunden wird eine Infusion mit Lipopolysacchariden (LPS) gegeben. Dies sind Bestandteile die auf der Oberfläche vieler Bakterien sitzen und Entzündungen im menschlichen und tierischen Körper auslösen. Die Hunde bekommen anschließend das entzündungshemmende Medikament Prednisolon. Dann wird die Wirkung des Medikaments untersucht.

Im ersten Teil des Tierversuches werden 12 männlichen Beagles in 4 Gruppen aufgeteilt. Die Tiere in Gruppe 1-3 bekommen die LPS in unterschiedlichen Dosierungen per Infusion in eine Vene verabreicht. Die Tiere in Gruppe 4 erhalten ein Placebo in Form von Kochsalzlösung als Infusion. Es werden mehrmals im Abstand von einer halben bis mehreren Stunden insgesamt 17 Blutproben aus Hinterbein- oder Vorderbeinvenen entnommen und das Blut wird auf Entzündungsanzeichen untersucht. Alle Tiere bekommen durch die LPS gerötete Ohren, Bindehaut und Zahnfleisch. Zudem zeigen manche Tiere durch die Entzündungsreaktion einen leichten Anstieg der Herz- und Atemfrequenz. Die Körpertemperatur steigt um 2 Grad an. Die Tiere, welche eine mittlere bzw. hohe Dosis der LPS erhalten, zeigen Erbrechen und Durchfall.

Im zweiten Teil des Versuches werden 24 männliche Beagle in 4 Gruppen aufgeteilt. Die Tiere bekommen einmal am Tag über den Mund Prednisolon bzw. einen Placebo 3 Tage lang verabreicht. Am dritten Tag erhalten alle Tiere LPS über eine Infusion. Analog zu der obigen Vorgehensweise werden den Tieren Blutproben entnommen und untersucht, um zu sehen, ob die Entzündungssymptome unterdrückt werden. Die Hunde bekommen unter der Prednisolonbehandlung weichen Stuhlgang. Vier Tiere zeigen Erbrechen nach der Infusion von LPS. Die Körpertemperatur der Tiere steigt nach der Infusion um 1,6 Grad an. Keiner der Hunde stirbt während der Versuche. Das weitere Schicksal der Tiere ist unbekannt.

Bereich: Entzündungsforschung, Immunologie, Pharmakologie, Toxikologie

Originaltitel: Establishment of a low dose canine endotoxemia model to test anti-inflammatory drugs: effects of prednisolone

Autoren: F. De Vries (1), J. Leuschner (2), B. Jilma (3)*, U. Derhaschnig (3)

Institute: (1) Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH, Ingelheim (2), LPT Laboratory of Pharmacology and Toxicology GmbH & Co. KG, Redderweg 8, 21147 Hamburg, (3) Universitätsklinik Wien, Institut für Klinische Pharmakologie, Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien, Österreich

Zeitschrift: International Journal of Immunopathology and Pharmacology 2013: 26(4); 861-869

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4849



Dokument 236Titel: Gelatine-basierte Hydrogel-Zersetzung und Gewebeinteraktion in vivo: Erkenntnisse aus multimodaler präklinischer Bildgebung in immunkompetenten Nacktmäusen
Hintergrund: Untersuchung über die Wiederherstellung des ursprünglichen gesunden Gewebes durch Biomaterialien.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)(Nacktmäuse)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Mäuse stammen aus der Charles River-Zucht. Hydrogele auf Gelatinebasis werden als Biomaterialien verwendet, um Heilungsprozesse zu unterstützen. So können sie der Wiederherstellung von verletztem Gewebe dienen. Narkotisierten Mäusen werden ein oder zwei Hydrogelkissen von 1-2 x 3 x 10 mm Größe unter die Haut am Rücken implantiert (einseitig oder beidseitig). Die Mäuse erhalten nach der Operation eine Spritze mit einem Schmerzmittel. Anschließend wird der Abbau der Gele und die Reaktion des körpereigenen Gewebes auf das Material durch bildgebende Verfahren untersucht (MRT, optische Bildgebung, Positronenemissionstomographie). Die Untersuchungen erfolgen an Tag 1, 7, 14, 21 und 35 nach der Implantation. Teilweise sogar noch bis 84 Tage danach. Für die Untersuchung mit der optischen Bildgebung bekommen die Mäuse eine leuchtende Flüssigkeit in die Bauchhöhle gespritzt. Um Entzündungsreaktionen zu provozieren, bekommen die Mäuse zusätzliche Substanzen gespritzt. Für die PET-Untersuchung (Positronenemissionstomographie – sie macht Stoffwechselvorgänge sichtbar) bekommen die Mäuse ebenfalls eine Substanz gespritzt, um die Vorgänge im Inneren sichtbar zu machen. Zusätzlich wird mehrmals eine Blutprobe aus dem Herzen der narkotisierten Tiere entnommen um diese zu untersuchen. Zu bestimmten Zeitpunkten werden jeweils einige Mäuse getötet und das Gewebe der Tiere wird u.a. unter dem Mikroskop untersucht.

Die Arbeit wurde durch die Helmholtz-Gesellschaft finanziert.

Bereich: Biomaterial-Forschung, Immunologie, Tissue Engineering, Bildgebende Verfahren

Originaltitel: Gelatin-based hydrogel degradation and tissue Interaction in vivo: insights from multimodal preclinical imaging in immunocompetent nude mice

Autoren: Christoph Tondera (1,2), Sandra Hauser (1), Anne Krüger-Genge (3), Friedrich Jung (3,4), Axel T. Neffe (3,4), Andreas Lendlein (3,4), Robert Klopfleisch (5), Jörg Steinbach (2,6), Christin Neuber (1), Jens Pietzsch (1,2)*

Institute: (1) Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf, Institut für Radiopharmazeutische Krebsforschung, Abteilung für Radiopharmazeutische und Chemische Biologie, Dresden, Bautzner Landstraße 400, 01328 Dresden, (2) TU Dresden, Fakultät Mathematik und Naturwissenschaften, Fachrichtung Chemie und Lebensmittelchemie, 01062 Dresden, (3) Institut für Biomaterialforschung, Kantstraße 55, 14513 Teltow-Seehof und Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien, Charité Universitätsmedizin Berlin, Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin, (4) Helmholtz Virtuelles Institut (HVI) "Multifunktionale Biomaterialien für die Medizin", Teltow und Berlin, (5) Institut für Tierpathologie, Robert-von-Ostertag-Straße 15, Gebäude 31, 14163 Berlin, (6) Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf, Institut für Radiopharmazeutische Krebsforschung, Dresden

Zeitschrift: Theranostics 2016: 6(12); 2114-2128

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4848



Dokument 237Titel: PulmoStent: In-vitro-In-vivo-Evaluierung eines durch Tissue Engineering hergestellten Stents in den Bronchien
Hintergrund: Untersuchung über die Verbesserung der Atemfunktion durch einen Stenteinsatz.
Tiere: 6 Schafe (Rhönschafe)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Der Versuch wurde vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) in Nordrhein-Westfalen genehmigt. Narkotisierten Schafen wird ein Endoskop über die Luftröhre in die Bronchien eingeführt und es werden Gewebeproben am Übergang von der Luftröhre zu den Bronchien entnommen. Daraus werden Schleimhautzellen gewonnen und kultiviert. Später, nach einer nicht genannten Zeit, werden die Schafe wieder narkotisiert. Es wird eine Computertomografie durchgeführt, um die Atemwege zu untersuchen, um Vorerkrankungen auszuschließen. Dann werden zwei Stents rechts und links jeweils in den Hauptbronchus eingesetzt. Das sind kleine Röhren aus Draht und Hundeknochen, die dazu dienen, die Bronchien offen zu halten. Über einen Stent werden die zuvor gewonnenen Schleimhautzellen gesprüht. Dann wird die Narkose beendet, die Tiere erhalten noch drei Tage ein Schmerzmittel und ein Antibiotikum. Ihre Lungen werden täglich abgehört und alle 2-4 Wochen werden sie erneut(!) in Narkose gelegt und die Bronchien mit den Stents werden mit einem Endoskop untersucht. Am letzten Tag des Experiments (nach maximal 24 Wochen) werden die Tiere noch einmal in Narkose gelegt und intubiert. Wieder finden ein CT und eine Endoskopie statt. Dann werden die Tiere durch Injektion von Pentobarbital in eine Vene getötet und ihre toten Körper weiter untersucht.

Bereich: Biomaterial-Forschung, Lungenforschung, Krebsforschung

Originaltitel: PulmoStent: In vitro to in vivo evaluation of a tissue engineered endobronchial stent

Autoren: Anja Lena Thiebes (1), Nicola Kelly (2), Caoimhe A. Sweeney (2), Donnacha J. McGrath (2), Johanna Clauser (3), Kathrin Kurtenbach (1), Valentine N. Gesche (1), Weiluan Chen (4), Robbert Jan Kok (4), Ulrich Steinseifer (3), Mark Bruzzi (2), Barry J. O’Brien (2), Peter E. McHugh (2), Stefan Jockenhoevel (1)* and Christian G. Cornelissen (1,5)

Institute: (1) Lehrstuhl für Angewandte Medizintechnik Helmholtz-Institut der RWTH Aachen Pauwelsstraße 20, 52074 Aachen Institut für Textiltechnik, RWTH Aachen, Templergraben 55, 52062 Aachen, (2) Biomechanics Research Centre Biomedical Engineering College of Engineering and Informatics, National University of Ireland University Road Galway, Irland, (3) Lehrstuhl für Angewandte Medizintechnik Helmholtz-Institut der RWTH Aachen, LuF Kardiovaskuläre Technik, Pauwelsstr. 20, 52074 Aachen, (4) Department of Pharmaceutics, Utrecht Institute for Pharmaceutical Sciences, Utrecht University, Utrecht, Niederlande, (5) RWTH Aachen, Medizinische Klinik I Kardiologie, Pneumologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin, Pauwelsstraße 30, 52074 Aachen

Zeitschrift: Annals of Biomedical Engineering 2017: 45(4); 873-883

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4847



Dokument 238Titel: Experimentelle Infektion von Ziegen mit Mycobacterium avium subsp. hominissuis: ein Modell für vergleichende Tuberkuloseforschung
Hintergrund: Untersuchung über die Auswirkungen einer Tuberkuloseinfektion bei der Ziege.
Tiere: 24 Ziegen (Thüringer Waldziegen )
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Der Versuch wurde vom Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz genehmigt. Mycobacterium avium subsp. Hominissuis (MAH) ist ein Erreger, der Infektionen bei Mensch und Tier verursacht. In dieser Studie werden 18 Ziegen im Alter von 10-21 Tagen mit einer hohen MAH-Dosis über den Mund infiziert. Sie bekommen den Erreger über den Milchaustauscher (Ersatznahrung) zugeführt. 6 Tiere erhalten als Kontrolltiere nur den Milchaustauscher. 9 Ziegen entwickeln bis zu 2-3 Monate nach der Infektion eine schwere klinische Erkrankung. Sie haben hohes Fieber, Durchfall und magern ab. Verringerter Stuhlgang tritt bei allen Ziegen bis zu 2 Monate nach der Infektion auf. 62-83 Tage nach der Infektion müssen 7 Tiere getötet werden, weil ihr Gesundheitszustand sich extrem verschlechtert. Zwei weitere Ziegen sterben spontan. Die anderen Tiere werden zwischen dem 362. und 392. Tag nach der Infektion getötet um ihre Gewebe zu untersuchen. Die Tötungsart wird nicht näher beschrieben.

Bereich: Infektionsforschung, Immunologie, Bakteriologie

Originaltitel: Experimental Infection of Goats with Mycobacterium avium subsp. hominissuis: a Model for Comparative Tuberculosis Research

Autoren: J. Schinköthe (1), P. Möbius (2), H. Köhler (2), E.M. Liebler-Tenorio (2)*

Institute: (1) Friedrich-Loeffler-Institut Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI) Südufer 10, 17493 Greifswald, (2) Friedrich-Loeffler-Institut Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI), Naumburger Str. 96a, 07743 Jena

Zeitschrift: Journal of Comparative Pathology 2016: 155(2-3); 218-230

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4846



Dokument 239Titel: Ein neuartiger Relais-Kern zwischen dem unteren Colliculus und dem optischen Tectum im Huhn (Gallus Gallus)
Hintergrund: Wie Töne und Bilder im Gehirn von Schleiereulen verarbeitet und weiterleitet werden, ist durch zahlreiche Tierversuche bekannt. Für andere Vögel gibt es zu der Frage fast keine Informationen. Diese Lücke soll nun geschlossen werden, indem hier die Reizweiterleitung im Gehirn von Hühnern untersucht wird.
Tiere: 48 Hühner (Weiße Leghorn)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die 4-8 Wochen alten Hühner der Rasse Weiße Leghorn werden mittels einer Spritze in Narkose gelegt. Anschließend werden die Köpfe der Tiere fixiert und die Schädel im Bereich des Zentralnervensystems eröffnet. Dort wird mit einer Glaspipette eine Markierungssubstanz in das Hirngewebe injiziert. Diese Flüssigkeit wandert entlang der Nervenfasern und markiert diese. Der Schädel wird wieder verschlossen. Drei Tage danach werden die Tiere durch eine erneute Narkose und durch eine Spritze mit Pentobarbital in die Lunge getötet. Das Gehirn wird in dünne Scheiben geschnitten, um die markierten Nervenfasern zu untersuchen.

Im zweiten Versuchsteil werden frisch geschlüpften Küken mit einer Spritze in Narkose gelegt. Dann werden Ihnen die Köpfe abgeschnitten und das Gehirn entnommen und das Zentralnervensystem herausgeschnitten.

Die Gewebe werden anschließend für die Untersuchungen aufbereitet.

Bereich: Neurobiologie, Neurologie

Originaltitel: A novel relay nucleus between the inferior colliculus and the optic tectum in the chicken (Gallus gallus)

Autoren: Bertram Niederleitner, Christian Gutierrez-Ibanez, Quirin Krabichler, Stefan Weigel,Harald Luksch*

Institute: Lehrstuhl für Zoologie Technische Universität München, Liesel-Beckmann-Str. 4, 85354 Freising-Weihenstephan

Zeitschrift: Journal of Comparative Neurology 2017: 525; 513-534

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4845



Dokument 240Titel: Vergleich eines neuen miniaturisierten extrakorporalen Membran-Oxygenierungssystems mit integrierter Rotationsblutpumpe mit einem Standardsystem in einem Schweine-Modell mit einer akuten Lungenverletzung
Hintergrund: Vergleich von zwei Maschinen, die das Blut mit Sauerstoff anreichern sollen.
Tiere: 14 Schweine (Deutsche Landrasse, Gewicht 57-62 kg)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Versuche wurden vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen genehmigt. Die Extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) ist eine technische Methode, das Blut eines Patienten mit einer Lungenkrankheit oder einem Lungenversagen durch eine Maschine künstlich mit Sauerstoff anzureichern. Dies wird genutzt, bei Patienten, die akute Atemnot haben. Diese Maschinen sind im Notfall allerdings nicht schnell genug verfügbar. Deshalb wurde ein Miniaturgerät (ILIAS) mit einer integrierten Pumpe entwickelt. Das Gerät wird in dieser Studie mit dem Standardgerät (ECMO) verglichen, indem es an Schweinen ausprobiert wird.

Um eine Lungenverletzung zu simulieren, werden bei 14 Schweinen die Lungen mit einer Kochsalzlösung gespült, bis die Lungenfunktion der Tiere so geschädigt ist, dass keine ausreichende Sauerstoffanreicherung des Blutes mehr stattfindet. Dazu werden die Tiere in Narkose gelegt. Diverse Katheter (Plastikschläuche) werden in Venen, Arterie und die Harnblase gelegt. Anschließend werden die Schweine intubiert. Dann wird ein Liter Kochsalzlösung durch die Luftröhre in die Lunge gespült und wieder abgesaugt. Diese Prozedur wird alle 60 Minuten wiederholt, bis die Lunge schwer geschädigt ist. Im Anschluss wird bei je 5 Schweinen die Maschinen ECMO oder ILIAS angeschlossen. Eine Kontrollgruppe mit 4 Schweinen wird ohne diese Maschinen beatmet. Einige Tiere erleiden Untertemperatur, normalisieren sich dann aber wieder durch Wärmezufuhr. Weitere Tiere zeigen eine starke Hämolyse (Zerstörung der roten Blutkörperchen), als an ihnen das ILIAS-System getestet wird. Die Ursachen hierfür können nicht abschließend geklärt werden und sollen in weiteren Versuchen erforscht werden. Nach Abschluss des 8-stündigen Versuchs werden alle Tiere noch unter Vollnarkose durch eine T61-Spritze ins Herz getötet.

Die Arbeit wurde unterstützt durch die Firma Xenios, Hersteller des ILIAS-Systems.

Bereich: Herz-Kreislauf-Chirurgie, Herz-Kreislauf-Forschung, Lungenforschung

Originaltitel: Comparison of a new miniaturized extracorporeal membrane oxygenation system with integrated rotary blood pump to a standard system in a porcine model of acute lung injury

Autoren: Kevin Pilarczyk (1)*, Jens Heckmann (1), Kathrin Lyskawa (1), Andreas Strauß (2), Nils Haake (3), Ingo Wiese (1), Heinz Jakob (1), Markus Kamler (1), Nikolaus Pizanis (1)

Institute: (1) Klinik für Thorax- und Kardiovaskuläre Chirurgie Universitätsklinikum Essen, Hufelandstraße 55, 45147 Essen, (2) Andreas Strauß Medizintechnik, Schinkelstr. 32 44801Bochum, (3) Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Abteilung für Kardiovaskuläre Chirurgie, Kiel

Zeitschrift: Artificial Organs 2016: 40(7); 645-658

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4844



Dokument 241Titel: An ihrem Antigen-Rezeptor genetisch veränderte Cytokin-induzierte Killerzellen überwinden die Behandlungsresistenz der Vorläufer-B-Zellen bei akuter lymphoblastischer Leukämie und verbessern das Überleben
Hintergrund: Untersuchungen über den Einfluss von gentechnisch veränderten menschlichen Immunzellen auf das Tumorwachstum bei künstlich mit menschlichen Krebszellen krankgemachten Mäusen.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Studie wird genehmigt vom Regierungspräsidium Darmstadt. Es werden genmanipulierte Mäuse verwendet, die ein defektes Immunsystem aufweisen, so dass sie fremde Zellen nicht abstoßen. Im ersten Teil der Studie werden einer unbekannten Anzahl an Mäusen bestimmte menschliche Krebszellen unter die Haut gespritzt, die zum Wachstum eines Tumors im Bauch der Tiere führen. Zwei Wochen später bekommen die Tiere eine Injektion gentechnisch veränderter Immunzellen in die Vene. Diese Zellen sind bereits mit einem Fluoreszinfarbstoff markiert. Um die Tumorentwicklung zu überwachen, werden die Mäuse 55 und 100 Stunden nach der Tumorzellinjektion in Narkose gelegt. Danach bekommen sie einen Farbstoff in die Bauchhöhle gespritzt, der sich in den Tumorzellen anreichert. 10 Minuten nach der Farbstoffgabe wird mit Hilfe eines bestimmten Bildgebungsverfahren dieser Farbstoff (und damit der Umfang des Tumors) und die fluoreszierenden Immunzellen sichtbar gemacht. 5 Wochen nach der "Infizierung" mit den Tumorzellen werden die Mäuse getötet und die entstandenen Tumore für histologische Untersuchungen entfernt.

Im zweiten Teil der Studie werden ebenfalls einer unbekannten Anzahl an Mäusen andere menschliche Krebszellen in die Vene gespritzt. 6 und 11 Tage nach der Tumorinjektion bekommt eine Gruppe Mäuse über eine Vene die fluoreszinmarkierten Immunzellen gespritzt, eine Kontrollgruppe bekommt anstelle dessen Kochsalzlösung. Die Kontrolle des Tumorwachstums erfolgt wie im ersten Teil der Studie. Auch diese Mäuse werden getötet, um die Tumore für weitere Untersuchungen zu entfernen.

Zu einem unbekannten Zeitpunkt der Studie wird allen Tieren außerdem über die Schwanzvene Blut entnommen, welches weiter untersucht wird.

Die Studie wird gefördert durch folgende Sponsoren: Deutsche Forschungsgemeinschaft, Georg-Speyer-Haus, Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt, LOEWE-Zentrum für Zell- und Gentherapie Frankfurt, Bundesministerium für Gesundheit, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Bereich: Krebsforschung, Immunologie

Originaltitel: Chimeric antigen receptor-engineered cytokine-induced killer cells overcome treatment resistance of pre-B-cell acute lymphoblastic leukemia and enhance survival

Autoren: Sarah Oelsner (1,2), Juliane Wagner (2,3), Miriam E. Friede (1), Verena Pfirrmann (2), Sabrina Genßler (1), Eva Rettinger (2), Christian J. Buchholz (4,5), Heike Pfeifer (6), Ralf Schubert (7), Oliver G. Ottmann (8), Evelyn Ullrich (2,3), Peter Bader (2)*, Winfried S. Wels (1,9)*

Institute: (1) Georg-Speyer-Haus, Institut für Tumorbiologie und Experimentelle Therapie, Paul-Ehrlich-Str. 42-44, 60596 Frankfurt, (2) Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Schwerpunkt Stammzelltransplantation und Immunologie, Goethe Universität Frankfurt, Theodor-Stern-Kai 7, 60590 Frankfurt, (3) LOEWE-Zentrum für Zell- und Gentherapie, Goethe Universität Frankfurt, Frankfurt, (4) Molekulare Biotechnologie und Gentherapie, Paul-Ehrlich-Institut, Langen, (5) Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) Heidelberg, Heidelberg, (6) Zentrum der Inneren Medizin, Hämatologie/ Medizinische Onkologie, Goethe Universität, Frankfurt, (7) Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Schwerpunkt Allergologie, Pneumologie und Mukoviszidose, Goethe Universität, Frankfurt, (8) Department of Haematology, Division of Cancer and Genetics, Cardiff University School of Medicine, Cardiff, UK, (9) Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), Standort Frankfurt/ Mainz, Theodor-Stern-Kai 7, 60590 Frankfurt

Zeitschrift: International Journal of Cancer 2016: 139; 1799 - 1809

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4843



Dokument 242Titel: Der lösliche Guanylate Cyclase Stimulator Riociguat und der Phosphodiesterase-5 Hemmer Sildenafil verbessern einen hohen Blutdruck im Lungenkreislauf, ausgelöst durch Linksherzerkrankungen in der Maus
Hintergrund: Untersuchungen über die Wirkweise zweier verschiedener Medikamente auf den Blutdruck im Lungenkreislauf und eine Vergrößerung des linken Herzens bei Mäusen mit einer künstlich erzeugten Linksherzerkrankung.
Tiere: 80 Mäuse
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Genehmigt wird die Studie vom Regierungspräsidium Gießen. Die Mäuse stammen von Charles River Laboratories, Sulzfeld. Zunächst wird bei 60 Mäusen das menschliche Symptom des erhöhten Blutdrucks im Lungenkreislauf künstlich hergestellt. Dazu wird der Brustkorb der Tiere unter Narkose aufgeschnitten und das Brustbein weggeklappt. Anschließend wird herznah um einen bestimmten Bereich der Aorta (Hauptschlagader) ein Titanclip gesetzt, so dass der Durchmesser des Gefäßes nur noch 0,3 mm beträgt. Brusthöhle und Haut werden wieder zugenäht und die Mäuse bekommen Schmerzmittel gespritzt. Die restlichen 20 Mäuse werden einer Schein-Operation unterzogen, d.h. der Brustkorb wird eröffnet, es wird aber kein Clip gesetzt.

Innerhalb der nächsten Wochen entwickeln die Mäuse mit dem Aortenclip eine starke Vergrößerung des linken Herzens und eine Erhöhung des Blutdruckes im Lungenkreislauf. 6 Wochen nach der Operation erfolgt die Einteilung der Tiere in 3 Gruppen, von denen 2 Gruppen die nächsten 14 Tage je ein unterschiedliches Herzmedikament bekommen (über Trinkwasser oder Futter; eines der Medikamente ist Sildenafil, besser bekannt unter dem Handelsnamen Viagra) und die Tiere der dritten Gruppe ein Placebo. Die scheinoperierten Mäuse (4. Gruppe) bekommen ebenfalls ein Placebo. Bei allen Tieren wird direkt vor der Operation sowie 6 und 8 Wochen nach der Operation ein EKG durchgeführt. Am Ende der Studie werden die Mäuse wieder in Narkose gelegt. Es erfolgen Blutdruckmessungen an verschiedenen Bereichen rund um das Herz und die Aorta, indem Katheter über die rechte große Halsvene und die rechte große Halsschlagader bis in die Aorta bzw. das Herz geschoben werden. Anschließend werden Blutproben genommen, die Tiere mittels Entbluten getötet und ihre Lungen und Herzen für weitere Untersuchungen entfernt.

Die Arbeit wurde gefördert vom Exzellenzcluster Kardio-Pulmonales System.

Bereich: Herz-Kreislauf-Forschung, Bluthochdruckforschung

Originaltitel: Soluble guanylate cyclase stimulator riociguat and phosphordiesterase 5 inhibitor sildenafil ameliorate pulmonary hypertension due to left heart disease in mice

Autoren: Kabita Pradhan (1), Akylbek Sydykov (1), Xia Tian (1), Argen Mamzhakypov (1), Balram Neupane (1), Himal Luitel (1), Norbert Weissmann (1), Werner Seeger (1,2), Friedrich Grimminger (1), Axel Kretschmer (3), Johannes-Peter Stasch (3), Hossein Ardeschir Ghofrani (1), Ralph Theo Schermuly (1)*

Institute: (1) Exzellenzcluster Kardio-Pulmonales System, Universität Gießen - Marburg Lung Center (UGMLC), Mitglied im Deutschen Zentrum für Lungenforschung, Klinikstr. 33, 35392 Gießen, (2) Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung, Bad Nauheim, (3) Bayer Health Care, Wuppertal

Zeitschrift: International Journal of Cardiology 2016: 216; 85–91

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4842



Dokument 243Titel: Individuelle Erkennung von sozialem Rang und sozialer Gedächtnisleistung hängt von einem funktionalen Biorhythmus ab
Hintergrund: Studie zur Erforschung, inwiefern eine Störung des Biorhythmus beim Zwerghamster Einfluss auf dessen soziales Verhalten gegenüber und Wiedererkennen von Artgenossen hat.
Tiere: 43 Hamster (Mindestens 43 Dsungarischer Zwerghamster )
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die in der Studie eingesetzten männlichen Dsungarischen Zwerghamster stammen aus der hauseigenen Zucht. Die Auswahl der Hamster erfolgt danach, wie geregelt ihr Aktivitätsrhythmus im Laufe von 24 Stunden ist. Gemessen wird diese Aktivität mittels Infrarotsensoren. In der Wildtyp-Gruppe befinden sich Hamster, die einen normalen Rhythmus zeigen (nächtliche Aktivität). In der AR-Gruppe (Arrhythmie) sind Tiere, die genetisch bedingt zeitlich verzögert und verkürzt aktiv sind. Solche Tiere entwickeln natürlicherweise meistens irgendwann eine Unregelmäßigkeit in ihrem Verhalten. Um dies zu provozieren, werden sie als Vorbereitung auf die eigentliche Studie während ihrer sowieso schon verkürzten nächtlichen Aktivitätsphase mit Licht bestrahlt. Das führt dazu, dass nach 2 Wochen "Lichttherapie" von 16 Stunden (2–18 Uhr) die Hälfte der Tiere unregelmäßige Aktivitätsmuster ausbilden. Diese Hamster werden dann für die Studie benutzt.

Experiment 1: Jeweils zwei eigentlich als Einzelgänger lebende Hamster werden in einem 50 x 50 cm großen Areal zusammengesetzt und ihr Verhalten beobachtet. Die Konfrontation wird beendet, wenn entweder ein Tier mehr als 3 Sekunden auf dem Rücken liegt, beide Tiere kämpfend umherrollen oder ein Tier versucht wegzulaufen. Danach erfolgt – je nach Verhalten - die Einteilung in "dominant" und "untergeordnet". Diese Prozedur wird nach 10 Minuten noch einmal wiederholt. 24 Stunden nach dem Zusammensetzen darf jedes Tier einzeln das Versuchsareal, welches zwei leere Plastikboxen beinhaltet für 10 Minuten erkunden. Direkt nach dieser Erkundungstour werden dem Hamster unter einer Plastikbox entweder der bereits bekannte Hamster aus der Konfrontation oder ein fremder Hamster hingestellt um seine Reaktion darauf zu testen. In dem Versuchsareal befindet sich dabei noch eine weitere, leere Box. Insgesamt werden alle 3 Versuchsanordnungen (Konfrontation, Erkunden des Versuchsareals und eines bekannten/ unbekannten Hamsters) 6 x im wöchentlichen Abstand durchgeführt.

Experiment 2: Der Konfrontationstest und die Erkundung des Versuchsareals laufen genauso ab, wie in Experiment 1 beschrieben. Allerdings stehen in dem Areal diesmal keine leeren Plastikboxen. In der dritten "Trainingseinheit" sitzen unter je 1 Plastikbox zwei unbekannte Junghamster, die für 10 Minuten erkundet werden dürfen. In einer vierten "Testeinheit" werden den Hamstern entweder 2 Minuten oder 24 Stunden nach der Erkundung der Junghamster erneut jeweils ein bekannter Junghamster und ein "neuer" Junghamster unter einer Plastikbox zur 10-minütigen Erkundung präsentiert und das Verhalten beobachtet. Das weitere Schicksal der Tiere wird nicht erwähnt.

Bereich: Biorhythmusforschung, Verhaltensforschung, Sinnesphysiologie

Originaltitel: Individual recognition of social rank and social memory performance depends on a functional circadian system

Autoren: L. Müller, D. Weinert*

Institute: Institut für Biologie/ Zoologie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Domplatz 4, 06108 Halle

Zeitschrift: Behavioural Processes 2016: 132; 85 - 93

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4841



Dokument 244Titel: Extra-orale Defektauffüllung mit eigenen, Rinder- und Pferde- Knochenblöcke: Eine präklinische histomorphometrische Vergleichsstudie
Hintergrund: Schweinen werden Löcher in die Schädeldecke gebohrt und mit Knochensubstanzen von Rind und Pferd aufgefüllt.
Tiere: 20 Schweine
Jahr: 2015

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von einem "State Animal Research Committee" unter der Nummer 22.1/3879/003/2008 genehmigt. Wer dieses Committee ist, wird nicht erwähnt. Woher die Tiere stammen, wird ebenfalls nicht erwähnt. Bei den 18 Monate alten Schweinen wird unter Narkose die Kopfhaut aufgeschnitten. In den Schädelknochen werden je Schwein sechs Löcher von 10 mm Durchmesser und 10 mm Tiefe gebohrt. Jeweils 3 Löcher werden mit Materialien aus Pferde- oder Rinderknochen der Schweizer Firma Geistlich Pharma AG gefüllt. In 3 Löcher wird eigenes Knochenmaterial des jeweiligen Schweins eingebracht, das beim Ausbohren gewonnen wurde. Nach 30 und 60 Tagen werden jeweils einige Schweine mit einer Überdosis Pentobarbital getötet.

Die Studie wird von der Schweizer Firma Geistlich Pharma AG, Wollhusen, finanziert.

Bereich: Wiederherstellungschirurgie, Kieferorthopädie

Originaltitel: Extra-oral defect augmentation using autologous, bovine and equine bone blocks: A preclinical histomorphometrical comparative study

Autoren: Tobias Moest*, Falk Wehrhan, Rainer Lutz, Christian Martin Schmitt, Friedrich Wilhelm Neukam, Karl Andres Schlegel

Institute: Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgische Klinik, Universitätsklinikum Erlangen-Nürnberg, Glückstr. 11, 91054 Erlangen

Zeitschrift: Journal of Cranio-Maxillo-Facial Surgery 2015: 43(4); 559-566

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4840



Dokument 245Titel: Eine PEG-Matrix ermöglicht die zellvermittelte lokale BMP-2-Gen-Übertragung und erhöht die Knochenbildung und Regeneration in einem Schweinemodell mit Defekt des Gesichtsknochens
Hintergrund: Test verschiedener Füllmaterialien, um Knochendefekte aufzufüllen.
Tiere: 15 Schweine
Jahr: 2012

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Genehmigungsbehörde in Mittelfranken unter der Nummer 54-2531,31-25/07 genehmigt. Woher die Tiere stammen wird nicht erwähnt. Bei den 18 Monate alten Schweinen wird unter Narkose die Kopfhaut aufgeschnitten. In den Schädelknochen werden je Schwein neun Löcher von 10 mm Durchmesser und 10 mm Tiefe gebohrt. Es werden verschiedene künstliche Materialien in die Löcher eingebracht. Nach 2, 4 und 12 Wochen werden jeweils einige Tiere mit einer Überdosis Pentobarbital getötet, die Schädelknochen werden untersucht.

Die Studie wird von der Schweizer Firma Institut Straumann AG finanziell unterstützt.

Bereich: Wiederherstellungschirurgie, Kieferorthopädie

Originaltitel: PEG matrix enables cell-mediated local BMP-2 gene delivery and increased bone formation in a porcine critical size defect model of craniofacial bone regeneration

Autoren: Falk Wehrhan (1)*, Kerstin Amann (2), Aart Molenberg (3), Rainer Lutz (1), Friedrich Wilhelm Neukam (1), Karl Andreas Schlegel (1)

Institute: (1) Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgische Klinik, Universitätsklinikum Erlangen-Nürnberg, Glückstr. 11, 91054 Erlangen, (2) Pathologisches Institut, Universitätsklinikum Erlangen, (3) Institut Straumann AG, Basel, Schweiz

Zeitschrift: Clinical Oral Implants Research 2012: 7; 805-813

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4839



Dokument 246Titel: Regeneration von Peri-Implantat-Defekten im diabetischen Schwein: Eine präklinische Studie
Hintergrund: Aus zahlreichen Patientenstudien ist seit Jahren bekannt, dass Zuckerkrankheit mit Knochenschwund und Zahnausfall einhergeht und sich negativ auf das Einsetzen von Zahnimplantate auswirkt. Hier wird dies an Schweinen mit künstlich ausgelöstem Diabetes und künstlich herbeigeführten Knochenschäden untersucht.
Tiere: 6 Schweine (4 Monate alt)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Regierung von Franken unter der Nummer 54-2531-25/07, genehmigt. Woher die Schweine stammen, wird nicht erwähnt. Die Tiere werden in einer 6 Quadratmeter großen Bucht gehalten. Um bei den Tieren Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) auszulösen, wird ihnen das Krebsmedikament Streptozotocin in eine Ohrvene gespritzt. Streptozotocin (STZ) ist giftig für die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse und tötet diese ab. Hierdurch soll eine Zuckerkrankheit simuliert werden. Drei Schweine erhalten die Injektion, 3 Schweine bleiben als Kontrollgruppe unbehandelt. Bei allen Tieren wird zum Zeitpunkt der Giftinjektion sowie 6 und 12 Monate später eine Biopsie (Gewebeprobe) am Ohr und am Schädel genommen.

12 Monate nach der Behandlung mit Streptozotocin werden die Schweine unter Narkose operiert. Haut und Knochenhaut werden im unteren Bereich des unteren Kieferknochens aufgeschnitten. Mit einem Bohrer werden mehrere Löcher gebohrt, die einen geschädigten Kieferknochen beim Menschen simulieren sollen. Dann werden jedem Schwein 4 Zahnimplantate in den Kieferknochen geschraubt. Knochenhaut und Haut werden vernäht. Die Tiere erhalten bis drei Tage nach der Operation ein Schmerzmittel. Drei Monate nach der Operation werden alle Schweine mit einer Überdosis Pentobarbital getötet.

Bereich: Implantologie, Kieferorthopädie, Zahnmedizin

Originaltitel: Peri-implant defect regeneration in the diabetic pig: A preclinical study

Autoren: Cornelius von Wilmowsky (1), Karl Andreas Schlegel (1), Christoph Baran (1), Emeka Nkenke (2), Friedrich Wilhelm Neukam (1), Tobias Moest (1)*

Institute: (1) Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgische Klinik, Universitätsklinikum Erlangen-Nürnberg, Glückstr. 11, 91054 Erlangen, (2) Universitätsklinik für Mund- Kiefer- und Gesichtschirurgie, Medizinische Universität Wien, Wien, Österreich

Zeitschrift: Journal of Cranio-Maxillo-Facial Surgery 2016: 44(7); 827-834

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4838



Dokument 247Titel: Diabetes mellitus beeinflusst die Bildung von periimplantären Knochen negativ im diabetischen Hausschwein
Hintergrund: Aus zahlreichen Patientenstudien ist seit Jahren bekannt, dass Zuckerkrankheit mit Knochenschwund und Zahnausfall einhergeht und sich negativ auf das Einsetzen von Zahnimplantate auswirkt. Hier wird dies an Schweinen mit künstlich ausgelöstem Diabetes untersucht. Andere Autoren haben bereits mit Ratten, Mäusen und Kaninchen experimentiert. Da diese Tierarten jedoch eine sehr viel schnellere Knochenheilungsrate haben als Menschen, so dass die Ergebnisse nicht übertragbar sind, wird hier auf Schweine zurückgegriffen.
Tiere: 25 Schweine (12 Wochen alt)
Jahr: 2011

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Regierung von Unterfranken in Ansbach unter der Nummer 54-2531-25/07, genehmigt. Woher die Schweine stammen, wird nicht erwähnt. Um bei 15 Tieren Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) auszulösen, wird ihnen das Krebsmedikament Streptozotocin (STZ) in eine Ohrvene gespritzt. Streptozotocin hat als Nebenwirkung, dass es giftig für die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse ist und diese abtötet. Hierdurch soll eine Zuckerkrankheit simuliert werden. Zehn Schweine werden als Kontrollgruppe nicht mit dem Gift behandelt. Bei allen Tieren wird 6 und 12 Monate später eine Biopsie (Gewebeprobe) am Ohr und am Schädelknochen genommen. 15 Monate nach der Behandlung mit Streptozotocin werden den Tieren unter Narkose je 5 Zahnimplantate in den vorderen Schädelknochen implantiert. Dazu werden Kopfhaut und Knochenhaut aufgeschnitten, die Implantate eingeschraubt und beide Häute darüber vernäht. Die Tiere erhalten bis drei Tage nach der Operation ein Schmerzmittel. Bis drei Monate nach der Operation werden alle Tiere mit einer Überdosis Pentobarbital getötet.

Bereich: Implantologie, Kieferorthopädie, Zahnmedizin

Originaltitel: Diabetes mellitus negatively affects peri-implant bone formation in the diabetic domestic pig

Autoren: Cornelius von Wilmowsky (1)*, Philipp Stockmann (1), Igor Harsch (2), Kerstin Amann (3), Philipp Metzler (1), Rainer Lutz (1), Tobias Moest (1), Friedrich Wilhelm Neukam (1), Karl Andreas Schlegel (1)

Institute: (1) Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgische Klinik, Universitätsklinikum Erlangen-Nürnberg, Glückstr. 11, 91054 Erlangen, (2) Medizinische Klinik I, Endokrinologie, Universitätsklinikum Erlangen, (3) Pathologisches Institut, Universitätsklinikum Erlangen

Zeitschrift: Journal of Clinical Periodontology 2011: 38; 771–779

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4837



Dokument 248Titel: Etablierung einer neuen Pull-out-Festigkeitsprüfmethode zur Quantifizierung der frühen Osseointegration - Eine experimentelle Pilotstudie
Hintergrund: Entwicklung eines "Tiermodells" zur Beurteilung des Einwachsens von Zahnimplantaten. Dazu werden Schweinen Implantate in den Schädel geschraubt und nach 3 Wochen herausgerissen.
Tiere: 6 Schweine
Jahr: 2015

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von einer Behörde unter der Nummer 22.1/121/3/2011, genehmigt. Welche Behörde dies sei, wird nicht erwähnt. Die Schweine werden bei der Firma Renner GmbH in Franken gekauft. Die Tiere werden in 6 qm großen Buchten gehalten. Unter Narkose wird die Kopfhaut aufgeschnitten und die Knochenhaut großflächig vom Schädelknochen abgehoben. Es werden 12 Löcher von 4,2 mm Durchmesser und 13 mm Tiefe in den Schädelknochen gebohrt. In die Löcher werden Zahnimplantate der Firma DENTSPLY mit zwei unterschiedlichen Beschichtungen eingeschraubt. Über den 12 aus dem Knochen herausragenden Implantaten werden die Knochenhaut und die Haut vernäht. Drei Wochen nach der Operation werden die Schweine mit einer Überdosis Pentobarbital getötet. Das Knochenstück mit den Implantaten wird als Ganzes herausgesägt. Mit einem speziellen Gerät werden die Implantate einzeln herausgerissen. Die Kraft, die benötigt wird, um ein Implantat herauszureißen, wird als Maß für das Einwachsen des Implantats angesehen.

Diese Arbeit wird von DENTSPLY Implants Manufacturing GmbH, Mannheim finanziert.

Bereich: Implantologie, Kieferorthopädie, Zahnmedizin

Originaltitel: Establishment of a new pull-out strength testing method to quantify early osseointegration - An experimental pilot study

Autoren: J. Nonhoff (1), Tobias Moest (2)*, Christian Martin Schmitt (2), T. Weisel (1), S. Bauer (1), Karl Andreas Schlegel (2)

Institute: (1) DENTSPLY Implants Manufacturing GmbH, Mannheim, (2) Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgische Klinik, Universitätsklinikum Erlangen-Nürnberg, Glückstr. 11, 91054 Erlangen

Zeitschrift: Journal of Cranio-Maxillo-Facial Surgery 2015: 43(10); 1966-1973

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4836



Dokument 249Titel: Suche nach einem zuverlässigen Modell für die Bisphosphonat-bezogene Osteonekrose des Kiefers: Etablierung eines Modells bei Schweinen und Beschreibung seiner histomorphometrischen Eigenschaften
Hintergrund: Das Krebsmedikament Zoledronat hat als Nebenwirkung den Abbau von Knochengewebe im Kiefer. Hier wird versucht, das Phänomen im "Tiermodell" bei Schweinen nachzuahmen, um die Ursache der Nebenwirkungen zu ergründen. Andere Forscher haben dies bereits bei Ratten, Mäusen, Hunden und Schweinen versucht.
Tiere: 12 Schweine
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Versuche seien lizensiert unter der Nummer L.N.22.1/121/3/2011, von wem, wird nicht erwähnt. Es gibt auch keine Aussage dazu, woher die Tiere stammen und wo sie gehalten werden. Die 100 kg schweren Tiere werden einzeln in 6 qm großen Abteilen gehalten. 6 Schweinen wird 5 Wochen lang jede Woche das Krebsmedikament Zoledronat gespritzt. 6 Schweine bleiben zum Vergleich unbehandelt. Zoledronat hat als Nebenwirkung den Abbau von Knochengewebe im Kiefer. Nach 60 Tagen werden allen Schweinen unter Anästhesie 4 Backenzähne gezogen. Die Tage nach der Operation wird den Tieren ein Schmerzmittel gespritzt. 30 und 60 Tage nach der Operation werden jeweils 6 Schweine mit einer Überdosis Pentobarbital getötet. Die Kieferknochen werden untersucht.

Bereich: Kieferorthopädie, Zahnmedizin

Originaltitel: Search for a reliable model for bisphosphonate-related osteonecrosis of the jaw: establishment of a model in pigs and description of its histomorphometric characteristics

Autoren: Konstantinos T. Mitsimponas (1,2)*, Tobias Moest (1), Christos Iliopoulos (1), Thomas Rueger (1), Cornelia Katharina Mueller (1), Rainer Lutz (1), K. Shakib (2), Friedrich Wilhelm Neukam (1), Karl Andreas Schlegel (1)

Institute: (1) Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgische Klinik, Universitätsklinikum Erlangen-Nürnberg, Glückstr. 11, 91054 Erlangen, (2) Department of Oral and Maxillofacial Surgery, Royal Free NHS Trust, Chase Farm Hospital, 127 The Ridgeway, Enfield, Middlesex EN2 8JL, UK

Zeitschrift: British Journal of Oral and Maxillofacial Surgery 2016: 54(8); 883-888

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4835



Dokument 250Titel: Eine periostale Erhebung induziert eine suprakortikale periimplantäre Knochenbildung
Hintergrund: Eine Methode, um den Knochenaufbau am Kiefer beim Menschen zu fördern, wird am Schädelknochen von Schweinen getestet.
Tiere: 24 Schweine
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von einer Behörde in Ungarn (Pest county government department for food safety and animal health, Hungary) unter der Nummer 22.1/121/3/2011 genehmigt. Woher die Tiere stammen und wo sie gehalten werden, wird nicht erwähnt. Unter Narkose wird die Kopfhaut aufgeschnitten und es werden 4 Löcher von 5 Tiefe in den Schädelknochen gebohrt. In die Löcher werden 10 mm lange Zahnimplantate geschraubt, sie schauen also 5 mm aus dem Knochen heraus. Bei zwei Implantaten wird nun ein Stück von der Knochenhaut des Schädelknochen angehoben und über dem Implantat vernäht. Bei zwei Implantaten wird ein künstliches, resorbierbares Material um das Implantat angebracht. Über den 4 Implantaten wird die Haut vernäht. Den Tieren wird für drei Tag nach der Operation ein Schmerzmittel gespritzt. Jeweils 8 Schweine werden 20, 40 und 60 Tagen nach der Operation mit einer Überdosis Pentobarbital getötet. Die Operationsstellen werden untersucht. Um die mit Knochenhaut abgedeckten Implantate ist neuer Knochen gewachsen.

Diese Arbeit wird von der Henry Schein Dental Deutschland GmbH aus Langen, finanziert.

Bereich: Implantologie, Kieferorthopädie, Zahnmedizin

Originaltitel: Periosteal elevation induces supracortical peri-implant bone formation

Autoren: Rainer Lutz*, Christina Sendlbeck, Hommeira Wahabzada, Christian Tudor, Christopher Prechtl, Karl Andreas Schlegel

Institute: Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgische Klinik, Universitätsklinikum Erlangen-Nürnberg, Glückstr. 11, 91054 Erlangen

Zeitschrift: Journal of Cranio-Maxillo-Facial Surgery 2017: 45(8); 1170-1178

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4834



Dokument 251Titel: Knochenbildung bei Defekten um das Implantat herum, die mit Mikropartikeln transplantiert werden: eine Pilottierversuchsstudie
Hintergrund: Am Schädelknochen von Schweinen wird ein Material getestet, das die Knochenheilung von Kieferknochendefekten beim Menschen beschleunigen soll.
Tiere: 6 Schweine
Jahr: 2014

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der zuständigen Behörde in Ansbach unter der Nummer 54-2532.1-45/12, genehmigt. Die Schweine werden bei der Firma Renner GmbH in Abtsgmünd gekauft. Die Tiere werden einzeln in 6 qm großen Buchten gehalten. Den Tieren werden unter Anästhesie 9 Löcher von 10 mm Durchmesser und 8 mm Tiefe in den Schädelknochen gebohrt. Mit einem Meißel werden die Löcher noch etwas vergrößert. In jedes Loch wird ein Zahnimplantat von 3,4 mm Durchmesser 7 mm eingeschraubt. Die Zwischenräume zwischen Implantat und Knochen werden unterschiedlich gefüllt. In 6 Löcher werden zerkleinerte menschliche Blutplättchen, so genannte Mikropartikel, gefüllt. In 3 Löchern werden die Zwischenräume frei gelassen. Die Kopfhaut wird zugenäht. Jeweils 3 Schweine werden nach 14 und 28 Tagen mit einer Überdosis Pentobarbital getötet. Es wird untersucht, bei welchen Löchern der Knochen am besten nachgewachsen ist. Es wurden keine Unterschiede gefunden.

Diese Arbeit wird von der Nobel Biocare Services AG, finanziert.

Bereich: Implantologie, Kieferorthopädie, Zahnmedizin

Originaltitel: Bone formation in peri-implant defects grafted with microparticles: a pilot animal experimental study

Autoren: Tobias Moest (1)*, Franz Koehler (1), Christopher Prechtl (1), Christian Martin Schmitt (1), Georg Watzek (2), Karl Andreas Schlegel (1)

Institute: (1) Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgische Klinik, Universitätsklinikum Erlangen-Nürnberg, Glückstr. 11, 91054 Erlangen, (2) Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum, Medizinische Universität Wien, Wien, Österreich

Zeitschrift: Journal of Clinical Periodontology 2014: 41(10); 990-998

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4833



Dokument 252Titel: Veränderungen des Weichgewebevolumens nach Bindegewebe-Transplantation an den Zähnen: subepitheliale, autologe Bindegewebe-Transplantate im Vergleich zu einer Schweinekollagen-Matrix - eine vorklinische volumetrische Analyse
Hintergrund: Vergleich zweier chirurgischer Methoden, um Zahnfleischgewebe zu verdicken. Dieses Setup wurde laut den Autoren nicht durchgeführt, um ein spezifisches klinisches Behandlungsszenario zu simulieren. Auch sei diese Studie nicht direkt übertragbar auf die klinische Praxis. Die Ergebnisse dieser Studie würden aber dazu beitragen, eine Matrix aus Schweinekollagen besser zu charakterisieren.
Tiere: 8 Hunde (Beagles)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von einer Behörde in Ungarn (Pest county government department for food safety and animal health, Hungary) unter der Nummer 54-2532.1-45/12, genehmigt. Woher die Tiere stammen und wo sie gehalten werden, wird nicht erwähnt. Bei den Hunden wird unter Narkose ein 2 x 1 cm großes Stück Gewebe (Haut und Bindegewebe) aus dem Gaumen geschnitten und oberhalb eines der beiden oberen Fangzähne unter die Zahnfleischhaut transplantiert. Die Wunde am Gaumen wird vernäht. Über dem anderen oberen Fangzahn wird ein entsprechend großes Stück Schweinekollagen-Matrix unter die Zahnfleischhaut verpflanzt. Die Transplantationsstellen werden nach 1, 3 und 10 Monaten gescannt und die Gewebedicke wird gemessen. Was mit den Hunden nach den 10 Monaten geschieht, wird nicht erwähnt.

Diese Arbeit wird von der botiss biomaterials GmbH, Zossen, finanziert.

Bereich: Implantologie, Kieferorthopädie, Zahnmedizin

Originaltitel: Soft tissue volume alterations after connective tissue grafting at teeth: the subepithelial autologous connective tissue graft versus a porcine collagen matrix - a pre-clinical volumetric analysis

Autoren: Christian Martin Schmitt (1)*, Regai E. Matta (2), Tobias Moest (1), Julia Humann (1), Lisa Gammel (1), Friedrich Wilhelm Neukam (1), Karl Andreas Schlegel (1)

Institute: (1) Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgische Klinik, Universitätsklinikum Erlangen-Nürnberg, Glückstr. 11, 91054 Erlangen, (2) Zahnklinik 2, Zahnärztliche Prothetik, Universitätsklinikum Erlangen-Nürnberg, Erlangen

Zeitschrift: Journal of Clinical Periodontology 2016: 43(7); 609-617

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4832



Dokument 253Titel: Die Vorteile von laparoskopischer im Vergleich zu konventioneller Chirurgie können nicht zurückgeführt werden auf eine angeborene Immunaktivierung: eine Tierstudie an Ratten
Hintergrund: Untersuchungen der Immunantwort bei laparoskopische Bauchoperation im Vergleich zu herkömmlichen Bauchoperationen bei Ratten. Beim menschlichen Patienten hat die laparoskopische (minimalinvasive) Chirurgie sehr viele Vorteile (geringe Sterblichkeit, weniger Wundinfektionen, schnelle Heilungsrate, kürzerer Krankenhausaufenthalt), aber man weiß nicht genau warum. Das will man hier an Ratten herausfinden.
Tiere: 140 Ratten
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Genehmigt wird der Versuch vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW. Die Ratten stammen von Charles River WIGA Deutschland GmbH, Bad Königshofen.

Zunächst erfolgt eine Einteilung der Tiere in 5 Gruppen zu je 28 Tieren. Bei den Ratten der ersten 2 Gruppen werden unter Narkose für eine Bauchspiegelung zwei kleine Schnitte in die Bauchdecke gemacht und dort die laparoskopischen Instrumente eingeführt. Zusätzlich wird bei der ersten Gruppe mit Hilfe der eingeführten Geräte als sogenannte minimalinvasive Methode der Blinddarm entfernt. Bei der zweiten Gruppe wird keine weitere Manipulation in der Bauchhöhle durchgeführt. Gruppe 3 und 4 werden ebenfalls unter Narkose herkömmlich operiert, d.h. die Bauchdecke wird über einen längeren Schnitt eröffnet. In Gruppe 3 wird nach dem Aufschneiden der Bauchhöhle der Blinddarm entfernt, Tiere der Gruppe 4 wird die Bauchdecke ohne weitere Manipulationen im Bauchraum wieder zugenäht. Ratten aus der Gruppe 5 werden in Narkose gelegt, aber nicht operiert.

Alle Ratten werden 1, 3 und 5 Tage nach den Operationen erneut in Narkose gelegt, um eine Bauchspülung durchzuführen. Hierfür wird (wie bei Gruppe 1 beschrieben) der Bauchraum über kleine Schnitte eröffnet, eine spezielle Flüssigkeit wird eingebracht und diese sofort wieder abgesaugt. Diese Flüssigkeit wird danach auf Entzündungszellen untersucht. Das Schicksal der Tiere ist nicht weiter beschrieben.

Die Studie wird gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, BONFOR Research Commission, Karl Storz GmbH & Co. KG, Tuttlingen und Covidien Deutschland GmbH, Neustadt/ Donau.

Bereich: Chirurgie, Minimalinvasive Chirurgie, Entzündungsforschung, Immunologie

Originaltitel: Advantages of laparoscopic compared to conventional surgery are not related to an innate immune activation: an animal study in rats

Autoren: Philipp Lingohr (1)*, Jonas Dohmen (1), Hanno Matthaei (1), Timo Schwandt (1), Kathy Stein (1), Gun-Soo Hong (1), Julia Steitz (2), Thomas Longerich (3), Edwin Bölke (4), Sven Wehner (1), Jörg C. Kalff (1)

Institute: (1) Chirurgisches Zentrum, Universitätsklinikum Bonn, Sigmund-Freud-Straße 25, 53127 Bonn, (2) Institut für Versuchstierkunde, Universitätsklinikum RWTH Aachen, Aachen, (3) Institut für Pathologie, Universitätsklinikum RWTH Aachen, Aachen, (4) Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf

Zeitschrift: Langebeck´s Archives of Surgery 2017: 402 (4); 625-636

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4831



Dokument 254Titel: Neuronen im caudolateralen Nidopallium bei Tauben differenzieren Pavlov-konditionierte Reize, nicht aber den Wert der damit verbundenen Belohnung in einer Signal-Verfolgungs-Modell
Hintergrund: Messung der Nervenaktivität einer bestimmten Hirnregion bei Tauben in Erwartung von Futter.
Tiere: 5 Tauben (Stadttauben (Columba livia forma domestica))
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Studie wird von der zuständigen Behörde in Nordrhein Westfalen genehmigt. Während der Versuchseinheiten bekommen die Tiere nur eingeschränkt Futter, so dass sie nur 85% ihres Normalgewichts wiegen. Als Vorbereitung für den eigentlichen Versuch erfolgt ein "Training" der Tauben. Hierfür kommen sie einzeln in eine schalldichte, beleuchtete kleine Box. Dort befindet sich ein Monitor auf dem Lichtreize gezeigt werden. Beantwortet die Taube solch einen Lichtreiz damit, dass sie auf einen bestimmten Bereich der Boxenwand pickt, erfolgt ein Klick und die Taube bekommt Futter aus einem Automaten. Unterschiede können dabei in Form von zeitlichen Verzögerungen zwischen Lichtreiz und Picken oder in der Intensität des Pickens zu verzeichnen sein. Macht die Taube etwas "falsch", wird sie mit einem lauten Brummgeräusch und dem Ausschalten des Lichts "bestraft".

Nachdem die Tiere die Aufgabe zuverlässig bewältigen können, werden ihnen für den eigentlichen Versuch Elektroden in eine bestimmte Hirnregion einer Seite implantiert. Unter Narkose wird dafür die Schädelhaut aufgeschnitten und 8 – 10 kleine Schrauben in die Schädeldecke geschraubt, die zur Fixierung der implantierten Elektrodenplatte dienen. Danach wird die Schädeldecke aufgebohrt und 15 Elektroden in Form von Drähten werden in eine bestimmte Hirnregion eingebracht. Zum Schutz der Hirnoberfläche wird Vaseline aufgebracht und die Elektroden mit Zahnzement an der Schädeldecke fixiert. Nach der Operation bekommen die Tauben 3 Tage Schmerzmittel und "dürfen" sich 2 Wochen bis zur Studie erholen.

Vor jeder Mess-Serie werden die Schrauben des Implantats mindestens eine halbe Umdrehung tiefer geschraubt, so dass die Elektroden ebenfalls tiefer ins Gehirn dringen. Danach kommen die Tiere einzeln in die Box und sollen - wie bereits trainiert - auf die Lichtreize des Monitors mit Picken reagieren. Während der Erfüllung der Aufgabe wird die Nervenaktivität gemessen. Insgesamt werden 33 Mess-Serien durchgeführt. Anschließend werden die Tiere in tiefe Narkose gelegt und mittels einer Formaldehyd-Injektion ins Herz getötet. Die Gehirne werden für weitere Untersuchungen entfernt.

Die Studie wird gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Bereich: Neurobiologie, Verhaltensforschung

Originaltitel: Neurons in the pigeon caudolateral nidopallium differentiate Pavlovian conditioned stimuli but not their associated reward value in a sign-tracking paradigm

Autoren: Nils Kasties (1), Sarah Starosta (1), Onur Güntürkün (1), Maik C. Stüttgen (2, 3)*

Institute: (1) Abteilung für Biopsychologie, Fakultät für Psychologie, Ruhr Universität, Universitätsstraße 150, 44780 Bochum, (2) Institut für Pathophysiologie, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg Universität Mainz (3) Fokus-Programm translationale Neurowissenschaften, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Zeitschrift: Scientific Reports 2016: 6; 35469

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4830



Dokument 255Titel: Langzeitstudie nach Implantation eines Angio-Seal Gefäßverschlussapparates in Minischweinen
Hintergrund: Langzeitstudie über die Funktionalität eines Systems, dass eingesetzt wird, um das Nachbluten von Einstichstellen in Blutgefäßen bei Minischweinen in Versuchen effektiver zu stoppen.
Tiere: 8 Schweine (Ellegard Göttinger Minischweine)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Der Versuch mit den aus Dänemark stammenden Tieren wird von der zuständigen Behörde in Recklinghausen (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV)) genehmigt. Die Schweine wurden bereits in anderen Studien eingesetzt.

Minischweine werden immer häufiger für Versuche genutzt, da das Körpergewicht der jungen Tiere nicht so stark schwankt wie das von normalen Hausschweinen. Nach einem Einstich mit einer Kanüle in eine Arterie (z.B. für eine Herzkatheteruntersuchung), was bei Tierversuchen häufig vorkommt, würde normalerweise eine starke Nachblutung entstehen. Ein Druckverband oder das manuelle Zudrücken der Einstichstelle über längere Zeit wird von Schweinen sehr schlecht toleriert. Deshalb wurden bereits in früheren Studien verschiedene Systeme entwickelt, die ein Nachbluten an der Einstichstelle verhindern. Die in dieser Studie untersuchte Vorrichtung ist eine Kombination aus drei Komponenten. In das betroffene Gefäß wird über die Einstichstelle ein Anker eingeführt. An der Außenseite des Gefäßes, aber innerhalb des Gewebes soll ein aus Rinder-Bindegewebe bestehender Schwamm vor Ort die Blutgerinnung fördern. Diese zwei Elemente sind über einen Faden miteinander verbunden und der ganze Bereich kann über das Ziehen am Faden wie ein Sandwich zusammengepresst werden.

Für die Implantation des Gefäßverschluss-Systems werden die Schweine in Narkose gelegt. Danach werden 2 verschiedene Größen der Anker-Schwamm-Faden Kombination in die großen Oberschenkelarterien der Tiere implantiert. Am Tag der Operation (zum Teil auch davor) und an den folgenden Tagen der Studie bekommen die Tiere blutgerinnungshemmende Medikamente in verschiedenen Variationen.

6 x in den nachfolgenden 12 Wochen werden bei den Schweinen unter Betäubung mittels Computertomografie die betroffenen Gefäße auf Verengung und Verschluss beurteilt. Bei einigen Tieren erfolgt zudem eine Angiografie, wobei das Kontrastmittel in die Oberschenkelarterie der anderen Körperseite injiziert wird. Bei drei Schweinen treten starke Verengungen des Blutgefäßes auf, bei einem weiteren Tier eine 50%ige Verengung. Nach der letzten Kontrolle werden die Tiere mit einer Überdosis Narkosemittel getötet und die Oberschenkelarterien für weitere Untersuchungen gewonnen.

Bereich: Biomedizinische Technik, Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel: Long term outcome after application of the angio-seal vascular closure device on minipigs

Autoren: Lisa Kabelitz (1), Andrea Nonn (1), Kay W. Nolte (2), Omid Nikoubashman (1), Ahmed Othman (1,3), Sarah Heringer (1), Martin Kramer (4), Martin Wiesmann (1), Marc A. Brockmann (1,5)*

Institute: (1) Klinik für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie, RWTH Aachen Universitätsklinikum, Pauwelsstraße 30, 52074 Aachen, (2) Institut für Neuropathologie, RWTH Aachen Universitätsklinikum, Aachen, (3) Abteilung für Radiologie, Universitätsklinikum Tübingen, Tübingen, (4) Justus-Liebig-Universität Gießen, Fachbereich Veterinärmedizin, Klinik für Kleintiere, Gießen, (5) Klinik und Poliklinik für Neuroradiologie, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg Universität Mainz, Langenbeckstr. 1, 55131 Mainz

Zeitschrift: PLOS One 2016:11(9); e0163878

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4829



Dokument 256Titel: Die Beschaffenheit und Vielfalt von verschiedenen Virusvarianten zeigen keine Vorhersagekraft für chronische klassische Schweinepest-Virus-Infektion
Hintergrund: Untersuchungen, ob Infektionen mit verschiedenen Virusvarianten der Schweinepest eine Voraussage zulassen, ob die infizierten Tiere eine chronische Verlaufsform der Erkrankung zeigen.
Tiere: 9 Schweine (9 Hausschweine, unbekannte Anzahl an Schweinen der Deutschen Landrasse, Mischlinge, Europäisches Wildschwein)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Das Virusmaterial, das in dieser Studie genutzt wird, wurde bereits in einem vorherigen Versuch von mit Schweinepest infizierten Tieren gewonnen. Im Zuge dieser Studie werden die Tiere in 3 Gruppen eingeteilt, die jeweils mit unterschiedlichen Varianten bzw. dem Wildtyp des Schweinepestvirus infiziert werden. Die Infektion erfolgt durch Einträufeln in Mund/ Nase oder durch Injektion in die Muskulatur. Von den infizierten Tieren entwickeln 4 chronische Symptome (diese sind bei Schweinepest vor allem Fieber, Magen-Darm-Geschwüre und Entzündungen der Schleimhäute). Von ihnen werden 10 Tage bzw. etwa 6 Wochen nach der Infektion Proben genommen, aus denen das Virus gewonnen und genetisch untersucht wird. Außerdem werden von 5 Tieren, die durch die Virusinfektion akut versterben, Proben genommen. Akute Symptome dieser Erkrankung sind Fieber, schwankender Gang, Blutungen (auch in den Organen), Erbrechen/ Durchfall. Der Tod erfolgt aufgrund Herzkreislaufversagens. Auch von 3 Tieren, die zwar infiziert sind, aber keine Symptome zeigen, werden innerhalb von 14 Tagen 1-2 Proben zur genetischen Untersuchung des Virus genommen. Was mit den überlebenden Schweinen geschieht, wird nicht erwähnt.

Die Arbeit wurde gefördert vom EMIDA ERA-NET Projekt "Molekulare Epidemiologie von epizootischen Erkrankungen mit Sequenztechnologie der nächsten Generation" gefördert.

Bereich: Tierseuchenforschung, Virologie, Infektionsforschung

Originaltitel: Quasispecies composition and diversity do not reveal any predictors for chronic classical swine fever virus infection

Autoren: Maria Jenckel, Sandra Blome*, Martin Beer, Dirk Höper

Institute: Institut für Diagnostische Virologie, Friedrich-Löffler-Institut, Südufer 10, 17493 Greifswald – Insel Riems

Zeitschrift: Archives of Virology 2017: 162 (3); 775-786

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4828



Dokument 257Titel: Unterschiedliche Genexpressionsmuster im Alzheimer-Maus Tiermodell, aufgedeckt durch neuartige proteinspezifische Antikörper gegen Amyloid-Vorstufen
Hintergrund: Versuch der Erklärung, warum verschiedene etablierte Alzheimer-"Tiermodelle" unterschiedliche Genaktivitäten besitzen und Verbesserung dieser "Tiermodelle" durch Entwicklung eines spezifischeren Antikörpers gegen ein bei Alzheimer-Patienten vorkommendes menschliches Protein.
Tiere: Tiere verschiedener Arten (Anzahl unbekannt)(Mäuse und Ratten, Hirnschnitte von Mäusen, Hirnschnitte der Tierarten Huhn, Katze, Affe (Meerkatze), Meerschweinchen, Schwein, Kaninchen und Hund)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Versuche wurden unter deutscher Federführung in Italien durchgeführt. Ein Teil der Mäuse bzw. deren Vorfahren stammen vom Jackson Labor und von Novartis, die Herkunft der anderen Tiere wird nicht erwähnt. Für diese Studie in der Alzheimer-Forschung werden 3 verschiedene genmanipulierte Mäuselinien und Tiere einer genmanipulierten Rattenlinie genutzt, die als typische "Tiermodelle" für Alzheimer gelten. Die Mäuse sind zwischen 7 und 19 Monate, die Ratten 18 Monate alt. Die narkotisierten Mäuse werden in einen Rahmen gespannt und ihnen werden die Schädeldecke und Hirnrinde aufgeschnitten. Anschließend wird ein starrer Stab, der über einen pneumatischen Kolben angetrieben wird, in einem bestimmten Winkel und mit einer bestimmten Geschwindigkeit 1 mm ins Gehirn gerammt. Schädeldecke und Kopfhaut werden danach wieder verschlossen.

24 Stunden später werden die Mäuse erneut in Narkose gelegt und getötet, indem sie zunächst eine Phosphatsalzlösung, kurz danach kaltes Formaldehyd direkt ins Herz gespritzt bekommen. Die Gehirne werden entfernt um sie weiter zu untersuchen.

Die in dieser Studie zum Nachweis eines bestimmten menschlichen Eiweißes benötigten Antikörper werden gewonnen, indem man das entsprechende Eiweiß Ratten unter die Haut oder in die Bauchhöhle spritzt. Dies wird 6 Wochen später wiederholt, bevor wiederum 3 Tage später die Milz der Tiere für die Gewinnung der Antikörper entnommen wird. Wie die Ratten getötet werden, wird nicht erwähnt.

Zum mikroskopischen Vergleich werden Hirnschnitte der Tierarten Maus, Huhn, Katze, Affe (Meerkatze), Meerschweinchen, Schwein, Kaninchen und Hund herangezogen.

Die Studie wird gefördert durch: National Institute on Aging Arizona, Arizona Department of Health Services, Arizona Biomedical Research Commission, Michael J. Fox Foundation for Parkinson´s Research, Institute for Advanced Study (TUM München), Deutsche Forschungsgemeinschaft, Alzheimer Forschungsinitiative e.V., Breuer Stiftung, IWT, Neurodegenerative Disease Joint Programme

Bereich: Hirnforschung, Alzheimer-Forschung, Neuropathologie

Originaltitel: Differential transgene expression patterns in Alzheimer mouse models revealed by novel human amyloid precursor protein-specific antibodies

Autoren: Corinna Höfling (1), Markus Morawski (1), Ulrike Zeitschel (1), Elisa R. Zanier (2), Katrin Moschke (3), Alperen Serdaroglu (4,5), Fabio Canneva (6), Stephan von Hörsten (6), Maria-Grazia De Simoni (2), Gianluigi Forloni (2), Carsten Jäger (1), Elisabeth Kremmer (7), Steffen Roßner (1)*, Stefan F. Lichtenthaler (3,4,8,9), Peer-Hendrik Kuhn (3,4,5,8)

Institute: (1) Paul Flechsig Institut für Hirnforschung, Universität Leipzig, Liebigstr. 19, 04103 Leipzig, (2) Department of Neuroscience, IRCCS, Institutio di Ricerche Farmacologiche Mario Negri, Milano, Italy, (3) Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), München, (4) Institute for Advanced Study, Technische Universität München, Garching bei München, (5) Institut für Pathologie und Pathologische Anatomie, Technische Universität München, München, (6) Experimentell-Therapeutische Abteilung, Präklinische Experimentelles Tierzentrum (PETZ), Universitätsklinikum Erlangen, Erlangen, (7) Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, Institut für Molekulare Immunologie, München, (8) Neuroproteomik, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, München, (9) Munich Cluster for Systems Neurology (SyNergy), München

Zeitschrift: Aging Cell 2016: 15; 953-963

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4827



Dokument 258Titel: Wirksamkeit der DL-Methionin-Hydroxyanalog-freien Säure im Vergleich zu DL-Methionin bei heranwachsenden männlichen weißen Pekingenten
Hintergrund: Die Untersuchung des Einflusses der Aminosäure Methionin auf die Mast von Pekingenten.
Tiere: 580 Enten (Weiße Pekingenten)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Versuche wurden von der Genehmigungsbehörde in Sachsen-Anhalt genehmigt. Die Tiere stammen aus der Duck-Tec Brüterei GmbH, Belzig in Deutschland. Die einen Tag alten Enten werden in 12 Gruppen eingeteilt, die Aminosäure Methionin oder ein Äquivalent unters Futter gemischt bekommen. Die Tiere werden in 58 Käfige aufgeteilt, die eine Größe von 2,4 Quadratmetern haben und jeweils 10 Tiere beherbergen. Eine Kontrollgruppe bekommt Futter ohne einen Methioninzusatz. Nun wird 21 Tage lang die Körpergewichtsentwicklung beobachtet. Enten, denen die Kontrolldiät ohne Methioninzusatz gefüttert wird, haben das niedrigste endgültige Körpergewicht, die geringste tägliche Körpergewichtszunahme und Futteraufnahme im Vergleich zu den anderen allen Gruppen. Die Ergänzung von Methionin erhöht das endgültige Körpergewicht und die täglichen Körpergewichtszunahmen. Das Methionin und das Methioninäquivalent zeigen die gleiche Wirkung. Das weitere Schicksal der Tiere ist nicht angegeben.

Bereich: Tierernährung, Tierzucht, Veterinärphysiologie

Originaltitel: Efficacy of DL-methionine hydroxy analogue-free acid in comparison to DL-methionine in growing male white Pekin ducks

Autoren: H. Kluge (1), D.K. Gessner (2), E. Herzog (3), K. Eder (2)*

Institute: (1) Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften, Martin–Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle, (2) Institut Für Tierernährung und Ernährungsphysiologie, Justus-Liebig-Universität Gießen, 35392 Gießen, (3) Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung II, Justus-Liebig-Universität Gießen, Gießen

Zeitschrift: Poultry Science 2016: 95(3); 590-594

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4826



Dokument 259Titel: Charakterisierung tuberkulöser Granulome in verschiedenen Stadien der Progression und des dazugehörigen tertiären lymphatischen Gewebes bei Ziegen, die experimentell mit Mycobacterium avium subsp. Hominismus infiziert wurden
Hintergrund: Der Erreger Mycobacterium avium subsp. hominissuis und seine Infektion bei Ziegen soll als "Vergleichsmodell" für die Lungentuberkulose beim Menschen dienen, da der Krankheitserreger ähnliche Symptome wie dieser Krankheit verursacht. Es sollen neue Erkenntnisse über die Gewebeschädigung in Darm und Lymphknoten gewonnen werden, die bei dieser Infektion auftreten.
Tiere: 24 Ziegen (Thüringer Waldziege)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Genehmigungsbehörde in Thüringen genehmigt. 18 Ziegenjunge in einem Alter von 10-21 Tagen bekommen 10-mal alle 2-4 Tage den Erreger Mycobacterium avium subsp. hominismus gemischt mit Milchaustauscher in der Flasche verabreicht. 2-3 Monate nach der Infektion sterben zwei Tiere spontan und sieben Tiere müssen aufgrund ihres schlechten gesundheitlichen Zustandes getötet werden. Sie haben hohes Fieber, leiden an Gewichtsverlust und sind apathisch. Die übrigen 9 Tiere haben zwei Monate nach der Infektion leichtes Fieber und gesundheitliche Beeinträchtigungen, erholen sich aber wieder. 13 Monate nach der Infektion werden sie getötet und ihre Gewebe untersucht. Die Tötungsmethode wird nicht weiter erläutert. Es werden schwerwiegende Veränderungen (Granulomas) vor allem der Darmlymphknoten gefunden.

Bereich: Infektionsforschung, Immunologie, Bakteriologie

Originaltitel: Characterization of tuberculous granulomas in different stages of progression and associated tertiary lymphoid tissue in goats experimentally infected with Mycobacterium avium subsp. hominissuis

Autoren: Jan Schinköthe (1), Heike Köhler (2), Elisabeth M. Liebler-Tenorio (2)*

Institute: (1) Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Greifswald, (2) Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Naumburger Str. 96 a, 07743 Jena

Zeitschrift: Comparative Immunology, Microbiology and Infectious Diseases 2016: 47; 41-51

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4825



Dokument 260Titel: Verfeinerung der humanen T-Zell-Immuntherapie der Cytomegalievirus-Erkrankung: ein Mausmodell mit "humanisierter" Antigenpräsentation als neues präklinisches Studienwerkzeug
Hintergrund: Die Wirksamkeit von T-Zell-Immuntherapien zur Behandlung einer Virusinfektion beim Menschen soll erforscht werden.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: T-Zellen gehören zu den weißen Blutkörperchen und dienen der Immunabwehr. Sie sollen genutzt werden, um Immunschwächen zu behandeln: Die Studie beschäftigt sich mit der Erforschung der Cytomegalovirus (CMV)-Infektion beim Menschen und ihren gesundheitlichen Auswirkungen, wie der Zerstörung von Organen. Das Virus kommt oft bei einer Schwäche des Immunsystems nach der Behandlung von Blutkrebs durch eine Zelltransplantation vor. Es werden transgene Mäuse verwendet, die durch Genmanipulation einen Defekt ihrer Immunzellen haben. Die Tiere werden mit 2 Gy Strahlen Ganzkörper bestrahlt, was eine weitere starke Schädigung des Immunsystems bewirkt. Den Tieren werden menschliche T-Zellen in eine Vene injiziert. Das geschädigte Immunsystem greift die fremden Zellen nicht an. Dann werden die Mäuse mit dem menschlichen Virus mCMV-NLV infiziert. Bei Mäusen, die zuvor nicht mit den T-Zellen behandelt worden sind, werden die Organe der Tiere komplett vom Virus zerstört und führen zum Tod. Überlebende Mäuse werden nach einer nicht genannten Zeit getötet. Die Organe der Tiere werden entnommen und ihr Gewebe wird untersucht.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Clinical Research Group KFO 183 unterstützt.

Bereich: Infektionsforschung, Immunologie, Virologie

Originaltitel: Refining human T-cell immunotherapy of cytomegalovirus disease: a mouse model with "humanized" antigen presentation as a new preclinical study tool

Autoren: Niels A.W. Lemmermann, Matthias J. Reddehase*

Institute: Institut für Virologie, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Hochhaus am Augustusplatz, Obere Zahlbacher Str. 67, 55131 Mainz

Zeitschrift: Medical Microbiology and Immunology 2016: 205; 549-561

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4824



Dokument 261Titel: Charakterisierung einer ungewöhnlichen Zellpopulation in der arteriellen Tunica media experimenteller Lungentransplantate
Hintergrund: Untersuchung darüber, wie Abstoßungsreaktionen bei Lungentransplantation zustande kommen.
Tiere: 30 Ratten (ca.)
Jahr: 2015

Versuchsbeschreibung: Der Versuchsantrag wird vom Regierungspräsidium Gießen genehmigt. Es werden Ratten der Zuchtstämme Lewis und Fischer-344 verwendet. Sie werden von Elevage Janvier, Le Genest St. Isle, Frankreich (Lewis) und von Charles River, Sulzfeld, (Fischer-344) bezogen.

Die Tiere bekommen eine Gasnarkose mit Isofluran und anschließend eine weitere Narkosesubstanz in die Bauchhöhle gespritzt. Nun wird der linke Teil der Lunge des "Spendertiers" entnommen und einem anderen Tier (nach Entfernung der linken Lunge) eingesetzt. Dazu wird der Brustkorb auf der linken Seite aufgeschnitten. Die "Spender" sind entweder Lewis oder Fischer-344-Ratten, die Empfänger sind immer Lewis-Ratten. Es wird nicht erwähnt, aber es ist anzunehmen, dass die "Spender" nach der Entnahme der Lungenhälfte getötet werden. Nach der OP bekommen die "Empfänger"-Ratten 10 Tage lang Ciclosporin, ein Medikament, welches unterdrückend auf das Immunsystem wirkt, um akute Abstoßungsreaktionen zu vermeiden. Am 28. Tag nach der Operation bekommen die Ratten eine Lösung aus Bakterienbestandteilen (LPS) in die Luftröhre gesprüht, die eine akute Infektion simulieren und die chronische Abstoßung bewirken soll. An den Tagen 33, 35, 40 und 90 nach der Transplantation werden jeweils einige "Empfänger"-Ratten mit einer Überdosis Isofluran getötet. Die Lungen werden entnommen und zur weiteren Untersuchung aufbereitet. Die Autorin merkt an, dass für diese Pilotstudie sehr geringe Tierzahlen verwendet wurden und kündigt weitere Studien mit größeren Tierzahlen an.

Bereich: Transplantationsmedizin

Originaltitel:

Autoren: Dorothee Kopf; Betreuer: Veronika Grau

Institute: Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax-, Transplantations- und Kinderchirurgie, Fachbereich Medizin, Justus-Liebig-Universität Gießen, Rudolf-Buchheim-Straße 7, 35392 Gießen

Zeitschrift: Veterinärmedizinische Dissertation 2015

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Dissertation

Dokumenten-ID: 4823



Dokument 262Titel: Messung des neurotoxischen Potentials und der Organverteilung Makrozyklischer Laktone in mdr1-defizienten Mäusen
Hintergrund: Untersuchung darüber, wie ein Gendefekt die Giftigkeit eines Antiparasitikums beeinflusst.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2015

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Gießen genehmigt. Die Mäuse stammen aus den Charles River Laboratories, Research Models and Services, Sulzfeld, und von der Firma Taconic (European Customer Service, 8680 Ry, Denmark/ Production Site Germantown, NY, USA).

Bei dem Versuch handelt es sich um eine Giftigkeitsprüfung in Bezug auf Avermectine (Stoffe die für das Nervensystem von Insekten giftig sind und zur Parasitenbehandlung von Haustieren eingesetzt werden). Die Forscher verwenden hierzu eine "CF-1 Mauslinie". Dies sind Mäuse, die aufgrund eines Gendefektes (auf dem mdr1a-Gen) gegenüber Avermectinen sehr empfindlich reagieren – ebenso wie bestimmte Hunderassen (insbesondere der Collie). Zudem werden zwei andere Mauszuchten verwendet: die "mdr1a,b-Doppelknockout"-Maus sowie die "FVB-Wildtyp"–Maus, die ebenfalls Gendefekte aufweisen, die sie besonders empfindlich auf das Parasitenmedikament reagieren lassen.

Das Mittel wird den Tieren über den Mund durch eine Schlundsonde eingegeben, indem ein Rohr über die Speiseröhre in den Magen eingeführt wird. Das allein bedeutet einen immensen Stressfaktor für die Tiere. Danach wird jede Maus in einen Einzelkäfig gesetzt. Es folgt ein Versuch auf dem "Rotarod", eine sich drehende Walze, auf dem die Maus balancieren muss. Gemessen wird nun die Laufgeschwindigkeit der Maus. Die Rolle dreht sich immer weiter (vergleichbar einem Laufband). Um nicht herunterzufallen, muss die Maus immer weiter laufen. Da die Mäuse durch das Antiparasitikum Vergiftungserscheinungen und so eine verminderte Balance und Laufleistung haben, kann hierüber der Vergiftungsgrad bestimmt werden. Dieser Test wird 24 Stunden nach der Eingabe des Mittels durchgeführt (zu diesem Zeitpunkt ist der Vergiftungsgrad am höchsten), 58 Stunden danach (die meisten Mäuse haben sich dann wieder erholt) und 120 Stunden danach. Die Laufeinheit beträgt dann 24 Stunden, die Mäuse müssen innerhalb dieser Zeit im 2-Stunden-Rhythmus laufen.

Nach Ablauf der Versuchszeit werden die Mäuse durch Genickbruch getötet. Dann wird aus den Herzen Blut entnommen und auch Organe (u.a. Herz, Lunge, Gehirn, Leber, Milz) und Gewebe zur weiteren Untersuchung entfernt.

Durch den Versuch wird herausgefunden, dass die verschiedenen Avermectine unterschiedliche Vergiftungsgrade verursachen. Woran genau dies liegt, soll in weiteren Versuchen herausgefunden werden.

Bereich: Pharmakologie, Neuropharmakologie, Toxikologie

Originaltitel:

Autoren: Christina Elisabeth Ohl; Betreuer: J. Geyer, S. Mazurek

Institute: Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Fachbereich Veterinärmedizin der Justus?Liebig?Universität Gießen, Schubertstr. 81, 35392 Gießen

Zeitschrift: Veterinärmedizinische Dissertation 2015

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Dissertation

Dokumenten-ID: 4822



Dokument 263Titel: Osteoporoseinduktion am Tiermodell der Ratte – Biomechanische Analysen zur Qualitätssicherung am Rattenknochen
Hintergrund: Entwicklung eines "Tiermodells" für die Erforschung der Osteoporose.
Tiere: 80 Ratten
Jahr: 2014

Versuchsbeschreibung: Der Versuchsantrag wird vom Regierungspräsidium Gießen genehmigt. Die weiblichen 14 Wochen alten Ratten der Zuchtlinie Sprague Dawley stammen aus der Zucht von Charles River Laboratories, Sulzfeld. Die Haltung und Operationen finden im Zentralen Tierlabor der Justus-Liebig-Universität Gießen, Frankfurter Str. 105, 35392 Gießen statt.

Die 80 Tiere werden in 8 Gruppen mit jeweils 10 Tieren eingeteilt. Ein Teil der Tiere wird einer Operation unterzogen. Ein anderer Teil der Tiere dient als Kontrollgruppe. Manche Tiere werden kastriert, d.h. ihre Eierstöcke werden entfernt. Dazu werden bei dem auf dem Bauch liegenden Tier, Haut und Bauchhöhle im Bereich der Lende aufgeschnitten, um an die Eierstöcke zu gelangen und sie abzuschneiden. Einige Ratten werden "scheinoperiert", d.h., der Bauch wird aufgeschnitten, aber die Eierstöcke nicht entfernt. Einige Ratten werden zusätzlich zur Kastration einer Diät unterzogen um zu schauen, wie sich das auf ihre Knochen auswirkt. Diese Diät ist frei von Soja- und Phytoestrogenen (ein Stoff der wie das Hormon Östrogen wirkt). Sie beinhaltet außerdem wenig Vitamin D2 und D3, sowie wenig Vitamin K und Kalzium. Zudem soll eine geringe Phosphatversorgung herrschen. Durch die Diät soll ein Mangel dieser Stoffe bei den Tieren verursacht werden. Durch die Kastration soll der Zustand einer Frau nach den Wechseljahren simuliert werden und es wird untersucht, ob durch die Änderung im Hormonhaushalt Osteoporose entsteht, also der Knochen brüchig wird. Die Tiere werden nach der Kastration in Einzelkäfige gesetzt und mit einem Schmerzmittel behandelt. Einer Gruppe Ratten werden Steroide (Kortison) alle 3 Wochen unter die Haut gespritzt. Diese spielen im Stoffwechsel eine wichtige Rolle und können ebenfalls Osteoporose verursachen. Nach einer Beobachtungszeit von 0, 3, 12 oder 14 Monaten werden die Tiere der jeweiligen Gruppe mittels CO2 getötet.

Nach der Tötung werden die Knochen herausgeschnitten und eingefroren. Es folgen Messungen an den Wirbelkörpern, den Schienbeinen rechts und den Oberschenkeln rechts. Dabei wird die Kompressionskraft untersucht und herausgefunden, dass die mangelernährten und kastrierten Tiere über weniger stabile Knochen verfügten, als die Kontrolltiere. Der Knochen wurde tatsächlich brüchiger.

Bereich: Osteoporoseforschung, Frauenheilkunde, Hormonforschung, Knochenchirurgie

Originaltitel:

Autoren: Britta Kerstin Hürter; Betreuer: Christian Heiß, Markus Rickert

Institute: Klinik und Poliklinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Baldingerstraße, 35043 Marburg

Zeitschrift: Veterinärmedizinische Dissertation 2014

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Dissertation

Dokumenten-ID: 4821



Dokument 264Titel: Wirkung von TRPA1-Rezeptor-Agonisten bei der meningealen Nozizeption und Kopfschmerzentstehung
Hintergrund: Die Untersuchung des Einflusses verschiedener Stoffe auf das Gehirn von Ratten und Mäusen als Grundlage der Kopfschmerzentstehung.
Tiere: 71 Tiere verschiedener Arten (52 Ratten, 19 Mäuse)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Experimente werden mit Genehmigung durch die Bezirksregierung Mittelfranken durchgeführt. Für die Versuche werden männliche Ratten (Zuchtlinie Wistar) aus institutseigener Zucht verwendet. Die Ratten werden durch eine Gasnarkose betäubt. Der Schädel wird in einen stereotaktischen Halteapparat eingespannt, die Kopfhaut auf 5 cm Länge aufgeschnitten. In den Schädelknochen wird ein Loch gebohrt, und dann wird der Schädelknochen großflächig abgetragen, so dass die harte Hirnhaut darunter zu sehen ist. Über den Nacken werden die Muskeln freigelegt, der Atlas (1. Halswirbel) wird entfernt. An dieser Stelle wird eine Elektrode in den Hirnstamm gesteckt, um Nervenströme zu messen. Nun werden verschiedene Substanzen (Nitroxyl, die giftige Chemikalie Acrolien sowie Senföl) auf die harte Hirnhaut getropft, gleichzeitig werden über die Elektrode die Reaktionen der Nervenzellen gemessen. Bei einem Versuch wird eine Nadel durch ein Loch über dem Auge eingeführt, um Acrolien in einen bestimmten Hirnbereich (Ganglion trigeminale) zu injizieren. Am Versuchsende wird über diese Nadel ein blauer Farbstoff gespritzt, um nach Tötung der Ratte den richtigen Sitz der Nadel kontrollieren zu können.

In einer weiteren Versuchsreihe wird der Blutfluss in den kleinen Blutgefäßen im Hirnstamm gemessen, während die Testsubstanzen auf die Hirnhaut getropft werden. Dazu wird ein Laser-Doppler-Flow-Gerät über dem Hirnstamm positioniert. Die Ratten werden am Ende der Versuche auf nicht genannte Weise getötet.

Zudem werden Mäuse drei verschiedener Zuchtlinien aus institutseigener Zucht verwendet: ein "Wildtyp", d.h. nicht genmanipuliert sowie zwei genmanipulierte Linien, denen ein Rezeptor fehlt, der bei der Schmerzentstehung eine Rolle spielen soll. Die Mäuse werden durch Inhalation von Kohlendioxid getötet. Der Kopf wird mit einer Schere abgeschnitten und dann präpariert: Das Fell des Kopfes wird komplett abgezogen, der Kiefer mit einer Schere abgesetzt und die Augen entfernt. Der Schädel wird dann in zwei Hälften geteilt und die Schädelhälften in einer Nährlösung aufbewahrt. Die Nervenaktivitäten im Hirngewebe sind bei den toten Mäusen noch einige Stunden erhalten und werden mit Elektroden gemessen, während die Chemikalie Nitroxyl aufgetropft wird.

Bereich: Schmerzforschung, Neurobiochemie, Neurologie

Originaltitel:

Autoren: Stephanie Kerstin Stöckl; Betreuer: M. Diener (Gießen), K. Meßlinger (Erlangen)

Institute: Institut für Veterinär-Physiologie und -Biochemie, Justus-Liebig-Universität Gießen, Frankfurter Str. 100, 35392 Gießen und Institut für Physiologie und Pathophysiologie, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Universitätsstr. 17, 91054 Erlangen

Zeitschrift: Veterinärmedizinische Dissertation 2016

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Dissertation

Dokumenten-ID: 4820



Dokument 265Titel: Spezielle Bildgebung (Computertomographie-Angiographie, digitale Subtraktionsangiographie und molekularer Ultraschall) bei vaskulären Fragestellungen am Schwein als Tiermodell
Hintergrund: Untersuchung der Arterien bei Minischweinen, die nach einem Einstich künstlich verschlossen oder gezielt verletzt werden.
Tiere: 8 Schweine (Ellegard Göttingen Minischweine)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die 8 Minischweine stammen aus der Zucht Ellegard Göttingen Minipigs A/S, Dalmose, Dänemark. An den Minischweine wird ein Gefäßverschlusssystem ("Angio-Seal VCD") getestet, eine Kunststoffvorrichtung, mit der nach einem Stich in eine Arterie (z.B. für eine Herzkatheteruntersuchung) die Einstichstelle verschlossen wird, damit kein Blut austritt. Das System wird bereits seit einigen Jahren beim menschlichen Patienten eingesetzt.

Dazu werden die Tiere in Narkose gelegt. Am rechten oder linken Hinterbein wird mit der Vorrichtung in die große Beinarterie gestochen. Die Einstichstelle wird anschließend mit der Vorrichtung verschlossen. Um nach dem Einsatz eine Blutpfropfbildung zu vermeiden, bekommen die Tiere Aspirin verabreicht. Um die Auswirkungen des Verschlusssystems auf die Arterie zu untersuchen, werden Computertomographien und Angiographien durchgeführt, hierzu werden die Tiere wieder narkotisiert. Die Untersuchungen erfolgen je nach Schwein in unterschiedlichen Abständen, bis zu 12 Wochen lang. Ebenso wird das jeweils andere Hinterbein, in das nicht gestochen wurde, entsprechend untersucht. Bei drei Schweinen treten starke Verengungen des Blutgefäßes auf. Bei einem weiteren Tier tritt eine 50%ige Verengung der Arterie auf. Zwei weitere Arterien zeigen Entzündungszeichen.

Nach der letzten Kontrolluntersuchung werden die Tiere während der Narkose durch eine Spritzengabe in die Vene mit Natrium-Pentobarbital getötet. Im Anschluss werden behandelte und unbehandelte Arterien entnommen und präpariert und in Formalin fixiert.

Ein weiterer Teil der Dissertation beinhaltet die Durchführung des molekularen Ultraschalls um Heilungsprozesse zu erforschen, die sich nach einer Verletzung der Gefäßinnenschicht abspielen. Hierzu werden den Schweinen 3 verschiedene Typen von Microbubbles, mit Gas gefüllte Kontrastmittelbläschen, in die Halsschlagader eingesetzt und durch Ausdehnung dieser eine Verletzung der Innenseite der Ader herbeigeführt. Die Tiere werden regelmäßig, mindestens 3 Monate lang, mit einer speziellen Ultraschallmethode untersucht. Es ist unklar, ob für diese Versuche die gleichen Schweine wie für den ersten Teil der Arbeit verwendet werden.

Bereich: Biomedizinische Technik, Herz-Kreislauf-Chirurgie, Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel:

Autoren: Lisa Kabelitz; Betreuer: M. Kramer (Gießen), M. A. Brockmann (Aachen)

Institute: Klinik für Kleintiere (Chirurgie) der Justus-Liebig-Universität Gießen, Frankfurter Str. 126, 35392 Gießen und Klinik für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie der Uniklinik der RWTH Aachen

Zeitschrift: Veterinärmedizinische Dissertation 2016

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Dissertation

Dokumenten-ID: 4819



Dokument 266Titel: Erhöhte CpG-Methylation, das mit Angst in Verbindung gebracht wird, im Asb1-Promotor: Ein translationaler Ansatz, der durch epidemiologische und klinische Studien sowie einem Maus-Modell belegt wird
Hintergrund: In dieser Arbeit werden Erkenntnisse aus einer epidemiologischen Studie zum Angstverhalten und bestimmten Messwerten im Blut bei Menschen auf Mäuse übertragen und nachvollzogen.
Tiere: 16 Mäuse
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: In dieser Arbeit werden Erkenntnisse aus einer epidemiologischen Studie am Menschen auf Mäuse übertragen und nachvollzogen. Die KORA-Studie (Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg), eine großangelegte Bevölkerungsstudie zu Diabetes, Herzkreislauf-, Lungenerkrankungen, Lebensstil und Umweltfaktoren, wird von 1999-2001 mit 4.261 (S4-Studie) und von 2006-2008 mit 3.080 Teilnehmern (F4-Studie) durchgeführt. In die vorliegende Arbeit werden Daten von 1.814 Teilnehmer der F4-Studie einbezogen. Die Teilnehmer müssen Fragebögen zu ihrem Angstempfinden, zu Alkohol- und Tabakkonsum sowie ihren Bodymaßindex ausfüllen. Außerdem werden Blutproben auf bestimmte Parameter (Gen-Expression) untersucht. Um den Zusammenhang zwischen diesen Blutparametern, die bei Angststörungen erhöht sind, bei Mäusen nachzuvollziehen, wird folgender Tierversuch durchgeführt: Eine Maus wird für 5 Minuten in den Käfig einer anderen, aggressiven männlichen Maus gesetzt. Der "Eindringling" wird durch die territoriale Maus attackiert, was beim Eindringling zu akutem sozialen Verteidigungsstress führt. Wird eine Maus verletzt, greifen die Experimentatoren ein und nehmen die Maus aus dem Versuch. Vier Stunden später wird den "Eindringlingen" auf nicht genannte Weise eine Blutprobe entnommen, um die Genexpression zu bestimmen. Es wird außerdem mit einer Sonde die Genexpression im Gewebe in verschiedenen Hirnbereichen untersucht. Die Prozedur hierfür wird nicht beschrieben. Vermutlich werden die Mäuse dafür getötet. Zum Vergleich werden neben 9 "Stressmäusen" 7 Kontrollmäuse eingesetzt. Diese werden statt zu einer anderen Maus in einen fremden, leeren Käfig gesetzt.

Die Arbeit wurde unterstützt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung.

Bereich: Psychiatrie, Angstforschung

Originaltitel: Anxiety associated increased CpG methylation in the promotor of Asb1: A translational approach evidenced by epidemiological and clinical studies and a murine model

Autoren: Rebecca T. Emeny (1,16), Jens Baumert (1), Anthony S. Zannas (2,3), Sonja Kunze (6), Simone Wahl (6), Stella Iurato (2),Janine Arloth (2,7), Angelika Erhardt (2), Georgia Balsevich (4), Mathias V. Schmidt (4), Peter Weber (2), Anja Kretschmer (6), Liliane Pfeiffer (6), Johannes Kruse (8), Konstantin Strauch (9,10), Michael Roden (11,12,13), Christian Herder (11,12), Wolfgang Koenig (14), Christian Gieger (6), Melanie Waldenberger (6), Annette Peters (1), Elisabeth B. Binder (2,5)*, Karl-Heinz Ladwig (1,15)*

Institute: (1) Institut für Epidemiologie II, Helmholtz-Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, Ingolstädter Landstraße 1, 85764 Neuherberg, (2) The Dartmouth Institute for Health Policy and Clinical Practice, Geisel School of Medicine at Dartmouth, Lebanon, NH, USA, (3) Translationale Forschung in der Psychiatrie, Max-Planck-Institut für Psychiatrie, München, (4) Department of Psychiatry and Behavioral Sciences, Duke University Medical Center, Durham, NC, USA, (5) Forschungsabteilung für Molekulare Epidemiologie, und Institut für Epidemiologie II, Helmholtz-Zentrum München, München, (6) Institut für Computer-Biologie, Helmholtz-Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, (7) Stress-Neurobiologie und Neurogenetik, Max-Planck-Institut für Psychiatrie, München, (8) Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Justus-Liebig-Universität Gießen, Gießen, (9) Institut für Genetische Epidemiologie, Helmholtz-Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, München, (10) Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie, Lehrstuhl für Genetische Epidemiologie, Ludwig-Maximilians-Universität, München, (11) Institut für Klinische Diabetologie, Deutsches Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Düsseldorf, (12) Deutsches Zentrum für Diabetes-Forschung (DZD), Neuherberg, (13) Abteilung Endokrinologie und Diabetologie, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, (14) Klinik für Innere Medizin II - Kardiologie, Universitätsklinikum Ulm, (15) Department of Psychiatry and Behavioral Sciences, Emory University School of Medicine, Atlanta, GA, USA, (16) Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Klinikums Rechts der Isar der TUM, München

Zeitschrift: Neuropsychopharmacology 2018: 43(2); 342-353

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4818



Dokument 267Titel: Chirurgische Wundausschneidung ist überlegen gegenüber alleiniger Antibiotikatherapie in einem neuen Modell für posttraumatische Osteomyelitis bei Mäusen
Hintergrund: Es wird ein weiteres "Tiermodell" für eine Knochenmarkentzündung entwickelt, da andere "Tiermodelle" verschiedene Nachteile haben.
Tiere: 60 Mäuse
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom LANUV in Nordrhein-Westfalen genehmigt. Die Mäuse der Zuchtlinie C57BL6 werden von der Versuchstierzucht Charles River Laboratories, Sulzfeld, bezogen. Unter Narkose wird bei den Tieren ein Hautschnitt über dem rechten Schienbein gemacht und es wird ein Loch in den Knochen gebohrt, das bis ins Knochenmark reicht. Dann werden 2000 Bakterien des Eitererregers Staphylococcus aureus durch das Loch in das Knochenmark injiziert. Das Loch wird mit resorbierbarem Wachs verschlossen und die Haut darüber vernäht. Die Bakterien verursachen eine äußerst schmerzhafte Knochenmarkentzündung. Zwei Wochen später werden die Mäuse erneut betäubt, die Haut über dem Schienbein wird aufgeschnitten. Das infizierte Knochengewebe wird ausgeschabt. Die Tiere erhalten täglich ein Antibiotikum (Gentamycin) unter die Haut gespritzt. Eine Gruppe von Mäusen erhält nur Antibiotika ohne Ausschabung des infizierten Materials. Bei einer Kontrollgruppe wird ein Loch in den Knochen gebohrt, ohne dass Bakterien eingebracht werden. Jeweils einige Mäuse pro Gruppe werden eine oder zwei Wochen nach der zweiten Operation auf nicht genannte Weise getötet, um den Schienbeinknochen mikroskopisch zu untersuchen.

Bereich: Knochenchirurgie, Chirurgie

Originaltitel: Surgical debridement is superior to sole antibiotic therapy in a novel murine posttraumatic osteomyelitis model

Autoren: Johannes Maximilian Wagner, Hannah Zöllner, Christoph Wallner, Britta Ismer, Jessica Schira, Stephanie Abraham, Kamran Harati, Marcus Lehnhardt, Björn Behr*

Institute: Klinik für Plastische Chirurgie, BG Bergmannsheil Bochum, Ruhr-Universität Bochum, Bürkle de la Camp-Platz 1, 44789 Bochum

Zeitschrift: PLOS One 2016: 11(2); e0149389

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4817



Dokument 268Titel: Transkranielle Gleichstromstimulation fördert die Mobilität von eingepflanzten neuronalen Stammzellen im Rattenhirn
Hintergrund: Die Transkranielle Gleichstromstimulation ist eine nichtinvasive Stimulation des Gehirns, die seit langem bei Menschen z.B. zur Verbesserung der motorischen Funktionen nach einem Schlaganfall eingesetzt wird. Warum diese Behandlung beim Menschen funktioniert, ist bislang unbekannt und soll mit dieser Studie an Ratten erhellt werden.
Tiere: Ratten (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2015

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom LANUV in Nordrhein-Westfalen genehmigt. Unter Narkose wird der Kopf einer Ratte in einen stereotaktischen Rahmen gespannt. Die Kopfhaut wird aufgeschnitten und es werden zwei Löcher in den Schädel gebohrt. Durch die Löcher werden bestimmte Mäusezellen in das Gehirn injiziert. Die Mäusezellen stammen aus einer Zelllinie mit neuronalen Stammzellen, denen Gene eines Planktonkrebses eingepflanzt wurden, wodurch sie grün leuchten. Die Zellen werden außerdem mit Eisenoxid-Partikeln in Nanogröße bestückt. Dadurch kann man sie im Magnetresonanztomographen (MRT) sichtbar machen. Nach der Injektion der Zellen wird die Haut über den Löchern vernäht und es wird ein MRT-Scan gemacht, um die Position der Zellen zu überprüfen. In den folgenden 13 Tagen wird 10-mal für jeweils 15 Minuten die Transkranielle Gleichstromstimulation angewendet, eine nichtinvasive Stimulation des Gehirns, die seit langem bei Menschen eingesetzt wird, z.B. zur Verbesserung der motorischen Funktionen nach einem Schlaganfall. Dabei werden Elektroden außen am Kopf angesetzt und ein Strom appliziert. Die Ratten werden dafür betäubt. Eine Kontrollgruppe von Ratten wird genauso behandelt, nur dass kein Strom fließt. Nach der letzten Stimulation wird ein weiterer MRT-Scan gemacht, um die Wanderung der Mäusezellen zu beurteilen. Schließlich wird den Ratten unter Betäubung eine Salzlösung (PBS) in die Vene injiziert, wodurch das Blut ausgetauscht wird und die Tiere sterben.

Die Arbeit wurde unterstützt durch Marga und Walter Boll-Stiftung, Universität zu Köln, EU-FP7-Programm TargetBrain und BrainPath.

Bereich: Bildgebende Verfahren

Originaltitel: Transcranial direct current stimulation promotes the mobility of engrafted NSCs in the rat brain

Autoren: Meike Hedwig Keuters (1,2), Markus Aswendt (2), Annette Tennstaedt (2), Dirk Wiedermann (2), Anton Pikhovych (1,2), Steffen Rotthues (1), Gereon Rudolf Fink (1,2), Michael Schroeter (1,2), Mathias Hoehn (2,3), Maria Adele Rueger (1,2,4)*

Institute: (1) Klinikum der Universität zu Köln, Klinik und Poliklinik für Neurologie, Kerpener Str. 62, 50937 Köln, (2) In-vivo-NMR Labor, Max-Planck-Institut für Neurologische Forschung, Köln, (3) Department of Radiology, Leiden University Medical School, Leiden, Niederlande, (4) Kognitive Neurowissenschaften, Institut für Neurowissenschaften und Medizin (INM3), Forschungszentrum Jülich, Jülich

Zeitschrift: NMR in Biomedicine 2015: 28; 231-239

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4816



Dokument 269Titel: In-vivo-Transplantation von Neurosphären-ähnlichen Körperchen, die aus dem Nervensystem des Darms von Neugeborenen und Erwachsenen stammen
Hintergrund: Behandlung von chemisch ausgelösten Darmschäden bei Mäusen mit menschlichen Darmzellen.
Tiere: 71 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2014

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von einer Behörde in Leipzig genehmigt. Es werden weibliche Nacktmäuse aus der Versuchstierzucht Charles River Laboratories, Sulzfeld, verwendet. Die Tiere haben ein vermindertes Immunsystem und stoßen eingepflanzte fremde Zellen nicht ab. Zunächst wird ein Vorversuch durchgeführt. Bei den Mäusen wird unter Narkose der Bauch aufgeschnitten und ein Stück Dickdarm aus der Bauchhöhle herausgehoben. Auf den Dickdarm wird auf 1,5 cm Länge eine Gaze gelegt und darauf eine giftige Chemikalie (Benzalkoniumchlorid) getropft. Nach 20 Minuten wird die Gaze entfernt und die Reste der Chemikalie abgewaschen. Dann wird der Darm zurück in die Bauchhöhle gelegt und der Bauch zugenäht. Die Chemikalie bewirkt ein Absterben einiger Darmnervenzellen. In dem Vorversuch wird die "richtige" Dosierung ermittelt, indem zwei verschiedene Verdünnungen probiert werden. Bei der höheren Dosierung sterben 90% der Mäuse an Darmverschluss. Bei der niedrigeren Dosierung sterben nur 20% der Mäuse innerhalb von 4 Wochen. Die überlebenden Tiere werden getötet. Im Darm finden sich deutliche Schäden an der Darmmuskulatur und den Darmnervenzellen, die aber nicht zum Tod geführt haben. Für die folgenden eigentlichen Versuche wird diese niedrige Dosierung verwendet.

Bei dem eigentlichen Versuch wird bei Mäusen der Bauch aufgeschnitten und ein Dickdarmabschnitt mit der Chemikalie geschädigt. Bei einer Gruppe von Mäusen werden zusätzlich menschliche Darmzellen auf die geschädigte Stelle aufgetragen. Diese Zellen waren zuvor Patienten bei Darmoperationen entnommen worden. Eine Kontrollgruppe Mäuse wird weder geschädigt noch behandelt. Der Darm wird zurück in die Bauchhöhle gelegt und der Bauch zugenäht. Vier Wochen später werden die Tiere durch Vergiftung mit Kohlendioxid und Genickbruch getötet. Der Darm wird untersucht.

Bereich: Gastroenterologie

Originaltitel: In vivo transplantation of neurosphere-like bodies derived from the human postnatal and adult enteric nervous system: A pilot study

Autoren: Susan Hetz (1,2), Ali Acikgoez (3), Ulrike Voss (4), Karen Nieber (4), Heidrun Holland (1), Cindy Hegewald (1), Holger Till (5), Roman Metzger (6), Marco Metzger (1,7)*

Institute: (1) Translationales Zentrum für Regenerative Medizin, Universität Leipzig, Philipp-Rosenthal-Straße 55, 04103 Leipzig, (2) Fraunhofer Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI), Abteilung Therapievalidierung, Leipzig, (3) Klinik für Allgemeine und Viszeralchirurgie, Klinikum St. Georg, Leipzig, (4) Institut für Pharmazie, Pharmakologie für Naturwissenschaften, Universität Leipzig, Leipzig, (5) Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie, Medizinische Hochschule Graz, Graz, Österreich, (6) Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie, Landeskrankenhaus Salzburg, Salzburg, Österreich, (7) Tissue Engineering und Regenerative Medizin, Fraunhofer IGB Projektgruppe: Regenerative Technologien für die Onkologie, Universitästklinikum Würzburg, Würzburg

Zeitschrift: PLOS One 2014: 9(4); e93605

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4815



Dokument 270Titel: Durch fettreiche Nahrung vermitteltes Ungleichgewicht der Mikroflora im Darm begünstigt unabhängig von Fettleibigkeit die Entstehung von Darmkrebs
Hintergrund: Untersuchungen zur Frage, ob eine fettreiche Ernährung Darmtumore begünstigt.
Tiere: 207 Mäuse (Mindestens, wahrscheinlich sehr viel mehr)
Jahr: 2014

Versuchsbeschreibung: Es werden verschiedene Versuche durchgeführt, die von der Regierung von Oberbayern genehmigt sind. Verwendet werden zwei verschiedene Linien von genmanipulierten Mäusen. Die eine, Myd88, wird aus der Versuchstierzucht Jackson Laboratory, Bar Harbor, USA, bezogen. Die Herkunft der anderen, K-ras, wird nicht erwähnt. Außerdem werden bei jedem Experiment Geschwister verwendet, bei denen die Genveränderung nicht auftritt, so genannte Wildtyp-Mäuse. K-ras-Mäuse sind besonders anfällig für Darmtumoren. Myd88-Mäuse haben ein defektes Immunsystem, so dass sich Bakterien ungehindert ausbreiten können.

K-ras und Wildtyp-Mäuse erhalten 22 Wochen lang besonders fettreiches Futter. Kontrollgruppen erhalten normales Futter. K-ras-Mäuse entwickeln dadurch Darmtumore. Die Tiere werden auf nicht genannte Weise getötet, um ihren Darm gewebekundlich zu untersuchen.

Der gleiche Versuch wird mit Myd88-Mäusen durchgeführt, die kaum Tumoren entwickeln, was darauf hindeutet, dass die bei diesen Tieren gut wachsenden Darmbakterien vor dem Krebs schützen. Dann werden K-ras-Mäuse mit Myd88-Mäusen verpaart. Anderen K-ras-Mäusen werden Knochenmarkszellen von Myd88-Mäusen durch Injektion in die Schwanzvene implantiert. Dazu werden die K-ras-Mäuse zunächst mit einer Strahlung von 9 Gy bestrahlt, um ihr Immunsystem zu schwächen, damit dieses die fremden Knochenmarkszellen nicht abstößt. Auch hier wird jeweils die Hälfte der Tiere mit der fettreichen oder der normalen Diät gefüttert. Nach 28 Wochen werden die Tiere getötet und untersucht.

In einem weiteren Versuch werden Mäusegruppen mit einem Cocktail aus Antibiotika durch Verabreichung über das Trinkwasser behandelt, die die Darmflora abtöten.

Weiteren K-ras-Mäusen wird der Kot von Mäusen ins Trinkwasser gemischt, die 24 Wochen entweder fettreiche oder normale Nahrung zu sich genommen haben. Der Kot mit den Darmbakterien soll die Darmflora der Tiere unterstützen.

Ebenfalls zur Verbesserung der Darmflora wird Mäusegruppen dreimal pro Woche Natriumbutyrat (Salz der Buttersäure) mittels Schlundsonde in den Magen verabreicht. Alle Mäuse werden jeweils nach einer bestimmten Zeit getötet und ihr Darm auf Tumoren untersucht.

Die Arbeit wurde unterstützt durch LOEWE Center for Cell and Gene Therapy Frankfurt, Georg-Speyer-Haus, Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Deutsche Krebshilfe.

Bereich: Ernährungsmedizin, Krebsforschung

Originaltitel: High-fat-diet mediated dysbiosis promotes intestinal carcinogenesis independently of obesity

Autoren: Manon D. Schulz (1), Cigdem Atay (1), Jessica Heringer (1), Franziska K. Romrig (1), Sarah Schwitalla (1), Begüm Aydin (2), Paul K. Ziegler (3,4,5), Julia Varga (3,4,5), Wolfgang Reindl (6), Claudia Pommerenke (7), Gabriela Salinas-Riester (7), Andreas Böck (8), Carl Alpert (9), Michael Blaut (9), Sara C. Polson (10), Lydia Brandl (11), Thomas Kirchner (11), Florian R. Greten (3,4,5), Shawn W. Polson (10), and Melek C. Arkan (1)*

Institute: (1) Institut für Molekulare Immunologie, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, Ismaninger Str. 22, 81675 München, (2) Department of Molecular Biology and Genetics, Bogazici University, 34342 Bebek Istanbul, Türkei, (3) Georg-Speyer-Haus, Institut für Tumorbiologie und Experimentelle Therapie, Frankfurt am Main, (4) Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), Heidelberg, (5) Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Heidelberg, (6) Innere Medizin II, Universitätsmedizin Mannheim, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, Mannheim, (7) Microarray and Deep-Sequencing Core Facility, Universitätsmedizin Göttingen, Göttingen, (8) Institut für Mathematische Statistik, Technische Universität München, München, (9) Institut für Gastrointestinale Mikrobiologie, Deutsches Institut Ernährungsforschung Potsdam-Rehbruecke, Nuthetal, (10) Delaware Biotechnology Institute, University of Delaware, Newark, DE, USA, (11) Institut für Pathologie, Ludwig-Maximilians-Universität München, München

Zeitschrift: Nature 2014: 514; 508-514

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4814



Dokument 271Titel: Kongruente Darstellung von visuellem Raum und Klangraum im Colliculus superior (Gehirnbereich, der wichtig für reflektorische Augenbewegungen ist) bei der echoortenden Fledermaus Phyllostomus discolor (Kleine Lanzennase)
Hintergrund: Untersuchungen zur Bedeutung von räumlichen Hören und Sehen bei Fledermäusen auf die räumliche Wahrnehmung und die damit verbundene Aktivität von Hirnnerven.
Tiere: 13 Fledermäse (Mindestens 13 Kleine Lanzennasen (Phyllostomus discolor))
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Genehmigt wurde die in mehrere Versuchsanordnungen aufgeteilte Studie von der Regierung Oberbayern. Die Tiere stammen aus einer Zuchtkolonie der Abteilung Biologie II der Ludwig-Maximilian-Universität München. Durchgeführt wurden die Versuche am Lehrstuhl für Zoologie der Technischen Universität München. Nach dem Einfangen der Fledermäuse werden diesen unter Narkose Haut und Muskulatur in der Mitte des Schädels aufgeschnitten und aufgeklappt. An eine bestimmte Stelle der freiliegenden Schädeldecke wird ein kleines Metallrohr aufgeklebt, außerdem wird ein Loch in den Schädelknochen gebohrt, durch das später Elektroden in das Gehirn eingelassen werden können. Die Fledermäuse bekommen Schmerzmittel und Antibiotika. Anschließend werden die Gewebeschichten wieder verschlossen. Der Kopf der Tiere wird dann – immer noch unter Narkose - mit dem Metallrohr in einer handgefertigten Apparatur fixiert. Es folgen die eigentlichen Versuchsanordnungen:

Nach der Tötung von 2 männlichen Tieren durch Überdosis von Pentobarbital werden deren Augäpfel herausgelöst und die Netzhäute für weitere Untersuchungen gewonnen.

In einer weiteren Versuchsanordnung werden 4 narkotisierte Fledermäuse so positioniert, dass sich das rechte Auge vor einem Flachbildschirm befindet, auf dem wiederholt weiße Vierecke auf schwarzem Grund zu sehen sind. Es wird Atropin in das rechte Auge getropft, damit sich die Pupille weit stellt. Das linke Auge wird zugedeckt.

Zur Messung der Reaktion der Hörnerven auf akustische Reize und des räumlichen Hörens werden ein oder beide Ohren der Tiere mit Tönen beschallt, die in ihrer Frequenz und Lautstärke variieren (10 – 100 kHz und 10 – 80 dB). Jeder Reiz wird 10-mal wiederholt. Zur Beschallung werden handgefertigte Kopfhörer verwendet. Die Aufzeichnung der Nervenaktivität erfolgt über eine durch das Bohrloch ins Gehirn eingeführte Elektrode. Insgesamt werden die Versuche 4 Stunden lang 3-mal wöchentlich über einen Zeitraum von 8 Wochen durchgeführt. Am Ende wird den Tieren unter Druck ein Kontrastmittel ins Gehirn gespritzt und es folgt die Tötung mit einer Überdosis Narkosemittel. Anschließend wird das Gehirn gewebekundlich untersucht.

Die Arbeit wurde gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Bereich: Neurobiologie, Sehforschung, Hörforschung, Sinnesphysiologie, Hirnforschung

Originaltitel: Congruent representation of visual and acoustic space in the superior colliculus of the echolocation bat Phyllostomus discolor

Autoren: Susanne Hoffmann*, Tomas Vega-Zuniga, Wolfgang Greiter, Quirin Krabichler, Alexandra Bley, Mariana Matthes, Christiane Zimmer, Uwe Firzlaff, Harald Luksch

Institute: Technische Universität München, Liesel-Beckmann-Str. 4, 85354 Freising-Weihenstephan

Zeitschrift: European Journal of Neuroscience 2016: 44; 2685-2697

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4813



Dokument 272Titel: Signale am Glucagon-like peptide-1-Rezeptor reduzieren Thrombose in kleinsten Gefäßen, Nitrooxidativen-Stress und die Aktivierung von Blutplättchen bei Mäusen mit Blutvergiftung
Hintergrund: Untersuchungen zum Einfluss zweier Diabetesmedikamente und verschiedener Genveränderungen auf die Symptome einer künstlich erzeugten Blutvergiftung bei Mäusen.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Studie wird vom Landesuntersuchungsamt Koblenz genehmigt. Die verwendeten genetisch veränderten Mäuse kommen von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (DPP-4 Knockout) und von Charles River Sulzfeld (GlP-1r Knockout). Woher die Wildtyp-Mäuse stammen, wird nicht erwähnt.

Die Tiere werden in Gruppen eingeteilt. Für die Hauptstudie bekommen die Tiere über eine osmotische Minipumpe 2 verschiedene Mittel (Linagliptin und Liraglutid), die in der Diabetesbehandlung eingesetzt werden. Wie und wann die osmotische Minipumpe eingesetzt wird, wird nicht beschrieben. Üblicherweise handelt es sich dabei um ein kleines Gerät, das unter die Rückenhaut einer Maus gepflanzt wird und das kontinuierlich einen Wirkstoff an das Unterhautgewebe abgibt. 48 Stunden später wird den Mäusen LPS, ein Giftstoff aus der Zellwand von Bakterien, in die Bauchhöhle gespritzt. Dieser führt zu einer Sepsis (Blutvergiftung) mit massiven Entzündungsreaktionen wie Fieber, Blutpfropf in den kleinen Blutgefäßen, Beeinträchtigung der Organfunktionen, starke Veränderungen der Blutwerte bis hin zum Tod. 24 Stunden nach der LPS-Injektion werden die Tiere durch Entbluten unter Narkose getötet und verschiedene Organe zur weiteren Untersuchung gewonnen.

In einem weiteren Versuch wird Mäusen LPS injiziert. 0, 3, 6, 9 und 12 Stunden später werden jeweils einige Tiere getötet.

In der sogenannten Überlebensstudie bekommen 48 Mäuse zuerst das Bakteriengift, 6 Stunden später die Diabetesmedikamente. Danach werden die Tiere bzw. "ihr Überleben" überwacht. Fast alle Mäuse sterben innerhalb von 30-40 Stunden. Nur 5 % in einer den behandelten Gruppen überleben den Beobachtungszeitraum von 60 Stunden.

Die Studie wurde gefördert durch Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG.

Bereich: Infektionsforschung, Immunologie

Originaltitel: Glucagon-like peptide-1 receptor signalling reduces microvascular thrombosis, nitrooxidative stress and platelet activation in endotoxaemic mice

Autoren: Sebastian Steven (1,2), Kerstin Jurk (2), Maximilian Kopp (1), Swenja Kröller-Schön (1), Yuliya Mikhed (1), Kathrin Schwierczek (2), Siyer Roohani (1), Fatemeh Kashani (1), Matthias Oelze (1), Thomas Klein (5), Sergey Tokalov (2), Sven Danckwardt (2,3), Susanne Strand (4), Philip Wenzel (1,2), Thomas Münzel (1), Andreas Daiber (1,2)*

Institute: (1) Zentrum für Kardiologie, Kardiologie I, Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Langenbeckstr. 1, 55131 Mainz, (2) Zentrum für Thrombose und Hämostase, Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, (3) Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin, Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, (4) I. Medizinische Klinik, Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, (5) Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, Biberach

Zeitschrift: British Journal of Pharmacology 2017: 174(12); 1620-1632

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4812



Dokument 273Titel: Alterungseffekte auf die Interaktionskomponente beider Ohren in der Hirnstammaudiometrie in Gerbils: Effekte auf die Übertragungszeit zwischen den Ohren und den Unterschieden im Level
Hintergrund: Untersuchung zum Einfluss des Alters auf das räumliche Hören und die Reaktion des Gehirns auf akustische Signale beim Gerbil.

In einer früheren Studie wurde bereits herausgefunden, dass etwa 3-jährige Gerbils einem ähnlichen Nachlassen des räumlichen Hörens unterliegen wie Männer im Alter von 60 – 65 Jahren. Deshalb soll sich durch diese Studie der Gerbil als "Tiermodell" für weitere Untersuchungen auf diesem Gebiet etablieren, obwohl schon viele relevante Ergebnisse aus Studien direkt am Menschen vorliegen.
Tiere: 22 Gerbils (Mongolische Rennmäuse)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Genehmigt wird der Versuch vom Regierungspräsidium Niedersachsen. Für diese Studie werden 11 junge (2-10 Monate alte) und 11 alte Gerbils (36-39 Monate alt) verwendet. Die Audiometrische Messung erfolgt unter Narkose. Hirnstammaudiometrie ist eine übliche HNO-ärztliche Methode zur Untersuchung von Hörstörungen. Hier werden definierte Hörreize über einen Kopfhörer gegeben und im Rahmen einer elektronischen Hirnmessung die Antwort des Hirnstammes auf diese Reize bewertet. Sie ist eine objektive Hörprüfung mit der man auch die Hörschwelle herausfinden kann. Im Rahmen der Studie bekommen die Gerbils Kopfhörer mit Aufsätzen, die bis in den Hörkanal reichen. Hierüber werden ein oder beide Ohren mehrfach mit akustischen Reizen von 30 - 100dB beschallt. 100dB kann man mit einem Discobesuch vergleichen, bei dem man sich etwa 1 m vom Lautsprecher entfernt aufhält. Die Messung der Antwort des Hirnstammes auf die Geräusche erfolgt über Nadelelektroden am Scheitel und Nacken der Tiere. Was mit den Gerbils nach Ende der Versuchsreihe passiert, wird nicht erwähnt.

Gefördert wird die Studie durch das NIH (National Institute of Health), die Deutsche Forschungsgemeinschaft und Hanse-Wissenschaftskolleg/Institute for Advanced Study, Delmenhorst.

Bereich: Hörforschung, Altersforschung, Sinnesphysiologie

Originaltitel: Aging effects on the binaural interaction component of the auditory brainstem response in the Mongolian gerbil: Effects of interaural time and level differences

Autoren: Geneviève Laumen (1), Daniel J. Tollin (2), Rainer Beutelmann (1), Georg M. Klump (1)*

Institute: (1) Exzellenzcluster Hearing4all, Arbeitsgruppe Zoophysiologie und Verhalten, Department für Neurowissenschaften, Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Campus Wechloy, Carl-von-Ossietzky-Straße 9-11, 26129 Oldenburg, (2) Department of Physiology and Biophysics, School of Medicine, University of Colorado, Aurora, USA

Zeitschrift: Hearing Research 2016: 337; 46-58

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4811



Dokument 274Titel: Drastischer Rückgang der nervenumgebenden Netze und veränderte Parvalbumin-Immunantwort im Nucleus reticularis thalami bei Wildtyp- und 3xTg-Mäusen nach experimentell erzeugtem Schlaganfall
Hintergrund: Untersuchungen des Einflusses vom Alter auf die Veränderungen im Gehirn nach einem künstlich erzeugten Schlaganfall bei normalen Mäusen und Mäusen, die als Modell für Alzheimer fungieren.

Laut Autor haben bisher Behandlungsstrategien bei mangelnder Hirndurchblutung nach Schlaganfall nur im Tierversuch funktioniert, nicht aber beim Menschen. Trotzdem versuchen sie über diese Studie an Mäusen weitere Hinweise in der Schlaganfallforschung für den Menschen zu bekommen.
Tiere: 32 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Mäuse aus dem Medizinisch-Experimentellem Zentrum der Universität Leipzig sind Nachkommen von Mäusen der Universität von Kalifornien (zur Verfügung gestellt von Drs. Frank M. LaFerla und Salvatore Oddo). Genehmigt wird die Studie vom Regierungspräsidium Leipzig.

Für den Versuch werden 3-Monate-, 7-Monate- und 12-Monate alte Mäuse verwendet – jeweils transgene Mäuse und Wildtyp-Mäuse ohne Genmanipulation. Den transgenen Mäusen wurden zwei menschliche Gene eingeschleust, wodurch Alzheimer-ähnliche Veränderungen entstehen. Um künstlich einen Schlaganfall bei allen Mäusen hervorzurufen wird ihnen unter Narkose (mittels Injektion in die Bauchhöhle) und lokalem Betäubungsmittel im Hals ein Faden über die rechte Halsschlagader bis ins Gehirn geschoben. Dieser verstopft dort ein Blutgefäß und bewirkt eine Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff (ähnlich wie beim Schlaganfall). Einen Tag nach dem Eingriff werden die Mäuse erneut in Narkose gelegt und getötet, indem ihnen Formaldehyd direkt ins Herz gespritzt wird. Danach werden die Gehirne der Tiere für die eigentlichen Untersuchungen entfernt.

Bereich: Schlaganfallforschung, Neuropathologie

Originaltitel: Abolished perineuronal nets and altered parvalbumin-immunoreactivity in the nucleus reticularis thalami of wildtype and 3xTg mice after experimental stroke

Autoren: Wolfgang Härtig (1)*, Simon Appel (1), Anne Suttkus (1,2), Jens Grosche (3), Dominik Michalski (4)

Institute: (1) Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung, Universität Leipzig, Liebigstr. 19, 04103 Leipzig, (2) Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie, Universitätsklinik Leipzig, Leipzig, (3) Effigos GmbH, Leipzig, (4) Institut für Neurologie, Universität Leipzig, Leipzig

Zeitschrift: Neuroscience 2016: 337; 66–87

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4810



Dokument 275Titel: Inaktiviertes Orf-Virus zeigt eine veränderte antivirale Aktivität in einem Meerschweinchenmodell mit einer Genital-Herpesvirus-Infektion
Hintergrund: Bei einer Herpes-Infektion von Meerschweinchen konnte wiederholt gezeigt werden, dass das antivirale Medikament Acyclovir, das beim Menschen wirkt, bei Meerschweinchen keinen Effekt hat. Dafür zeigte das inaktivierte Orf-Virus beim Meerschweinchen eine leichte Linderung der Herpes-Symptome.
Tiere: 30 Meerschweinchen (mindestens)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Meerschweinchen werden bei Charles River Wiga in Sulzfeld gekauft und mit menschlichem Genital-Herpesvirus infiziert, indem die Viren in die Vagina eingebracht werden. Die Meerschweinchen werden in drei Gruppen unterteilt. 10 Tiere werden mit dem inaktivierten Orf-Virus behandelt. Dieses wird alle 3 Tage insgesamt 5-mal in die Bauchhöhle gespritzt. 10 Tiere werden 2 Wochen durch Injektion von Acyclovir in die Bauchhöhle behandelt. 10 Tiere werden keiner Behandlungen unterzogen. Acyclovir ist ein antivirales Medikament, das beim Menschen gegen Herpes hilft. Beim Meerschweinchen zeigt sich aber kein therapeutischer Effekt. Dies konnte auch wieder in dieser Studie gezeigt werden. Dafür zeigt das inaktivierte Orf-Virus beim Meerschweinchen einen Effekt. Diese Wirkung ist bereits aus der Tiermedizin und aus Experimenten mit Mäusen bekannt. Das Experiment endet nach 80 Tagen und die Tiere werden unter Anästhesie durch Injektion von Pentobaribital und T61 getötet.

Diese Arbeit wurde von der Bayer AG finanziert.

Bereich: Virologie

Originaltitel: Inactivated Orf-virus shows disease modifying antiviral activity in a guinea pig model of genital herpesvirus infection

Autoren: Astrid Friebe (1), Angela Siegling (2), Olaf Weber (2)*

Institute: (1) Institut für Medizinische Immunologie, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow-Klinikum, Institutsgebäude Süd, Föhrer Str. 15 / Südstr. 2, 13353 Berlin (2) Bayer AG, Kaiser-Wilhelm-Allee 1, 51368 Leverkusen

Zeitschrift: Journal of Microbiology, Immunology and Infection 2017: pii: S1684-1182(17)30078-6. doi: 10.1016/j.jmii.2017.03.002

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4809



Dokument 276Titel: Der Einfluss verschiedener Abutmentmaterialien auf die Geweberegeneration einer chirurgischen Periimplantitis - eine randomisierte kontrollierte präklinische Studie
Hintergrund: Der Einfluss verschiedener Implantataufsatzmaterialien auf die Heilung bei künstlich hervorgerufener Zahnfleisch- und Knochenentzündung um die Implantate.
Tiere: 8 Hunde (Beagles)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von einer Behörde in Ungarn (Pest county government department for food safety and animal health, Hungary) unter der Nummer 54-2532.1-45/12 genehmigt, obwohl weiter unten erwähnt wird, dass die Studie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen durchgeführt worden ist. Woher die Beagle-Hunde stammen und wo sie gehalten werden, wird nicht erwähnt. Die Tiere werden in 6 qm großen Zwingern gehalten. Den Hunden werden unter Anästhesie 12 Backenzähne gezogen (je 6 im Ober- und Unterkiefer). Die Tiere erhalten danach für eine Woche Schmerzmittel. Zwei Monate nach der 1. Operation werden unter erneuter Narkose an den Stellen der gezogenen Zähne Implantate aus Titan eingebracht. Als Periimplantitis bezeichnet man eine Entzündung des Implantatbetts von Zahnimplantaten. Diese wird bei den Hunden künstlich ausgelöst, indem zwei Monate nach Einsetzen Baumwollfäden um die Implantate gewickelt werden. In diesen siedeln sich Bakterien an, die zu einer Entzündung des Zahnfleischs und der Kieferknochen führen. Die Entzündungsreaktion gilt als erfolgreich, wenn Knochen befallen ist. Die Entzündung wird für zwei Monate aufrechterhalten. Dann wird unter lokaler Anästhesie das entzündete Gewebe chirurgisch gesäubert. Auf die Implantate werden Stützpfeiler mit unterschiedlicher Oberfläche aufgesetzt. 4, 8 und 12 Wochen später werden jeweils einige Tests mit den Hunden durchgeführt. So wird gemessen, wie viel Speichel die Tiere produzieren und die Tiefe der Zahnfleisch- und Knochenlöcher um die Implantate wird sondiert. Das weitere Schicksal der Hunde wird nicht beschrieben.

Diese Arbeit wurde von der ITI Foundation, Basel, finanziert.

Bereich: Implantologie, Zahnmedizin

Originaltitel: The influence of different abutment materials on tissue regeneration after surgical treatment of peri-implantitis - a randomized controlled preclinical study

Autoren: Tobias Moest (1)*, Jan Wrede (1), Christian Martin Schmitt (1), Melanie Stamp (2), Friedrich Wilhelm Neukam (1), Karl Andreas Schlegel (1)

Institute: (1) Zahn-Mund-Kieferklinik (ZMK), Universitätsklinikum Erlangen, Glückstr. 11, 91054 Erlangen, (2) Experimentalphysik I, Universität Augsburg

Zeitschrift: Journal of Cranio-Maxillofacial Surgery 2017: 45; 1190-1196

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4808



Dokument 277Titel: Eine 90-Tage-Giftigkeitsstudie bei oraler Einnahme von Dacryopinax spathularia bei Beagle-Hunden
Hintergrund: An Hunde wird die subchronische Giftigkeit eines essbaren Pilzes getestet, der in Lebensmitteln zugesetzt werden soll. Vorausgegangen sind zahlreiche Studien an Ratten zur akuten und subchronischen Giftigkeit sowie zur Haut- und Augenreizung.
Tiere: 36 Hunde (Beagles)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Giftigkeitsstudie wird von der Firma IMD Natural Solutions GmbH, Dortmund, bei Charles River Laboratories Ashland, in den USA in Auftrag gegeben.

Die 18 männlichen und 18 weiblichen Beagle-Hunde stammen aus der Versuchstierzucht Marshall BioResources, North Rose, NY, USA. Die Tiere werden in 4 Gruppen eingeteilt. Drei Gruppen bekommen einen essbaren Pilz in Kapselform 90 Tage lang täglich eingegeben. Jede Gruppe erhält dabei eine andere Konzentration des Pilzes. Die Hunde der vierten Gruppe (Kontrollgruppe) bekommen leere Kapseln verabreicht. Die Tiere werden täglich beobachtet, es sind keine Vergiftungserscheinungen festzustellen. Mehrfach werden Blutproben genommen. Nach 90 Tagen werden die Hunde durch Überdosis von Pentobarbital (Injektion in eine Vene) und Ausbluten getötet, um ihre inneren Organe zu untersuchen.

Bereich: Toxikologie

Originaltitel: A 90-day oral toxicity study of glycolipids from Dacryopinax spathularia in Beagle dogs

Autoren: Jens Bitzer (1), Thomas Henkel (1), Andrey I. Nikiforov (2)*, Marisa O. Rihner (2), Kim A. Henderson (3)

Institute: (1) IMD Natural Solutions GmbH, BioMedizinZentrum (BMZ), Wissenschafts- und Technologiecampus Dortmund, Otto-Hahn-Str. 15, 44227 Dortmund, (2) Toxicology Regulatory Services, Charlottesville, VA, USA, (3) Charles River Laboratories Ashland, Ashland, OH, USA

Zeitschrift: Food and Chemical Toxicology 2017: 109; 544-551

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4807



Dokument 278Titel: Der Gehalt an Hopfen (Humulus lupulus) in Bier hat Auswirkungen auf die Leber nach akuter Verabreichung bei weiblichen Mäusen
Hintergrund: Aus Bevölkerungsstudien ist bekannt, dass der Konsum von Schnaps für die Leber schädlicher ist als Bier. Hier soll untersucht werden, ob Hopfen im Bier für diesen Effekt verantwortlich ist.
Tiere: 48 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die weiblichen Mäuse der Zuchtlinie C57BL/6 werden bei Janvier S.A.S. in Frankreich gekauft. Die Tiere erhalten zwangsweise reinen Alkohol (Ethanol), Bier mit Hopfen, Bier ohne Hopfen (EKU Pils der Kulmbacher Brauerei AG) oder Maltodextrin (Stärkelösung). Wie den Tieren der Alkohol verabreicht wird, wird nicht erwähnt, vermutlich per Schlundsonde. Die Konzentration des reinen Alkohols, mit 6 g/kg Gewicht, liegt unterhalb einer für Mäuse tödlichen Dosis. Die Tiere sind in den nächsten Stunden träge, aber bei Bewusstsein. Zwei oder 12 Stunden später werden unter Betäubung jeweils einige Mäuse auf nicht genannte Art getötet. Leber und Darm werden entnommen und untersucht.

Die Arbeit wird von der Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft e. V. unterstützt.

Bereich: Alkoholforschung

Originaltitel: Hops (Humulus lupulus) content in beer modulates effects of beer on the liver after acute ingestion in female mice

Autoren: Marianne Landmann (1,2), Cathrin Sellmann (1), Anna Janina Engstler (1), Doreen Ziegenhardt (1), Finn Jung (1), Christine Brombach (2), Ina Bergheim (1)*

Institute: (1) Fakultät für Ernährungswissenschaften, Modellsysteme molekularer Ernährungsforschung, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Dornburger Str. 25-29, 07743 Jena, (2) Fakultät für Ernährungswissenschaften, Angewandte Ernährungsforschung, Biochemie und Physiologie der Ernährung, Friedrich-Schiller-Universität Jena

Zeitschrift: Alcohol and Alcoholism 2017: 52(1); 48-55

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4806



Dokument 279Titel: Bier ist weniger schädlich für die Leber als reines Ethanol: Studien an männlichen Mäusen mit einem Binge-Drinking-Modell
Hintergrund: Aus Bevölkerungsstudien ist bekannt, dass der Konsum von Schnaps für die Leber schädlicher ist als Bier. Hier sollen die Vorgänge in der Leber bei männlichen Mäusen untersucht werden, denen eine einzige Dosis reiner Alkohol oder Bier verabreicht wird. Die Autoren hatten den gleichen Versuch schon mit weiblichen Mäusen durchgeführt und kündigen Langzeitversuche an.
Tiere: 36 Mäuse
Jahr: 2015

Versuchsbeschreibung: Die männlichen Mäuse der Zuchtlinie C57BL/6 werden bei Janvier S.A.S. in Frankreich gekauft. Die Tiere erhalten zwangsweise reinen Alkohol (Ethanol), Bier oder Maltodextrin (Stärkelösung). Wie den Tieren der Alkohol verabreicht wird, wird nicht erwähnt, vermutlich per Schlundsonde. Bei dem Bier handelt es sich um EKU Pils der Kulmbacher Brauerei AG. Die Konzentration des reinen Alkohols, mit 6 g/kg Gewicht, liegt unterhalb einer für Mäuse tödlichen Dosis. Die Tiere sind in den nächsten Stunden träge, aber bei Bewusstsein. Sechs oder 12 Stunden später werden unter Betäubung jeweils 6 Mäuse auf nicht genannte Art getötet. Leber und Darm werden entnommen und untersucht.

Die Arbeit wird von der Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft e. V. unterstützt.

Bereich: Alkoholforschung

Originaltitel: Beer is less harmful for the liver than plain ethanol: studies in male mice using a binge-drinking model

Autoren: Marianne Landmann (1), Sabine Wagnerberger (2), Giridhar Kanuri (1), Doreen Ziegenhardt (1), Ina Bergheim (1)*

Institute: (1) Fakultät für Ernährungswissenschaften, Modellsysteme molekularer Ernährungsforschung, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Dornburger Str. 25-29, 07743 Jena, (2) Institut für Ernährungsmedizin, Universität Hohenheim, Stuttgart

Zeitschrift: Alcohol and Alcoholism 2015: 50(5);493-500

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4805



Dokument 280Titel: Niedrige Sulfidkonzentrationen und eine hohe Aktvierung der Cystathion-ß-Synthetase (CBS) durch S-Adenosylmethionin (SAM) beim langlebigen Nacktmull
Hintergrund: Vergleich der Sulfidkonzentration im Blut von verschiedenen Tierarten, die unterschiedlich alt werden können.
Tiere: 60 Tiere verschiedener Arten (10 Nacktmulle, 35 Graumulle, 21 Mäuse, 4 Meerschweinchen)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Nacktmulle (Heterocephalus glaber) werden am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin gezüchtet und gehalten. Die Meerschweinchen stammen aus der Versuchstierzucht Harlan Laboratories, Venray, Niederlande und werden ebenfalls Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin gehalten. Die Nacktmulle zweier Arten (16 Fukomys Micklemi, und 19 Fukomys mechowii) werden am Institut für Allgemeine Zoologie, Universität Duisburg-Essen gehalten. Die Mäuse werden am Center for Sepsis Control and Care Jena gehalten. Die Versuche werden vom Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGESO) Berlin, dem Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) sowie dem Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz, Bad Langensalza, genehmigt.

Die Nacktmulle sind im Durchschnitt 44 Monate alt, die Graumulle 31 bzw. 56 Monate, die Mäuse 9 und die Meerschweinchen 12 Monate.

Den Tieren werden unter Betäubung Blutproben entnommen: Nacktmulle und Meerschweinchen durch Stich ins Herz (Herzpunktion), Graumulle aus einer Vene und den Mäusen aus dem Venengeflecht hinter dem Auge. Außerdem werden Blutproben von Menschen verwendet. Die Blutproben werden auf die Konzentration von Sulfid untersucht. Das weitere Schicksal der Tiere wird nicht beschrieben.

Die Arbeit wurde durch die Leibniz-Gesellschaft und die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Bereich: Altersforschung, Biologische Grundlagenforschung, Tierphysiologie

Originaltitel: Low sulfide levels and a high degree of cystathione ß-synthase (CBS) activation by s-adenosylmethionine (SAM) in the long-lived naked mole-rat

Autoren: Maja Dziegelewska (1)*, Susanne Holtze (2), Christiane Vole (3), Ulrich Wachter (4), Uwe Menzel (5), Michaela Morhart (2), Marco Groth (1), Karol Szafranski (1), Arne Sahm (1), Christoph Sponholz (1,6), Philip Dammann (3, 7), Klaus Huse (1), Thomas Hildebrandt (2), Matthias Platzera (1)

Institute: (1) Genomanalyse, Leibniz-Institut für Altersforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI), Beutenbergstraße 11, 07745 Jena, (2) Reproduktionsmanagement, Leibniz-Institut für Zoo & Wildtierforschung, Alfred-Kowalke-Straße 17, 10315 Berlin, (3) Institut für Allgemeine Zoologie, Universität Duisburg-Essen, Essen, (4) Klinik für Anästhesiologie, Universitätsklinikum, Ulm, (5) Leibniz-Institute für Naturprodukteforschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut (HKI), Jena, (6) Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum, Jena, (7) Zentrales Tierlabor, Universitätsklinikum, Universität Duisburg-Essen, Essen

Zeitschrift: Redox Biology 2016: 8; 192-198

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4804



Dokument 281Titel: Fruktose betriebene Glykolyse unterstützt die Sauerstoffmangel-Resistenz beim Nacktmull
Hintergrund: Wie lange können Nacktmulle ohne Sauerstoff auskommen? Die Überlebensraten von Nacktmullen und Mäusen bei verschiedenen Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalten in der Luft werden untersucht. Die Autoren begründen die Wichtigkeit ihrer Forschung zum Verständnis des Fruktosestoffwechsels bei Nacktmullen mit der Perspektive, Strategien zur Behandlung von Schlaganfall un