Datenbank Tierversuche

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Dokument 1Titel: Epidurale Feldpotentiale von Monkey V1 liefern detaillierte Informationen über Ort, Größe, Form und Farbe des Reizes
Hintergrund: Messung von Hirnströmen bei Affen, die sich verschiedene Objekte auf einem Bildschirm anschauen.
Tiere: 2 Affen (Makaken)
Jahr: 2021

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Senator für Gesundheit der Stadt Bremen genehmigt. Die 13 bzw. 14 Jahre alten Makaken werden vom Deutschen Primatenzentrum (Göttingen) erworben. Einige Zeit vor den eigentlichen Versuchen werden die Affen einer Operation unterzogen. Unter Narkose wird ein Stück Schädelknochen herausgeschnitten und ein Elektroden-Array (Platte mit mehreren Elektroden) wird auf die harte Hirnhaut aufgebracht, ohne sie zu durchdringen. Ein Kabel führt von den Elektroden durch ein gebohrtes Loch durch die Schädeldecke. Das Schädelknochenstück wird wieder eingesetzt und mit einer Titanplatte, Knochenzement und Knochenschrauben fixiert. Eine aus Acrylzement geformte Kappe wird mit Schrauben auf dem Schädel der Affen verankert. Die Kappe dient als Halter für einen Stecker und einen Kopfhalter. Eine Referenzelektrode wird in nicht näher beschriebener Weise auf dem Schädel aufgebracht, ebenso wie weitere Elektroden, die am vorderen Kopfbereich implantiert werden.

7 bzw. 3 Wochen nach der Operation beginnen die Experimente, die aus 13 und 25 Einzelversuchen bestehen und über einen Zeitraum von 16 bzw. 17 Wochen stattfinden. Vor neuen Experimenten werden die Affen i.d.R. auf die Aufgaben trainiert, was hier aber nicht genauer beschrieben wird.

Die Affen werden für die Experimente in einem sogenannten Primatenstuhl fixiert, in dem ihr Kopf mit Hilfe des Haltebolzens über die gesamte Zeit eines Versuchs bewegungsunfähig gehalten wird. Die Affen müssen auf einen Bildschirm schauen, auf dem verschiedene Objekte und Farben eingeblendet werden, die sich nach einer bestimmten Zeit verändern, plötzlich verschwinden, den Ort wechseln oder auftauchen. Die Veränderungen sollen von den Affen registriert werden, indem sie einen Hebel drücken. Während dieser Aufgaben werden die elektrischen Hirnsignale über die in den Schädel eingelassenen Elektroden gemessen, aufgezeichnet und später ausgewertet.

Erwähnt wird, dass die Affen während der Versuche Wasser oder Fruchtsaft erhalten als „Verstärker“, also zur Motivation, wenn sie innerhalb einer bestimmten Zeitspanne auf Signale reagiert haben. Nicht erwähnt wird, dass die Affen üblicherweise über einen gewissen Zeitraum vor den Experimenten nichts zu trinken erhalten, damit sie einen ausreichend großen Durst empfinden, um die Aufgaben nach Willen der Forscher zu erfüllen und somit Wasser oder Fruchtsaft zu erhalten.

Was danach mit den Affen geschieht, ist nicht beschrieben; i.d.R. verbleiben diese in den Laboren und werden zu späteren Zeitpunkten für weitere Experimente eingesetzt. Die Arbeit würde finanziell gefördert, allerdings werden die Sponsoren nicht namentlich genannt, sondern müssen beim Korrespondenz-Autor erfragt werden.

Bereich: Hirnforschung, Neurophysiologie

Originaltitel: Monkey V1 epidural ?eld potentials provide detailed information about stimulus location, size, shape, and color

Autoren: Benjamin Fischer & Detlef Wegener*

Institute: Kognitive Neurophysiologie, Institut für Hirnforschung, Zentrum für Kognitionswissenschaften, Hochschulring 16A, 28235 Bremen

Zeitschrift: Communications Biology 2021; 4(690)

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5283



Dokument 2Titel: Wirkungen einer Langzeitexposition von mittelfrequenten Magnetfeldern (20 kHz, 360 µ T) auf Entwicklung, pathologische Befunde und das Verhalten von weiblichen Mäusen
Hintergrund: Magnetische Felder im Mittelfrequenzbereich nehmen in unserer Umwelt ständig zu, z.B. durch die Verwendung von Induktionsherden, Handy-Aufladestationen und vor allem kabellose Aufladung von Elektroautos. Die Auswirkungen von permanenter Mittelfrequenz auf den Organismus soll hier untersucht werden.
Tiere: 160 Mäuse (weiblich)
Jahr: 2021

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Stadt Bremen genehmigt. Die Mäuse werden von Charles River Laboratories (Sulzfeld) im Alter von 6 Wochen erworben. Sie werden in 2 Gruppen zu je 80 Tieren aufgeteilt und zu acht in Kunststoff-Kästen gehalten. Die Experimente beginnen, wenn die Tiere 3 Monate alt sind. Während der ersten 2 Monate des Versuchs werden alle Mäuse alle 2-3 Tage gewogen, danach einmal die Woche. Die 80 Mäuse der ersten Gruppe werden gleichzeitig für 24 Stunden über 7 Tage die Woche einem mittelfrequenten Elektro-Magnetfeld ausgesetzt. Dazu werden ihre Käfige auf einer Magnetfeldspule platziert. Die anderen 80 Mäuse gelten als Kontrollgruppe und werden keinem Magnetfeld ausgesetzt. Nach 6 Monaten Magnetfeldexposition werden Verhaltenstests jeweils mit 24 Tieren aus der Magnetfeld- und der Kontrollgruppe durchgeführt.

Der 8-Arm Labyrinth-Test wird mit einer Konstruktion durchgeführt, wo von einer Plattform 8 Arme strahlenförmig abgehen. Am Ende von 4 Armen wird ein wenig Futter platziert. Die Maus wird 3 Mal hintereinander ans Ende desselben Arms gesetzt. Der Test wird jeden Tag für eine Woche wiederholt und es wird getestet, ob die Mäuse das Futter, das immer in denselben Armen ist, (schneller) wiederfinden. Nach einer Woche Pause wird der Test wieder für 7 Tage wiederholt.

Für einen weiteren Verhaltensversuch werden die Mäuse auf einen rotierenden Zylinder gesetzt, deren Rotation über einen Zeitraum von 4 Minuten von 4 auf 20 Rotationen pro Minute erhöht wird. Die Zeit wird gestoppt, bis eine Maus hinunterfällt. Der Test wird 2 Mal an 2 aufeinander folgenden Tagen gemacht.

Beim Open–Field-Test (Offenes Feld-Test) wird eine Maus in die Mitte einer Plattform mit Seitenwände gesetzt und ihr Verhalten wird 5 Minuten verfolgt. Je kürzer die Zeit in der offenen Fläche ist, als desto gestresster bzw. ängstlicher gelten die Tiere.

Zeigt eine Maus während des Versuchszeitraums Krankheitsanzeichen, wird sie mit CO2 erstickt, aufgeschnitten und Gehirn, Leber, Nieren, Milz und Lunge werden für weitere Untersuchungen entnommen. Die Mäuse, die bis zum Ende des Experiments – 9 Monate nach Beginn der Exposition - überleben, werden auf die gleiche Weise getötet und auch Ihnen werden diese Organe entnommen.

Der Versuch wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.

Bereich: Strahlenschutz, Umweltforschung

Originaltitel: Effects of long?term exposure of intermediate frequency magnetic fields (20 kHz,360 µ T) on the development, pathological findings, and behavior of female mice

Autoren: Alexander Lerchl (1)*, Karen Drees (geb. Grote) (1), Isabel Gronau (1), Dirk Fischer (2), Julia Bauch (2), Axel Hoppe (2)

Institute: (1) Department of Life Sciences and Chemistry, Jacobs University Bremen gGmbH, Campus Ring 1, 28759 Bremen, (2) Department Measurement Technology and Power Electronics, Institut für Automation and Kommunikation (ifak), Magdeburg

Zeitschrift: Bioelectromagnetics 2021; 42: 309-316

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5282



Dokument 3Titel: Intravenöse Infusion von Cortisol, Adrenalin oder Noradrenalin verändert die Anzahl der Immunzellen von Schweinen und fördert die angeborene gegenüber der adaptiven Immunfunktion
Hintergrund: Da Schweine als „Modellorganismen“ für die menschliche Physiologie zunehmend eine Rolle spielen, sollen hier die Effekte von Stresshormonen auf ihr Immunsystem untersucht werden.
Tiere: 36 Schweine (Landrasse-Pietrain-Kreuzungen)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Experimente werden vom Regierungspräsidium Stuttgart unter der Nummer V324/15TH genehmigt. Die Schweine (Landrasse-Pietrain-Kreuzungen) werden von der experimentellen Einrichtung „Unterer Lindenhof“ der Universität Hohenheim gezüchtet. Die männlichen Schweine werden kastriert. Für die Experimente werden den Tieren zwei Dauerkatheter in die Venen beider Vorderbeine gelegt. Von einem führt ein Schlauch zu einer Pumpe, so dass den Tieren kontinuierlich Substanzen verabreicht werden können (es ist anzunehmen, dass der Schlauch unter der Haut vom Vorderbein zum Nacken verlegt wird, wo er nach außen tritt und mit der Pumpe verbunden wird). Gruppen von Schweinen wird entweder Adrenalin, Cortisol, Noradrenalin oder wirkstofffreie Kochsalzlösung über einen Zeitraum von 48 Stunden verabreicht.

Zu verschiedenen Zeitpunkten vor und während der Infusion wird ihnen insgesamt sieben Mal Blut über den zweiten Venenkatheter abgenommen. Da es sich um Stresshormone handelt, wird durch die Gabe die Herzfrequenz, der Blutdruck und die Körpertemperatur der Schweine erhöht. Was nach der letzten Blutabnahme mit den Schweinen passiert, ist nicht beschrieben.

Die Experimente wurden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

Bereich: Versuchstierkunde, Stressforschung, Immunologie

Originaltitel: Intravenous infusion of cortisol, adrenaline, or noradrenaline alters porcine immune cell numbers and promotes innate over adaptive immune functionality

Autoren: Lena Reiske (1)*, Sonja Schmucker (1), Birgit Pfaf?nger (1), Ulrike Weiler (1), Julia Steuber (2), Volker Stefanski (1)*

Institute: (1) Verhaltensphysiologie von Nutztieren, Universität Hohenheim, Garbenstrasse 17, 70599 Stuttgart, (2) Zelluläre Mikrobiologie, Institut für Biologie, Universität Hohenheim, Stuttgart

Zeitschrift: The Journal of Immunology 2020; 204. Doi:10.4049/jimmunol.20000269

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5281



Dokument 4Titel: Genexpression im Fettgewebe von unkastrierten männlichen, immunokastrierten und chirurgisch kastrierten Schweinen
Hintergrund: Die Fettverteilung bei unkastrierten, chirurgisch und immunologisch kastrierten Schweinen unterscheidet sich; nun sollen die genetischen Faktoren bestimmt werden, die dies verursachen.
Tiere: 36 Schweine (Landrassen-Pietrain-Kreuzung)
Jahr: 2021

Versuchsbeschreibung: Die Experimente werden vom Regierungspräsidium Tübingen unter der Nummer HOH 47/17TH genehmigt. Die Schweine stammen aus einer anderen Studie. Die männlichen Schweine werden in drei Gruppen à 12 Tieren aufgeteilt. Eine Gruppe wird in der ersten Lebenswoche chirurgisch kastriert.

Die zweite Gruppe wird im Alter von 12 und 21 Wochen gegen ein Geschlechtshormon geimpft, was eine immunologische Kastration bewirkt. Die Tiere werden über 26 Wochen im Labor gehalten. Dann werden sie nach Standard-Schlachtverfahren geschlachtet. Das Fettgewebe zwischen Brust- und Halswirbel wird entnommen und für die Untersuchungen verwendet. Die dritte Gruppe Schweine wird nicht kastriert und im Alter von 26 Wochen geschlachtet.

Die Experimente wurden gefördert von dem European Union’s Horizon 2020 Research and Innovation Program, der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, dem Slovenian Ministry of Agriculture, Forestry and Food und der Slovenian Research Agency.

Bereich: Nutztierwissenschaften

Originaltitel: Adipose tissue gene expression of entire male, immunocastrated and surgically castrated pigs

Autoren: Klavdija Poklukar (1), Marjeta Candek-Potokar (1,2), Milka Vrecl (3), Nina Batorek-Lukac (1), Gregor Fazarinc (3), Kevin Kress (4), Volker Stefanski (4), Martin Škrlep (1)*

Institute: (1) Agricultural Institute of Slovenia, Hacquetova ulica 17, 1000 Ljubljana, Slowenien, (2) Faculty of Agriculture and Life Sciences, University of Maribor, Hoce, Slowenien, (3) Institute of Preclinical Sciences, Veterinary Faculty, University of Ljubljana, Ljubljana, Slowenien, (4) Verhaltensphysiologie von Nutztieren, Universität Hohenheim, Garbenstrasse 17, 70599 Stuttgart

Zeitschrift: International Journal of Molecular Science 2021; 22(4): 1768

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5280



Dokument 5Titel: Das Endocannabinoid 2-Arachidonoylglycerol hemmt die endotheliale Funktion und Reparatur
Hintergrund: Die Rolle einer Substanz für die Heilung der Innenwand von Blutgefäßen nach einer Gefäßoperation soll an künstlich geschädigten Mäusen herausgefunden werden.
Tiere: 32 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2021

Versuchsbeschreibung: Bei den Mäusen werden Blutdruck und Herzfrequenz mit einer Schwanzmanschette gemessen. Ein Narkosemittel wird in den Bauch gespritzt. Am Hals wird ein Schnitt gemacht und die Halsarterie freigelegt. Mit vier Stromstößen, die jeweils 5 Sekunden andauern, wird die innere Schicht des Gefäßes auf einer Länge von 3 mm zerstört. Der Schnitt wird wieder zugenäht. In den folgenden fünf Tagen werden den Mäusen täglich Substanzen in die Bauchhöhle gespritzt. Am fünften Tag wird zudem ein Farbstoff in eine Vene gespritzt, der die zerstörte Stelle der Arterie anfärbt.

Bei einer anderen Gruppe von Mäusen wird die linke Halsschlagader freigelegt wie in der ersten Gruppe beschrieben. Die Arterie wird mit einem chirurgischen Faden abgebunden, was zu einer vollständigen Unterbrechung des Blutflusses führt. Die Wunde wird zugenäht und 28 Tage leben die Mäuse weiter. Während dieser Zeit wird ihnen täglich eine Substanz in die Bauchhöhle gespritzt. Danach werden die Mäuse durch Durchtrennung der Bauchschlagader (vermutlich unter Betäubung) getötet.

Die Experimente wurden gefördert von dem Bonfor Programm und der Deutschen Herzstiftung.

Bereich: Gefäßforschung, Arterioskleroseforschung

Originaltitel: The endocannabinoid 2-arachidonoylglycerol inhibits endothelial function and repair

Autoren: Julian Jehle (1)*, Lukas Eich (1)*, Melina Danisch (1), Sayeh Bagheri (1), Elina Avraamidou (1), Philipp Pfeifer (1), Vedat Tiyerili (1), Laura Bindila (2), Beat Lutz (2), Georg Nickenig (1)

Institute: (1) Medizinische Klinik und Poliklinik II Herzzentrum, Universitätsklinikum Bonn, Venusberg-Campus 1, 53127 Bonn, (2) Institut für Physiologische Chemie, Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Mainz

Zeitschrift: International Journal of Cardiology 2021; 323: 243-250

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5279



Dokument 6Titel: mTOR-abhängige Translation verstärkt das Mikroglia-Priming in alternden Mäusen
Hintergrund: Die durch den Alterungsprozess bedingte molekulare und genetische Veränderung bestimmter Gehirnzellen soll untersucht werden.
Tiere: 123 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2021

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom UK Home Office License (PPL 70/7411) und dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) unter der Nummer 81-02.04-2018.A257 genehmigt.

Die Mäuse werden von Charles River Laboratories (Sulzfeld) und The Jackson Laboratory (Bar Harbor, USA) erworben bzw. vom PF Worley Laboratory (Johns Hopkins University School of Medicine, Baltimore, USA) zur Verfügung gestellt.

Es werden verschiedene Mäuse genutzt, die 3-, 6-, 11-, 15-, 18-, 20- und 23 Monate alt sind; für eine Untersuchung auch Neugeborene. Für einige Experimente werden Mäuse benutzt, die unterschiedliche Mutationen tragen, für manche Experimente werden unveränderte Wildtyp-Mäuse verwendet.

Für die meisten Experimente werden die Neugeborenen sowie verschieden alte Mäuse auf nicht näher beschriebene Weise getötet und ihr Gehirn wird herausgeschnitten, um bestimmte Gehirnzellen (Mikroglia) zu untersuchen.

Genetisch unveränderte Wildtyp-Mäuse und 2 Mausgruppen, die eine unterschiedliche genetische Mutation tragen, wird eine subletale (fast tödliche) Dosis LPS (Bestandteile von E.coli-Bakterien) in die Bauchhöhle gespritzt, was zu einer starken Entzündungsreaktion führt. Die eine Gruppe erhält eine hohe Dosis, diese Tiere werden nach 4 Stunden getötet; die mit der niedrigen Konzentration LPS müssen ein Verhaltensexperiment machen. Der Open-Field-Test (Offenes Feld-Test) wird als Methode für die Einschätzung eines erhöhten Angst- oder Stressverhaltens bei Tieren verwendet. Es handelt sich um eine Fläche mit Seitenwände. Die Bewegungen der Maus werden 5 Minuten lang mit einer Kamera aufgezeichnet. Halten sie sich die Mäuse eher an den Wänden auf, gelten sie als gestresst bzw. ängstlich oder in diesem Fall als krank. Nach dem Versuch werden die Mäuse getötet und die Mikroglia-Zellen im Gehirn werden untersucht.

Die Arbeit wurde gefördert von dem Cancer Research UK core, AgeUK, dem Dunhill Medical Trust, der Rosetrees Trust, Bloodwise, dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE), der Helmholtz-Gemeinschaft (Zukunftsthema Immunology and Inflammation) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Bereich: Altersforschung, Hirnforschung, Neuropathologie

Originaltitel: mTOR-dependent translation amplifies microglia priming in aging mice

Autoren: Lily Keane (1,2), Ignazio Antignano (1), Sean-Patrick Riechers (1), Raphael Zollinger (2), Anaelle A. Dumas (2), Nina Offermann (1), Maria E. Bernis (1), Jenny Russ (1), Frederike Graelmann (1), Patrick Neil McCormick (1), Julia Esser (1), Dario Tejera (1), Ai Nagano (3), Jun Wang (3), Claude Chelala (3), Yvonne Biederbick (1), Annett Halle (1), Paolo Salomoni (1), Michael T. Heneka (1), Melania Capasso (1,2)*

Institute: (1) Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Venusberg-Campus 1 (Gebäude 99), 53127 Bonn, (2) Centre for Tumour Microenvironment, Barts Cancer Institute, Queen Mary University of London, London, Großbritannien, (3) Centre for Cancer Genomics and Computational Biology, Barts Cancer Institute, Queen Mary University of London, London, Großbritannien

Zeitschrift: The Journal of Clinical Investigation; 2021; 131(1): e132727

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5278



Dokument 7Titel: Neuronales Aldosteron ruft eine deutliche Genantwort in Schmerz signalisierenden Molekülen hervor, die zum Entzündungsschmerz beitragen
Hintergrund: Wirksamkeit von Substanzen bei künstlich ausgelöstem Entzündungsschmerz bei Ratten.
Tiere: 76 Ratten (mindestens)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Gesundheit und Soziales unter der Nummer G0024/14 genehmigt. Die Ratten stammen aus der Zuchteinrichtung der Charité-Universitätsmedizin. Bei den Tieren wird ein Entzündungsschmerz an einer Hinterpfote hervorgerufen. Dazu wird unter kurzer Betäubung Freunds Adjuvans in die Sohle der rechten Hinterpfote injiziert. Die Substanz besteht aus einem Gemisch aus Mineralöl und abgetöteten Tuberkulosebakterien und ruft eine schmerzhafte Entzündung hervor, was sich durch Rötung, Schwellung, lokaler Hitzebildung und erhöhte Empfindlichkeit bei Berührung äußert. Kontrolltiere bekommen eine wirkungslose Substanz gespritzt. Nach 4 Tagen werden bei Gruppen von Ratten Wirkstoffe in den Wirbelkanal zwischen dem 3 und 5. Lendenwirbel injiziert. Dazu wird bei den Tieren unter Narkose die Haut über der Lende aufgeschnitten. Es werden Vorversuche erwähnt, bei denen die Dosierungen ausgetestet wurden. Bei weiteren Gruppen von Ratten wird eine Minipumpe eingepflanzt (nicht erwähnt, aber üblicherweise werden solche Pumpen zwischen den Schulterblättern unter die Haut eingesetzt). Ein Katheter führt von der Pumpe in den Wirbelkanal, so dass die Testsubstanzen kontinuierlich abgegeben werden können. Eine Gruppe Ratten erhält eine wirkungslose Kochsalzlösung. Es werden Tests zur Schmerzwahrnehmung durchgeführt. Dabei wird mit einem Gerät mechanischer Druck auf die entzündete Pfote ausgeübt, bis die Ratte den Fuß wegzieht. Schließlich (nicht ganz klar, zu welchem Zeitpunkt) werden die Tiere unter Narkose auf nicht genannte Weise getötet, um die Lendenwirbel herauszuschneiden und zu untersuchen.

Unterstützt wurde die Arbeit von der Prof. KH René Koszorek Stiftung, Neuried.

Bereich: Schmerzforschung

Originaltitel: Neuronal aldosterone elicits a distinct genomic response in pain signaling molecules contributing to inflammatory pain

Autoren: Mohammed Shaqura (1), Doaa M. Mohamed (1,2), Xiongjuan Li (3), Sascha Treskatsch (1), Constanze Buhrmann (4), Mehdi Shakibaei (4), Antje Beyer (5), Shaaban A. Mousa (1)*, Michael Schäfer (1)

Institute: (1) Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Charité – Universitätsmedizin, Campus Benjamin Franklin, Hindenburgdamm 30, 12200 Berlin, (2) Department of Zoology, Faculty of Science, Aswan University, Tingar, Ägypten, (3) Department of Anaesthesiology, Second Affiliated Hospital of Guangzhou Medical University, Guangzhou, China, (4) Institut für Anatomie, Ludwig-Maximilians-Universität München, München, (5) Klinik für Anästhesiologie, Ludwig-Maximilians-Universität München, München

Zeitschrift: Journal of Neuroinflammation 2020; 17: 183

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5277



Dokument 8Titel: Das Hausschwein als humanrelevantes Großtiermodell zur Untersuchung der sich anpassenden Immunantwort gegen den durch die Luft übertragenen Schimmelpilz Aspergillus fumigatus
Hintergrund: Es sollen Zellen der Immunabwehr bei einer Infektion mit Schimmelpilzsporen untersucht werden.
Tiere: 38 Schweine (mindestens)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Gesundheit und Soziales unter den Nummern T0002/17 und G0381/17 genehmigt. Die Schweine sind Kreuzungen von Landrasse und Large White und unterschiedlich alt (Ferkel bis mehr als 6 Monate alt). Sie stammen von einem konventionellen Schweinezüchter. Die Schweine werden einzeln in eine Metallkammer verbracht, wo sie 8 Stunden lang mit Pilzsporen des Schimmelpilzes Aspergillus fumigatus begast werden. Anschließend werden verbliebene Sporen auf der Haut abgewaschen und die Tiere werden in ihren Stall gebracht. Ab 6 Tage vor der Infektion bis 2 Tage danach erhalten die Tiere Immunsuppressiva (die Immunabwehr unterdrückende Medikamente) täglich oral (über den Mund) eingegeben. Am Tag 2, 4, 6, 10, 13 und 18 werden Blutproben aus der Halsvene genommen. Am Tag 10 und 18 nach der Pilzinfektion werden jeweils einige Schweine getötet, indem sie betäubt werden und das Tötungsmittel T61 ins Her injiziert wird. Die Lungen werden herausgeschnitten und untersucht.

Die Arbeit wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziell unterstützt.

Bereich: Infektionsforschung, Immunologie

Originaltitel: The domestic pig as human-relevant large animal model to study adaptive antifungal immune responses against airborne Aspergillus fumigatus

Autoren: Stefanie Schmidt (1), Friederike Ebner (1), Kerstin Rosen (2), Olaf Kniemeyer (3), Axel A. Brakhage (3), Jürgen Löfler (4), Michelle Seif (4), Jan Springer (4), Josephine Schlosser (1), Lydia Scharek-Tedin (1), Alexander Scheffold (5), Petra Bacher (5,6), Anja A. Kühl (7,8), Uwe Rösler (2), Susanne Hartmann (1)*

Institute: (1) Institut für Immunologie, Zentrum für Infektionsmedizin (Robert-von-Ostertag-Haus), Fachbereich Veterinärmedizin, Freie Universität Berlin, Robert-von-Ostertag-Str. 7-13, 14163 Berlin, (2) Institut für Tierhygiene und Umweltgesundheit, Zentrum für Infektionsmedizin, Fachbereich Veterinärmedizin, Freie Universität Berlin, Berlin, (3) Molekulare und angewandte Mikrobiologie, Leibniz-Institut für Naturstoffforschung und Infektionsbiologie, Hans-Kröll-Institut (HKI), Jena, (4) Abteilung für Mikrobiologie und Molekularbiologie, Institut für Mikrobiologie, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Jena, (5) Medizinische Klinik und Poliklinik II, Universitätsklinikum Würzburg, Würzburg, (6) Institut für Immunologie, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Kiel, (7) Institut für Klinische Molekularbiologie, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Kiel, (8) Charité-Universitätsmedizin, Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität Berlin und Zentrale Forschungseinrichtung iPATH Berlin

Zeitschrift: European Journal of Immunology 2020; 0; 1-17. doi:1002/eji.201948524

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5276



Dokument 9Titel: Relative Belastbarkeit von Kleinhirn-Purkinje-Zellen in einem Rattenmodell mit Herzstillstand / Wiederbelebung
Hintergrund: Studien zu Schweregrad und Einschätzung eines Herzstillstands kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Gründe für unterschiedliche Ergebnisse könnte die Verwendung verschiedener Tiermodelle sein. Deshalb werden hier nochmal Ratten nach Herzstillstand wiederbelebt, um die Tiere dann zu bestimmten Zeitpunkten zu töten und die Organe zu untersuchen.
Tiere: 48 Ratten
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt unter der Nummer 42502-2-2-947 Uni MD genehmigt. Die Ratten werden bei Harlan-Winkelmann, Borchen, gekauft.

Unter Narkose werden Katheter in Arterie und Vene am linken Hinterbein gelegt. Es wird ein künstlicher Herzstillstand verursacht, indem die künstliche Beatmung für 6 Minuten abgestellt wird. Dann erfolgt eine Wiederbelebung mit erneuter Beatmung, Sauerstoffgabe, Brustkorbmassage und Verabreichung verschiedener Wirkstoffe. Bei sechs Tieren gelingt die Wiederbelebung nicht und sie sterben während der Narkose. Nach 6, 24, 48 Stunden und 7 und 21 Tage wird bei Gruppen von je 8 Ratten beurteilt, ob neurologische Ausfallserscheinungen vorliegen, z.B. schwankender Gang oder Lähmungen. Manche Tiere entwickeln eine Lähmung der Hinterbeine und Probleme mit der Atmung. Nach dieser Beurteilung mit einem Punkteschema werden die Tiere getötet, indem unter erneuter Betäubung die Fixierungslösung Formalin in das Herz gepumpt wird. Einige Ratten, die zwar operiert, aber bei denen kein Herzstillstand ausgelöst wurde, werden 7 Tage nach der Scheinoperation auf die gleiche Weise getötet.

Bereich: Neurologie, Intensivmedizin

Originaltitel: Relative resilience of cerebellar purkinje cells in a cardiac arrest/resuscitation rat model

Autoren: Gerburg Keilhoff (1)*, Tue Minh Nguyen Thi (1),Torben Esser (2), Uwe Ebmeyer (2)

Institute: (1) Institut für Biochemie und Zellbiologie, Medizinische Fakultät, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Leipziger Str. 44, Haus 1, 39120, Magdeburg, (2) Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie, Medizinische Fakultät, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Magdeburg

Zeitschrift: Neurocritical Care 2020; 32(3): 775-789

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5275



Dokument 10Titel: Orexinmangel moduliert die kognitive Flexibilität geschlechtsabhängig
Hintergrund: Hier soll die Funktion des Neuropeptid-Hormon Orexin in Bezug auf die kognitive Flexibilität bei transgenen Mäusen untersucht werden.
Tiere: 69 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt unter der Nummer 42502-2-1351 Uni MD genehmigt. Genmanipulierte Mäuse, denen das Gen für Orexin fehlt, stammen ursprünglich von der University of Texas, Dallas. Sie werden über mehr als 20 Generationen mit anderen nicht genveränderten Mäusen gekreuzt. Für die eigentlichen Versuche werden männliche und weibliche Mäuse sowohl mit fehlendem Gen als auch normale „Wildtyp“-Mäuse verwendet. Die Mäuse werden über einen Zeitraum von drei Wochen verschiedenen Tests unterzogen. In den ersten zwei Tagen werden zwei Test durchgeführt, die Aufschluss über das Angstverhalten geben sollen: Hell-Dunkel-Box und Erhöhtes Plus-Labyrinth. Dabei wird beurteilt, ob sich die Maus lieber in dunklen oder geschlossenen Bereichen aufhält oder sie sich in helle, offene Bereiche traut. Ab dem 4. Tag bekommen die Mäuse bis zum Ende der 2. Woche weniger Futter, so dass sie nur 80-90 % ihres normalen Gewichts wiegen. Beim „Aufmerksamkeits-Set-Shifting-Test“ wird drei Tage lang ein Aufmerksamkeitstest durchgeführt. Dabei bekommen die Tiere Nest- und Grabmaterial angeboten, wobei nur eines davon mit einer Belohnung in Form von Schoko-Reis assoziiert ist. In der dritten Woche erhalten die Tiere wieder die normale Futtermenge. Schließlich wird ein Futterpräferenztest durchgeführt, wobei den Tieren normales Mäusefutter und Schoko-Reis angeboten wird.

Was mit den Tieren nach den Tests passiert, wird nicht erwähnt. Vermutlich werden die Tiere getötet.

Diese Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.

Bereich: Neurobiochemie

Originaltitel: Orexin deficiency modulates cognitive flexibility in a sex-dependent manner

Autoren: Archana Durairaja (1)*, Markus Fendt (1, 2)

Institute: (1) Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Medizinische Fakultät, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Leipziger Str. 44, 39120 Magdeburg, (2) Zentrum für neurowissenschaftliche Forschung, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Magdeburg

Zeitschrift: Genes Brain Behaviour 2020; e12707. doi: 10.1111/gbb.12707.

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5274



Dokument 11Titel: Vergleich verschiedener optomotorischer Reaktionswerte für visuelle Tests bei experimenteller Autoimmun-Enzephalomyelitis-Optikusneuritis
Hintergrund: In dieser Studie soll untersucht werden, wie das Sehvermögen von Mäusen mit einer experimentellen Autoimmunenzephalomyelitis besser beurteilt werden kann.
Tiere: 20 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) unter der Nummer AZ 84-02.04.2016.A137 genehmigt. Die Mäuse werden von Janvier Labs, Le Genest-Saint-Isle, Frankreich, bezogen.

Bei den Tieren wird eine experimentelle Autoimmunenzephalomyelitis ausgelöst. Dies ist eine künstlich ausgelöste Erkrankung des zentralen Nervensystems, die der menschlichen Multiplen Sklerose ähnlich sein soll. Hierfür wird den Tieren verteilt auf vier Punkte an der Hinter- und Vorderflanke ein Protein und Freunds Adjuvans injiziert. Außerdem wird das Gift von Keuchhusten-Bakterien in die Bauchhöhle injiziert. Dadurch wird das Immunsystem der Tiere dazu gebracht, die eigenen Nervenzellen anzugreifen. Mäuse einer Kontrollgruppe erhalten wirkungslose Substanzen injiziert.

Anschließend werden die Symptome der Tiere dokumentiert: (0) keine Krankheit; (0,5) leichte Schwanzlähmung; (1) offensichtliche Schwanzlähmung; (1.5) Schwanzlähmung und kein Aufrichtreflex; (2) leichte Anzeichen einer Lähmung der Hinterbeine mit ungeschicktem Gang; (2.5) offensichtliche Anzeichen einer Lähmung der Hinterbeine; (3) Hinterbeinlähmung, Maus zieht ein Bein hinter sich her; (3.5) Hinterbeinlähmung, Maus zieht beide Beine nach hinten; (4) leichte Anzeichen einer Lähmung aller Beine; (4.5) Lähmung aller vier Beine; und (5) Tod.

Um das Sehvermögen der Tiere zu untersuchen, wird eine Maus auf eine Plattform gesetzt, die von 4 Bildschirmen begrenzt wird. Über die Bildschirme laufen verschiedene Muster. Mit einer Kamera über der Maus werden die Kopfbewegungen aufgezeichnet. Dies soll Aufschluss geben, ob die Maus noch sehen kann oder nicht, d.h. ob der Sehnerv beeinträchtigt ist. Die Untersuchungen dauern zwischen 15 und 60 Minuten. Weitere Untersuchungen der Augen finden unter Narkose statt. 110 Tage nach dem Auslösen der experimentellen Autoimmunenzephalomyelitis werden die Mäuse unter Narkose getötet, indem eine Flüssigkeit ins Herz injiziert wird.

Diese Arbeit wurde durch Zuschüsse der gemeinnützigen Ilselore-Luckow-Stiftung unterstützt.

Bereich: Multiple-Sklerose-Forschung

Originaltitel: Comparison of different optomotor response readouts for visual testing in experimental autoimmune encephalomyelitis-optic neuritis

Autoren: Christina Hecker, Michael Dietrich, Andrea Issberner, Hans-Peter Hartung, Philipp Albrecht*

Institute: Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Moorenstr. 5, 40225 Düsseldorf

Zeitschrift: Journal of Neuroinflammation 2020; 17(1): 216

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5273



Dokument 12Titel: Das fragile X-Protein für geistige Behinderung schützt vor Tumornekrosefaktor-vermitteltem Zelltod und Leberschädigung
Hintergrund: Bei der seltenen Erbkrankheit FMR fehlt den Menschen das Gen für ein bestimmtes Protein. Hier wird die Rolle dieses Proteins bei Mäusen mit künstlich ausgelösten Leberschäden untersucht.
Tiere: 200 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) genehmigt. Spezielle, genmanipulierte Mäuselinien werden vom Jackson Laboratory in den USA gekauft.

Um eine Hepatitis auszulösen, werden einige Mäuse mit dem Lymphozytären Choriomeningitis Virus (LCMV) infiziert. Den Mäusen wird 1 Tag vor der Infektion und dann dreimal pro Woche während der Infektion Etanercept injiziert, ein Protein, das Entzündungsbotenstoffe bindet und somit inaktiviert. Diese Tiere werden 12 Tage nach der Infektion getötet.

Anderen Mäusen wird D-Gal und TNF injiziert. Die Injektion verursacht schwere Leberschäden und einen tödlichen Blutvergiftungsschock. Meist ist dies wohl innerhalb 12 Stunden nach den Injektionen der Fall. Es wird beobachtet, wie lange die Tiere überleben und die Organe der toten Tiere werden untersucht.

Die dritte Methode, um einen Leberschaden zu verursachen, ist eine Gallengangligatur. Hierfür wird unter Narkose der Bauch aufgeschnitten und die Gallenblase mit drei chirurgischen Knoten verschlossen. Dadurch wird ein Gallenstau verursacht, d.h. die Galleflüssigkeit kann nicht in den Darm abfließen. Die Tiere bekommen ein Schmerzmittel. Sie werden 2 oder 4 Tage nach der Operation getötet, falls sie nicht vorher sterben.

Mäuse mit schweren Krankheitssymptomen werden getötet. Wann dieser Zeitpunkt erreicht ist und wie viele Tiere von alleine sterben, bleibt unklar.

Diese Studie wurde vom Deutschen Forschungsrat, der Medizinischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und vom FNR-ATTRACT-Programm finanziert.

Bereich: Leberforschung

Originaltitel: Fragile X mental retardation protein protects against tumour necrosis factor-mediated cell death and liver injury

Autoren: Yuan Zhuang (1), Haifeng C Xu (1), Prashant V Shinde (1), Jens Warfsmann (2), Jelena Vasilevska (1), Balamurugan Sundaram (1), Kristina Behnke (1), Jun Huang (1), Jessica I Hoell (2), Arndt Borkhardt (2), Klaus Pfeffer (3), Mohamed S Taha (4, 5), Diran Herebian (6), Ertan Mayatepek (6), Dirk Brenner (7,8,9), Mohammad Reza Ahmadian (5), Verena Keitel (10), Dagmar Wieczorek (11), Dieter Häussinger (10), Aleksandra A Pandyra (1,10), Karl S Lang (12), Philipp A Lang (1)*

Institute: (1)* Institut für Molekulare Medizin II, Heinrich Heine Universität, Universitätsklinikum Düsseldorf, Moorenstr. 5, 40225 Düsseldorf, (2) Klinik für Kinder-Onkologie, -Hämatologie und klinische Immunologie, Heinrich Heine Universität, Universitätsklinikum Düsseldorf, (3) Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene, Universitätsklinikum Düsseldorf, Moorenstr. 5, 40225 Düsseldorf, (4) Research on Children with Special Needs Department, Medical Research Branch, National Research Centre, Kairo, Ägypten, (5) Institut für Biochemie und Molekularbiologie II, Universitätsklinikum Düsseldorf, Moorenstr. 5, 40225 Düsseldorf, (6) Klinik für Allgemeine Pädiatrie, Neonatologie und Kinderkardiologie, Heinrich Heine Universität, Universitätsklinikum Düsseldorf, (7) Department of Infection and Immunity, Experimental & Molecular Immunology, Luxembourg Institute of Health, Esch-sur-Alzette, Luxembourg, (8) Department of Dermatology and Allergy Center, Odense Research Center for Anaphylaxis (ORCA), Odense University Hospital, University of Southern Denmark, Odense, Dänemark, (9) Luxembourg Centre for Systems Biomedicine (LCSB), University of Luxembourg, Belvaux, Luxembourg, (10) Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie UKD, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, (11) Institut für Humangenetik, Universitätsklinikum Düsseldorf, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, (12) Institut für Immunologie Universitätsklinikum Essen, Essen

Zeitschrift: Gut 2020; 69(1): 133-145. doi: 10.1136/gutjnl-2019-318215

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5272



Dokument 13Titel: Lasergeführte automatische Echtzeit-Zielidentifikation für die endoskopische Steinlithotripsie: eine zweiarmige In-vivo-Schweine-Vergleichsstudie
Hintergrund: In dieser Studie wird ein Lasersystem für eine Blasenstein-Operation bei Schweinen getestet.
Tiere: 2 Schweine
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Studie wird vom lokalen Regierungspräsidium unter der Registrierungsnummer: 35-9185.81 / G-16/169 genehmigt. Menschliche Harnsteinfragmente (4–6 mm) werden unter Narkose in beide Harnleiter, Nierenbecken und Harnblasen der Tiere eingeführt. Gleich darauf werden die Steine mit einer Lithotripsie (automatischer Laser) zertrümmert. Unmittelbar nach Beendigung der Operation werden die anästhesierten Schweine durch Injektion von Kaliumchlorid in eine Vene getötet, um Niere, Harnleiter und Blase auf Schäden zu untersuchen.

Diese Studie wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert.

Bereich: Nierenforschung, Urologie, Chirurgie

Originaltitel: Laser-guided real-time automatic target identification for endoscopic stone lithotripsy: a two-arm in vivo porcine comparison study

Autoren: Daniel Schlager (1)*, Antonia Schulte (1), Jan Schütz (2), Albrecht Brandenburg (2), Christoph Schell (3), Samir Lamrini (4), Markus Vogel (4), Heinrich-Otto Teichmann (4), Arkadiusz Miernik (1)

Institute: (1) Klinik für Urologie, Universitätsklinik Freiburg, Hugstetter Straße 55, 79106 Freiburg, (2) Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM, Freiburg, (3) Institut für Klinische Pathologie Freiburg, Universitätsklinik Freiburg, Freiburg, (4) LISA Laser Products GmbH, 37191 Katlenburg-Lindau

Zeitschrift: World Journal of Urology 2020; doi: 10.1007/s00345-020-03452-0

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5271



Dokument 14Titel: Evaluierung eines biokompatiblen Dichtungsmittels zur bedarfsgerechten Reparatur von Gefäßdefekten - eine chronische Studie an einem Großtiermodell
Hintergrund: Es werden zwei chirurgische Versiegelungen zur Reparatur von Gefäßdefekten an Schweinen verglichen.
Tiere: 8 Schweine
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Für die Genehmigung werden die Tierschutzbeauftragten des Medizinischen Zentrums der Universität Freiburg und der Technischen Universität München sowie das Regierungspräsidium Freiburg angegeben.

Die acht Schweine wiegen 40-50 kg, sind also etwa 3-4 Monate alt. Die Tiere werden einer Gefäßoperation unterzogen bei der zwei verschiedene „Biokleber“ (chirurgische Versiegelungen) im selben Tier angewendet werden. Hierfür wird unter Narkose ein 2 mm langer Längsschnitt in der Halsschlagader der einen Seite und die Halsvene der anderen Seite gemacht und anschließend mit den Bioklebern versiegelt. Nach 7 Tagen werden vier und nach 5 Wochen die anderen vier Tiere unter Narkose getötet, um die Hals-Blutgefäße zu untersuchen.

Diese Studie wurde durch die TISSIUM SA, die Just Foundation, ein Kaltenbach-Promotionsstipendium und von der Deutschen Herzvereinigung unterstützt.

Bereich: Biomaterial-Forschung

Originaltitel: Evaluation of a biocompatible sealant for on-demand repair of vascular defects-a chronic study in a large animal model

Autoren: Desiree Wussler (1), Selina Kiefer (2), Susanne Naumann (3), Danilo Hackner (3), Jonathan Nadjiri (4), Stephan Meckel (5), Jörg Haberstroh (6), Rouven Kubicki (1), Andreas Seifert (7,8), Matthias Siepe (9), Peter Ewert (3), Brigitte Stiller (1), Nora Lang (1,3)*

Institute: (1) Klinik für Angeborene Herzfehler und Kinderkardiologie, Universitäts-Herzzentrum Freiburg – Bad Krozingen, Mathildenstraße 1, 79106 Freiburg, (2) Institut für Klinische Pathologie, Universitätsklinikum Freiburg, Breisacher Str. 115a, 79106 Freiburg, (3) Klinik für Kinderkardiologie und angeborene Herzfehler, Deutsches Herzzentrum München, Technische Universität München, München, (4) Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, München, (5) Klinik für Neuroradiologie, Universitätsklinikum Freiburg, Freiburg, (6) Center for Experimental Models and Transgenic Service (CEMT), Universitätsklinikum Freiburg, Freiburg, (7) CIC nanoGUNE, San Sebastian, Spanien, (8) Ikerbasque, Basque Foundation of Science, Bilbao, Spanien, (9) Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie, Universitäts-Herzzentrum Freiburg – Bad Krozingen Freiburg

Zeitschrift: Interactive CardioVascular and Thoracic Surgery 2020; 30(5): 715-723

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5270



Dokument 15Titel: Charakterisierung von natürlichen Killerzellen in Darmtumoren bei Ratten, die entweder sehr fettreiche Nahrung oder normales Futter erhalten
Hintergrund: Die Sterblichkeit an Darmkrebs nimmt durch Übergewicht und Fettleibigkeit zu. Vorhergehende Studien zeigten, dass Fettleibigkeit einhergeht mit verringerten natürlichen Killerzellen. Hier wird an normal und fettreich gefütterten Ratten untersucht, inwieweit bei Fettleibigkeit natürliche Killerzellen in Darmtumorgewebe vorkommen.
Tiere: 50 Ratten
Jahr: 2021

Versuchsbeschreibung: Die Versuche wurden vom Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt, Halle, genehmigt (Referenz-Nr. 42502-2-1200 MLU). Verwendet werden 50 sechs Wochen alte männliche Wistar-Ratten aus der Versuchstierzucht Charles River in Sulzfeld. Die Tiere werden in Einzelkäfigen gehalten. Die Ratten werden in zwei gleich große Gruppen geteilt. Eine Gruppe (Kontrollgruppe) erhält 46 Wochen lang normales, die andere fettreiches Futter, um diese Tiere künstlich fettleibig zu machen. Acht Wochen nach Beginn der Fütterung wird 12 Tieren aus der Kontrollgruppe und 11 aus der fettreich ernährten Gruppe eine krebsauslösende Substanz unter die Haut gespritzt. Dies erfolgt einmal wöchentlich für zwei Wochen, um Darmkrebs zu erzeugen. Den jeweils anderen Tieren wird anstelle der krebserregenden Substanz eine wirkungslose Kochsalzlösung gespritzt. Das Körpergewicht wird wöchentlich ermittelt. Die Tiere werden 38 Wochen nach der ersten Injektion getötet, um die Organe zu untersuchen. Die Tötung erfolgt unter Narkose durch Stich ins Herz. Die fettleibigen Tiere zeigen mehr und größere Tumore und ein geringeres Körpergewicht. Zusätzlich werden Untersuchungen an menschlichem Blut und Gewebe durchgeführt.

Die Arbeit wurde von der Dr. Werner Jackstädt-Stiftung gefördert.

Bereich: Übergewichtsforschung, Ernährungswissenschaft, Krebsforschung

Originaltitel: Characterization of natural killer cells in colorectal tumor tissue of rats fed a control diet or a high-fat diet

Autoren: Ina Bähr (1)*, O J Pörtner (1), Markus Glass (2), Henriette Doberstein (1), Vincent Goritz (1), Grit Gesine Ruth Hiller (3), Julia Spielmann (1), Heike Kielstein (1)

Institute: (1) Institut für Anatomie und Zellbiologie, Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Universitätsklinikum Halle, Große Steinstr. 52, 06108 Halle (Saale), (2) Institute of Molecular Medicine, Charles Tanford Protein Center (CTP), Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle (Saale), (3) Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle (Saale)

Zeitschrift: Annals of Anatomy 2021; 233: 151586

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5269



Dokument 16Titel: Knockout des EGF-Rezeptors in den glatten Muskelzellen der Blutgefäße verhindert im Mausmodell in vivo durch Fettleibigkeit ausgelöste vaskuläre Fehlfunktion und Nierenschaden
Hintergrund: Fettleibigkeit kann zu Diabetes Typ 2 und dadurch zu Gefäß- und Nierenschäden führen. Hier wird an Mäusen, die durch fettreiche Nahrungsgabe fettleibig gemacht werden, die Rolle eines bestimmten Rezeptors untersucht. Zusätzlich werden Untersuchungen an einer menschlichen Zelllinie durchgeführt.
Tiere: 125 Mäuse
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt und dem Veterinäramt Stadt Halle, genehmigt (Az.: 505.6.3-42502-2-1389 MLU_G; Bescheid T16/2019).

Die Versuche werden an der Zentralen Einheit der Universität Halle durchgeführt. Durch Kreuzung von Mäusen zweier Mauslinien werden bei den Nachkommen Knockout-Tiere erzeugt, denen ein bestimmter Rezeptor in den glatten Muskelzellen der Blutgefäße fehlt, dessen Bedeutung in Zusammenhang mit Diabetes Typ 2 untersucht werden soll. Diese ursprünglichen Mäuse stammen aus dem Institut für Krebsforschung in Wien und dem Max-Planck-Institut in Bad Nauheim. Verwendet werden männliche Mäuse. Die Genotypisierung, also die Untersuchung, ob der gewünschte Gendefekt vorliegt, erfolgt durch Abschneiden der Schwanzspitze. Durch Injektion von Tamoxifen (Krebsmedikament) kann in den glatten Muskelzellen der Blutgefäße ein bestimmtes Enzym aktiviert werden. Sowohl den genveränderten Mäusen als auch den Tieren der Kotrollgruppe (Wildtyp-Tiere) wird täglich fünf Tage lang Tamoxifen in den Bauchraum gespritzt. In einem Alter von sechs Wochen und ab sieben Tage nach der Tamoxifen-Injektion erhalten die Mäuse fettreiche Nahrung. Zu bestimmten Zeitpunkten werden Gewicht und Blutzucker gemessen. Auf welche Weise die Blutproben genommen werden, wird nicht erwähnt. Nach 18 Wochen ab Beginn der Fütterung fettreicher Nahrung werden die Mäuse durch Genickbruch getötet und die Organe zu Untersuchungszwecken entnommen.

Gefördert wurde die Studie von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Bereich: Diabetes-Forschung, Übergewichtsforschung, Ernährungswissenschaft

Originaltitel: Knockout of vascular smooth muscle EGF receptor in a mouse model prevents obesity-induced vascular dysfunction and renal damage in vivo

Autoren: Christian Stern, Barbara Schreier, Alexander Nolze, Sindy Rabe, Sigrid Mildenberger, Michael Gekle*

Institute: Julius-Bernstein-Institut für Physiologie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Magdeburger Straße 6, 06112 Halle (Saale)

Zeitschrift: Diabetologia 2020; 63:2218–2234. https://doi.org/10.1007/s00125-020-05187-4

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5268



Dokument 17Titel: Hepatitis E Virus: Effektivität einer Pasteurisierung plasmatischen VWF/FVIII Konzentrats beim Schwein
Hintergrund: Bluttransfusionen für den Menschen können mit Hepatitis E-Viren verunreinigt sein. Hier wird an Schweinen untersucht, ob eine Pasteurisierung der Bluttransfusionen das Virus inaktivieren kann.
Tiere: 46 Schweine
Jahr: 2021

Versuchsbeschreibung: Der Versuch wird vom Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern genehmigt (Nr. LALLF M-V/TSD/7221.3-2.1-017/13). Verwendet werden 46 Schweine der Rasse ‚Large White‘ aus einer kommerziellen Zucht. Sie werden unter Sicherheitsbedingungen der Stufe 3 gehalten. Die Schweine werden in 8 Gruppen eingeteilt. 10 Tiere dienen zusätzlich als Kontrolle.

Ein bestimmtes Plasmaprodukt wird mit Leberbestandteilen (Homogenat) eines mit Hepatitis E infizierten Wildschweins, das aus einem anderen Versuch stammt, gemischt und für unterschiedliche Zeiten pasteurisiert und die Schweine werden damit infiziert. Die Virusmischung wird dafür in eine Vene gespritzt und es wird täglich die Temperatur im After der Tiere gemessen, das Verhalten der Tiere beobachtet und auf Krankheitssymptome wie Durchfall, Erbrechen, Abgeschlagenheit, Gelbsucht, Bauchflüssigkeit und neurologische Auffälligkeiten geachtet. Alle 2-3 Tage werden Blut und Kot untersucht. Ein Schwein leidet an Erbrechen und daraus resultierend verringertem Wachstum. Die Beobachtungszeit beträgt je nach Gruppe 27 bis 92 Tage. Die infizierten Schweine werden mittels Elektrobetäubung und anschließendem Ausbluten getötet.

Bereich: Infektionsforschung, Virologie

Originaltitel: Hepatitis E virus: Efficacy of pasteurization of plasma-derived VWF/FVIII concentrate determined by pig bioassay

Autoren: Lisa Dähnert (1), Josephine Schlosser (1,2), Christine Fast (1) Andreas Fröhlich (3), Albrecht Gröner (4), Elke Lange (5), Nathan J Roth (6), Wolfram Schäfer (7), Charlotte Schröder (5), Martin Eiden (1), Martin H Groschup (1)*

Institute: (1) Institut für neue und neuartige Tierseuchenerreger (INNT), Friedrich-Loeffler-Institut, Südufer 10, 17493 Greifswald - Insel Riems, (2) Freie Universität Berlin, Institut für Immunologie (WE06) im Zentrum für Infektionsmedizin (Robert-von-Ostertag-Haus), Fachbereich Veterinärmedizin, Freie Universität Berlin, Berlin, (3) Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Institut für Epidemiologie, Greifswald - Insel Riems, (4) PathoGuard Consult, Seeheim-Jugenheim, (5) Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Abteilung für experimentelle Tierhaltung und Biosicherheit (ATB), Greifswald, (6) Global Pathogen Safety, CSL Behring AG, Bern, Schweiz, (7) Global Pathogen Safety, CSL Behring GmbH, Marburg

Zeitschrift: Transfusion 2021; 1–12. https://doi.org/10.1111/trf.16298

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5267



Dokument 18Titel: Modulation der tödlichen Infektion mit HPAIV H5N8 Clade 2.3.4.4B bei Enten, die zuvor AIV ausgesetzt wurden
Hintergrund: Ziel der Studie ist es, zu untersuchen, welche Rolle Enten bei der Verbreitung des Vogelgrippevirus spielen.
Tiere: 29 Enten (mindestens 7 Stockenten und 22 Pekingenten)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LALLF M-V) genehmigt (Registrierungsnummern LALLF MV 7221.3-1.1-025/18 und LALLF MV/TSD/7221.3-2-006/19). Sie finden im Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems (Sicherheitslabor Stufe 3) statt.

Verwendet werden sieben Stockenten als Zielgruppe, sieben Pekingenten als Infektionsgruppe sowie pro Gruppe je vier Pekingentenküken als Kontaktgruppe. Die Tiere werden von einem lokalen Züchter bzw. einer kommerziellen Entenzucht bezogen. Die Gruppen werden je in ca. 30qm großen Volieren gehalten.

Die Tiere der Ziel- und der Infektionsgruppe werden über die Nase mit einer bestimmten Variante des Vogelgrippevirus infiziert. Nach 48 Stunden werden je 4 Tiere der Kontaktgruppe als Wächtertiere zu den infizierten Tieren gesetzt. Bei den infizierten Tieren werden bis 14 Tage nach der Infizierung täglich Abstriche aus Rachen und Kloake entnommen, bei den Kontakttieren 12 Tage lang nach dem Kontakt. 1, 14, 23 und 34 Tage nach der Infizierung werden Blutproben entnommen sowie Wasser- und Kotproben gesammelt.

Von den 7 Stockenten stirbt eine. Die Pekingenten erleiden schwere Symptome wie grünen Durchfall, Zittern, Schiefhals, Kopfwackeln und Gleichgewichtsprobleme und sterben alle innerhalb von 10 Tagen. Die Pekingentenküken der Kontaktgruppen sterben unter ähnlichen Symptomen alle bis auf eins.

In einem weiteren Versuch werden nach 21 Tagen die überlebenden Tiere der Zielgruppe (6 Stockenten) und das eine überlebende Pekingentenküken der Kontaktgruppe erneut infiziert. Vier Pekingentenküken dienen ab dem zweiten Tag nach der Infektion als Wächtertiere (Kontaktgruppe), d.h. sie werden zu den infizierten Tieren gesetzt. Wiederum werden täglich Abstriche aus Rachen und Kloake entnommen. Zusätzlich werden 3 erwachsene Pekingenten infiziert, bei denen entsprechend Abstriche entnommen werden.

Die Krankheitssymptome umfassen Atembeschwerden, zerzauste Federn, Niedergeschlagenheit, Durchfall, Blaufärbung der Füße oder Schleimhäute, Ödeme an Kopf und im Gesicht oder Ängstlichkeit. Sterbende Tiere liegen meist und können nicht dazu gebracht werden, sich zu bewegen oder leiden an schwerer Kurzatmigkeit. Diese Tiere werden getötet. 34 Tage nach der Infektion werden die überlebenden Tiere unter Gasnarkose durch Durchschneiden der Halsarterie getötet und die Organe untersucht.

Die Versuche wurden durch das EU-Programm Horizon 2020 gefördert.

Bereich: Infektionsforschung, Vogelgrippeforschung

Originaltitel: Modulation of lethal HPAIV H5N8 clade 2.3.4.4B infection in AIV pre-exposed mallards

Autoren: Susanne Koethea (1), Lorenz Ulricha (1), Reiner Ulrich (2)*, Susanne Amlera, Annika Graaf (1), Timm C Harder (1), Christian Grund (1), Thomas C Mettenleiter (1), Franz J Conraths (1), Martin Beer (1), Anja Globig (1)

Institute: (1) Friedrich-Loeffler-Institut Greifswald, Südufer 10, 17493 Greifswald - Insel Riems, Greifswald, (2) Veterinärmedizinische Fakultät, Institut für Veterinär-Pathologie, Universität Leipzig

Zeitschrift: Emerging Microbes & Infections 2020; 9; DOI: https://doi.org/10.1080/22221751.2020.1713706

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5266



Dokument 19Titel: Impfung mit Prion-Peptid-präsentierenden Polyomavirus-ähnlichen Partikeln verlängert die Inkubationszeit bei Scrapie-infizierten Mäusen
Hintergrund: An Mäusen werden verschiedene Impfstoffe gegen Scrapie, eine ansteckende und tödlich verlaufende Krankheit des Gehirns bei Schafen, getestet. Dass dadurch die Tiere nicht vor der Krankheit geschützt werden, sondern Krankheitssymptome und Tod nach künstlicher Infektion nur verzögert auftreten, beschreiben die Autoren als Erfolg.
Tiere: 55 Mäuse
Jahr: 2021

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (Genehmigungsnummer LALLF M-V/TSD/7221.3-1.1-039/05). Die Herkunft der Mäuse wird nicht erwähnt.

Die Tiere werden in 11 Gruppen zu je 5 Mäusen eingeteilt. Sie erhalten 3 x im Abstand von je 3 Wochen entweder eine von 10 Varianten eines Impfstoffes gegen Scrapie unter die Haut gespritzt oder eine Pseudoimpfung (Kontrollgruppe). Scrapie ist eine ansteckende, langsam und tödlich verlaufende Krankheit des Gehirns von Schafen, die mit BSE bei Rindern und Creutzfeld-Jacob-Krankheit bei Menschen verwandt ist. Hier wird eine Variante benutzt, die in vorherigen Studien so verändert wurde, dass auch Mäuse erkranken. Zu den Zeitpunkten der Impfungen werden bei den Tieren auf nicht beschriebene Art Blutproben genommen. 7 Tage nach der letzten Impfung werden die Tiere künstlich mit Scrapie infiziert, indem ihnen Hirnmasse, die die Mäuse-Scrapie-Variante enthält, in die Bauchhöhle gespritzt wird. Der Gesundheitszustand der Mäuse wird täglich beobachtet und wöchentlich das Gewicht bestimmt. Zeigen die Tiere Krankheitssymptome wie Gewichtsverlust, Veränderung der Schwanzhaltung oder Lähmungen der Hinterbeine, werden sie auf nicht genannte Weise getötet und ihre Gehirne feingeweblich untersucht. Die scheingeimpften Kontrollmäuse sterben um den 200. Tag nach der künstlichen Infektion, bei einer Impfvariante sind die Mäuse nach 250 Tagen alle tot.

Finanziell gefördert wurde die Arbeit durch das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF).

Bereich: Infektionsforschung, Tierseuchenforschung

Originaltitel: Vaccination with prion peptide-displaying polyomavirus-like particles prolongs incubation time in scrapie-infected mice

Autoren: Martin Eiden (1)*, Alma Gedvilaite (2) , Fabienne Leidel (1,3), Rainer G. Ulrich (1), Martin H. Groschup (1)

Institute: (1) Institut für neue und neuartige Tierseuchenerreger, Friedrich-Loeffler-Institut, Südufer 10, 17493 Greifswald - Insel Riems, (2) Life Sciences Center, Institute of Biotechnology, Vilnius University, Vilnius, Litauen, (3) Task Force Tierseuchenbekämpfung, Regierungspräsidium Darmstadt, Darmstadt

Zeitschrift: Viruses 2021; 13: 811

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5265



Dokument 20Titel: Ägyptische Flughunde (Rousettus aegyptiacus) waren resistent gegen experimentelle Inokulation mit Influenza-A-Virus des Subtyps H9N2 aviären Ursprungs, aber empfänglich für eine experimentelle Infektion mit dem Fledermaus-H9N2-Virus
Hintergrund: Es wird untersucht, wie anfällig eine bestimmte Fledermausart gegenüber zwei verschiedenen Grippevirusstämmen ist.
Tiere: 20 Fledermäse (Nilflughunde)
Jahr: 2021

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche vom Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (Registrierungsnummern LVL MV TSD/7221.3-1-021/18 und LVL MV TSD/ 7221.3-2-010/18). Die Nilflughunde (Rousettus aegytiacus) entstammen der eigenen Zucht des Friedrich-Loeffler-Instituts.

Die Tiere werden in eine 8er- und 12er Gruppe aufgeteilt. 8 Tiere der zweiten Gruppe bekommen zwei Wochen vor Beginn der eigentlichen Versuche unter Narkose auf nicht näher beschriebene Weise einen Transponder in die Bauchhöhle implantiert, der die Körpertemperatur misst und an einen Monitor sendet.

Sechs Fledermäuse der ersten Gruppe werden unter Narkose mit einem Vogelgrippevirus (Influenza A Virus, Subtyp H9N2) infiziert, indem ihnen eine das Virus enthaltene Flüssigkeit in beide Nasenlöcher sowie in den Mund gespritzt wird. Ebenfalls sechs (alle mit Transponder versehene) Tiere der zweiten Gruppe bekommen über dieselbe Art und Weise eine Flüssigkeit mit einem Virusstamm eingegeben, der bereits bei dieser Fledermausart gefunden wurde. Zwei Flughunde der ersten Gruppe werden scheininfiziert, indem sie nur Flüssigkeit ohne Virus eingegeben bekommen. Nach der Behandlung werden sie getrennt von den infizierten Tieren gehalten. 24 Stunden nach der Infektion kommen je zwei infizierte und nicht infizierte Fledermäuse der zweiten Gruppe zusammen in einen Käfig.

Alle zwei Tage werden alle Tiere zur Bestimmung von Körpertemperatur und Gewicht, sowie zur Entnahme von Tupferproben aus Mund und After eingefangen. Zusätzlich wird auf Anzeichen für eine Infektion wie Appetitverlust oder Mattigkeit geachtet. Kein Tier zeigt solche Symptome. Nach 7 Tagen (je 2 infizierte und nichtinfizierte Tiere) bzw. 21 Tagen (restliche Flughunde beider Gruppen) werden die Fledermäuse auf nicht beschriebene Weise getötet und verschiedene Organe für weitere Untersuchungen entnommen.

Finanziell unterstützt wurde diese Arbeit von VetBioNet und der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Bereich: Infektionsforschung, Vogelgrippeforschung, Virologie, Tierseuchenforschung

Originaltitel: Egyptian fruit bats (Rousettus aegyptiacus) were resistant to experimental inoculation with avian-origin Influenza A virus of subtype H9N2, but are susceptible to experimental infection with bat-borne H9N2 virus

Autoren: Nico Joel Halwe (1), Marco Gorka (1), Bernd Hoffmann (1), Melanie Rissmann (2), Angele Breithaupt (3), Martin Schwemmle (4,5), Martin Beer (1), Ahmed Kandeil (6), Mohamed A. Ali (6), Ghazi Kayali (7,8), Donata Hoffmann (1),* Anne Balkema-Buschmann (2)

Institute: (1) Institut für Virusdiagnostik, Friedrich-Loeffler-Institut, Südufer 10, 17493 Greifswald - Insel Riems, (2) Institut für neue und neuartige Tierseuchenerreger, Friedrich-Loeffler-Institut, Greifswald - Insel Riems, (3) Abteilung für experimentelle Tierhaltung und Biosicherheit, Friedrich-Loeffler-Institut, Greifswald - Insel Riems, (4) Institut für Virologie, Universitätsklinikum Freiburg, Freiburg, (5) Medizinische Fakultät, Universität Freiburg, Freiburg, (6) Center of Scientific Excellence for Influenza Viruses, National Research Centre, Gizeh, Ägypten, (7) Department of Epidemiology, Human Genetics and Environmental Sciences, University of Texas Health Sciences Center, Houston, USA, (8) Human Link, Dubai, Vereinigte Arabische Emirate

Zeitschrift: Viruses 2021; 13: 672

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5264



Dokument 21Titel: Ungezielte Metabolomanalyse kombiniert mit multivarianter Statistik zeigt deutliche Stoffwechselveränderungen bei mit GPR40-Agonisten behandelten Tieren im Zusammenhang mit dem Gallensäurestoffwechsel
Hintergrund: Die hier getesteten Substanzen sind eigentlich beim Menschen zur Therapie von Diabetes eingesetzt worden, führten aber in klinischen Studien zu Leberschäden. Die Ursache für diese Nebenwirkung soll jetzt in dieser Studie an Ratten, Hunden und Mäusen ergründet werden.
Tiere: 46 Tiere verschiedener Arten (18 Ratten, 13 Hunde (Marshall Beagle), 15 Mäuse)
Jahr: 2021

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium in Tübingen genehmigt. Die Versuche finden offensichtlich bei Boehringer Ingelheim in Biberach statt. Die Herkunft der Tiere wird nicht erwähnt.

Die Studie besteht aus zwei Versuchsreihen. Im ersten Versuch bekommen männliche Ratten und Hunde 28 Tage lang eine Testsubstanz täglich mit einer Schlundsonde direkt in den Magen eingegeben. 10 Ratten bekommen eine hohe Konzentration eingegeben, von der man aus Vorversuchen weiß, dass sie zu Vergiftungserscheinungen bei den Tieren führt. 8 Ratten erhalten eine unschädliche Flüssigkeit. 5 Beagle erhalten eine hohe Dosis und 3 eine mittlere Dosis der Substanz. 5 weitere Beagle dienen als Kontrolle und bekommen eine wirkungslose Flüssigkeit eingegeben. Nach den 4 Wochen werden alle Tiere auf nicht beschriebene Weise getötet und Blutproben genommen.

Im zweiten Versuch erhalten 6 männliche Mäuse über 14 Tage hochdosiert eine zweite Testsubstanz, ebenfalls über eine Schlundsonde. 9 Tiere bekommen eine wirkungslose Flüssigkeit eingegeben. Sie werden nach 14 Tagen auf nicht genannte Weise getötet und Blutproben genommen.

Die Arbeit wurde finanziell von Boehringer Ingelheim Pharma GmbH KG unterstützt.

Bereich: Toxikologie, Diabetesforschung

Originaltitel: Untargeted metabolomic analysis combined with multivariate statistics reveal distinct metabolic changes in GPR40 agonist-treated animals related to bile acid metabolism

Autoren: Hannes Doerfler (1)*, Dana-Adriana Botesteanu (2), Stefan Blech (1), Ralf Laux (1)

Institute: (1) Abteilung für Arzneimittelstoffwechsel & Pharmakokinetik, Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, Birkendorfer Str. 65, 88400 Biberach an der Riß, (2) Department of Drug Discovery Sciences, Boehringer Ingelheim RCV GmbH & Co KG, Wien, Österreich

Zeitschrift: Frontiers in Molecular Bioscience 2021; 7: 598369

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5263



Dokument 22Titel: IL36 ist ein kritischer, vorgelagerter Verstärker der neutrophilen Lungenentzündung bei Mäusen
Hintergrund: Interleukin-36 ist ein Botenstoff, der bekanntermaßen beim Menschen eine wichtige Rolle bei akuten und chronischen Entzündungen spielt. Hier wird diese Funktion an verschiedenen „Tiermodellen“ nachvollzogen.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)(sehr viele)
Jahr: 2021

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche vom Regierungspräsidium Tübingen (Genehmigungsnummern TVV 12-009-G, 14-016-G, 35/9185.81-8). Mäuse verschiedener Stämme, sowie Mäuse mit Immundefekten werden von Janvier Laboratories oder Charles River (Sulzfeld und USA) bezogen. Die Tiere werden in 5er-Gruppen gehalten.

Einem Teil der Tiere wird in Narkose über einen Schlauch eine Flüssigkeit in die Luftröhre gespritzt. Diese enthält entweder eine Substanz, die vergleichbar mit einer Virusinfektion das körpereigene Abwehrsystem aktiviert oder eine Substanz, die bei Entzündungsreaktionen von Bedeutung ist. Zu mehreren Zeitpunkten innerhalb von 48 Stunden (Substanz 1) bzw. von 4 Stunden (Substanz 2) werden die Mäuse auf nicht genannte Weise getötet und bei einem Teil der Tiere eine Lungenspülung durchgeführt, d.h. in die Bronchien der Mäuse wird Kochsalzlösung eingespritzt und diese danach wieder zur weiteren Untersuchung abgesaugt.

Eine Gruppe von Mäusen wird in eine Box gesetzt und über einen Verdampfer wird 30 Minuten lang ein bakterielles Endotoxin eingeleitet. Endotoxine sind Bestandteile der Bakterienzellwand, die beim Menschen zu Fieber und Entzündungsreaktionen führen. Zu verschiedenen Zeitpunkten innerhalb von 2,5 Tagen werden die Tiere auf nicht genannte Weise getötet und eine Lungenspülung wird durchgeführt.

Eine andere Gruppe von Mäusen wird 1-3 Wochen lang an 5 Tagen pro Woche in eine Box gesetzt, in die entweder Raumluft oder Zigarettenqualm (Roth-Händle ohne Filter, 4-5 Zigaretten pro Tag) geleitet wird. 19 Stunden nach der letzten „Behandlung“ werden die Tiere mit einer Überdosis Narkosemittel getötet und eine Lungenspülung durchgeführt.

Mäuse mit zuchtbedingt geschwächtem Immunsystem oder gesunde Geschwistertiere werden über zwei Wochen lang derselben Behandlung (Raumluft oder Zigarettenqualm) unterzogen. Die Tiere, die den Qualm einatmen müssen, werden am 7. Tag in Narkose gelegt und über die Nase mit Grippeviren infiziert. Ob diese Tiere auch getötet werden, wird nicht beschrieben, davon ist aber auszugehen. Nach dem Töten der Tiere werden die Lungen für weitere Untersuchungen entfernt.

Mehrere Mäuse werden durch eine Überdosis Narkosemittel getötet, um Knochenmark oder Lungen für weitere Untersuchungen zu entnehmen.

Zusätzlich zu den Tierversuchen werden Blut- und Gewebeproben von Humanpatienten für verschiedene Tests verwendet.

Bereich: Lungenforschung, Entzündungsforschung

Originaltitel: IL36 is a critical upstream amplifier of neutrophilic lung inflammation in mice

Autoren: Carolin K. Koss (1,2), Christian T. Wohnhaas (1,2), Jonathan R. Baker (3), Cornelia Tilp (1), Michèl Przibilla (1), Carmen Lerner (1), Silvia Frey (1), Martina Keck (1), Cara M. M. Williams (1,5), Daniel Peter (1), Meera Ramanujam (4), Jay Fine (4), Florian Gantner (1,2), Matthew Thomas (1), Peter J. Barnes (3), Louise E. Donnelly (3), Karim C. El Kasmi (1)*

Institute: (1) Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co KG, Birkendorfer Str. 65, 88400 Biberach an der Riß, (2) Fachbereich Biologie, Universität Konstanz, Konstanz, (3) Airway Disease, National Heart and Lung Institute, Imperial College London, London, Großbritannien, (4) Boehringer Ingelheim Pharmaceuticals Inc., Ridgefield, USA, (5) WRDM, Inflammation and Immunology Research Unit, Pfizer, Cambridge, USA

Zeitschrift: Communications Biology 2021; 4: 172

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5262



Dokument 23Titel: Protein Kinase D2 treibt den Chylomikron-vermittelten Lipidtransport im Darm an und fördert Fettleibigkeit
Hintergrund: An Mäusen mit Gendefekten wird nach möglichen Behandlungszielen für Fettleibigkeit gesucht.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2021

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche von der Regierung in Unterfranken (Nummer AK 55.2-2531.01-124/13 und 55.2-2532-2-741). Mäuse mit bestimmten Genmutationen werden vom Jackson Laboratory bezogen. Außerdem werden durch Kreuzungen verschiedener Mäusestämme mit Gendefekten Mäuse gezüchtet, denen im Darm ein spezielles Enzym fehlt. In den Versuchen werden nur männliche Mäuse verwendet. Das Gewicht wird wöchentlich bestimmt. Ab einem Alter von 4 Wochen bekommen die Mäuse täglich über mehrere Wochen über eine Magensonde entweder eine Testsubstanz oder Wasser eingegeben.

Zur Messung von Energieverbrauch, Nahrungsaufnahme und Aktivität werden die Tiere in einen sogenannten Stoffwechselkäfig mit Zugang zu Wasser und Futter gehalten. Nach einer Eingewöhnung von 48 Stunden werden alle 10 Minuten über einen nicht genannten Zeitraum Messungen durchgeführt bezüglich Sauerstoffverbrauch, Kohlendioxidabgabe, sowie Futter- und Wasserverbrauch.

Es werden verschiedene Tests bezüglich Zucker- und Fettstoffwechsel durchgeführt. Dafür müssen die Mäuse über Nacht oder mehrere Stunden fasten, bekommen dann Glukose (Zucker) oder Insulin in die Bauchhöhle gespritzt und kurz vor bzw. zu mehreren bestimmten Zeitpunkten nach der Injektion wird den Mäusen ein Stück der Schwanzspitze abgeschnitten, um eine Blutprobe zu erhalten. Andere Mäuse werden einzeln gehalten und bekommen nach mehrstündigem Fasten Olivenöl mit einer Magensonde verabreicht, teilweise in Verbindung mit einer in die Bauchhöhle gespritzten Testsubstanz. Auch bei ihnen werden über das Abschneiden der Schwanzspitze Blutproben genommen, außerdem wird ihr Kot zur weiteren Untersuchung eingesammelt. Die Mäuse werden zu nicht genannten Zeitpunkten durch Genickbruch getötet.

Zusätzlich zu den Versuchen werden aus Dünndarmproben von Mäusen Darmorganoide (dreidimensionale Mini-Därme) hergestellt, um an ihnen verschiedene Untersuchungen durchzuführen. Es wird zwar nicht erwähnt, aber es ist davon auszugehen, dass zur Gewinnung der Dünndarmproben ebenfalls Mäuse getötet werden.

Außerdem werden von übergewichtigen Humanpatienten Blutproben genommen.

Die Studie wurde finanziell unterstützt vom Europäischen Forschungsrat (ERC), der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der European Molecular Biology Organization (EMBO), der Max-Planck-Gesellschaft, dem Nationalen Wissenschaftszentrum, dem Ministerium für Wissenschaft und Hochschulwesen (MNiSW) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Bereich: Diabetesforschung, Übergewichtsforschung

Originaltitel: Protein Kinase D2 drives chylomicron-mediated lipid transport in the intestine and promotes obesity

Autoren: Jonathan Trujillo-Viera (1), Rabih El-Merahbi (1), Vanessa Schmidt (1), Till Karwen (1), Angel Loza-Valdes (2), Akim Strohmeyer (3,4,5), Saskia Reuter (1), Minhee Noh (1) , Magdalena Wit (2) , Izabela Hawro (2), Sabine Mocek (3,4,5), Christina Fey (6), Alexander E Mayer (1), Mona C. Löffler (1), Ilka Wilhelmi (7,8), Marco Metzger (6), Eri Ishikawa (9,10), Sho Yamasaki (9,10), Monika Rau (11), Andreas Geier (11), Mohammed Hankir (12) , Florian Seyfried (12), Martin Klingenspor (3,4,5), Grzegorz Sumara (1,2)*

Institute: (1)* Rudolf-Virchow-Zentrum, Center for Integrative and Translational Bioimaging, Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Josef-Schneider-Str. 2, 97080 Würzburg, (2) Nencki Institute of Experimental Biology, Polish Academy of Sciences, Warszawa, Polen, (3) Lehrstuhl für Molekulare Ernährungsmedizin, Technische Universität München, TUM School of Life Sciences, Freising, (4) Else Kröner-Fresenius-Zentrum für Ernährungsmedizin (EKFZ), Technische Universität München, München, (5) ZIEL - Institute for Food & Health, Technische Universität München, Freising, (6) Fraunhofer Institut für Silicatforschung (ISC), Fraunhofer Translationszentrum für Regenerative Therapien, Würzburg, (7) Abteilung Experimentelle Diabetologie, Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke, Nuthetal, (8) Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (DZD), Neuherberg, (9) Molecular Immunology, Research Institute for Microbial Diseases (RIMD), Osaka University, Suita, Japan, (10) Molecular Immunology, Immunology Frontier Research Center (IFReC), Osaka University, Suita, Japan, (11) Leberzentrum, Medizinische Klinik II, Universitätsklinikum Würzburg, Würzburg, (12) Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Transplantations-, Gefäß- und Kinderchirurgie, Universitätsklinikum Würzburg, Würzburg

Zeitschrift: EMBO Molecular Medicine 2021; 13: e13548

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5261



Dokument 24Titel: Posttraumatische Lerndefizite korrelieren mit der initialen Traumaschwere und chronischen zellulären Reaktionen nach geschlossener Kopfverletzung bei männlichen Mäusen
Hintergrund: Hirntrauma bei Mäusen führt zu Defiziten im Lernverhalten und zu Gewebeschäden im Gehirn.
Tiere: 39 Mäuse
Jahr: 2021

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche beim Regierungsbezirk Unterfranken (Genehmigungsnummer 55.2.-2532-2-162). Die männlichen Mäuse bekommen unter Narkose mit einer großen Kanüle einen Mikrotransponder unter die Nackenhaut implantiert. Vier Wochen später wird den Tieren unter Narkose die Kopfhaut aufgeschnitten und der Experimentator fixiert den Kopf des Tieres mit zwei Fingern. Es wird ein Schädeltrauma verursacht, indem aus 6 cm Höhe ein 95 g schweres, mit einer stumpfen Spitze versehenes Gewicht auf den Kopf der Tiere fallen gelassen wird. Das entspricht in etwa dem 4fachen Wert des eigenen Körpergewichts. Üblicherweise erfolgt die Fixierung des Kopfes mit einem sogenannten stereotaktischen Rahmen. Hier soll aber „eine leichte Bewegung während des Traumas ermöglicht werden“. Nach Auslösen des Traumas wird die Schädeldecke auf Knochenbrüche hin untersucht und die Haut zugenäht. Ein Teil der Tiere wird „scheinoperiert“, d.h. Narkose und Aufschneiden der Schädelhaut erfolgt, aber kein Trauma. Eine Stunde nach dem Trauma wird der Schweregrad von neurologischen Schäden anhand eines Punkteschemas beurteilt. Kriterien sind dabei die Körperposition in Ruhe und beim Anheben des Schwanzes, sowie normale und krankhafte Spontanbewegungen.

Vier bis acht Wochen nach der Verletzung werden verschiedene Verhaltenstests durchgeführt. Als Gedächtnistest sind in einem Käfig alle vier Ecken mit Türen verschlossen. Um an sich dahinter befindliche Wasserflaschen zu gelangen, müssen die Mäuse lernen, die Türen mit Nasenstupsern zu öffnen. Die Anzahl und Dauer der Eckenbesuche, Nasenstupser und Lecken des Wassers werden registriert.

Beim „Plus-Labyrinth-Test“ werden die Mäuse an zwei aufeinander folgenden Tagen für jeweils 5 Minuten auf eine Plattform gesetzt, von der vier 50 cm lange und 10 cm breite Gänge abgehen, zwei davon sind nach oben geschlossen. Das Labyrinth ist (bis auf die verschlossenen Gänge) hell erleuchtet. Bevorzugt die Maus die dunklen Gänge, gilt das als ängstliches Verhalten. Im „Open-Field-Test“ wird die Maus für 10 Minuten in eine nach oben offene, hell erleuchtete Box gesetzt. Die Bewegung des Tieres wird beobachtet, ebenso, wie oft sie sich im inneren und äußeren Bereich der Fläche aufhält. Über diesen Test, der am nächsten Tag wiederholt wird, soll die Reaktion der Tiere auf eine unbekannte Umgebung analysiert werden.

Beim Pfoten-Präferenztest müssen die Mäuse 12 Stunden hungern, bevor sie in hell erleuchtete Kammern aus Plexiglas gesetzt werden. An der Vorderseite befindet sich ein Glasröhrchen, das mit gesüßten Haferflocken gefüllt ist. Die Tiere „dürfen“ 50 Mal nach dem Futter greifen, wobei die Anzahl der Eintritte der linken Pfote gemessen werden.

12 Wochen nach dem Trauma werden die Mäuse mit Kohlendioxid getötet und ihre Gehirne für weitere Untersuchungen entfernt.

Die Arbeit wird finanziell unterstützt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Interdisziplinären Klinischen Forschungszentrum (IZKF) Würzburg.

Bereich: Traumatologie, Neuropathologie

Originaltitel: Posttraumatic learning deficits correlate with initial trauma severity and chronic cellular reactions after closed head injury in male mice

Autoren: Simon Lopez-Caperuchipi (1), Lydia Kürzinger (1,2), Sarah Hopp-Krämer (1), Christiane Albert-Weißenberger (1,2,4), Mila M. Paul (1,2,3), Anna-Leena Sirén (1)*, Christian Stetter (1)

Institute: (1) Neurochirurgische Klinik und Poliklinik, Universitätsklinikum Würzburg, Josef-Schneider-Str. 11, Haus B1, 97080 Würzburg, (2) Lehrstuhl für Physiologie – Schwerpunkt Neurophysiologie, Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Würzburg, (3) Klinik und Poliklinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Würzburg, Würzburg, (4) Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung, Würzburg

Zeitschrift: Experimental Neurology 2021; 341: 113721

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5260



Dokument 25Titel: Hämatologische und chemische Profile in einem Schweinemodell eines schweren multiplen Traumas
Hintergrund: Veränderungen der Blut- und Urinwerte von Schweinen, die einem multiplen Trauma ausgesetzt sind, werden untersucht, um Referenzwerte für zukünftige Tierversuche zu bestimmen.
Tiere: 16 Schweine
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden unter der Nummer AZ 81-02.04.2017.A412 vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) genehmigt. Die Versuche finden am Institut für Versuchstierkunde, RWTH Aachen, statt. Es werden 16 männliche junge Schweine im Alter von 12-16 Wochen verwendet. Die Tiere stammen von der Heinrichs GbR, Heinsberg. Unter Narkose wird den Tieren ein Dialyse-Katheter für den späteren Blutungsschock in die linke Oberschenkelvene eingeführt. Ein Katheter für die Blutdrucküberwachung wird in die linke Oberschenkelarterie eingeführt. Weiterhin wird ein Urinkatheter in die Harnblase gelegt. Nach zwei Stunden werden zwei Gruppen zu je 8 Schweinen gebildet: Trauma-Gruppe und Kontroll-Gruppe. Die Schweine der Trauma-Gruppe werden auf ihre rechte Seite gelegt und ein Bolzenschussgerät mit einer befestigten Bleiplatte wird an die Brust angelegt und abgeschossen, um eine Lungenquetschung hervorzurufen. Eine Metallplatte wird auf das Schienbein gelegt und das Bolzenschussgerät wird dagegen geschossen, um das Schienbein zu brechen. Danach wird ca. 40% des gesamten Bluts der Tiere durch den Dialyse-Katheter entnommen, um einen Blutungsschock zu erzeugen, der für 90 Minuten, ggf. durch zusätzliche Blutentnahmen aufrechterhalten wird.

Danach werden die Schweine wiederbelebt, indem das entzogene Blut und eine Elektrolytlösung wieder in die Tiere infundiert werden. Das gebrochene Schienbein wird durch ein Fixiergerät stabilisiert, das mittels mehrerer Schrauben und Metallstangen am Schienbein befestigt wird. Die Schweine der Kontroll-Gruppe werden auf die gleiche Weise wie die der Trauma-Gruppe betäubt und bekommen die gleichen Katheter, bei ihnen werden aber keine Traumata hervorgerufen.

Die Tiere werden über 72 Stunden künstlich beatmet und ihre Liegeposition (rechts und links) wird alle 6-8 Stunden gewechselt. Sie bekommen weiterhin eine Elektrolytlösung und ihre Körpertemperatur wird mittels eines Warmluftgebläses konstant gehalten. Es werden zu verschiedenen Zeitpunkten Blut- und Urinproben genommen. Ein kleiner Schnitt wird in die Bauchdecke gemacht und bei jeder Probenentnahme wird ein kleines Stück der Leber herausgeschnitten und entnommen. Das weitere Schicksal der Tiere wird nicht erwähnt.

Diese Arbeit wurde von der PAION AG (Aachen) finanziell unterstützt.

Bereich: Traumatologie, Versuchstierkunde

Originaltitel: Hematological and chemical profiles in a porcine model of severe multiple trauma

Autoren: Weijun Guo (1,2)*, Felix Marius Bläsius (1), Johannes Greven (1)*, Peng Luo (1,2), Weikang Wang (1), Cavan Lübke (3), Tim-Philipp Simon (3), Philipp Kobbe (1), René Tolba (4), Frank Hildebrand (1), Klemens Horst (1)

Institute: (1) Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Uniklinik RWTH Aachen, Pauwelsstraße 30, 52072 Aachen, (2) The Second Affiliated Hospital and Yuying Children's Hospital of Wenzhou Medical University, Wenzhou, China, (3) Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care, Uniklinik RWTH Aachen, Aachen, (4) Institut für Versuchstierkunde, RWTH Aachen, Aachen

Zeitschrift: European Surgical Research 2020; 61(2-3): 83-94

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5259



Dokument 26Titel: AntimiR-21 verhindert Myokardfunktionsstörungen bei einem Schweinemodell mit Minderdurchblutung/Reperfusionsschaden
Hintergrund: Die Anwendbarkeit und therapeutische Wirksamkeit eines Wirkstoffs wird in einem „Schweinemodell“ für Herzinfarkt getestet.
Tiere: 18 Schweine
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden unter den Nummern AZ 55.2.-1-54-2532-26-09, 141-11 und 62-13 von der Regierung von Oberbayern genehmigt. Die Versuche finden im Walter Brendel Centre of Experimental Medicine (WBex) an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München statt. Es werden 10 männliche und 8 weibliche Schweine verwendet. Die Tiere stammen aus der tierärztlichen Fakultät der LMU in Oberschleißheim. Die Schweine werden in Narkose gelegt. Ein Katheter wird durch die Halsschlagader bis zur linken Herzkammer geführt. Bei 13 Schweinen wird ein Ballon-Katheter in die linke Herzkranzarterie eingeführt und für eine Stunde aufgeblasen, sodass der Blutfluss durch das Gefäß verhindert wird. Dadurch wird ein Herzinfarkt erzeugt. Ein Kontrastmittel wird durch den Katheter eingegeben, um die Durchblutung in der Herzkranzarterie zu überwachen.

5 und 19 Tage nach dem künstlichen Herzinfarkt wird 6 Tieren eine wirkungslose Substanz und 7 Tieren eine Testsubstanz über einen Katheter in die verletzte Herzkranzarterie eingegeben. Ein Herzschrittmacher-Katheter wird in die rechte Herzkammer eingeführt, um die Herzschlagrate zu erhöhen. 33 Tage nach dem ersten Eingriff wird den Tieren unter erneuter Narkose die Brust aufgeschnitten, der Herzbeutel entfernt und je zwei Kristalle werden neben der Verletzung an der Herzkranzarterie sowie an einem entfernten Ort am Herzen implantiert, um bestimmte Messgrößen bei verschiedenen Herzschlagrhythmen zu messen. Direkt danach werden die Schweine auf nicht genannte Weise getötet, um ihre Herzen für weitere Untersuchungen zu entnehmen.

Diese Arbeit wurde von dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), dem m4 - the Munich Biotech Cluster, dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Europäischen Union finanziell unterstützt.

Bereich: Herz-Kreislauf-Chirurgie, Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel: AntimiR-21 prevents myocardial dysfunction in a pig model of ischemia/reperfusion injury

Autoren: Rabea Hinkel (1,2,3,4), Deepak Ramanujam (4,5), Veronika Kaczmarek (1,2), Andrea Howe (1,2), Katharina Klett (1,2), Christina Beck (4,5), Anne Dueck (4,5), Thomas Thum (6), Karl-Ludwig Laugwitz (1,4), Lars Maegdefessel (4,7), Christian Weber (2,4,8), Christian Kupatt (1,4), Stefan Engelhardt (4,5)*

Institute: (1) Medizinische Klinik und Poliklinik, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, München, (2) Institut für Prophylaxe und Epidemiologie der Kreislaufkrankheiten, Ludwigs-Maximilians-Universität München, München, (3) Deutsches Primatenzentrum GmbH, Leibnitz-Institut für Primatenforschung, Abteilung Versuchstierkunde, Göttingen, (4) Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), Standort München, München, (5) Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Technische Universität München, Biedersteiner Strasse 29, 80802 München, (6) Institut für Molekulare und Translationale Therapiestrategien, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, (7) Gefäßambulanz / Gefäßzentrum, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, München, (8) Cardiovascular Research Institute Maastricht, Maastricht University, Maastricht

Zeitschrift: Journal of the American College of Cardiology 2020; 75(15): 1788-1800

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5258



Dokument 27Titel: Etablierung eines Challenge-Modells für die Infektion mit dem Schafpocken-Virus
Hintergrund: Zwei Infektionsrouten und zwei Virusstämme der Pockenseuche der Schafe werden an Schafen getestet, um ein „Challenge-Modell“ für die tierexperimentelle Erforschung des Virus zu etablieren. ?
Tiere: 16 Schafe
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden unter der Nummer M-V/TSD/7221.3-2-004/18 vom Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) Mecklenburg-Vorpommern, Rostock, genehmigt. Die Versuche finden am Friedrich-Loeffler-Institut statt. Es werden 16 drei Monate alte männliche Schafe verwendet. Die Herkunft der Tiere wird nicht genannt. Die Schafe werden in zwei Gruppen zu je 8 Tieren eingeteilt: die erste Gruppe wird mit einem aus kranken Schafen in Indien isolierten Virus infiziert, die zweite Gruppe wird mit einem ähnlichen Virus aus Ägypten infiziert. Beide Viren verursachen die Pockenseuche der Schafe. Drei Tiere aus jeder Gruppe werden mit dem entsprechenden Virus intravenös injiziert, bei drei weiteren Tieren wird das Virus in die Nase gesprüht und die restlichen zwei Tiere aus jeder Gruppe werden nicht direkt mit dem Virus infiziert, aber gemeinsam mit den infizierten Schafen der jeweiligen Gruppe gehalten (Kontakt-Tiere). In den nächsten 28 Tagen werden insgesamt 10 Mal Blutproben sowie Mund- und Nasenabstriche genommen. Täglich wird die Temperatur der Schafe gemessen und sie werden auf das Auftreten von Krankheitssymptome beobachtet. Treten bestimmte schwere Symptome auf, werden die entsprechende Tiere auf nicht genannte Weise getötet.

Alle Tiere bis auf eins entwickeln 3-6 Tage nach der Infektion Fieber, das bis zum Ende des Versuchs anhält. Bei fast allen Schafen treten Augen- und teilweise blutiger Nasenausfluss, Bauchatmung, Atmungsgeräusche, Hautknoten und Hautwunden auf. Ein mit dem indischen Virus infiziertes Schaf stirbt 7 Tage nach der Infektion, die anderen 5 Tiere werden 10 bis 27 Tage nach der Infektion wegen des sehr schlechten Gesundheitszustands getötet. Aus der mit dem ägyptischen Virus infizierten Gruppe werden 6 Schafe 14-28 Tage nach der Infektion „aus ethischen Gründen“ getötet. 28 Tage nach der Infektion werden die 4 noch lebenden Tiere auf nicht genannte Weise getötet, ihre Lymphknoten, Leber, Milz und Lunge werden für weitere Analysen entnommen.

Diese Arbeit wurde von Zoetis, Olot (Spanien), EU Horizon 2020 und dem Friedrich-Loe?er-Institut finanziell unterstützt.

Bereich: Tierseuchenforschung, Nutztierwissenschaften

Originaltitel: Establishment of a challenge model for sheeppox virus infection

Autoren: Janika Wolff (1), Sahar Abd El Rahman (2), Jacqueline King (1), Mohamed El-Beskawy (3), Anne Pohlmann (1), Martin Beer (1), Bernd Hoffmann (1)*

Institute: (1) Institut für Virusdiagnostik (IVD), Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Südufer 10, Insel Riems,17493 Greifswald, (2) Mansoura University, Mansoura, Ägypten, (3) Matrouh University, Matrouh, Ägypten

Zeitschrift: Microorganisms 2020; 8(12): 2001. doi: 10.3390/microorganisms8122001

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5257



Dokument 28Titel: Die Dezellularisierung in Kombination mit der enzymatischen Entfernung von N-verknüpften Glykanen und restlicher DNA verringert die Entzündungsreaktion und verbessert die Leistung von xenogenen Pulmonalklappen von Schweinen in einem In-vivo-Modell am Schaf
Hintergrund: Fünf Methoden Schweine-Herzklappen in Schafe zu übertragen (sog. Xenotransplantation) werden untersucht und ausgewertet. Die Schafe werden als „Modell“ ausgewählt, da die Xenotransplantation von Schweine-Herzklappen in Schafe viel einfacher ist als in Menschen.
Tiere: 19 Schafe
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden unter der Nummer 14/1527 vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) genehmigt. 49 Schweineherzen werden von einem lokalen Schlachthof bezogen. Die Herzklappen werden abgeschnitten und mit verschiedenen Reagenzien bearbeitet, um die Schweinezellen vom Klappengerüst abzulösen. Es werden 19 weibliche Schafe verwendet. Die Herkunft der Tiere wird nicht genannt. Die Schafe werden in 6 Gruppen zu je 3 Tieren geteilt (eine Gruppe enthält 4 Schafe). Die Schafe werden in Narkose gelegt, ihr Brustkorb wird geschoren und links aufgeschnitten. Mittels zweier Schläuche, die in die Halsvene und Halsarterie eingeführt werden, werden die Tiere an einer Herz-Lungen-Maschine angeschlossen, die die Funktionen des Herzens und der Lunge während der OP übernimmt. Bei 5 Gruppen von Schafen werden Schweine-Herzklappen implantiert, die zuvor unterschiedlich behandelt wurden. 3 Schafen wird ein eigenes Gewebestück implantiert (Kontroll-Gruppe). Eine Sonde wird durch den Mund bis zum Brustbereich der Schafe geführt, um eine Herz-Ultraschall-Untersuchung vorzunehmen. Ein Tier stirbt während der OP durch Herzrhythmusstörungen. Sechs Monate nach der Transplantation wird unter erneuter Narkose eine Herz-Ultraschall-Untersuchung durchgeführt und die Tiere werden auf nicht genannte Weise getötet. Die Herzen werden entnommen und untersucht. Drei Schafe weisen eine massiv ausgeweitete Lungenschlagader auf.

Diese Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziell unterstützt.

Bereich: Xenotransplantationsforschung, Herz-Kreislauf-Chirurgie

Originaltitel: Decellularization combined with enzymatic removal of N-linked glycans and residual DNA reduces inflammatory response and improves performance of porcine xenogeneic pulmonary heart valves in an ovine in vivo model

Autoren: Robert Ramm (1), Tobias Goecke (1,2), Karolina Theodoridis (1), Klaus Hoeffler (2), Samir Sarikouch (2), Katja Findeisen (1), Anatol Ciubotaru (2,3), Serghei Cebotari (1,2), Igor Tudorache (1,2), Axel Haverich (1,2), Andres Hilfiker (1,2)*

Institute: (1) Leibniz Forschungslaboratorien für Biotechnologie und künstliche Organe (LEBAO), Medizinische Hochschule Hannover (MHH), Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover, (2) Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie (HTTG), Medizinische Hochschule Hannover (MHH), Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover, (3) Cardiac Surgery Center, State Medical and Pharmaceutical University, Chisinau, Moldova

Zeitschrift: Xenotransplantation 2020; 27(2): e12571. doi: 10.1111/xen.12571

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5256



Dokument 29Titel: Reparatur der Rotatorenmanschette mit autologen Tenozyten und biologisch abbaubarem Kollagengerüst: eine histologische und biomechanische Studie an Schafen
Hintergrund: Die Eignung eines Kollagengerüsts, besiedelt mit eigenen Sehnenzellen als Implantat bei Schultersehnenrissen, wird an Schafen untersucht.
Tiere: 24 Schafe (Merino-Schafe)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden unter der Nummer 55.2-1-54-2531-07-10 von einer nicht genannten Landesbehörde genehmigt. Es werden 24 Merino-Schafe im durchschnittlichen Alter von 3,5 Jahren verwendet. Die Herkunft der Tiere wird nicht genannt. Die Schafe werden in drei Gruppen von je 8 Tieren aufgeteilt. Die Schafe der Gruppe 3 werden in Narkose gelegt, die Haut über dem rechten Knie wird aufgeschnitten und ein 0,5 x 4 cm langes Stück der Kniescheibensehne wird entnommen und die Wunde geschlossen. Zwei Wochen später wird diesmal bei allen Tieren unter (erneuter) Narkose die Haut über dem rechten Schulterblatt aufgeschnitten. Ein 3,5 cm langes und 1,5 cm breites Stück der Schultersehne wird neben dem Oberarmknochen herausgeschnitten und entfernt. Die Schafe der Gruppe 1 dienen als Kontroll-Gruppe und werden nicht weiter behandelt. Den Schafen der Gruppe 2 wird ein Kollagengerüst in die verletzte Sehne implantiert. Die Schafe der 3. Gruppe bekommen ebenfalls ein Kollagengerüst, das aber zuvor mit ihren eigenen, aus der Kniescheibensehne gewonnenen Zellen besiedelt wurde. 12 Wochen nach der OP werden alle Schafe auf nicht genannte Weise getötet und ihre Vorderbeine werden für weitere Untersuchungen entnommen.

Diese Arbeit wurde von der B. Braun Melsungen AG. finanziell unterstützt.

Bereich: Biomaterialforschung, Unfallmedizin, Orthopädie

Originaltitel: Rotator cuff repair with autologous tenocytes and biodegradable collagen scaffold: a histological and biomechanical study in sheep

Autoren: Björn P Roßbach (1,2)*, Mehmet F Gülecyüz (1), Lena Kempfert (1,3), Matthias F Pietschmann (1), Tina Ullamann (1), Andreas Ficklscherer (1,4), Thomas R Niethammer (1), Anja Zhang (1,5), Roland M Klar (1), Peter E Müller (1)

Institute: (1) Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Physikalische Medizin und Rehabilitation, LMU Klinikum, Klinikum Großhadern, Marchionistr. 15, 81377 München, (2) Zentrum für muskuloskelettale und plastische Chirurgie, Unfallchirurgie, Orthopädie und Sportorthopädie, Asklepios Klinik St Georg, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Lohmühlenstr 5, 20099 Hamburg, (3) Klinik für Urologie und Kinderurologie, RoMed Klinikum, Rosenheim, (4) Orthopädie am Viktualienmarkt, München, (5) Institut für physikalische und rehabilitative Medizin, Klinikum Ingolstadt, Ingolstadt

Zeitschrift: The American Journal of Sports Medicine 2020; 48: 450-459

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5255



Dokument 30Titel: Tiefenhirnstimulation durch optimierte Stimulatoren in einem phänotypischen Modell der Dystonie: Auswirkungen unterschiedlicher Frequenzen
Hintergrund: Verschiedene Frequenzen der Tiefenhirnstimulation, die seit Jahren bei Patienten mit Bewegungsstörungen (Dystonie) verwendet wird, werden an Hamstern mit provozierten Bewegungsstörungen getestet und ein Tiefenhirnstimulationsgerät für Hamster wird gebaut.
Tiere: 60 Hamster (Goldhamster)
Jahr: 2021

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden unter der Nummer TVV38/17 von der Landesdirektion Sachsen genehmigt. Es werden 60 Goldhamster im Alter von 21 Tagen verwendet. Die Tiere stammen aus institutseigener Zucht und haben eine Mutation, die sie anfällig für neurologische Bewegungsstörungen (Dystonie) macht. Die Hamster werden einzeln gehalten. Um diese Bewegungsstörungen auszulösen, werden die Tiere alle 2-3 Tage einem dreistufigen „Stressprotokoll“ ausgesetzt: (1) sie werden aus ihrem Käfig entfernt und auf eine Waage gesetzt, (2) ihnen wird eine Salzpufferlösung in die Bauchhöhle gespritzt und (3) sie werden in einen neuen Käfig gesetzt. Bis zu drei Stunden danach entwickeln sich unterschiedlich schwere Bewegungsstörungen, die in sechs Schweregrade eingeteilt werden: vom mildesten (1), die mit einer flachen Körperhaltung bezeichnet sind, bis zum schwersten Grad (6): Verkrampfung in einer verdrehten, gebeugten Haltung mit ausgestreckten Hinter- und Vorderbeinen.

Im Alter von 28-32 Tagen werden die Hamster in Narkose gelegt und in einer OP-Einrichtung fixiert. Die Kopfhaut wird aufgeschnitten und zwei Löcher werden in den Schädel der Tiere gebohrt. Zwei Elektroden werden durch die Löcher in das Gehirn eingeführt und mittels Schrauben und Zahnzement befestigt. Nach einer 3-tägigen Erholungsphase werden die Tiere 2 oder 3 Mal dem Stressprotokoll ohne Elektrostimulation ausgesetzt. 2-3 Tage danach werden die Tiere wieder dem Stressprotokoll ausgesetzt und direkt danach wird ein Teil der Hamster einer dreistündigen tiefen Hirnstimulation mit unterschiedlichen Frequenzen unterzogen. Danach werden alle Tiere mittels einer Überdosis eines Narkosemittels und durch Injektion ins Herz getötet und ihre Gehirne werden für weitere Analysen entnommen.

Diese Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziell unterstützt.

Bereich: Neurologie, Hirnforschung

Originaltitel: Deep brain stimulation by optimized stimulators in a phenotypic model of dystonia: effects of different frequencies

Autoren: Maria Paap (1), Stefanie Perl (1), Anika Lüttig (1), Franz Plocksties (2), Christoph Niemann (2), Dirk Timmermann (2), Christian Bahls (3), Ursula van Rienen (3), Denise Franz (4), Monique Zwar (4), Marco Rohde (4), Rüdiger Köhling (4), Angelika Richter (1)*

Institute: (1) Institut für Pharmakologie, Pharmazie und Toxikologie, Zentrum für Veterinärmedizinische Grundlagenwissenschaften, Universität Leipzig, An den Tierkliniken 15, 04103 Leipzig, (2) Institut für Angewandte Mikroelektronik und Datentechnik, Universität Rostock, Rostock, (3) Institut für Allgemeine Elektrotechnik, Universität Rostock, Rostock, (4) Oscar Langendorff Institut für Physiologie, Universität Rostock, Rostock

Zeitschrift: Neurobiology of Disease 2021; 147: 105163. doi: 10.1016/j.nbd.2020.105163

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5254



Dokument 31Titel: Der Roborowski-Zwerghamster ist ein sehr anfälliges Modell für einen schnellen und tödlichen Verlauf der SARS-CoV-2-Infektion
Hintergrund: Drei unterschiedliche Hamsterarten werden mit dem SARS-CoV-2 Virus infiziert und der Krankheitsverlauf wird untersucht, um das beste „Modell“ für die Coronaforschung zu ermitteln.
Tiere: 70 Hamster (22 Roborowski-Zwerghamster, 24 Campbell-Zwerghamster und 24 Dsungarische Zwerghamster)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden unter der Nummer 0086/20 vom Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin genehmigt. Die Versuche finden am Institut für Virologie der Freien Universität Berlin statt. Es werden drei Hamsterarten (Roborowski-Zwerghamster, Campbell-Zwerghamster und Dsungarische Zwerghamster) mit je 22-24 weiblichen und männlichen Tieren im Alter von 5 bis 7 Wochen verwendet. Die Tiere stammen aus einer Zoohandlung in Deutschland.

Die Hamster werden in Gruppen von 6 Tieren pro Käfig gehalten. Tiere jeder Art werden in zwei Gruppen mit je 10-12 Hamstern aufgeteilt. Unter Narkose wird mit einer Pipette eine Flüssigkeit in die Nase gesprüht. Bei der ersten Hamster-Gruppe beinhaltet die Flüssigkeit SARS-CoV-2 Coronaviren. Bei der zweiten Gruppe (Kontroll-Gruppe) ist die Flüssigkeit virenfrei. Vor der Infektion sowie täglich über 14 Tage danach werden alle Hamster gewogen und die Körpertemperatur von mindestens 3 Hamstern pro Gruppe wird erfasst. Zwei, 3, 5 und 14 Tage nach dem Infektionsversuch werden je 3 Tiere pro Gruppe zufällig oder aufgrund eines schlechten Gesundheitszustands durch Ausbluten unter Narkose getötet. Ein schlechter Gesundheitszustand wird angenommen bei einem Verlust von über 15% des Körpergewichts über 2 Tage oder von über 20% am Messzeitpunkt. Die mit dem Coronavirus infizierten Roborowski-Zwerghamster verlieren schon nach drei Tage durchschnittlich 20% ihres Gewichts und ihre Körpertemperatur nimmt drastisch ab. Bei diesen Tieren zeigen sich deutliche Anzeichen einer klinischen Erkrankung, einschließlich Schnupfen, Atemnot, Apathie und gekräuseltes Fell. Alle Roborowski-Zwerghamster von der SARS-CoV-2 Gruppe werden am dritten Tag nach der Infektion getötet.

Drei Roborowski-Zwerghamster der Kontroll-Gruppe werden mit ca. 5% der vorher benutzten Coronavirus-Menge infiziert. Diese Tiere nehmen fast so schnell wie die vorher infizierten Hamster ab, bekommen Atemnot und müssen 4 oder 5 Tage nach der Infektion wegen eines schlechten Gesundheitszustandes getötet werden. Nur kurzfristige und variable Schwankungen bei Körpertemperatur und Gewicht werden bei den infizierten Dsungarischen Zwerghamstern beobachtet und die infizierten Campbell-Zwerghamster zeigen überhaupt keine Krankheitssymptome. 14 Tage nach der Infektion werden alle noch lebenden Tiere unter Narkose entblutet. Es werden Blut-, Atemwege- und andere Gewebeproben für weitere Analysen entnommen.

Diese Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und von zweckgebundenen COVID-19-Fördergeldern der Freien Universität Berlin finanziell unterstützt.

Bereich: Infektionsforschung, Virologie

Originaltitel: The Roborovski dwarf hamster is a highly susceptible model for a rapid and fatal course of SARS-CoV-2 infection

Autoren: Jakob Trimpert (1)*, Daria Vladimirova (1), Kristina Dietert (2,3), Azza Abdelgawad (1), Dusan Kunec (1), Simon Dökel (2), Anne Voss (2), Achim D. Gruber (2), Luca D. Bertzbach (1,5), Nikolaus Osterrieder (1,4,5)

Institute: (1) Institut für Virologie, Freie Universität Berlin, Robert-von-Ostertag-Str. 7-13, Gebäude 35, 14163 Berlin, (2) Institut für Tierpathologie, Freie Universität Berlin, Berlin, (3) Tiermedizinisches Zentrum für Resistenzforschung, Freie Universität Berlin, Berlin, (4) Jockey Club College of Veterinary Medicine and Life Sciences, City University of Hong Kong, Kowloon, Hong Kong

Zeitschrift: Cell Reports 2020; 33: 108488. doi: 10.1016/j.celrep.2020.108488

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5253



Dokument 32Titel: Dnmt3a2 in der Schalenregion des Nucleus accumbens ist erforderlich für das Wiedereinsetzen des Kokain-Verlangens
Hintergrund: Es soll erforscht werden, inwieweit ein bestimmtes Enzym im Gehirn bei der Sucht und des Verlangens nach einem längeren Zeitraum eine Rolle spielt.
Tiere: 135 Tiere verschiedener Arten (mindestens 135 Ratten, unbekannte Anzahl neugeborene Mäuse)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Es werden Ratten der Zuchtlinie Sprague Dawley von der Zuchtfirma Charles River verwendet, außerdem neugeborene Mäuse ungenannter Herkunft. Die Mäuse werden getötet, um aus Nervenzellen ihres Gehirns Zellkulturen zu machen. Bei den Ratten wird zunächst unter Narkose eine Dauerkanüle in einen bestimmten Hirnbereich implantiert und am Schädelknochen befestigt (nicht beschrieben). Außerdem wird ein Katheter (Plastikschlauch) in eine Halsvene gelegt. Das eine Ende wird bis zum Herzen vorgeschoben und das andere Ende wird unter der Haut bis zwischen die Schulterblätter gelegt, wo der Schlauch nach außen tritt. Dieser wird verwendet um bei den Experimenten Kokain zu verabreichen.

Die Ratten werden süchtig gemacht, indem sie täglich 6 Stunden in einer Box verbringen müssen, wo es zwei Löcher in der Wand gibt. Steckt die Ratte ihre Nase in das „aktive“ Loch erhält sie über den Katheter im Herzen Kokain verabreicht. Außerdem ertönt ein Laut und eine Lampe leuchtet auf. Die Ratte lernt, sich selbst Kokain zu verabreichen. Es werden maximal 25 Injektionen pro Stunde verabreicht, um die Substanz nicht überzudosieren. Dieses „Training“ erfolgt über 10-12 Tage. Kontrolltiere erhalten statt Kokain eine wirkungslose Kochsalzlösung. Am Tag nach Ende des Trainings und 45 Tage danach werden die Tiere wieder in die Box gesetzt. Alles ist so wie vorher, nur wird kein Kokain verabreicht. Anschließend werden jeweils einige Ratten getötet, um ihre Gehirne zu untersuchen.

In 6 verschiedenen Versuchsanordnungen werden die Ratten vor oder während des „Trainings“ über die Kanüle im Gehirn Virenbestandteile injiziert, die die Produktion bestimmter Enzyme anregen oder hemmen.

Bereich: Suchtforschung

Originaltitel: Dnmt3a2 in the Nucleus accumbens shell is required for reinstatement of cocaine seeking

Autoren: Nazzareno Cannella (1)*, Ana M.M. Oliveira (2)*, Thekla Hemstedt (2)*, Thomas Lissek (2), Elena Buechler (1), Hilmar Bading (2), Rainer Spanagel (1)

Institute: (1) Institut für Psychopharmakologie, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, J5, 68159 Mannheim, (2) Institut für Neurobiologie, Interdisziplinäres Zentrum für Neurowissenschaften (IZN), Universität Heidelberg, Mannheim

Zeitschrift: The Journal of Neuroscience 2018; 38(34): 7516-7528

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5252



Dokument 33Titel: Auswirkungen von Glyphosat-Rückständen und unterschiedlichen Zusammensetzungen des Futterkonzentrats von Milchkühen auf Gen-Expression und Histologie der Leber sowie biochemische Messgrößen im Blut
Hintergrund: Wie wirken sich Rückstände des Pestizids Glyphosat im Futter auf Milchkühe aus?
Tiere: 61 Rinder (Holstein-Kühe)
Jahr: 2021

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) unter der Nummer 33.19-42502-04/1736 genehmigt. Es werden 61 Milch gebende Kühe der Rasse Holstein verwendet. Die Tiere werden in vier Gruppen eingeteilt. Zwei Gruppen erhalten Futter in unterschiedlichen Zusammensetzungen mit dem Pestizid Glyphosat angereichert, zwei Gruppen erhalten Futter ohne Glyphosat. Das Experiment erstreckt sich über 16 Wochen. In dieser Zeit werden 5 Mal Blutproben aus einer Halsvene genommen. Außerdem werden dreimal Gewebestücke aus der Leber entnommen. Dazu wird der unbetäubten Kuh die Haut lokal betäubt und eine Biopsienadel wird durch die Haut in die Leber gestochen. Das weitere Schicksal der Kühe wird nicht erwähnt.

Bereich: Tierernährung, Nutztierwissenschaften, Toxikologie, Umwelttoxikologie

Originaltitel: Effects of glyphosate residues and different concentrate feed proportions in dairy cow rations on hepatic gene expression, liver histology and biochemical blood parameters

Autoren: Ann-Kathrin Heymann (1), Karina Schnabel (1), Fabian Billenkamp (1)*, Susanne Bühler (1), Jana Frahm (1), Susanne Kersten (1), Liane Hüther (1), Ulrich Meyer (1), Dirk von Soosten (1), Nares Trakooljul (2), Jens Peter Teifke (3), Sven Dänicke (1)

Institute: (1) Institut für Tierernährung, Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Bundesallee 37, 38116 Braunschweig, (2) Institut für Genombiologie, Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN), Dummerstorf, (3) Abteilung für tierexperimentelle Tierhaltung und Biosicherheit, Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) - Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Greifswald – Insel Riems

Zeitschrift: PLOS One 2021; 16(2): e0246679

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5251



Dokument 34Titel: Transneuronale Verabreichung von Hyper-Interleukin-6 ermöglicht funktionelle Regeneration nach schwerer Rückenmarksverletzung bei Mäusen
Hintergrund: Mäusen wird das Rückenmark gequetscht, um den Einfluss genetischer Veränderungen oder eines bestimmten Stoffes auf die Nervenheilung zu untersuchen.
Tiere: 68 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2021

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) Recklinghausen. Mäuse verschiedener Stämme werden von Janvier Labs (Wildtyp) und Jackson Laboratories (Rosa-tdTomato) bezogen. Außerdem werden Wildtyp-Mäuse mit gentechnisch veränderten Tieren verpaart, um Mäuse zu bekommen, bei denen ein bestimmtes Gen defekt ist (Pten-flox). Ihnen fehlt die Hemmung eines Signalweges, was zu beschleunigtem Gewebewachstum und damit u.a. zu verstärkter Tumorentstehung führt. Mäuse (Pten-flox) werden am ersten Lebenstag mit einem Gas narkotisiert und ihr Kopf wird in einen sogenannten stereotaktischen Rahmen gespannt. Die Kopfhaut wird mittig aufgeschnitten. Bei den neugeborenen Mäusen wird die noch dünne Schädeldecke mit Kanülen an zwei Stellen durchstochen. Über die Kanülen wird eine Flüssigkeit ins Gehirn gespritzt. Diese enthält eine von zwei Substanzen, die Gewebe fluoreszieren lassen und sogenannte Virus-Vektoren, die diese Substanzen im Erbgut der Nervenzellen einbauen.

7 Wochen später wird bei den Tieren künstlich das Rückenmark geschädigt. Dafür wird unter Narkose die Rückenhaut aufgeschnitten. Das Dach des 8. Brustwirbels wird entfernt und das Rückenmark auf einer Breite von 0,1 mm mit einer Pinzette für 2 Sekunden gequetscht. Anschließend wird die Wunde verschlossen.

30 Minuten nach der Verletzung des Rückenmarks werden einige der Mäuse - weiterhin unter Narkose - erneut in den stereotaktischen Rahmen gespannt. Die Schädelhaut wird mittig aufgeschnitten und mit einem Bohrer zwei 0,5 mm große Löcher in den Schädel gebohrt. Eine Lösung wird ins Gehirn gespritzt, die wiederum Virus-Vektoren enthält, diesmal zusammen mit einem Eiweiß, welches Wachstum und Differenzierung von Körperzellen reguliert.

6 Wochen später werden einige der Mäuse, die auch das Eiweiß bekommen haben, erneut in Narkose gelegt und in den Rahmen gespannt. Genau an derselben Stelle wie das Eiweiß wird ihnen ein Nervengift ins Gehirn gespritzt. Zusätzlich bekommen sie ein Mittel in die Bauchhöhle.

Erwachsene Mäuse werden über eine Spritze in den Bauchraum narkotisiert und ihr Kopf in den stereotaktischen Rahmen gespannt. Die Schädelhaut wird mittig aufgeschnitten und ein Loch in den Knochen gebohrt, durch das ein Mittel zur Darstellung von Nervenendigungen gespritzt wird. Anschließend wird das Loch wieder vernäht. Ob diese Mäuse auch eine Verletzung des Rückenmarks bekommen, wird nicht erwähnt.

Wildtyp-Mäuse bekommen virale Vektoren ohne weitere Zusätze in den Glaskörper der Augen gespritzt. Drei Wochen später werden sie auf nicht genannte Weise für weitere Untersuchungen getötet.

Tiere einer anderen Mäusegruppe (Rosa-tdTomato) werden in Narkose gelegt und ihre Köpfe in den Rahmen gespannt. Die Haut wird über der Schädelmitte aufgeschnitten und ein 2 x 2 mm großes Loch gebohrt. Ein Gemisch aus Virus-Vektoren und fluoreszierender Substanz wird auf beide Seiten des Hirnstammes gespritzt. Die Wunde wird verschlossen. Auch hier wird nichts über ihren weiteren Verbleib geschrieben.

Zur Testung des Bewegungsverhaltens der Mäuse werden diese einzeln in ein rundes, offenes Feld gesetzt, das von allen Seiten mit einer 30 cm hohen Plexiglasscheibe umgeben ist. Bewertet werden nach dem sogenannten „Basso Mouse Scale“ Bewegungen bzw. Stellung von Fuß, Schwanz und Rumpf sowie Koordination und Schrittmuster. Untersucht wird die Bewegung vor der Verletzung, an den Tagen 1, 3, 7 und danach über acht Wochen wöchentlich.

8 Wochen nach der Verletzung des Rückenmarks müssen die Mäuse auf einen sogenannten Catwalk laufen. Dies ist ein schmaler Korridor mit einer Glasplatte und einer darunter befindlichen Kamera, die das Laufmuster der Tiere aufzeichnet. Jedes Tier muss dreimal den Laufsteg überqueren. Alle Tiere bekommen im Anschluss unter Narkose eine Formaldehydinjektion ins Herz gespritzt. Gehirn und Rückenmark werden für weitere Untersuchungen entnommen.

Eine unbekannte Anzahl an Tieren stirbt während oder nach den Operationen. Die Autoren nennen nur als Beispiel Blasenprobleme. 3 Mäuse werden aufgrund nicht kompletter Quetschung des Rückenmarks vom Versuch ausgeschlossen. Was mit ihnen geschieht, wird nicht erwähnt. Vermutlich werden sie getötet.

Gefördert wurde die Arbeit von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Bereich: Neuropathologie, Neurologie, Traumatologie

Originaltitel: Transneuronal delivery of hyper-interleukin-6 enables functional recovery after severe spinal cord injury in mice

Autoren: Marco Leibinger, Charlotte Zeitler, Philipp Gobrecht, Anastasia Andreadaki, Günter Gisselmann, Dietmar Fischer*

Institute: Lehrstuhl für Zellphysiologie, Fakultät für Biologie und Biotechnology, ND/4, Ruhr-Universität Bochum, Universitätsstraße 150, 44780 Bochum

Zeitschrift: Nature Communications 2021; 12: 391

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5250



Dokument 35Titel: Sicherheit und Wirksamkeit der Blaulichtlaser-Behandlung bei Hereditärer hämorrhagischer Telangiektasie
Hintergrund: Behandlung von krankhaft erweiterten Gefäßen der Nasenschleimhaut beim Menschen mit blauem Laserlicht funktioniert gut und zeigt weniger Nebenwirkungen als andere übliche Therapieformen. Hier möchte man dies an Meerschweinchen nachvollziehen.
Tiere: 2 Meerschweinchen
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium in Oberbayern unter der Nummer ROB-55.2-2532.Vet_02-17-231 genehmigt. Meerschweinchen der Rasse Dunkin-Hartley von Envigo Laboratories werden mittels einer Spritze in die Muskulatur in Narkose gelegt. Die beiden Schilddrüsenlappen an der Halsunterseite werden „chirurgisch freigelegt“, also die Haut wird aufgeschnitten und die Muskulatur zur Seite geschoben (oder durchschnitten). Die versorgenden Gefäße des einen Schilddrüsenlappen werden mit Elektrokoagulation verödet und das Organ für weitere Untersuchungen entfernt. Die Gefäße des anderen Schilddrüsenlappens werden mit blauem Laserlicht verödet. Die Meerschweinchen werden mit einer nicht genannten Methode getötet.

Zusätzlich zu den Tierversuchen gibt es eine Studie mit 23 Patienten, die an hereditärer hämorrhagischer Teleangiektasie (Morbus Osler) erkrankt sind. Bei ihnen kommt es aufgrund einer krankhaften Erweiterung von Blutgefäßen vor allem zu Nasenblutungen. Die Patienten dieser Studie bekommen mehrere Behandlungen ihrer Nasenschleimhäute mit blauem Laserlicht, was zu weniger häufigem Nasenbluten bei Reduktion von anderen Nebenwirkungen wie trockener Nase führt.

Bereich: Gefäßforschung, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde

Originaltitel: Safety and efficacy of blue light laser treatment in hereditary hemorrhagic telangiectasia

Autoren: Mattis Bertlich (1)*, Fatemeh Kashani (1), Bernhard G Weiss (1), Robert Wiebringhaus (1), Friedrich Ihler (1), Saskia Freytag (2), Olivier Gires (1,3), Thomas Kühnel (4), Frank Haubner (1)

Institute: (1) Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Klinikum der Universität München, Marchioninistr. 15, 81377 München, (2) Epigenetics and Genomics, The Harry Perkins Institute of Medical Research, Perth, Australien, (3) KKG (Klinische Kooperationsgruppe) Personalisierte Radiotherapie bei Kopf-Hals-Tumoren, LMU Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, Helmholtz Zentrum, München, (4) Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Universitätsklinikum Regensburg, Regensburg

Zeitschrift: Lasers in Surgery and Medicine 2020; doi: 10.1002/lsm.23289

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5249



Dokument 36Titel: Genotyp-assoziierte Unterschiede in der Regenerierung der Bursa nach Einimpfen des Virus der Infektiöse Bursitits-Krankheit (IBDV)
Hintergrund: Hühner werden mit einer Hühnerkrankheit infiziert, um zu schauen, ob verschiedene Hühnerrassen unterschiedliche Krankheitsverläufe und Regenerationsphasen zeigen.
Tiere: 192 Hühner
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES, Genehmigungsnummer: 33.12-42502-04-15/1827). Befruchtete Eier der Hühnerrassen Ross 308 (Masthuhn-Rasse), Lohmann Brown (Legehuhn-Rasse), Lohmann Dual (Zweinutzungshuhn) stammen von der BWE Brüterei Weser-Ems, dem Geflügelzuchtbetrieb Gudendorf-Ankum und der Lohmann Tierzucht GmbH in Cuxhaven. Zusätzlich werden weiße Hühner der Rasse Leghorn verwendet, die unter sterilen Bedingungen aufgezogen werden, also ohne Kontakt zu Pilzen, Bakterien, Viren. Sie stammen von VALO Biomedica GmbH in Osterholz-Scharmbeck. Gehalten werden die Tiere in Gruppen von 60 Tieren pro Rasse an der Klinik für Geflügel an der Tierärztlichen Klinik in Hannover. Für die eigentlichen Versuche werden pro Rasse je 48 Tiere in 2 Gruppen zu 24 Hühnern aufgeteilt (experimentelle Gruppe und Kontrollgruppe). Im Alter von 7 - 35 Tagen wird zweimal bei je 10 Tieren pro Rasse auf nicht beschriebene Weise eine Blutprobe genommen. Am 28. oder 35. Lebenstag bekommen die Hühner mittels einer Kanüle eine Lösung mit abgeschwächten Viren (experimentelle Gruppe) oder eine virusfreie Lösung (Kontrollgruppe) direkt in den Kropf eingegeben. Der Wildtyp dieses Virus ist Verursacher der Infektiösen Bursitis, einer Hühnerkrankheit. Die Bursa ist ein besonderes Organ bei Geflügel, welches sich im Bereich der Kloake befindet und eine wichtige Rolle für das Immunsystem spielt. Erkrankte Tiere zeigen Unruhe, Appetitlosigkeit, gesträubtes Gefieder, Durchfall, Austrocknung und Zittern. In 30 % der Fälle führt die Infektion zum Tod. Nach der künstlichen Infektion werden die Hühner täglich auf Krankheitsanzeichen untersucht. Alle 7 Tage (bis 28 Tage nach Infektion) werden je 6 Tiere pro Gruppe auf nicht genannte Weise für weitere Untersuchungen getötet. Alle Tiere zeigen äußerlich keine Krankheitssymptome, aber zum Teil Veränderungen in Milz und Bursa.

Die Studie wurde finanziert von der Landwirtschaftlichen Rentenbank, Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH, Big Dutchman International GmbH, Lohmann Tierzucht GmbH.

Bereich: Tierseuchenforschung

Originaltitel: Genotype-associated differences in bursal recovery after infectious bursal disease virus (IBDV) inoculation

Autoren: Marina Dobner (1), Monika Auerbach (1), Egbert Mundt (2), Wiebke Icken (3), Silke Rautenschlein (1)*

Institute: (1) Klink für Geflügel, Tierärztliche Hochschule Hannover, Bünteweg 17, 30559 Hannover, (2) Forschungszentrum für Tiergesundheit GmbH Co. KG, Boehringer Ingelheim, Hannover, (3) Lohmann Tierzucht GmbH, Cuxhaven

Zeitschrift: Veterinary Immunology and Immunopathology 2020; 220: 109993

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5248



Dokument 37Titel: Adaptive Umformung des hormonellen Phänotyps nach dem Übergang in die soziale Nische im Erwachsenenalter
Hintergrund: Es ist bekannt, dass männliche Meerschweinchen sich sehr gut an unterschiedliche soziale Bedingungen anpassen können und, dass sie in Kolonien aufgrund des Vorhandenseins anderer Männchen deutlich aggressiver sind als in Paarhaltung. Hier soll untersucht werden, welchen Einfluss Veränderung der sozialen Bedingungen im Erwachsenenalter auf Hormonstatus und Verhalten haben.
Tiere: 123 Meerschweinchen (mindestens)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV, Ref.-Nr. 84-02.04.2015.A439). Die Meerschweinchen werden in 4 gemischtgeschlechtlichen Kolonien geboren und gehalten. Für die Studie werden 46 männliche Meerschweinchen aus verschiedenen Würfen verwendet, die ab einem Alter von 28 Tagen entweder der Paar- oder Koloniehaltung zugewiesen werden. Die Paarhaltung (15 Männchen) erfolgt in einem 0,5 qm großen Gehege mit jeweils einem etwa gleich alten unbekannten Weibchen. Die Tiere der Gruppe „Koloniehaltung“ (31 Tiere) werden von ihrer Geburtskolonie in eine andere Kolonie gebracht.

Im Alter von etwa 8 Monaten werden die Männchen der Paarhaltung und 16 Meerschweinchen der Koloniehaltung jeweils zusammen mit einem unbekannten Weibchen für 30 Tage in ein neues 0,5 qm großes Gehege gesetzt. Dies wird nach einer Woche wiederholt. Die restlichen 15 Tiere aus der Gruppe „Koloniehaltung“ verbleiben in ihrer gewohnten Umgebung (Kontrollgruppe). Als Grund, dass keine Männchen aus der Paarhaltung in Gruppenhaltung wechseln, wird Tierschutz genannt, da es dadurch in früheren Studien zu großem Stress gekommen ist. Am Tag des Wechsels, sowie einen und drei Tage später wird das Körpergewicht bestimmt und Blutproben aus der großen Ohrvene für Hormonmessungen entnommen. Außerdem wird das Verhalten beobachtet.

Zusätzlich werden die Meerschweinchen der Gruppe Koloniehaltung und Paarhaltung ca. im 8. Lebensmonat für 2 Stunden alleine in eine unbekannte Umgebung gesetzt und es werden zu drei Zeitpunkten Blutproben aus der Ohrvene genommen. Was mit den Tieren nach dem Versuch geschieht, wird nicht erwähnt.

Gefördert wurde die Studie von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Bereich: Verhaltenskunde

Originaltitel: Adaptive reshaping of the hormonal phenotype after social niche transition in adulthood

Autoren: Alexandra M. Mutwill (1,2)*, Tobias D. Zimmermann (1), Antonia Hennicke (1), S. Helene Richter (1,2), Sylvia Kaiser (1,2), Norbert Sachser (1,2)

Institute: (1) Abteilung für Verhaltensbiologie, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Badestr. 13, 48149 Münster, (2) Münster Graduate School of Evolution, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Münster

Zeitschrift: Proceedings Royal Society B 2020; 287: 20200667

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5247



Dokument 38Titel: Fortlaufende Behandlung mit über das Gehirn zugeführtem Neurotrophischem Factor und elektrischer Stimulation hat einen schützenden Effekt auf primäre auditorische Neuronen
Hintergrund: Welchen Einfluss hat elektrische Stimulation und ein Eiweiß mit nervenschützenden Effekten auf das Hörvermögen von künstlich taub gemachten Meerschweinchen?
Tiere: 35 Meerschweinchen
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) genehmigt (02/558 und 04/913). Die Tiere stammen von Charles River WIGA GmbH in Sulzfeld.

Im Laufe des 48-tägigen Versuchs werden die Meerschweinchen für verschiedene Eingriffe insgesamt 7 Mal in Narkose gelegt. Dazwischen sind sie wach. Als erstes wird unter Narkose zum Nachweis der Hörfähigkeit bei allen Tieren ein sogenannter AABR-Test durchgeführt. Dafür wird ein Kopfhörer im äußeren Gehörgang der Tiere platziert und es werden Klick-Töne verschiedener Frequenzen abgespielt. Über unter die Haut gestochene Elektroden werden die Signale aufgezeichnet. Nach dieser Messung bekommen die Meerschweinchen das Antibiotikum Kanamycin unter die Haut und ein Entwässerungsmittel in die Halsvene gespritzt. In dieser Kombination töten die Medikamente die inneren und äußeren Haarzellen im Innenohr ab, die Tiere werden taub. Überprüft wird das Ergebnis mit der erneuten Durchführung des AABR-Tests 21 Tage nach der toxischen Innenohrschädigung. In derselben Narkose werden den Meerschweinchen auf einer Seite der Schädel über dem Innenohr aufgebohrt und eine Elektrodenplatte und ein Schlauch bis ins Innenohr geschoben. Der Schlauch ist mit einer Minipumpe verbunden, die den Tieren unter die Haut zwischen den Schulterblättern implantiert wird. Zusätzlich bekommen die Meerschweinchen auf nicht weiter beschriebene Weise Elektroden in die Hirnhaut gestochen, die über Halteschrauben am Schädel fixiert werden. Hinzu kommt ein Haltebolzen, der ebenfalls am Schädel befestigt wird. Das Loch im Schädel wird mit Zement verschlossen.

Jetzt und im Laufe der nächsten 4 Wochen erneut zu verschiedenen Zeitpunkten wird bei einem Teil der Tiere eine sogenannte Hirnstammaudiometrie durchgeführt. Dafür werden den Tieren (nicht erwähnt, aber vermutlich über Kopfhörer) Töne verschiedener Frequenzen vorgespielt und die Reaktion der Gehirnnerven über die implantierten Elektroden gemessen.

Es erfolgt eine Einteilung in Gruppen mit je 5-9 Meerschweinchen, jede Gruppe erhält eine andere Kombination an Therapien. Einige Gruppen bekommen die nächsten 4 Wochen lang über die Mikropumpe eine künstliche Flüssigkeit, die auch natürlicherweise im Innenohr vorhanden ist. Die anderen Gruppen erhalten ein Eiweiß, von dem man bereits weiß, dass es Nervenwachstum fördert. Bei einem Teil der Tiere wird drei Tage nach der Operation ein elektrischer Stimulator mittels des Haltebolzens auf dem Kopf fixiert. Über ihn erfolgt 24 Tage lang rund um die Uhr die elektrische Stimulation der ins Gehirn gestochenen Elektroden. Nach 48 Tagen wird bei allen Tieren erneut unter Narkose eine Hirnstammaudiometrie durchgeführt und die Meerschweinchen durch Spritzen einer Fixierlösung ins Herz getötet. Der Kopf der Tiere wird weiter untersucht.

Gefördert wurde die Arbeit von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und Cochlear Ltd.

Bereich: Hörforschung, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde

Originaltitel: Consecutive treatment with brain-derived neurotrophic factor and electrical stimulation has a protective effect on primary auditory neurons

Autoren: Verena Scheper (1,2)*, Ira Seidel-Effenberg (1), Thomas Lenarz (1,2), Timo Stöver (1,3), Gerrit Paasche (1,2)

Institute: (1) Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Medizinische Hochschule Hannover, Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover, (2) Exzellenzcluster „Hearing4all“, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, (3) Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Goethe-Universität Frankfurt, Frankfurt

Zeitschrift: Brain Sciences 2020; 10: 559

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5246



Dokument 39Titel: Immunmodulatorische Effekte von Phosphor und Kalzium bei zwei Zuchtlinien von Legehennen
Hintergrund: Untersuchungen zum Einfluss des Phosphor- und Kalziumgehalts im Futter auf das Immunsystem von Hühnern.
Tiere: 204 Hühner
Jahr: 2021

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche vom Regierungspräsidium Tübingen (Genehmigungsnummer HOH 50/17 TE). Die weiblichen Hühner (158 Lohmann Brown Classic und 144 Lohmann LSL Classic) werden von Lohmann Tierzucht GmbH in Cuxhaven bezogen und in der Versuchsstation Agrarwissenschaften der Universität Hohenheim (Unterer Lindenhof, Eningen) aufgezogen. Hier wird auch die Studie durchgeführt.

Für die eigentlichen Versuche werden im Alter von 27 Wochen pro Rasse 40 Tiere ausgewählt, Die Hennen werden einzeln in metabolische Käfige von 1 x 1 x 1 Meter gesetzt. Die Käfige befinden sich in fensterlosen Räumen mit künstlicher Beleuchtung und besitzen einen Drahtgitterboden, um Exkremente aufsammeln zu können. Es besteht Sichtkontakt zu jeweils einer anderen Henne. Gruppenweise bekommen die Hennen eines von vier Versuchsfuttern, die sich im Phosphor- und Kalziumgehalt unterscheiden (normaler Phosphor- und Kalziumgehalt, zu wenig Phosphor- und Kalzium, zu wenig Phosphor oder zu wenig Kalzium). Die Fütterung erfolgt 4 Wochen lang, d.h. die Tiere verbleiben in dieser Zeit einzeln in den Käfigen. Drei Wochen nach Start der Futterversuche wird aus der Flügelvene Blut genommen. Eine Woche später werden die Tiere mit Gas in Narkose gelegt, durch Köpfen getötet und verschiedene Organe für weitere Untersuchungen entnommen.

Bereich: Tierernährung

Originaltitel: Immunomodulatory effects of dietary phosphorus and calcium in two strains of laying hens

Autoren: Tanja Hofmann, Sonja Schmucker, Vera Sommerfeld, Korinna Huber, Markus Rodehutscord, Volker Stefanski*

Institute: Institut für Nutztierwissenschaften, Universität Hohenheim, Emil-Wolff-Str. 8, 70599 Stuttgart

Zeitschrift: Animals 2021, 11(1): 129

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5245



Dokument 40Titel: Adriamycin schädigt nicht die Podozyten von Zebrafischlarven
Hintergrund: Zebrafischlarven werden häufig in Studien über die Nierenentwicklung benutzt. Hier soll ein „Modell“ für eine spezielle chronische Nierenerkrankung entwickelt werden, indem Zebrafischlarven mit einem Chemotherapeutikum behandelt werden, das bei Nagetieren Symptome verursacht, die an diese Erkrankung erinnern. Im Gegensatz zu Nagetieren können Nieren von Zebrafischlarven aber nicht durch Adriamycin geschädigt werden.
Tiere: 784 Fische (Zebrafischlarven)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche von der zuständigen Behörde in Mecklenburg-Vorpommern (LALLF M-V). Es werden zwei unterschiedlich gentechnisch veränderte Zebrafischstämme verwendet, die von Dr. C. Englert (Jena) und Dr. B. Anand-Apte (Cleveland, USA) bezogen werden. Hinzu kommen Fischlarven aus der eigenen Zucht. Dafür werden Zebrafische in kleinen Gruppen in Paarungsbecken über Nacht zusammengehalten, die Eier am Morgen eingesammelt und aus ihnen Larven unter künstlichen Bedingungen aufgezogen. Am 7. und 8. Lebenstag wird einem Teil der Larven dem Wasser für insgesamt 48 Stunden in drei verschiedenen Konzentrationen ein Chemotherapeutikum (Adriamycin) hinzugefügt. Eine Gruppe von Larven dient als Kontrolle und bekommt kein Mittel ins Wasser. Nach den 2 Tagen wird das Wasser dreimal gewechselt, um das Medikament auszuwaschen. Je ein Teil der gentechnisch veränderten Larven wird vor der Behandlung, nach 24 bzw. 48 Stunden Medikamentenbehandlung und nach der Auswaschung des Mittels unter Narkose mikroskopisch untersucht. Im Anschluss werden die Fische mit einer Überdosis Narkosemittel getötet und untersucht.

Gefördert wurde die Studie vom BMBF.

Bereich: Nierenforschung

Originaltitel: Adriamycin does not damage podocytes of zebrafish larvae

Autoren: Maximilian Schindler (1), Antje Blumenthal (1), Marcus Johannes Moeller (2), Karlhans Endlich (1), Nicole Endlich (1)*

Institute: (1) Institut für Anatomie und Zellbiologie, Universitätsmedizin Greifswald, Friedrich-Loeffler-Str. 23c, 17487 Greifswald, (2) Medizinische Klinik II – Nephrologie und Klinische Immunologie, RWTH Universitätsklinikum Aachen, Aachen

Zeitschrift: PLoS ONE 2020; 15(11): e0242436

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5244



Dokument 41Titel: Parasiteninfektion stört das Fluchtverhalten in Fischschwärmen
Hintergrund: Wie wirkt sich Wurmbefall auf die Informationsweiterleitung in Stichlingsschwärmen aus?
Tiere: 592 Fische (Dreistachliger Stichling)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche unter der Nummer 84-02.04.2014.A368 bei einer nicht genannten Behörde. 2017 wird eine nicht erwähnte Anzahl an Stichlingen in der Ibbenbürener Aa gefangen und künstlich befruchtet. Direkte Nachkommen dieser Fische werden für den Versuch verwendet und gruppenweise in 16 Liter Tanks mit künstlichen Pflanzen gehalten. Gefüttert werden sie mit gefrorenen Mückenlarven, zwei Wochen vor Versuchsbeginn auch mit Trockenfischfutter.

Im Alter von neun Monaten werden Stichlinge aus sieben verschiedenen Familien herausgefangen und isoliert in 400 ml Tanks gehalten. Nach zwei Tagen Hungern bekommen 222 der Fische kleine Krebstiere (Ruderfußkrebse) als Futter, welche mit Fischbandwurmeiern (Schistocephalus solidus) infiziert sind (Gruppe 1). 110 Tiere bekommen nichtinfizierte Ruderfußkrebse (Scheininfektion, Gruppe 2) zu fressen. Nach 69 Tagen werden 80 der ersten Gruppe, die offensichtlich mit dem Bandwurm infiziert sind (Bauch ist geschwollen), herausgefangen. Zusammen mit 80 Stichlingen aus der zweiten Gruppe und 260 Stichlingen, die aus den ursprünglichen Familiengruppen stammen (Gruppe 3), werden ihnen unter die Haut der Rückenflosse verschiedenfarbige Implantate gespritzt. Dies dient der individuellen Markierung. Es wird zwar nicht erwähnt, aber sehr wahrscheinlich erfolgt keine Narkose.

Drei Wochen nach der Markierung starten die Verhaltensversuche. Ein Versuchsbecken wird mit Plexiglas in drei hintereinanderliegende Bereiche unterteilt. Am Boden befinden sich als „Sichere Zone“ je zwei Plastikpflanzen, das Wasser oberhalb der Pflanzen wird als „gefährliche Zone“ bezeichnet. In die vordere und hintere Abteilung werden je 4 Fische der Gruppe 3 gesetzt. In die Mitte kommen entweder 4 infizierte oder 4 scheininfizierte Tiere. Im ersten Abteil erfolgt die Simulation eines Vogelangriffs, indem der Kopf eines Kunstvogels nach vorne schnellt. Es wird beobachtet, wie die Fische des letzten Beckens reagieren, d.h. ob die Fische im mittleren Abteil die Information der Gefahr an die Tiere im letzten Becken weitergeben (Informationsfluss innerhalb des Schwarms). Insgesamt wird der Versuch je 12 x mit infizierten und scheininfizierten Stichlingen durchgeführt und das eventuelle Fluchtverhalten der Tiere aufgezeichnet. Nach den Verhaltensversuchen werden die infizierten Tiere für weitere Untersuchungen mit einem Schlag auf den Kopf betäubt und durch Enthauptung getötet. Es wird nicht erwähnt, was mit den anderen Fischen des Versuchs geschieht.

Die Versuche wurden vom DAAD finanziell unterstützt.

Bereich: Verhaltensforschung, Veterinärparasitologie

Originaltitel: Parasite infection disrupts escape behaviours in fish shoals

Autoren: Nicolle Demandt (1)*, Marit Praetz (1), Ralf H. J. M. Kurvers (2), Jens Krause (3,4), Joachim Kurtz (1), Jörn P. Scharsack (1,5)

Institute: (1) Institut für Evolution und Biodiversität, Fachbereich Biologie, Universität Münster, Hüfferstrasse 1, 48149 Münster, (2) Adaptive Rationalität, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin, (3) Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, Berlin, (4) Lebenswissenschaftliche Fakultät, Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin, (5) Thünen Institut für Fischereiökologie, Bremerhaven

Zeitschrift: The Royal Society Proceedings B 2020; 287: 20201158

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5243



Dokument 42Titel: Antimikrobielle Silber-Multilayer-Beschichtung zur Verhinderung von bakteriellem Befall von orthopädischen Implantaten
Hintergrund: Es soll herausgefunden werden, ob eine bestimmte Silberbeschichtung den bakteriellen Befall eines Knochenimplantats verhindert.
Tiere: 33 Kaninchen (mindestens 33 weiße Neuseelandkaninchen)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Der Versuch wird von der Genehmigungsbehörde in Brandenburg unter der Nummer 2347-A-4-10-2014 genehmigt und fand daher offensichtlich bei der Firma Frey-Tox in Herzberg statt. Die Kaninchen werden von Envigo (Venray, Niederlande) käuflich erworben. In einer Pilotstudie werden mindestens 6 Kaninchen verwendet, in der Hauptstudie 27. In beiden Studien wird mit den Kaninchen gleich verfahren, in der Pilotstudie werden aber weniger Daten erhoben.

7 Tage vor der OP wird den Kaninchen Blut abgenommen und über 24 Stunden wird der Urin gesammelt. Narkotisierten Kaninchen wird am linken Hinterbein die Haut aufgeschnitten und das Kniegelenk freigelegt. In das obere Ende des Schienbeins wird ein Loch gebohrt und ein 2 mm dicker Draht wird durch die Markhöhle des Schienbeins getrieben, so dass er fast den ganzen Knochen durchzieht (ca. 10 cm). Dieses Implantat ist mit einer definierten Menge krankmachender Bakterien versehen. Ein Teil der Implantate wurde vorab mit einer Silberbeschichtung versehen. 12 Kaninchen bekommen Implantate mit Silberbeschichtung und Bakterien, 12 Tiere nur mit Bakterien und bei 3 Kaninchen ist der Draht weder mit Silber noch mit Bakterien beschichtet. Nach Einbringen der Implantate wird die Wunde verschlossen.

Einen und 7 Tage nach der OP wird wieder Blut und Urin abgenommen. Am 7. Tag nach der OP werden die Kaninchen unter erneuter Narkose getötet. Das Implantat wird aus dem Knochen für weitere Untersuchungen herausgenommen; außerdem werden Lymphknoten und Leber für weitere Analysen entnommen.

Die Versuche wurden von der Firma Aesculap AG, Tuttlingen, und der Bio-Gate AG, Nürnberg finanziert.

Bereich: Biomaterial-Forschung, Knochenchirurgie, Entzündungsforschung

Originaltitel: Antimicrobial silver multilayer coating for prevention of bacterial colonization of orthopedic implants

Autoren: Martin Fabritius (1)*, Amir Andreas Al-Munajjed (2), Christiane Freytag (3), Henriette Jülke (3), Markus Zehe (4), Thomas Lemarchand (5), Jacobus J. Arts (6), Detlef Schumann (1), Volker Alt (7), Katrin Sternberg (1)

Institute: (1) Aesculap AG, Research and Development, Am Aesculap-Platz, 78532 Tuttlingen, (2) Bio-Gate AG, Nürnberg, (3) FREY_TOX GmbH, Osteroda 38, 04916 Herzberg, (4) QualityLabs, Nürnberg, (5) TPL Path Labs, Freiburg, (6) Department of Orthopedic Surgery, Research School CAPHRI, Maastricht University Medical Centre, Maastricht, Niederlande, (7) Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Regensburg, Regensburg

Zeitschrift: Materials 2020; 13(1415). doi:10.3390/ma13061415

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5242



Dokument 43Titel: Adjuvant formulierte virusähnliche Partikel, die nativ-ähnliche Formen des Lassa-Virus-Hüllenglykoproteins exprimieren, sind immunogen und induzieren Antikörper mit breiter neutralisierender Aktivität
Hintergrund: Es werden Antikörper aus menschlichen Zellen und aus Kaninchen verglichen, inwieweit die Konzentration von Lassa-Virus mithilfe dieser verringert werden kann.
Tiere: 2 Kaninchen (weiße Neuseelandkaninchen)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Der Versuch wird vom Regierungspräsidium Darmstadt genehmigt. Die Kaninchen werden von Charles River, Deutschland, erworben.

Den Tieren wird eine Lösung, die Lassa-Viruspartikel enthält, in einen Muskel gespritzt. Das Lassa-Virus kommt in Westafrika vor und verursacht das Lassa-Fieber. Nach 4, 7 und 10 Wochen wird die Injektion wiederholt. Vor jeder Injektion wird eine Blutprobe aus der Ohrenvene für weitere Untersuchungen genommen. Am Tag 77 nach der ersten Spritze werden die Kaninchen durch Ausbluten getötet. Das Blut wird aufgefangen und für weitere Experimente verwendet.

Die Experimente wurden gefördert von der Jürgen-Manchot-Stiftung, der MArburg Research Academy (MARA), der Von Behring-Röntgen-Stiftung, der Leibniz Gemeinschaft, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem LOEWE Zentrum DRUID und dem EDC TP2 Programm der Europäischen Union.

Bereich: Immunologie, Infektionsforschung, Virologie, Tropenmedizin

Originaltitel: Adjuvant formulated virus-like particles expressing native-like forms of the Lassa virus envelope surface glycoprotein are immunogenic and induce antibodies with broadly neutralizing activity

Autoren: Helena Müller (1), Sarah Katharina Fehling (1), Jens Dorna (2), Richard A. Urbanowicz (3,4), Lisa Oestereich (5,6), Yvonne Krebs (7), Larissa Kolesnikova (1), Martin Schau ? inger (1), Verena Krähling (1,6), N ’ Faly Magassouba (8), Elisabeth Fichet-Calvet (5,6), Jonathan K. Ball (3,4), Andreas Kaufmann (2), Stefan Bauer (2), Stephan Becker (1,6), Veronika von Messling (6,7,9), Thomas Strecker (1)*

Institute: (1) Institut für Virologie, Philipps-Universität Marburg, Hans-Meerwein-Straße 2, 35043 Marburg, (2) Institut für Immunologie, Philipps-Universität Marburg, Marburg, (3) Wolfson Centre for Global Virus Infections, University of Nottingham, Nottingham, Großbritannien, (4) School of Life Sciences, University of Nottingham, Nottingham, Großbritannien, (5) Bernhard-Nocht Institut für Tropenmedizin, Hamburg, (6) Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), Partner Sites Gießen-Marburg-Langen und Hamburg-Borstel-Lübeck-Riems, Hamburg, (7) Abteilung Veterinärmedizin, Paul-Ehrlich-Institut, Langen, (8) Laboratoire des Fièvres Hémorragiques Virales, Conakry, Guinea

Zeitschrift: Nature Partner Journals Vaccines 2020; 5(71)

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5241



Dokument 44Titel: Unter geringerer Sauerstoffkonzentration expandierte mesenchymale Stammzellen aus dem Knochenmark bewirken eine verbesserte Knorpelreparatur in einem frühen osteoarthritischen fokalen Defektmodell
Hintergrund: Es soll herausgefunden werden, ob Vorläuferzellen, die unter niedrigem Sauerstoff Konzentration gezüchtet werden, sich besser für Knorpelreparaturen eigenen als ausdifferenziertere Zellen.
Tiere: 43 Kaninchen
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche wurden von der Regierung von Unterfranken unter der Nummer 55.2 2532-2-300 genehmigt. Die männlichen Kaninchen im Alter von 5-6 Monaten werden in Einzelkäfigen gehalten. Bei 8 Kaninchen (Rasse Weiße Neuseelandkaninchen) wird in Narkose ein Einschnitt im Bereich des Beckenkamms gemacht, durch den mit einer Nadel Knochenmarkszellen entnommen werden. Die eine Hälfte der Zellen wird unter Normalbedingungen, die andere wird in einer Atmosphäre mit geringem Sauerstoffgehalt vermehrt. Das weitere Schicksal dieser Tiere wird nicht erwähnt.

Die anderen 35 Kaninchen werden unter Narkose operiert. Dazu wird die Haut über dem Knie aufgeschnitten und in den Gelenkfortsatz des Oberschenkelknochens wird mittels eines Zahnbohrers ein Loch gebohrt. Die Kniescheibe wird zurück in Position geschoben und die Wunde vernäht. Die Kaninchen erhalten für 5 Tage Schmerzmittel. Bei 6 Kaninchen erfolgt die Operation an beiden Knien. Nach 6 bzw. nach 12 Wochen je 3 Tiere getötet und die Bereiche der Knochenverletzung für gewebekundliche Untersuchungen entnommen.

Bei weiteren 4 Gruppen von Kaninchen werden die Tiere ebenfalls dieser Prozedur unterzogen, allerdings immer nur an einem Knie. Die gebohrten Löcher werden je nach Gruppe unterschiedlich gefüllt: mit den zuvor gewonnenen Knochenmarkszellen, mit Hydrogel oder einer Kombination beider oder die Löcher werden leer gelassen. Bei 4 weiteren Gruppen wird ein Loch in den Gelenkfortsatz des Oberschenkelknochens wie zuvor gebohrt. Nach 6 Wochen hat sich eine Arthritis (Knochenentzündung) entwickelt. Die Tiere werden erneut operiert. Die entzündeten Löcher werden gereinigt (ausgeschabt) und nun werden Hydrogel und Stammzellen allein oder in Kombination eingefüllt. Nach 12 Wochen werden die Kaninchen mit einer Überdosis eines Narkosemittels getötet und die Knie für gewebekundliche Untersuchungen entnommen.

Die Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, ExCarBon (Scientific Exploration of Articular Cartilage and Subchondral Bone Degeneration and Regeneration in Osteoarthritis) und dem European Union Horizon 2020 research and innovation programme gefördert.

Bereich: Rheumaforschung, Biomaterial-Forschung, Regenerationsforschung

Originaltitel: Physioxia expanded bone marrow derived mesenchymal stem cells have improved cartilage repair in an early osteoarthritic focal defect model

Autoren: Girish Pattappa (1)*, Jonas Krueckel (1), Ruth Schewior (1), Dustin Franke (1), Alexander Mench (1), Matthias Koch (1), Johannes Weber (1), Siegmund Lang (1), Christian G. Pfeifer (1), Brian Johnstone (2), Denitsa Docheva (1), Volker Alt (1), Peter Angele (1,3), Johannes Zellner (1,4)

Institute: (1) Labor für experimentelle Unfallchirurgie, Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Regensburg, Franz–Josef-Strauß Allee 11, 93053 Regensburg, (2) Department of Orthopaedics and Rehabilitation, Oregon Health & Science University, Portland, Oregon, USA, (3) Sporthopaedicum Regensburg, Regensburg, (4) Klinik für Unfallchirurgie, Caritas-Krankenhaus St. Josef, Regensburg

Zeitschrift: Biology 2020; 9(230): doi:10.3390/biology9080230

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5240



Dokument 45Titel: In-vivo-Vergleich von geflochtenen (Accero) und lasergeschnittenen intrakraniellen Stents (Acclino, Credo): Bewertung der Gefäßreaktionen bei subakuter und mittelfristiger Nachbeurteilung in einem Kaninchenmodell
Hintergrund: Zwei verschiedene Stent-Technologien sollen in Hinblick auf Blutgerinnsel und entzündliche Prozesse verglichen werden.
Tiere: 12 Kaninchen (Neuseelandkaninchen)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Für die Genehmigung wird ein Tierschutzkommittee der Universität des Saarlandes angegeben. Eine offizielle Genehmigungsbehörde wird nicht genannt.

Die 12 Kaninchen werden narkotisiert. Sie werden in 2 Gruppen aufgeteilt; jede Gruppe soll eine bestimmte Art von Stent erhalten, die sich bereits im klinischen Einsatz befinden. Dazu wird die Oberschenkelarterie freigeschnitten und ein Katheter eingeführt, mittels dem die Stents an den gewünschten Stellen platziert werden. Pro Kaninchen werden 3 Stents einer Art, aber von unterschiedlicher Größe gesetzt: in die Halsschlagader, in die Arterie unter dem Schlüsselbein und in die Bauchaorta. Nach Setzen der Stents wird ein anderer Katheter in die Arterien eingeführt, der die korrekte Lage der Stents mittels Angiografie überprüft. Außerdem wird der Durchmesser der Adern gemessen. Danach wird der Katheter entfernt, die Arterie und die Wunde werden verschlossen.

Nach 3 Tagen werden die Kaninchen erneut in Narkose gelegt und mittels eines Katheters werden die Stents erneut überprüft. Der Stent, der in der Halsschlagader sitzt, wird zusammen mit dem Stück der Halsschlagader für Untersuchungen herausgeschnitten. Die entstehenden Enden der Ader werden zusammengenäht, ebenso wie die Oberflächen-Wunde.

28 Tagen nach der ersten Operation werden die beiden anderen Stents auf die gleiche Weise entfernt. Danach werden die Kaninchen mit einer Überdosis eines Narkosemittels getötet. Die Adern werden für weitere Analysen entnommen.

Die Experimente wurden von dem Institut für Klinisch-Experimentelle Chirurgie, Universitätsklinikum des Saarlandes, gefördert.

Bereich: Biomaterial-Forschung, Herz-Kreislauf-Chirurgie, Gefäßforschung

Originaltitel: In vivo comparison of braided (Accero) and laser-cut intracranial stents (Acclino, Credo): evaluation of vessel responses at subacute and mid-term follow-up in a rabbit model

Autoren: Ruben Mühl-Benninghaus (1)*, Toshiki Tomori (1), Stefanie Krajewski (2), Philipp Dietrich (1), Andreas Simgen (1), Umut Yilmaz (1), Christoph Brochhausen (3), Mara Kießling (3), Wolfgang Reith (1), Giorgio Cattaneo (4)

Institute: (1) Klinik für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie, Universitätsklinikum des Saarlandes, Kirrberger Straße, Gebäude 90, 66421 Homburg/Saar, (2) Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Tübingen, Tübingen, (3) Institut für Pathologie, Universität Regensburg, Regensburg, (4) Institut für Biomedizinische Technik, Universität Stuttgart, Stuttgart

Zeitschrift: Journal of Materials Science: Materials in Medicine 2020; 31: 131

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5239



Dokument 46Titel: Mikrostrukturelle volumetrische Analyse der vertikalen Alveolarkamm-Augmentation mit autogenen Zahnwurzeln
Hintergrund: Es wird an Hunden untersucht, inwieweit sich Zähne mit unterschiedlicher Behandlung als Knochenaufbaumaterial im Kieferknochen eignen.
Tiere: 4 Hunde (Beagle)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Natur und Verbraucherschutz Recklinghausen genehmigt und finden in Düsseldorf statt. Die Autoren Schwarz und Becker werden als Operateure genannt.

Die etwa einjährigen Beagle-Hunde werden insgesamt dreimal unter Narkose operiert. Nach den Operationen erhalten die Tiere 7 Tage lang Schmerzmittel.

In der ersten Operation werden den Hunden im Unterkiefer insgesamt 10 Zähne gezogen (3 vordere Backenzähne, 2 hintere Backenzähne), auf jeder Seite 5. Dann werden mit einem Metallfräser Löcher in den Knochen gebohrt, insgesamt 6 Löcher pro Tier. Die Wunden werden vernäht und können 12 Wochen heilen.

In der zweiten OP werden die beiden vorderen Backenzähne im Oberkiefer auf beiden Seiten gezogen. Der obere Teil der Zähne wird vom unteren Teil der Zähne inklusive Zahnwurzel und Zahnwurzelpulpa abgetrennt. Der untere Teil wird entweder einer Hitze- und Druckbehandlung unterzogen oder nicht weiter behandelt. Das Dentin wird mittels eines Diamantbohrers freigelegt, der den Zahnzement abträgt.

Diese Zahnteilkonstrukte werden dann in die in der ersten OP geschaffenen Löcher im Unterkiefer verpflanzt. Sie werden mit einer Schraube im Kieferknochen verankert. Die Wundränder werden verschlossen und vernäht. 12 Wochen danach werden in einer weiteren OP die Zahnfleischbereiche, unter den die Zahn-Schrauben-Konstrukte positioniert sind, wieder aufgeschnitten und die Schrauben entfernt. Die in der zweiten Operation eingebrachten halben Zähne sind inzwischen angewachsen. Hierhinein werden nun kommerziell erhältliche Zahnimplantate aus Titan eingeschraubt. Nach 3 Wochen Heilungszeit werden alle Hunde mit einer Überdosis eines Betäubungsmittels getötet. Gewebeproben aus den Kiefern werden entnommen und für weitere Untersuchungen verwendet.

Die Experimente wurden gefördert von der Osteology Foundation Luzern, Schweiz, die Implantatkosten wurden übernommen von der Oral Reconstruction Foundation, Basel, Schweiz.

Bereich: Implantologie, Kieferchirurgie, Biomaterial-Forschung

Originaltitel: Microstructural volumetric analysis of vertical alveolar ridge augmentation using autogenous tooth roots

Autoren: Puria Parvini (1), Frank Schwarz (1)*, Mira Kristin Hüfner (2), Nicole Rauch (3), Manuel Nienkemper (2), Kathrin Becker (1,2)

Institute: (1) Carolinum Zahnärztliches Universitäts-Institut gGmbH der Johann Wolfgang-Goethe-Universität, Zentrum der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (Carolinum), Theodor-Stern-Kai 7, 60596 Frankfurt, (2) Poliklinik für Kieferorthopädie, Universitätsklinikum Düsseldorf, Moorenstr. 5, 40255 Düsseldorf, (3) Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf

Zeitschrift: Clinical Implant Dentistry and Related Research 2020; 1-7. Doi:10.1111/cid.12947

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5238



Dokument 47Titel: Plasmaspiegel einer konstanten Methadon-Infusion und die Auswirkungen auf thermische und mechanische Schmerz-Schwellenwerte bei Hunden
Hintergrund: Es soll untersucht werden, ob sich Nebenwirkungen bei konstanter Methadon-Gabe verringern und ein Schmerzmodell für gesunde Hunde soll etabliert werden.
Tiere: 7 Hunde (Beagle)
Jahr: 2021

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden durch das LAVES Hannover unter 33.12 – 42,502 – 04-14/1733 genehmigt. Die 7 Beaglehunde (2 weibliche, 5 männliche) werden in der Klinik für Kleintiere der Tierärztlichen Hochschule Hannover für diese Experimente gezüchtet und kastriert und auch die Experimente finden hier statt. Die Hunde sind zwischen 47 und 54 Monate alt, als sie für die Experimente eingesetzt werden, die sie zweimal im Abstand von 14 Tagen durchlaufen. Vor Beginn der eigentlichen Messungen müssen die Hunde mehrere Wochen die Stimulierungssonden tragen, damit sie sich daran gewöhnen. Einen Tag vor Start der Experimente wird zur Verabreichung von Medikamenten ein Katheter in die Halsvene, sowie zur Entnahme von Blutproben ein Katheter in die Oberschenkelvene gelegt.

Am Tag der Experimente wird den Hunden ein mechanisches Reizgerät (Manschette mit einem 2 mm langen Metallpin) an einem Vorderbein angelegt. Am anderen Vorderbein wird ebenfalls eine Manschette angebracht, die aber funktionslos ist. Eine weitere Manschette mit einem Heizelement wird am Brustkorb angebracht.

30 Minuten nach Anlegen der Manschetten starten die ersten Basismessungen. Dann wird den Hunden Methadon gespritzt; dieses Medikament ist seit den 1940er Jahren weltweit in Gebrauch und wird u.a. als Schmerzmittel benutzt. Eine Gruppe Hunde enthält eine wirkstofffreie Lösung, dies ist die Kontrollgruppe.

Nach einer ersten Injektion wird den Hunden über einen Katheter für 72 Stunden kontinuierlich Methadon oder die Kontrolllösung verabreicht.

Der mechanische Schmerzreiz wird über den Metallpin vermittelt, wobei die Kraft, mit der der Pin auf das Vorderbein drückt, gesteigert wird bis zu dem Punkt, an dem ein Hund eine Reaktion zeigt, die als Schmerzempfindung bewertet wird. Der Temperatur-Schmerzreiz wird über stufenweises Aufheizen der Manschette um den Brustkorb getestet. Auch hier stoppt die Temperaturerhöhung, wenn der Hund eine Schmerzreaktion zeigt; spätestens aber bei 50 °C. Diese Schmerzreize werden innerhalb der 72 Stunden, die dieses Experiment dauert, insgesamt 32 Mal in bestimmten Abständen wiederholt. Mehrfach werden in diesem Zeitraum Blutdruck, Herzfrequenz und Rektaltemperatur gemessen; insgesamt 17 Mal werden Blutproben genommen. Das Verhalten wird ebenfalls dokumentiert.

Die Hunde erleiden verschiedene Nebenwirkungen des Magen-Darm-Traktes; ein Hund frisst nicht, 4 Hunde übergeben sich 2 bis 12 Mal zwischen 11 und 72 Stunden nach Injektion. Zudem kommt es zu Abfall der Körpertemperatur, Verlangsamung des Herzschlags und Benommenheit. Nach Abschluss der Testreihe werden die Hunde in ihre Gruppen zurückgesetzt. Die Experimente wurden gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover.

Bereich: Schmerzforschung

Originaltitel: Plasma levels of a methadone constant rate infusion and their corresponding effects on thermal and mechanical nociceptive thresholds in dogs

Autoren: T. Amon (1)*, S. B. R. Kästner (1), M. Kietzmann (2), J. Tünsmeyer (1)

Institute: (1) Klinik für Kleintiere, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Bünteweg 9, 30559 Hannover, (2) Institut für Pharmakologie, Toxikologie und Pharmazie, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Hannover

Zeitschrift: BMC Veterinary Research 2021; 17: 35

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5237



Dokument 48Titel: Topisches Melatonin verbessert die mikrozirkulatorische Oxygenierung des Magens während eines hämorrhagischen Schocks bei Hunden, verändert aber nicht die Barriereintegrität von Caco-2-Monolayern
Hintergrund: Der Einfluss von Melatonin auf die Mikrodurchblutung von Mundschleimhaut und Magenschleimhaut bei einem Blutungsschock soll analysiert werden.
Tiere: 6 Hunde (Foxhounds)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen unter der Nummer 84-02.04.2011.A288 genehmigt. Bevor die Experimente starten, werden die 3- bis 9-jährigen weiblichen Hunde kastriert, um eine hormonelle Beeinflussung der Ergebnisse durch den Zyklus auszuschließen.

Den Tieren wird ein Narkosemittel gespritzt und sie bekommen einen Beatmungsschlauch in die Luftröhre geschoben und werden während der Dauer der Experimente künstlich beatmet. Ein Katheter wird über die linke Halsarterie bis in die Hauptschlagader (Aorta) geschoben, um den Blutdruck zu messen. Die Kontrolle der Mikrodurchblutung von Mund- und Magenschleimhaut erfolgt durch Sonden.

Es werden 4 experimentelle Gruppen gebildet:

1. Melatonin: Die Tiere bekommen Melatonin auf die Schleimhaut von Mund und Magen aufgetragen und 2,5 Stunden lang werden verschiedene Werte gemessen.

2. Kontrolle: Die Hunde bekommen eine wirkstofffreie Lösung auf die Schleimhaut von Mund und Magen aufgetragen und 2,5 Stunden lang werden verschiedene Werte gemessen.

3. Melatonin + Blutungsschock: Um einen Blutungsschock herbeizuführen, wird innerhalb von 5 Minuten ca. 20% des geschätzten Gesamtblutvolumens des jeweiligen Hundes aus dem Körper abgeführt und gesammelt. Das entspricht im Schnitt einem halben Liter Blut. Um so viel Blut so schnell abzulassen, werden zwei Venenkatheter und der Arterienkatheter gleichzeitig verwendet. 30 Minuten nach dem Blutungsschock wird auf die Schleimhaut von Mund und Magen Melatonin aufgetragen. Der Schock wird weitere 30 Minuten aufrechterhalten. Dann wird das abgezapfte Blut wieder in den Körper zurückgepumpt. Weitere 60 Minuten wird der Hund in Narkose überwacht. Vor dem Blutungsschock als auch 30, 35, 40 und 60 Minuten nach Blutungsschock werden Messungen der Mikrozirkulationsdurchblutung von Magen und Mundschleimhaut durchgeführt.

4. Kontrolle + Blutungsschock: Die Tiere werden wie in Gruppe 3 behandelt, nur dass statt Melatonin eine wirkstofffreie Lösung aufgetragen wird.

Jeder der sechs Hunde durchläuft jede einzelne dieser vier experimentellen Prozeduren, jeweils mit einer Pause von 3 Wochen dazwischen. Was danach mit den Hunden passiert, ist nicht beschrieben.

Die Experimente wurden durch den Strategic Research Fund der Heinrich-Heine-Universität finanziell gefördert.

Bereich: Intensivmedizin, Schockforschung

Originaltitel: Topical melatonin improves gastric microcirculatory oxygenation during hemorrhagic shock in dogs but does not alter barrier integrity of Caco-2 monolayers

Autoren: Richard Truse*, Inga Nolten, Jan Schulz, Anna Herminghaus, Tobias Holtmanns, Lukas Gördes, Annika Raupach, Inge Bauer, Olaf Picker und Christian Vollmer

Institute: Klinik für Anästhesiologie, Universitätsklinikum Düsseldorf, Moorenstr. 5, 40225 Düsseldorf

Zeitschrift: Frontiers in Medicine 2020; 7(510)

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5236



Dokument 49Titel: Transplantat-gegen-Wirt Krankheit des ZNS wird durch TNF-Hochregulation in Mikroglia vermittelt
Hintergrund: Eine akute Transplantat-gegen-Wirt-Krankheit (GVHD) ist eine lebensbedrohliche Komplikation nach einer Stammzellentransplantation. Um die Rolle von Microglia (bestimmte Gehirnzellen) bei der GVHD zu ergründen, werden Gehirnproben von 503 verstorbenen Patienten untersucht und Versuche an Mäusen gemacht.
Tiere: 200 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Tierversuche werden vom Regierungspräsidium Freiburg genehmigt. Folgende Protokollnummern werden angegeben: G-13/045, G13-116, G15/018, G-17/063, X-13/07 und X-15/10A. Es werden Mäuse von Janvier Labs in Frankreich oder aus dem örtlichen Bestand der Tierversuchsanlage der Universität Freiburg verwendet. Andere, genmanipulierte Mäuselinien, denen durch Genmanipulation bestimmte Gene fehlen, werden in der Tierversuchsanlage der Universität Freiburg oder am Weizmann Institute of Science in Rehovot, Israel, gezüchtet.

Für eine Knochenmarktransplantation werden die Empfängertiere einer tödlichen Bestrahlung ausgesetzt. Spendertiere werden getötet, um aus den Milzen bestimmte Zellen der Immunabwehr (T-Zellen) zu isolieren und den bestrahlten Tieren zu verabreichen. Bei den Empfängertieren wird eine akute Transplantat-gegen-Wirt-Krankheit (GVHD) ausgelöst indem man ihnen Zellen einer anderen Mäuselinie transplantiert. Für Verhaltensstudien wird eine fast tödliche Dosis von bestimmten T-Zellen verwendet. Was bei den Verhaltensstudien genau gemacht wird, wird nicht erläutert. In den Anlagen gibt es mehrere Diagramme wonach die Griffstärke ihrer Pfoten getestet wird, das Neugier-Verhalten der Tiere gegenüber einem neuen Objekt und das Angstverhalten im „Erhöhten Plus-Irrgarten“. Aus Überlebenskurven geht hervor, dass in manchen Gruppen von Mäusen alle Tiere innerhalb von 30-40 Tagen sterben. Wann und wie den Tieren das Gehirn entnommen wird, wird nicht erwähnt.

Die Studie wurde unterstützt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Deutsche Krebshilfe, die José Carreras Leukämie-Stiftung, das Deutsche Exzellenzstrategiezentrum für integrative biologische Signalstudien, das Programm des Europäischen Regionalentwicklungsfonds, der Else Kröner-Fresenius-Stiftung, dem Berta-Ottenstein-Programm für klinische Wissenschaftler und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Bereich: Transplantationsmedizin

Originaltitel: Graft-versus-host disease of the CNS is mediated by TNF upregulation in microglia

Autoren: Nimitha R. Mathe (1,2), Janaki M. Vinnakota (1,2,3), Petya Apostolova (1,2,4), Daniel Erny(4,5), Shaimaa Hamarsheh (1,2), Geoffroy Andrieux (6,7,8), Jung-Seok Kim (9) Kathrin Hanke (1,2), Tobias Goldmann (5), Louise Chappell-Maor (9) Nadia El-Khawanky (1,2) Gabriele Ihorst (1,2), Dominik Schmidt (1,2), Justus Duyster (1,2), Jürgen Finke (1,2), Thomas Blank (5), Melanie Boerries (6,7,8), Bruce R. Blazar (10), Steffen Jung (9), Marco Prinz (5,11,12), Robert Zeiser (1,2,11)*

Institute: (1) Klinik für Innere Medizin I, Universitätsklinikum Freiburg, Freiburg, (2)* Klinik für Innere Medizin I, Hämatologie, Onkologie und Stammzelltransplantation, Universitätsklinikum Freiburg, Hugstetter Straße 55, 79106 Freiburg, (3) Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Fakultät für Biologie, (4) Berta-Ottenstein-Programm, Medizinische Fakultät Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, (5) Institut für Neuropathologie, Uniklinik Freiburg, (6) Institut für Medizinische Bioinformatik und Systemmedizin (IBSM), Universitätsklinikum Freiburg, Medizinische Fakultät / Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg, (7) Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), Universitätsklinikum Freiburg, (8) Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Heidelberg, (9) Department of Immunology, Weizmann Institute of Science, Rehovot, Israel, (10) Division of Blood and Marrow Transplantation, Masonic Cancer Center and Department of Pediatrics, University of Minnesota, Minneapolis, Minnesota, USA, (11) CIBSS, Centre for Integrative Biological Signalling Studies, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg, (12) Institut für Neuropathologie, Neurozentrum, Universitätsklinikum Freiburg, Freiburg

Zeitschrift: The Journal of Clinical Investigation 2020: 130(3): 1315-1329

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5235



Dokument 50Titel: Definition der Reduzierung des Körpergewichts als humaner Endpunkt: eine kritische Bewertung
Hintergrund: Es werden viele Studien mit verschiedenen Leiden durchgeführt, um zu beurteilen, ob ein Gewichtsverlust von 20 % bei Nagern als Kriterium geeignet ist, das Leid der Tiere vorzeitig zu beenden („humaner Endpunkt“).
Tiere: 309 Tiere verschiedener Arten (228 Mäuse und 81 Ratten)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche wurden vom niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES, Lizenz 15/1905, AZ 14/1533), vom Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LALLF 7221.3-1.1-004/13, LALLF 7221.3-1.1-004 / 13, LALLF 7221.3-1.1-064/08, LALLF 7221.3-1.1-002/14), der Oberbayerischen Regierung (55.2-1-54-2531-119-14, 55.2-1-54-2532-105-16, 55.2-1-54-2532-58-15) und dem Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft Nordrhein–Westfalen (AZ 84-02.04.2017.A2018, AZ 84-02.04.2014.A094, AZ 84-02.04.2017.A304, 55.2-1-54-2532-166-2015) genehmigt.

Es werden zwölf Studien durchgeführt und miteinander verglichen, um zu beurteilen, ob Gewichtsverlust ein Kriterium für die vorzeitige Tötung von Nagern ist („humaner Endpunkt“).

1. Die erste Studie wird mit 16 Mäusen an der Medizinischen Hochschule Hannover durchgeführt. Die Mäuse werden einzeln untergebracht. Stress wird erzeugt, indem die Tiere an 10 aufeinanderfolgenden Tagen täglich für 60 Minuten in eine enge Röhre gesteckt werden. Die Tiere werden regelmäßig gewogen. Diese Studie wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.

2. Die zweite Studie wird mit 64 Mäusen in Rostock durchgeführt. Die Mäuse werden in Gruppen untergebracht. Eine Hyperglykämie (hoher Blutzucker) wird durch Injektion von Streptozocin an fünf aufeinanderfolgenden Tagen in die Bauchhöhle hervorgerufen, was zum Absterben der Insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse führt. Nach etwa vier Monaten werden die Tiere getötet. Diese Studie wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.

3. Die dritte Studie wird mit 23 Mäusen an der Medizinischen Hochschule Hannover durchgeführt. Die Mäuse werden einzeln untergebracht. Für das Auslösen einer akuten Kolitis (Dickdarmentzündung) wird den Tieren Natrium-Dextransulfat (DSS) über das Trinkwasser verabreicht, welches eine Schädigung des Darms verursacht. Diese Studie wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.

4. Die vierte Studie wird mit 29 Ratten an der Ludwig-Maximilians-Universität München durchgeführt. Die Ratten werden bei Envigo (Niederlande), gekauft und einzeln untergebracht. Den Tieren wird eine Elektrode in das Gehirn implantiert und durch elektrischen Strom und einer Gabe von Lithium-Pilocarpin ein epileptischer Schock ausgelöst. Die Tiere bekommen wiederkehrende Anfälle und werden vermutlich nach 21 Tagen getötet. Diese Studie wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.

5. Die fünfte Studie wird mit 10 Ratten in Hannover durchgeführt. Die Ratten werden einzeln untergebracht. Es wird ein Hirntumor hervorgerufen, indem Ratten Krebszellen in das Gehirn transplantiert werden. Wenn eine Ratte das Endpunktkriterium erreicht (schwere neuronale Symptome, Apathie), wird das Tier getötet und der Tumor feingeweblich untersucht.

6./7. Die Studien 7 und 8 werden mit 32 + 18 Ratten an der Rheinisch-Westfälisch Technischen Hochschule (RWTH) Aachen durchgeführt. Unter Narkose wird den Ratten die linke Seite der Bauchspeicheldrüse entfernt. Der Schnitt wird bei manchen Tieren mit verschiedenen Klebern versiegelt oder unbehandelt gelassen. Nach einer Überlebenszeit von 14, 21 oder 90 Tagen werden die Tiere getötet. Diese Studie wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

8. Die achte Studie wird ebenso an der RWTH Aachen durchgeführt, diesmal mit 21 Ratten. Den Ratten wird unter Narkose die linke Seite der Leber entfernt. Der Schnitt wird bei manchen Tieren mit verschieden Klebern versiegelt oder nicht versiegelt. Zusätzlich zur Leberresektion wird einigen Tieren ein telemetrischer Transponder implantiert. Nach 7 Tagen werden die Tiere getötet. Diese Studie wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.

9. Die neunte Studie wird wieder an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit 42 Mäusen durchgeführt. Die Mäuse werden einzeln gehalten. Den Tieren wird eine Elektrode im Gehirn implantiert. Durch elektrischen Strom und Injektion von Celastrol (Appetitzügler) werden epileptische Anfälle ausgelöst. Die Tiere werden getötet, wenn sie sich einem Gewichtsverlust von 15% nähern. Diese Studie wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.

10./11. Die Studien 11 und 12 werden mit je 20 Mäusen am Rudolf-Zenker-Institut für Experimentelle Chirurgie in Rostock durchgeführt. Die Mäuse werden entweder 74 Wochen lang normal oder kalorienreduzierend gefüttert, gefolgt von Verhaltenstests.

12. Die zwölfte Studie wird an der Ludwig-Maximilians-Universität in München mit 20 Mäusen durchgeführt. Die Mäuse werden einzeln untergebracht. Durch gezielte Verpaarung verschiedener genmanipulierter Maus-Linien soll ein neues Mausmodell des Dravet-Syndroms (eine schwere frühkindliche Epilepsie) entwickelt werden.

Bereich: Versuchstierkunde

Originaltitel: Defining body-weight reduction as a humane endpoint: a critical appraisal

Autoren: Steven R Talbot (1), Svenja Biernot (1), Andre Bleich (1), Roelof Maarten van Dijk (2), Lisa Ernst (3), Christine Häger (1), Simeon Oscar Arnulfo Helgers (4), Babette Koegel (3), Ines Koska (2), Angela Kuhla (5), Nina Miljanovic (2), Franz-Tassilo Müller-Graff (5), Kerstin Schwabe (4), Rene Tolba (3), Brigitte Vollmar (5), Nora Weegh (1), Tjark Wölk (5), Fabio Wolf (2), Andreas Wree (6), Leonie Zieglowski (3), Heidrun Potschka (2), Dietmar Zechner (5)*

Institute: (1) Institut für Versuchstierkunde und Zentrales Tierlabor, Medizinische Hochschule Hannover, Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover, (2) Ludwig-Maximilians-Universität München, Lehrstuhl für Pharmakologie, Toxikologie und Pharmazie, Königinstr. 16, 80539 München, (3) Institut für Versuchstierkunde (VTK) und Zentrallaboratorium für Versuchstiere, RWTH Aachen, Pauwelsstraße 30, 52074 Aachen, (4) Experimentelle Neurochirurgie, Medizinische Hochschule Hannover, Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover, (5) Rudolf-Zenker-Institut für Experimentelle Chirurgie, Schillingallee 69a, 18057 Rostock*

Zeitschrift: Laboratory Animals 2020, 54 (1): 99-110. doi: 10.1177/0023677219883319

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5234



Dokument 51Titel: MicroRNAs als systemische Biomarker um das Leiden bei Magen-Darm-Erkrankungen bei Tiermodellen zu bewerten
Hintergrund: Es soll untersucht werden, ob sich das Ausmaß der Leiden von Mäusen beim Vergleich von Bauchspeicheldrüsenkrebs, Bauchspeicheldrüsenentzündung und Gallenstau im Blut widerspiegelt.
Tiere: 94 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern unter den Nummern 7221.3-1-002/17 und 7221.3-1-019/15 genehmigt. Die Mäuse werden bei Charles River gekauft und in Rostock weiter gezüchtet.

Bei 31 Mäusen wird eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung durch mehrere Injektionen von Cerulein in den Bauchraum ausgelöst. Cerulein ist ein Stoff, der aus der Haut von australischen Baumfröschen stammt. Er regt die Sekretion von Magen, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse an und wird in der tierexperimentellen Forschung verwendet, um eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse auszulösen.

10 Tiere werden schon nach zwei Tagen getötet. Bei 21 Tieren geschehen die Injektionen täglich 30 Tage lang und die Tiere werden nach 33 Tagen unter Narkose durch Genickbruch getötet.

Weiteren 18 Mäusen werden unter Narkose Krebszellen in die Bauchspeicheldrüse injiziert. Dazu wird die Bauchhöhle aufgeschnitten. Bei manchen Tieren wird eine Chemotherapie durch tägliche Injektion von Metformin durchgeführt.

Um eine cholestatische Leberfibrose (Gallenstau) auszulösen, wird bei 24 Mäusen unter Narkose der Gallengang mit einem Nahtfaden abgebunden und dazwischen durchtrennt. In der Folgezeit verlieren diese Tiere bis zu 13% ihres Körpergewichtes und trocknen aus. Eine Behandlung wird durch tägliche Injektion eines Entzündungshemmers in die Bauchhöhle vom ersten bis zum Tag 13 nach der Operation durchgeführt. Alle Tiere bekommen ein Schmerzmittel über das Trinkwasser und werden allein im Käfig gehalten. Während der Versuche wird der Gewichtsverlust und das Leiden der Tiere anhand des Verhaltens (Graben, Nistverhalten) beobachtet.

Diese Studie wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.

Bereich: Schmerzforschung

Originaltitel: MicroRNAs as systemic biomarkers to assess distress in animal models for gastrointestinal diseases

Autoren: Simone Kumstel (1)*, Heike Janssen?Peters (2,4), Ahmed Abdelrahman (1), Guanglin Tang (1), Ke Xiao (2), Nicole Ernst (2), Edgar Heinz Uwe Wendt (1), Rupert Palme (3), Nico Seume (1), Brigitte Vollmar (1), Thomas Thum (2), Dietmar Zechner (1)

Institute: (1) Rudolf-Zenker-Institut für Experimentelle Chirurgie, Universitätsmedizin Rostock, Schillingallee 69a, 18057 Rostock, (2) Institut für Molekulare und Translationale Therapiestrategien (IMTTS), Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, (3) Abteilung für Physiologie, Pathophysiologie und Experimentelle Endokrinologie, Department für Biomedizinische Wissenschaften, Veterinärmedizinische Universität Wien, Wien, Österreich

Zeitschrift: Scientific Reports 2020; 10(1): 16931

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5233



Dokument 52Titel: Mikrotechnisch hergestellte biosynthetisierte Cellulose als antifibrotischer In-vivo-Schutz T für in das Herz implantierbare elektronische Geräte
Hintergrund: Es wird eine neue Beschichtung zum Schutz von Herzschrittmachern und anderen implantierbaren Geräten an Schweinen getestet.
Tiere: 16 Schweine (Minischweine)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Tierversuche werden vom LaGeSo Berlin unter der Nummer G 0116/17 genehmigt. Die Versuche finden an der tierexperimentellen Einrichtung der Charité–Universitätsmedizin Berlin statt. Die Herkunft der Tiere wird nicht genannt. Die 16 Schweine erhalten unter Narkose einen mit Zellulose beschichteten Herzschrittmacher (PMC) und einen unbehandelten Schrittmacher (BI). Das mit Zellulose bedeckte Gerät wird in eine Haut-Tasche an einer seitlichen Brustwand des Tieres angebracht, das unbehandelte Gerät auf der anderen Brustseite. Von beiden Schrittmachern führen Kabel durch eine Vene zum Herzen.

Ein Schwein zeigt nach der Operation Anzeichen von Rückenschmerzen und anhaltender Lahmheit. Es wird daher vorzeitig, 4 Monaten nach der Implantation, getötet. Alle anderen Tiere werden 3 (Gruppe 1) und 12 Monate (Gruppe 2) nach der Operation unter Narkose getötet.

Bereich: Biomedizinische Technik, Tissue Engineering

Originaltitel: Microengineered biosynthesized cellulose as anti-fibrotic in vivo protection T for cardiac implantable electronic devices

Autoren: Francesco Robotti (1,3,9), Ita Sterner (2,9), Simone Bottan (3), Josep M. Monné Rodríguez (4)*, Giovanni Pellegrini (4), Tanja Schmidt (5), Volkmar Falk (2,6,7,8), Dimos Poulikakos (1), Aldo Ferrari (1,9)*, Christoph Starck (2,7)*

Institute: (1) Laboratory of Thermodynamics in Emerging Technologies, Departement Maschinenbau und Verfahrenstechnik, ETH Zürich, Sonneggstrasse 3, 8092 Zürich, Schweiz, (2) Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Deutsches Herzzentrum Berlin, Berlin, (3) Wyss Zürich Translational Center, Zürich, Schweiz, (4) Institut für Veterinärpathologie, Vetsuisse-Fakultät, Universität Zürich, Winterthurerstrasse 268, 8057 Zürich, Schweiz, (5) Charité - Universitätsmedizin Berlin, Forschungseinrichtungen für experimentelle Medizin, Robert-Rössle-Str. 10, Haus 92, 13125 Berlin, (6) Medizinische Klinik für Kardiologie (CBF), Charité-Universitätsmedizin Berlin, (7) Deutsches Zentrum für Herz- Kreislauf-Forschung (DZHK) e.V., Berlin, (8) Departement Gesundheitswissenschaften und Technologie, ETH Zürich, Departement D-HEST, Zürich, Schweiz, (9) EMPA, Swiss Federal Laboratories for Material Science and Technology, Dübendorf, Schweiz

Zeitschrift: Biomaterials 2020; 229: 119583

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5232



Dokument 53Titel: Ein verbessertes Tiermodell für Herpesvirus-Enzephalitis beim Menschen
Hintergrund: Es sind bereits zahlreiche „Modelle“ für die menschliche Herpes simplex Enzephalitis (HSVE) entwickelt worden, d.h. künstlich infizierte Tiere, die aber nicht die typischen Veränderungen des Menschen aufweisen und eine hohe Sterblichkeitsrate haben. In dieser Studie wird ein neues „Mausmodell“ vorgestellt.
Tiere: 20 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Tierversuche wurden vom Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Mecklenburg-Vorpommern (LALFF M-V) mit der Referenznummer 7221.3-1-064 / 17 genehmigt. Die Tiere werden von Charles River Laboratories gekauft und im Friedrich-Loeffler-Institut, Greifswald - Insel Riems, gehalten.

Zur Beurteilung der „mittleren Zeit bis zum Tod“ (MTD) werden Gruppen von Mäuse unter Narkose mit verschiedenen mutierten Viren der menschlichen Krankheit Herpes simplex Enzephalitis infiziert, indem die Virensubstrate in beide Nasenlöcher gesprüht werden. Die Tiere werden täglich überwacht, bewertet und getötet, wenn der „humane Endpunkt“ erreicht sei. Bewertet wird der Zustand der Tiere nach einer Tabelle mit drei Kategorien: äußerer Zustand, Verhalten und Aktivität sowie Körpergewicht.

Erste klinische Anzeichen treten bei einigen Tieren etwa 2 Tage nach der Infektion auf. In der Folge verschlimmern sich die klinischen Symptome und umfassen hauptsächlich einseitige Bindehautentzündungen, Nasenbrückenödeme, blutige Hautveränderungen und Geschwüre im Gesicht aufgrund von übermäßigem Juckreiz und Beginn von Selbstverstümmelung. Die Mäuse werden apathisch und zeigen Phasen von übermäßiger Aktivität. Im Endstadium haben einige Tiere Atemnot.

Diese Experimente gehen über einen Zeitraum von 18 Tagen. Je nach Virusmutation sterben die Mäuse innerhalb weniger Tage. Am Ende der 18 Tage werden die zwei bis dahin überlebenden Tiere getötet. Hierfür wird ihnen unter Narkose eine Nadel ins Herz gestochen, um sie auszubluten. Verschiedene Organe werden entnommen.

Bereich: Virologie

Originaltitel: An improved animal model for herpesvirus encephalitis in humans

Autoren: Julia Sehl (1,2), Julia E. Hölper (1), Barbara G. Klupp (1), Christina Baumbach (3), Jens P. Teifke (2), Thomas C. Mettenleiter (1)*

Institute: (1) Institut für Molekulare Virologie und Zellbiologie, Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Südufer 10, 17493 Greifswald - Insel Riems, (2) Abteilung für Experimentelle Tierhaltung und Biosicherheit, Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Südufer 10, 17493 Greifswald - Insel Riems, (3) Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern, Rostock

Zeitschrift: PLoS Pathogenes 2020; 16(3): e1008445

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5231



Dokument 54Titel: Antibiotikaresistenz bei Escherichia coli von Masthühnern nach Amoxicillin-Behandlung in einer experimentellen Umgebung
Hintergrund: Die Entstehung von antibiotikaresistenten Keimen bei der Verwendung von Antibiotika in der Massentierhaltung wird bei Masthühnern untersucht.
Tiere: 125 Hühner (Masthühner)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Der Versuch wird unter der Nummer G0175/14 vom Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGESO) in Berlin genehmigt. Die 5 Tage alten Küken der Masthuhnrasse Ross 308 stammen aus einer nicht genannten Zuchtanlage. Die Versuche finden am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin von Januar bis Februar 2015 statt.

Die Tiere werden in 5 Versuchsgruppen zu je 23-27 Tieren aufgeteilt. Die Hühner der Gruppe I bekommen täglich über 5 Tage eine Dosis des Antibiotikums Amoxicillin mittels einer Kanüle, die in den Schnabel der Tiere eingeführt wird. Die Hühner der Gruppe G bekommen Amoxicillin über 5 Tage im Trinkwasser. Zwei weitere Gruppen von Hühnern (KI und KG) werden ab Tag 5 mit den Gruppen I bzw. G zusammengehalten, um herauszufinden, ob sich eine Antibiotikaresistenz der natürlichen Darmbakterien von behandelten auf nicht behandelte Tiere überträgt.

Die fünfte Gruppe C (Kontrollgruppe) hat keinen Kontakt zu anderen Hühnern. Jede Gruppe wird auf einer Fläche von 6,5 qm gehalten. Die Gruppen, die zusammengehalten werden, verfügen über eine doppelt so große Fläche.

Alle Tiere werden vor Beginn der Versuche und an mehreren Tagen danach gewogen. Am Tag 0 (Beginn der Versuche), 2, 3, 4, 5, 6, 7, 14, 21, 28 und 34 wird mit einem Stäbchen ein Abstrich aus der Kloake entnommen und es wird untersucht, ob die im Abstrich enthaltenen E. coli-Bakterien gegen Antibiotika resistent geworden sind.

Neun Tiere sterben während des Versuchszeitraums. Am Ende der Studie können sich viele Tiere kaum auf den Beinen halten und sie bewegen sich wenig.

Tiere der Gruppen G, KG und C bekommen Amoxicillin im Trinkwasser erneut bis zum Tag 38. Am Tag 3 werden je 5 Hühner der Gruppen I und G und am Tag 38 – alle überlebenden Hühner der anderen Gruppen getötet, indem sie elektrobetäubt, geköpft und ausgeblutet werden. Blut, Darm- und andere Gewebe werden für weitere Analysen entnommen. Diese Arbeit wurde vom Bundesinstitut für Risikobewertung finanziell unterstützt.

Bereich: Nutztierwissenschaften, Tierseuchenforschung, Tierzucht

Originaltitel: Antibiotic resistance in Escherichia coli from broiler chickens after amoxicillin treatment in an experimental environment

Autoren: Elke Burow (1)*, Mirjam Grobbel (1), Bernd-Alois Tenhagen (1), Céline Simoneit (1), Daniela Wendt (2), Corinna Kürbis (2), Mechthild Ladwig-Wiegard (3), Stefanie Banneke (3), Annemarie Käsbohrer (1,4)

Institute: (1) Abteilung Biologische Sicherheit, Bundesinstitut für Risikobewertung, Diedersdorfer Weg 1, 12277 Berlin, (2) Abteilung Sicherheit in der Nahrungskette, Bundesinstitut für Risikobewertung, Berlin, (3) Abteilung Experimentelle Toxikologie und ZEBET, Bundesinstitut für Risikobewertung, Berlin, (4) Universitätsklinik für Nutztiere und Department für öffentliches Gesundheitswesen in der Veterinärmedizin, Veterinärmedizinische Universität Wien, Wien, Österreich

Zeitschrift: Microbial Drug Resistance 2020; 26(9): 1098–1107

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5230



Dokument 55Titel: Erlernte Hilflosigkeit zeigt eine Risikopopulation für die Entwicklung von depressionsartigem Verhalten nach Myokardinfarkt bei Mäusen
Hintergrund: Es wird an Mäusen untersucht, ob ein Herzinfarkt zu „depressionsartigem Verhalten“ führt. Bei Patienten ist dieser Zusammenhang bekannt. Hier soll ein „Tiermodell“ für dieses Phänomen entwickelt werden. Allerdings zeigen die Mäuse im jungen Erwachsenenalter in den Tests kein depressives Verhalten nach einem künstlich ausgelösten Herzinfarkt. ?
Tiere: 40 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der zuständigen Behörde, dem Regierungspräsidium Karlsruhe, unter der Nummer G-134/16 genehmigt. Die Herkunft sowie die Anzahl der verwendeten Tiere sind nicht bekannt. Männliche, 10 Wochen alte Mäuse werden in 2 Gruppen eingeteilt. Unter Narkose wird bei allen Tieren der Brustkorb geöffnet, bei einem Teil der Tiere wird bei dieser Operation ein Herzinfarkt ausgelöst, indem ein Herzgefäß abgebunden wird. Am nächsten Tag wird eine Blutprobe aus dem Venengeflecht hinter dem Augapfel genommen, wobei die Tiere mit einem Narkosegas betäubt werden.

Zwei Wochen später wird getestet, ob die Mäuse „depressionsartiges Verhalten“ zeigen. Dafür werden über einen Zeitraum von 2 Wochen verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Beim „Offenen Feld-Test“ und „Hell-Dunkel-Box-Test“ wird beobachtet, ob sich eine Maus in eine erleuchtete Fläche wagt oder lieber am geschützten Rand oder im Dunklen aufhält, was als ängstliches Verhalten gilt. Beim Zucker-Präferenz-Test wird einem Tier zwei Flaschen mit Zucker (Saccharose) und Wasser angeboten. Mäuse, die wenig Zucker trinken, gelten als depressiv. Weitere Tests sind der „erzwungene Schwimmtest“, bei dem gemessen wird, wie viel sich die Mäuse bewegen, wenn sie für 6 Minuten in einem wassergefüllten Zylinder ohne Kontakt zum Rand oder zum Boden schwimmen müssen. Beim „Schwanzaufhängungstest“ wird eine Maus 6 Minuten am Schwanz ohne Kontakt zum Boden aufgehängt. Mäuse, die sich dabei wenig bewegen, gelten als depressiv. Ebenfalls angewendet wird der sogenannte „Heizplattentest“, bei dem die Tiere für 45 Sekunden auf eine auf 53°C erhitzte Oberfläche gesetzt werden. Dabei werden Versuche, die Pfoten von der Platte zu entfernen sowie Sprünge beobachtet. Um zu überprüfen, ob Anzeichen für „erlernte Hilflosigkeit“ auftreten, werden die Mäuse Elektroschocks im Fußbereich ausgesetzt. An zwei aufeinanderfolgenden Tagen erhalten die Tiere 240 Schocks von 0,15 Ampere mit einer zufälligen Dauer von 1-3 Sekunden. Der Versuch erfolgt täglich für 52 Minuten. Am dritten Tag wird jeder Elektroschock durch Aufleuchten einer Lampe angekündigt und die Tiere haben die Möglichkeit, in einen anderen Teil des Käfigs ohne Elektroschocks zu flüchten. Mäuse, die nicht fliehen und die Schmerzen ohne Regung über sich ergehen lassen, gelten als „erlernt hilflos“. In Woche 5 werden die Mäuse durch Enthauptung getötet und Gewebeproben aus Herz und Gehirn eingefroren.

Das Projekt wird finanziell unterstützt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Europäischen Kommission, vom Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK).

Bereich: Herz-Kreislauf-Forschung, Psychiatrie, Innere Medizin

Originaltitel: Learned helplessness reveals a population at risk for depressive-like behaviour after myocardial infarction in mice

Autoren: Bastian Bruns (1, 2, 4)*, Thomas Schmitz (1,2,4), Nathalie Diemert (1,2,3,4), Chrysovalandis Schwale (1,2), Stefanie Maria Werhahn (1,2,3,4), Friederike Weyrauther (1,2,3,4), Peter Gass (5), Miriam Annika Vogt (5), Hugo Katus (2,3), Wolfgang Herzog (1), Johannes Backs (2,4)*, Jobst-Hendrik Schultz (1,2)

Institute: (1) Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik, Universität Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 410/669, 69120 Heidelberg, (2) DZHK (Deutsches Zentrum für Herz- Kreislauf-Forschung), Mannheim, (3) Klinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie, Universität Heidelberg, Heidelberg, (4) Institut für Experimentelle Kardiologie, Universität Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 669, 69120 Heidelberg, (5) Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, Mannheim

Zeitschrift: ESC Heart Failure 2019; 6(4): 711-722

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5229



Dokument 56Titel: Frühe pH-Änderungen des Bewegungsapparates bei Verletzungen - Aktivität des aeroben katabolen Weges in Verbindung mit interindividuellen Unterschieden im lokalen pH-Wert
Hintergrund: Es werden Blutungen in Knochen und Muskeln von Schafen und Ratten erzeugt, um die Veränderungen des pH-Wertes dabei zu bestimmen.
Tiere: 32 Tiere verschiedener Arten (8 Merinoschafe und 24 Ratten)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden unter den Nummern G0216/13 und G0017/16 vom Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) Berlin genehmigt. Es werden 8 weibliche Merinoschafe (> 2,5 Jahre alt) und 24 weibliche Ratten der Zuchtlinie Sprague-Dawley im Alter von 12 Wochen verwendet. Die Herkunft der Tiere wird nicht genannt.

Die Schafe werden gleichzeitig noch für ein anderes Experiment verwendet. Sie werden in Narkose gelegt und ihnen wird ein Schmerzmittel gespritzt. Bei 3 Schafen wird ein 6 mm großes Loch in ein Schienbein gebohrt. Bei 3 weiteren Schafen wird mit einem Skalpell ein gleich großes Loch in einem Oberschenkelmuskel geschnitten. Bei 2 Schafen werden sowohl im Schienbein als auch im Oberschenkelmuskel jeweils ein Loch gemacht. Ein kleines pH-Messgerät wird in den Knochenmarkkanal oder in das blutende Loch im Muskel eingeführt und die Haut wird darüber zugenäht. Die Schafe bleiben drei Stunden lang in Narkose, währenddessen sich ein Bluterguss im Knochen und/oder Muskelgewebe entwickelt. Dann werden sie noch in Narkose getötet.

Es werden zudem Daten aus einer älteren Studie verwendet, bei der 36 Schafen ein Schienbein durchgesägt wird, um einen Bluterguss zu erzeugen.

Die Ratten werden in Narkose gelegt und bekommen Schmerzmittel, Augensalbe und Antibiotika. Die Haut eines Hinterbeins wird an zwei Stellen aufgeschnitten. Der Oberschenkelknochen wird durchgesägt und ein 5 mm langes Knochenstück wird entfernt. Über das Loch wird eine Metallplatte gelegt und mittels 4 Schrauben am Knochen angeschraubt. Ein Muskel im Unterschenkel wird zweimal 20 Sekunden lang mittels einer Klemme gequetscht, um ein Muskeltrauma zu erzeugen. 6 Ratten werden 4 Stunden lang unter Narkose gehalten. In den letzten 2 Stunden wird ein nadelförmiges pH-Messgerät in die blutenden Wunden der Tiere gestochen und der pH-Wert wird gemessen. Danach werden die Tiere auf nicht genannte Weise getötet. 10, 24 und 48 Stunden nach der OP wird bei je 4 bis 6 Tieren unter Narkose der pH-Wert über 2 Stunden auf gleiche Art gemessen. Die Ratten werden am Ende der Messung getötet. In der Studie wird erwähnt, dass einige Ratten unerwartet vorzeitig unter Narkose sterben. Nach der Tötung der Schafe und der Ratten werden die entsprechenden Knochen- und Muskelgewebe für weiteren Analysen entnommen.

Diese Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, vom EU Forschungfonds Horizon 2020 und der Friede-Springer-Stiftung finanziell unterstützt.

Bereich: Traumatologie, Unfallmedizin

Originaltitel: Early pH changes in musculoskeletal tissues upon injury - aerobic catabolic pathway activity linked to inter-individual differences in local pH

Autoren: Julia C. Berkmann (1,2), Aaron X. Herrera Martin (1,2), Agnes Ellinghaus (3), Claudia Schlundt (1), Hanna Schell (1), Evi Lippens (1), Georg N. Duda (1,3), Serafeim Tsitsilonis (1,4), Katharina Schmidt-Bleek (1,3)*

Institute: (1) Julius Wolff Institut, Charité–Universitätsmedizin Berlin, Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin, (2) Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien, Charité–Universitätsmedizin Berlin, Berlin, (3) BIH Center for Regenerative Therapies, Charité–Universitätsmedizin Berlin, Berlin, (4) Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Charité–Universitätsmedizin Berlin, Berlin

Zeitschrift: International Journal of Molecular Sciences 2020; 21: 2523. doi: 10.1111/tbed.13837

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5228



Dokument 57Titel: Die SARS-CoV-2-Infektion von Grauhamstern (Cricetulus griseus) reproduziert die COVID-19-Lungenentzündung in einem etablierten Kleintiermodell
Hintergrund: Grauhamster werden mit dem SARS-CoV-2-Virus infiziert und als "Modell" für die Coronaforschung untersucht. Der Infektionsverlauf wird mit älteren Daten von Goldhamstern verglichen.
Tiere: 24 Hamster (Grauhamster)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden unter der Nummer 0086/20 vom Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) Berlin genehmigt. Die Versuche finden am Institut für Virologie der Freien Universität Berlin statt. Es werden insgesamt 24 weibliche und männliche Grauhamster (Cricetulus griseus) im Alter von 5 bis 7 Wochen verwendet. Die Tiere stammen aus dem deutschen Zootierhandel.

Unter Narkose wird ein kleiner Transponder unter die Haut von mindestens 6 Hamstern implantiert, der die Körpertemperatur misst. Zwei Tage später werden die Tiere in zwei Gruppen á 12 Hamster eingeteilt und einem Infektionsversuch unterzogen. Den Tieren wird unter Narkose mit einer Pipette eine Flüssigkeit in die Nase gesprüht. Bei der ersten Hamster-Gruppe beinhaltet die Flüssigkeit SARS-CoV-2 Coronaviren, bei der zweiten Gruppe (Kontroll-Gruppe) ist die Flüssigkeit virenfrei. Vor der Infektion sowie täglich danach werden alle Hamster gewogen und die Körpertemperatur von mindestens 6 Hamstern wird erfasst. Zwei, 3, 5 und 14 Tage nach dem Infektionsversuch werden je 3 Tiere pro Gruppe durch Ausbluten unter Narkose getötet. Blut, Rachenabstriche sowie Gewebeproben der Lungen werden für weiteren Analysen entnommen.

Diese Arbeit wurde von Fördergeldern für die COVID-19-Forschung der Freien Universität Berlin, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und vom Project DEAL der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen finanziell unterstützt.

Bereich: Infektionsforschung, Virologie, Coronaforschung

Originaltitel: SARS-CoV-2 infection of Chinese hamsters (Cricetulus griseus) reproduces COVID-19 pneumonia in a well-established small animal model

Autoren: Luca D Bertzbach (1), Daria Vladimirova (1), Kristina Dietert (2,3), Azza Abdelgawad (1), Achim D Gruber (2), Nikolaus Osterrieder (1,4), Jakob Trimpert (1)*

Institute: (1) Institut für Virologie, Freie Universität Berlin, Robert von Ostertag-Straße 7-13, 14163 Berlin, (2) Institut für Tierpathologie, Freie Universität Berlin, Berlin, (3) Tiermedizinisches Zentrum für Resistenzforschung, Freie Universität Berlin, Berlin, (4) Jockey Club College of Veterinary Medicine and Life Sciences, City University of Hong Kong, Hong Kong

Zeitschrift: Transboundary and Emerging Diseases 2020; doi: 10.1111/tbed.13837

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5227



Dokument 58Titel: Ein Mausmodell für Schmerz und neuroplastisches Änderungen in Zusammenhang mit Bauchspeicheldrüsenkrebs
Hintergrund: Bauchspeicheldrüsenkrebs ist bei menschlichen Patienten mit extremen Schmerzen gekennzeichnet. Hier wird ein "Tiermodell" entwickelt, das die Schmerzen des Menschen widerspiegeln soll.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Karlsruhe genehmigt. Mäusen wird unter Betäubung ein kleiner Schnitt in die Bauchdecke gemacht. Der Kopf der Bauchspeicheldrüse wird herausgeholt und es werden Krebszellen hinein injiziert. Gruppen von Mäusen erhalten Mäuse-Bauchspeicheldrüsenkrebszellen drei verschiedener Linien. Es werden außerdem unterschiedliche Mengen an Krebszellen injiziert: 10.000, 30.000 oder 75.000 Zellen. "Scheinoperierten" Tieren werden keine Zellen injiziert. Die Tiere erhalten 2 Tage lang Schmerzmittel. Nach 2 Wochen beginnen zahlreiche Tests, mit denen das Schmerzempfinden erfasst werden soll.

Kunststoff-Fasern unterschiedlicher Dicke werden auf den Bauch der Mäuse gedrückt und die Reaktion wird beobachtet. Lecken und Einziehen des Bauches deuten auf Schmerzen hin.

Eine 24 Stunden-Überwachung in einem speziellen Käfig, in dem eine Vibrationssystem die Bewegungen aufzeichnet und in Daten umrechnet, wird mit jedem Tier einzeln durchgeführt. Zeigen sie weniger aktives Verhalten wie Klettern, Umherlaufen oder Körperpflege, wird dies mit Schmerzempfinden gleichgesetzt.

Beim "Offenes-Feld-Test" wird die Intensität der Bewegung der Mäuse begutachtet. Dazu werden die Mäuse einzeln in das Offene Feld gesetzt und für 10 Minuten beobachtet. Da Mäuse Fluchttiere sind und sich in dieser offenen Umgebung ohne Versteckmöglichkeiten nicht wohl fühle, sind sie viel in Bewegung. Sind sie dies weniger, wird das als Unwohlsein und Schmerzleid gedeutet.

Bei einem weiteren Test wird ein Käfig mit 3 Kammern mit unterschiedlichen Fußböden eingesetzt. Eine Maus erhält eine Injektion eines Medikaments (welches wird nicht erwähnt, aber vermutlich ein Schmerzmittel) und in eine Kammer gesetzt. Am nächsten Tag erhält sie eine wirkungslose Substanz und wird in die andere Kammer gesetzt. Am nächsten Tag kann die Maus in dem Käfig umherlaufen und es wird beobachtet, ob sie sich mehr in der Kammer aufhält, die sie an das Schmerzmittel erinnert.

Den Mäusen wird ein Laufrad in ihren Käfig platziert und es wird beobachtet, ob sie es benutzen. Eine geringe Benutzung des Laufrads deutet auf Schmerzen hin.

Die Tests werden wöchentlich über 8 Wochen durchgeführt. Schließlich werden die Mäuse durch Injektion eines Fixierungsmittels ins Herz getötet (vermutlich unter Narkose). Die Bauchspeicheldrüsen werden feingeweblich untersucht.

Bereich: Krebsforschung, Schmerzforschung, Neuropathologie

Originaltitel: A mouse model for pain and neuropalstic changes associated with pancreatic ductal adenocarcinoma

Autoren: Deepitha Selvaraj (1,2,3,4)*, Michael Hirth (1,5), Jagadeesh Gandia (1,2,5), Rohini Kuner (1,2)*

Institute: (1)* Pharmakologisches Institut, Medizinische Fakultät, Universität Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 366, 69120 Heidelberg, (2) Exzellenzcluster "Cell Networks", Universität Heidelberg, Heidelberg, (3) Heidelberg Bioscience International Graduate School for Cellular and Molecular Biology (HBIGS), Universität Heidelberg, (4) Biochemisches Zentrum (BZH), Universität Heidelberg, (5) II. Medizinische Klinik, (Gastroenterologie, Hepatologie, Infektiologie), Universitätsklinikum Mannheim, Universität Heidelberg

Zeitschrift: Pain 2017; 158(8): 1609-1621

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5226



Dokument 59Titel: CXCL10 und CCL21 fördern die Migration von Bauchspeicheldrüsenkrebszellen in Richtung Sinnesneuronen sowie die neuronale Neuorganisation in Tumoren bei Mäusen, was bei Patienten mit Schmerzen verbunden ist
Hintergrund: Es soll herausgefunden werden, welche Botenstoffe die bei Bauchspeicheldrüsenkrebspatienten typischen starken Schmerzen auslösen.
Tiere: 71 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von den lokalen Behörden unter der Nummer 35-9185.81/G233/14 genehmigt.

Mäuse werden getötet, um Nervenzellen für Zellkulturen zu gewinnen. Anderen Mäusen werden Krebszellen gespritzt, so dass sie einen Tumor entwickeln. Dazu wird ihnen ein Schlafmittel gespritzt und die Mäuse in Rückenlage fixiert. Es wird ein Schnitt in die Bachdecke gemacht und die Bauchspeicheldrüse freigelegt. In den Kopf der Bauchspeicheldrüse werden Krebszellen gespritzt und dieser wird wieder in der Bauchhöhle gelegt. Dann wird der Schnitt vernäht. Die Mäuse erhalten für 2 Tage Schmerzmittel. Die Mäuse werden in Gruppen aufgeteilt; diese erhalten 2 Mal wöchentlich bzw. jeden zweiten Tag bestimmte Antikörper in die Bauchhöhle gespritzt. Kontroll-Gruppen wird eine Flüssigkeit ohne Antikörper gespritzt. 2 Wochen nach der Injektion der Krebszellen beginnen die Tests auf Schmerzempfinden.

Beim Schmerzreiz-Experiment wird mit unterschiedlich dicken Plastik-Fasern auf den Bauch der Mäuse gedrückt und so unterschiedlich starke (ansteigende) Schmerzreize auf den Bauchraum erzeugt; jede Schmerzstärke wird 5 Mal mit Pausen zwischen den einzelnen Reizen getestet. Ab der dritten Woche zeigen die Tiere starkes Schmerzempfinden durch den wachsenden Tumor.

Eine 24 Stunden-Überwachung in einem speziellen Käfig, in dem eine Kamera die Bewegungen aufzeichnet und in Daten umrechnet, wird mit jedem Tier einzeln durchgeführt. Zeigen sie weniger aktives Verhalten wie Klettern, Umherlaufen oder Körperpflege, wird dies mit Schmerzempfinden gleichgesetzt.

Beim „Offenes-Feld-Test“ (Open field test) wird die Intensität der Bewegung der Mäuse aufgezeichnet. Dazu werden die Mäuse einzeln in das Offene Feld gesetzt und für 10 Minuten beobachtet. Da Mäuse Fluchttiere sind und sich in dieser offenen Umgebung ohne Versteckmöglichkeiten nicht wohl fühle, sind sie oft in Bewegung. Sind sie dies weniger, wird das als Unwohlsein und Schmerzleid gedeutet. 6 Wochen nach Beginn der Antikörpergabe werden die Mäuse durch Perfusion getötet. Dazu wird eine Nadel ins Herz gestochen und eine Flüssigkeit durch den Körper geleitet, so dass der Tod eintritt. Die Tumore werden herausgeschnitten und für weitere Untersuchungen verwendet.

Zwei Gruppen müssen eine Woche eher getötet werden, da sie so starke Schmerzen haben, dass eine Fortführung der Experimente nicht möglich ist.

Die Arbeit wurde gefördert von der Heidelberger Stiftung Chirurgie, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, dem European Research Council Advanced Investigator grant, dem „Translational Physician-Scientist (TraPS)“ Programm (Universitätsmedizin Mannheim, Universität Heidelberg und dem Land Baden-Württemberg), der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Dr. Hans und Lore Graf Stiftung, dem Olympia Morata Programm der Universität Heidelberg, der Graduate School for Cellular and Molecular Biology der Universität Heidelberg, der Deutschen Krebshilfe und dem Land Baden-Württemberg.

Bereich: Krebsforschung, Schmerzforschung, Neuropathologie

Originaltitel: CXCL10 and CCL21 promote migration of pancreatic cancer cells toward sensory neurons and neural remodeling in tumors in mice, associated with pain in patients

Autoren: Michael Hirth (1,2), Jagadeesh Gandla (1), Christiane Höper (1), Matthias M. Gaida (3,4), Nitin Agarwal (1), Manuela Simonetti (1), Aykut Demir (1), Yong Xie (1), Cleo Weiss (5), Christoph W. Michalski (6,7), Thilo Hackert (6), Matthias P. Ebert (2), Rohini Kuner (1)*

Institute: (1) Pharmakologisches Institut, Universität Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 366, 69120 Heidelberg, (2) Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Universitätsklinikum Mannheim, Mannheim, (3) Pathologisches Institut, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, (4) Institut für Pathologie, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz, (5) Pathologisches Institut, Universitätsklinikum Mannheim, Universität Heidelberg, Mannheim, (6) Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, (7) Universitätsklinik für Viszerale, Gefäß- und Endokrine Chirurgie, Universitätsklinikum Halle (Saale), Halle (Saale)

Zeitschrift: Gastroenterology; 2020; 159; 665-694

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5225



Dokument 60Titel: Neue Einblicke in die Pharmakokinetik von Vancomycin nach oraler und intravenöser Verabreichung: Eine Untersuchung bei Beagle-Hunden
Hintergrund: Mit dem Antibiotikum Vancomycin werden seit über 50 Jahren Menschen behandelt. In diesem Experiment soll herausgefunden werden, wie das Antibiotikum sich im Körper verhält, wenn es oral eingenommen wird.
Tiere: 8 Hunde (Beagle)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von den Behörden in Hamburg (Nummer 33.2-42502-05-LG-01/2014/04 SA) und Großbritannien genehmigt. Die Versuche werden durch Charles River Laboratories Edinburgh und LPT Hamburg durchgeführt.

Die Beagle bekommen Blut für Analysen abgenommen, dann wird ein Antibiotikum in die Vene gespritzt. Eine Woche lang danach bekommen sie das Antibiotikum oral verabreicht, indem sie entweder eine Lösung oder eine Kapsel mit dem Antibiotikum eingeflößt bekommen. 9 Mal wird Ihnen in den ersten 24 Stunden nach der Antibiotika-Gabe Blut für Analysen abgenommen; in der zweiten Gruppe noch zu 3 weiteren Zeitpunkten.

Ein Hund musste von den Analysen ausgeschlossen werden, da versehentlich eine Injektion nicht korrekt gesetzt wurde.

Was nach dem Experiment mit den Hunden passiert, ist nicht beschrieben. Der Versuch wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Bereich: Pharmakologie

Originaltitel: New insights into the pharmacokinetics of Vancomycin after oral and intravenous administration: An investigation in Beagle dogs

Autoren: Max Sauter (1,2), Philipp Uhl (1,2), Andreas D. Meid (1,2), Gerd Mikus (1,2), Jürgen Burhenne (1,2), Walter E. Haefeli (1,2)*

Institute: (1) Abteilung Klinische Pharmakologie und Pharmaepidemiologie, Im Neuenheimer Feld 410, 69120 Heidelberg; (2) Deutsches Zentrum für Infektionsforschung, Standort Heidelberg, Heidelberg

Zeitschrift: Journal of Pharmaceutical Sciences; 2020; 109; 2090-2094

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5224



Dokument 61Titel: Auswirkung eines mäßig erhöhten Bauchinnendrucks auf die Lungenmechanik und die histologische Lungenverletzung bei verschiedenen positiven endexspiratorischen Drücken
Hintergrund: Die Veränderung der Lungenmechanik und Veränderungen von Lungengewebe bei verschiedenen Bauchinnendrücken wird untersucht. Das Experiment stellt nach, was in der Klinik in Menschen bereits oft beobachtet und untersucht wurde; höhere Bauchinnendrücke schädigen die Lunge stärker als niedrige.
Tiere: 18 Schweine
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden unter der Nummer 35–9185.81/G-161/17 vom Regierungspräsidium Karlsruhe genehmigt. 18 weibliche Schweine werden von einem lokalen Züchter erworben und in der biomedizinischen Einrichtung der Universität Heidelberg gehalten. Das Alter der Tiere wird nicht genannt. Da Schweine sehr schnell wachsen und ausgewachsene Tiere zu groß und schwer sind, werden meist wenige Wochen alte Ferkel verwendet. Die Tiere werden in Narkose versetzt. Die Luftröhre der Schweine wird aufgeschnitten und sie werden an ein Beatmungsgerät angeschlossen. Ein Venenkatheter, ein Temperatursensor und ein Katheter zur Speiseröhrendruckmessung werden angebracht. Eine Infusionslösung wird während der Experimente verabreicht. Der Bauch wird längs aufgeschnitten und es wird ein 200 l Wetterballon in die Bauchhöhle platziert. Der Bauchschnitt wird wieder vernäht und ein Blasenkatheter gelegt. Es werden verschiedene Lungenfunktions-Daten gemessen.

Nach einer Stabilisierungsphase von 30 Minuten beginnt der eigentliche Versuch. Der in der Bauchhöhle gelegene Ballon wird mit Wasser gefüllt, so dass sich der Bauchinnendruck und somit der Druck auf die Organe, v.a. die Lunge, erhöht. Die Schweine werden nach dem Zufallsprinzip in 3 Gruppen à 6 Tiere eingeteilt; in jeder Gruppe wird ein anderer Bauchinnendruck hervorgerufen. Nach 6 Stunden mit dem künstlich erhöhten Bauchinnendruck werden die Schweine durch Injektion von Kaliumchlorid getötet und die Lungen für weitere Untersuchungen entnommen.

Bereich: Innere Medizin, Intensivmedizin, Lungenforschung, Atmungsphysiologie

Originaltitel: Effect of moderate elevated intra-abdominal pressure on lung mechanics and histological lung injury at different positive end-expiratory pressures

Autoren: Mascha O. Fiedler (1), B. Luise Deutsch (2), Emilis Simeliunas (1), Dovile Diktanaite (1), Alexander Harms (3), Maik Brune (4), Florian Uhle (1), Markus Weigand (1), Thorsten Brenner (1), Armin Kalenka (5,6)*

Institute: (1) Klinik für Anästhesiologie, Heidelberg Universitätsklinikum, Heidelberg, (2) Justus-Liebig-Universität, Fachbereich Medizin, Gießen, (3) Pathologisches Institut, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, (4) Klinik für Endokrinologie, Stoffwechsel und Klinische Chemie, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, (5) Anästhesie/Intensivmedizin, Kreiskrankenhaus Bergstraße, Heppenheim, (6) Medizinische Fakultät Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 672, 69120 Heidelberg

Zeitschrift: PLoS One; 2020; 15(4): e0230830

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5223



Dokument 62Titel: Orale Vorkonditionierung von Spendern nach Hirntod mit Calcineurin-Hemmern im Vergleich zu Hemmern von Säugetier-Targets für Rapamycin bei Schweinenierentransplantationen
Hintergrund: Die Effekte von zwei alternativen Medikamenten bei Organtransplantationen sollen im Vergleich zur Standardtherapie untersucht werden.
Tiere: 78 Schweine (Deutsche Landrasse)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Karlsruhe unter der Nummer 35-9185.81/G-5/16 genehmigt. Die Herkunft der der Schweine wird nicht erwähnt. Die Tiere wiegen ca. 33 kg, es handelt sich also um etwa 10 Wochen alte Ferkel. Die Schweine werden narkotisiert und bekommen Infusionen. Katheter in einer Halsvene und –schlagader dienen für verschiedene Untersuchungszwecke wie Blutprobenentnahme und Verabreichung von Medikamenten. Es werden zwei Löcher in den Schädel über bestimmten Hirnregionen gebohrt und ein Ballonkatether wird eingeführt, in den eine Salzlösung gepumpt wird. Der größer werdende Ballon schädigt durch den Druck das Hirngewebe so stark, dass nach 60 Minuten der Hirntod eintritt. Die Lebensfunktionen werden aufrechterhalten. Nach 6 Stunden werden den Schweinen, die in 3 Gruppen aufgeteilt wurden, 3 verschiedene Medikamente über einen Nasenschlauch verabreicht. 2 Stunden danach wird eine erneute Gabe dieser Medikamente verabreicht. Direkt danach wird bei den Schweinen der Bauch längs aufgeschnitten und beide Nieren werden entnommen. Diese werden für 18 Stunden gekühlt aufbewahrt. Es ist anzunehmen, dass diese Schweine anschließend getötet werden.

Empfänger-Schweine werden analog den Spender-Schweinen in Narkose versetzt. Der Bauch wird längs aufgeschnitten und eine Niere entnommen. Diese wird ersetzt durch eine Niere eines der Spender-Schweine. Da jeweils beide Nieren eines Spender-Schweins in 2 Empfänger-Schweine transplantiert werden, ergeben sich doppelt so viele Empfänger-Tiere (52) wie Spender-Tiere (26). Der Bauch wird wieder zugenäht. 4 Stunden nach erfolgter Transplantation verbleiben die Schweine auf dem OP-Tisch und werden überwacht; es werden Blut und eine Gewebeprobe der Nieren entnommen. Nach dem Erwachen aus der Narkose verbleibt der Katheter in der Vene zur Gabe von Schmerzmitteln, Antibiotika und flüssiger Nahrung. Die Schweine, die nicht fressen können, werden über eine Infusionslösung künstlich ernährt. Es werden keine Medikamente zur Unterdrückung der Abstoßungsreaktion gegeben. Am 5. Tag nach der Transplantations-OP werden die Empfänger-Schweine durch Injektion getötet. Die Nieren werden entnommen und untersucht.

Die Arbeit wurde von Novartis Pharma GmbH unterstützt.

Bereich: Transplantationsmedizin, Entzündungsforschung

Originaltitel: Oral preconditioning of donors after brain death with calcineurin inhibitors vs. inhibitors of mammalian target for rapamycin in pig kidney transplantation

Autoren: Sepehr Abbasi Dezfouli (1), Mohammadsadegh Nikdad (1), Omid Ghamarnejad (1), Elias Khajeh (1), Alireza Are?doust (1), Sara Mohammadi (1), Ali Majlesara (1), Mohammadsadegh Sabagh (1), Negin Gharabaghi (1), Modar Kentar (2), Alexander Younsi (2), Christoph Eckert (3), Tanja Poth (3), Mohammad Golriz (1), Arianeb Mehrabi (1), Arash Nickkholgh (1)*

Institute: (1) Klinik für Allgemein-, Viszeral-, und Transplantationschirurgie, Im Neuenheimer Feld 460, 69120 Heidelberg, (2) Neurochirurgische Klinik, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, (3) Pathologisches Institut, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg

Zeitschrift: Frontiers in Immunology; 2020; 11(1222)

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5222



Dokument 63Titel: In-vivo-Herzschrittmacherfunktion von aus Fettgewebe gewonnenen differenzierten humanen mesenchymalen Stammzellen, die in Schweineherzen transplantiert werden
Hintergrund: Es soll herausgefunden werden, ob bestimmte menschliche Stammzellen eine Schrittmacher-Funktion (des Herzens) zeigen, nachdem sie in Schweineherzen transplantiert wurden.
Tiere: 18 Schweine
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Karlsruhe unter der Nummer AZ #359185.81/G-67/11 genehmigt. Die Schweine ungenannter Herkunft wiegen 30-40 kg, sind also etwa 10-12 Wochen alt. Die Schweine werden mittels Einspritzung in einen Muskel betäubt, die Narkose wird durch eine Inhalation eines Betäubungsmittels aufrechterhalten. Der Brustkorb wird eröffnet und der Herzbeutel aufgeschnitten. Mit einer Spritze werden bei 12 Schweinen speziell behandelte menschliche Stammzellen aus Fettgewebe in die Gewebewand der linken Herzkammer gespritzt. Die Einspritzstelle wird mit einer speziellen Naht markiert. 6 Schweine erhalten eine Trägersubstanz ohne Zellen („Kontrolle“) Zusätzlich wird bei allen Tieren ein elektronischer Schrittmacher am Herzen angebracht, indem ein Kabel durch die Halsvene bis zur rechten Herzkammer geschoben wird. Das elektronische Basisgerät des Schrittmachers wird unter der Haut im Nacken der Schweine platziert. Der Brustkorb wird zugenäht und die Tiere erhalten Antibiotika und Schmerzmittel.

Vier Wochen nach dieser Operation werden die Schweine erneut betäubt und ein Katheter wird über die Hinterbein-Vene bis zum Herzen geschoben. Dort wird der AV-Knoten, welcher natürlicherweise den Herzrhythmus mitsteuert, mittels Radiofrequenz zerstört. Direkt danach wird der elektronische Schrittmacher, der bei der ersten OP ins Herz implantiert wurde, aktiviert. Einen Tag nach der zweiten OP wird der Herzschlag von 80 auf 40 Schläge pro Minute erniedrigt (60-80 Schläge/Minute sind normal für Schweine). 15 Tage lang werden die Schweine überwacht, alle 2 Tage wird der körpereigene Herzschlag gemessen. Dafür wird die elektronische Schrittmacherfunktion von 40 auf 30 Schläge pro Minute herabgesetzt und der Herzschlag aufgezeichnet. Es werden darüber hinaus 12 Elektroden auf den Schweinen aufgebracht, um 24 Stunden lang die Schrittmacher-Funktion aufzunehmen. Die Zeit, bis eine spontane Herzkontraktion, die von den Herzzellen selbst ausgeht, erfolgt, wird gemessen, indem der elektronische Schrittmacher für 30 Sekunden den Herzschlag auf 80 Schläge/Minute erhöht, um dann abrupt auf 30 Schläge herabgesetzt zu werden. Es wird also eine Herzrhythmusstörung künstlich bei den Schweinen erzeugt.

Am 14. Tag werden den Schweinen zwei Mittel, die den Herzschlag erhöhen, in die Vene gespritzt, um zu messen, inwiefern sich der Herzschlag verändert. Im dritten Experiment werden die Schweine in Narkose versetzt, das Brustbein wird durchtrennt und so das Herz freigelegt. Die Stelle, wo anfangs die menschlichen Zellen eingespritzt wurden, wird mit einem weiteren, externen Schrittmacher künstlich stimuliert und die entstehenden spontanen Herzschläge und Schrittmacher-Schläge werden aufgezeichnet.

Mittels Einspritzung von Kaliumchlorid in die Vene wird ein Herzstillstand erzeugt. Die Herzen werden herausgeschnitten und für weitere Experimente verwendet.

Die Arbeit wurde von der Max-Planck-Gesellschaft, dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, der Deutschen Herzstiftung, der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg, der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin und dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung unterstützt.

Bereich: Herz-Kreislauf-Forschung, Stammzelltherapie

Originaltitel: In vivo cardiac pacemaker function of differentiated human mesenchymal stem cells from adipose tissue transplanted into porcine hearts

Autoren: Fabrice F. Darche (1,2,3), Rasmus Rivinius (1,2,3), Ann-Kathrin Rahm (1,2,3), Eva Köllensperger (4), Uwe Leimer (4), Günter Germann (4), Miriam Reiss (1,2,3), Michael Koenen (1,5), Hugo A. Katus (1,2,3), Dierk Thomas (1,2,3), Patrick A. Schweizer (1,2,3)*

Institute: (1) Klinik für Kardiologie, Angiologie, Pneumologie, Universitätsklinikum Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 410, 69120 Heidelberg, (2) Deutsches Zentrum für Herz-Kreislaufforschung e.V. (DZHK), Standort Heidelberg/Mannheim, Universität Heidelberg, Heidelberg, (3) Heidelberger Zentrum für Herzrhythmusstörungen, Klinik für Kardiologie, Angiologie, Pneumologie, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, (4) Ethianum Heidelberg, Abteilung für Ästhetische Chirurgie, Heidelberg, (5) Department of Molecular Neurobiology, Max-Planck-Institut für Medizinische Forschung, Heidelberg

Zeitschrift: World Journal of Stem Cells; 2020; 12(10): 1133-1151

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5221



Dokument 64Titel: Das Typ 2-Diabetes-Risikogen Dusp8 ist mit einem veränderten Sukrose-Belohnungsverhalten bei Mäusen und Menschen assoziiert
Hintergrund: Es soll anhand von genmanipulierten Mäusen herausgefunden werden, ob ein bestimmtes Gen dafür verantwortlich ist, dass Diabetes Typ-2-Patienten süße, kalorienreiche Nahrung bevorzugen.
Tiere: 80 Mäuse
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche von der Regierung von Oberbayern (Referenznummer. VTA 55.2-1-54-2532-46-16). Es werden sogenannte Wildtyp-Mäuse („Kontrollen“) eingesetzt und Mäuse, bei denen ein Gen ausgeschaltet wurde, dessen Funktion hier untersucht werden soll.

Alle Tiere werden mit einem unter der Haut implantierten Transponder ausgestattet, über den ihre Bewegungen im Käfig automatisch verfolgt werden können. Der Käfig ist in 4 Bereiche unterteilt in denen sich jeweils 2 Trinkflaschen befinden. Nur in einem der Bereiche ist eine Trinkflasche für die Tiere zugängig, indem sie sie mit der Nase anstupsen. Es wird zusätzlich gemessen, wieviel die Tiere aus den Flaschen trinken. Die Mäuse durchlaufen verschieden Versuchsaufbauten, wobei sich eine Zuckerlösung (Sukrose) oder Wasser in den Flaschen befinden und die Tiere die Trinkflaschen immer durch Anstupsen mit der Nase öffnen müssen. So soll festgestellt werden, ob die Mäuse lieber die Sukrose-Lösung oder Wasser trinken. Insgesamt erstreckt sich die Versuchsdauer auf 14 Tage. Anschließend werden alle Tiere mittels CO2 getötet und die Gehirne untersucht.

Parallel werden in derselben Studie auch Humanstudien durchgeführt.

Die Arbeit wurde u.a. finanziert von der Helmholtz-Gesellschaft, vom BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung), vom Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) und von der Alexander von Humboldt-Stiftung.

Bereich: Diabetes-Forschung, Gentechnik

Originaltitel: Diabetes type 2 risk gene Dusp8 is associated with altered sucrose reward behavior in mice and humans

Autoren: Peter Baumann (1,2,3,4), Sonja C. Schriever (1,2,3), Stephanie Kullmann (3,5,6), Annemarie Zimprich (7,8,9), Andreas Peter (3,5,10), Valerie Gailus-Durner (7), Helmut Fuchs (7), Martin Hrabe de Angelis (3,7,11), Wolfgang Wurst (8,9,12,13), Matthias H. Tschöp (2,3,14), Martin Heni (3,5,6,10), Sabine M. Hölter (7,8,9), Paul T. Pfluger (1,2,3,4)*

Institute: (1)* Neurobiology of Diabetes, Helmholtz Zentrum München, Ingolstädter Landstraße 1, 85764 Neuherberg, (2) Institut für Diabetes und Adipositas, Helmholtz Zentrum München, Neuherberg, (3) Deutsches Zentrum für Diabetesforschung, Neuherberg, (4) Neurobiology of Diabetes, TUM Fakultät für Medizin, Technische Universität München, München, (5) Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen (IDM) des Helmholtz Zentrums München an der Universität Tübingen, Tübingen, (6) Innere Medizin IV, Universitätsklinikum Tübingen, Tübingen, (7) German Mouse Clinic, Institut für Experimentelle Genetik, Helmholtz Zentrum München, Neuherberg, (8) Institut für Entwicklungsgenetik, Helmholtz Zentrum München, Neuherberg, (9) Lehrstuhl für Entwicklungsgenetik am Helmholtz Zentrum München, Technische Universität München-Weihenstephan, Neuherberg, (10) Institut für klinische Chemie und Pathobiochemie, Abteilung für Diagnostische Labormedizin, Universitätsklinikum Tübingen, Tübingen, (11) Lehrstuhl für Experimentelle Genetik, Wissenschaftszentrum Weihenstephan, Technische Universität München, Freising, (12) Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, Standort München, München, (13) Munich Cluster for Systems Neurology (SyNergy), Ludwig-Maximilians-Universität München, München, (14) Division of Metabolic Diseases, Technische Universität München, München

Zeitschrift: Brain and Behaviour 2020; e01928. doi: 10.1002/brb3.1928

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5220



Dokument 65Titel: Das Strukturprotein p62 reguliert adaptive Thermogenese über ATF2-Nukleartarget-Aktivierung
Hintergrund: Untersuchung der Auswirkungen einer fettreichen Ernährung und eines bestimmten Gens auf den Stoffwechsel und den Energie-/Wärmehaushalt bei Mäusen.
Tiere: 460 Mäuse (ca.)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche von einer Behörde in Oberbayern und dem Regierungspräsidium Tübingen. Eine Gruppe von Mäusen erhält normales Futter, eine andere Gruppe bekommt ein fettreiches Futter. Es werden gentechnisch veränderte und nicht veränderte Tiere (Kontrolle) eingesetzt. Die genmanipulierten Tiere werden schnell übergewichtig.

Mit den Mäusen werden ein Glukose- und ein Insulintoleranztest durchgeführt. Dafür wird den Tieren 6 Stunden lang das Futter entzogen und anschließend eine Glucose bzw. Insulinlösung per Schlundsonde verabreicht. Über 2 Stunden wird den Tieren dann alle 20 bis 30 min. Blut abgenommen. Wie genau die Blutentnahme erfolgt, ist nicht beschrieben, allerdings wird dies ohne Betäubung erfolgt sein. I.d.R. erfolgen derartige Blutentnahmen entweder durch Anstechen der Augenvene, der Backe oder der Schwanzvene.

Alle 2-4 Wochen werden außerdem diverse Messgrößen bestimmt wie etwa Körpergewicht, Körperlänge, Körperfettanteil, sowie Futteraufnahme und Energieverbrauch.

In einem weiteren Experiment wird ein Kältetest durchgeführt, wobei die Mäuse zunächst 2 Tage bei 30°C gehalten werden. An Tag 3 wird den Tieren Norepinephrin (Hormon der Nebenniere, steigert den Blutdruck) oder eine Kochsalzlösung (Kontrolle) in die Bauchhöhle gespritzt und die Umgebungstemperatur für die nächsten 2 Tage auf 23 °C reduziert, am darauffolgenden Tag auf 10 °C und schließlich am letzten Tag auf 5 °C. Danach werden alle Tiere getötet und die Gewebe untersucht.

In einem weiteren Versuch wird den Tieren eine radioaktive Substanz in die Bauchhöhle gespritzt und sie werden nach 30 min. getötet, um die Verteilung der Substanz im Organismus zu analysieren.

In einem weiteren Versuch wird Mäusen Norepinephrin unter die Haut gespritzt und sie werden nach 20 min. durch Ersticken mit Kohlendioxid getötet, um braunes Fettgewebe zu isolieren und zu untersuchen.

Weitere Mäuse werden getötet, um ihnen bestimmte Arten des Fettgewebes zu entnehmen und zu untersuchen.

Außerdem werden 7 Tage junge Mäuse „gelegentlich“ in eine Plastikschale gesetzt, um ihre Körperoberflächentemperatur zu messen.

Die Arbeit wurde u.a. finanziert von der Europäischen Union, der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Alexander von Humboldt-Stiftung, der Helmholtz-Gesellschaft, dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD), der Alfred Benzon-Stiftung und der Lundbeck-Stiftung.

Bereich: Übergewichtsforschung, Ernährungsforschung

Originaltitel: The scaffold protein p62 regulates adaptive thermogenesis through ATF2 nuclear target activation

Autoren: Katrin Fischer (1), Anna Fenzl (1), Dianxin Liu (2), Kenneth A. Dyar (1), Maximilian Kleinert (1,3,4), Markus Brielmeier (5), Christoffer Clemmensen (1,6,), Anna Fedl (1), Brian Finan (1,7), Andre Gessner (8), Martin Jastroch (1,9), Jianfeng Huang (10), Susanne Keipert (1,9), Martin Klingenspor (11,12), Jens C. Brüning (13,14,15), Manfred Kneilling (16,17), Florian C. Maier (16), Ahmed E. Othman (18), Bernd J. Pichler (16), Ines Pramme-Steinwachs (1), Stephan Sachs (1), Angelika Scheideler (5), Wolfgang M. Thaiss (16,18), Henriette Uhlenhaut (1), Siegfried Ussar (1), Stephen C. Woods (19), Julia Zorn (4), Kerstin Stemmer (1,20), Sheila Collins (2), Maria Diaz-Meco (10), Jorge Moscat (10), Matthias H. Tschöp (1,3), Timo D. Müller (1,21)*

Institute: (1) Institute for Diabetes and Obesity, Helmholtz Diabetes Center (HDC), Helmholtz Zentrum Mu?nchen und Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (DZD), 85764 Neuherberg, (2) Division of Cardiovascular Medicine, Vanderbilt University Medical Center, Nashville, USA, (3) Abteilung für Stoffwechselerkrankungen, Medizinische Fakultät, Technische Universität Mu?nchen, (4) Section of Molecular Physiology, Department of Nutrition, Exercise and Sports, Faculty of Science, University of Copenhagen, Copenhagen, Denmark, (5) Comparative Medicine, Helmholtz Zentrum München, German Research Center for Environmental Health GmbH, Neuherberg, (6) Novo Nordisk Foundation Center for Basic Metabolic Research, Faculty of Health and Medical Sciences, University of Copenhagen, Copenhagen, Dänemark, (7) Novo Nordisk Research Center, Indianapolis, USA, (8) Institute für Klinische Mikrobiologie und Hygiene, Universitätsklinikum Regensburg, Neuherberg, (9) Department of Molecular Biosciences, The Wenner-Gren Institute, The Arrhenius Laboratories F3, Stockholm University, Stockholm, Schweden, (10) Cancer Metabolism and Signaling Networks Program, Sanford Burnham Prebys Medical Discovery Institute, La Jolla, USA, (11) Lehrstuhl für Ernährungsphysiologie, Technische Universität München, Wissenschaftszentrum Weihenstephan, Freising, (12) EKFZ - Else-Kröner Fresenius Zentrum für Ernährungsmedizin, Technische Universität München, Freising, (13) Department of Neuronal Control of Metabolism, Max Planck Institute for Metabolism Research, Köln, (14) Poliklinik für Endokrinologie, Diabetes und präventive Medizin (PEDP), Universitätsklinikum Köln, Köln, (15) Excellence Cluster on Cellular Stress Responses in Aging- Associated Diseases (CECAD) und Center for Molecular Medicine Cologne (CMMC), Universität Köln, Köln, (16) Werner Siemens Imaging Center, Abteilung für präklinische Pharmakologie und Radiopharmazie, Eberhard Karls Universität Tübingen, Tübingen, (17) Abteilung für Dermatologie, Eberhard Karls Universität Tübingen, Tübingen, (18) Abteilung für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Eberhard Karls Universitätsklinikum Tübingen, Tübingen, (19) Metabolic Disease Institute, Department of Psychiatry and Behavioral Neuroscience, University of Cincinnati, Cincinnati, USA, (20) Institut für Biologie, Universität Konstanz, Konstanz, (21) Institut für experimentelle und klinische Pharmakologie und Pharmakogenomik, Abteilung Pharmakologie, Experimentelle Therapie und Toxikologie, Eberhard Karls Universitätsklinikum Tübingen, Tübingen

Zeitschrift: Nature Communications 2020; 11(1): 2306

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5219



Dokument 66Titel: Fehlen von PTPN2 verstärkt programmierte T-Zellen-Expansion und Überlebenskapazität aktivierter T-Zellen
Hintergrund: Mäuse werden Fremdzellen injiziert und sie werden mit Viren infiziert, um immunologische Untersuchungen an ihnen durchzuführen. Die Autoren heben die den Anwendungsbezug der Studie zur Verbesserung von Immunotherapien hervor.
Tiere: 64 Mäuse (ca.)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche von der Regierung von Oberbayern. Die Mäuse werden an der TU München gezüchtet und gehalten. Es werden genmanipulierte Knockout-Mäuse und nicht genmanipulierte „Wildtyp“-Mäuse verwendet. Gruppen von Mäusen werden verschiedene Zellen injiziert und sie werden anschließend mit einem Virus infiziert, indem es ihnen in die Vene gespritzt wird. 24 Stunden, 7 Tage oder 3 Wochen später werden die Tiere getötet, Leber und Galle werden untersucht und andere Analysen vorgenommen.

Die Arbeit wurde u.a. finanziert von der Europäischen Union, der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), vom BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung), vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultur, Wissenschaft und Kunst, vom DKFZ (Deutsches Krebsforschungszentrum) und vom Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK).

Bereich: Immunologie

Originaltitel: PTPN2 deficiency enhances programmed T cell expansion and survival capacity of activated T cells

Autoren: Markus Flosbach (1), Susanne Oberle (2), Stefanie Scherer (1,2), Jana Zecha (3), Madlaina von Hoesslin (1), Florian Wiede (4,5), Vijaykumar Chennupati (2), Jolie Cullen (1), Markus List (6), Josch Pauling (7), Jan Baumbach (8), Bernhard Kuster (3), Tony Tiganis (4,5,9), Dietmar Zehn (1,2)*

Institute: (1)* Lehrstuhl für Tierphysiologie und Immunologie, Wissenschaftszentrum Weihenstephan, Technische Universität München, Weihenstephaner Berg 3, 85354 Freising, (2) Division of Immunology and Allergy, Department of Medicine, Lausanne University Hospital, Lausanne, Schweiz, (3) Lehrstuhl für Proteomik und Bioanalytik, Wissenschaftszentrum Weihenstephan, Technische Universität München, Freising, (4) Department of Biochemistry and Molecular Biology, Monash University, Clayton, Australien, (5) Peter MacCallum Cancer Centre, Melbourne, Australien, (6) Big Data in BioMedicine Group, Chair of Experimental Bioinformatics, Wissenschaftszentrum Weihenstephan, Technische Universität München, Freising, (7) ZD.B Junior Research Group LipiTUM, Chair of Experimental Bioinformatics, Wissenschaftszentrum Weihenstephan, Technische Universität München, Freising, (8) Lehrstuhl für experimentelle Bioinformatik, Wissenschaftszentrum Weihenstephan, Technische Universität München, Freising, (9) Monash Biomedicine Discovery Institute, Monash University, Clayton, Australien

Zeitschrift: Cell Reports 2020; 32(4): 107957

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5218



Dokument 67Titel: Deletion von CRH aus GABAnergen Vorderhirnneuronen fördert Stressresilienz und schwächt Stress-induzierte Veränderungen bei neuronalen Aktivitäten
Hintergrund: Untersucht werden Veränderungen der Nervenzellen im Gehirn von Mäusen, die diversen belastenden Verhaltenstests ausgesetzt werden, die bewusst Angst und Stress bei den Tieren auslösen.?
Tiere: 80 Mäuse (ca.)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche von der Regierung von Oberbayern. Die Mäuse entstammen der hausinternen Zucht des MPI für Psychiatrie. Es werden gentechnisch veränderte Mäuse generiert, bei denen die Funktion bestimmter Neuronen (Nervenzellen) im Vorderhirn ausgeschaltet werden kann. Die zahlreichen Tiere, die hierfür benutzt und getötet wurden, sind in der angegeben Tierzahl von 80 Mäusen nicht enthalten. Eine Woche vor Beginn der Verhaltenstests werden die Mäuse einzeln in Käfigen gehalten (Mäuse sind hochsoziale Rudeltiere). Die Verhaltenstests werden vormittags durchgeführt, also während der Ruhephase der Mäuse (Mäuse sind nachtaktiv). Morgens und nachmittags wird den Tieren Blut aus der Schwanzvene entnommen, um die Stresshormonspiegel zu bestimmen. Mit einer Gruppe von Mäusen werden folgende Verhaltenstests durchgeführt, die Angst und/oder Stress auslösen sollen:

1. Der Open Field-Test (OF): Hierbei wird eine Maus in eine Ecke einer offenen Fläche gesetzt. Die Bewegung der Maus wird beobachtet, ebenso, wie oft sie sich im inneren und äußeren Bereich der Fläche aufhält. Über diesen Test soll die Reaktion der Tiere auf eine unbekannte Umgebung analysiert werden.

2. Der Dark/Light Box-Test (DaLi): Mit diesem Test soll das Angstverhalten der Tiere untersucht werden. Die Mäuse werden in eine rechteckige Box gesetzt, die einen hellen und einen dunklen Bereich hat. Die Maus kann sich in der Box frei bewegen und es wird gezählt, wie oft sie den hellen Bereich betritt. Mäuse meiden von Natur aus Helligkeit.

3. Elevated Plus Maze-Test (EPM): Das Tier wird auf ein erhöhtes kreuzförmiges Labyrinth gesetzt, in dem sich geschlossene und offene Bereiche befinden. Es wird analysiert, wie oft sich die Maus in den offenen bzw. geschlossenen Bereichen aufhält. Mäuse fürchten sich von Natur aus vor offenen Flächen. Dies ist ein weiterer Test zur Untersuchung des Angstverhaltens der Mäuse.

4. Forced Swim-Test (FST): Über diesen Test sollen depressive Zustände bei den Tieren erfasst werden. Die Maus wird in einen mit Wasser gefüllten 2l-Behälter platziert, so dass sie keinen Kontakt zum Boden hat. 6 min. lang wird beobachtet, wie die Maus versucht, sich über Wasser zu halten und irgendwann aufgibt.

Eine weitere Gruppe an Mäusen durchläuft folgende Tests:

1. Acoustic Startle Response-Test (ASR): Die Maus wird in einen Plastikzylinder gesteckt und 5 min. lang einem Dauer-Geräuschpegel von 50 dB ausgesetzt. Anschließend wird das Tier dann 136-mal einer Reihe von lauteren Tönen in zufälliger Reihenfolge exponiert (75, 90, 105 und 115 dB). Die Bewegungen der Maus als Reaktion auf die Geräusche werden über Sensoren im Boden des Gefäßes gemessen. 2. Fear Conditioning-Test (FC): Hierbei handelt es sich um ein mehrtägiges Experiment. Die Maus wird an Tag 0 in eine Box mit Gitterboden gesteckt, nach 3 min. ertönt 20 s lang ein 80 dB lautes Geräusch, anschließend wird das Tier über die Gitterstäbe im Boden 2 s lang einem elektrischen Schock ausgesetzt. Die Maus verbleibt danach noch weitere 60 s in der Box. Am nächsten Tag (Tag 1) wird das Tier in einen Plastikzylinder gesteckt und die akustische Prozedur widerholt, wobei der Ton für 3 min. abgespielt wird und der elektrische Schock ausbleibt. Am darauffolgenden Tag (Tag 2) wird die Maus wieder in die Box mit dem Gitterboden gesteckt und der ganzen Prozedur inklusive Elektroschock ausgesetzt. Nach 30 Tagen werden die Tests von Tag 1 und 2 wiederholt. Die Stressreaktion der Maus wird erfasst, indem ausgewertet wird, ob und wie lange die Maus in eine Schockstarre verfällt.

Eine dritte Gruppe von Mäusen wird einem Test namens Chronic Social Defeat Stress Paradigm (CSDS) ausgesetzt. Hierüber werden Angstverhalten und depressive Zustände untersucht. Der Test erstreckt sich über 21 Tage. Eine Maus wird für 5 min. in einen fremden Käfig gesteckt, in dem sich bereits eine dominante Maus befindet, die ihr Revier verteidigt, so dass der Eindringling mehrmals von ihr attackiert und bekämpft wird. Nun verbleibt die fremde Maus 24 Stunden in dem Käfig der dominanten Maus, wobei die Tiere durch eine perforierte Metall-Trennwand physisch voneinander getrennt werden, den anderen jedoch noch über Geruch und Gehör wahrnehmen. Die Tiere werden auf dieselbe Weise jeden Tag einer neuen dominanten Maus ausgesetzt, wobei die Begegnungen bzgl. der Tageszeit variiert werden, um die Situation unberechenbarer für die Tiere zu machen. In der letzten Woche des CSDS werden mit den Mäusen zusätzlich 4 der oben aufgeführten Verhaltenstests (OF, FST, EPM, DaLi), sowie der Social Avoidance-Test durchgeführt. Beim letzterem wird die Maus zunächst für 2,5 min. auf einer offenen Fläche platziert, auf der sich ein leerer Käfig befindet. Anschließend wird sie für 2,5 min. dem gleichen Setup ausgesetzt, wobei sich jedoch in dem Käfig eine fremde Maus befindet. Es wird ausgewertet, wie lange sich die Maus jeweils in der Nähe des Käfigs aufhält.

Im Anschluss an die Verhaltenstests werden alle Mäuse durch Überdosis eines Narkosegases getötet und weitere Untersuchungen an Gehirnen und anderen Geweben durchgeführt, sowie Blutproben analysiert.

Die Arbeit wurde u.a. finanziert von der Max-Planck-Gesellschaft und vom BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung).

Bereich: Angstverhaltensforschung, Stressforschung, Neurobiochemie

Originaltitel: Deletion of CRH from GABAergic forebrain neurons promotes stress resilience and dampens stress-induced changes in neuronal activity

Autoren: Nina Dedic (1,2), Claudia Kühne (1), Karina S. Gomes (1,3), Jakob Hartmann (2,4), Kerry J. Ressler (2), Mathias V. Schmidt (4), Jan M. Deussing (1)*

Institute: (1)* Molekulare Neurogenetik, Max-Planck-Institut für Psychiatrie, Kraepelinstr. 2-10, 80804 München, (2) Department of Psychiatry, Harvard Medical School und McLean Hospital, Belmont, USA, (3) Laboratory of Neuropsychopharmacology, Paulista State University, Araraquara, Brasilien, (4) Neurobiologie der Stressresilienz, Max-Planck-Institut für Psychiatrie, München

Zeitschrift: Frontiers in Neuroscience 2019; 13: 986

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5217



Dokument 68Titel: Integrative Mikrobiota- und Metabolit-Profile zeigen Zusammenhang zwischen Morbus Crohn und Schwefel-Stoffwechsel
Hintergrund: Gentechnisch veränderte Mäuse, denen menschliche Darmbakterien eingegeben werden, dienen als „humanisiertes Modell“, um molekulare Grundlagen zu entzündlichen Darmerkrankungen zu untersuchen.
Tiere: 129 Mäuse
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche von der Regierung von Oberbayern (Referenznummer 55.2-1-54-2532-133-2014). Die hier verwendeten Mäuse sind frei von jeglichen Keimen und entstammen einer speziellen keimfreien Tierhaltung der TU München.

Es werden sowohl gentechnisch unveränderte (Wildtyp-) Mäuse eingesetzt als auch gentechnisch veränderte Knockout-Mäuse, die als „Modell“ für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen dienen. Diese Tiere entwickeln aufgrund der genetischen Mutation chronische Darmentzündungen, die für die Mäuse mit starken Schmerzen verbunden sind. Zuvor aufbereitete Stuhlproben von menschlichen Spendern, die an Morbus Crohn leiden, werden keimfreien Mäusen per Schlundsonde verabreicht, um eine Besiedelung des tierischen Darms mit der menschlichen Darmflora zu erzielen. Dies geschieht einmalig oder dreimal an drei aufeinanderfolgenden Tagen (ohne Betäubung). Nach 4 Wochen werden alle Tiere auf nicht genannte Weise getötet, um diverse Untersuchungen durchzuführen.

Die Arbeit wurde finanziell unterstützt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Leona and Harry Helmsley Charitable Trust (IBDOT Consortium).

Bereich: Gastroenterologie, Entzündungsforschung, Immunologie

Originaltitel: Integrated microbiota and metabolite profiles link Crohn’s disease to sulfur metabolism

Autoren: Amira Metwaly (1), Andreas Dunkel (2), Nadine Waldschmitt (1), Abilash Chakravarthy Durai Raj (3), Ilias Lagkouvardos (4), Ana Maria Corraliza (5), Aida Mayorgas (5), Margarita Martinez-Medina (6), Sinah Reiter (7), Michael Schloter (3), Thomas Hofmann (7), Matthieu Allez (8), Julian Panes (5), Azucena Salas (5), Dirk Haller (1,4)*

Institute: (1)* Lehrstuhl für Ernährung und Immunologie, TU München, Gregor-Mendel-Str. 2, 85354 Freising, (2) Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der Technischen Universität München, Freising, (3) Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, München, (4) ZIEL Institute for Food and Health, TU München, Freising, (5) Inflammatory Bowel Disease Unit, Hospital Clinic de Barcelona, IDIBAPS, Barcelona, Spanien, (6) Laboratory of Molecular Microbiology, Department of Biology, Universitat de Girona, Girona, Spanien, (7) Lehrstuhl für Lebensmittelchemie und Molekulare Sensorik, TU München, Freising, (8) APHP, Hopital Saint Louis, Department of Gastroenterology, INSERM UMRS 1160, Paris Diderot, Sorbonne Paris-Cité University, Paris, Frankreich

Zeitschrift: Nature Communications 2020; 11(1): 4322

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5216



Dokument 69Titel: Argon reduziert die Aktivierung der Mikroglia und die Expression der Entzündungsbotenstoffe bei einer Ischämie-Reperfusions-Verletzung in der Augennetzhaut
Hintergrund: Das Edelgas Argon hat bekannterweise eine schützende Wirkung für Nervengewebe. Da man aber diese Wirkung auf molekularer Ebene noch nicht untersucht hat, wird dieser Frage jetzt in einem Versuch mit Ratten nachgegangen.
Tiere: 18 Affen
Jahr: 2021

Versuchsbeschreibung: Für die Genehmigung wird eine Kommission der Universität Freiburg angegeben (Nr.: 35-9185.81/G14-122). Die Ratten (Zuchtlinie Sprague-Dawley) stammen von Charles River in Sulzfeld. Sie werden in drei Gruppen mit jeweils 6 Tieren eingeteilt. Unter Narkose wird allen Tieren über eine Kanüle, die in die vordere Kammer des linken Auges gestochen wird, Kochsalzlösung ins Auge gespritzt. Dadurch kommt es zu einem erhöhten Augeninnendruck, gefolgt von einer Sauerstoffunterversorgung der Netzhaut. Der „Erfolg“ dieser Prozedur wird durch ein Mikroskop kontrolliert. Nach 60 Minuten wird die Kochsalzlösung wieder abgelassen. Die Tiere der 2. und 3. Gruppe werden anschließend für 60 Minuten in eine luftdichte Kammer gebracht, in der die Luft aus einem Argon-Sauerstoff-Nitrogen-Gemisch besteht. Argon ist ein Edelgas, das eine nervenschützende Funktion haben soll. Zusätzlich bekommen die Ratten der 3. Gruppe eine Stunde vor der Spritze ins Auge eine Testsubstanz in die Schwanzvene injiziert. 24 Stunden nach Ende der Versuche werden die Tiere auf nicht genannte Weise getötet und die Augen für weitere Untersuchungen entfernt. Gefördert wurden die Versuche von der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin der Universität Freiburg.

Bereich: Augenheilkunde, Neurologie

Originaltitel: Argon reduces microglial activation and inflammatory cytokine expression in retinal ischemia/reperfusion injury

Autoren: Ulrich Goebel, Stefanie Scheid, Sashko Spassov, Nils Schallner, Jakob Wollborn, Hartmut Buerkle, Felix Ulbrich*

Institute: Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Freiburg, Hugstetter Str. 55, 79106 Freiburg

Zeitschrift: Neural Regeneration Research 2021; 16(1): 192-198

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5215



Dokument 70Titel: Ein unausgeglichener Zellstoffwechsel beeinträchtigt die Knorpelhomöostase und die Gelenkfunktion in einem Mausmodell für Mukolipidose Typ III Gamma
Hintergrund: Untersuchungen von Gelenkveränderungen in Mäusen mit Gendefekten, die als „Modell“ für Mukolipidose beim Menschen verwendet werden.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz in Hamburg genehmigt. Es werden Wildtyp-Mäuse, Mäuse mit einem Gendefekt und deren gesunden Geschwister verwendet. Die kranken Mäuse bilden Gelenkveränderungen wie Entzündungen, Steifheit und Knorpelabbau aus, die an Mukolipidose (seltene Erbkrankheit) beim Mensch erinnern. Mehrere Gruppen von Mäusen werden zu verschiedenen Zeitpunkten auf nicht beschriebene Weise getötet und ihre Knochen, Gelenke und Sehnen mit Bildgebung und feingeweblich untersucht.

10 männliche, 5-7 Monate alte Wildtyp-Mäuse und 7 genetisch kranke Mäuse werden Verhaltenstests unterzogen. Beim GripStrengthMeter-System werden die Mäuse am Schwanz hochgehoben und sie „dürfen“ sich mit den Vorderpfoten an einem Metallgriff festhalten, der mit einem Dynamometer zur Kraftmessung verbunden ist. Dabei werden die Tiere so lange am Schwanz hochgezogen, bis sie loslassen. Jede Maus muss diese Prozedur in 3 Sitzungen im Abstand von 45 Minuten über sich ergehen lassen. Dabei wird sie ebenfalls 3 x im Abstand von 10 Sekunden am Schwanz hochgezogen.

Im sogenannten Open Field Test werden 4-6 Monate alte Mäuse in die Ecke einer weißen 50x50 cm großen und 40 cm hohen beleuchteten Box gesetzt. 20 Minuten lang werden das Verhalten und die Bewegungsaktivität der Maus beobachtet.

Zur Testung der Koordination müssen sich Mäuse im Alter von 4, 6 und 8 Monate dem Rotarod-Test unterziehen. Dafür werden sie auf einen sich rotierenden Stab gesetzt und müssen dort balancieren ohne herunterzufallen. Zur Gewöhnung rotiert der Stab „nur“ 2 x pro Minute über 2 Minuten. Die eigentliche Testphase besteht aus 4 Sitzungen mit einem Abstand von 45 Minuten. In jeder Sitzung dreht sich der Stab 4-34 x pro Minute über 4,5 Minuten, d.h., er rotiert immer schneller. Es wird gemessen, wann die Maus herunterfällt.

Neben den Tierversuchen werden auch Mukolipidose-Patienten sowie deren Knochenmaterial, das bei Operationen anfällt, untersucht.

Die Studie wurde finanziell unterstützt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem Europäischen Forschungsrat, der Research Animal Facility und der Isotope Lab Facility des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf.

Bereich: Rheumaforschung, Arthroseforschung, Orthopädie

Originaltitel: Imbalanced cellular metabolism compromises cartilage homeostasis and joint function in a mouse model of mucolipidosis type III gamma

Autoren: Lena Marie Westermann (1) , Lutz Fleischhauer (2,3), Jonas Vogel (3) , Zsuzsa Jenei-Lanzl (4) , Nataniel Floriano Ludwig (5) , Lynn Schau (6) , Fabio Morellini (6) , Anke Baranowsky (1), Timur A. Yorgan (1) , Giorgia Di Lorenzo (1)*, Michaela Schweizer (7) , Bruna de Souza Pinheiro (8) , Nicole Ruas Guarany (9) , Fernanda Sperb-Ludwig (8) , Fernanda Visioli (10), Thiago Oliveira Silva (11), Jamie Soul (1)2, Gretl Hendrickx (1) , J. Simon Wiegert (13), Ida V. D. Schwartz (8,11), Hauke Clausen-Schaumann (3) , Frank Zaucke (4) , Thorsten Schinke (1) , Sandra Pohl (1)*, Tatyana Danyukova (1)*

Institute: (1) Institut für Osteologie und Biomechanik, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Lottestr. 59, 22529 Hamburg, (2) Forschungslabor für Experimentelle Unfallchirurgie und Regenerative Medizin, Klinik für Allgemeine, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Klinikum der Universität München, Ludwig-Maximilians Universität, München, (3) Centrum für Angewandtes Tissue Engineering und Regenerative Medizin (Canter), Hochschule München, München, (4) Dr. Rolf M. Schwiete Forschungsbereich für Arthrose, Orthopädische Universitätsklinik Friedrichsheim, Universitätsklinikum Frankfurt am Main, Frankfurt, (5) Post-Graduate Program in Genetics and Molecular Biology, Federal University of Rio Grande do Sul, Porto Alegre, Brasilien, (6) Forschungsgruppe Verhaltensbiologie, Zentrum für Molekulare Neurobiologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, (7) Zentrum für Molekulare Neurobiologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, (8) Department of Genetics, Federal University of Rio Grande do Sul, Porto Alegre, Brasilien, (9) Occupational Therapy Faculty, Federal University of Pelotas, Pelotas, Brasilien, (10) Pathology Department, Federal University of Rio Grande do Sul, Porto Alegre, Brasilien, (11) Post-Graduate Program in Medicine: Medical Sciences, Federal University of Rio Grande do Sul, Porto Alegre, Brasilien, (12) Skeletal Research Group, Biosciences Institute, Newcastle University, Newcastle upon Tyne, England, (13) Forschungsgruppe Synaptische Informationsverarbeitung, Zentrum für Molekulare Neurobiologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg

Zeitschrift: The Company of Biologists 2020; 13: dmm046425

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5214



Dokument 71Titel: Fibrinogen induziert die Differenzierung neuraler Stammzellen zu Astrozyten in der subventrikulären Zone über BMP-Signalisierung
Hintergrund: Untersuchungen zum Reparaturverhalten des Hirngewebes bei Mäusen nach künstlich ausgelösten Schlaganfällen.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche vom Bundesministerium für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz, Baden-Württemberg. Mäuse (teilweise von Charles River bezogen) unterschiedlicher Stämme und mit Gendefekten werden miteinander verpaart und nur bestimmte Tiere werden in den verschiedenen Versuchen eingesetzt.

Ein Teil der Mäuse bekommt den Farbstoff Bengalrosa in die Bauchhöhle gespritzt und die Tiere werden mit dem Kopf in einen Rahmen eingespannt. Es wird nicht erwähnt, dass diese Prozedur unter Narkose geschieht, aber es ist davon auszugehen. Der Schädelknochen wird geöffnet und das Hirngewebe wird an einer bestimmten Stelle mit Licht einer bestimmten Wellenlänge bestrahlt. Das Licht und der zuvor injizierte Farbstoff bewirken eine Verklumpung des Blutes, d.h., die Blutgefäße im Gehirn verstopfen. So wird ein Schlaganfall simuliert.

Bei anderen Mäusen wird eine Stichwunde am Kopf hervorgerufen. An einer bestimmten Stelle wird eine Kanüle in das Gehirn gestochen und verbleibt dort 5 Minuten.

Bei einer anderen Tiergruppe wird unter Narkose ein Faden über die linke Halsschlagader in die mittlere Hirnarterie vorgeschoben und 45 Minuten später wieder herausgezogen. Dies führt zu einem Verschluss des Blutgefäßes, d.h. das Gewebe wird nicht mehr durchblutet. Dies ist eine weitere Art, einen Schlaganfall zu simulieren.

Gruppen von Mäusen bekommen zusätzlich zu diesen Hirnverletzungen eine Mikropumpe unter die Haut des Nackens implantiert, über die täglich ein Wirkstoff abgegeben wird, der dazu führt, dass das für die Blutgerinnung wichtige Fibrinogen im Körper zerstört wird. Ein anderer Teil bekommt 8 – 3 Tage vor der Operation das Krebsmedikament Tamoxifen in die Bauchhöhle gespritzt. Dieses bewirkt ein Anschalten bestimmter Gene bei den genmanipulierten Mäusen. Außerdem erhalten alle Tiere mehrfach zu verschiedenen Zeitpunkten nach der Operation eine Substanz, die Zellen markiert, in die Bauchhöhle gespritzt und werden anschließend durch Infusion einer eiskalten Salzlösung und Formalin ins Herz unter Narkose getötet. Das Gehirn wird für weitere Untersuchungen entnommen.

Finanziell gefördert wurde die Arbeit von International Graduate Academy Fellowship des Landes Baden-Württemberg, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst, Fazit Foundation Graduate fellowship, dem Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten, der Europäischen Kommission und der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Bereich: Schlaganfallforschung

Originaltitel: Fibrinogen induces neural stem cell differentiation into astrocytes in the subventricular zone via BMP signaling

Autoren: Lauriane Pous (1,2), Sachin S. Deshpande (1,2), Suvra Nath (1,2), Szilvia Mezey (1,2), Subash C. Malik (1,2), Sebastian Schildge (1,2), Christian Bohrer (1,2), Könül Topp (1,2), Dietmar Pfeifer (3), Francisco Fernández-Klett (4), Soroush Doostkam (5), Dennis K. Galanakis (6), Verdon Taylor (7), Katerina Akassoglou (8,9), Christian Schachtrup (1,10)*

Institute: (1)* Institut für Anatomie und Zellbiologie, Medizinische Fakultät, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Albertstr. 17, 79104 Freiburg, (2) Fakultät für Biologie, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg, (3) Klinik für Innere Medizin I: Hämatologie, Onkologie und Stammzelltransplantation, Universitätsklinikum Freiburg, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg, (4) Labor für Molekulare Psychiatrie, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Charité-Universitätsmedizin Berlin, Berlin, (5) Institut für Neuropathologie, Universitätsklinikum Freiburg, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg, (6) Department of Pathology, State University of New York, New York, USA, (7) Department of Biomedicine, Embryology and Stem Cell Biology, University of Basel, Basel, Schweiz, (8) Gladstone Institutes, San Francisco, USA, (9) Department of Neurology, University of California San Francisco, San Francisco, USA, (10) Center for Basics in NeuroModulation (NeuroModulBasics), Medizinische Fakultät, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg

Zeitschrift: Nature Communications 2020; 11: 630

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5213



Dokument 72Titel: Überwachung von intrakraniellen Hirnblutungen mit Multi-Kontrast-Echtzeit-Magnetpartikel-Bildgebung
Hintergrund: Vergleich zweier Bildgebungsverfahren an Mäusen mit künstlich hergestellten Hirnblutungen.
Tiere: 27 Mäuse
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche von der Behörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen Hamburg (Nr. 18/21). Die Mäuse (C57BL/6) stammen von Jackson Laboratory in Bar Harbor, USA. Unter Gasnarkose werden die Tiere mit dem Kopf in einen Rahmen eingespannt und die Kopfhaut mittig 1 cm aufgeschnitten. Dann wird ein 0,9 mm großes Loch über einem bestimmten Hirnbereich in die Schädeldecke gebohrt. Über eine Kanüle, die 3,7 mm tief ins Gehirn gestochen wird, wird ein Bakterienenzym ins Gewebe gespritzt, das zur Gewebezerstörung und damit zu einer lang andauernden Blutung führt. Die Mäuse bekommen über einen Katheter in der Schwanzvene Kontrastmittel gespritzt und es werden Untersuchungen mit zwei verschiedenen bildgebenden Geräten gemacht (MPI = Magnetpartikel-Bildgebung und MRT = Magnetresonanztomografie). Im Anschluss werden die Tiere über eine Formaldehydinjektion ins Herz getötet und ihre Gehirne für weitere Untersuchungen entnommen.

Gefördert wurde die Arbeit vom Forschungszentrum Medizintechnik Hamburg, von der Hertie-Stiftung, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Hermann und Lily Schilling Stiftung und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Bereich: Bildgebende Verfahren, Schlaganfallforschung

Originaltitel: Monitoring intracranial cerebral hemorrhage using multi-contrast real-time magnetic particle imaging

Autoren: Patryk Szwargulski (2,4), Maximilian Wilmes (1), Ehsan Javidi (1), Florian Thieben (2,4), Matthias Graeser (2,4), Martin Koch (5), Cordula Gruettner (6), Gerhard Adam (3), Christian Gerloff (1), Tim Magnus (1), Tobias Knopp (2,4), Peter Ludewig (1)*

Institute: (1)* Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martinistr. 52, 20246 Hamburg, (2) Sektion für experimentelle biomedizinische Bildgebung, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, (3) Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, (4) Institut für Biomedizinische Bildgebung, Technische Universität Hamburg, Hamburg, (5) Institut für Medizintechnik, Universität zu Lübeck, Lübeck, (6) micromod Partikeltechnologie GmbH, Rostock

Zeitschrift: ACS Nano 2020; 14(10): 13913-13923

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5212



Dokument 73Titel: Sinusventilation bei Lungenverletzungsmodellen: Eine neue Perspektive für die Schutzatmung der Lunge
Hintergrund: An Ratten mit künstlich erzeugten Lungenschäden werden verschiedene Beatmungsformen getestet.
Tiere: 56 Affen
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Für die Genehmigung wird die Ethik-Kommission der Universität Freiburg (G-14/116) angegeben. Die Ratten (männliche Sprague Dawley) stammen von Janvier Labs in Saint-Berthevin, Frankreich. Die Haltung der Tiere und die Versuche finden am Universitätsklinikum Freiburg statt. In Narkose wird ihnen über einen Schnitt in der Luftröhre ein Katheter zur mechanischen Beatmung eingeführt. Außerdem bekommen sie einen Katheter in die große Halsschlagader zur Blutentnahme und über eine Spritze in die Bauchhöhle ein Mittel, welches muskelentspannend wirkt. Die Ratten werden an ein künstliches Beatmungsgerät angeschlossen. In zwei verschiedenen Varianten wird dann bei den Tieren eine Lungenverletzung hervorgerufen: Die erste Gruppe bekommt 20 Minuten nach Beginn der künstlichen Beatmung eine Flüssigkeit in die Lunge gespritzt, die eine Schädigung des Lungengewebes herbeiführt. Die Flüssigkeit wird wieder abgesaugt (so genannte „Spülung“). Der „Erfolg“ dieser Lungenverletzung wird 30 Minuten nach der Spülung über die Bestimmung von Gasen in einer Blutprobe kontrolliert. Liegt eine Schädigung vor, werden die Tiere vier Stunden lang auf vier verschiedene Weisen künstlich beatmet.

Bei der zweiten Gruppe wird die Schädigung des Lungengewebes durch die Nutzung eines für Ratten ungeeigneten Beatmungsgerätes verursacht, welches mit zu großen Luftmengen arbeitet. Dadurch entsteht ein zu hoher Druck im Gewebe und die Lungenbläschen platzen. Ist die Lungenverletzung durch Bestimmung der Blutgase nachgewiesen, werden die Tiere an ein geeignetes Gerät angeschlossen und über 3 Stunden auf vier verschiedene Weisen künstlich beatmet. Am Ende der Versuche werden die Ratten durch Ausbluten getötet und ihre Lungen weiter untersucht.

Die Studie wurde finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Bereich: Lungenforschung

Originaltitel: Sine ventilation in lung injury models: a new perspective for lung protective ventilation

Autoren: Sashko Spassov*, Christin Wenzel, Sara Lozano?Zahonero, Dimona Boycheva, Lea Streicher, Johannes Schmidt, Stefan Schumann

Institute: Arbeitsgruppe „Klinische Atemphysiologie“, Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Freiburg, Hugstetter Str. 55, 79106 Freiburg

Zeitschrift: Scientific Reports 2020; 10: 11690

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5211



Dokument 74Titel: Lichtabhängige Entwicklung der tektorotundalen Projektion bei Tauben
Hintergrund: Welchen Einfluss hat Licht auf die Entwicklung eines bestimmten Hirnbereichs bei Tauben?
Tiere: 49 Tauben
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Verwendet werden 34 erwachsene Tauben (Columba livia) (vermutlich normal, im Licht ausgebrütet) unbekannten Geschlechts von lokalen Züchtern sowie 15 dunkel ausgebrütete erwachsene Tauben aus laboreigener Zucht.

Die Tauben erhalten ein Schmerzmittel und werden betäubt. Es wird das Gift von Cholerabakterien an einer bestimmten Stelle jeweils in zwei unterschiedlichen Tiefen in den linken oder rechten Rotundus gespritzt, ein bestimmter Hirnbereich, der bei Vögeln wichtig für die Verarbeitung des Sehens ist. Die im Licht ausgebrüteten Tauben bekommen zusätzlich einen Farbstoff in den Rotundus der gegenüberliegenden Seite gespritzt. Gift und Farbstoff wanden entlang der Nerven und markieren diese. Nach zwei Tagen werden die Tauben unter Narkose durch Injektion von Formalin ins Herz getötet. Im Gehirn werden die zuvor markierten Strukturen untersucht.

Die Arbeit wurde finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Bereich: Hirnforschung, Sehforschung, Neurobiologie

Originaltitel: Light-dependent development of the tectorotundal projection in pigeons

Autoren: Sara Letzner (1), Martina Manns(2)*, Onur Güntürkün (1)

Institute: (1) Fakultät für Psychologie, Institut für Kognitive Neurowissenschaft, AE Biopsychologie, Ruhr-Universität Bochum, Bochum, (2) Abteilung für Experimentelle und Molekulare Psychiatrie, Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin, Ruhr-Universität Bochum, Alexandrinenstraße 1-3, 44791 Bochum

Zeitschrift: European Journal of Neuroscience 2020; 52: 3561–3571

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5210



Dokument 75Titel: Wirkungen einer tiefen Hirnstimulation im Nucleus subthalamicus auf die Stoffwechselverbindung im Streifenhügel bei einem Rattenmodell für halbseitigen Parkinson
Hintergrund: Die Tiefe Hirnstimulation wird seit den 1990er Jahren erfolgreich bei Parkinson-Patienten eingesetzt. Um die zugrundeliegenden Mechanismen besser zu verstehen, werden hier Ratten mit künstlich herbeigeführten Parkinson-Symptomen verwendet.
Tiere: 32 Ratten
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen (LANUV) genehmigt. Die männlichen Ratten der Zuchtlinie Long Evans stammen von der Zuchtfirma Janvier Labs. 13 Ratten werden unter Narkose operiert. Der Kopf wird in einen stereotaktischen Halter eingespannt. Mit einem Bohrroboter wird ein Loch an einer bestimmten Stelle durch den Schädelknochen gebohrt. Bei 7 Tieren wird 6-OHDA in das Hirngewebe injiziert. Die Substanz zerstört bestimmte Nervenzellen und wird routinemäßig verwendet, um bei Tieren Parkinson-ähnliche Symptome auszulösen. 6 Ratten erhalten stattdessen eine wirkungslose Kochsalzlösung. Bei allen 13 Ratten wird eine Plastikkanüle in das Loch gesteckt und befestigt.

Am nächsten Tag werden die Tiere mit einem Bildgebenden Verfahren (MRI) gescannt, um den richtigen Sitz der Kanüle zu überprüfen. Zwischen 13 und 29 Tagen nach der Operation wird bei jedem Tier folgende Prozedur durchgeführt: Die Ratte wird betäubt, eine Elektrode wird durch die Kanüle in eine bestimmte Hirnregion eingelassen und befestigt. Das Tier erwacht aus der Narkose und wird in eine kleine Box gesetzt. Die Elektrode wird mit einem Kabel verbunden und es werden elektrische Ströme über die Elektrode verabreicht (Tiefe Hirnstimulation). Zeigt die Ratten Nebenwirkungen wie Zähneknirschen und Würgen, wird die Stromstärke verringert. Nach 15 Minuten bekommt das Tier eine radioaktive Substanz in die Bauchhöhle injiziert. Nach 40 Minuten wird die Ratten erneut anästhesiert, die Elektrode wird entfernt und der Kopf des Tieres wird mittels Positronen-Emissions-Tomographie (PET) gescannt.

19 Ratten dienen als „normale Population“ und werden nur der PET-Untersuchung unterzogen. Schließlich werden alle Ratten auf nicht genannte Weise getötet, um ihr Hirn feingeweblich zu untersuchen.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Bereich: Parkinson-Forschung

Originaltitel: Effects of subthalamic deep brain stimulation on striatal metabolic connectivity in a rat hemiparkinsonian model

Autoren: Nadine Apetz (1), Elena Kordys (1), Mascha Simon (1), Britta Mang (1), Markus Aswendt (2), Dirk Wiedermann (2), Bernd Neumaier (1,3), Alexander Drzezga (4), Lars Timmermann (5), Heike Endepols (1,3,4)*

Institute: (1) Institut für Radiochemie und Experimentelle Molekulare Bildgebung, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum, Universität zu Köln, Kerpener Str. 62, 50937 Köln, (2) Abteilung In-vivo-NMR, Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung, Köln, (3) Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Nuklearchemie (INM-5), Forschungszentrum Jülich, Jülich, (4) Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum, Universität zu Köln, Köln, (5) Klinik und Poliklinik für Neurologie, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum, Universität zu Köln, Köln

Zeitschrift: Disease Models & Mechanisms 2019; 12(5): dmm039065

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5209



Dokument 76Titel: Die Mitochondrien-Atmung kontrolliert die Neubildung von Blutgefäßen bei Wundheilung und Tumorwachstum
Hintergrund: Es werden transgene Mäuse hergestellt, um die Bedeutung eines bestimmten Gens für die Neubildung von Blutgefäßen im Körper zu ergründen.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)(sehr viele)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen (LANUV) genehmigt. Mäuse zweier gentechnisch veränderter Stämme, sogenannte transgene Mäuse stammen aus dem Universitätsklinikum Essen und der Technischen Universität München. Die Tiere werden in der Tierhaltungsanlage der Universität zu Köln gehalten und gezüchtet. Zwei weitere transgene Mäuselinien werden miteinander verpaart und gezüchtet.

Einigen Mäusen wird Tamoxifen verabreicht, ein Krebsmedikament, das bei Mäusen verwendet wird, um bestimmte Gene zu aktivieren. Die Verabreichung erfolgt per Schlundsonde über 5 Tage. Drei Tage später werden bei einigen Mäusen Hautwunden erzeugt, indem unter Narkose zwei Biopsien (runde Gewebeproben) aus der Rückenhaut gestanzt werden. Anderen Mäusen werden Hautkrebszellen unter die Haut der rechten Flanke injiziert, woraus sich Tumore entwickeln. Die Mäuse mit den Wunden werden 7 Tage später getötet. Der Zeitpunkt der Tötung der Mäuse mit den Tumoren ist unklar. Die Tötungsart wird nicht erwähnt. Es werden außerdem Mäuse getötet, um aus ihren Lungen Zellen für Zellkulturen zu gewinnen.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Krebshilfe, die Deutsche Forschungsgemeinschaft und das Köln Zukunftsprogramm der Universität zu Köln unterstützt.

Bereich: Krebsforschung

Originaltitel: Mitochondrial respiration controls neoangiogenesis during wound healing and tumor growth

Autoren: L.M. Schiffmann (1,2,3), J.P. Werthenbach (1), F. Heintges-Kleinhofer (1), J.M. Seeger (1), M. Fritsch (1), S.D. Günther (1), S. Willenborg (4,5), S. Brodesser (6), C. Lucas (6), C. Jüngst (7), M.C. Albert (1), F. Schorn (1), A. Witt (1), C.T. Moraes (8), C.J. Bruns (2,3), M. Pasparakis (9), M. Krönke (1), S.A. Eming (4,5), O. Coutelle (1), H. Kashkar (1,4)*

Institute: (1) Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene (IMMIH), Cologne Excellence Cluster on Cellular Stress Responses in Aging-Associated Diseases (CECAD), Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum, Universität zu Köln, Goldenfelsstraße 19-21, 50935 Köln, (2) Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Tumor- und Transplantationschirurgie, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum, Universität zu Köln, Köln, (3) Centre for Integrated Oncology (CIO) Köln-Bonn, Köln, (4) Center for Moleculare Medicine (CMMC), Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum, Universität zu Köln, Köln, (5) Abteilung Dermatologie, Cologne Excellence Cluster on Cellular Stress Responses in Aging-Associated Diseases (CECAD), Universität zu Köln, Köln , (6) Lipidomics/Metabolomics Facility, Cologne Excellence Cluster on Cellular Stress Responses in Aging-Associated Diseases (CECAD), Universität zu Köln, Köln, (7) Imaging Facility, Cologne Excellence Cluster on Cellular Stress Responses in Aging-Associated Diseases (CECAD), Universität zu Köln, Köln, (8) Department of Neurology, Miller School of Medicine Miami, University of Miami, Miami, Florida, USA, (9) Institut für Genetik, Cologne Excellence Cluster on Cellular Stress Responses in Aging-Associated Diseases (CECAD), Centre for Molecular Medicine Cologne (CMMC), Universität zu Köln, Köln

Zeitschrift: Nature Communications 2020; 11: 3653

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5208



Dokument 77Titel: Ein Ernährungs-Gedächtniseffekt wirkt den Vorteilen einer Nahrungsbeschränkung bei alten Mäusen entgegen
Hintergrund: Es ist seit langem bekannt, dass chronischer Hunger die Lebenserwartung bei verschiedenen Tierarten und auch Menschen verlängert. Hier soll an Mäusen untersucht werden, ob dies auch der Fall ist, wenn der Hunger erst im hohen Alter einsetzt.
Tiere: 800 Mäuse
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen (LANUV) unter den Nummern 8.87-50.10.37.09.176 und 84-02.04.2015.A437 genehmigt. Die Elterntiere stammen aus der Versuchstierzucht Charles River Laboratories. Sie werden über 3 Generationen Inhouse gezüchtet. Jeder Wurf wird auf 8 Babys reduziert, indem überschüssige männliche Babys innerhalb von 3 Tagen „entfernt“ werden. Für die Versuche werden 800 weibliche Mäuse verwendet. Sie werden zu fünft gehalten.

Im Alter von 12 Wochen werden 400 Mäuse normal ernährt, d.h., sie bekommen so viel Futter, wie sie möchten (ad libitum). Bei 400 Mäusen wird die Futtermenge innerhalb von 4 Wochen stark reduziert. An einer Stelle heißt es, die Tiere bekommen 40%, an einer anderen 60% der Futtermenge, die die Ad-libitum-Mäuse essen. In jedem Fall leiden die Mäuse für die nächsten 2 Jahre ständigen Hunger. Hunger wird hier beschönigend als „diet restriction“, also Nahrungsbeschränkung bezeichnet. Die hungernden Mäuse wiegen die ganzen 2 Jahre lang etwa 30 g, während die ad libitum gefütterten Mäuse durchschnittlich auf 55 g an Gewicht zunehmen.

Nach 2 Jahren sind 86 Mäuse der restriktiv gefütterten Gruppe und 16 Tiere der Ad-libitum-Gruppe gestorben. Mäuse werden normalerweise kaum älter als 2 Jahre. Nun erfolgt bei jeweils etwa der Hälfte der beiden Gruppen ein Wechsel des Nahrungsangebots, d.h. die gehungerten Mäuse erhalten nun so viel Futter, wie sie möchten und den bisher normal gefütterten Mäusen wird die Nahrung über die nächsten 4 Wochen um 40% reduziert. Die zuvor ad libitum gefütterten Mäuse sterben schneller, als die Gruppe Mäuse, die von Hunger auf ad libitum Futter gesetzt wurde. 2 Monate nach dem Futterwechsel werden alle überlebenden Mäuse durch Genickbruch getötet, um ihre Gewebe zu untersuchen.

Bereich: Altersforschung, Ernährungsforschung

Originaltitel: A nutritional memory effect counteracts the benefits of dietary restriction in old mice

Autoren: (1) Oliver Hahn (1,2,3) Lisa F. Drews (1), An Nguyen (4), Takashi Tatsuta (1), Lisonia Gkioni (1), Oliver Hendrich (1), Qifeng Zhang (4), Thomas Langer (1), Scott Pletcher (5), Michael J.O. Wakelam (4)*, Andreas Beyer (2,6)*, Sebastian Grönke (1)*, Linda Partridge (1,7)*

Institute: (1) Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns, Joseph-Stelzmann-Straße 9B, 50931 Köln, (2) Cellular Networks and Systems Biology, CECAD, Universität zu Köln, (3) Department of Neurology and Neurological Sciences, Stanford University School of Medicine, Stanford, CA, USA (4), Inositide lab, The Babraham Institute, Cambridge, Großbritannien (5), Department of Molecular & Integrative Physiology and the Geriatrics Center, University of Michigan, Ann Arbor, USA, (6) Zentrum für Molekulare Medizin Köln, Universität zu Köln, Köln, (7) Department of Genetics, Evolution and Environment, Institute of Healthy Ageing, University College London, Großbritannien

Zeitschrift: Nature Metabolism 2019; 1: 1059-1073

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5207



Dokument 78Titel: Der türkise Prachtgrundkärpfling: Ein genetisch lenkbares Modell für das Studium des Alterns
Hintergrund: Fische sollen als „Modelle“ für die Erforschung des Alterns dienen.
Tiere: Fische (Anzahl unbekannt)(unbekannte Anzahl Türkise Prachtgrundkärpflinge)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Bei dieser Arbeit handelt es sich um einen Review, eine Übersicht, bzw. Empfehlung. Die Autoren erachten den türkisen Prachtgrundkärpfling als geeignetes Modell für Forschungsvorhaben zur Biologie des Alterns. Der ursprünglich aus Simbabwe stammende 6 cm lange Fisch hat die kürzeste bekannte Lebensspanne aller Wirbeltiere. Diese liegt bei durchschnittlich 4 Monaten. Die Fische leben in Tümpeln, die nur für kurze Zeit mit Regenwasser gefüllt sind, die sie für Schlupf, Wachstum und Fortpflanzung nutzen. In Gefangenschaft zeigen die Fische ab etwa 3 Monaten deutliche Alterserscheinungen. Mit 3-4 Monaten sterben sie. Laut der Autoren kann daher der Alterungsprozess in Zeitraffern beobachtet werden, um die molekularen Grundlagen des Alterns zu verstehen.

Das Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns unterhält eine Zuchtanlage des türkisen Prachtgrundkärpflings (auch Killifisch genannt) https://www.age.mpg.de/de/forschung/informationen-ueber-tierversuche/tierhaltung#c971.

Bereich: Altersforschung

Originaltitel: The turquoise killifish: a genetically tractable model for the study of aging

Autoren: Michael Poeschla (1,2), Dario R. Velenzano (1,2)*

Institute: (1) Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns, Joseph-Stelzmann-Straße 9B, 50931 Köln, (2) CECAD (Cellular Stress Responses in Aging-Associated Diseases), Universität zu Köln, 50931 Köln

Zeitschrift: The Company of Biologists 2020; 223: jeb209296

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5206



Dokument 79Titel: Experimentelle Studien für Transplantate mit kleinem Durchmesser bei einem In-vivo-Schaf-Modell – Techniken und Fallstricke
Hintergrund: Die Arbeit gibt Tipps für die Verwendung von Schafen bei der experimentellen Transplantation von kleinen Blutgefäßen.
Tiere: 32 Schafe (Texel-Schafe)
Jahr:

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen (LANUV) unter der Nummer 84-02.04.2011.A168 genehmigt. Die Schafe der Rasse Texel stammen von der Zuchtfirma Dumke, Windeck-Hurst. Die Tiere sind zwischen 6 Monate und 2 Jahre alt. Die Versuche finden in der Experimentellen Medizin, Universitätsklinikum Köln, statt.

Unter Narkose wird die Haut seitlich am Hals auf 10 cm Länge aufgeschnitten. Muskeln und die Halsvene werden zur Seite geschoben, um an die Halsschlagader (Halsarterie) zu gelangen. Die Ader wird mit zwei Klemmen abgeklemmt. Das Aderstück dazwischen wird herausgeschnitten. Wobei die Länge nicht genau genannt wird, vermutlich zwischen 10 und 15 cm Länge. An die Stelle des herausgeschnittenen Stücks wird ein künstliches Blutgefäß eingenäht. Dieses besteht aus von Bakterien gebildeter Zellulose, die Schicht für Schicht zu einem runden Gefäß aufgebaut wird. Die Klemmen werden entfernt, so dass das Blut nun durch das künstliche Blutgefäß fließt. Der Hals der Schafe wird am Tag nach der Operation und danach alle 4 Wochen ohne Betäubung mittels Ultraschall untersucht. 12 Wochen nach dem Eingriff werden 12 Schafe und nach 36 Wochen 20 Schafe auf nicht genannte Weise getötet, um die eingepflanzten künstlichen Blutgefäße zu untersuchen.

Bereich: Herzchirurgie, Gefäßchirurgie

Originaltitel: Experimental studies for small diameter grafts in an in vivo sheep model – techniques and pitfalls

Autoren: Kaveh Eghbalzadeh (1)*, Maria Guschlbauer (2), Carolyn Weber (1), Max Theodor Wacker (3), Stefanie Reinhardt (1), Ilija Djordjevic (1), Anton Sabashnikov (1), Alexandra Maul (4), Anja Sterner-Kock (4), Thorsten C W Wahlers (1), Maximilian Scherner (3), Jens Wippermann (3)

Institute: (1) Herzchirurgie, herzchirurgische Intensivmedizin und Thoraxchirurgie, Uniklinik Köln, Kempener Str. 62, 50937 Köln, (2) Dezentrales Tierhaltungsnetzwerk, Universitätsklinikum Köln, Köln, (3) Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie, Universitätsklinikum Magdeburg, Magdeburg, (4) Experimentelle Medizin, Universitätsklinikum Köln, Ostmehrheimer Str. 200, Haus 37, 51109 Köln

Zeitschrift: Thoracic and Cardiovascular Surgeon 2019; doi.10.1055/s-0039-1687887

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5205



Dokument 80Titel: Grafentheoretische Mengenbestimmung der Reorganisation der weißen Substanz nach einem Hirnrinden-Schlaganfall bei Mäusen
Hintergrund: Derzeit werden magnetresonanztomographische Untersuchungen der durch einen Schlaganfall verursachten Schäden im Gehirn hauptsächlich bei menschlichen Patienten durchgeführt. Hier wird dies bei Mäusen mit künstlich ausgelöstem Schlaganfall gemacht.
Tiere: 22 Mäuse
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen unter der Nummer 84-02.04.2016.A461 genehmigt. Die Mäuse der Zuchtlinie C57Bl/6J stammen von der Zuchtfirma Charles River, Sulzfeld. Die Tiere werden einzeln gehalten. Unter Narkose wird künstlich ein Schlaganfall ausgelöst. Dazu wird der Kopf einer Maus in einen stereotaktischen Metallrahmen eingespannt. Die Kopfhaut wird auf 1,5 cm Länge von den Augen bis zum Nacken aufgeschnitten. Die Knochenhaut auf dem Schädelknochen wird entfernt. In die Bauchhöhle wird der Farbstoff Bengalrosa injiziert. Fünf Minuten später wird ein Laserstrahl für 15 Minuten auf den Kopf gerichtet. Durch die Lichteinwirkung des Lasers bewirkt der Farbstoff an der Stelle eine Blutgerinnselbildung. Durch das Blutgerinnsel in den Blutgefäßen des Gehirns wird der Gewebebereich dahinter nicht mehr durchblutet, was einen Schlaganfall simulieren soll. Eine Kontrollgruppe erhält nur Bengalrosa, aber keine Laserbehandlung.

In den nächsten 4 Wochen werden die Mäuse 6 Mal magnetresonanztomographisch untersucht. Diese Untersuchung erfolgt im Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung Köln. Dazu werden die Tiere betäubt. An diesen Tagen wird außerdem das Verhalten mit drei Tests geprüft. Beim ersten Test muss die Maus über eine 120 cm lange, rotierende Stange laufen und es wird gezählt, wie oft sie mit den Pfoten abrutscht. Beim Grid Walk Test muss eine Maus 5 Minuten auf einem Metallgitter laufen und es wird ermittelt, wie oft die Füße durch das Gitter fallen. Beim dritten Test wird die Maus in einen Plastikzylinder gesetzt und es wird beobachtet, wie oft sie mit den Pfoten von der glatten Wand abrutscht. Die überlebenden Mäuse werden 28 Tage nach Auslösen des künstlichen Schlaganfalls getötet, indem eine Fixierungslösung in ihre Blutbahn injiziert wird. Nicht erwähnt, aber vermutlich werden die Tiere vorher betäubt.

Die Arbeit wurde unterstützt durch die Friebe-Stiftung.

Bereich: Schlaganfall-Forschung

Originaltitel: Graph theoretical quantification of white matter reorganization after cortical stroke in mice

Autoren: Niklas Pallast (1), Frederique Wieters (1), Marieke Nill (1), Gereon R. Fink (1,2), Markus Aswendt (1,2)*

Institute: (1) Klinik und Poliklinik für Neurologie, Klinikum der Universität zu Köln, Kempener Str. 62, 50937 Köln, (2) Kognitive Neurowissenschaften, Forschungszentrum Jülich, Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Jülich

Zeitschrift: NeuroImage 2020; 217: 116873

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5204



Dokument 81Titel: Die von der Größe und Lokalisation des Schadens abhängige Verstärkung auf der dem Schaden gegenüberliegenden Seite im Thalamus und der motorischen Rinde erleichtert die Genesung nach einem Schlaganfall bei Mäusen
Hintergrund: In der Studie heißt es, bislang konnte noch keine einzige tierexperimentelle Schlaganfall-Studie erfolgreich in die Klinik umgesetzt werden, d.h., kein Tierversuch in diesem Bereich hat zu einem Erfolg für kranke Menschen geführt. Die Autoren versuchen es daher mit einem anderen Ansatz, um die neuronalen Prozesse bei der Genesung nach einem Schlaganfall zu ergründen.
Tiere: 18 Mäuse
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen unter der Nummer 84-02.04.2016.A461 genehmigt. Die Mäuse der Zuchtlinie C57Bl/6J stammen von der Zuchtfirma The Jackson Laboratory, USA. Die Tiere werden einzeln gehalten. Unter Narkose wird künstlich ein Schlaganfall ausgelöst. Dazu wird der Kopf einer Maus in einen stereotaktischen Metallrahmen eingespannt. Die Kopfhaut wird auf 1,5 cm Länge von den Augen bis zum Nacken aufgeschnitten. Die Knochenhaut auf dem Schädelknochen wird entfernt. In die Bauchhöhle wird der lichtempfindliche Farbstoff Bengalrosa injiziert. Fünf Minuten später wird ein Laserstrahl für 15 Minuten auf den Kopf gerichtet. Durch die Lichteinwirkung des Lasers bewirkt der Farbstoff an der Stelle eine Blutgerinnselbildung. Eine Gruppe Mäuse erhält eine niedrige Dosis Farbstoff und Laserbestrahlung mit niedriger Intensität. Bei einer Gruppe ist beides erhöht. Eine Kontrollgruppe erhält nur Bengalrosa, aber keine Laserbehandlung. Durch das Blutgerinnsel in den Blutgefäßen des Gehirns wird der Gewebebereich dahinter nicht mehr durchblutet, was einen Schlaganfall simulieren soll.

In den nächsten 4 Wochen werden die Mäuse 6 Mal magnetresonanztomographisch untersucht. Diese Untersuchung erfolgt im Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung Köln. Dazu werden die Tiere betäubt. An diesen Tagen wird außerdem das Verhalten mit drei Tests geprüft. Beim ersten Test muss die Maus über eine 120 cm lange, rotierende Stange laufen und es wird gezählt, wie oft sie mit den Pfoten abrutscht. Beim Grid Walk Test muss eine Maus 5 Minuten auf einem Metallgitter laufen und es wird ermittelt, wie oft die Füße durch das Gitter fallen. Beim dritten Test wird die Maus in einen Plastikzylinder gesetzt und es wird beobachtet, wie oft sie mit den Pfoten von der glatten Wand abrutscht. 5 Mäuse werden vorzeitig getötet, vermutlich, weil es ihnen zu schlecht geht (nicht genau erklärt). Die überlebenden Mäuse werden 28 Tage nach Auslösen des künstlichen Schlaganfalls getötet, indem eine Fixierungslösung in ihre Blutbahn injiziert wird. Nicht erwähnt, aber vermutlich werden die Tiere vorher betäubt.

Die Arbeit wurde unterstützt durch die Friebe-Stiftung.

Bereich: Schlaganfall-Forschung

Originaltitel: Lesion size- and location-dependent recruitment of contralesional thalamus and motor cortex facilitates recovery after stroke in mice

Autoren: Markus Aswendt (1,2)*, Miklas Pallast (1), Frederique Wieters (1), Mayan Baues (1), Mathias Hoehn (2,3), Gereon R. Fink (1,2)

Institute: (1) Klinik und Poliklinik für Neurologie, Klinikum der Universität zu Köln, Kempener Str. 62, 50937 Köln, (2) Kognitive Neurowissenschaften, Forschungszentrum Jülich, Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Jülich, (3) Department of Radiology, Leiden University Medical Center, Leiden, Niederlande

Zeitschrift: Translational Stroke Research 2020; doi:10.1007/s12975-020-00802-3

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5203



Dokument 82Titel: CYP17A1-defiziente XY-Mäuse zeigen Anfälligkeit für Arteriosklerose, verändertes Lipidomprofil und atypische Geschlechtsentwicklung
Hintergrund: Ein Gendefekt, der bei Menschen zu Störungen in der Geschlechtsentwicklung und Erkrankungen der Herzkranzgefäße führt, wird künstlich bei Mäusen erzeugt und in Kombination mit einem anderen künstlichen Gendefekt analysiert.
Tiere: 85 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der zuständigen Behörde in Schleswig-Holstein genehmigt. Wildtyp (ohne genetische Veränderungen) und Apoe-/- (bei denen das Gen Apoe künstlich ausgeschaltet ist) Mäuse werden von der Versuchstierzucht Charles River Laboratories, Sulzfeld, bezogen. Bei einem Teil der Tiere wird ein Gendefekt in dem Gen Cyp17a1 ausgelöst, das für die Verarbeitung wichtiger Geschlechtshormone wie Progesteron, Cortisol, Testosteron und Östradiol zuständig ist. Das führt dazu, dass die Geschlechtsorgane männlicher Mäuse mit dem Cyp17a1-Gendefekt sich nicht richtig entwickeln und weiblichen Geschlechtsorganen ähneln. Die Mäuse werden auf verschiedene Weise mit nicht genmanipulierten Tieren über mindestens 6 Generationen gekreuzt. Für die eigentlichen Versuche werden ihre Jungen verwendet. Es werden insgesamt mindestens 15 Wildtyp Mäuse, 18 Mäuse mit dem Cyp17a1-Gendefekt, 27 Mäuse mit dem Apoe-/- Gendefekt und 25 Mäuse mit beiden Defekten untersucht.

Acht Wochen lang bekommt die Hälfte der Mäuse normales Futter und die andere Hälfte wird einer „westlichen Ernährung“ ausgesetzt, die mehr Cholesterin und Fette enthält. Vor Beginn und nach Ende des 8-wöchigen Fütterungsversuchs wird von jedem Tier mit einer Spritze Blut aus einem Blutgefäß hinter dem Augapfel entnommen. Am Ende der achten Woche werden alle Mäuse unter Narkose durch Genickbruch getötet und ihre Herzen und Körperschlagadern (Aorta) werden entnommen, um zu untersuchen, ob sich Ablagerungen in den Blutgefäßen gebildet haben.

Diese Arbeit wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), der Helmholtz-Gemeinschaft, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem FP7 EU Projekt, der Leducq-Stiftung und dem Förderprogramm „Medizinische Genetik“ der Universität zu Lübeck finanziell unterstützt.

Bereich: Arterioskleroseforschung, Genetik, Herz-Kreislauf-Forschung, Ernährungswissenschaft

Originaltitel: CYP17A1 deficient XY mice display susceptibility to atherosclerosis, altered lipidomic profile and atypical sex development

Autoren: Redouane Aherrahrou (1,2), Alexandra E. Kulle (3), Natalia Alenina (4,5), Ralf Werner (6,7), Simeon Vens-Cappell (8), Michael Bader (4,5,9,10), Heribert Schunkert (11), Jeanette Erdmann (1,12), Zouhair Aherrahrou (1,12)*

Institute: (1) Institut für Kardiogenetik, Universität zu Lübeck, Gebäude 67, BMF, Ratzeburger Allee 160, 23562 Lübeck, (2) Centre for Public Health Genomics, Department of Biomedical Engineering, University of Virginia, Charlottesville, VA, USA, (3) Hormonzentrum für Kinder und Jugendliche, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Kiel, (4) Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC), Berlin, (5) Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), Standort Berlin, Berlin, (6) Institut für Endokrinologie und Diabetes, Universität zu Lübeck, Lübeck, (7) Institut für Molekulare Medizin, Universität zu Lübeck, Lübeck, (8) Bioanalytical Core Facility, CBBM (Center of Brain Behavior and Metabolism), Universität zu Lübeck, Lübeck, (9), Charité-Universitätsmedizin, Berlin, (10) Institut für Biologie, Universität zu Lübeck, Lübeck, (11) Kardiologie, Deutsches Herzzentrum München, Technische Universität München und Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), Standort München, München, (12) Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), Standort Hamburg/Kiel/Lübeck, Medizinische Klinik II / Kardiologie, Angiologie, Intensivmedizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Campus Lübeck, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck

Zeitschrift: Scientific Reports 2020; 10: 8792

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5202



Dokument 83Titel: Mechanische Kräfte regulieren die Reifung der Herzzell-Myofilamente über die VCL-SSH1-CFL-Achse
Hintergrund: Der Einfluss des Herzschlags auf die Entwicklung der Herzzellen wird an Zebrafische untersucht.
Tiere: 224 Tiere verschiedener Arten (224 Zebrafische, unbekannte Anzahl Mäuse, unbekannte Anzahl Ratten)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Es wird nicht erwähnt. ob und von welcher Behörde die Tierversuche genehmigt wurden. Es werden mindestens 224 Zebrafische im Alter von bis zu 6 Tagen und eine nicht genannte Anzahl an neugeborenen, ein bis drei Tage alten C57BL/6-Mäusen und Sprague-Dawley-Ratten verwendet. Die Tiere stammen aus institutseigener Zucht. Die neugeborenen Mäuse und Ratten werden auf nicht genannte Weise getötet und ihre Herzen werden entnommen, um die Herzzellen für Zellkulturen zu verwenden. Verschiedene Gene werden bei den Zebrafischen verändert, so dass bei ihnen bestimmte Herzproteine in unterschiedlichen Farben fluoreszieren. Manchen Zebrafischen werden Gendefekte in sechs für die Herzfunktionen wichtigen Proteine angezüchtet, was zu Entwicklungs- und Funktionsstörungen des Herzens führt. Drei Wirkstoffe, die den Herzschlag verlangsamen, werden für 24 bis 31 Stunden dem Wassertank der Fische zugegeben. Lebende Zebrafische werden in ein weiches, durchsichtiges Gel eingebettet und unter einem Mikroskop angeschaut. Die Tiere werden auf nicht genannte Weise getötet und ihre Herzen werden für weitere Analysen entnommen.

Diese Arbeit wurde von der Max-Plank-Gesellschaft finanziell unterstützt.

Bereich: Entwicklungsbiologie, Herzphysiologie, Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel: Mechanical forces regulate cardiomyocyte myo?lament maturation via the VCL-SSH1-CFL axis

Autoren: Ryuichi Fukuda (1)*, Felix Gunawan (1), Radhan Ramadass (1), Arica Beisaw (1), Anne Konzer (2), Sri Teja Mullapudi (1), Alessandra Gentile (1), Hans-Martin Maischein (1), Johannes Graumann (2,3), Didier Y.R. Stainier (1)*

Institute: (1) Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung, Ludwigstrasse 43, 61231 Bad Nauheim, (2) Biomolecular Mass Spectrometry, Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung, Bad Nauheim, (3) Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e. V. (DKFZ), Standort RheinMain, Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung, Bad Nauheim

Zeitschrift: Cell Press 2019; 51: 62-77

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5201



Dokument 84Titel: Unterschiedliche Rollen des Calciumionenkanals TRPV4 in den Wirtsreaktionen auf Mycobacterium tuberculosis früh und spät in der Infektion
Hintergrund: Erforschung der Details der Immunantwort auf eine Tuberkuloseinfektion bei Mäusen.
Tiere: 58 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden unter der Nummer V 242-71197/2017(14-2/18) vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) des Landes Schleswig-Holstein genehmigt. Die Versuche und Züchtungen werden am Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum durchgeführt. Bei Mäusen wird ein Gendefekt erzeugt, sodass der Calciumkanal TRPV4 nicht produziert wird. Diese genmanipulierten Tiere werden mit „normalen“ Mäuse der Zuchtlinie C57BL/J6 verpaart. Üblicherweise geschieht dies über mehrere Generationen. Von den Nachkommen werden sowohl Mäuse mit gewünschten Genveränderung und ihre nicht veränderten Geschwister („Wild-Typ“) für die eigentlichen Versuche verwendet.

Die Tiere werden in eine kleine Kammer gesetzt, in der sich Tuberkulose-Bakterien in der Luft befinden. Die Mäuse werden durch das Einatmen mit den Bakterien infiziert, was zu Lungenschäden führt. Die Mäuse werden regelmäßig gewogen und 15, 29, 55, 90 oder 150 Tage nach der Infektion werden jeweils einige von ihnen auf nicht genannte Weise getötet. Lunge, Milz und Leber der Tiere werden für weitere Analysen entnommen.

Diese Arbeit wurde von der Abteilung für Biotechnologie der Regierung Indiens, der Alexander-von-Humboldt-Stiftung, Rajiv Gandhi National Fellowship und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) finanziell unterstützt.

Bereich: Infektionsforschung, Immunologie

Originaltitel: Differential roles of the calcium ion channel TRPV4 in host responses to Mycobacterium tuberculosis early and late in infection

Autoren: Sumanta K. Naik (1,2), Kaliprasad Pattanaik (1), Jacqueline Eich (2), Vivien Sparr (2), Matthias Hauptmann (2), Barbara Kalsdorf (2), Norbert Reiling (2), Wolfgang Liedtke (3), Wolfgang M Kuebler (4), Ulrich E. Schaible (2)*, Avinash Sonawane (1,5)*

Institute: (1) School of Biotechnology, KIIT University, Odisha, Indien, (2) Programmbereich Infektionen, Zelluläre Mikrobiologie, Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum, 23845 Borstel, (3) Duke University Center for Translational Neuroscience,, Durham, USA, (4) Charité – Institut für Physiologie, Berlin, (5) Indian Institute of Technology, Indore, Madhya Pradesh, Indien

Zeitschrift: iScience 2020; 23(6): 101206

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5200



Dokument 85Titel: Die H3K9me3-vermittelte epigenetische Regulation der Seneszenz bei Mäusen sagt das Ergebnis von Lymphompatienten voraus
Hintergrund: Um die Prognose über die Erfolgsrate gängiger Chemotherapeutika für einzelne Lymphom-Patienten zu verbessern, werden schon bekannte genetische Merkmale mehrerer Patienten mit den Genaktivitätsveränderungen bei Mäusen verglichen, denen genmodifizierte Krebszellen anderer Mäuse gespritzt werden.
Tiere: 117 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin genehmigt. Die Herkunft der Mäuse wird nicht genannt. Bei den Tieren werden verschiedene Gendefekte (Knock-out) erzeugt, die sie besonders anfällig für die Entwicklung eines Lymphoms (Lymphdrüsenkrebs) machen. Diese Mäuse werden mit nicht genmanipulierten Mäusen der Zuchtlinie C57BL/6 verpaart. Üblicherweise geschieht dies über mehrere Generationen. Von den Nachkommen werden sowohl Mäuse mit gewünschten Genveränderung und ihre nicht veränderten Geschwister („Wild-Typ“) für die eigentlichen Versuche verwendet.

39 genmodifizierte Mäuse werden auf nicht genannte Art getötet. Krebszellen werden von ihnen isoliert und in der Schwanzvene von 78 Wild-Typ (nicht genetisch veränderten) Mäusen gespritzt. Das führt zu einer Tumorentwicklung in den Lymphknoten der Tiere. Eine Gruppe von Mäusen erhält das bekannte Chemotherapeutikum Cyclophosphamid in die Bauchhöhle gespritzt. Eine zweite Gruppe Mäuse erhält eine Kombination von 4 Medikamenten einmalig und täglich über 4 Tage Kortison gespritzt. Eine Gruppe von Mäusen bleibt unbehandelt. Der Krankheitsverlauf wird bis zu 100 Tagen nach der Chemotherapie beobachtet. Bei 35 der 78 Mäuse wird eine erneute Tumorentwicklung beobachtet und die Chemotherapie wird bei ihnen ein- bis zweimal wiederholt. Viele Mäuse sterben an ihren Tumoren oder müssen wegen eines sehr schlechten Gesundheitszustandes getötet werden. Spätestens 100 Tage nach der ersten Verwendung der Chemotherapeutika werden alle überlebenden Mäuse mittels CO2 getötet. Ihre Lymphknoten und andere Organe werden für weiteren Analysen entnommen.

Diese Arbeit wurde von der Deutschen Krebshilfe, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), der Helmholtz Gemeinschaft, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem Förderverein Hämatologie und internistische Onkologie, der Stiftung Charité und der Volkswagenstiftung finanziell unterstützt.

Bereich: Krebsforschung

Originaltitel: H3K9me3-mediated epigenetic regulation of senescence in mice predicts outcome of lymphoma patients

Autoren: Kolja Schleich (1), Julia Kase (1), Jan R. Dörr (1), Saskia Trescher (2), Animesh Bhattacharya (1), Yong Yu (3), Elizabeth M. Wailes (1), Dorothy N. Y. Fan (1,4), Philipp Lohneis (5), Maja Milanovic (1), Andrea Lau (1), Dido Lenze (6), Michael Hummel (4,6), Bjoern Chapuy (7), Ulf Leser (2), Maurice Reimann (1), Soyoung Lee (1,3,4), Clemens A. Schmitt (1,3,4,8,9)*

Institute: (1)* Charité – Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie (CVK) und Molekulares Krebsforschungszentrum (MKFZ), Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin, (2) Institut für Informatik, Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin, (3) Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin der Helmholtz Gemeinschaft, Robert-Rössle-Straße 10, 13125 Berlin, (4) Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung, Standort Berlin, Berlin, (5) Institut für Pathologie, Uniklinik Köln, (6) Charité – Institut für Pathologie, Berlin, (7) Abteilung für Hämatologie und Onkologie, Universitätsmedizin Göttingen, Göttingen, (8) Hämatologie und Internistische Onkologie, Johannes Kepler Universität, Krankenhausstraße 9, 4020 Linz, Österreich, (9) Berliner Institut für Gesundheitsforschung, Anna-Louisa-Karsch-Straße 2, 10178 Berlin

Zeitschrift: Nature Communications 2020; 11: 3651

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5199



Dokument 86Titel: Darstellung der auditorischen Aufgabenkomponenten und ihrer Beziehungen in der Hörrinde von Primaten
Hintergrund: Da in vielen ähnlichen vorherigen Versuche unterschiedliche Ergebnisse gewonnen wurden, wird hier noch einmal an Javaneraffen untersucht, welche kognitive Prozesse die Aktivität der Hörrinde beeinflussen.
Tiere: 4 Affen (Javaneraffen)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesverwaltungsamt Halle genehmigt. Es werden 2 weibliche und 2 männliche Javaneraffen (Macaca fascicularis) verwendet. Die Herkunft der Tiere wird nicht genannt. Die männlichen Affen wurden vor mehr als einem Jahr in ähnlichen Versuchen eingesetzt, für die weiblichen Affen sind die Experimente völlig unbekannt. Die Tiere werden in Narkose gelegt und ein helmähnliches Metallimplantat wird mittels sechs scharfer langer Bolzen auf dem Schädel befestigt, um die zukünftige Fixierung des Kopfes zu ermöglichen. Ein 21 mm großes Loch wird links (bei 2 Affen) oder rechts (bei 2 Affen) in den Schädel gebohrt und eine verschließbare Elektrodenkammer wird über dem Bohrloch im Bereich der Hörrinde befestigt. Durch die Kammer können später mehrere nadelförmige Elektroden ins Gehirn der Affen eingeführt werden. Die Tiere bekommen Antibiotika und Schmerzmittel über eine nicht genannte Zeitspanne nach der Operation.

Die Affen werden „trainiert“ in einem Fixierstuhl (Primatenstuhl) mit fixiertem Kopf zu sitzen und bestimmte Aufgaben zu erfüllen. In ca. der Hälfte der Versuche wird der Kopf eines der männlichen Affen nicht fest fixiert, sondern wird in eine selbstgemachte Plastikbox geklemmt. Vor dem Primatenstuhl befinden sich drei LED-Lichter und eine Taste. Neben dem Kopf des Tieres gibt es einen Löffel, der jedes Mal mit 0,3 bis 0,8 ml Wasser oder Smoothie als Belohnung befüllt wird, wenn eine Aufgabe richtig erfüllt wird. Das Tier muss die Flüssigkeit vom Löffel ablecken. Die Affen bekommen ansonsten während der gesamten Versuchsdauer keine Flüssigkeit, sondern nur frische Früchte nach den Versuchen und am Wochenende. Die Trainingsphase, in der den Affen beigebracht wird, wie die einzelnen Aufgaben auszuüben sind, dauert 8 Monate. Bei den eigentlichen Versuchen bekommen die Affen verschiedene Licht- und Tonsignale und müssen je nach Aufgabe die Taste vor oder nach einem Tonsignal für eine bestimmte Zeitspanne berühren. Wenn ein Tier die gewünschte Tätigkeit nicht ausübt, zu langsam oder zu schnell ist, oder wenn es nur kurz die Taste berührt, bekommt es für diese Aufgabe keine Flüssigkeit. Die Affen bekommen 60 bis 160 Aufgaben pro Sitzung. Das weitere Schicksal der Affen wird nicht erwähnt.

Diese Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem russischen Staat finanziell unterstützt.

Bereich: Hirnforschung, Hörforschung, Neurobiologie, Neurophysiologie

Originaltitel: Representation of auditory task components and of their relationships in primate auditory cortex

Autoren: Stanislava Knyazeva (1), Elena Selezneva (1), Alexander Gorkin (2), Frank W. Ohl (1,3,4), Michael Brosch (1,4)*

Institute: (1)* Leibniz Institut für Neurobiologie, Brenneckestraße 6, 39118 Magdeburg, (2) Institute of Psychology, Russian Academy of Sciences, Moskau, Russland, (3) Institut für Biologie, Otto-von-Guericke-Universität, Magdeburg, (4) Zentrum für neurowissenschaftliche Forschung, Universitätsplatz 2, Otto-von-Guericke-Universität, 39106 Magdeburg

Zeitschrift: Frontiers in Neuroscience 2020; 14: 306

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5198



Dokument 87Titel: Einfluss der Proteinkonzentration und -qualität in Dosenfutter auf die Urinzusammensetzung, Nährstoffverdaulichkeit und Energieversorgung bei erwachsenen Katzen
Hintergrund: Aus einer früheren Studie mit Trockenfutter ist bekannt, dass ein hoher Proteinanteil das Risiko für Harnsteine bei Katzen erhöht. Dies soll jetzt auch mit Dosenfutter untersucht werden.
Tiere: 11 Katzen
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Gesundheit und Soziales in Berlin genehmigt (Genehmigungsnummer G0138/12). Die Katzen (Europäisch Kurzhaar) stammen aus der Tierhaltungseinrichtung vom Institut für Tierernährung der Freien Universität Berlin. Kurz nach Beginn der Versuche wird eine Katze aufgrund von nicht näher beschriebenen Gesundheitsproblemen durch eine andere Katze ersetzt. Für die Versuchsreihe werden 10 Katzen auf 6 verschiedene Fütterungsprotokolle aufgeteilt. Die angebotenen Dosenfuttermittel unterscheiden sich in der Eiweißkonzentration und -qualität, jeweils drei mit hoher und drei mit einer niedrigen Proteinqualität. Dabei wird eine hohe Eiweißqualität über einen höheren Fleisch- und Blutanteil erreicht, wohingegen ein höherer Anteil an kollagenhaltigen Inhaltstoffen (Luftröhren und Nebenprodukte der Talg- und Fettgewinnung) zu einer schlechten Eiweißqualität führt.

Jedes Fütterungsprotokoll erstreckt sich über 6 Wochen. Nach den ersten 4 Wochen Gewöhnung, werden zweimal 4 Tage lang mit einer dreitägigen Pause dazwischen Proben gesammelt. Zur individuellen Sammlung von Urin- und Kotproben kommen die Katzen in sogenannte metabolische Käfige. Dabei werden die Urinproben über Container gesammelt, welche mit den Katzenklos verbunden sind. Der Kot verbleibt bis zur Probenentnahme im Katzenklo. Außerdem wird den Katzen am letzten der 4 Sammlungstage Blut abgenommen. Gehalten werden die Katzen in Gruppen, die Fütterung erfolgt aber individuell. Während der Sammlungsphase werden sie einzeln gehalten. Am Ende der 6 Wochen wird getauscht, d.h. jede Katze wird nach einem anderen Fütterungsprotokoll ernährt. Was mit den Katzen nach Beendigung der Versuche passiert ist dem Artikel nicht zu entnehmen.

Bereich: Tierernährung

Originaltitel: Influence of protein concentration and quality in a canned diet on urine composition, apparent nutrient digestibility and energy supply in adult cats

Autoren: Nadine Paßlack (1)*, Barbara Kohn (2), Marcus G. Doherr (3), Jürgen Zentek (1)

Institute: (1)* Institut für Tierernährung, Fachbereich Veterinärmedizin, Freie Universität Berlin, Königin-Luise-Str. 49, 14195 Berlin, (2) Klinik für kleine Haustiere, Fachbereich Veterinärmedizin, Freie Universität Berlin, Berlin, (3) Institut für Veterinär-Epidemiologie und Biometrie, Fachbereich Veterinärmedizin, Freie Universität Berlin, Berlin

Zeitschrift: BMC Veterinary Research 2018; 14; 225

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5197



Dokument 88Titel: Verschlimmerung der nachteiligen kardiovaskulären Auswirkungen von Fluglärm in einem Tiermodell der arteriellen Hypertonie
Hintergrund: Beim Menschen ist bereits bekannt, dass vor allem nächtlicher Fluglärm zu einem Anstieg des Blutdrucks und der Stresshormone führt. Hier wird untersucht, wie sich eine starke Lärmbelastung auf den Blutdruck von Mäusen auswirkt.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz in Koblenz (Genehmigungsnummer 23177-07/G15-094 und G18-1-084) genehmigt. Die männlichen Mäuse, von Janvier in Frankreich erworben, werden für die Versuche in 4 Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe mit Mäusen wird nicht behandelt und dient als Kontrollgruppe, eine zweite Gruppe wird 7 Tage mit Lärm beschallt. Die dritte Gruppe bekommt eine Infusion mit einem Hormon (Angiotensin II/ ATII), welches den Blutdruck erhöht. Die letzte Gruppe bekommt sowohl die Hormoninfusion als auch die 7-tägige „Behandlung“ mit Lärm.

Für eine dauerhafte Infusion bei den Gruppen 3 und 4 werden die Mäuse mit einer Minipumpe ausgestattet. Unter Narkose wird im Bereich der Flanke die Haut etwa 1 cm aufgeschnitten, die Minipumpen eingebracht und die Haut wieder zugenäht. Die Pumpe gibt über die folgenden 7 Tage das oben genannte blutdrucksteigernde Hormon an das Gewebe der Tiere ab. Nach der Operation werden die Wunden der Tiere mit einer Salbe versorgt. Danach kommen die Tiere in eine sogenannte Geräuschkammer.

Durch einen Lautsprecher, welcher 30 cm über den nach oben offenen Käfigen befestigt ist, kommt ein Ton, dessen maximale Lautstärke bei 85 Dezibel (vergleichbar mit dem Lärm einer Hauptverkehrsstraße oder eines Saxophonspiels) und minimaler Wert bei 72 Dezibel (ähnlich wie Kantinenlärm oder der Lärm eines Großraumbüros) liegt. Täglich 7 Tage lang kommen die Mäuse für zwei Stunden in die Geräuschkammer, wo sie in unregelmäßigen Abständen für jeweils 43 Sekunden mit Lärm beschallt werden.

Alle 2 Tage werden die Mäuse in einer Röhre fixiert und der Blutdruck wird mittels einer Manschette am Schwanz gemessen.

Nach 7 Tagen werden die Tiere unter Gasbetäubung mit einem Stich ins Herz getötet. Verschiedene Organe werden für weitere Untersuchungen entnommen.

Die Arbeit wurde gefördert durch die Else Kröner-Fresenius-Stiftung, Böhringer Ingelheim Stiftung, die Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Foundation for Polnish Science und durch das Deutsche Forschungszentrum für Herz-Kreislauf-Forschung.

Bereich: Lärmforschung, Stressforschung, Herz-Kreislauf-Forschung, Bluthochdruckforschung, Kardiologie

Originaltitel: Exacerbation of adverse cardiovascular effects of aircraft noise in an animal model of arterial hypertension

Autoren: Sebastian Steven (1,2) Katie Frenis (1), Sanela Kalinovic (1), Miroslava Kvandova (1), Matthias Oelze (1), Johanna Helmstädter (1), Omar Hahad (1), Konstantina Filippou (1), Kamil Kus (3), Chiara Trevisan (4), Klaus-Dieter Schlüter (5), Kerstin Boengler (5), Stefan Chlopicki (3,6), Katrin Frauenknecht (4), Rainer Schulz (5), Mette Sorensen (7,8), Andreas Daiber (1,9)*, Svenja Kröller- Schön (1), Thomas Münzel (1,9)*

Institute: (1)* Zentrum für Kardiologie, Kardiologie I – Labor für molekulare Kardiologie, Gebäude 605, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg Universität Mainz, Langenbeckstr. 1, 55131 Mainz, (2) Centrum für Thrombose und Hämostase (CTH), Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg Universität Mainz, Mainz, (3) Jagiellonian Centre for Experimental Therapeutics (JCET), Jagiellonian University, Krakow, Polen, (4) Institute of Neuropathology, University Hospital, Zürich, Schweiz, (5) Physiologisches Institut, Fachbereich Medizin, Justus Liebig Universität Gießen, Gießen, (6) Chair of Pharmacology, Jagiellonian University Medical College, Krakau, Polen, (7) Danish Cancer Society, Kopenhagen, Dänemark, (8) Department of Natural Science and Environment, Roskilde University, Roskilde, Dänemark, (9) Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V. (DZHK), Standort RheinMain, Mainz

Zeitschrift: Redox Biology 2020; 34: 1010515

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5196



Dokument 89Titel: Visualisierung der kortikalen Reaktion auf optogenetische Stimulation und sensorische Eingaben mittels handgehaltener multispektraler optoakustischer Bildgebung
Hintergrund: Es wird eine Methode vorgestellt, wie man das Gehirn mit einem bildgebenden Verfahren mit einer handgehaltenen Sonde untersuchen kann. ?
Tiere: Ratten (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Um Zugriff auf das Hirngewebe zu haben, werden die narkotisierten Ratten in einen sogenannten stereotaktischen Rahmen gespannt, mit dem der Kopf des Tieres fixiert wird. Zwei Löcher von 5 mm Durchmesser werden in die Schädeldecke gebohrt. Ein Gel wird aufgetragen und eine Sonde wird in eine bestimmte Gehirnregion eingeführt. An den Vorderpfoten und den Schnurrhaaren werden Elektroden angebracht, die mittels Strom einen Reiz auslösen, der im Gehirn mit der Sonde gemessen werden soll. Insgesamt werden diese elektrischen Stimulationen 68 Mal durchgeführt.

In einem anderen Experiment wird eine unbekannte Anzahl junger Ratten betäubt, die Kopfhaut wird aufgeschnitten und ein Loch in die Schädeldecke gebohrt. Durch dieses wird den Ratten eine Flüssigkeit in eine bestimmte Gehirnregion gespritzt. Nach 4-6 Wochen wird ein dünnes, lichtleitendes Kabel in das Gehirn eingeführt und an den Schädel geklebt. Sobald der Kleber fest geworden ist, wird die umliegende Hautwunde vernäht; das Kabel verbleibt im Schädel. In darauffolgenden Experimenten wird über dieses Kabel eine bestimmte Gehirnregion durch Lichtsignale stimuliert. Was nach den Experimenten mit diesen Ratten passiert, ist nicht beschrieben.

Gefördert durch den G. W. Leibnitz Preis DFG, dem PRISAR Grant und dem Helmholtz Association Developmental Grant.

Bereich: Bildgebende Verfahren

Originaltitel: Visualizing cortical response to optogenetic stimulation and sensory inputs using multispectral handheld optoacoustic imaging

Autoren: Saak V. Ovsepian (1,2,3,4)*, Yuanyuan Jiang (5), Thomas C.P. Sardella (6), Jaber Malekzadeh-Najafabadi (1,2), Neal C. Burton (6), Xin Yu (5,7), Vasilis Ntziachristos (1, 2)

Institute: (1) Institut für Biologische und medizinische Bildgebung (IBMI), Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, Ingolstädter Landstraße 1, 85764 Neuherberg, (2) Lehrstuhl für Biologische Bildgebung, Fakultät für Medizin, Technische Universität München, München, (3) Department of Experimental Neurobiology, National Institute of Mental Health, Klecany, Czech Republic, (4) Department of Psychiatry and Medical Psychology, Third Faculty of Medicine, Charles University, Praha, Tschechische Republik, (5) Abteilung für Biomedizinische Magnetresonanz, Max Planck Institut für Biologische Kybernetik, Tübingen, (6) iThera Medical GmbH, München, (7) Athinoula A. Martinos Center for Biomedical Imaging, Massachusetts General Hospital and Harvard Medical School, Charlestown, MA, USA

Zeitschrift: Photoacustics 2020; 17: 100153

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5195



Dokument 90Titel: Von bildgebenden Verfahren abgeleitete Eingabefunktionen zur Quantifizierung der Verfügbarkeit von A1-Adenosinrezeptoren in Mäusehirnen unter Verwendung der PET und [18F]CPFPX
Hintergrund: Es soll herausgefunden werden, ob bestimmte Körperfunktionen von Mäusen mit einer bildgebenden Methode ähnlich analysiert werden können wie die Methode, bei der kontinuierlich Blut abgenommen wird.
Tiere: 5 Mäuse
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen genehmigt. 28 Wochen alte männliche Mäuse werden mit einem Inhalationsnarkosemittel betäubt. Die Narkose wird über den Zeitraum der Experimente aufrechterhalten. Eine Dauer-Kanüle wird in eine Hinterbeinarterie gestochen, über die die Blutproben genommen werden. Eine weitere Kanüle wird in die Schwanzvene gestochen, über die später ein Kontrastmittel eingespritzt wird. Eine Rektalsonde wird zur Messung der Körpertemperatur in den Anus eingeführt und die Atmung wird überwacht. Die Körpertemperatur wird mit einer Wärmelampe konstant gehalten. Dann werden die Mäuse auf dem Rücken in den PET-Scanner (Positronen-Emissions-Tomographie) gelegt, der Kopf wird an dem Narkose-System fixiert. Über einen Zeitraum von 60 Minuten werden Bilder aufgenommen. Während dieser Zeit werden 7 Mal Blutproben aus der Hinterbeinarterie genommen.

Am Ende der Versuche werden die Mäuse durch Abschneiden des Kopfes getötet und die Gehirne für weitere Untersuchungen entnommen.

Die Arbeit wurde vom China Scholarship Council finanziell gefördert.

Bereich: Bildgebende Verfahren, Neurophysiologie, Versuchstierkunde

Originaltitel: Image-derived input functions for quantification of A1 adenosine receptors availability in mice brains using PET and [18F]CPFPX

Autoren: Xuan He (1,2), Franziska Wedekind (1), Tina Kroll (1), Angela Oskamp (1), Simone Beer (1), Alexander Drzezga (1,3), Johannes Ermert (4), Bernd Neumaier (4), Andreas Bauer (1,5), David Elmenhorst (1,6) *

Institute: (1) Institut für Neurowissenschaften und Medizin (INM-2), Forschungszentrum Jülich, Wilhelm-Johnen-Straße, 52428 Jülich, (2) Molekulare und Systemische Neurophysiologie, Institut für Biologie II (Zoologie), RWTH Aachen University, Aachen, (3) Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Köln, Köln, (4) Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Forschungszentrum Jülich, Jülich, (5) Institut für Neurologie, Medizinische Fakultät, Heinrich Heine Universität Düsseldorf, Düsseldorf (6) Institut für Psychologie - Abteilung für Klinische Psychologie und Psychotherapie, Rheinische Friedrichs-Wilhelms-Universität Bonn, Bonn

Zeitschrift: Frontiers in Physiology 2020; 10: 1617

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5194



Dokument 91Titel: Der Knochenbildungs-Status bei Wistar-Rattenföten am Ende der Schwangerschaft
Hintergrund: Es sollen Vergleichsdaten erhoben werden, um besser einschätzen zu können, ob eine Substanz sich negativ auf das Knochenwachstum bei Rattenföten auswirkt.
Tiere: 338 Ratten (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Ratten werden von Charles River, Sulzfeld, bezogen. Je eine männliche Ratte wird mit zwei weiblichen Ratten verpaart. Täglich wird bei den weiblichen Ratten eine Vaginalwaschung vorgenommen und auf Samen getestet. Wird Samen in dieser Waschung gefunden, wird von einer erfolgreichen Befruchtung ausgegangen und dieser Tag als erster Tag der Schwangerschaft (von insgesamt 23 Tagen) festgelegt. Danach werden die Tiere in Einzelkäfigen gehalten. Das Gewicht und die Futteraufnahme werden regelmäßig kontrolliert.

Die schwangeren Weibchen werden in 6 Gruppen à 24 Tiere eingeteilt. Zwischen dem 7. und 15. Schwangerschaftstag bekommen die Ratten einmal täglich eine Flüssigkeit mittels Magenschlauch verabreicht. Am 21., 22. und 23. Schwangerschaftstag wird jeweils 48 Ratten ein Narkosemittel in den Bauchraum gespritzt und sie werden durch Ausblutung getötet.

Die Eierstöcke und die Gebärmütter, in denen sich die noch ungeborenen Rattenbabys befinden, werden aus den Ratten herausgeschnitten. Die Lage der Föten in der Gebärmutter wird analysiert, die Föten werden gewogen und auf Abnormalitäten untersucht. Danach werden alle 122 Föten durch Unterkühlung getötet und weitere Untersuchungen werden vorgenommen.

Bereich: Reproduktionsforschung, Reproduktionstoxikologie, Toxikologie

Originaltitel: The ossi?cation status of Wistar rat fetuses at the end of gestation

Autoren: Bernd Baier (1)*, Bruno Viertel (2)

Institute: (1) Nonclinical Drug Safety Germany, Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, Birkendorfer Str. 65, 88397 Biberach an der Riss, (2) Universität Trier, Biogeographie, Trier

Zeitschrift: Reproductive Toxicology 2019; 86: 45-49

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5193



Dokument 92Titel: Aß Oligomere lösen Aß-Aussaat aus und beschleunigen diese
Hintergrund: Es wird untersucht, ob eine bestimmte Eiweiß-Art einen wichtigen Einfluss auf den biochemischen Krankheitsbeginn von Alzheimer hat.
Tiere: 43 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden unter G13-093 und G16-60 in Baden-Württemberg genehmigt. Zunächst werden zwei verschiedene Linien transgene Mäuse „hergestellt“, indem Mäusen ein menschliches Gen eingeschleust wird. Die Tiere werden mit nicht genmanipulierten Mäusen verpaart und über mehrere Generationen gezüchtet. Für die eigentlichen Experimente werden Nachkommen verwendet, die die Genveränderung aufweisen (transgen) sowie ihre nicht-transgenen Geschwister. Jeweils einige junge und alte transgene Mäuse werden auf nicht näher beschriebene Weise getötet, die Gehirne werden entnommen und ein Gehirnextrakt wird daraus hergestellt.

Andere Mäuse werden durch Einspritzung in den Bauchraum narkotisiert und der Kopf wird in einen sogenannten stereotaktischen Metallrahmen eingespannt. Dann wird mit einer Nadel der Gehirnextrakt in eine bestimmte Gehirnregion eingespritzt. Durch die Prozedur entwickeln sich Eiweißablagerungen im Gehirn, die ähnlich wie bei der menschlichen Alzheimer-Krankheit sein sollen.

Von einem Teil der Mäuse wird während der Dauer der Experimente insgesamt 3 Mal Hirnwasser mit einer Glaspipette entnommen und für Untersuchungszwecke verwendet. Dazu werden die Mäuse narkotisiert, der Schädel wird im Bereich des Hinterkopfes geöffnet und mit einer Pipette wird die Flüssigkeit entnommen.

Ein Teil der Mäuse, denen Gehirnextrakt ins Gehirn gespritzt wurden, werden 2 Wochen nach dieser Prozedur einmal wöchentlich mit einem Antikörper behandelt, insgesamt 5 Mal. Dazu werden sie jedes Mal wie bereits beschrieben narkotisiert, in den Metallrahmen eingespannt und der Antikörper wird in das Gehirn gespritzt. Eine Woche nach der letzten Anwendung werden sie getötet.

Die Tötung der Mäuse erfolgt während tiefer Narkose mittels eines Verfahrens, bei dem üblicherweise mit einer Nadel eine Flüssigkeit (Formalin) in das Herz gespritzt wird, woran das Tier stirbt. Die Gehirne werden entnommen und für Analysen weiterverarbeitet.

Die Arbeit wurde vom Fill in the Gap-Stipendium der Medizinischen Fakultät Freiburg, dem Emmy Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Bereich: Alzheimer-Forschung

Originaltitel: Aß oligomers trigger and accelerate Aß seeding

Autoren: Natalie Katzmarski (1,2,3), Stephanie Ziegler-Waldkirch (1,2,3), Nina Scheffler (1,3), Christian Witt (1,3), Claudia Abou-Ajram (4), Brigitte Nuscher (4), Marco Prinz (2,5,6), Christian Haass (4,7,8), Melanie Meyer-Luehmann (1,2)*

Institute: (1) Klinik für Neurologie und Neurophysiologie, Neurozentrum, Universitätsklinikum Freiburg, Breisacher Str. 64, 79106 Freiburg, (2) Medizinische Fakultät, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg, (3) Fakultät für Biologie, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg, (4) Biomedizinisches Centrum München (BMC), Ludwig-Maximilians-Universität München, München, (5) Institut für Neuropathologie, Universitätsklinikum Freiburg, Freiburg, (6) BIOSS Centre for Biological Signalling Studies, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg, (7) Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), München, (8) Munich Cluster for Systems Neurology (SyNergy), München

Zeitschrift: Brain Pathology; 2019; 30: 36-45

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5192



Dokument 93Titel: Proliferationskompetente Tcf1 + CD8 T-Zellen in dysfunktionalen Populationen sind CD4 T-Zell-unabhängig
Hintergrund: Die Funktion einer Immunzellenart bei chronischen Entzündungen soll herausgefunden werden, indem diese bei Mäusen ausgeschaltet wird.
Tiere: 15 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von den Veterinärämtern des Kantons Vaud (Schweiz) und der Regierung von Oberbayern genehmigt. Transgene Mäuse mit unterschiedlichen Mutationen werden von Charles River, Sulzfeld, erworben und weitere von A. Oxenius (ETH Zürich, Schweiz) zur Verfügung gestellt. Die Tiere werden zunächst in der Schweiz unter keimfreien Bedingungen gezüchtet und aufgezogen, danach werden sie nach Freising verlegt. Die Experimente werden mit mindestens 6 Wochen alten Mäusen durchgeführt.

Den Mäusen wird ein verändertes Virus, welches eigentlich eine Gehirnhautentzündung bei Nagetieren auslöst, gespritzt. Im experimentellen Zusammenhang wird dieses veränderte Virus gebraucht, um die Zusammensetzung der Zellen des Immunsystem zu verändern. 2 Tage vor der Infektion, einen Tag nach der Infektion und ab da alle 5 Tage werden den Mäusen Antikörper gespritzt, die bestimmte Immunzellen abbauen, deren Funktion untersucht werden soll. Nach 25 Tagen werden genetisch veränderte Immunzellen auf einige oder alle (nicht ganz klar) Mäuse übertragen. 4 Wochen nach der Infektion mit dem Virus werden die Mäuse auf nicht beschriebene Weise getötet und die Milz wird für weitere Untersuchungen entnommen.

Die Experimente wurden unterstützt durch die European Research Council starting and consolidator grants (ProtecTC und ToCCaTa) sowie durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft.

Bereich: Immunologie, Infektionsforschung

Originaltitel: Proliferation-competent Tcf1 + CD8 T cells in dysfunctional populations are CD4 T cell help independent

Autoren: Kristiyan Kanev (1), Ming Wu (1), Antar Drews (1), Patrick Roelli (1,2), Christine Wurmser (3), Madlaina von Hösslin (1), Dietmar Zehn (1)*

Institute: (1) Lehrstuhl für Tierphysiologie und Immunologie, Wissenschaftszentrum Weihenstephan für Ernährung, Landnutzung und Umwelt, Technische Universität München, Weihenstephaner Berg 3, 85354 Freising, (2) Bioinformatics Core Facility, Swiss Institute of Bioinformatics, University of Lausanne, Lausanne, Schweiz, (3) Lehrstuhl für Tierzucht, Wissenschaftszentrum Weihenstephan für Ernährung, Landnutzung und Umwelt, Technische Universität München, Freising

Zeitschrift: PNAS; 2019; 116 (40): 20070-20076

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5191



Dokument 94Titel: Hemmung des Immunoproteasoms induziert den Tod von Plasmazellen und konserviert Nieren-Allotransplantate durch Aktivierung der ungefalteten Proteinantwort und Unterdrückung der Überlebensfaktoren von Plasmazellen
Hintergrund: Untersucht wird die Wirkung eines bestimmten das Immunsystem unterdrückenden Medikaments auf die Abstoßungsreaktionen von Ratten, denen eine Niere transplantiert wurde.
Tiere: 40 Ratten (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche vom Regierungspräsidium Freiburg (G-15/137). Die Ratten der Zuchtlinien F344 und Lewis stammen von Charles River in Sulzfeld und werden an der Universität Konstanz gehalten. Tiere der Linie F344 dienen als Nierenspender oder genetisch identische Empfänger (Kontrollgruppe), Lewis-Ratten als Empfängertiere. Unter Narkose wird Spender- wie Empfängertieren auf nicht weiter beschriebene Weise die linke Niere samt dem Harnleiter herausgeschnitten. Anschließend wird den Empfängertieren die Spenderniere eingesetzt und im Anschluss an die Operation alle 6 Stunden ein Schmerzmittel gespritzt. Das Immunsystem unterdrückende Medikamente werden in den ersten drei Wochen nach der Transplantation nicht gegeben, damit - laut Autoren - die Bildung von spezifischen Antikörpern gegen das Fremdgewebe ermöglicht wird. Was mit den Spendertieren geschieht, wird nicht erwähnt. Es ist aber davon auszugehen, dass sie getötet werden, da von ihnen auch Zellen aus der Milz verwendet werden. Drei Wochen nach der Transplantation bekommen die Spenderratten zweimal wöchentlich entweder ein Mittel, das die körpereigene Immunabwehr unterdrückt (als Infusion mit 1-2 zusätzlichen Wirkstoffen) oder ein Chemotherapeutikum unter die Haut gespritzt. Die Empfängertiere der Zuchtlinie F344 dienen als Kontrollgruppe und bekommen nichts gespritzt. 5 Wochen nach der Operation wird von jedem Tier der Urin gesammelt. Das erfolgt vermutlich in einem Stoffwechselkäfig mit einem Gitterrost-Boden, unter dem sich eine Plastikwanne befindet. 10 Wochen nach der Operation werden die Tiere auf nicht genannte Weise getötet und die implantierten Nieren sowie andere Organe für weitere Untersuchungen entnommen.

Die Arbeit wurde finanziell unterstützt von der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung, der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der National Natural Science Foundation of China, China Scholarship Council.

Bereich: Transplantationsmedizin

Originaltitel: Immunoproteasome inhibition induces plasma cell apoptosis and preserves kidney allografts by activating the unfolded protein response and suppressing plasma cell survival factors

Autoren: Jun Li (1,2), Julia Koerner (2), Michael Basler (2,3), Thomas Brunner (4), Christopher J. Kirk (5), Marcus Groettrup (2,3)*

Institute: (1) Department of Urology Oncological Surgery, Chongqing University Cancer Hospital, Chongqing Cancer Institute, and Chongqing Cancer Hospital, Chongqing, China, (2)* Lehrstuhl für Immunologie, Fachbereich Biologie, Universität Konstanz, Universitätsstr. 10, 78464 Konstanz, (3) Biotechnologie Institut Thurgau an der Universität Konstanz, Kreuzlingen, Schweiz, (4) Biochemische Pharmakologie, Fachbereich Biologie, Universität Konstanz, Konstanz, (5) Kezar Life Sciences, San Francisco, USA

Zeitschrift: Kidney International 2019; 95: 611-623

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5190



Dokument 95Titel: In vivo-Detektion von Brustkrebs-Lebermetastasen in humanisierten Tumormäusen unter Verwendung des Tumor-spezifischem Kontrastmittels BR55®
Hintergrund: Neugeborenen, künstlich immungeschwächten Mäusen werden menschliche Brustkrebszellen in die Leber gespritzt, was die Ausbildung von Lebermetastasen bei Brustkrebspatienten widerspiegeln soll. Die Nachweisbarkeit der Tumore mithilfe zweier Kontrastmittel wird untersucht, die beide bereits bei Patienten eingesetzt werden, z.T. sogar schon im klinischen Bereich.
Tiere: 14 Mäuse (mehr als)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von einer nicht genannten Behörde genehmigt (Referenznummer 11-101-0287 und 54-2532.1-02/13). In der vorliegenden Arbeit werden NGS-Mäuse verwendet, die der Versuchstierzucht Jackson Laboratories entstammen und in der Tierversuchseinrichtung der Uni weitergezüchtet werden. NGS-Mäuse sind gentechnisch so verändert, dass sie ein extrem geschwächtes Immunsystem haben und somit sehr anfällig für diverse Versuchseingriffe sind, wie beispielsweise die Implantation und Entwicklung von menschlichen Tumoren. Neugeborene Mäuse werden radioaktiv bestrahlt und anschließend werden ihnen menschliche Stammzellen aus Nabelschnurblut, sowie menschliche Brustkrebszellen in die Leber gespritzt.

Im Alter von 4, 5 und 9 Monaten werden die Tiere narkotisiert und Ultraschalluntersuchungen unterzogen, bei denen vor allem die Tumormetastasierung in der Leber beobachtet wird. Vor den Ultraschalluntersuchungen werden den betäubten Tieren Kontrastmittel in eine Vene hinter dem Augapfel gespritzt. Es werden 2 verschiedene Kontrastmittel miteinander verglichen. Die Autoren berichten von Vorversuchen, bei denen sie ermittelt haben, dass diese Applikation bessere Ergebnisse liefert als das Spritzen der Kontrastmittel in die Schwanzvene der Mäuse. Die Tiere, die für diese Vorversuche eingesetzt wurden, sind nicht in der oben angegebenen Tierzahl enthalten. Die Hälfte der Mäuse hat nach 9 Monaten Tumore in der Leber entwickelt. Diverse Tiere weisen auch anderweitige Schädigungen des Lebergewebes auf. Nach 9 Monaten werden alle Mäuse auf nicht genannte Weise getötet.

Bereich: Krebsforschung

Originaltitel: In vivo detection of breast cancer liver metastases in humanized tumour mice using tumour specific Contrast Agent BR55®

Autoren: Florian Bitterer (1)*, Matthias Hornung (1), Natascha Platz Batista da Silva (2), Hans J. Schlitt (1), Christian Stroszczynski (2), Anja K. Wege (3), Ernst-Michael Jung (2)

Institute: (1)* Klinik und Poliklinik für Chirurgie, Universitätsklinikum Regensburg, Franz-Josef-Strauß-Allee 11, 93053 Regensburg, (2) Lehrstuhl für Radiologie, Universitätsklinikum Regensburg, Regensburg, (3) Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Regensburg, Regensburg

Zeitschrift: Clinical Hemorheology and Microcirculation 2020; doi: 10.3233/CH-200898

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5189



Dokument 96Titel: Intestinale Enzyme für Glukokortikoid-Synthese bei Patienten mit pädiatrischer entzündlicher Darmerkrankung
Hintergrund: Mäuse, bei denen durch 5-tägige Gabe einer Chemikalie eine akute Dickdarmentzündung ausgelöst wird, dienen als „Modell“ für Patienten, die an chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen leiden, um die Krankheitsentstehung zu erforschen.
Tiere: 35 Mäuse (mehr als)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Es wird nicht erwähnt, wo die Versuche genehmigt wurden. Die Züchtung und Haltung der Tiere erfolgt an der Universität Konstanz. Es werden Wildtyp-Mäuse (nicht gentechnisch veränderte), sowie zwei verschiedene gentechnisch veränderte Mauslinien verwendet und ausschließlich Mäuse eingesetzt, die hinsichtlich ihres Geschlechts und ihres Alters abgeglichen sind, um möglichst ausgeglichene Versuchsgruppen zu gewährleisten. Derartige Versuchsaufbauten führen zu einer extrem hohen Zahl an so genannten Ausschusstieren, die aussortiert werden. Es ist zu bedenken, dass diese Tiere in der Publikation nicht erwähnt werden, sondern ausschließlich der selektierte Bruchteil, der letztendlich in den Experimenten eingesetzt wird. Bei den Tieren wird eine sogenannte experimentelle Kolitis, also eine Entzündung des Dickdarms, hervorgerufen. Hierzu wird ihnen 5 Tage lang eine Substanz namens DSS mit dem Trinkwasser verabreicht, anschließend erhalten sie 2 Tage lang wieder normales Wasser. Die bei den Mäusen ausgelöste Darmentzündung ist für die Tiere schmerzvoll und bewirkt u.a. eine Zerstörung der Darmschleimhaut, Durchfall und weitere Entzündungsprozesse im Körper. Alle Tiere werden 5 oder 7 Tagen nach Beginn des Versuchs getötet, ihnen wird der Darm entnommen und weiteren Analysen hinsichtlich der Entzündungsprozesse unterzogen.

Die Studie wurde finanziell unterstützt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Baden-Württemberg-Stiftung, der Pediatric Research Foundation und dem Helsinki University Hospital Research Fund, Finnland und dem Ministry of Higher Education and Scientific Research, Sudan.

Bereich: Gastroenterologie, Darmforschung, Entzündungsforschung

Originaltitel: Intestinal glucocorticoid synthesis enzymes in pediatric inflammatory bowel disease patients

Autoren: Asma Ahmed (1,2), Juliane Schwaderer (1), Annika Hantusch (1), Kaija-Leena Kolho (3,4), Thomas Brunner (1)*

Institute: (1)* Lehrstuhl für Biochemische Pharmakologie, Universität Konstanz, Universitätsstraße 10, 78464 Konstanz (2) Faculty of Medicine, Department of Medicine, University of Khartoum, Khartoum, Sudan, (3) Faculty of Medical and Life Sciences, University of Tampere and Tampere University Hospital, Tampere, Finnland, (4) University of Helsinki, Helsinki, Finnland

Zeitschrift: Genes & Immunity 2019; 20: 566–576

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5188



Dokument 97Titel: In vivo generierte CAR T-Zellen vernichten Tumorzellen
Hintergrund: Gentechnisch veränderten Mäusen werden menschliche Tumore angezüchtet, um anschließend eine Anti-Krebs-Therapie an ihnen zu testen. Die Autoren schreiben, dass der hier beschriebenen Studie schon ähnliche Studien mit Mäusen vorausgingen, in denen die gewünschte Anti-Tumor-Wirkung der Therapie nicht gezeigt werden konnte. Zudem schreiben sie, dass zum Zeitpunkt der Publikation weltweit über 300 klinische Studien am Menschen durchgeführt werden, die sich eingehend mit dieser Therapieform befassen. 2 Produkte, die auf diesem Wirkprinzip beruhen, sind sogar bereits auf dem Markt zugelassen und werden bei Krebspatienten angewandt.
Tiere: 16 Mäuse
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: In der vorliegenden Arbeit werden NGS-Mäuse verwendet, die der Versuchstierzucht Jackson Laboratories entstammen. NGS-Mäuse sind gentechnisch so verändert, dass sie ein extrem geschwächtes Immunsystem haben und somit sehr anfällig für diverse Versuchseingriffe sind, wie beispielsweise die Implantation und Entwicklung von menschlichen Tumoren. Den Mäusen werden menschliche Tumorzellen intravenös (in eine Vene) gespritzt. Die Mäuse bilden Tumore aus, die über Fluoreszenz sichtbar gemacht werden. Den Tumorzellen wurde ein Libellen-Gen eingeschleust, wodurch sie ein fluoreszierendes Licht ausstrahlen, das mittels eines Gerätes sichtbar gemacht werden kann. So kann man Wachstum und Verteilung der Tumorzellen in der Maus beobachten.

Am darauffolgenden Tag werden die Tiere in zwei Gruppen eingeteilt und ihnen werden bestimmte menschliche Blutzellen von zwei verschiedenen Spendern intravenös gespritzt. Am nächsten Tag werden die Mäuse erneut in Gruppen eingeteilt und ihnen wird entweder eine Pufferlösung als Kontrolle intravenös gespritzt oder eine spezielle gentechnisch veränderte DNA, deren Anti-Tumor-Wirkung getestet werden soll. Nach 4, 7, 12, 14 und 17 Tagen wird den Mäusen jeweils eine fluoreszierende Substanz in die Bauchhöhle gespritzt und über ein bildgebendes Verfahren wird der Zustand der Tumorentwicklung beobachtet. Die Hälfte der Tiere wird bereits nach 14 Tagen getötet, die andere Hälfte nach 18 Tagen.

Die Studie wurde von der Deutschen Krebshilfe und vom Bundesministerium für Gesundheit finanziell unterstützt.

Bereich: Krebsforschung, Immunologie

Originaltitel: In vivo generated human CAR T cells eradicate tumor cells

Autoren: Shiwani Agarwal (1)*, Tatjana Weidner (1), Frederic B. Thalheimer (1), Christian J. Buchholz (1,2)

Institute: (1)* Molekulare Biotechnologie und Gentherapie, Paul-Ehrlich-Institut, Paul-Ehrlich-Straße 51-59, 63225 Langen (2) Frankfurt Cancer Institute, Goethe-Universität Frankfurt, Frankfurt am Main

Zeitschrift: OncoImmunology 2019; 8(12): e1671761

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5187



Dokument 98Titel: Ein neuer anti-HER2-Antikörper aus Kaninchen mit ausgeprägter therapeutischer Wirkung auf HER2-positive Brustkrebszellen in vitro und in humanisierten Tumor-Mäusen (HTM)
Hintergrund: Mäusen mit künstlich geschwächtem Immunsystem werden menschliche Tumore angezüchtet. Anschließend wird die Wirksamkeit therapeutischer Antikörper an ihnen getestet.
Tiere: 50 Tiere verschiedener Arten (min. 50 Mäuse, unbekannte Anzahl Kaninchen)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Regierung von Oberbayern genehmigt (Referenznummer 54-2532.1-44/13). Die in dieser Arbeit verwendeten NGS-Mäuse stammen von der Versuchstierzucht Jackson Laboratories, die Tiere werden an der Universität Regensburg gehalten und gezüchtet. NGS-Mäuse sind gentechnisch so verändert, dass sie ein extrem geschwächtes Immunsystem haben und somit sehr anfällig für diverse Versuchseingriffe sind, wie beispielsweise die Implantation und Entwicklung von menschlichen Tumoren.

In der vorliegenden Studie werden die neugeborenen Mäuse zunächst radioaktiv bestrahlt und 3 Stunden später werden ihnen menschliche Stammzellen aus Nabelschnurblut zusammen mit menschlichen Brustkrebszellen in die Leber transplantiert („HTM-Mäuse“). Eine Betäubung wird nicht erwähnt, ist aber wahrscheinlich. Einem Teil der Mäuse werden nur die Tumorzellen implantiert („TM-Mäuse“). Weiteren Gruppen von Mäusen werden zwei Krebsmedikamente verabreicht (nicht genau beschrieben, wie und wie oft). Im Alter von 9 Wochen werden den Mäusen jede Woche therapeutische Antikörper in die Bauchhöhle gespritzt. Die Behandlung dauert 12 Wochen. Die Antikörper werden in Kaninchen „hergestellt“. Dazu wird den Tieren ein menschliches Protein injiziert und die Antikörper werden aus ihrem Blut gewonnen.

Ein Teil der Mäuse wird vor der Behandlung mit den Antikörpern auf nicht genannte Weise getötet, ein Teil nach der 12-wöchigen Behandlung oder sobald ihr Allgemeinzustand so schlecht ist, dass eine Tötung als erforderlich angesehen wird, weil ihr Leiden nicht mehr zumutbar ist. Die Analyse der Organe zeigt, dass so gut wie alle Tiere Metastasen in Lunge, Gehirn und Leber entwickelt haben.

Die Studie wurde von der Bayerischen Forschungsstiftung finanziell unterstützt.

Bereich: Krebsforschung

Originaltitel: A novel rabbit derived anti-HER2 antibody with pronounced therapeutic effectiveness on HER2-positive breast cancer cells in vitro and in humanized tumor mice (HTM)

Autoren: Anja Kathrin Wege (1)*, Nicole Kirchhammer (1,2), Linda Veronique Kazandjian (3), Sandra Prassl (3), Michael Brandt (3), Gerhard Piendl (1), Olaf Ortmann (1), Stephan Fischer (3), Gero Brockhoff (1)

Institute: (1)* Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Regensburg, Franz-Josef-Strauß-Allee 11, 93053 Regensburg, (2) Department of Biomedicine, University of Basel, Basel, Schweiz, (3) MAB Discovery GmbH, Polling, Germany

Zeitschrift: Journal of Translational Medicine 2020; 18(1): 316

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5186



Dokument 99Titel: Antibiotika-induzierte Veränderungen der Mikrobiom-Metaboliten und der Gallensäuren im Rattenplasma
Hintergrund: Was für Auswirkungen haben auf unterschiedlichen Wegen verabreichte Antibiotika auf Darmflora und Gallensäuren von Ratten?
Tiere: 80 Ratten (mindestens)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche vom Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz (23177-07). Die etwa 70 Tage alten Ratten der Zuchtlinie Wistar werden von Charles River, Deutschland, bezogen. Aufgeteilt in 3 Hauptgruppen mit je 3 Untergruppen bekommen die Tiere täglich über 28 Tage je nach Gruppe 3 unterschiedliche Antibiotika, die schon lange in der Humanmedizin im Einsatz sind, entweder über eine Schlundsonde (Vancomycin, Streptomycin und Roxithromycin) eingegeben, in den Bauch (Vancomycin und Roxithromycin) oder unter die Haut (Streptomycin) gespritzt, sowie mit dem Futter verabreicht (alle drei Antibiotika). Außerdem gibt es 4 Kontrollgruppen zu je 5 Ratten, die die gleiche Behandlung erfahren (Schlundsonde, Fütterung, Injektion in die Bauchhöhle oder unter die Haut), ohne dass ein Wirkstoff enthalten ist.

7, 14 und 28 Tage nach Beginn der Behandlung werden unter Gasnarkose Blutproben aus dem Venengeflecht hinter dem Augapfel genommen. Die Ratten müssen vorher 16-20 Stunden fasten (Futter und Wasser), was für die Tiere in Verbindung mit der Narkose eine starke körperliche wie psychische Belastung bedeutet. Die Autoren erwähnen, dass sie zu Beginn der Studie (Tag 0) keine Blutprobe genommen haben, da dies eine zu große Belastung für die Tiere bedeutet hätte. Und dadurch könnte das Ergebnis verfälscht werden. 3 x im Abstand von 7 Tagen ist in Ordnung, aber 4 x bedeutet zu viel Stress? Im Laufe der Studie erfolgt eine klinische Beobachtung der Tiere und Gewichtskontrollen, am Tag 28 auch eine Kotuntersuchung. Dafür wird den Tieren Kot direkt aus dem Enddarm entnommen. Einen Tag nach Ende des Behandlungszeitraums werden die Ratten unter Gasnarkose geköpft und es werden erneut Blut- und Kotproben genommen.

Bereich: Mikrobiologie, Gastroenterologie

Originaltitel: Antibiotic-induced changes in microbiome-related metabolites and bile acids in rat plasma

Autoren: Véronique de Bruijn (1,2), Christina Behr (1), Saskia Sperber (1), Tilmann Walk (3), Philipp Ternes (3), Markus Slopianka (3), Volker Haake (3), Karsten Beekmann (2), Bennard van Ravenzwaay (1)*

Institute: (1) BASF SE, Experimentelle Toxikologie und Ökologie, Carl-Bosch-Str. 38, 67056 Ludwigshafen, (2) Division of Toxicology, Wageningen University and Research, Wageningen, Niederlande, (3) BASF Metabolome Solutions GmbH, Berlin

Zeitschrift: Metabolites 2020; 10(6): 242

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5185



Dokument 100Titel: Eine Bewertung der Strahlungsdosen von Radonexpositionen unter Verwendung eines Mausmodells
Hintergrund: Mäuse werden mit Röntgenstrahlen, Eisenionen und radioaktivem Radon bestrahlt, um anhand der Schäden im Erbgut einen Richtwert dafür zu finden, welche chronische Exposition von Radon für Menschen schädlich ist.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Genehmigungsbehörde und Herkunft der Mäuse werden nicht beschrieben. Die Tiere werden in 3 Test- und eine Kontroll-Gruppe aufgeteilt und entweder mit Röntgenstrahlen, Eisenionen oder radioaktivem Radon bestrahlt. Die Bestrahlung mit Eisenionen und Radon finden am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung, Darmstadt, statt. Der Ort der Röntgenbestrahlung wird nicht genannt. Die Dosis der Röntgenstrahlung ist dabei mit 100 mGy/min extrem hoch. Beispielsweise werden Tumore beim Menschen mit 40-70 Gy bestrahlt. Die Tiere werden dafür nicht in Narkose gelegt. Auch für die Bestrahlung mit Radon erfolgt keine Narkotisierung der Mäuse, nur während der Exposition mit Eisenionen werden die Tiere mit Narkosegas betäubt. Bei Eisen handelt es sich um ein Schwermetall, in ionisierter Form führt es zu massiven Zerstörungen im Gewebe bzw. Erbgut. Radon kommt natürlicherweise geografisch unterschiedlich häufig in der Erdatmosphäre vor und führt vor allem zu Lungenkrebs. Während der Radonbestrahlung, die eine Stunde dauert, befinden sich die Mäuse in einer speziellen, nicht näher beschriebenen Kammer, die Kontrollmäusegruppe wird im Röntgenkontrollraum gehalten. Wie genau die Röntgenbestrahlung und die 12 Sekunden lang dauernde Bestrahlung mit Eisenionen durchgeführt wird, wird nicht beschrieben. 15 Minuten, 1 Stunde sowie 24 Stunden nach der Bestrahlung werden jeweils einige Tiere durch Köpfen getötet und verschiedene Organe zur Untersuchung von Strahlenschäden entnommen.

Gefördert wurde die Arbeit vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Bereich: Strahlenschutz

Originaltitel: An assessment of radiation doses from radon exposures using a mouse model system

Autoren: Johanna Mirsch (1), Lisa Hintz (1), Andreas Maier (2), Claudia Fournier (2), Markus Löbrich (1)*

Institute: (1) Forschungsgruppe Strahlenbiologie, Fachbereich Biologie, Technische Universität Darmstadt, Schnittspahnstr. 13, 64287 Darmstadt, (2) Abteilung für Biophysik, GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung, Darmstadt

Zeitschrift: International Journal of Radiation Oncology 2020; 108(3): 770-778

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5184



Dokument 101Titel: Bewertung von Biomarkern im Urin zur Früherkennung eines akuten Nierenschadens in einem Nierenkrankheits-Modell der Ratte
Hintergrund: Suche nach neuen, aussagekräftigen Biomarkern für die frühe Diagnose von Nierenerkrankungen im Blut von Ratten, bei denen künstlich ein akutes Nierenversagen ausgelöst wurde.
Tiere: 96 Ratten
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die 8-10 Wochen alten Ratten der Zuchtlinie Sprague-Dawley stammen von Charles River Laboratories, Sulzbach. Es erfolgt eine Aufteilung in 8 Gruppen. Je nach Gruppe werden den Tieren verschiedene Substanzen verabreicht, von denen bekannt ist, dass sie in hoher Dosis akutes Nierenversagen auslösen können. Diese sind Kontrastmittel, Mannitol (Zuckeralkohol), Saccharose (Zucker, in hoher, mittlerer und niedriger Dosierung), Venofer (ein Arzneimittel, welches Patienten mit Nierenfunktionsstörungen bekommen) und Kochsalzlösung in zwei verschiedenen Verdünnungen. Verabreicht werden die Testsubstanzen als Injektion in die Schwanzvene. Diese Prozedur dauert 10 Minuten und erfolgt ohne Narkose. 72 Stunden vor der Gabe und 2 bzw. 24 Stunden danach werden die Tiere durch Kohlendioxid betäubt, und ihnen wird Blut aus dem Venengeflecht hinter dem Augapfel genommen. Zu mehreren Zeitpunkten vor und nach der Substanzinjektion werden individuelle Urinproben gesammelt. Dafür werden die Ratten einzeln in sogenannte metabolische Käfige gesetzt. Deren Boden besteht aus einem Gitterrost, so dass der Urin in einer Wanne darunter aufgefangen werden kann. Zwei bzw. 24 Stunden nach der Behandlung mit den Testsubstanzen werden die Tiere auf nicht genannte Weise getötet und ihre Nieren für feingewebliche Untersuchungen entnommen.

Gefördert wurde die Studie von CSL Behring GmbH, Marburg.

Bereich: Nierenforschung

Originaltitel: Evaluation of urinary biomarkers for early detection of acute kidney injury in a rat nephropathy model

Autoren: Kristina Kohl, Eva Herzog, Gerhard Dickneite, Sabine Pestel*

Institute: CSL Behring GmbH, Emil-von-Behring-Str. 76, 35041 Marburg

Zeitschrift: Preclinical Pharmacology & Toxicology 2020; 105: 106901

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5183



Dokument 102Titel: Von Stadt- und Dorfmäusen: Verhaltensanpassung von gestreiften Feldmäusen in städtischer Umgebung
Hintergrund: Die Autoren gehen laut eigenen Angaben in dieser Studie einer „fundamentalen Frage der aktuellen ökologischen Forschung“ nach, ob städtisch lebende Mäuse mutiger sind als ihre Verwandten auf dem Land.?
Tiere: 96 Mäuse (gestreifte Feldmäuse)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche vom Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg (LUGV_7RO-4610/34 + 5#86908/2011; V3-2347–44-2011 and RO7/SOB-0998A-C), der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt (IIIB2/OA/AS/G1394) und dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (G 0072/16). Die Mäuse werden an vier Orten in Berlin und fünf ländlichen Gebieten in der Uckermark mit Lebendfallen gefangen, die zweimal täglich kontrolliert werden. Gefangene Tiere müssen zwei häufig eingesetzte Tests zum Angstverhalten durchlaufen: den „Hell-Dunkel-(Prävarenz-)Test“ in Kombination mit dem „Offenes Feld Test“. Der Testaufbau besteht aus einer 32 cm langen Plastikröhre mit 15 cm Durchmesser. Beide Öffnungen sind mit Schwingtüren versehen, wovon eine die Röhre direkt mit der Lebendfalle verbindet und die andere in eine oben offene Plastikbox mit 130 cm Durchmesser und 30 cm Höhe führt („offenes Feld“). Wenn die Maus die Schwingtüren durchläuft, werden diese verschlossen und sie kann nicht mehr zurück. Tiere, die nicht innerhalb von einer Minute selbständig in die Röhre gehen, werden „sanft hineingeführt“, ebenso geschieht das mit Tieren, die die Plastikbox nicht innerhalb von 5 Minuten betreten wollen. Beobachtet wird, ob und wie schnell die Mäuse die Röhre aufsuchen bzw. wieder verlassen und in welchen Bereichen der Plastikbox sie sich aufhalten. Häufigeres/längeres Aufhalten in der dunklen Röhre oder im Randbereich der Box wird als ängstliches Verhalten interpretiert. Ist die Maus aktiver und befindet sich häufiger im mittleren, ungeschützten Bereich der Box gilt sie als mutig. Die Verhaltenstests dauern pro Durchlauf in der Röhre bis zu 5 Minuten und in der Box je 5 Minuten. 40 der 96 Mäuse werden nur einmal gefangen, die anderen 56 zwei- bis viermal. Im Anschluss an den ersten Testdurchlauf werden die Mäuse auf ihr Geschlecht untersucht, gewogen, „vermessen“ und das Fell individuell markiert. Anschließend werden sie freigelassen.

Finanziell gefördert wurde die Studie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF, 01LC1501A) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG, DFG-GRK 2118/1).

Bereich: Verhaltensforschung

Originaltitel: Of city and village mice: behavioural adjustments of striped field mice to urban environments

Autoren: Melanie Dammhahn, Valeria Mazza*, Annika Schirmer, Claudia Göttsche, Jana A. Eccard

Institute: Professur für Tierökologie, Institut für Biochemie und Biologie, Maulbeerallee 1, 14469 Potsdam

Zeitschrift: Scientific Reports 2020; 10: 13056

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5182



Dokument 103Titel: Nachweis des Stadienfortschritts von Lymphödemen in einem neuartigen, validierten fluoreszenznavigierten und mikrochirurgisch unterstützten Nagetiermodell
Hintergrund: In dieser Studie wird eine neue Möglichkeit vorgestellt bei Ratten künstlich ein Lymphödem zu erzeugen. Dieses „Modell“ soll für die Erforschung von Lymphödemen dienen, die Menschen aufgrund von Krebstherapien entwickeln.
Tiere: 35 Ratten
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche vom Landesuntersuchungsamt Mainz (Nr. G-206-15) und Regierungspräsidium Karlsruhe (Nr. 35-9185.81). Die weiblichen Albino-Ratten der Zuchtlinie Lewis stammen von Charles River in Sulzfeld. Unter Narkose bekommen sie eine grünfluoreszierende Flüssigkeit unter die Haut der Oberseite und den inneren Oberschenkel der rechten Hintergliedmaße gespritzt, um den Verlauf bzw. die Lage von Lymphgefäßen und Lymphknoten mit einer Infrarotkamera darzustellen. Auf Höhe des Oberschenkels wird kreisförmig ein 8 – 10 mm breites Haut- und Unterhautstück herausgeschnitten, das so dick ist, dass auch alle oberflächlichen Lymphgefäße entfernt werden. Auch die tiefen Lymphgefäße und die Lymphknoten werden herausgeschnitten. Die Wundränder werden vernäht, so dass eine Lücke von 5 mm mit offenem und dadurch sehr schmerzhaften Wundbereich verbleibt. Nach der Operation bekommen die Ratten für 5 Tage Schmerzmittel. Dabei wird die Medikation angepasst an eine fünfmal täglich durchgeführte Einschätzung der Tiere nach dem „Rattengrimassen-Messprotokoll“. Als „Erfolg“ für die Erzeugung eines Lymphödems gilt bei den Tieren die Zunahme des Gliedmaßenumfangs um mehr als 10 % im Laufe der nächsten Tage nach der Operation. Die Schwellung wird dabei durch die Volumenverdrängungsmethode beurteilt. Dabei wird die betroffene Hintergliedmaße der Ratten 3 x am Tag der Operation, sowie insgesamt 9 x an verschiedenen Tagen in den nächsten 1,5 Monaten, bis zur Leiste in ein Gefäß mit Flüssigkeit getaucht und die anschließend im Gefäß verbliebene Flüssigkeit gemessen. Die Prozedur erfolgt in Narkose, was bedeutet, dass die Tiere 12 x in Narkose gelegt werden. Zu denselben Zeitpunkten wird den Tieren erneut ein fluoreszierendes Mittel in die Leiste bzw. in die Pfotenoberseite beider Hintergliedmaßen gespritzt, und eine Stunde später werden die Lymphgefäße mittels bildgebender Verfahren beurteilt. Ein Lymphödem entwickeln 34 der 35 Tiere, was die Autoren als Erfolgsquote der Methode bezeichnen. Zu verschiedenen Tagen nach der Operation bzw. spätestens am 45. Tag werden die Tiere durch Genickbruch unter Narkose getötet und das Gewebe wird feingeweblich untersucht. Dieser Zeitpunkt wurde aufgrund einer älteren Studie gewählt, in der die Autoren der Meinung waren, dass man die Symptomatik von älter als 63 Tage alten Ratten mit einem künstlich erzeugten Lymphödem mit der Symptomatik bei Menschen in Verbindung setzen kann. Dabei sollen 11,8 Tage bei der Ratte einem Jahr bei Menschen, die nach einer Krebstherapie ein Lymphödem entwickelt haben, entsprechen.

Bereich: Krebsforschung, Wundheilung, Dermatologie

Originaltitel: Evidence of stage progression in a novel, validated fluorescence-navigated and microsurgical-assisted secondary lymphedema rodent model

Autoren: P. A. Will (1)*, A. Rafiei (1), M. Pretze (2), E. Gazyakan (1), B. Ziegler (1), U. Kneser (1), H. Engel (1,3), B. Wängler (2), J. Kzhyshkowska (4,5), C. Hirche (1)

Institute: (1) Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Mikrochirugie, Schwerbrandverletztenzentrum, BG Klinik Ludwigshafen, Ludwig-Guttmann-Str. 13, 67071 Ludwigshafen, (2) Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin, Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Mannheim, (3) Ethianum Klinik Heidelberg, Heidelberg, (4) Institut für Transfusionsmedizin und Immunologie, Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Mannheim, (5) Deutsches Rotes Kreuz Blutspendedienst Baden-Württemberg / Hessen, Frankfurt

Zeitschrift: PLoS ONE 2020; 15(7): e0235965

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5181



Dokument 104Titel: Wirksamkeit von Imidacloprid 10% / Moxidectin 1% Spot-on-Formulierung (Advocate®) bei der Vorbeugung und Behandlung von Aelurostrongylosis bei Katzen
Hintergrund: Um zu untersuchen, ob ein Mittel bei Lungenwurminfektionen von Katzen hilft, werden diese künstlich mit Lungenwurmlarven infiziert.
Tiere: 72 Katzen
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Katzen werden entweder bei der „Studieneinrichtung“ (vermutlich Bayer Leverkusen) gezüchtet oder von kommerziellen Züchtern bezogen. Die Katzen werden – außer an Behandlungstagen und den zwei darauffolgenden Tagen sowie zur individuellen Kotsammlung – in Gruppen gehalten. Es gibt drei Hauptgruppen mit 2-4 Untergruppen, denen die Tiere zufällig zugeordnet werden. Laut Autoren beinhalten die Käfige Spielzeug und Kratzmöglichkeiten als „Umgebungsbereicherung“. In dieser Studie soll die therapeutische und prophylaktische Wirkung eines Antiparasitenmittels getestet werden, das auf die Nackenhaut der Katzen aufgetragen wird. Dafür werden alle Tiere, bis auf die Kontrollgruppe, künstlich mit Lungenwurmlarven infiziert und je nach Gruppenzugehörigkeit zu verschiedenen Zeitpunkten vor bzw. nach der Infektion ein- bis mehrfach mit dem Mittel behandelt. Ein Teil der Tiere wird mit einem Placebo behandelt.

Der natürliche Infektionskreislauf ist, dass Katzen Lungenwurmlarven über den Kot ausscheiden, und diese dann von Schnecken gefressen werden. In der Schnecke entwickeln sich die nächsten Larvenstadien. Andere Katzen können sich direkt durch Fressen der befallenen Schnecken oder durch Aufnahme von sogenannten Stapelwirten wie Amphibien, Reptilien, Vögeln oder Nagetieren (die die Schnecken zuvor gefressen haben) anstecken. Vom Darm wandern die Larven über Lymphgefäße in die Bronchien und Lungenbläschen. Es kommt zu starken Lungenveränderungen mit Symptomen wie Husten, Niesen, Atemnot, erhöhter Atemfrequenz, Fieber, Gewichtsverlust und Apathie. Bei der vorliegenden Studie werden Schnecken auf nicht genannte Weise künstlich mit Larven infiziert. Danach werden sie in kleine Stücke geschnitten, weiter zerkleinert und unter dem Mikroskop eine bestimmte Anzahl von Larven separiert. Je nach Gruppenzugehörigkeit werden den Katzen 300 bzw. 800 infektiöse Lungenwurmlarven über eine Schlundsonde direkt in den Magen eingegeben. Dafür werden sie in Narkose gelegt. Zehn Tiere übergeben sich innerhalb von 60 Minuten. Einem Teil von ihnen werden erneut Larven eingeflößt. Weitere Katzen übergeben sich innerhalb der nächsten 2-3 Stunden, ihnen werden aber nicht erneut Larven verabreicht. 5 bis 20 Wochen nach der künstlichen Infektion werden die Tiere auf nicht genannte Weise getötet und die Lungen/Herzen für feingewebliche Untersuchungen entfernt.

Die Studie wurde gefördert von der Bayer Animal Health GmbH.

Bereich: Veterinärparasitogie

Originaltitel: Efficacy of imidacloprid 10%/moxidectin 1% spot?on formulation (Advocate®) in the prevention and treatment of feline aelurostrongylosis

Autoren: Lea Heuer (1), Gabriele Petry (1), Matthias Pollmeier (1), Roland Schaper (1), Katrin Deuster (1), Holger Schmidt (2), Katrin Blazejak (3), Christina Strube (3), Angela Di Cesare (4), Donato Traversa (4), Manuela Schnyder (5), Janina McKay?Demeler (6,7), Georg von Samson?Himmelstjerna (6), Sandra Mangold?Gehring (1)*, Claudia Böhm (1)

Institute: (1) Bayer Animal Health GmbH, Kaiser-Wilhelm-Allee 1, 51373 Leverkusen, (2) BioMedVet Research GmbH, Walsrode, (3) Institut für Parasitologie, Tierärztliche Hochschule Hannover, Hannover, (4) Faculty of Veterinary Medicine, University of Teramo, Teramo, Italien, (5) Institut für Parasitologie, Universität Zürich, Zürich, Schweiz, (6) Institut für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin, Fachbereich Veterinärmedizin, Freie Universität Berlin, Berlin, (7) Dawbuts Pty Ltd, Camden, Australien

Zeitschrift: Parasites Vectors 2020; 13: 65

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5180



Dokument 105Titel: Nef-vermittelte CD3-TCR-Heruntermodulation dämpft eine akute Entzündung und fördert die SIV-Immunumgehung
Hintergrund: Untersuchung der Rolle eines Proteins auf das Immunsystem von mit „Affen-AIDS“ infizierten Rhesusaffen.
Tiere: 12 Affen (Rhesusaffen)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) unter den Nummern 33.19-42502-04-12/0758 und 33.19-42502-04-15/2001 genehmigt. Die 9 männlichen und 3 weiblichen Rhesusaffen (Macaca mulatta) stammen aus der Zucht des Deutschen Primatenzentrums Göttingen (DPZ) und sind zu Beginn der Experimente zwischen 4,5 und 5,5 Jahre alt. Die Versuche finden offensichtlich am DPZ statt. Die Tiere werden zu zweit gehalten. Es wird eine Einzelhaltung für einen nicht genannten Zeitraum erwähnt. Dabei haben die Tiere Blick-, Geruchs- und akustischen Kontakt zueinander. Die Einzelkäfige sind mit einer Sitzstange ausgestattet. Die Tiere werden zweimal täglich kontrolliert.

Alle Affen werden mit SIV („Affen-AIDS“) infiziert, indem Viren in die Blutbahn injiziert werden. 6 Affen bekommen „Wildtyp“-SIV und 6 Affen eine gentechnisch veränderte Variante des Virus. Regelmäßig werden unter Betäubung Blutproben genommen, in den ersten 7 Tagen 2-3 Mal täglich, dann nach 1, 2, 3 und 4 Wochen und schließlich alle 8 Wochen. Bis zu 8 Mal werden unter Narkose verschiedene Lymphknoten chirurgisch entfernt. Alle Affen, die mit dem Wildtyp-Virus infiziert werden, entwickeln nach einigen Wochen Symptome von Affen-AIDS („Simian AIDS“) wie Appetitlosigkeit, Durchfall, Husten und Atemnot. Die Tiere werden durch eine Überdosis des Betäubungsmittels Pentobarbital getötet, wenn sie schwerwiegende Symptome zeigen. Dies ist nach 33 bis 89 Wochen der Fall. Von den Affen, die mit dem veränderten Virus infiziert wurden, entwickeln 3 ähnliche Krankheitsanzeichen. Sie werden nach 23 bis 81 Wochen getötet. Ein Affe stirbt spontan in Woche 45. Zwei Affen zeigen keine klinischen Anzeichen und werden in Woche 82, bzw. 88, d.h. nach etwa anderthalb Jahren getötet.

Die Studie wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die National Institutes of Health, USA, gefördert.

Bereich: AIDS-Forschung

Originaltitel: Nef-mediated CD3-TCR downmodulation dampers acute inflammation and promotes SIV immune evasion

Autoren: Simone Joas (1), Ulrike Sauermann (2), Berit Roshani (2), Antonia Klippert (2), Maria Daskalaki (2), Kerstin Mätz-Rensing (2), Nicole Stolte-Leeb (2), Anke Heigele (1), Grgory K. Tharp (3), Prachi Mahrotra Gupta (3), Sydney Nelson (3), Steven Bosinger (3), Laura Paraodi (4), Luis Giavedoni (4), Guido Silvestri (3), Daniel Sauter (1), Christiane Stahl-Hennig (2), Frank Kirchhoff (1)*

Institute: (1) Institut für Molekulare Virologie, Universitätsklinikum Ulm, Meyerhofstr. 1, 89081 Ulm, (2) Deutsches Primatenzentrum, Kellnerweg 4, 37077 Göttingen, (3) Yerkes Primate Research Center, Emory Vaccine Center and Department of Pathology, Emory University, Atlanta, GA, USA, (4) Host-Pathogen Interactions Program, Southwest national Primate Research Center, Texas Biomedical Institute, San Antonio, TX, USA

Zeitschrift: Cell Rep 2020; 30(7): 2261-2274.e7

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5179



Dokument 106Titel: Verbesserung der durch Bradykinin hervorgerufenen Entspannung durch fokale Minderdurchblutung des Gehirns in der mittleren Hirnarterie der Ratte: Hochregulation der Rezeptorexpression und Aktivierung mehrerer Signalwege
Hintergrund: Untersuchung molekularer Veränderungen in einer Hirnarterie nach künstlich ausgelöstem Schlaganfall.
Tiere: 42 Ratten (mehr als)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Karlsruhe genehmigt. Die Ratten der Zuchtlinie Sprague Dawley stammen von der Zuchtfirma Janvier, Isle St. Genest, Frankreich. Unter Narkose wird bei den Ratten die Kopfhaut aufgeschnitten und ein Loch in den Schädelknochen gefräst und zwar so, dass die unterste Knochenschicht bestehen bleibt. Auf dieses Loch wird eine Glasfaser gelegt, die mit einem Laser-Messgerät verbunden ist, das den Blutfluss im Gehirn misst. Dann wird die Ratte auf den Rücken gedreht und der Hals wird aufgeschnitten. Die rechte Halsschlagader (Halsarterie) wird abgeklemmt. Ein Faden wird in die Arterie gesteckt und bis zum Gehirn vorgeschoben. Dort verstopft der Faden die dünne mittlere Hirnarterie. So soll ein Schlaganfall simuliert werden. Der im Hirn gestoppte Blutfluss wird mit dem Blutfluss-Messgerät registriert. Der Faden wird in der Position belassen und am Hals angenäht. Die Klemme der Halsarterie wird wieder geöffnet, die Glasfaser vom Kopf entfernt. Die Tiere erhalten ein Schmerzmittel und wachen aus der Narkose auf. 100 Minuten später werden die Ratten erneut narkotisiert, die Glasfaser wird wieder auf dem Loch positioniert. Zwei Stunden nach dem Einfädeln, wird der Faden aus der Halsarterie entfernt. Die Ratten erwachen aus der Narkose. 24 Stunden später werden die Tiere erneut narkotisiert und durch einen Schnitt in die Halsschlagader endblutet und getötet. Mit der herausgeschnittenen mittleren Hirnarterie werden verschiedene Experimente gemacht. Der beschriebene Versuch wird mit 42 Ratten durchgeführt. Es wird zudem eine nicht genannte Anzahl „Kontrolltiere“ verwendet, bei denen kein künstlicher Schlaganfall ausgelöst wird.

Bereich: Schlaganfallforschung

Originaltitel: Enhancement of bradykinin-induced relaxation by focal brain ischemia in the rat middle cerebral artery: Receptor expression upregulation and activation of multiple pathways

Autoren: Youhai Li, Natalie Lapina, Nina Weinzierl, Lother Schilling*

Institute: Neurochirurgische Klinik, Medizinische Fakultät Mannheim, Theodor-Kutzer-Ufer 1-3 68167 Mannheim

Zeitschrift: PLoS ONE 2018; 13(6): e0198553

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5178



Dokument 107Titel: Abzielen auf Zyklin-abhängige Kinasen für die Behandlung des arteriellen Lungenhochdrucks
Hintergrund: An Ratten, bei denen auf zwei verschiedene Weise Lungenhochdruck simuliert wird, wird ein Wirkstoff getestet.
Tiere: 39 Ratten (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von den Regierungspräsidien Gießen und Darmstadt (Nr.: V 54-19c20 15h 01 GI 20/10 Nr. G50/2016 und V54-19c 20/15-B2/1195) genehmigt. Es werden männliche Ratten der Zuchtlinien Sprague-Dawley und Wistar-Kyoto nicht genannter Herkunft verwendet.

Bei den Ratten wird zunächst unter Betäubung eine Herzultraschalluntersuchung vorgenommen. Dazu wird das Brustfell geschoren. Am nächsten Tag erhalten die Tiere eine einzelne Injektion des Pflanzengifts Monokrotalin. Dieses bewirkt eine akute Schädigung und Entzündung der Lungenschlagadern, wodurch es zu Lungenhochdruck kommt. Dies soll den pulmonal-arteriellen Lungenhochdruck (PAH) des Menschen simulieren. Eine Gruppe Ratten erhält als Kontrolle nichts injiziert. Bei allen Tieren wird am 21. Tag das Herz erneut mit Ultraschall untersucht. Dann erfolgt bei Gruppe 2 eine Behandlung mit einem Testwirkstoff, indem dieser täglich zwei Wochen lang per Schlundsonde in den Magen eingegeben wird. Die Ratten der Gruppe 3 bekommen stattdessen ein Placebo. Schließlich wird das Herz erneut untersucht und alle Tiere werden durch Ausbluten getötet.

In einer zweiten Versuchsreihe wird PAH auf andere Weise erzeugt. Den Tieren wird die Substanz Sugen 5416 einmalig injiziert (wohin wird nicht erwähnt) und anschließend werden sie 3 Wochen lang in einer Kammer mit wenig Sauerstoff (10% statt normal 21%) gehalten. Danach werden die Tiere wieder normaler Luft ausgesetzt und sie erhalten die Testsubstanz oder Placebo täglich für 2 Wochen per Schlundsonde eingegeben. Herzuntersuchung und Tötung erfolgt wie in der ersten Versuchsreihe.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, das Cardio-Pulmonary Institute (CPI) und dem Europäischen Forschungsrat (Horizon 2020) unterstützt.

Bereich: Lungenforschung, Bluthochdruckforschung

Originaltitel: Targeting cyclin-dependent kinases for the treatment of pulmonary arterial hypertension

Autoren: Astrid Weiss (1,2,3,4), Moritz Christian Neubauer (1,2,3,4), Dinesh Yerabolu (1,2,3,4), Baktybek Kojonazarov (1,2,3,4), Beate Christiane Schlüter (1,2,3,4), Lavina Neubert (4,5), Danny Jonigk (4,5, Nelli Baal (1,2,4,6), Clemens Ruppert (1,2,4), Peter Dorfmüller (4,7), Soni Savai Pullarmsetti (2,3,4,8), Norbert Weissmann (1,2,3,4), Hossein-Ardeschir Ghofrani (1,2,3,4,9), Friedrich Grimminger (1,2,3,4,10), Werner Seeger (1,2,3,4,8,10), Ralph Theo Schermuly (1,2,3,4)*

Institute: (1) Justus-Liebig-Universität Gießen, Aulweg 130, 35392 Gießen, (2) Universities of Gießen and Marburg Lung Center (UGMLC), Klinikstr. 36, 35392 Gießen, (3) Cardio-Pulmonary Institute (CPI), Gießen, (4) Mitglied beim Deutschen Zentrum für Lungenforschung (DZL), Gießen, (5) Institut für Pathologie, Medizinische Hochschule Hannover (MHH), Hannover, (6) Institut für Klinische Immunologie und Transfusionsmedizin, Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM), (7) Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM), (8) Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung, Bad Nauheim, (9) Department of Medicine, Imperial College London, London, Großbritannien, (10) Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM), Gießen

Zeitschrift: Nature communications 2019; 10: 2204

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5177



Dokument 108Titel: Sportliches Training macht Entzündung und Muskelschwund nach Tabakrauch-Belastung rückgängig
Hintergrund: Mäuse werden 8 Monate lang zum Rauchen und zum Laufen gezwungen. Ergebnis: Sport hilft die Schäden durch Langzeitrauchen zu vermindern. Dabei sei es wichtig für Raucher, mit dem Training möglichst früh zu beginnen und nicht erst zu warten, bis sich Schäden manifestiert haben, heißt es abschließend in der Studie.
Tiere: 30 Mäuse
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Gießen unter der Nummer Gi20/24-Nr. 93/2010) genehmigt. Die Mäuse der Zuchtlinie C57BL/6J stammen aus der Zucht Charles River Laboratories (ohne Nennung des Ortes, aber vermutlich Sulzfeld). Die Tiere werden in 3 Gruppen zu je 10 Mäusen eingeteilt. Gruppe 1 wird nicht behandelt und dient als Kontrolle. Die Mäuse der Gruppen 2 und 3 werden 8 Monate lang an 5 Tagen pro Woche 6 Stunden täglich Zigarettenrauch ausgesetzt. Dies wird nicht genau beschrieben. Wahrscheinlich werden sie dazu in eine Box gesetzt, in die der Rauch eingeleitet wird. Die 3. Gruppe wird zusätzlich ab dem 6. Monat sportlichem Training ausgesetzt. Dazu müssen die Mäuse täglich 30 Minuten auf einem Laufband laufen, dessen Geschwindigkeit täglich ein wenig erhöht wird. Während des Laufens müssen die Tiere keinen Rauch einatmen. Das Laufband befindet sich in einem sogenannten metabolischen Käfig, in dem Sauerstoff und Kohlendioxid gemessen werden können. Die Tiere müssen bis zur Erschöpfung laufen. Erschöpfung wird angenommen, wenn der Sauerstoffverbrauch einen bestimmten Level erreicht hat oder die Tiere aufhören zu laufen.

Nach 8 Monaten werden die Mäuse unter Betäubung durch Genickbruch getötet. Ihr Blut und ihre Muskeln werden untersucht.

Die Studie wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert.

Bereich: Sportmedizin

Originaltitel: Exercise training reverses inflammation and muscle wasting after tobacco smoke exposure

Autoren: Karsten Krüger (1,2)*, Michael Seimetz (3), Robert Ringseis (4), Jochen Wilhelm (3), Alexandra Picjl (3), Aline Couturier (4), Klaus Eder (4), Norbert Weissmann (3), Frank C. Mooren (2,5)

Institute: (1) Institut für Sportmedizin, Abteilung Training und Gesundheit, Leibniz-Universität Hannover, Am Moritzwinkel 6, 30167 Hannover, (2) Institut für Sportwissenschaften, Justus-Liebig-Universität Gießen, Kugelberg 62, 35394 Gießen, (3) Exzellenzcluster Cardio-Pulmonary System, Universities of Gießen and Marburg Lung Center (UGMLC), Gießen, (4) Institut für Tierernährung und Ernährungsphysiologie, Justus-Liebig-Universität Gießen, Gießen, (5) Klinik Königsfeld, Ennepetal

Zeitschrift: American Journal of Physiology – Regulatory, Integrative and Comparative Physiology 2018; 314: R366-R376

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5176



Dokument 109Titel: Veränderungen im Glukosestoffwechsel während des Übergangs zur Herzinsuffizienz: Der Beitrag von UCP-2
Hintergrund: Ein bestimmtes Protein (UCP-2) ist bei Patienten mit Herzinsuffizienz erhöht. Die Rolle des Proteins wird bei Ratten mit zuchtbedingtem Bluthochdruck untersucht. Die Ergebnisse werden mit Hilfe von Gewebeproben von Herzinfarkt-Patienten bestätigt.
Tiere: 20 Ratten (mindestens)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Protokolle werden von einer örtlichen Behörde unter den Nummern GI 20/1 No. 76/2014 und 77/2014 genehmigt. Männliche Wistar-Ratten werden bei Janvier Labs aus Saint-Berthevin in Frankreich gekauft. Diese Tiere werden unter Isofluran-Narkose durch Genickbruch getötet, um mit ihren Herzzellen zu experimentieren. Weibliche, spontan hypertensive Ratten stammen von der Firma Envigo in Huntingdon, Großbritannien. Die Tiere leiden zuchtbedingt unter Bluthochdruck. Sie dienen hier als Modell für Linksherzhypertrophie genannt. So bezeichnet man eine Gewebevergrößerung (Hypertrophie), die den Herzmuskel der linken Herzkammer betrifft. Die Ratten haben also eine abnormale Herzvergrößerung.

Einem Teil der Tiere wird über das Futter Spironolacton verabreicht, ein Entwässerungsmittel, das seit langem beim Menschen unter anderem bei Ödemen eingesetzt wird. Die Verabreichung erfolgt über mindestens 4 Monate. Alle zwei Monate werden Blutdruck und Herzfrequenz unter Verwendung einer nicht-invasiven Blutdruckmessung mit Schwanzmanschette gemessen. Nach 12 Monaten werden die Ratten getötet.

Die Studie wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.

Bereich: Bluthochdruckforschung, Lungenforschung, Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel: Alterations in glucose metabolism during the transition to heart failure: The contribution of UCP-2

Autoren: Hanna Sarah Kutsche (1)*, Rolf Schreckenberg (1), Martin Weber (1), Christine Hirschhäuser (1), Susanne Rohrbach (1), Ling Li (1), Bernd Niemann (1,2), Rainer Schulz (1), Klaus-Dieter Schlüter (1)

Institute: (1) Physiologisches Institut, Justus-Liebig-Universität, Aulweg 129, 35392 Gießen, (2) Universitätsklinikum Gießen, Klinik für Herz-, Kinderherz- und Gefäßchirurgie, Gießen

Zeitschrift: Cells 2020; 9(3): 552

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5175



Dokument 110Titel: Nikotinsäure verbessert die Ausdauerleistung von Mäusen, die Laufbandübungen unterzogen wurden
Hintergrund: Es soll untersucht werden, ob das Vitamin Nicotinsäure die Ausdauerleistung von Mäusen erhöht.
Tiere: 30 Mäuse
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Gießen unter der Nummer JLU 16/2013 genehmigt. Weibliche Mäuse der Zuchtlinie C57BL/6N werden bei Charles River in Sulzfeld gekauft. Die Tiere werden in drei Gruppen eingeteilt. Gruppe 1 und 2 bekommt Nicotinsäure in normaler Menge ins Futter gemischt, Gruppe 3 in hoher Dosis. Nicotinsäure ist ein Vitamin aus dem B-Komplex und wird auch Vitamin B3 genannt. Die Tiere aus den Gruppen 2 und 3 absolvieren fünfmal pro Woche 35 Minuten pro Tag ein Ausdauertrainingsprogramm auf einem Laufband während eines Versuchszeitraums von 42 Tagen. Die Geschwindigkeit des Laufbands wird dabei langsam erhöht, bis zur Erschöpfung der Tiere. Als Erschöpfung wird angesehen, wenn die Maus zweimal rückwärts auf das Laufband fällt. Alle Mäuse werden am 43. Tag des Experiments unter Kohlendioxid-Anästhesie enthauptet, um ihre Muskeln zu untersuchen.

Bereich: Sportmedizin

Originaltitel: Nicotinic acid improves endurance performance of mice subjected to treadmill exercise

Autoren: Robert Ringseis (1)*, Denise K. Gessner (1), Anna M. Beer (1), Yvonne Albrecht (1), Gaiping Wen (1), Erika Most (1), Karsten Krüger (2), Klaus Eder (1)

Institute: (1) Institut für Tierernährung und Ernährungsphysiologie, Justus-Liebig-Universität Gießen, Heinrich-Buff-Ring 26-32, 35392 Gießen, (2) Justus-Liebig-Universität Gießen, Institut für Sportwissenschaften, Leistungsphysiologie und Sporttherapie, Gießen

Zeitschrift: Metabolites 2020; 10: 138

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5174



Dokument 111Titel: Einfluss von Riociguat und Sildenafil auf den Umbau und die Funktion des rechten Herzens bei einem durch Drucküberlastung induzierten Modell der Bandbildung der Lungenarterien
Hintergrund: Die Wirkung zweier Medikamente auf die Herzfunktion nach einem künstlich ausgelösten Lungenhochdruck bei Mäusen wird untersucht.
Tiere: 20 Mäuse
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Protokolle werden von einer nicht näher genannten örtlichen Behörde unter der Nummer B2 / 244 genehmigt. Männliche Mäuse der Zuchtlinie C57Bl/6J werden bei Harlan Laboratories in den Niederlanden gekauft. Den Tieren wird unter Narkose der Brustkorb aufgeschnitten. Auf die Lungenschlagader wird ein Clip aus Titan gesetzt, der das Blutgefäß stark einengt, aber nicht ganz verschließt. Dadurch wird ein Lungenhochdruck simuliert. Der Brustkorb wird wieder verschlossen. Fünf Mäuse werden auf die gleiche Weise operiert, ohne dass ein Clip gesetzt wird.

Sieben Tage nach der Operation wird einer Gruppe von Mäusen Sildenafil (bekannt unter dem Handelsnamen Viagra) über das Trinkwasser verabreicht. Einer anderen Gruppe wird Riociguat (Medikament, das bei Lungenhochdruck eingesetzt wird) oral verabreicht – dies geschieht normalerweise durch Eingabe mit einer Schlundsonde. Eine weitere Gruppe erhält ein Placebo. Die Behandlung erfolgt täglich 14 Tage lang. 21 Tage nach der Operation wird bei den Tieren unter Narkose eine Magnetresonanztomographie durchgeführt. Außerdem werden die Tiere verschiedenen Messungen (Blutdruck u.a. Parameter) ausgesetzt. Über den Tötungszeitpunkt gibt es widersprüchliche Angaben. Einmal heißt es, dass alle Tiere die Operation 21 Tage überlebt haben, obwohl nach 20 Tage die Organe entnommen wurden. (“Twenty days after PAB the animals were subjected to hemodynamic measurements and organ harvesting. All the mice survived until day 21 after PAB.“)

Die Arbeit wird von den Universitäten Gießen und Marburg finanziert.

Bereich: Bluthochdruckforschung, Lungenforschung, Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel: Effect of riociguat and sildenafil on right heart remodeling and function in pressure overload induced model of pulmonary arterial banding

Autoren: Nabham Rai (1,2), Swathi Veeroju (1,2), Yves Schymura, (3), Wiebke Janssen (1,2, 4), Astrid Wietelmann (3), Baktybek Kojonazarov (1,2), Norbert Weissmann (1), Johannes-Peter Stasch (4,5), Hossein Ardeschir Ghofrani (1, 2), Werner Seeger (3), Ralph Theo Schermuly (1,2)*, Tatyana Novoyatleva (1,2)

Institute: (1) Justus-Liebig-Universität Gießen, Medizinische Klinik und Poliklinik II, Innere Med./Pneumologie und Intensivmedizin, Universities of Gießen and Marburg Lung Center (UGMLC), Aulweg 130, 35392 Gießen, (2) Deutsches Zentrum für Lungenforschung e. V. (SZL), Aulweg 130, 35392 Gießen, (3) Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung, Nauheim, (4) Bayer Pharma AG, Wuppertal, (5) Institut für Pharmazie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle/Saale

Zeitschrift: Biomedical Research International 2018; 3293584. doi: 10.1155/2018/3293584

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5173



Dokument 112Titel: Konnektivität und Neurochemie der Commissura anterior der Taube (Columba livia)
Hintergrund: Untersuchung einer bestimmten Gehirnstruktur von Tauben.
Tiere: 35 Tauben
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Genehmigungsnummer und Herkunft der Tauben werden nicht erwähnt. Die Commissura anterior (AC) ist ein Teil des Endhirns, das unter anderem die beiden Schläfenlappen miteinander verbindet. Bei fünf Tauben wird diese Struktur durchtrennt. Dazu wird unter Narkose der Schädelknochen geöffnet. Eine Woche später wird bei allen Tieren unter Narkose eine Markierungssubstanz (Tracer) in eine bestimmte Region des Gehirns injiziert. Es werden zwei Arten von Tracern verwendet. Die Tracer wandern entlang von Nervenbahnen und markieren sie, so dass sie später am toten Tier sichtbar gemacht werden können.

Nach 2 Tagen (für Tracer CTB) und 7 Tagen (für Tracer BDA) werden die Tiere anästhesiert und mit Paraformaldehyd durchströmt. Dazu wird die Substanz in die Blutbahn injiziert und Blut wird abgelassen, bis alles Blut ausgetauscht ist und die Tiere sterben. Das Gehirn wird entnommen und untersucht.

Die Studie wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.

Bereich: Zooanatomie, Neurobiologie

Originaltitel: Connectivity and neurochemistry of the commissura anterior of the pigeon (Columba livia)

Autoren: Sara Letzner*, Annika Simon, Onur Güntürkün

Institute: Ruhr-Universität Bochum, Fakultät für Psychologie, AE Biopsychologie, Universitätsstraße 150, 44780 Bochum

Zeitschrift: The Journal of Comparative Neurology 2016; 524(2): 343-361

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5172



Dokument 113Titel: Wahrnehmungsstrategien von Tauben zur Erkennung eines Rotationszentrums - ein Hinweis für das Lernen mit Sternenkompass?
Hintergrund: Es soll untersucht werden, ob Tauben lernen können, das Rotationszentrum eines beliebigen rotierenden Punktmusters zu finden. Dies soll Hinweise darauf geben, dass die Tiere sich an Sternen oder der Sonne orientieren können.
Tiere: 6 Tauben
Jahr: 2015

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom LANUV NRW unter der Nummer AZ: 8.87–50.10.37.09.277 genehmigt. Woher die Tiere stammen wird nicht erwähnt. Zwischen den Experimenten werden die Vögel einzeln in Drahtgitterkäfigen in einem Gruppenraum mit Sichtkontakt zueinander gehalten. Während der Versuche werden die Tauben einzeln in einer sogenannten Operantenkonditionierungskammer (Skinner Box) mit einer Größe von 38 x 38 x 42 cm zwei Monate lang trainiert, auf einen bestimmten Punkt auf einem Bildschirm zu picken. Für richtiges Verhalten erhalten die Tiere etwas Futter. Außerhalb der Experimente werden die Tauben mit nur 85-90% ihrer normalen Futtermenge gefüttert, um für die „Belohnungen“ genügend hungrig zu sein.

Es werden sechs verschiedene Experimente durchgeführt, um zu untersuchen, ob die Tiere rotierende Punkt erkennen. Jede Test-Session dauert bis zu einer Stunde oder bis 80 Belohnungen erreicht sind. Die Ergebnisse zeigen, dass Brieftauben trainiert werden können, das Rotationszentrum in einem rotierenden Punktemuster zu erfassen. Was mit den Tieren nach den Versuchen passiert wird nicht erwähnt. Die Studie wurde finanziert von dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Volkswagenstiftung.

Bereich: Neurobiologie

Originaltitel: Perceptual strategies of pigeons to detect a rotational centre—A hint for star compass learning?

Autoren: Bianca Alert (1, 2)*, Andreas Michalik (1, 2), Sascha Helduser (3), Henrik Mouritsen (1, 2), Onur Güntürkün (3)

Institute: (1) Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Fakultät V - Mathematik und Naturwissenschaften, Institut für Biologie und Umweltwissenschaften, Ammerländer Heerstr. 114-118, 26129 Oldenburg, (2) Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Forschungszentrum Neurosensorik, Campus Wechloy, Carl-von-Ossietzky-Straße, 9-11, 26129 Oldenburg, (3) Ruhr-Universität Bochum, Fakultät für Psychologie, AE Biopsychologie, Bochum

Zeitschrift: PLoS ONE 2015; 10(3): e0119919

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5171



Dokument 114Titel: Olesoxim verbessert die mitochondriale Fehlfunktion im Gehirn und erhöht die A?-Spiegel in präklinischen Modellen der Alzheimer-Krankheit
Hintergrund: Der Wirkstoff Olesoxime (TRO19622) ist ein Medikamentenkandidat für die Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen und soll hier an Mäusegehirnen von transgenen „Mausmodellen der frühen Alzheimer-Krankheit“ untersucht werden.
Tiere: 45 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Protokolle werden vom Regierungspräsidium Darmstadt unter der Nummer FU/1006 genehmigt. Für die Studien wird eine spezielle transgene Mäuselinie verwendet, die ein Mausmodell der frühen Alzheimer-Krankheit darstellen soll. Nicht genveränderte Geschwister dienen als Kontrolle („Wild-Typ“). Transgenen und Wild-Typ-Mäusen wird für 15 Wochen der Wirkstoff Olesoxim über das Futter verabreicht. Dann werden die Mäuse durch Genickbruch und Enthaupten getötet und das Gehirn wird untersucht.

Die Studie wurde finanziert von der Europäischen Kommission im Rahmen des RP7-Gesundheitsprogramms.

Bereich: Alzheimer-Forschung

Originaltitel: Olesoxime improves cerebral mitochondrial dysfunction and enhances Aß levels in preclinical models of Alzheimer's disease

Autoren: Gunter P. Eckert (1)*, Schamim H. Eckert (2), Janett Eckmann (2), Stephanie Hagl (2), Walter E. Muller (2), Kristina Friedland (3)

Institute: (1) Institut für Ernährungswissenschaft, Biomedizinisches Forschungszentrum Seltersberg (BFS), Justus-Liebig-Universität Gießen, Schubertstraße 81, 35392 Gießen, (2) Rudolf-Buchheim-Institut für Pharmakologie, Biomedizinisches Forschungszentrum Seltersberg, Justus-Liebig-Universität Gießen, Gießen, (3) Pharmakologie und Toxikologie, Universitätsmedizin Mainz, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Mainz

Zeitschrift: Experimental Neurology 2020; 329: 113286

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5170



Dokument 115Titel: Schlaf verbessert die Anzahl und Funktion von Monozyten und verbessert das Ergebnis einer bakteriellen Infektion bei Mäusen
Hintergrund: Die Auswirkung von Schlaf oder Schlafentzug bei einer tödlichen Blutvergiftung wird untersucht. Die Autoren folgern, dass der Schlaf bei Mäusen für eine voll funktionsfähige angeborene Immunantwort unerlässlich ist.
Tiere: 287 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Tübingen unter der Nummer M11/14 genehmigt. Eine bestimmte Mäuselinie wird bei Janvier Labs in Saint-Berthevin, Frankreich, gekauft und eine weitere Mäuselinie, der ein bestimmtes Gen fehlt, wird gezüchtet.

Für die Versuche werden Mäuse zu Beginn ihrer Schlafphase 6 Stunden lang wachgehalten. Das heißt, wann immer das Tier eine Schlafhaltung einnimmt wird die Einstreu unter dem Tier weggenommen und neue hingelegt, um ein Nestbauverhalten zu verhindern. Andere Gruppen von Mäusen werden nicht gestört und können normal schlafen. Dann werden Mäuse beider Gruppen durch CO2-Erstickung getötet. Blut wird aus dem Herzen entnommen und Milz und Knochenmark untersucht.

Um die Wirkung von bestimmten Rezeptoren während des Schlafes zu analysieren, wird Gruppen von Mäusen das Gift von Keuchhustenbakterien injiziert. Diese Mäuse werden direkt nach 6 Stunden Schlafentzug oder nach Schlaf getötet. Bei anderen Gruppen von Mäusen wird eine Sepsis (Blutvergiftung) mit dem Bakterium Yersinia enterocolitica hervorgerufen. Dazu wird nach 6 Stunden Schlaf oder Wachheit eine tödliche Dosis der Bakterien in die Schwanzvene injiziert. Innerhalb von 3-5 Tagen sterben alle Wach-Mäuse, die Schlaf-Mäuse sind nach 5 Tagen alle tot.

Diese Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.

Bereich: Sepsisforschung, Immunologie, Schlafforschung

Originaltitel: Sleep enhances numbers and function of monocytes and improves bacterial infection outcome in mice

Autoren: Julia Hahn (1), Manina Günter (1), Juliane Schuhmacher (1), Kristin Bieber (1,2), Simone Pöschel (1,2), Monika Schütz (3), Britta Engelhardt (4), Henrik Oster (5), Christian Sina (6), Tanja Lange (7), Stella E. Autenrieth (1,2)*

Institute: (1) Medizinische Klinik Innere Medizin II, Universitätsklinikum Tübingen, Otfried-Müller-Straße 10, 72076 Tübingen, (2) Core Facility Durchflusszytometrie, Universitätsklinikum Tübingen, Otfried-Müller-Straße 10, 72076 Tübingen, (3) Medizinische Mikrobiologie und Hygiene, Universitätsklinikum Tübingen, Tübingen, (4) Theodor-Kocher-Institut, Universität Bern, Bern, Schweiz, (5) Institut für Neurobiologie, Lübeck, (6) Institut für Ernährungsmedizin, Lübeck, (7) Klinik für Rheumatologie und Klinische Immunologie, Universität zu Lübeck, Lübeck

Zeitschrift: Brain Behavior, and Immunity 2020; 87: 329-338

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5169



Dokument 116Titel: Resveratrol, Lunularin und Dihydroresveratrol wirken bei Verabreichung in die Bauchhöhle bei Mäusen nicht als Abbilde für die Kalorienbeschränkung
Hintergrund: Die Auswirkungen von verschieden aufbereiteten sekundären Pflanzeninhaltsstoffen auf Übergewicht bei Mäusen werden untersucht und mit Daten von Menschen verglichen. ?
Tiere: 50 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Landesregierung Schleswig-Holstein MELUR (Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume) unter der Nummer V 242-27717 / 2016 (46-4 / 16) genehmigt. Eine bestimmte Mäuselinie wird bei Janvier Labs in Saint-Berthevin, Frankreich, gekauft.

Den Tieren wird ein fett- und zuckerreiches Futter gefüttert, um die diätbedingte Fettleibigkeit bei Menschen mittleren Alters nachzuahmen. Die Mäuse werden einzeln in Standard-Käfigen gehalten und sind zu Beginn 12 Monate alt. Nach einer 6-wöchigen Anpassungsphase beginnt das Experiment mit der Aufteilung der Mäuse in 5 Gruppen mit jeweils 10 Mäusen. Ab da bekommt die kalorienreduzierte Gruppe 5% weniger gefüttert als die Kontrollgruppe. Nach vier Wochen habe die Tiere genug ihres Körpergewichts verloren und die verschiedenen Injektionen mit Resveratrol, Dihydroresveratrol und Lunularin beginnen. Resveratrol ist eine organische Verbindung aus der Gruppe der Polyphenole, die in Pflanzen als sekundäre Inhaltsstoffe zu finden sind. Die beiden anderen Substanzen sind Stoffwechselprodukte von Resveratrol. Die Injektionen erfolgen täglich in die Bauchhöhle über einen Zeitraum von 8 Wochen. Wenn einzelne Mäuse zu Beginn des Experiments mehr als 20% ihres Gewichts verlieren, wird ihnen wegen des Tierschutzgesetzes etwas mehr gefüttert. Drei Tiere sterben während der Versuche von alleine, der Rest der Tiere wird 8 Wochen nach Beginn der Injektionen getötet.

Die Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Schleswig-Holstein gefördert.

Bereich: Übergewichtsforschung, Ernährungsforschung

Originaltitel: Resveratrol, lunularin and dihydroresveratrol do not act as caloric restriction mimetics when administered intraperitoneally in mice

Autoren: Kathrin Pallauf (1)*, Dawn Chin (1), Ilka Günther (1), Marc Birringer (2), Kai Lüersen (1), Gerald Schultheiß (3), Sarah Vieten (3), Jürgen Krauß (4), Franz Bracher (4), Nicolas Danylec (5), Sebastian T. Soukup (5), Sabine E. Kulling (5), Gerald Rimbach (1)

Institute: (1) Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät der Uni Kiel, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Hermann-Rodewald-Straße 6, 24118 Kiel, (2) Angewandte Biochemie für Ernährung und Umwelt, Hochschule Fulda, University of Applied Sciences, Fulda, (4) Pharmazie, Zentrum für Pharmaforschung, Ludwig-Maximilians-Universität München, München, (5) Max Rubner-Institut (MRI), Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, Institut für Sicherheit und Qualität bei Obst und Gemüse, Karlsruhe

Zeitschrift: Scientific Reports 2019; 9: 4445. doi: 10.1038/s41598-019-41050-2

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5168



Dokument 117Titel: Beeinträchtigte endothelvermittelte zerebrovaskuläre Reaktivität fördert Angst- und Atmungsstörungen bei Mäusen
Hintergrund: In der Studie werden die Mechanismen untersucht, die Kohlendioxid-induzierte Durchblutungsstörungen im Gehirn zugrunde liegen. Es wird festgestellt, dass für die Regulierung der Atmung und das Angstverhalten die Blutversorgung des Gehirns wichtig ist.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)(mehrere Hundert)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Karlsruhe und dem Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, Kiel, genehmigt. Einige Mäuse stammen von M.-G. Ludwig und K. Seuwen von Novartis. Es werden diverse Mäuselinien gezüchtet, denen bestimmte Gene fehlen (Knock-out-Mäuse) oder Gene zugefügt werden. Jede Mäuselinie wird mindestens über 10 Generationen gezüchtet. Die Nachkommen werden auf die gewünschten Eigenschaften untersucht. Geschwister ohne die Genveränderung werden als Kontrolle verwendet. Durch Injektion des Brustkrebsmedikaments Tamoxifen zweimal täglich für 5 Tage wird ein bestimmtes Gen aktiviert.

Für Kohlendioxid-induzierte Angstreaktion werden die Mäuse in eine kleine Schachtel gesetzt, die mit normaler Luft oder Kohlendioxid angereicherter Luft (10% Kohlendioxid) gefüllt ist. Die Box wird durch einen Deckel verschlossen und die Mäuse werden 10 Minuten lang videoüberwacht. Die Videos werden mit einer speziellen Software hinsichtlich des „Einfrierverhaltens“ (Freezing) analysiert, d.h. ein Erstarren vor Angst. Plethysmographie ist ein Messverfahren, bei dem Volumenschwankungen im Kopf gemessen werden. Es wird zur Diagnostik von Durchblutungsstörungen verwendet. Für diese Versuche werden die Tiere im Plethysmographen positioniert, wobei der Kopf in die belüftete Kammer hineinragt. Die Kohlendioxid-Konzentration wird schrittweise erhöht (0,5%, 3%, 8%, jeder Schritt für 8 Minuten). Es wird nicht erwähnt, aber eventuell werden die Tiere hierfür betäubt. Zusätzlich werden die Beatmungsreaktionen bei wachen, sich frei bewegenden Mäusen mittels Ganzkörperplethysmographie gemessen. Um Apnoe-Episoden (Atemstillstand) zu bestimmen, werden die Aufzeichnungen für mindestens 1,5 Stunden durchgeführt.

Für Blutdruckaufzeichnungen wird den Tieren unter Narkose ein Katheter in die linke Halsschlagader eingeführt und der Sender unter der Rückenhaut positioniert. Blutdruck und Herzfrequenz werden 24 Stunden lang kontinuierlich gemessen.

Für sogenannte „angstbedingte Erkundungen“ wird das Verhalten der Tiere in einem Labyrinth, auf einem rotierenden Stab, auf einer offenen Fläche oder bei einem „Grifftest“ bestimmt. Es werden außerdem verschiedene Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren durchgeführt, wofür die Mäuse betäubt werden. Um eine Geschmacksaversion hervorzurufen werden die Mäuse darauf trainiert, in zwei Sitzungen pro Tag (jeweils 30 Minuten) Wasser aus 2 Flaschen zu trinken, und während des restlichen Tages wird ihnen das Wasser entzogen. Die Menge des verbrauchten Wassers wird gemessen. Am 3. Tag erhalten die Mäuse in ihrer morgendlichen Sitzung eine Flasche mit Saccharinlösung (0,5%). 45 min nach dieser Sitzung erhalten die Mäuse eine Injektion mit Lithium in den Bauchraum. Dies bewirkt stake Schmerzen und Krämpfe bei den Tieren. 48 Stunden und 2 Wochen nach dieser Konditionierung bekommen die Tiere die Möglichkeit, zwischen Saccharin und Wasser zu wählen. Es wird analysiert, ob die Tiere den Schmerz mit dem Saccharin verbinden und weniger davon trinken. Schließlich werden die Mäuse unter Narkose enthauptet, um ihr Gehirn zu untersuchen.

Die Arbeit wurde unterstützt durch Deutsche Forschungsgemeinschaft, vom Europäischen Forschungsrat im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizont 2020, der Europäischen Union und dem Schweizerischen Nationalfonds

Bereich: Gefäßforschung, Angstforschung, Herz-Kreislauf-Forschung, Neurologie

Originaltitel: Impaired endothelium-mediated cerebrovascular reactivity promotes anxiety and respiration disorders in mice

Autoren: Jan Wenzel (1,2), Cathrin E. Hansen (1), Carla Bettoni (3), Miriam A. Vogt (4), Beate Lembrich (1), Rentsenkhand Natsagdorj (1,2), Gianna Huber (1), Josefine Brands (1,2), Kjestine Schmidt (2, 5), Julian C. Assmann (1), Ines Stölting (1), Kathrin Saar (6, 7), Jan Sedlacik (8), Jens Fiehler (8), Peter Ludewig (9), Michael Wegmann (10), Nina Feller (1), Marius Richter (1), Helge Müller-Fielitz (1), Thomas Walther (1), Gabriele M. König (11), Evi Kostenis (11), Walter Raasch (1,2), Norbert Hübner (6, 7, 12), Peter Gass (4), Stefan Offermanns (13), Cor de Wit (2, 5), Carsten A. Wagner (3), Markus Schwaninger (1,2)*

Institute: (1) Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie, Universität zu Lübeck, Ratzeburger Allee 160, 23562 Lübeck, (2) Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), 23562 Lübeck, (3) Institute of Physiology, University of Zurich, Zürich, Schweiz, (4) Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI), Medizinische Fakultät Mannheim, Mannheim, (5) Institut für Physiologie, Universität zu Lübeck, Lübeck, (6) Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen, Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, Berlin, (7) Klinik und Poliklinik für Neuroradiologische Diagnostik und Intervention, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, (8) Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik für Neurologie, Hamburg, (9) Institut für Pharmazeutische Biologie, Universität Bonn, Bonn, (10) Charité Universitätsmedizin Berlin, Berlin, (11) Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung, Bad Nauheim

Zeitschrift: PNAS 2020; 117(3): 1753-1761

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5167



Dokument 118Titel: Regeneration des Lungengewebes in einem Kalbmodell einer durch experimentelle Infektion mit Chlamydia psittaci hervorgerufenen fibrinonekrotischen Lungenentzündung
Hintergrund: Etablierung eines weiteren „Tiermodells“ für eine akute Lungenentzündung beim Menschen.
Tiere: 42 Rinder (Kälber)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Verbraucherschutz in Thüringen unter der Nummer 04-002 / 07 genehmigt. 2-4 Wochen alte Kälber werden von einer Farm ohne nähere Angaben gekauft.

21 Kälbern wird das Bakterium Chlamydia psittaci unter Narkose über die Luftröhre in die Lunge gespritzt. Chlamydia psittaci ist der Erreger der Papageienkrankheit, einer Zoonose, die bei Papageien, anderen Vögeln und Menschen eine Lungenentzündung auslöst. 21 Kälber werden nicht infiziert und dienen als Kontrolle. Der Krankheitsverlauf der Tiere wird täglich dokumentiert. Die experimentelle Lungenentzündung führt zu einer akuten Atemwegserkrankung, die durch Fieber, Atemnot, trockenen Husten, gerötete Bindehaut, vergrößerte Lymphknoten, erhöhte Herzfrequenz, Appetitlosigkeit und Abgeschlagenheit gekennzeichnet ist. Nach etwa 5 Tagen bessern sich die Symptome. Jeweils 3 infizierte und 3 Kontrolltiere werden zwischen zwei und 37 Tagen nach Einimpfen der Bakterien mit dem Mittel Pentobarbital getötet.

Die Studie wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Bereich: Infektionsforschung

Originaltitel: Regeneration of pulmonary tissue in a calf model of fibrinonecrotic bronchopneumonia induced by experimental infection with Chlamydia psittaci

Autoren: Elisabeth M. Liebler-Tenorio (1)*, Jacqueline Lambertz (1,2), Carola Ostermann (1), Konrad Sachse (1,3), Petra Reinhold (1)

Institute: (1) Institut für Molekulare Pathogenese (IMP), Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Naumburgerstr. 96a, 07743 Jena, (2) Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Rhein-Ruhr-Wupper (CVUA-RRW), Krefeld, (3) Institut für Bioinformatik, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Jena

Zeitschrift: International Journal of Molecular Sciences 2020; 21(8): 2817

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5166



Dokument 119Titel: Ein neu identifizierter Weg vom Trigeminusnerv zum Gehirn bei einem Nachtzugvogel könnte der Übertragung magnetischer Karteninformationen zugeordnet sein
Hintergrund: Forschungen zum magnetischen Sinn von Zugvögeln.
Tiere: 12 Sonstige Vögel (Mönchsgrasmücken)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) in Oldenburg unter den Nummern 33.12-42502-04-10/0121; 33.19- 42502-04-11/0423; 33.19-42502-04-15/1865; 33.19-42502-04-17/ genehmigt.

Die Mönchsgrasmücken (Sylvia atricapilla) werden in der Umgebung der Universität Oldenburg mit sogenannten Japannetzen gefangen. Dabei handelt es sich um speziell für den wissenschaftlichen Vogel- und Fledermausfang konstruierte Netze, die aus sehr feinem Netzwerk bestehen, welches von den Vögeln kaum wahrgenommen wird. Japannetze werden fest aufgestellt so dass sich alle Vögel darin verfangen, die zufällig hineinfliegen. Die gefangenen Mönchsgrasmücken werden in Räumen ohne Fenster mit Kunstlicht zu zweit in Käfigen gehalten. Um den Tieren eine sogenannte Tracersubstanz zu injizieren, wird der Kopf der anästhesierten Vögel in einem speziell angefertigten Apparat fixiert. Nach der Öffnung der Kopfhaut wird der neuronale Tracer, eine Markierungssubstanz, die Nerven markiert, überein kleines Fenster im Schädel durch Injektionen in bestimmte Regionen des Gehirns verabreicht. Das Loch im Schädel wird mit chirurgischem Kleber verklebt und die Haut zugenäht. Nach der Operation dürfen sich die Tiere 3-6 Tage erholen.

Für die eigentlichen Versuche werden einzelne Vögel in einem runden Plexiglas-Käfig in einem speziellen Gebäude untergebracht, wo sie unterschiedlichen magnetischen Reizen ausgesetzt werden. Die Vögel werden mit Infrarotkameras überwacht. Zu bestimmten Zeitpunkten werden die Tiere getötet, indem unter Narkose Formalin ins Herz injiziert wird, bis alles Blut ausgetauscht ist. Das Gehirn wird in Scheiben geschnitten und untersucht.

Die Arbeit wurde finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und einem Stipendium des Landesgraduiertenkollegs Nano-Energieforschung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur.

Bereich: Verhaltensforschung, Tierphysiologie, Neurologie

Originaltitel: A newly identified trigeminal brain pathway in a night-migratory bird could be dedicated to transmitting magnetic map information

Autoren: Dmitry Kobylkov (1,2), Susanne Schwarze (2,3), Bianca Michalik (1,2), Michael Winklhofer (2,3), Henrik Mouritsen (1,2), Dominik Heyers (1)*

Institute: (1) Neurosensorik, Universität Oldenburg, Carl-von-Ossietzky-Straße 9-11, 26129 Oldenburg, (2) Forschungszentrum Neurosensorik, Oldenburg, (3) Sensorische Biologie der Tiere, Universität Oldenburg, Oldenburg

Zeitschrift: Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences 2020; 287: doi:10.1098/rspb.2019.2788

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5165



Dokument 120Titel: Bedeutung von Geißeln in akuten und chronischen Pseudomonas aeruginosa-Infektionen
Hintergrund: Es wird untersucht, ob die Ausbildung von Geißeln bei bestimmten Bakterien für eine Lungeninfektion notwendig sind.
Tiere: 27 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Nummer 33.9.42502-04-050/09) genehmigt.

Die Mäuse, von Janvier, Frankreich, erworben, werden in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe wird mit einem in den Bauch gespritzten Narkosemittel betäubt und Bakterien werden in die Luftröhre eingeflößt. Bei den Bakterien handelt es sich um Pseudomonas aeruginosa, ein weit verbreiteter Infektionskeim, der natürlicherweise mit Geißeln ausgestattet ist. Es werden zudem mittels Genmanipulation Pseudomonas-Bakterien hergestellt, die keine Geißeln haben. Mit diesen werden ebenfalls Mäuse infiziert.

Die Mäuse werden 24 Stunden später auf nicht näher beschriebene Weise getötet und die Lungen werden entnommen. Es zeigt sich, dass die Tiere z.T. Lungenblutungen und Entzündungen erlitten haben.

Der anderen Gruppe Mäuse werden Darmkrebszellen am Bauch unter die Haut gespritzt, die so lange wachsen, bis sie 7 mm groß sind, was 10 Tage dauert. Dann werden die Mäuse durch Einatmen eines Narkosemittels betäubt und die Bakterien mit und ohne Geißeln werden in den Tumor gespritzt, wo sie eine Entzündung verursachen. Bevor die Mäuse getötet werden, werden sie betäubt und in einer Art Durchleuchtungsgerät werden Messungen durchgeführt.

Die Tötung erfolgt 48 Stunden nach Infektion mit dem Bakterium auf nicht beschriebene Weise. Lungen und Tumore werden herausgeschnitten und untersucht.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, ERC Consolidator Grant und INNO INDIGO Partnership Program unterstützt.

Bereich: Immunologie, Infektionsforschung, Entzündungsforschung, Bakteriologie

Originaltitel: Importance of flagella in acute and chronic Pseudomonas aeruginosa infections

Autoren: Anne Lorenz (1,4), Matthias Preuße (1,4), Sebastian Bruchmann (1,2,4), Vinay Pawar (1,3), Nora Grahl (1,4), Marina C. Pils (5), Laura M. Nolan (6), Alain Filloux (6), Siegfried Weiss (3), Susanne Häussler (1,4)*

Institute: (1) Institut für Molekulare Bakteriologie, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Inhoffenstrasse 7, 38124 Braunschweig, (2) Wellcome Sanger Institute, Cambridge, Großbritannien, (3) Institut für Immunologie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, (4) Institut für Molekulare Bakteriologie, TWINCORE GmbH, Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung, Hannover, (5) Mauspathologie, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Braunschweig, (6) MRC Centre for Molecular Bacteriology and Infection (CMBI), Department of Life Sciences, Imperial College London, London, Großbritannien

Zeitschrift: Environmental Microbiology 2018; 21(3): 883-897

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5164



Dokument 121Titel: CD8+ T-Zell-Reaktionen der Schleimhaut, die durch einen MCMV-basierten Impfstoffvektor induziert werden, verleihen Schutz vor Influenza-Infektion
Hintergrund: Es soll herausgefunden werden, ob ein lokal in die Nase eingegebener Grippe-Impfstoff eine Schleimhaut-Immunantwort und damit Schutzwirkung hervorrufen kann.
Tiere: 120 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der lokalen Behörde (Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Nummer 33.9-42502-04-14/1709) genehmigt.

Die Mäuse werden von Janvier, Le Genest Saint Isle, Frankreich, gekauft und in keimfreier Umgebung im Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) Braunschweig gehalten.

6 bis 8 Wochen alte weibliche Mäuse werden betäubt und mit einem genmanipulierten Mäusevirus immunisiert, das als Impfstoff gegen Grippe (Influenza) dienen soll. Dies geschieht entweder über die Nasenschleimhaut oder über Spritzen in die Bauchhöhle.

Nach 2, 4 und 5 Tagen werden je einige Mäuse getötet, indem sie mit CO2 erstickt werden. Leber, Lunge und Milz werden entnommen, um die Menge an Virenimpfstoff zu bestimmen und weitere Messungen vorzunehmen.

Andere Mäuse werden mit CO2 getötet, die Brust wird aufgeschnitten und Haut und Muskeln im Nackenbereich werden weggeschnitten, um die Luftröhre freizulegen. Ein Katheter wird eingeführt und es wird eine Lungenspülung vorgenommen, um die Spülflüssigkeit auf bestimmte Immunzellen zu untersuchen.

Nach 21 Tagen werden weitere Mäuse getötet und die Speicheldrüsen werden herausgeschnitten, um Messungen vorzunehmen.

Die letzte Gruppe an Mäusen wird mit einem Grippevirus infiziert, indem dieses in die Nase gespritzt wird. Nach 3 Monaten wird diesen Mäuse 10 Minuten vor nicht genau beschriebener Tötung ein Antikörper in die Vene gespritzt. Milz, Lungen und Lymphknoten werden herausgeschnitten und Untersuchungen werden durchgeführt.

Für eine weitere Messung von Immunzellen wird eine Lösung mit einer Nadel in die Herzkammer gespritzt und danach werden die Lungen herausgeschnitten.

Im Verlauf der Experimente nehmen manche Mäuse bis zu 20% an Gewicht ab. Die Ergebnisse zeigen teilweise schwere Lungenschäden.

Die Arbeit wurde unterstützt durch den Europäischen Forschungsrat, die Helmholtz-Gesellschaft und den Chinese Research Council.

Bereich: Immunologie, Infektionsforschung, Entzündungsforschung, Virologie

Originaltitel: Mucosal CD8+ T cell responses induced by an MCMV based vaccine vector confer protection against influenza challenge

Autoren: Xiaoyan Zheng (1), Jennifer D. Oduro (1), Julia D. Boehme (2,3), Lisa Borkner (1), Thomas Ebensen (1), Ulrike Heise (4), Marcus Gereke (2,3), Marina C. Pils (4), Astrid Krmpotic (5), Carlos A. Guzman (1), Dunja Bruder (2,3), Luka ?i?in-Sain (1,6)*

Institute: (1) Vakzinologie und angewandte Mikrobiologie, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Inhoffenstrasse 7, 38124 Braunschweig, (2) Forschungsgruppe Immunregulation, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Braunschweig (3) Infektionsimmunologie, Institut für medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene, Gesundheitscampus Immunologie, Infektiologie und Inflammation, Otto von-Guericke Universität, Magdeburg (4) Mauspathologie, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Braunschweig, (5) Department of Histology and Embryology, School of Medicine, University of Rijeka, Rijeka, Kroatien (6) Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), Partner Standort Hannover-Braunschweig

Zeitschrift: PLOS pathogens 2019; 15(9): e1008036

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5163



Dokument 122Titel: Einfluss des Kammkonservierungsverfahrens auf die Heilung der Extraktionspfanne unter antiresorptiver Therapie: Eine experimentelle Studie an Kaninchen
Hintergrund: Kaninchen werden alle Backenzähne gezogen, um zu schauen, welchen Einfluss verschiedene Behandlungsmethoden auf die Heilung der verursachten Wundhöhlen haben. Der Zahnapparat von Kaninchen unterscheidet sich fundamental von dem des Menschen. So wachsen Kaninchenzähne permanent und werden durch den Kauvorgang abgerieben.
Tiere: 10 Kaninchen (Holländer)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche vom Landesamt für Natur und Verbraucherschutz in Recklinghausen. Die Holländerkaninchen stammen von Covance in Denver/Pennsylvania. 5 Tiere bekommen zweimal im Abstand von etwa 6 Monaten Amino-Bisphosphat in die Vene gespritzt. Dieses Mittel wird eingesetzt, um Knochenabbau entgegenzuwirken. 5 Kontrolltiere werden nicht behandelt. Ebenfalls 6 Monate nach der ersten Spritze werden alle Kaninchen in Narkose gelegt und bekommen täglich bis 5 Tage nach dem Eingriff Schmerzmittel gespritzt. Nach dem Zufallsprinzip erfolgt die Behandlung vom rechten und linken Ober- bzw. Unterkiefer auf folgende Weisen: 1. Ziehen aller Backenzähne, Auffüllen der Löcher mit kollagenbeschichteten Knochenmineralien vom Rind und Zunähen der Wunden, 2. Ziehen aller Backenzähne, Anritzen der umliegenden Schleimhaut, so dass sich ein Blutgerinnselpfropf in den Löchern bildet, anschließend Zunähen der Wunden, 3. Abtrennen der Backenzahnkronen, Entfernung der Zahnpulpa im Innenraum der Zähne und Verschließen des Einganges mit einer selbsthärtenden Masse. 4 Monate nach dem Eingriff werden die Tiere mit einer Überdosis Narkosemittel getötet und die Kiefer für feingewebliche Untersuchungen entfernt.

Bereich: Zahnmedizin, Wundheilung, Kieferchirurgie

Originaltitel: Influence of ridge preservation procedure on extraction socket healing under antiresorptive therapy: An experimental study in rabbits

Autoren: Frank Schwarz (1,2)*, Gordon John (2), Jürgen Becker (2), Knut Achim Grötz (3), Robert Sader (4), Ilja Mihatovic (2)

Institute: (1) Poliklinik für Zahnärztliche Chirurgie und Implantologie, Zentrum der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (Carolinum) der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, Theodor-Stern-Kai 7, 60596 Frankfurt am Main, (2) Poliklinik für Zahnärztliche Chirurgie, Universitätsklinikum Düsseldorf, Moorenstr. 5, 40225 Düsseldorf, (3) Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden, Wiesbaden, (4) Klinik für Mund-, Kiefer-, Plastische Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Frankfurt am Main, Frankfurt

Zeitschrift: Clinical Implant Dentistry and Related Research 2020; 1-9

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5162



Dokument 123Titel: Modifizierte synaptische Dynamik sagt neuronale Aktivitätsmuster in einem Hörfeld innerhalb des Frontallappens der Hirnrinde voraus
Hintergrund: Untersuchung der Verarbeitung von Tönen in einem bestimmten Hirnbereich von Fledermäusen.
Tiere: 7 Fledermäse (Brillenplattnasen (Carolia perspicillata))
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche vom Regierungspräsidium Darmstadt (Nr. #FU1126). Die fünf männlichen und 2 weiblichen Fledermäuse (Brillenplattnasen) stammen aus der institutseigenen Zuchtkolonie (Institut für Zellbiologie und Neurowissenschaften). Unter Narkose wird die Kopfhaut im Bereich der Mittellinie aufgeschnitten und die Muskulatur in dem Gebiet entfernt. Mittels Zahnzement wird eine Metallstange an der knöchernen Schädeldecke festgeklebt. Nach der Operation „dürfen“ die Tiere sich einen Tag erholen.

Die Aufzeichnung der Nervenaktivität erfolgt über bis zu 14 Tage mit wenigstens einem Tag Erholung zwischen den einzelnen Versuchsblöcken. Während der Aufzeichnung befinden sich die Tiere in Narkose. Am ersten Studientag wird vorher mit einem Skalpell ein Loch in die Schädeldecke gebohrt. Dieses Loch befindet sich direkt über einer von zwei bestimmten Stellen des Gehirns, die bei Fledermäusen für die Verarbeitung von Tönen von Bedeutung sind. Die Tiere werden in eine elektrisch- und schallisolierte Kammer gebracht und ihr Kopf mit Hilfe der angeklebten Metallstange fixiert. Zur Messung der Nervenaktivität werden mit einem Verstärker verbundene Glaselektroden durch die Löcher ca. 0,3 mm tief ins Gehirn gestochen. Über einen Lautsprecher, der sich 13 cm vor der Nase der Tiere befindet, werden mehrfach 2 ms lang Töne mit einer Lautstärke von 60 dB abgespielt. Das weitere Schicksal der Fledermäuse wird nicht erwähnt.

Gefördert wurde die Studie von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Bereich: Hirnforschung, Neurobiologie

Originaltitel: Modified synaptic dynamics predict neural activity patterns in an auditory field within the frontal cortex

Autoren: Luciana López-Jury*, Adrian Mannel, Francisco Garcia-Rosales, Julio C. Hechavarria*

Institute: Institut für Zellbiologie und Neurowissenschaft, Goethe-Universität, Max-von-Laue-Straße 13, 60438 Frankfurt

Zeitschrift: European Journal of Neuroscience 2020; 51(4): 1011-1025

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5161



Dokument 124Titel: iRhom2 hemmt die durch Gallenwegsverstopfung verursachte Leberfibrose)
Hintergrund: Entwickeln gentechnisch veränderte Mäuse eher eine Leberfibrose, wenn ihnen die Gallenblase abgebunden wird?
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Tiere stammen von Mutant Mouse Resource and Research Centers (www.mmrrc.org/). Es handelt sich um gentechnisch veränderte Mäuse, bei denen ein Gendefekt vorliegt, so dass bei ihnen ein bestimmter Signalstoff des Immunsystems (TNF, Tumor Nekrose Faktor) weniger vorhanden ist. Dieser soll bei der Entwicklung von Leberfibrose eine Rolle spielen. Die Mäuse werden „Inhouse“ mit nicht genmanipulierten Mäusen gekreuzt und gezüchtet. Für die Versuche werden sowohl Nachkommen verwendet, die den Gendefekt aufweisen, als auch solche, die ihn nicht aufweisen. Die Tiere werden in Narkose gelegt und ihr Bauch wird aufgeschnitten. Nach Abbinden der Gallenblase mit einem Faden erfolgt das Zunähen der Bauchdecke. Ein Teil der Tiere wird scheinoperiert, d.h. sie bekommen den Bauchschnitt, aber ihre Gallenblase wird nicht abgebunden. Nach der OP erhalten die Mäuse einmalig ein Schmerzmittel. Zusätzlich wird allen Tieren 24 Stunden vor dem Eingriff und alle zwei Tage bis 14 Tage nach der Operation ein Medikament unter die Haut gespritzt, welches den Signalstoff TNF hemmt. Das weitere Schicksal der Tiere wird zwar nicht beschrieben, da aber Organe (Leber und Lymphknoten) der Mäuse weiter untersucht werden, ist davon auszugehen, dass sie getötet werden.

Die Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

Bereich: Leberforschung

Originaltitel: iRhom2 inhibits bile duct obstruction–induced liver

Autoren: Balamurugan Sundaram (1), Kristina Behnke (1), Andrea Belancic (1), Mazin A. Al-Salihi (1), Yasser Thabet (2), Robin Polz (3), Rossella Pellegrino (4), Yuan Zhuang (1), Prashant V. Shinde (1), Haifeng C. Xu (1), Jelena Vasilevska (1), Thomas Longerich (4), Diran Herebian (5), Ertan Mayatepek (5), Hans H. Bock (2), Petra May (2), Claus Kordes (2,6), Nima Aghaeepour (7), Tak W. Mak (8,9), Verena Keitel (2), Dieter Häussinger (2,6), Jürgen Scheller (3), Aleksandra A. Pandyra (1,2), Karl S. Lang (10), Philipp A. Lang (1)*

Institute: (1) Institut für Molekulare Medizin II, Medizinische Fakultät, Heinrich Heine Universität Düsseldorf, Universitätsstr. 1, 40225 Düsseldorf, (2) Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Universitätsklinikum Düsseldorf, Heinrich Heine Universität Düsseldorf, Düsseldorf, (3) Institut für Biochemie und Molekularbiologie II, Medizinische Fakultät, Heinrich Heine Universität Düsseldorf, Düsseldorf, (4) Pathologisches Institut, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, (5) Klinik für Allgemeine Pädiatrie, Neonatologie und Kinderkardiologie, Medizinische Fakultät, Heinrich Heine Universität Düsseldorf, Düsseldorf, (6) Kommunikation und Systemrelevanz bei Leberschädigung und Regeneration (Sonderforschungsbereich 974), Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Universitätsklinikum Düsseldorf, Heinrich Heine Universität Düsseldorf, Düsseldorf, (7) Stanford University, Stanford, USA, (8) Department of Medical Biophysics, University of Toronto, Toronto, Kanada, (9) Department of Pathology, University of Hong Kong, Hong Kong, (10) Institut für Immunologie, Medizinische Fakultät, Universität Duisburg-Essen, Essen

Zeitschrift: Science Signaling 2019; 12: eaax1194

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5160



Dokument 125Titel: Einfluss der Lamininbeschichtung auf die Rezellularisierung von dezellularisierten Gefäßprothesen mit Eigenmaterial
Hintergrund: Was passiert nach dem Einbau von speziell beschichteten Blutgefäßgerüsten in die große Baucharterie von Ratten?
Tiere: 74 Ratten
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche von einer nicht benannten Behörde unter der Nummer 84-0204.2012 A391. Die Ratten der Zuchtlinie Wistar stammen aus der Zucht der Heinrich-Heine-Universität. Die 37 "Spendertiere" werden durch eine Überdosis Narkosemittel getötet. Nach Aufschneiden des Brustkorbs wird ein Stück ihrer großen Baucharterie entfernt. Dieses Gefäßstück wird mit einem speziellen Verfahren von seinen Zellen befreit, so dass nur das bindegewebliche Gerüst übrigbleibt. Dieses wird mit einem bestimmten Eiweiß überzogen. Die "Empfängertiere" werden in Narkose gelegt. Der Bauch wird über die Mittellinie aufgeschnitten und das U-förmige Gefäßgerüst so unter kurzfristigem Abklemmen der eigenen großen Baucharterie an diese angenäht, dass es nach Lösen der Klemmen ebenfalls von Blut durchflossen wird. Ein Teil der Ratten erhält ein Gefäßgerüst ohne Eiweißüberzug. Direkt nach der Implantation erfolgt eine Ultraschalluntersuchung des Blutstroms in den Gefäßen. Nach zwei oder acht Wochen werden jeweils einige Ratten wieder in Narkose gelegt und die Gefäßimplantate über einen Bauchschnitt für feingewebliche Untersuchungen entfernt. Was mit den Tieren passiert, wird nicht beschrieben. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass sie nicht mehr aus der Narkose erwachen.

Gefördert wurde die Studie vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD).

Bereich: Gefäßforschung, Transplantationsmedizin, Tissue Engineering, Herz-Kreislauf-Forschung,

Originaltitel: In?uence of laminin coating on the autologous in vivo recellularization of decellularized vascular protheses

Autoren: Mahfuza Toshmatova, Sentaro Nakanishi, Yukiharu Sugimura, Vera Schmidt, Artur Lichtenberg, Alexander Assmann*, Payam Akhyari

Institute: Klinik für Herzchirurgie und Research Group for Experimental Surgery, Medizinische Fakultät, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Moorenstr. 5, 40225 Düsseldorf

Zeitschrift: Materials 2019; 12: 3351

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5159



Dokument 126Titel: Verletzungen der basolateralen Amygdala der Ratte reduzieren die Verhaltensreaktion auf Ultraschalllaute
Hintergrund: Welches Hirnareal ist für das bereits bekannte Verhalten von Ratten verantwortlich, auf bestimmte Lautfrequenzen positiv oder negativ zu reagieren?
Tiere: 32 Ratten
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz, NRW. Die ca. 10 Wochen alten Ratten der Zuchtlinie Long Evans stammen von Charles River in Italien. Unter Narkose wird ihr Kopf in einen sogenannten stereotaktischen Rahmen eingespannt und sie bekommen beidseits hinter den Ohren und seitlich am Kopf ein lokales Betäubungsmittel gespritzt. Anschließend werden auf beiden Seiten seitlich am Kopf je zwei Löcher gebohrt, die sich bezüglich ihrer Position genau im Bereich einer bestimmten Gehirnregion befinden. Die sogenannte Amygdala ist für sozialrelevante Wahrnehmung, Verhalten und Belohnung zuständig. Je Kopfseite werden zwei Kanülen, die mit Mikropumpen verbunden sind, in das Gehirn gestochen. Über diese Mikropumpen wird bei der Hälfte der Tiere zur Zerstörung der Zellen in der Gehirnregion eine bestimmte Säure ins Gewebe gespritzt. Die restlichen Ratten dienen als Kontrollgruppe und bekommen eine wirkungslose Flüssigkeit injiziert. Die Wunden werden verschlossen, die Ratten „dürfen“ sich 10 Tage erholen und bekommen zwei Tage lang Schmerzmittel.

Der eigentliche Versuchsaufbau besteht aus einem Labyrinth mit einer Plattform, von der sternförmig acht 60 cm lange und 14 cm breite Gänge abgehen. Am Ende von zwei sich gegenüberliegenden Gängen befindet sich ein Lautsprecher, wobei nur immer einer genutzt wird. Über diese Lautsprecher werden Töne mit verschiedenen Frequenzen abgespielt. Ratten reagieren bekanntermaßen positiv auf Ultraschall-Laute mit 50 kHz, was zum Annähern führen kann, wohingegen 22 kHz für sie als Drohung gilt und sie sich von der Tonquelle entfernen. Diese Töne werden den Ratten abwechselnd mit Hintergrundrauschen aus jeweils einem Lautsprecher präsentiert. Täglich erfolgt eine Testphase pro Tier, 6 Tage lang. Anhand von Software, die die Bewegungen der Ratten kontrolliert, wird analysiert wie lange sich die Tiere während der verschiedenen Tonpräsentationen in welchen Bereichen aufhalten bzw. ob bestimmte Töne zum Annähern an den Lautsprecher oder zu Meideverhalten führt. Am Ende der Versuchsreihe werden die Ratten durch Formaldehyd-Injektion ins Herz getötet und ihre Gehirne für weitere Untersuchungen entnommen.

Die Arbeit wurde gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Bereich: Hirnforschung, Verhaltensforschung

Originaltitel: Lesions of the rat basolateral amygdala reduce the behavioral response to ultrasonic vocalizations

Autoren: Lisa-Maria Schönfeld (1), Maurice-Philipp Zech (1), Sandra Schäble (1), Markus Wöhr (2), Tobias Kalenscher (1)*

Institute: (1) Arbeitsgruppe Vergleichende Psychologie, Institut für Experimentelle Psychologie, Heinrich-Heine-Universität, Universitätsstraße 1, Gebäude 23.02 und 23.03, 40225 Düsseldorf, (2) Arbeitseinheit Verhaltensneurowissenschaft, Forschungsschwerpunkt Experimentelle und Klinische Biopsychologie, Fachbereich Psychologie, Philipps-Universität Marburg, Marburg

Zeitschrift: Behavioural Brain Research 2020; 378: 112274

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5158



Dokument 127Titel: Histologischer Score für Schweregrade in einem implantatassoziierten Infektionsmodell bei Mäusen
Hintergrund: Bei Patienten mit durch Brüche verursachten Knocheninfektionen wurden bereits diagnostische Punktesysteme zur Einteilung der Gewebeveränderungen entwickelt. In dieser Studie wird dies jetzt bei Mäusen mit künstlich hergestellten Knochenbrüchen nachvollzogen.
Tiere: 35 Mäuse
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche von der lokalen Behörde (LANUV, Genehmigungsnr. 87-51.04.2010.A375). Die weiblichen, 10-12 Wochen alten Mäuse werden in Gruppen gehalten. Unter Narkose wird jeweils der linke Oberschenkel freipräpariert und im mittleren Drittel mit einer Säge durchgeschnitten. Anschließend wird der durchtrennte Knochen mit einer Metallplatte und 4 Schrauben wieder zusammengesetzt. Bei 27 der Mäuse wird die Schnittstelle des Knochens mit Bakterien infiziert, die beim Menschen zum Abbau des Knochengewebes führen. 8 der Mäuse werden zwar operiert, aber ihr Knochen nicht infiziert. Nach der Operation bekommen die Tiere 5 Tage lang Schmerzmittel und werden täglich einmal auf Symptome kontrolliert. Außerdem werden am 7., 14. und 28. Tag unter Narkose Röntgenbilder des operierten Knochens gemacht. Ebenfalls an diesen Tagen werden jeweils einige der narkotisierten Mäuse mittels Genickbruch getötet und ihre Oberschenkel für weitere Untersuchungen entnommen. Außerdem werden die Tiere getötet, wenn sie innerhalb einer Woche das Laufrad nicht benutzen (Hinweis auf Schmerzen), starken Gewichtsverlust zeigen, der Bruch instabil wird oder sie Zeichen einer Infektion zeigen. Ob Tiere deshalb vor Ablauf des Versuches getötet werden, wird nicht erwähnt. Die Autoren heben nur positiv hervor, dass keine Mäuse aufgrund der Narkose oder der Operation versterben. In der feingeweblichen Knochenuntersuchung nach dem Töten zeigt das Gewebe der bakterieninfizierten Tiere eine hochgradige Zerstörung im Bereich des Bruchspaltes. Solch eine Veränderung des Knochens ist mit starken Schmerzen verbunden, die Mäuse als Fluchttiere kaum zeigen.

Bereich: Knochenchirurgie, Unfallmedizin

Originaltitel: Histological score for degrees of severity in an implant?associated infection model in mice

Autoren: Carina Büren (1)*, Michael Hambüchen (2), Joachim Windolf (1), Tim Lögters (3), Ceylan Daniela Windolf (1)

Institute: (1) Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Medizinische Fakultät, Heinrich-Heine-Universität, Moorenstraße 5, 40225 Düsseldorf, (2) Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Florence-Nightingale-Krankenhaus, Düsseldorf, (3) Abteilung für Unfall-, Hand- und Orthopädische Chirurgie, St. Antonius Krankenhaus, Köln

Zeitschrift: Archives of Orthopaedic and Trauma Surgery 2019; 139(9): 1235-1244

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5157



Dokument 128Titel: Extrazelluläre Vesikel aus neuralen Vorläuferzellen - eine präklinische Bewertung für die Schlaganfallbehandlung bei Mäusen
Hintergrund: Zellextrakte von Gehirnen neugeborener Mäuse werden als Schlaganfallmedikament an Mäusen mit verstopfter Arterie im Gehirn getestet.
Tiere: 137 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von einer ungenannten Behörde genehmigt. Es werden 137 männliche 10 Wochen alte C57BL6-Mäuse und eine ungenannte Anzahl einen Tag alte Mäuse verwendet. Die Mäuse stammen aus der Versuchstierzucht Harlan Laboratories, Darmstadt. Die neugeborenen Mäuse werden mit CO2 betäubt, ihre Gehirne werden für die Herstellung bestimmter Zellextrakte entnommen, wodurch die Tiere sterben. Fast alle der erwachsenen Mäuse werden in Narkose gelegt und zwei der drei zum Gehirn verlaufenden Halsarterien werden auf der linken Seite dauerhaft abgebunden. Die dritte Halsarterie wird eingeschnitten, um einen Faden einzuführen und bis ins Gehirn zu schieben. Die mittlere Hirnarterie ist so dünn, dass sie durch den Faden verstopft wird. Der normale Blutfluss durch die Arterie wird dadurch um mindesten 80% reduziert, um einen Schlaganfall zu imitieren. Mit einem Laser-Doppler-Gerät, das auf dem Kopf aufgesetzt wird, wird der Blutfluss überprüft. 10 Mäuse sterben innerhalb von weniger als 24 Stunden an den Folgen der OP und 7 weitere Mäuse müssen frühzeitig wegen extremer Schmerzen eingeschläfert werden. Fünf weitere Mäuse sterben vor dem geplanten Ende der Experimente.

24 Stunden nach der Operation werden unterschiedliche Mengen der Zellextrakte, die von den Gehirnen der neugeborenen Mäuse gewonnen wurden, in eine Vene am Hinterbein der operierten Tiere gespritzt. Drei und 5 Tage nach der OP werden weitere Zellextrakte in das Venengeflecht hinter einem Auge der Mäuse gespritzt. 12 Mäuse werden direkt nach der Operation mit markierten Zellextrakten gespritzt und nach zwei Stunden durch Überdosis eines Narkosemittels getötet, verschiedene Gewebe werden für weitere Analysen entnommen.

Ein und zwei Tage vor der OP, sowie 7, 14, 28, 56 und 84 Tage nach der OP werden drei Versuche mit den überlebenden Mäusen durchgeführt, um ihre motorischen Fähigkeiten zu analysieren. Bei den ersten zwei Tests werden die Tiere auf einer schmalen Stange oder auf ein Seil über den Boden gesetzt und müssen auf diesen entlanggehen, bis sie eine Plattform erreichen. Diese Versuche werden dreimal am Tag gemacht. Bei dem dritten Test werden die Mäuse zehnmal täglich in eine Ecke eines Behälters gesetzt und es wird beobachtet, wie sie sich umdrehen. 84 Tage nach der Operation werden alle Mäuse mit einer Überdosis eines Narkosemittels getötet.

Diese Arbeit wurde von TÜBITAK, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) und der Leducq Stiftung finanziell unterstützt.

Bereich: Schlaganfallforschung

Originaltitel: Extracellular vesicles derived from neural progenitor cells — a preclinical evaluation for stroke treatment in mice

Autoren: X. Zheng (1), L. Zhang (1), Kuang (1), V. Venkataramani (2), F. Jin (3), K. Hein (1), M. P. Zafeiriou (4,5,6), C. Lenz (7,8), W. Moebius (9), E. Kilic (10), D. M. Hermann (11), M. S. Weber (1,12), H. Urlaub (7,8), W.-H. Zimmermann (4,5,6), M. Bähr (1), Thorsten R. Doeppner (1,10)*

Institute: (1) Klinik für Neurologie, Universitätsmedizin Göttingen, Robert-Koch Str. 40, 37075 Göttingen, (2) Institut für Pathologie, Universitätsmedizin Göttingen, Göttingen, (3) Department of Hematology, Cancer Center, The First Hospital of Jilin University, Changchun, Jilin, China, (4) Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Universitätsmedizin Göttingen, Göttingen, (5) Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), Göttingen, (6) Cluster of Excellence “Multiscale Bioimaging: from Molecular Machines to Networks of Excitable Cells” (MBExC), Universitätsmedizin Göttingen, Göttingen, (7) Bioanalytische Massenspektrometrie, Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, Göttingen, (8) Institut für klinische Chemie, Universitätsmedizin Göttingen, Göttingen, (9) Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin, Göttingen, (10) Regenerative and Restorative Medical Research Center, Istanbul Medipol University, Istanbul, Türkei, (11) Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Essen, Essen, (12) Institut für Neuropathologie, Universitätsmedizin Göttingen, Göttingen

Zeitschrift: Translational Stroke Research 2020; doi: 10.1007/s12975-020-00814-z

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5156



Dokument 129Titel: Der selektive Androgenrezeptor-Modulator Ostarin verbessert die Knochenheilung bei kastrierten weiblichen Ratten
Hintergrund: Ein Mittel, das eventuell für Knochenheilung bei Frauen mit Osteoporose benutzt werden könnte, wird an weiblichen Ratten getestet, denen die Eierstöcke entfernt und die Schienbeine durchgesägt wurden.
Tiere: 63 Ratten
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der zuständigen Behörde in Oldenburg (14/1396) genehmigt. Es werden 63 weibliche 12 Wochen alte Spague-Dawley Ratten aus der Versuchstierzucht Harlan Winkelmann, Borchen, verwendet. Die Tiere werden in Gruppen von 3 bis 4 Ratten pro Käfig gehalten. Zunächst werden alle Tiere in Narkose gelegt. Bei 10 Ratten wird ein Identifikationschip unter die Haut gesetzt und die Tiere werden nicht weiter behandelt (Kontroll-Gruppe). Bei 46 Ratten wird ein Chip eingepflanzt und ihre beiden Eierstöcke werden chirurgisch entfernt. Nach 8 Wochen wird bei allen Tieren unter Narkose ein 0,5 mm breiter Spalt in beide Schienbeine gesägt. Mit einer Titanplatte und fünf Schrauben werden die beiden Knochenende des Schienbeins fixiert. Die Tiere erhalten vier Tage lang ein Schmerzmittel. 10 Ratten bekommen keine weiteren Medikamente und drei Gruppen von je 12 Ratten bekommen jeweils eine niedrige, mittlere oder hohe Dosis der Substanz Ostarin über 5 Wochen mit dem Futter. 12, 19, 27 und 35 Tage nach der Operation an den Schienbeinen wird jeweils ein unterschiedlicher Farbstoff unter die Haut der Tiere gespritzt, um damit sich neu bildendes Knochengewebe zu färben. Am Tag 35 nach der Operation werden alle Ratten mit CO2 betäubt und geköpft. Blut, Knochen und andere Gewebe werden für weitere Analysen entnommen.

Diese Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziell unterstützt.

Bereich: Frauenheilkunde, Hormonforschung, Knochenchirurgie

Originaltitel: The selective androgen receptor modulator ostarine improves bone healing in ovariectomized rats

Autoren: Marina Komrakova (1)*, Judith Furtwängler (1), Daniel Bernd Hoffmann (1), Wolfgang Lehmann (1), Arndt Friedrich Schilling (1), Stephan Sehmisch (1)

Institute: (1) Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und plastische Chirurgie, Universitätsmedizin Göttingen, Robert-Koch Str. 40, 37075 Göttingen

Zeitschrift: Calcified Tissue International 2020; 106: 147–157

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5155



Dokument 130Titel: Die Aufmerksamkeit verstärkt neuronale Darstellungen von Änderungen der sensorischen Eingabe auf Kosten der Wahrnehmungsgenauigkeit
Hintergrund: Es wird an Rhesusaffen untersucht, welche Hirnregionen aktiviert werden, während die Tiere sich bewegende Muster auf einem Monitor beobachten.
Tiere: 2 Affen (Rhesusaffen)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von einer nicht genannten Behörde genehmigt. Der Ort der Versuche wird nicht genannt. Es werden zwei männliche Rhesusaffen verwendet. Die Herkunft der Tiere wird nicht genannt. Die Affen werden „trainiert“, in einem Fixierstuhl (Primatenstuhl) zu sitzen. Als Belohnung bekommen sie ein bisschen Flüssigkeit, was darauf hinweist, dass die Tiere für eine ungenannte Zeit vorher durstig gehalten werden. Die Affen werden in Narkose operiert. Ein Metallimplantat wird auf dem Schädel der Tiere implantiert, um die zukünftige Fixierung des Kopfes zu ermöglichen. Ein weiteres Implantat, eine verschließbare Elektrodenkammer, wird über einem Bohrloch im Schädelknochen im Bereich der Sehrinde befestigt. Durch die Kammer können später mehrere nadelförmige Elektroden ins Gehirn der Affen eingeführt werden. Ein drittes Implantat, eine Metallspule, wird in die Bindehaut der Augen der Tiere eingebracht, um ihre Augenbewegungen zu registrieren.

Bei den eigentlichen Versuchen müssen die Affen über längere Zeitperioden in einem Fixierstuhl mit an dem Metallimplantat angeschraubtem Kopf sitzen. Die Tiere beobachten einen Punkt auf einem Computermonitor und müssen je nach Bewegungsrichtung anderer Punkte, die auf dem Bildschirm auftauchen, einen Hebel betätigen. Wenn sie die Aufgabe richtig ausführen, bekommen sie ein bisschen Flüssigkeit als Belohnung, was wieder davon spricht, dass die Tiere vor den Versuchen Durst ausgesetzt sind. Wenn sie den Blick vom Punkt abwenden oder nicht in dem gewünschten Augenblick den Hebel loslassen, bekommen sie keine Flüssigkeit. Das weitere Schicksal der Affen wird nicht erwähnt.

Es werden auch Versuche mit 21 Probanden gemacht, die Punkte auf einem Monitor beobachten müssen.

Diese Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziell unterstützt.

Bereich: Hirnforschung, Neurobiologie, Neurophysiologie

Originaltitel: Attention ampli?es neural representations of changes in sensory input at the expense of perceptual accuracy

Autoren: Vahid Mehrpour (1,2,3,6)*, Julio C. Martinez-Trujillo (4), Stefan Treue (1,2,3,5)*

Institute: (1) Abteilung Kognitive Neurowissenschaften am Deutschen Primatenzentrum (DPZ) - Leibniz-Institut für Primatenforschung, Kellnerweg 4, 37077 Göttingen, (2) Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience (BCCN), Hermann-Rein-Str. 3, 37075 Göttingen, (3) Leibniz-WissenschaftsCampus Primatenkognition, Kellnerweg 4, 37077 Göttingen, (4) Department of Physiology and Pharmacology, University of Western Ontario, London, Kanada, (5) Fakultät für Biologie und Psychologie, Georg-August-Universität, Wilhelm-Weber-Str. 2, 37073 Göttingen, (6) Department of Psychology, University of Pennsylvania, Philadelphia, USA

Zeitschrift: Nature Communications 2020; 11: 2128. doi: 10.1038/s41467-020-15989-0

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5154



Dokument 131Titel: Die drahtlose Aufzeichnung von sich freibewegenden Affen zeigt, dass die Kodierung des motorischen Ziels im frontoparietalen Kortex außerhalb der unmittelbaren Reichweite liegt
Hintergrund: Es wird eine neue Einrichtung für eine drahtlose Aufnahme der Hirnaktivität an nicht fixierten Rhesusaffen getestet und es wird gemessen, welche Hirnregionen während verschiedener Bewegungen aktiviert werden.
Tiere: 2 Affen (Rhesusaffen)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES, 3392 42502-04-13/1100) genehmigt. Die Versuche finden am Deutschen Primatenzentrum in Göttingen statt. Es werden zwei männliche Rhesusaffen (6 und 15 Jahre alt) verwendet. Die Herkunft der Tiere wird nicht genannt. In einer vorhergehenden Operation, die nicht Teil dieser Studie ist, sind die Affen mit einem am Kopf verankerten Haltebolzen ausgestattet worden, der dazu dient, den Kopf des Tieres unbeweglich zu fixieren. Die Affen werden „trainiert“, in einem Fixierstuhl (Primatenstuhl) mit fixiertem Kopf zu sitzen. Als Belohnung bekommen sie etwas Saft, was darauf hinweist, dass die Tiere für eine ungenannte Zeit vorher durstig gehalten werden.

Die Affen werden in Narkose gelegt. Ein Teil des Schädelknochens und die darüber liegenden Gewebe werden über der rechten Gehirnhälfte entfernt und eine Platte mit 32 nadelförmigen Elektroden wird darüber angebracht. Die Elektroden werden tief ins Gehirn der Affen eingeführt. Das ganze System wird mittels 13 Schrauben fest an den Schädel der Tiere geschraubt. Am Ende der Operation wird die Öffnung am Schädel mittels des ausgeschnittenen Knochens und Zahnzement gefüllt.

Die Fixierung am implantierten Haltebolzen wird nur kurzzeitig vorgenommen, um Manipulationen an der Elektrodenkammer vorzunehmen. Für die weiteren Versuche verbringt jeder der zwei Affen ca. 40 bis 65 Minuten alleine in einem speziellen Käfig mit mehreren Knöpfen. Sie sind dabei nicht fixiert. Mit Hilfe der Elektroden werden die Gehirnaktivitäten bei verschiedenen Bewegungen drahtlos gemessen. Lichtsignale weisen die Tiere ein, wann genau welcher Knopf gedrückt werden muss. Wenn ein Tier die Aufgabe korrekt ausführt, bekommt es Saft als „Belohnung“. Die zwei Affen wiederholen diese Tests 10 und 19 Mal. In einem in das Paper integrierten Video sieht man, dass der eine Affe an Haarausfall am Rücken leidet. Das weitere Schicksal der Affen wird nicht erwähnt.

Diese Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Europäischen Kommission finanziell unterstützt.

Bereich: Hirnforschung, Neurobiologie, Neurophysiologie

Originaltitel: Wireless recording from unrestrained monkeys reveals motor goal encoding beyond immediate reach in frontoparietal cortex

Autoren: Michael Berger (1,2)*, Naubahar Shahryar Agha (1), Alexander Gail (1,2,3,4)

Institute: (1) Abteilung Kognitive Neurowissenschaften am Deutschen Primatenzentrum (DPZ) – Leibniz-Institut für Primatenforschung, Kellnerweg 4, 37077 Göttingen, (2) Fakultät für Biologie und Psychologie, Georg-August-Universität, Göttingen, (3) Leibniz-WissenschaftsCampus Primatenkognition, Göttingen, (4) Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience (BCCN), Göttingen

Zeitschrift: eLife 2020; 9:e51322. doi: 10.7554/eLife.51322

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5153



Dokument 132Titel: Gesichtsausdrücke von Emotionszuständen und deren neuronale Korrelationen bei Mäusen
Hintergrund: In der Studie soll untersucht werden, ob Mäuse auf emotionale Reize mit Gesichtsausdrücken reagieren und ob diese wichtige emotionale Eigenschaften widerspiegeln. Um die Gesichtsausdrücke zu untersuchen werden die Tiere einer Vielzahl von Reizen ausgesetzt, von denen angenommen wird, dass sie Veränderungen im Emotionszustand auslösen.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Regierung von Oberbayern genehmigt. Es werden 4 verschiedene Mäuselinien verwendet, 3 transgene (genmanipulierte) und eine „normale“ Linie. Den Tieren wird unter Narkose ein Stab zum Fixieren auf dem Kopf implantiert sowie ein Fenster in den Schädel gesägt, bei dem Teile des Gehirns für die Messungen frei gelegt werden. Um bei den Tieren die zellulären Aktivitäten mit Licht zu kontrollieren, wird unter Narkose der Schädel geöffnet und es werden verschiedene Viruslösungen injiziert. Nachdem die Tiere sich von den diversen Operationen erholt haben, werden sie an die Fixierung gewöhnt. Zur Befestigung am Kopfhalter werden die Mäuse kurz anästhesiert. Nach jeder Kopffixierung und den verschiedenen Versuchen können sich die Mäuse mindestens 30 Minuten erholen.

Die eigentlichen Versuche sind sogenannte Stimulusversuche. Hier werden die fixierten Mäuse verschiedenen Reizen ausgesetzt. Diese sind

1. Fütterung mit einer Sonde von verschiedenen Zucker-, Salz-, Chininlösungen oder nur Wasser für durstige Tiere.

2. Elektroschocks am Schwanz.

3. Spritzen von Lithiumchlorid in den Bauchraum um Übelkeit auszulösen.

4. Angstauslösen durch wiederholte Elektroschocks am Schwanz für 30 Minuten, danach Ausruhen im Käfig und 24 Stunden später erneut fixieren und schocken.

5. Durst durch Wasserentzug für bis zu 20 Stunden. Danach werden die fixierten Tiere mit verschiedenen Lösungen gefüttert.

6. Konditionierte Geschmacksaversion. Hier werden die Tiere wieder durch Wasserentzug für 20 Stunden durstig gemacht, und dann im fixierten Zustand mit einer Zuckerlösung gefüttert und gleichzeitig mit Lithiumchlorid in den Bauchraum gespritzt, damit sie die Schmerzen mit der Zuckerlösung in Verbindung bringen.

Mit den Stimuli sollen folgende Emotionen ausgelöst werden: Chinin = Ekel, Zucker = Freude, Elektroschock = Schmerz, Lithiumchlorid = Übelkeit, Flucht = aktive Angst, Erstarren = passive Angst. Die Tiere werden den Reizen in Blocks von je 3 ausgesetzt, wobei die schlimmsten zum Schluss kommen.

Die Mäuse werden während der Versuche gefilmt und durch das Schädelfenster werden mit einem bildgebenden Verfahren Aufnahmen gemacht. Die Mimik der Mäuse wird zunächst von Menschen beobachtet und zugeordnet und später von einem computergesteuerten System analysiert.

In weiteren Experimenten werden durch die geöffnete Schädeldecke bestimmte Hirnbereiche aktiviert, um Emotionen bei den Mäusen zu erzeugen. Dazu werden optische Glasfaserkabel in das Hirngewebe implantiert und das Gehirn mit einem Laser stimuliert. Das weitere Schicksal der Mäuse wird nicht erwähnt.

Diese Studie wurde finanziert von der Max-Planck-Gesellschaft, dem Europäischen Forschungsrat (ERC) im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020 der Europäischen Union, der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Deutschen Israelischen Stiftung.

Bereich: Neurologie

Originaltitel: Facial expressions of emotion states and their neuronal correlates in mice

Autoren: Nejc Dolensek (1,2), Daniel A. Gehrlach (1,3), Alexandra S. Klein (1,3), Nadine Gogolla (1)*

Institute: (1) Forschungsgruppe Schaltkreise der Emotionen, Max-Planck-Institut für Neurobiologie, Am Klopferspitz 18, 82152 Martinsried, (2) Ludwig-Maximilians Universität München, LMU BioCenter, Graduate School of Systemic Neurosciences, Großhaderner Str. 2, 82152 Planegg-Martinsried, (3) International Max Planck Research School for Molecular Life Sciences, München

Zeitschrift: Science 2020; 368: 89-94

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5152



Dokument 133Titel: Mikrobielle Umweltfaktoren bestimmen das Muster von entzündlichen Schäden in einem Mausmodell der Morbus Crohn-Entzündung
Hintergrund: „Versuchs“tiere, bei denen künstlich eine menschliche Morbus Crohn Entzündung ausgelöst wird, entwickeln andere Symptome, als Menschen. Hier wird gezeigt, dass die genetische Änderung der Tiere meist nicht reicht, um eine Morbus Crohn-ähnliche Entzündung auszulösen. Damit die Symptome der Tiere mehr denen der Menschen ähneln, muss die Darmflora (Keimbesiedelung im Darm) beeinflusst werden. Hierfür werden verschiedene „Keimmischungen“ ausprobiert und später untersucht, was für Entzündungen die Tiere entwickelt haben.
Tiere: 50 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: gezüchtete Mäuselinien verwendet, bei denen Gene ausgeschaltet wurden, damit die Tiere Entzündungen entwickeln, die an Morbus Crohn beim Menschen erinnern. Diese Mäuselinien werden bei drei unterschiedlichen Laboren bestellt. Woher genau, wird nicht erwähnt. Am Institut für Versuchstierkunde in Hannover wird manchen Tieren die Gebärmutter entfernt.

Die Tiere werden unterschiedlich gehalten, manche keimfrei, manche „konventionell“, um sie mit einer unterschiedlichen Keimumgebung zu konfrontieren. Mäuse der genmanipulierten Linie, die mit Keimen in der Umgebung konfrontiert werden, entwickeln schwerwiegende Darmentzündungen. Die Symptome werden mit Hilfe einer Darmspiegelung untersucht. Eine schwere Darmentzündung charakterisiert sich durch Schleimhautverdickung, Zysten, Geschwüre, Ausschüttung von Wundsekreten und veränderte Gefäßneubildung. Manche Tiere werden mit einem Mäuse-Norovirus infiziert. Wie lange die Tiere mit der schweren Darmentzündung am Leben gehalten werden, wieviel Tiere vorzeitig sterben und wann und wie die Tiere getötet werden, wird nicht erwähnt.

Die Studie wird finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Universität Erlangen-Nürnberg.

Bereich: Gastroenterologie, Entzündungsforschung

Originaltitel: Environmental microbial factors determine the pattern of inflammatory lesions in a murine model of Crohn’s Disease-like inflammation

Autoren: Iris Stolzer (1), Valentina Kaden-Volynets (2), Barbara Ruder (1), Marilena Letizia (6), Miriam Bittel (1), Philipp Rausch (3, 4), Marijana Basic (5), André Bleich (5), John F. Baines, Markus F. Neurath (1), Stefan Wirtz (1), Carl Weidinger, Stephan C. Bischoff (2), Christoph Becker (1), Claudia Gu?nther (1)*

Institute: (1) Medizin 1, Universitätsklinikum Erlangen , Friedrich-Alexander-Universität Erlangen- Nu?rnberg, Hartmannstrasse 14, 91052 Erlangen, (2) Universität Hohenheim, Ernährungsmedizin/Prävention und Genderforschung, Stuttgart, (3) Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie, Plön, (4) Institut für Experimentelle Medizin, Evolutionäre Genomik, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, (5) Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Versuchstierkunde und Zentrales Tierlaboratorium, Hannover, (6) Medizinische Klinik fu?r Gastroenterologie, Infektiologie und Rheumatologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin

Zeitschrift: Inflammatory Bowel Diseases 2020; 26(1): 66-79

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5151



Dokument 134Titel: Einleitung einer akuten Transplantat-versus-Wirt-Erkrankung durch Neubildung von Blutgefäßen
Hintergrund: Forschungen zur Neubildung von Blutgefäßen nach einer Knochenmarkstransplantation.
Tiere: 300 Mäuse (wahrscheinlich sehr viel mehr)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Mäuse werden von Charles River, Sulzfeld, bezogen. Es handelt sich um Mäuse 6 verschiedener Zuchtlinien oder genmanipulierter Linien. Die Tiere werden in der Tierhaltungseinrichtung der Charité – Universitätsmedizin gehalten. Es werden 7 verschiedene Experimente durchgeführt, bei denen Mäusen Knochenmarkszellen von anderen Mäusen injiziert werden, um eine akute Transplantat-versus-Wirt-Erkrankung auszulösen; das ist eine akute Entzündungsreaktion nach einer Transplantation.

Bei einer Versuchsreihe erhalten die Mäuse zunächst 5 Tage ein Zytostatikum (Krebsmedikament) in die Bauchhöhle injiziert, dann Cyclophosphamid zur Unterdrückung von Abstoßungsreaktionen für 3 Tage und schließlich Knochenmarks- und Milzzellen von anderen Mäusen in eine Vene injiziert. Bei der zweiten Versuchsreihe werden Mäuse mit einer hohen Dosis (900 cGy) bestrahlt, bevor ihnen Knochenmark- und Milzzellen injiziert werden. Bei zwei weiteren Versuchsreihen werden den Mäusen bestimmte Antikörper von Ratten gespitzt, die die Gefäßneubildung hemmen sollen. In drei weiteren Experimenten wird bei Mäusen eine Dickdarmentzündung (Kolitis) künstlich ausgelöst, indem Dextransulfatnatrium ins Trinkwasser gemischt wird, bevor ihnen Knochenmarkszellen oder Fluoreszenz-markierte Zellen injiziert werden.

Die Tiere werden zweimal pro Woche auf 5 klinische Anzeichen (Körperhaltung, Aktivität, Fell, Haut und Gewichtsabnahme) überprüft. Ob Tiere gestorben sind, wird einmal täglich kontrolliert. In einer Gruppe sterben alle Mäuse innerhalb von etwa 11 Tagen, in einer anderen innerhalb von 50 Tagen. Alle überlebenden Mäuse werden schließlich getötet, um ihre Gewebe zu untersuchen.

Die Arbeit wurde unterstützt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, Deutsche Krebshilfe, DKMS Stiftung Leben Spenden, Else-Kröner-Fresenius-Stiftung, José Carreras Leukämie-Stiftung, Monika-Kutzner-Stiftung, Stefan-Mosch-Stiftung, Wilhelm-Sander-Stiftung und die Kommission für Nachwuchsförderung der Charité - Universitätsmedizin.

Bereich: Transplantationsforschung, Krebsforschung, Immunologie

Originaltitel: Initiation of acute graft-versus-host disease by angiogenesis

Autoren: Katarina Riesner (1)*, Yu Shi (1), Angela Jacobi (2), Martin Kräter (3), Martina Kapula (1), Aleixandria McGearey (1), Sarah Merlitz (1), Steffen Cordes (1), Jens-Florian Schrezenmeier (1,4), Jörg Mengwasser (1), Sabine Westphal (1), Daniel Perez-Hernandez (4), Clemens Schmitt (1,4), Gunnar Dittmar (4), Jochen Guck (2), Olaf Penack (1)

Institute: (1) Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie , Charité – Universitätsmedizin, Campus Virchow-Klinik, Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin, (2) Biotechnologisches Zentrum, Technische Universität Dresden, Dresden, (3) Medizinische Klinik und Poliklinik, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, Technische Universität Dresden, Dresden, (4) Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gesellschaft, Berlin

Zeitschrift: Blood 2017; 129(14): 20212030

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5150



Dokument 135Titel: Wirkung von Alkohol auf eine durch Interleukin-6 vermittelte Entzündungsantwort bei einem Mausmodell für akute-zu-chronische Leberschädigung
Hintergrund: Es wird ein neues „Tiermodell“ für alkoholbedingte Leberschäden vorgestellt.
Tiere: 128 Mäuse
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Als genehmigende Behörde wird die Universität des Saarlands genannt (TV 44/2015). Es werden nicht genmanipulierte Mäuse der Zuchtlinie C57BL/6J verwendet sowie Knockout-Mäuse, die durch Fehlen eines Gens chronische Leberentzündung, Leberfibrose und später Leberkrebs entwickeln. Die Herkunft der Mäuse wird nicht erwähnt. Den Tieren wird zunächst 5 Tage lang Flüssignahrung angeboten, um sie daran zu gewöhnen. Anschließend erhält die Hälfte der Tiere über 10 Tage mit Alkohol (Ethanol) versetzte Flüssignahrung. Kontrolltiere bekommen Flüssignahrung ohne Alkohol. Nach 10 Tagen wird der Alkoholgruppe eine große Menge Alkohol per Schlundsonde in den Magen eingegeben. Dieses soll Binge-Trinken simulieren („Rauschtrinken“). Kontrolltiere bekommen eine Flüssigkeit ohne Alkohol. 7-9 Stunden nach der Verabreichung werden alle Tiere auf nicht näher genannte Weise getötet. Blut und Lebergewebe werden untersucht.

Die Arbeit wurde unterstützt durch das Universitätsklinikum des Saarlands und das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Bereich: Alkoholforschung, Suchtforschung

Originaltitel: Effect of alcohol on the interleukin 6-mediated inflammatory response in a new mouse model of acute-on-chronic liver injury

Autoren: Ersin Karatayli (1)*, Rabea A. Hall (1), Susanne N. Weber (1), Steven Dooley (2), Frank Lammert (1)

Institute: (1) Klinik für Innere Medizin II, Universitätsklinikum des Saarlands, Kirrberger Str. 100, Gebäude 41, 66421 Homburg, (2) II. Medizinische Klinik, Uniklinik Mannheim, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, Mannheim

Zeitschrift: BBA – Molecular Basis of Disease 2019; 1865: 298-307

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5149



Dokument 136Titel: Die Trinkmenge und die Trinkprofile von alkoholabhängigen Ratten sagen das Ansprechen auf Nalmefen voraus
Hintergrund: Das zugelassene Medikament Nalmefen, das Alkoholkonsum reduzieren soll, wirkt beim Menschen nur teilweise. Welche Faktoren das Ansprechen auf Nalmefen vorhersagen, soll hier an alkoholabhängig gemachten Ratten untersucht werden.
Tiere: 40 Ratten (mehr als)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden durch das Regierungspräsidium Karlsruhe genehmigt. Die Ratten der Zuchtlinie Wistar stammen aus der Zucht des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit, Mannheim. Die Tiere werden einzeln gehalten. Sie werden durch folgende Prozedur alkoholabhängig gemacht: Zunächst erhalten die Tiere 4 Trinkflaschen zur Auswahl: eine enthält Wasser, die anderen Alkohol mit einer Konzentration von 5, 10 und 20%. Nach 8 Wochen werden die Alkoholflaschen entfernt. Nach 2 Wochen wird der Alkohol wieder angeboten. Dies wird mehrfach wiederholt, also 4-6 Wochen Alkoholangebot und 2 Wochen Entzug. Nach jeder Entzugsphase trinken die Ratten mehr und höher konzentrierten Alkohol.

Im 1. Experiment erhalten 16 Ratten am Ende der 8. Entzugsphase täglich 5 Tage lang das Medikament Nalmefen unter die Haut injiziert. Nach der zweiten Injektion wird der Alkohol wieder angeboten. Es wird gemessen, wie viel Alkohol die Tiere trinken und ihre Bewegungsaktivität wird mit Infrarotsensoren bestimmt. Es wird ein Vorversuch mit einer nicht genannten Anzahl Ratten und unterschiedlichen Konzentrationen Nalmefen erwähnt.

Im 2. Experiment mit 24 Ratten wird Nalmefen nach der 6. Entzugsphase gespritzt. Das weitere Schicksal der Tiere wird nicht beschrieben.

Die Arbeit wurde unterstützt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, die Deutsche Forschungsgemeinschaft, AERIAL, das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.

Bereich: Alkoholforschung, Suchtforschung, Psychopharmakologie

Originaltitel: Drinking levels and profiles of alcohol addicted rats predict responses to Nalmefene

Autoren: Jerome Clifforf Foo (1)*, Valentina Vengeliene (2), Hamid Reza Noori (3), Ikuhiro Yamaguchi (4), Kenji Morita (4), Toru Nakamura (5), Yoshiharu Yamamoto (4), Rainer Spanagel (2)

Institute: (1) Abteilung für Genetische Epidemiologie in der Psychiatrie, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, J5, 68159 Mannheim, (2) Institut für Psychopharmakologie, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, Mannheim, (3) Neuronal Convergence Group, Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik, Tübingen, (4) Department of Physical and Health Education, Graduate School of Education, University of Tokyo, Tokyo, Japan, (5) Biomedical Engineering and Health Informatics Laboratory, Center for Industry-University Collaboration, Graduate School of Engineering Science, Osaka University, Osaka, Japan

Zeitschrift: Frontiers in Pharmacology 2019; 10: 471. Doi.10.3389/fphar.2019.00471

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5148



Dokument 137Titel: Selektive Netzhautbehandlung reduziert Dicke der Bruch'schen Membran und Pathologie des Pigmentepithels der Netzhaut bei Mausmodellen der altersbedingten Makuladegeneration
Hintergrund: Erprobung eines neuen Laser-Therapieverfahrens zur Behandlung der altersbedingten Makuladegeneration bei Knockout-Mäusen.
Tiere: 79 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein unter der Nummer V 242-7224.121-12 (61-5/14) genehmigt. Es werden zwei unterschiedliche Zuchtlinien gentechnisch veränderter (Knockout)-Mäuse von den Jackson Laboratories (Bar Harbor, Maine, USA) bezogen. Durch die Genveränderung leiden die Tiere im Alter an Veränderungen der Augennetzhaut und Einschränkungen des Sehvermögens, die denen der altersbedingten Makuladegeneration des Menschen entsprechen sollen. Um festzustellen, ob die gewünschte Genveränderung vorliegt, wird die Schwanzspitze der Tiere abgeschnitten und untersucht. Normale („Wildtyp“)-Mäuse, die als Kontrolle dienen, stammen aus der lokalen Tierversuchseinrichtung.

Zunächst wird die „Sicherheit“ einer neuen Laserbehandlungsmethode an 4 Mäusen getestet. Während die Augen der Mäuse unter Narkose mit dem Laser behandelt werden, wird ein Elektroretinogramm durchgeführt. Eine Tötung dieser Tiere wird nicht erwähnt.

Bei den eigentlichen Versuchen werden Mäuse verschiedenen Alters der beiden Knockout-Linien in Narkose versetzt. Die Pupillen werden medikamentös weit gestellt und die Augen mit einem Gel befeuchtet. Jeweils ein Auge wird mit einem Laserstrahl behandelt. Das andere Auge bleibt unbehandelt. Es erfolgen ausgedehnte Untersuchungen der Augen unmittelbar nach der Behandlung und nach einem Monat. Die Wildtyp-Mäuse der Kontrollgruppen werden nicht mit Laser behandelt, aber den gleichen Untersuchungen unterzogen. Danach werden alle Tiere in Narkose durch Genickbruch getötet, die Augen werden für feingewebliche Untersuchungen entnommen.

Die Arbeit wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziell unterstützt.

Bereich: Augenheilkunde

Originaltitel: Selective retina therapy reduces Bruch's Membrane thickness and retinal pigment epithelium pathology in age related macular degeneration mouse models

Autoren: Jan Tode (1)*, Elisabeth Richert (1), Stefan Koinzer (1), Alexa Klettner (1), Claus von der Burchard (1), Ralf Brinkmann (2), Ralph Lucius (3), Johann Roider (1)

Institute: (1) Klinik für Ophthalmologie, Universitätsklinikum, Christian-Albrechts-Universität Kiel, Arnold-Heller Straße 3, 2415 Kiel, (2) Institut für Biomedizinische Optik, Universität zu Lübeck und Medizinisches Laserzentrum Lübeck GmbH, Lübeck, (3) Anatomisches Institut, Christian-Albrechts-Universität Kiel, Kiel

Zeitschrift: TVST 2019; 8(6): 11

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5147



Dokument 138Titel: Die Rolle von Eisen und einer Nervenentzündung bei Diabetes mellitus Typ 2- induzierter peripherer Neuropathie
Hintergrund: Es wird untersucht, inwieweit Eisen in der Nahrung eine Rolle spielt bei der Entstehung einer Nervenerkrankung von genmanipulierten Mäusen mit Diabetes-Typ 2.
Tiere: 192 Mäuse
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche wurden von der Landesdirektion Sachsen unter der Nummer TVV65/15 genehmigt. Eine spezielle Mäuselinie wird bei Janvier Labs (Saint Berthevin Cedex, Frankreich) gekauft. Es werden etwa 97 sogenannte ob/ob-Mäuse verwendet, die aufgrund einer Genmutation viel Nahrung zu sich nehmen und fettleibig werden. Die Tiere entwickeln deshalb innerhalb der ersten 4 Lebenswochen eine Hyperglykämie (Überzuckerung) und innerhalb von 8 Wochen eine sogenannte Periphere Diabetische Neuropathie (Erkrankungen des Nervensystems). Als Kontrolle werden 95 Mäuse verwendet, die diese Genmutation nur zum Teil aufweisen. Verschiedene Gruppen erhalten vier Monate lang Futter, das wenig, normal oder viel Eisen enthält.

Mehrfach wird eine Blutprobe aus der Schwanzvene entnommen, um den Blutzuckerspiegel zu messen. Am Anfang und Ende der Testperiode wird die Nervenleitgeschwindigkeit gemessen, indem Nadel-Elektroden im Bereich des Fußknöchels und zwischen den Zehen in die Haut gestochen werden. Am Ende der Testzeit werden die Tiere durch Einleiten einer Fixierungslösung ins Blut getötet. Eine Betäubung wird nicht erwähnt, ist aber wahrscheinlich. Verschiedene Organe werden untersucht.

Bereich: Diabetes-Forschung, Ernährungswissenschaft

Originaltitel: The role of iron and nerve inflammation in diabetes mellitus type 2-induced peripheral neuropathy

Autoren: Sabine Paeschke (1), Petra Baum (2), Klaus V. Toyka (3), Matthias Blüher (5), Severin Koj (2), Nora Klöting (4,5), Ingo Bechmann (1), Joachim Thiery (6), Joanna Kosack (2), Marcin Nowicki (1)*

Institute: (1) Institut für Anatomie, Universität Leipzig, Liebigstr. 13, 04103 Leipzig, (2) Klinik und Poliklinik für Neurologie, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig, (3) Neurologische Klinik und Poliklinik, Universitätsklinikum Würzburg, Würzburg, (4) Universitätsmedizin Leipzig, Leipzig, (5) Universitätsmedizin Leipzig, Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) Adipositas Erkrankungen, Universität Leipzig, Leipzig, (5) Institut für Labormedizin, Klinische Chemie und Molekulardiagnostik (ILM), Universität Leipzig, Leipzig

Zeitschrift: Neuroscience. 2019; 406: 496-509

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5146



Dokument 139Titel: Die Hemmung des Thrombozyten-GPVI induziert eine Blutung im Tumor und erhöht die Wirksamkeit der Chemotherapie bei Mäusen
Hintergrund: In dieser Studie soll untersucht werden, ob ein Protein auf den Blutplättchen als Schlüsselregulator bei Tumoren bei Mäusen wirkt. Dies soll zu einer neuen Strategie zur Steigerung der Wirksamkeit von Chemotherapien führen.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Regierung von Unterfranken hat die Versuche genehmigt. Genmanipulierte Mäuse, denen das Gen für ein bestimmtes Protein auf den Blutplättchen fehlt, werden mit „normalen“ Mäusen über mehrere Generationen gekreuzt. Nachkommen mit und ohne den Gendefekt werden mittels Injektion menschliche Prostatakrebszellen unter die Rückenhaut und Brustkrebszellen in das Brustdrüsenfett gepflanzt. Die Prostatakrebszellen wachsen in 33 Tagen zu einem Tumor von etwa 250 qmm Größe und die Brustkrebszellen in 21 Tagen zu einem Tumor von etwa 400 qmm. Durch Injektion verschiedener Substanzen werden Blutplättchen (Thrombozyten) oder das Protein auf den Blutplättchen oder bestimmte weiße Blutkörperchen (Neutrophile) zerstört. Weiteren Gruppen von Mäusen mit Tumoren werden zwei verschiedene bekannte Krebsmedikamente verabreicht. Die Auswirkungen der verschiedenen Substanzen auf die Tumore werden untersucht. Wann und wie die Tiere getötet werden wird nicht erwähnt.

Diese Studie wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Universität Würzburg und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

Bereich: Krebsforschung

Originaltitel: Inhibition of platelet GPVI induces intratumor hemorrhage and increases efficacy of chemotherapy in mice

Autoren: Julia Volz (1,2), Elmina Mammadova-Bach (1,2), Jesus Gil-Pulido (1), Rajender Nandigama (3), Katharina Remer (1,2), Lydia Sorokin (4), Alma Zernecke (1), Scott I. Abrams (5), Süleyman Ergün (3), Erik Henke (3)*, Bernhard Nieswandt (1, 2)

Institute: (1) Institut für Experimentelle Biomedizin, Universitätsklinikum Würzburg, DFG-Forschungszentrum für Experimentelle Biomedizin, Josef-Schneider-Straße 2, Haus D15, 97080 Würzburg, (2) Rudolf-Virchow-Zentrum, Universitätsklinikum Würzburg, Würzburg, (3) Institut für Anatomie und Zellbiologie, Universitätsklinikum Würzburg, Koellikerstraße 6, 97070 Würzburg, (4) Institut für Physiologische Chemie und Pathobiochemie, Universitätsklinikum Münster, Münster, (5) Department of Immunology, Roswell Park Comprehensive Cancer Center, Buffalo, New York, USA

Zeitschrift: Blood 2019; 133(25): 2696-2706

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5145



Dokument 140Titel: Plasma-Kallikrein moduliert den Austausch mit Immunzellen während einer Nervenentzündung durch PAR2- und Bradykinin-Freisetzung
Hintergrund: Bei Mäusen mit einer Experimentellen Autoimmunen Enzephalomyelitis (EAE), die als „Modell“ für die Multiple Sklerose des Menschen gilt, wird die Rolle eines Hormons untersucht.?
Tiere: 200 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: NRW (LANUV) genehmigt. Mäuse der Zuchtlinie C57BL/6 werden von Charles River gekauft. Diese werden mit Mäusen 4 verschiedener transgener Linien über 10 Generationen gekreuzt. Den Tieren fehlen Gene für bestimmte Proteine. Zum Vergleich werden Geschwister verwendet, die keinen Gendefekt aufweisen (Wildtyp).

Bei den Mäusen wird eine Experimentelle Autoimmune Enzephalomyelitis (EAE) ausgelöst, eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die der menschlichen Multiplen Sklerose (MS) ähneln soll. Für Details wird auf eine ältere Arbeit verwiesen. Üblicherweise wird hierfür Freund-Adjuvans (Parafinöl und Tuberkulosebakterien) verwendet. Das Immunsystem der Tiere wird durch die erste Injektion so sensibilisiert, dass es nach der zweiten Spritze die eigenen Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark angreift und zerstört.

Nach dem Auftreten der ersten Lähmungserscheinungen, wird einigen Tieren eine Substanz in eine Vene gespritzt, die das Hormon Kallikrein hemmen soll. Andere Mäuse werden getötet, wenn die Symptome am stärksten sind, um ihre inneren Organe zu untersuchen. Bei manchen Mäusen werden die Symptome über 5 Wochen beobachtet. Weitere Gruppen von Mäusen werden ein roter oder ein fluoreszierender Farbstoff gespritzt. Eine Stunde später werden sie getötet, um ihre Gewebe zu untersuchen.

Die Studie wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung und der Universität Münster finanziert.

Bereich: Multiple-Sklerose-Forschung

Originaltitel: Plasma kallikrein modulates immune cell trafficking during neuroinflammation via PAR2 and bradykinin release

Autoren: Kerstin Göbel (1)*, Chloi-Magdalini Asaridou (1), Monika Merker (1), Susann Eichler (1), Alexander M. Herrmann (1), Eva Geuß (2), Tobias Ruck (1), Lisa Schüngel (1, 3), Linda Groeneweg (1), Venu Narayanan (1), Tilman Schneider-Hohendorf (1), Catharina C. Gross (1), Heinz Wiendl (1), Beate E. Kehrel (3), Christoph Kleinschnitz (4), Sven G. Meuth (1)

Institute: (1) Universitätsklinikum Münster, Institut für Translationale Neurologie (ITN), Albert-Schweitzer-Campus 1, Gebäude A1, 48149 Münster, (2) Neurologische Klinik und Poliklinik des Universitätsklinikums Würzburg, Würzburg, (3) Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie, Experimentelle und Klinische Hämostaseologie, Universitätsklinikum Münster, Münster, (4) Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Essen

Zeitschrift: PNAS 2019; 116(1): 271-276

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5144



Dokument 141Titel: Charakterisierung der Integrität der Blut-Hirn-Schranke in einem B-Zell-abhängigen Mausmodell für Multiple Sklerose
Hintergrund: Bei Mäusen mit einer Experimentellen Autoimmunen Enzephalomyelitis (EAE), die als „Modell“ für die Multiple Sklerose des Menschen gilt, soll der Schweregrad der Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke untersucht werden.
Tiere: 82 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Regierung von Unterfranken hat die Versuche genehmigt (Nr. 91/14). Die Mäuse werden bei Envigo in den Niederlanden gekauft und am Lehrstuhl für Funktionswerkstoffe der Medizin und der Zahnheilkunde in Würzburg gehalten. Um eine Experimentelle Autoimmune Enzephalomyelitis (EAE) auszulösen, wird den Mäusen zweimal im Abstand von 48 Stunden eine Mischung aus Kompletten Freund-Adjuvans (Mineralöl mit Tuberkulosebakterien) und einem Protein unter die Haut in beide Flanken gespritzt. Andere Mäuse erhalten die Mischung mit einem anderen Protein und zusätzlich Keuchhustenbakterien. Das Immunsystem der Tiere wird dadurch so sensibilisiert, dass es nach der zweiten Spritze die eigenen Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark angreift und zerstört. Dies soll eine mit der menschlichen Multiplen Sklerose (MS) vergleichbare entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems simulieren.

Der Schweregrad der Erkrankungen wird täglich bestimmt. Stufe 1: Lähmung des Schwanzes; Stufe 2: Schwäche der Hinterbeine; Stufe 2,5: Beginn einer Lähmung der Hinterbeine; Stufe 3: vollständige Lähmung der Hinterbeine; Stufe 4: Lähmung aller vier Gliedmaßen; Stufe 5: Tod des Tieres. Für die Experimente werden Mäuse verwendet, die am Höhepunkt der Erkrankung über Stufe 2,5 erkrankt sind. Dieser Höhepunkt ist meistens nach etwas drei Wochen erreicht. Tiere die an einer EAE leiden, erhalten einen leichteren Zugang zu Wasser und Futter.

Manchen Tieren wird 10 Minuten eine blaue Farbe oder eine Fluoreszenz-markierte Substanz in die Schwanzvene verabreicht und sie werden danach mit CO2 getötet. Es wird untersucht, ob die Farbstoffe bis in Gehirn und Rückenmark gelangt sind.

Diese Studie wurde durch ein Forschungsstipendium von Hoffman-La Roche finanziert.

Bereich: Multiple-Sklerose-Forschung

Originaltitel: Characterization of blood-brain barrier integrity in a B-cell-dependent mouse model of multiple sclerosis

Autoren: Luisa Bell (1), Tobias Koeniger (1), Sabine Tacke (2), Stefanie Kuerten (1,2)*

Institute: (1) Institut für Anatomie und Zellbiologie, Koellikerstraße 6, 97070 Würzburg, (2) Institut für Anatomie und Zellbiologie, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), Erlangen

Zeitschrift: Histochemistry and Cell Biology 2019; 151(6): 489-499

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5143



Dokument 142Titel: Die Ausschaltung von Proteinkinase D1 in Fettzellen verbessert die Energiedissipation und schützt vor Fettleibigkeit
Hintergrund: Es wird untersucht, inwieweit die Ausschaltung eines bestimmten Enzyms in den Fettzellen einer ernährungsbedingten Fettleibigkeit entgegenwirken kann.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Regierung von Unterfranken unter der Nummer AK 55.2-2531.01-124/13 genehmigt. Es werden zwei transgene (genveränderte) Mäuselinien von Jackson Laboratory gekauft und über mehrere Generationen miteinander gekreuzt. Durch Injektion des Brustkrebsmittels Tamoxifen an 5 Tagen hintereinander wird ein Gen bei den Mäusen ausgeschaltet, was wiederum zu einer Ausschaltung eines Enzyms in den Fettzellen führt. Die Tiere erhalten fettreiches Futter, was ernährungsbedingte Fettleibigkeit beim Menschen simulieren soll. Es gibt verschiedene Versuchsreihen, bei denen die Tiere unterschiedlich gefüttert oder auch „gefastet“ und erneut gefüttert werden. Die Fütterungsversuche dauern bis zu 24 Wochen. Eine Tötung der Tiere wird nicht erwähnt, ist aber wahrscheinlich, da ihre Gewebe untersucht werden.

Bereich: Übergewichtsforschung, Diabetes-Forschung

Originaltitel: Protein kinase D1 deletion in adipocytes enhances energy dissipation and protects against adiposity

Autoren: Mona C Löffler (1), Alexander E Mayer (1), Jonathan Trujillo Viera (1), Angel Loza Valdes (1), Rabih El-Merahbi (1), Carsten P Ade (2), Till Karwen (1), Werner Schmitz (2), Anja Slotta (1), Manuela Erk (1), Sudha Janaki-Raman (2), Nuria Matesanz (3), Jorge L Torres (4), Miguel Marcos (4,5), Guadalupe Sabio (3), Martin Eilers (2), Almut Schulze (2), Grzegorz Sumara (1)*

Institute: (1) Rudolf-Virchow-Zentrum für Experimentelle Biomedizin, Josef-Schneider-Straße 2, Haus D15, 97080 Würzburg, (2) Biozentrum der Universität Würzburg, Würzburg, (3) Centro Nacional de Investigaciones Cardiovasculares Carlos III (CNIC), Madrid, Spanien, (4) Department of Internal Medicine, University Hospital of Salamanca-IBSAL, Salamanca, Spanien, (5) Department of Medicine, University of Salamanca, Salamanca, Spanien

Zeitschrift: EMBO Journal 2018; 37(22). doi: 10.15252/embj.201899182

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5142



Dokument 143Titel: Nahrungsergänzungsmittel mit hohem Kuding-Tee-Gehalt induzieren hepatische Xenobiotika-metabolisierende Enzyme - eine 6-wöchige Fütterungsstudie mit Mäusen
Hintergrund: Da manche Menschen Kuding-Tee-Extrakte als Nahrungsergänzungsmittel zum Abnehmen nutzen, soll hier die Auswirkung des Extraktes auf die Fettleibigkeit bei Mäusen untersucht werden. Die Einnahme dieser Produkte zur Gewichtsreduktion wird mit Leberschäden in Verbindung gebracht. Die Fütterungsversuche an Mäuse legen nahe, dass Kuding-Tee-Extrakte innerhalb des kurzen experimentellen Fütterungszeitraums von 6 Wochen eine Fettleber, jedoch keine Leberfibrose bei Mäusen auslösen
Tiere: 50 Mäuse
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche wurden vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein, unter der Nummer V 242-28307 / 2018 genehmigt. 50 Mäuse werden von Janvier Labs (Saint Berthevin Cedex, Frankreich) gekauft. Die Tiere erhalten eine sogenannte Westliche Ernährung, reich an Futter und Fruchtzucker. Nach 2 Wochen werden die Tiere in Gruppen aufgeteilt und ihnen werden verschiedene Kuding-Tee-Bestandteile ins Futter gemischt. Kuding-Tee ist ein chinesischer Kräutertee, der seit Jahrhunderten in der Traditionellen Chinesischen Medizin eingesetzt wird. Eine Gruppe Mäuse, die reinen Kuding-Tee-Extrakt bekommt, verweigert die Futteraufnahme, weshalb diese Gruppe aus der Auswertung rausgenommen wird. Eine Gruppe Mäuse erhält zum Vergleich keine Kuding-Tee-Bestandteile (Kontrollgruppe). Nach sechs Wochen werden alle Tiere mit Kohlenstoffdioxid getötet.

Die Arbeit wurde gefördert von CycloChem Bio Co., Ltd. und dem Land Schleswig-

Bereich: Ernährungswissenschaft, Übergewichtsforschung

Originaltitel: High dietary kuding tea extract supplementation induces hepatic xenobiotic-metabolizing enzymes - a 6-week feeding study in mice

Autoren: Svenja Wüpper (1)*, Alexandra Fischer (1), Kai Lüersen (1), Ralph Lucius (2), Hinako Okamoto (3), Yoshiyuki Ishida (3), Keiji Terao (3), Gerald Rimbach (1)

Institute: (1) Institut für Humanernährung und Lebensmittelkunde, Lebensmittelwissenschaft, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Hermann-Rodewald-Straße 6, 24118 Kiel, (2) Anatomisches Institut, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Kiel, (3) CycloChem Bio Co., Ltd., Kobe, Japan

Zeitschrift: Nutrients 2020, 12(1), 40; doi: 10.3390/nu12010040

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5141



Dokument 144Titel: Eine Ergänzung mit Nitrat beeinflusst den Fett- und Glukosestoffwechsel nur geringfügig bei Mausmodellen für Fettleibigkeit, die genetisch und durch Ernährung hervorgerufen wurde
Hintergrund: Es soll untersucht werden, ob bei Mäusen eine Nitratfütterung zu Unterschieden bei der Gewichtszunahme bei zwei „Mausmodellen“ für Fettleibigkeit führt. Eine ähnliche Studie kam zu gleichen Ergebnissen.
Tiere: 48 Mäuse
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Der Tierversuch wurde unter der Nummer V 241-46657 / 2017 genehmigt. Von welcher Behörde, wird nicht erwähnt, wahrscheinlich dem Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein.

Mäuse zwei spezieller Zuchtlinien werden von Janvier Labs (Le Genest-Saint-Isle, Frankreich) gekauft: eine Linie, die durch einen Gendefekt zu Fettleibigkeit neigt und eine nicht genveränderte Linie, die als Wildtyp bezeichnet wird. Die Wildtyp-Mäuse erhalten Fett- und Fruchtzucker-reiches Futter. Die genbedingt fettleibigen Mäuse bekommen Futter mit wenig Fett. Nach 1-2 Wochen wird das Futter aller Mäuse mit unterschiedlichen Mengen an Nitrat angereichert.

Die Mäuse werden täglich gewogen. Während der Fütterungsversuche sterben zwei Tiere. Warum und wie wird nicht erläutert. Nach 4 Wochen der entsprechenden Fütterung wird bei den Tieren ein Glucose-Test durchgeführt. Hierfür wird den Tieren mit einer Schlundsonde Glucose in den Magen eingegeben und eine Blutprobe durch Abschneiden der Schwanzspitze gewonnen. Am Ende der Versuche (unklar, wann genau das ist) werden die Mäuse unter Narkose getötet und die Organe entnommen.

Die Arbeit wurde von der Firma Yara und dem spanischen MICINN Grant gefördert.

Bereich: Ernährungswissenschaft, Übergewichtsforschung

Originaltitel: Supplementation with nitrate only modestly affects lipid and glucose metabolism in genetic and dietary-induced murine models of obesity

Autoren: Alexandra Fischer (1), Kai Lu?ersen (1), Gerhard Schultheiß (2), Sonia de Pascual-Teresa (3), Alessandro Mereu (4), Ignacio R. Ipharraguerre (1), Gerald Rimbach (1)*

Institute: (1)* Institut für Humanernährung und Lebensmittelkunde, Lebensmittelwissenschaft, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Hermann-Rodewald-Straße 6, 24118 Kiel, (2) Tierschutzbeauftragter, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Kiel, (3) Department of Metabolism and Nutrition, Institute of Food Science, Food Technology and Nutrition (ICTAN-CSIC), Madrid, Spanien, (4) Yara Iberian, Madrid, Spanien

Zeitschrift: Journal of Clinical Biochemistry and Nutrition 2020; 66(1): 24-35

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5140



Dokument 145Titel: Mütterliches Asthma ist mit anhaltenden Veränderungen der Glykosylierung von Antikörpern bei allergischen Nachkommen verbunden
Hintergrund: Dieses neu entwickelte „Mausmodell“ soll Informationen bieten, wie ein künstlich ausgelöstes Asthma der Mutter während der Schwangerschaft die Entwicklung des Immunsystems der Nachkommen und die spätere Anfälligkeit für Asthma beeinflusst.
Tiere: 174 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche fanden wahrscheinlich in Berlin statt, da in der Danksagung einer „Tierversuchseinrichtung der Charité Universitätsmedizin Berlin“ gedankt wird.

Eine spezielle Mäuselinie wird bei Janvier Labs (Le Genest-Saint-Isle, Frankreich) gekauft. Drei Gruppen von weiblichen Mäusen wird Ei-Eiweiß, Milch-Eiweiß oder eine neutrale Substanz 3 Mal mit je einer Woche Abstand unter die Haut gespritzt. Die Tiere werden so für diese Allergene (Allergie-auslösende Substanzen) sensibilisiert. Die Mäuse werden mit männlichen Mäusen zusammengebracht. Zwischen dem 6. und 16. Tag ihrer Schwangerschaft werden die Tiere mehrfach je 20 Minuten einem Aerosol mit Ei-Eiweiß, Milch-Eiweiß oder einer neutralen Substanz ausgesetzt, um Asthma auszulösen.

Die Jungen werden am 21. Lebenstag entwöhnt. 10 Tage später wird ein Teil der Mütter erneut mit den Aerosolen konfrontiert, um eine allergische Entzündung auszulösen. Schließlich werden die Mütter narkotisiert und ihre Lungen werden gespült, indem eine Flüssigkeit über die Luftröhre eingeleitet und abgesaugt wird. Anschließend werden die Tiere auf nicht näher genannte Weise getötet.

Unmittelbar nach dem Absetzen werden die Jungtiere ebenfalls diesem Protokoll ausgesetzt: erst wird mehrfach Ei-Eiweiß oder eine wirkungslose Substanz unter die Haut gespritzt und dann werden die Tiere dem Aerosol ausgesetzt. Am 49. Lebenstag werden auch sie getötet.

Diese Studie wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert.

Bereich: Allergieforschung, Asthmaforschung

Originaltitel: Maternal asthma is associated with persistent changes in allergic offspring antibody glycosylation

Autoren: Elisa B Sodemann (1), Sabrina Dähling (2), Robert Klopfleisch (3), Ekaterina Boiarina (4, 5), Didier Cataldo (6, 7), Moumen M Alhasan (1), Ali Ö Yildirim (8), Martin Witzenrath (4 ,5), Christoph Tabeling (4, 5, 9), Melanie L Conrad (1, 10)*

Institute: (1) Institut für Mikrobiologie und Infektionsimmunologie, Reproduktive Immunologie, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Hindenburgdamm 27, 12203 Berlin, (2) Institut für Systemimmunologie, Universität Würzburg, Würzburg, (3) Institut für Tierpathologie, Veterinärmedizin, Freie Universität Berlin, Berlin, (4) Medizinische Klinik, Infektiologie und Pneumologie, Charité Universitätsmedizin, Berlin, (5) Division of Pulmonary Inflammation, Medizinische Klinik, Infektiologie und Pneumologie, Charité Universitätsmedizin, Berlin, (6) Laboratory of Tumor and Development Biology, GIGA Research Center, University of Liège, Liège, Belgien, (7) Department of Respiratory Diseases, CHU Liège, Liège, Belgien, (8) Comprehensive Pneumology Center (CPC), Institute of Lung Biology and Disease, Helmholtz Zentrum München Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Neuherberg, (9) Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH), Berlin, (10) CharitéCentrum Innere Medizin und Dermatologie, Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Psychosomatik, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin

Zeitschrift: Clinical & Experimental Allergy 2020; 50(4): 520-531

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5139



Dokument 146Titel: Die cD28-Co-Stimulation von T-Helfer-1-Zellen erhöht die Zytokinfreisetzung in vivo
Hintergrund: Untersuchungen zur Frage, wie bestimmte Abwehrzellen des Blutes aktiviert werden.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Regierung von Unterfranken hat die Versuche genehmigt. Die Mäuse werden am Institut für Virologie und Immunbiologie in Würzburg gehalten und gezüchtet. Dort werden verschiedene Mäuselinien „hergestellt“. Hierfür werden die Tiere genetisch verändert und über mehrere Generationen ingezüchtet. Für die Versuche werden die Nachkommen (sowohl transgene Mäuse als auch ihre nicht genveränderten Geschwister) verwendet.

Von den genveränderten Mäusen werden Blutproben entnommen und bestimmte Abwehrzellen des Blutes (T-Helfer-1-Zellen) werden gewonnen und aufbereitet. Diese werden Gruppen von nicht genveränderten Mäusen täglich 5 Tage lang in die Schwanzvene injiziert. Bei manchen Tieren wird ein Gen auf den injizierten T-Helfer-1-Zellen durch Gabe des Brustkrebsmittels Tamoxifen ausgeschaltet. Das Mittel wird mit einer Schlundsonde 4 Tage lang verabreicht. Drei oder 9 Tage später wird den Tieren ein Eiweiß unter die Haut gespritzt, um eine Immunreaktion auszulösen.6, 24 und 48 Stunden später wird den Mäuse eine Blutprobe aus der Schwanzvene entnommen. Weitere 7 Tage später werden von den Tieren die Lymphknoten und Milzzellen analysiert. Es ist davon auszugehen, dass die Tiere hierfür getötet werden.

Die Studie wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Universität Würzburg finanziert.

Bereich: Immunologie

Originaltitel: cD28 costimulation of T helper 1 cells enhances cytokine release in vivo

Autoren: Daniela Langenhorst (1), Stephanie Haack (1), Selina Göb (1), Anna Uri (1), Fred Lühder (2), Bernard Vanhove (3, 4, 5), Thomas Hünig (1), Niklas Beyersdorf (1)*

Institute: (1) Institut für Virologie und Immunbiologie, Versbacher Straße 7, 97078 Würzburg, (2) Institut für Neuroimmunologie und Multiple-Sklerose-Forschung, Universitätsmedizin Göttingen, Von-Siebold-Str. 3a, 37075 Göttingen, (3) Centre de Recherche en Transplantation et Immunologie UMR 1064, INSERM, Université de Nantes, Nantes, Frankreich, (4) Institut de Transplantation Urologie Néphrologie (ITUN), CHU Nantes, Nantes, Frankreich, (5) OSE Immunotherapeutics S.A., Nantes, Frankreich

Zeitschrift: Frontiers in Immunology 2018; 9: 1060. doi: 10.3389/fimmu.2018.01060

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5138



Dokument 147Titel: Externalisiertes Histon H4 orchestriert chronische Entzündungen, indem es den Tod von lytischen Zellen induziert
Hintergrund: Erforschung der Entstehung von Gewebeschäden und Entzündungen bei einer Arterienverkalkung.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Protokolle werden in Amsterdam und der Regierung von Oberbayern (Nr. 55.2-1-54-2532-159-2014) genehmigt. Es ist anzunehmen, dass ein Teil der Versuche in München stattfand. Eine genmanipulierte Mäuselinie wird bei The Jackson Laboratory und eine andere am Institut für Experimentelle Immunologie und Bildgebung, Zentrum für Medizinische Biotechnologie der Universität Duisburg-Essen, bezogen. Zwei weitere Mäuselinien stammen aus den USA. Mit diesen Tieren werde neue Mäuselinien gezüchtet. Hierfür werden die Tiere über mehrere Generationen gekreuzt und ingezüchtet.

Es werden sogenannte chimäre Mäuse hergestellt. Hierfür werden „Empfänger-Mäuse“ tödlich bestrahlt und mit Knochenmark „rekonstituiert“, das heißt, dass die bestrahlten Tiere Knochenmark von „Spender-Mäusen“ erhalten.

Bei den Mäusen wird eine Arteriosklerose hervorgerufen, eine Verhärtung der Arterienwand. Hierfür erhalten acht Wochen alte Mäuse 11 Wochen lang fettreiches Futter. Zwei Wochen nach Beginn dieser Fütterung wird bei einer Operation eine Manschette um die linke Halsschlagader gelegt. Wie genau die Operation geschieht, wird nicht erläutert.

Gruppen von Mäusen werden unterschiedliche Substanzen in die Bauchhöhle oder unter die Haut gespritzt, die bestimmte weiße Blutkörperchen (Neutrophile) oder Entzündungs-Botenstoffe hemmen oder vermehren sollen. Einigen Mäusen wird für eine dauerhafte Verabreichung eine osmotische Minipumpe unter die Haut gepflanzt. Alle Behandlungen werden 4 Wochen lang durchgeführt. Schließlich werden die Tiere unter Narkose getötet und die Halsschlagadern entnommen.

Bei einer weiteren Gruppe von Mäusen wird durch Injektion einer Substanz eine Bauchfellentzündung ausgelöst. Ein Teil der Tiere erhält außerdem ein Eiweiß gespritzt, das die Neutrophilen mobilisieren soll. Die Bauchhöhle wird ausgespült, um die Neutrophilen in der Spülflüssigkeit zu zählen.

Die Studie wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), den National Institutes of Health (NIH), der National Psoriasis Foundation und der Leducq-Stiftung unterstützt.

Bereich: Arterioskleroseforschung, Entzündungsforschung

Originaltitel: Externalized histone H4 orchestrates chronic inflammation by inducing lytic cell death

Autoren: Carlos Silvestre-Roig (1,2,3), Quinte Braster (1,2,3), Kanin Wichapong (4), Ernest Y. Lee (5), Jean Marie Teulon (6), Nihel Berrebeh (6), Janine Winter (1), Jose? M. Adrover (7), Giancarlo Santiago Santos (5), Alexander Froese (8,9), Patricia Lemnitzer (1), Almudena Ortega-Go?mez (1,3), Raphael Chevre (1), Julian Marschner (10), Ariane Schumski (1,3), Carla Winter (1,3), Laura Perez-Olivares (1), Chang Pan (1), Nicole Paulin (1), Tom Schoufour (2), Helene Hartwig (1,2), Silvia Gonza?lez-Ramos (1), Frits Kamp (11), Remco T. A. Megens (1,12), Kerri A. Mowen (13, 21), Matthias Gunzer (14), Lars Maegdefessel (3,15,16), Tilman Hackeng (4), Esther Lutgens (1,17), Mat Daemen (2), Julia von Blume (18), Hans-Joachim Anders (10), Viacheslav O. Nikolaev (8,9), Jean-Luc Pellequer (6), Christian Weber (1,3 ,4), Andre?s Hidalgo (1,7), Gerry A. F. Nicolaes (4), Gerard C. L. Wong (5), Oliver Soehnlein (1,2,3,16,19)*

Institute: (1)* Institut für Prophylaxe und Epidemiologie der Kreislaufkrankheiten (IPEK), Poliklinik, Klinikum der Universität München, Ludwig-Maximilians-Universität München, Pettenkoferstrasse 8a, 80336 München, (2) Department of Pathology, AMC, Amsterdam, Niederlande, (3) Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e. V. (DZHK), München, (4) Department of Biochemistry, CARIM, University Maastricht, Maastricht, Niederlande, (5) Department of Bioengineering, University of California, Los Angeles, CA, USA, (6) Universite?eGrenoble Alpes, CEA, CNRS, IBS, Grenoble, Frankreich, (7) Area of Developmental and Cell Biology, Fundacio?n Centro Nacional de Investigaciones Cardiovasculares Carlos III (CNIC), Madrid, Spanien, (8) Zentrum für Experimentelle Medizin, Experimentelle Herz-Kreislaufforschung, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Martinistraße 52, 20246 Hamburg, (9) Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e. V. (DZHK), Hamburg/Kiel/Lu?beck, Hamburg, (10) Medizinischen Klinik und Poliklinik IV der Ludwig-Maximilians-Universität München, Klinikum der Universität München, 80336 München, (11) Biomedizinischen Centrum (BMC), Ludwig-Maximilians-Universität München, Großhaderner Str. 9, 82152 Planegg-Martinsried, (12) Department of Biomedical Engineering, CARIM, University Maastricht, Maastricht, Niederlande, (13) The Scripps Research Institute, La Jolla, CA, USA, (14) Institut für Experimentelle Immunologie und Bildgebung, Zentrum für Medizinische Biotechnologie, Universität Duisburg-Essen, Universitätsstraße, 45117 Essen, (15) Vascular Biology Unit, Department of Vascular and Endovascular Surgery, Technische Universität München, Ismaninger Straße 22, 81679 München, (16) Department of Medicine Solna, Karolinska Institute, Stockholm, Schweden, (17) Department of Medical Biochemistry, AMC, Amsterdam, Niederlande, (18) Max-Planck-Institut für Biochemie, Am Klopferspitz 18, 82152 Martinsried, (19) Department of Physiology and Pharmacology (FyFa), Karolinska Institutet, Stockholm,

Zeitschrift: Nature 2019; 569(7755): 236–240

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5137



Dokument 148Titel: Präzise arterielle Input-Funktionen, aus einer DCE-MRI-Untersuchung mittels eines neuen Systems für den Blutkreislauf außerhalb des Körpers bei Mäusen
Hintergrund: Um bei einer Untersuchung mit einem bildgebenden Verfahren (MRT) die Konzentration des Kontrastmittels im Blut einer Maus bestimmen zu können, wird das Blut durch Schläuche am Körper vorbei geleitet.
Tiere: 15 Mäuse
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) genehmigt. Die weiblichen Nacktmäuse der Zuchtlinie NMR nu/nu stammen von der Zuchtfirma Janvier, Frankreich. Den Mäusen werden unter Narkose mit einer Nadel menschliche Krebszellen ins Gehirn gespritzt, so dass sich Hirntumoren entwickeln. 12-15 Tage später werden die Tiere erneut narkotisiert. Ein Katheter (Plastikschlauch) wird in eine Hinterbeinarterie gelegt und zwei Katheter in die beiden Schwanzvenen. Einer der Schwanzkatheter wird nun durch einen langen Schlauch mit dem Beinkatheter verbunden, wobei der Schlauch durch eine Messkammer läuft. So wird das Blut der Maus außerhalb des Körpers vorbeigeleitet. Die Maus wird in einem Magnetresonanz-Tomographen (MRT) gelegt. Durch den Katheter in der zweiten Schwanzvene wird ein Kontrastmittel in die Blutbahn eingeleitet. Mit dem MRT werden Aufnahmen gemacht, während das Messgerät die Konzentration des Kontrastmittels im Blut außerhalb des Körpers bestimmt. Die Prozedur dauert pro Maus etwa eine Stunde. Die Tiere erwachen nicht mehr aus der Narkose. Die Tötungsart wird nicht erwähnt.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und das Interdisziplinäre Zentrum für Klinische Forschung (IZKF) der Universität Münster unterstützt.

Bereich: Bildgebende Verfahren

Originaltitel: Toward precise arterial input functions derived from DCE-MRI through a novel extracorporeal circulation approach in mice

Autoren: Philipp Backhaus (1,2,3)*, Florian Büther (1,2), Lydia Wachsmuth (3), Lynn Frohwein (1,2), Rebecca Buchholz (4), Uwe Karst (4,5), Klaus Schäfers (2,5), Sven Hermann (2,5), Michael Schäfers (1,2,5), Cornelius Faber (3,5)

Institute: (1) Klinik für Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Münster, Albert-Schweitzer-Campus 1, Geb. A1, 48149 Münster, (2) European Institute for Molecular Imaging, Universitätsklinikum Münster, (3) Translational Research Imaging Center (TRIC), Institut für Klinische Radiologie, Universitätsklinikum Münster, Münster, (4) Institut für Analytische Chemie, Universität Münster, Münster, DFG EXC 1003 Exzellenzcluster „Cells in Motion“, Universität Münster, Münster

Zeitschrift: Magnetic Resonance in Medicine 2020; 84(3): 1404-1415

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5136



Dokument 149Titel: Ziel-spezifisch Fluoreszenz-vermittelte Tomographie für eine nicht-invasive, dynamische Beurteilung einer frühen Infiltration von neutrophilen weißen Blutkörperchen bei einer experimentellen Kolitis der Maus
Hintergrund: Es wird eine Methode vorgestellt, wie man Anzeichen einer künstlich ausgelösten Dickdarmentzündung bei Mäusen frühzeitig erkennen kann
Tiere: 30 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) unter der Nummer AZ84-02.04.3013.A093 genehmigt. Die Mäuse der Zuchtlinie C57BL/6 stammen von der Zuchtfirma Charles River, Sulzfeld. Die Tiere werden in der Tierhaltungsanlage der Universität Münster zu fünft in Käfigen gehalten.

Bei 20 Mäusen wird eine künstliche Dickdarmentzündung (Kolitis) ausgelöst, indem ihnen die Chemikalie Dextrannatriumsulfat (DSS) 7 Tage lang ins Trinkwasser gemischt wird. 10 Mäuse erhalten normales Trinkwasser (Kontroll-Gruppe). Vor Beginn der DSS-Gabe sowie am Tag 4 und 10 wird bei allen Mäusen (einschließlich Kontroll-Tieren) folgende Prozedur durchgeführt: Unter Betäubung wird eine Blutprobe aus dem Venengeflecht hinter dem Augapfel entnommen. Anschließend wird eine Darmspiegelung vorgenommen. Dazu wird ein 1,9 mm dickes und 10 cm langes Endoskop in den Anus der Tiere eingeführt. Danach werden die Tiere mit einem speziellen Tomographen untersucht. Jeweils 10 Tiere der Kolitis-Gruppe erhalten 24 Stunden zuvor eine Lösung in die Schwanzvene injiziert, die mit einem fluoreszierenden Farbstoff markierte Antikörper enthält. Diese heften sich an bestimmte Abwehrzellen im Blut der Mäuse und machen diese bei der tomographischen Aufnahme sichtbar. Die Mäuse werden täglich gewogen und ihr Kot wird auf Blutbeimengungen untersucht. Mäuse, bei denen eine Kolitis ausgelöst wurde, verlieren ab dem 5. Tag massiv an Gewicht. Nach der letzten Untersuchung am 10. Tag werden alle Mäuse durch Ersticken mit CO2 und Köpfen getötet.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Bereich: Gastroenterologie, Innere Medizin, Entzündungsforschung

Originaltitel: Target-specific fluorescence-mediated tomography for non-invasive and dynamic assessment of early neutrophil infiltration in murine experimental colitis

Autoren: Tobias M. Nowacki (1), Philipp Lenz (2), Dominik Bettenworth (1), Markus Brückner (1), Arne Bokemeyer (1), Phil R. Tepasse (1), Anne Helfen (3), Moritz Wildgruber (3), Michael Eisenblätter (3,4)*

Institute: (1) Medizinische Klinik und Poliklinik B, Gastroenterologie und Hepatologie, Universitätsklinikum Münster, Albert-Schweitzer-Str. 1, 48149 Münster, (2) Palliativmedizin, Universitätsklinikum Münster, Münster, (3) Translational Research Imaging Center (TRIC), Institut für Klinische Radiologie, Universitätsklinikum Münster, Albert-Schweitzer-Str. 33, 48149 Münster, (4) Klinik für Diagnostik und Interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum Freiburg, Hugstetter Str. 55, 79106 Freiburg

Zeitschrift: Cells 2019; 8(11): 1328. doi:10.3390/cells8111328

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5135



Dokument 150Titel: Wirksamkeitstest von ATRA und dem MEK-Hemmer PD0325901 in einem Nacktmausmodell für Transplantate mit menschlichen MPNST-Krebszellen
Hintergrund: An immungeschwächten Mäusen werden Wirkstoffe gegen eingepflanzte Nervenscheidentumore getestet.
Tiere: 53 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) unter der Nummer 84-02.04.2013.A275 genehmigt. Die Mäuse stammen aus den „Versuchstier“zuchten Janvier, Charles River und Harlan. Es handelt sich um zwei Zuchtlinien Nacktmäuse, die durch einen Gendefekt ein geschwächtes Immunsystem haben. Eine weitere Zuchtlinie Mäuse ist haarlos und ihr fehlen bestimmte Abwehrzellen im Blut (T-Zellen), einer vierten Linie fehlen andere Abwehrzellen (Killerzellen) im Blut. Außerdem werden nicht genveränderte Mäuse einer Standard-Zuchtlinie (Balb/c) verwendet.

Die Balb/c-Mäuse werden verwendet, um die orale (über den Mund) Aufnahme von Wirkstoffen zunächst zu testen. Die beiden Wirkstoffe und ein Placebo werden nicht wie üblich mit einer Schlundsonde direkt in den Magen verabreicht, sondern „durch einen Tierarzt“ mit etwas Schokolade oder Erdnussbutter, was bei den Balb/c-Mäusen gut funktioniert. Allen Mäusen werden Zellen eines aggressiven menschlichen Nervenscheidentumors unter die Haut der rechten oder linken Flanke injiziert. Bei den Balb/c-Mäusen wachsen die Tumoren kaum. Gruppen von Mäusen mit geschwächtem Immunsystem erhalten ab dem 42. Tag der Krebszelleneinpflanzung täglich die zwei Wirkstoffe bzw. Placebo verabreicht. Zum Teil nehmen die immungeschwächten Mäuse die Substanzen nicht gut auf. Dreimal wöchentlich wird die Größe der Tumoren gemessen. Nach 28 Tagen Behandlung werden alle Mäuse getötet, indem unter Narkose Brustkorb und Herz aufgeschnitten werden und eine Fixierungslösung in die Blutbahn injiziert wird.

Die Arbeit wurde unterstützt durch Nothing is Forever e.V.

Bereich: Krebsforschung

Originaltitel: Testing ATRA and MEK inhibitor PD0325901 effectiveness in a nude mouse model for human MPNST xenografts

Autoren: Susan Fischer-Huchzermeyer (1), Levan Chikobava (1), Verena Stahn (1), Monique Zangarini (2), Philip Berry (2), Gareth J. Veal (2), Volker Senner (1), Victor F. Mautner (3), Anja Harder (1)*

Institute: Institut für Neuropathologie, Universitätsklinikum Münster, Pottkamp 2, 48149 Münster, (2) Northern Institute for Cancer Research, Newcastle University, Newcastle upon Tyne, Großbritannien, (3) Klinik und Poliklinik für Neurologie, Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf, Hamburg

Zeitschrift: BMC Research Notes 2018; 11: 520

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5134



Dokument 151Titel: Differenzierung von Hoden-Transplantaten von Weißbüscheläffchen vor der Pubertät hängt vom Geschlecht und dem Status der Empfänger-Maus ab
Hintergrund: Als entferntes Ziel wird angegeben, die Zeugungsfähigkeit von jugendlichen Krebspatienten zu erhalten, die sie durch die Chemotherapie oft verlieren. Dazu soll vor der Chemotherapie Hodengewebe des Patienten auf Mäuse transplantiert und später zurücktransplantiert werden. Hier wird dieses Verfahren, an dem am Institut für Reproduktions- und Regenerationsbiologie in Münster seit mindestens 15 Jahren geforscht wird, mit Affenhoden und kastrierten und unkastrierten Nacktmäusen probiert.
Tiere: 41 Tiere verschiedener Arten (6 Weißbüscheläffchen, 35 Mäuse)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) unter den Genehmigungsnummern 8.87-50-10.46.09.018 (Affen) und 84-02.04.2012.A075 (Mäuse) genehmigt. Die Weißbüscheläffchen (Callithrix jacchus) stammen aus der institutseigenen Züchtung, die Nacktmäuse von der Zuchtfirma Janvier (ohne Ortsangabe).

Die Affen werden betäubt und durch Köpfen getötet. Aus ihren Hoden werden kleine Gewebestücke geschnitten. Die Nacktmäuse haben durch einen Gendefekt ein stark geschwächtes Immunsystem, sodass ihr Körper fremdes Gewebe nicht abstößt. Es handelt sich um 10 weibliche, 15 männliche unkastrierte und 10 männliche kastrierte Tiere. Insgesamt 20 Mäusen werden unter Narkose je 6 kleine Affenhodengewebestücke unter die Rückenhaut verpflanzt. 15 Mäuse werden „scheintransplantiert“, d.h, sie bekommen kein Hodengewebe, sondern etwas Anderes oder auch gar nichts transplantiert (dies wird aus dem Paper nicht klar). Im Laufe von 20 Wochen sterben 7 Mäuse. Die Überlebenden werden nach 20 Wochen durch einen Stich ins Herz unter Narkose getötet. Die transplantierten Hodenstücke werden herausgeschnitten und untersucht.

Die Arbeit wurde durch das Marie Curie International Training Network und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt.

Bereich: Reproduktionsmedizin, Andrologie

Originaltitel: Differentiation of testis xenografts in prepubertal marmoset depends on the sex and status of mouse host

Autoren: Swati Sharma, Reinhild Sandhowe-Klaverkamp, Stefan Schlatt*

Institute: Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie (CeRA), Institut für Reproduktions- und Regenerationsbiologie, Medizinische Fakultät, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Albert-Schweitzer-Campus 1, Geb. D11, 48149 Münster

Zeitschrift: Frontiers in Endocrinology 2018; 9: 467

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5133



Dokument 152Titel: Machbarkeit von Injektionen in den Glaskörper des Auges und Sicherheitsbeurteilung am Auge von Weißbüscheläffchen (Callithrix jacchus)
Hintergrund: Für Sicherheitsprüfungen von Medikamenten am Auge waren bislang Langschwanzmakaken Standard. Hier soll herausgefunden werden, ob Weißbüscheläffchen sich auch eignen.
Tiere: 6 Affen (Weißbüscheläffchen)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Es werden sechs männliche 1-10 Jahre alte Weißbüscheläffchen (Callithix jacchus) nicht genannter Herkunft verwendet. Die Tiere werden zu zweit oder zu dritt in Käfigen gehalten. Die Affen werden alle zwei Wochen insgesamt vier Mal betäubt, um ihnen mit einer Nadel eine Placebo-Substanz in beide Augen zu spritzen. Die Nadel wird dabei 3 mm in den Glaskörper eingeführt. Eine Gruppe von 3 Affen erhält eine kleine (10 Mikroliter) und die andere eine größere Menge (20 Mikroliter). Unter Narkose werden verschiedene Augenuntersuchungen vorgenommen, unter anderem ein Elektroretinogramm (ERG). Schließlich werden die Tiere durch eine Überdosis Pentobarbital getötet. Ihre Augen werden entnommen und gewebekundlich untersucht.

Bereich: Toxikologie, Augenheilkunde

Originaltitel: Feasibility of intravitreal injections and ophthalmic safety assessment in marmoset (callithrix jacchus) monkeys

Autoren: Birgit Korbmacher (1)*, Jenny Atorf (2), Stephanie Friedrichs-Gromoll (1), Marilyn Hill (3), Sven Korte (1), Jan Kremers (2), Keith Mansfield (3), Lars Mecklenburg (1), Andrew Pilling (3), Andreas Wiederhold (1)

Institute: (1) Covance Preclinical Services GmbH, Kesselfeld 29, 48163 Münster, (2) Augenklinik, Universitätsklinikum Erlangen, Erlangen, (3) Novartis Pharma AG, Basel, Schweiz

Zeitschrift: Primate Biology 2017; 4: 93-100

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5132



Dokument 153Titel: Die Nahrungsaufnahme von Snacks bei nach Belieben gefütterten Ratten wird durch die Kombination von Fett und Kohlenhydraten ausgelöst
Hintergrund: Es wird untersucht, ob Ratten Kartoffelchips, Fette und Kohlenhydrate vor ihrem üblichen Futter bevorzugen.
Tiere: 18 Ratten
Jahr: 2014

Versuchsbeschreibung: Für die Genehmigung wird eine Ethikkommission der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) angegeben. Die 18 männlichen Ratten (8 der Zuchtlinie Wistar und 10 der Zuchtlinie Sprague Dawley) werden von der Versuchstierzucht Charles River Laboratories, Sulzfeld, bezogen. Neben dem üblichen Futter bekommen die Tiere dreimal täglich für 10 Minuten zwei zusätzliche Futterspender mit unterschiedlichen Futtermischungen. Die Futtermischungen bestehen aus verschiedenen Mengen an Kartoffelchips, fettarme Kartoffelchips, Fetten, Kohlenhydraten und üblichem Rattenfutter. Es wird gemessen, wie viel die Ratten von jeder Mischung essen. Die Ratten werden mit einer Kamera aufgenommen und die Bewegungen jedes Tieres zu dem entsprechenden Futterspender werden gezählt. Der Versuch wird täglich über bis zu sechs Tage wiederholt. Das weitere Schicksal der Tiere wird nicht erwähnt.

Bereich: Ernährungswissenschaft

Originaltitel: Snack food intake in ad libitum fed rats is triggered by the combination of fat and carbohydrates

Autoren: Tobias Hoch (1), Monika Pischetsrieder (1)*, Andreas Hess (2)

Institute: (1) Abteilung für Lebensmittelchemie, Lehrstuhl für Pharmazeutische Chemie, Emil-Fischer-Center, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), Fahrstr. 19, 91052 Erlangen, (2) Klinische Pharmakologie und Klinische Toxikologie, Erlangen

Zeitschrift: Frontiers of Psychology 2014; 5: 250

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5131



Dokument 154Titel: Das Fett- / Kohlenhydrat-Verhältnis, aber nicht die Energiedichte, bestimmt den Verzehr von Snacks und aktiviert die Belohnungsbereiche des Gehirns
Hintergrund: Die Frage „Warum machen Kartoffelchips süchtig?“ wird an Ratten untersucht.
Tiere: 82 Ratten
Jahr: 2015

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Regierung Mittelfranken (54-2532.1-28/12) genehmigt. Die männlichen Ratten (Zuchtlinie Sprague Dawley und Wistar) werden von der Versuchstierzucht Charles River Laboratories, Sulzfeld, bezogen. Neben dem üblichen Futter bekommen 18 Tiere dreimal täglich jeweils für 10 Minuten 5-6 unterschiedliche Mischungen aus Kartoffelchips, übliches Rattenfutter, Fetten und Kohlehydraten angeboten. Für jede Ratte wird gemessen, wie viel sie von jeder Futteroption isst. Ein ähnlicher Versuch wird 7 Tage lang mit 32 Tieren durchgeführt. Die Bewegungen der Ratten zu jedem Futterspender werden gezählt. Bei einem weiteren Versuch bekommen 16 Ratten übliches Futter und 16 Ratten eine Mischung primär aus Fetten und Kohlenhydraten. Den Tieren werden unter Narkose kleine Pumpen unter die Rückenhaut implantiert. Die Pumpen geben 7 Tage lang ein Kontrastmittel ab, mit dem bei einer Untersuchung mit einem Magnetresonanztomographen die Gehirne der Ratten darstellt werden. Das weitere Schicksal der Tiere wird nicht erwähnt.

Bereich: Ernährungswissenschaft

Originaltitel: Fat/carbohydrate ratio but not energy density determines snack food intake and activates brain reward areas

Autoren: Tobias Hoch (1), Silke Kreitz (2), Simone Gaffling (3,4), Monika Pischetsrieder (1)*, Andreas Hess (2)

Institute: (1) Abteilung für Lebensmittelchemie, Lehrstuhl für Pharmazeutische Chemie, Emil-Fischer-Center, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), Fahrstr. 19, 91052 Erlangen, (2) Klinische Pharmakologie und Klinische Toxikologie, Erlangen, (3) Pattern Recognition Lab, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), Erlangen, (4) School of Advanced Optical Technologies (SAOT), Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), Erlangen

Zeitschrift: Scientific Reports 2015; doi: 10.1038/srep10041

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5130



Dokument 155Titel: Der Verlust von Periostin tritt im alternden Fettgewebe von Mäusen auf und seine genetische Entfernung beeinträchtigt den Fettstoffwechsel des Fettgewebes
Hintergrund: Untersuchung zur Funktion eines Gens bezüglich der Veränderungen im Fettstoffwechsel des Fettgewebes beim Altern von Mäusen.
Tiere: 110 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit Brandenburg (LAVG) genehmigt. Es werden 8 bis 14 Wochen alte Mäuse („jung“) oder 65 Wochen alte Mäuse („alt“) benutzt. Die Tiere stammen aus der Versuchstierzucht The Jackson Laboratory, USA. Ein Teil der Mäuse hat einen Gendefekt, der den Stoffwechsel von Fetten beeinflusst.

Fünf „junge“ und 5 „alte“ Tiere werden auf nicht genannter Weise getötet, Fettgewebe wird von ihnen entnommen und analysiert. Eine Gruppe von „jungen“ Mäusen bekommt sechs Wochen lang besonders fetthaltiges Futter. Die Mäuse werden während dieser Zeit mehrmals gewogen und jedes Tier wird dreimal mit einem Magnetresonanztomographen gescannt, um seine Gewebezusammensetzung zu analysieren. Mindestens 20 Tiere werden 24 oder 72 Stunden bei einer Temperatur von 4 °C gehalten. Die Mäuse verlieren massiv an Gewicht. Gleichzeitig werden mindestens 10 Mäuse bei normaler Raumtemperatur gehalten. Danach wird ihnen ein kleines Thermometer in den Anus eingeführt, um ihre Körpertemperatur zu messen. Anschließend werden die Mäuse beider Gruppen getötet. Eine Substanz, die den Fettstoffwechsel beschleunigt, wird in der Bauchhöhle von mindestens 10 Mäusen gespritzt, die Tiere werden nach drei Stunden auf nicht genannte Weise getötet und Blutproben werden für weitere Analysen entnommen.

Diese Arbeit wurde durch das European Research Council, das Emmy Noether-Programm, das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Land Brandenburg und die Initiative iMed finanziell unterstützt.

Parallel zu den Tierversuchen werden Fettgewebeproben von 471 Menschen untersucht.

Bereich: Übergewichtsforschung, Stoffwechselphysiologie, Altersforschung, Genetik

Originaltitel: Loss of periostin occurs in aging adipose tissue of mice and its genetic ablation impairs adipose tissue lipid metabolism

Autoren: Antonia Graja (1,2), Francisco Garcia?Carrizo (1), Anne?Marie Jank (1), Sabrina Gohlke (1), Thomas H. Ambrosi (1), Wenke Jonas (3,4), Siegfried Ussar (4,5), Matthias Kern (6), Annette Schürmann (2,3,4), Krasimira Aleksandrova (2,7), Matthias Blüher (6), Tim J. Schulz (1,2,4)*

Institute: (1) Abteilung Fettzell-Entwicklung und Ernährung, Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE), Arthur-Scheunert-Allee 114-116, 14558 Nuthetal, (2) Institut für Ernährungswissenschaft, Universität Potsdam, Arthur-Scheunert-Allee 114-116, 14558 Nuthetal, (3) Abteilung Experimentelle Diabetologie (DIAB), Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE), Nuthetal, (4) Deutsches Zentrum für Diabetesforschung, Ingolstädter Landstraße 1, 85764 Neuherberg, (5) JRG Adipocytes and Metabolism, Institute for Diabetes and Obesity, Helmholtz Zentrum München, Garching, (6) Medizinische Fakultät, Universität Leipzig, Leipzig, (7) Senior Scientist Group Ernährung, Immunität und Metabolismus (EIM), Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE), Nuthetal

Zeitschrift: Aging Cell 2018; 17:e12810

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5129



Dokument 156Titel: Entscheidende Rolle für Nox2 und Schlafentzug bei Fluglärm-induziertem vaskulärem und zerebralem oxidativem Stress, Entzündungen und Genregulation
Hintergrund: Die gesundheitsschädlichen Effekte von Fluglärm, die in mehreren Studien bei Menschen schon längst bewiesen sind, werden nun an Mäusen untersucht.
Tiere: 70 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz in Koblenz (Nr.: 23 177-07/G 15-1-094) genehmigt. Es werden 70 Mäuse benutzt, ca. die Hälfte davon haben einen Gendefekt. Die Herkunft der Tiere wird nicht genannt.

Ein Teil der Tiere wird für einen, zwei oder vier Tage kontinuierlich verschiedenen Fluglärmgeräuschen ausgesetzt. Der Lärm mit einer durchschnittlichen Laustärke von 72 dB und maximalen Lautstärke von 85 dB kommt aus Lautsprechern, die 30 cm über dem Mäusekäfig angebracht sind. Alle zwei Stunden wird eine unterschiedlich lange stille Pause gemacht, damit die Mäuse sich nicht an den Fluglärm gewöhnen können. Eine Kontrollgruppe von Mäusen wird statt Fluglärm weißem Rauschen ausgesetzt. Eine dritte Gruppe von Mäusen muss den Fluglärm1-4 Tage je 12 Stunden in der Schlafphase und eine vierte Gruppe 1-4 Tage je 12 Stunden in der Wachphase ertragen. Bei der dritten Gruppe kommt also zu dem Fluglärm noch der Schlafentzug hinzu.

Mindestens bei 8 Mäusen, die 4 Tage lang kontinuierlichen Fluglärm ausgesetzt sind, wird ab zwei Tage vor Beginn des Fluglärms täglich ein nicht mehr erhältliches Blutdruckmedikament in die Bauchhöhle gespritzt. Täglich werden die Tiere in engen Röhrchen fixiert, sodass sie sich nicht bewegen können, und zwei kleine Blutdruckmessgeräte werden an ihren Schwanz geklemmt. Der Blutdruck wird auf dieser Weise auch fünfmal vor Beginn der Fluglärmperiode gemessen, um die Tiere daran zu gewöhnen. Nach der entsprechenden Fluglärmaussetzung werden die Mäuse unter Narkose getötet, indem ihnen die Herzen herausgeschnitten werden und mehrere Organe werden für weitere Analysen entnommen.

Diese Arbeit wurde durch die Boehringer Ingelheim Stiftung, die Deutsche Herzstiftung, die Mainzer Herz-Stiftung, die Stavros Niarchos Foundation und das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) finanziell unterstützt.

Bereich: Stressforschung, Herz-Kreislauf-Forschung, Umweltforschung

Originaltitel: Crucial role for Nox2 and sleep deprivation in aircraft noise-induced vascular and cerebral oxidative stress, inflammation, and gene regulation

Autoren: Swenja Kröller-Schön (1), Andreas Daiber (1,2), Sebastian Steven (1), Matthias Oelze (1), Katie Frenis (1), Sanela Kalinovic (1), Axel Heimann (3), Frank P. Schmidt (1), Antonio Pinto (4), Miroslava Kvandova (5), Ksenija Vujacic-Mirski (1), Konstantina Filippou (1), Markus Dudek(6), Markus Bosmann (6), Matthias Klein (7), Tobias Bopp (7), Omar Hahad (1), Philipp S. Wild (2,4,6), Katrin Frauenknecht (8), Axel Methner (9), Erwin R. Schmidt (10), Steffen Rapp (4,10), Hanke Mollnau(11), and Thomas Münzel (1,2)*

Institute: (1) Zentrum für Kardiologie, Kardiologie I, Molekulare Kardiologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Langenbeckstr.1, 55131 Mainz, (2) Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), Standort RheinMain, Langenbeckstr.1, 55131 Mainz, (3) Institut für Neurochirurgische Pathophysiologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz, (4) Präventive Kardiologie und Medizinische Prävention, Zentrum für Kardiologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz, (5) Institute of Normal and Pathological Physiology, Slovak Academy of Sciences, Bratislava, Slowakei, (6) Centrum für Thrombose und Hämostase (CTH), Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz, (7) Institut für Immunologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz, (8) Institut für Neuropathologie, Universitätsspital Zürich, Schweiz, (9) Klinik und Poliklinik für Neurologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz, (10) Institut für Molekulare Biologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz, (11) Zentrum für Kardiologie, Kardiologie II – Rhythmologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz

Zeitschrift: European Heart Journal 2018; 39: 3528–3539

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5128



Dokument 157Titel: Das mikromechanische Niederdruck-Anpassungsgerät verbessert wesentlich und effektiv die Heilung des Bewegungsapparates nach einer vollständigen Rückenmarksverletzung
Hintergrund: Die Möglichkeit mit einem Implantat, die Heilungsprozesse bei Rückenmarkverletzung zu beschleunigen, wird an Ratten untersucht.
Tiere: 24 Ratten
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, Genehmigungsnummer AZ 8.87–50.10.34.08.061, AZ 84–02.04.2011.A332, AZ 87–51.04.2011.A023, AZ 84–02.04.2014.A195) genehmigt. Es werden 24 weibliche Wister-Ratten verwendet. Die Herkunft der Tiere wird nicht genannt.

Die Tiere werden unter Narkose auf den Bauch gelegt. Entlang der Brustwirbelsäule wird ein ca. 4 cm langer Schnitt gemacht. Die Rückenmuskeln werden zur Seite gezogen, zwei Wirbel werden aufgeschnitten, der Wirbelkanal wird geöffnet und das Rückenmark mittels einer Schere durchgeschnitten.

Bei 12 Ratten (TX-Gruppe) wird das Rückenmark nicht weiter behandelt, die Operationswunde wird zugenäht. Bei den anderen 12 Tieren (mMS-Gruppe) wird ein kleines Gerät direkt zwischen die Enden des durchtrennten Rückenmarks implantiert. Danach werden die Wunden ebenfalls zugenäht. Die Tiere bekommen zwei Tage lang Schmerzmittel und eine Woche lang Antibiotika. Die Ratten können nach der Operation nicht selbständig urinieren und man muss ihnen den Bauch zwei bis drei Mal täglich drücken, um ihre Blase zu entleeren. Vier Tiere sterben an schweren Komplikationen innerhalb der ersten zwei Wochen nach der Operation, ein Tier bekommt eine Blasenentzündung und muss 7 Wochen nach der Operation getötet werden und ein Tier stirbt 18 Wochen nach der Operation.

Vier Ratten der TX-Gruppe und 8 Ratten der mMS-Gruppe werden unter Narkose zwei Löcher in den Schädel gebohrt, in die zwei Schrauben implantiert werden. Bei diesen Tieren wird eine Woche und 6 Monate nach der Rückenmarks-Operation unter leichter Betäubung eine Drahtelektrode um die beiden Schrauben gewickelt. Eine Nadelelektrode wird in ein Hinterbein und eine weitere in den Rücken gestochen. Die Ratten werden kleinen Stromschlägen ausgesetzt und bestimmte elektrische Parameter werden gemessen.

Nach der Operation am Rückenmark wird jede Ratte einmal pro Woche vier Minuten lang in eine Box gesetzt, um ihre Bewegungen zu beobachten. Drei Wochen bevor die Tiere getötet werden, wird unter Narkose ein Teil der Schädeldecke entfernt und ein Markierungsstoff wird an 8 Stellen in das Gehirn gespritzt. Eine Woche bevor die Tiere getötet werden, wird unter Narkose ein Markierungsstoff an vier Stellen ins Rückenmark gespritzt.

Bei drei Ratten der mMS-Gruppe wird drei Tage vor der Tötung das Rückenmark erneut in der Nähe des alten Schnitts durchschnitten. Ca. 5 Monate nach der ersten Operation werden alle Tiere, die bis dahin überlebt haben, unter Narkose getötet, indem durch Injektion einer Lösung direkt ins Herz das ganze Blut ausgetauscht wird. Ihre Wirbelsäulen werden für weitere Analysen entnommen.

Diese Arbeit wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) finanziell unterstützt.

Bereich: Neurochirurgie, Implantologie, Unfallmedizin

Originaltitel: Low-pressure micro-mechanical re-adaptation device sustainably and effectively improves locomotor recovery from complete spinal cord injury

Autoren: Veronica Estrada (1), Julia Krebbers (1), Christian Voss (2,3), Nicole Brazda (1), Heinrich Blazyca (4), Jennifer Illgen (1), Klaus Seide (3), Christian Jürgens (3), Jörg Müller (2), Rudolf Martini (4), Hoc K.Trieu (2), Hans Werner Müller (1,5,6)*

Institute: (1) Forschungsgruppe Molekulare Neurobiologie, Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Moorenstr. 5, 40225 Düsseldorf, (2) Institut für Mikrosystemtechnik, Technische Universität Hamburg, Hamburg, (3) BG Klinikum Hamburg, Hamburg, (4) Abteilung für Experimentelle Entwicklungsneurobiologie, Neurologische Klinik und Poliklinik, Universitätsklinikum Würzburg, Würzburg, (5) CNR (Center for Neuronal Regeneration), Merowinger Platz 1a, 40225 Düsseldorf, (6) Biologisch-Medizinische Forschungszentrum, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Universitätsstr. 1, 40225 Düsseldorf

Zeitschrift: Communications Biology 2018; 1: 205. doi: 10.1038/s42003-018-0210-8

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5127



Dokument 158Titel: Die Rolle des Darmmikrobioms bei chronisch durch psychosozialen Stress verursachten Pathologien bei männlichen Mäusen
Hintergrund: Es wird untersucht, ob die Übertragung von Kotextrakten von nicht gestressten auf gestresste Mäuse die negativen psychologischen und immunologischen Auswirkungen vom Stress verringert.
Tiere: 88 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Tübingen (Nr. 1195) genehmigt. Es werden 84 männliche Mäuse einer häufig benutzten Mausrasse (sog. Test-Mäuse, 19-22 g) und mindestens 4 männliche Mäuse einer aggressiven Mausrasse (sog. Aggressor-Mäuse, 30-35 g) verwendet. Die Tiere stammen aus der Versuchstierzucht Charles River Laboratories, Sulzfeld. 20 Tage lang werden 44 Test-Mäuse einzeln gehalten („Kontroll-Gruppe“) und die restlichen 40 Test-Mäuse werden zu viert mit je einer Aggressor-Maus im gleichen Käfig gehalten, um einem Dauerstress-Zustand ausgesetzt zu werden. Die Aggressor-Maus ist deutlich größer und aggressiver als die Test-Mäuse; sie verteidigt ihr Revier, jagt und greift die Test-Mäuse an. Am 8. und 15. Tag wird die Aggressor-Maus gegen eine andere ausgetauscht, damit die Tiere sich nicht aneinander gewöhnen.

Einige Test- und Kontroll-Mäuse werden für ca. 15-20 Minuten einzeln in einen Käfig gesetzt, um ihren Kot zu sammeln. Drei Gruppen von Test- und Kontroll-Mäusen erhalten am Tag 4 und 11 mittels einer Sonde Kotextrakt in den Enddarm gespritzt. Eine Gruppe erhält eine sterile Lösung injiziert, eine Gruppe den Kot von gestressten Test-Mäusen und eine Gruppe den Kot von einzeln gehaltenen Kontroll-Mäusen. Am Tag 19 wird das Angstverhalten der Test-Mäuse untersucht, indem ein Tier in eine Kiste mit einem Plastikgegenstand gesetzt wird. Es wird beobachtet, ob die Maus den Gegenstand neugierig beschnüffelt oder sich eher ängstlich in den Ecken aufhält. Am Tag 20 werden alle 84 Test-Mäuse kurz mit CO2 begast und geköpft und mehrere Organe werden für weitere Analysen entnommen.

Bereich: Stressforschung, Angstverhaltensforschung, Immunologie

Originaltitel: The role of the intestinal microbiome in chronic psychosocial stress-induced pathologies in male mice

Autoren: Dominik Langgartner (1), Carolyn A. Vaihinger (1), Melanie Haffner-Luntzer (2), Julia F. Kunze (1), Anna-Lena J. Weiss (1), Sandra Foertsch (1), Stephanie Bergdolt (2), Anita Ignatius (2), Stefan O. Reber(1)*

Institute: (1) Laboratory for Molecular Psychosomatics, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universität Ulm, Albert-Einstein-Allee 23, 89081 Ulm, (2) Institut für Unfallchirurgische Forschung und Biomechanik, Universität Ulm, Ulm

Zeitschrift: Frontiers in Behavioral Neuroscience 2018; 12: 252, doi: 10.3389/fnbeh.2018.00252

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5126



Dokument 159Titel: Das zerebrale Thrombinsystem wird nach einer Hirnblutung aktiviert und trägt zum sekundären Läsionswachstum und zu einem schlechten neurologischen Ergebnis bei C57Bl/6-Mäusen bei
Hintergrund: Es werden verschiedene Prozesse, die durch eine Blutung im Gehirn ausgelöst werden, an Mäuse untersucht.
Tiere: 45 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Es werden 45 männliche Mäuse aus der Versuchstierzucht Charles River Laboratories, Sulzfeld, verwendet. Unter Narkose werden die Tiere in einer Operationsvorrichtung fixiert, ein Blutdrucksensor wird an den Schwanz der Tiere geklemmt und eine Kanüle wird in ihre Schwanzvene eingeführt, um Blutabnahmen zu ermöglichen. Die Kopfhaut wird aufgeschnitten, um den Schädel freizulegen. Auf der linken und der rechten Seite des Schädels wird jeweils ein Loch gebohrt. Durch jedes Loch wird je ein Sensor auf die Hirnhaut gelegt. Durch das linke Loch wird eine Kanüle erst 3 mm und dann 4 mm tief ins Gehirn gestochen. Bei mindestens 10 Mäusen wird ihr eigenes Blut aus der Schwanzvene in 3 und 4 mm Tiefe ins Gehirn gespritzt. Mindestens 10 Mäusen wird statt Blut ein Silikonöl gespritzt und bei 7 weiteren Mäusen wird eine Nadel ins Gehirn gestochen, ohne eine Substanz zu spritzen. Nach 30 Minuten wird die Nadel entfernt, die Löcher im Schädel der Tiere werden zugeklebt und ihre Kopfhaut wird zugenäht. Die Tiere bekommen Schmerzmittel. Sechs Mäuse werden 4 Stunden nach der Operation und die restlichen 24 Stunden nach der Operation durch Genickbruch getötet. Ihre Gehirne werden für weitere Analysen entnommen.

Eine ungenannte Anzahl an schwangeren weiblichen Mäusen werden ca. drei Tage, bevor sie gebären, auf ungenannter Weise getötet. Ihr Bauch wird aufgeschnitten, die Babys werden rausgeholt und auf unbenannte Weise getötet. Ihre Gehirne werden für weitere Analysen entnommen.

Bereich: Schlaganfallforschung, Neurophysiologie, Neurochirurgie, Traumatologie

Originaltitel: The cerebral thrombin system is activated after intracerebral hemorrhage and contributes to secondary lesion growth and poor neurological outcome in C57Bl/6 mice

Autoren: Harald Krenzlin (1,2)*, Eva Gresser (1), Daniel Jussen (1,3), Nicole Riede (1), Louise Taylor (1), Christina F. Vogelaar (4), Florian Ringel (1,2), Oliver Kempski (1), Beat Alessandri (1)

Institute: (1) Institut für Neurochirurgische Pathophysiologie, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Langenbeckstr.1, 55131 Mainz, (2) Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Langenbeckstr.1, 55131 Mainz, (3) Neurochirurgie Abteilung, Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden, Wiesbaden, (4) Klinik und Poliklinik für Neurologie, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Mainz

Zeitschrift: Journal of Neurotrauma 2019; 37(12): 1481-1490

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5125



Dokument 160Titel: (?-adrenerge Modulation von unterscheidendem Lernen und Gedächtnis in der Hörrinde
Hintergrund: Es soll herausgefunden werden, welche Rolle eine bestimmte Nerven-Signalübertragung bei Lernen und Gedächtnis spielt.
Tiere: 131 Gerbils
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Experimente werden von den Behörden des Landes Sachsen-Anhalts genehmigt. 131 männliche, 3 Monate alte Rennmäuse nicht genannter Herkunft werden in 5er Gruppen gehalten.

Zunächst werden die Tiere für einen Verhaltenstest trainiert. Eine Trainingsrunde dauert ca. 25 Minuten, in dieser Zeit wird 60 Mal die Aktion ausgeführt. Es werden absteigende und aufsteigende Töne präsentiert. Bei einem aufsteigenden Ton müssen die Tiere innerhalb einer kurzen Zeitspanne über ein Hindernis im Käfig springen. Machen sie das nicht oder dauert die Reaktion zu lange, erhalten sie einen Elektroschock über das Bodengitter an ihre Pfoten.

Unter Narkose werden drei Löcher mit einem Millimeter Durchmesser an verschiedenen Stellen in den Schädel gebohrt. Einen Tag können sich die Tiere von der OP erholen. Dann werden sie wieder in Narkose gelegt und durch die Löcher wird 4 Minuten lang eine Flüssigkeit in das Gehirn gespritzt. So sollen bestimmte Nervenrezeptoren funktionsunfähig gemacht werden. Diese Prozedur wird sowohl zu verschiedenen Zeitpunkten vor den Verhaltensexperimenten als auch während und nach den Experimenten durchgeführt.

Drei Mäuse werden in eine tiefe Narkose versetzt, die sie tötet. Mit einer Nadel wird in das Herz gestochen und das gesamte Blut gegen eine konservierende Lösung ausgetauscht. Dann werden die Gehirne entnommen und mit verschiedenen Methoden untersucht. Das Schicksal der anderen 128 Gerbils bleibt ungewiss.

Die Experimente wurden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Land Sachsen?Anhalt gefördert.

Bereich: Hörforschung, Neurophysiologie, Neurobiologie

Originaltitel: ??adrenergic modulation of discrimination learning and memory in the auditory cortex

Autoren: Horst Schicknick (1), Julia U. Henschke (2,3), Eike Budinger (2,4), Frank W. Ohl (2,4,5), Eckart D. Gundelfinger (4,6,7), Wolfgang Tischmeyer (1,4)*

Institute: (1) Speziallabor Molekularbiologische Techniken, Leibniz-Institut für Neurobiologie, Brenneckestr. 6, 39118 Magdeburg, (2) Abteilung Systemphysiologie des Lernens, Leibniz-Institut für Neurobiologie, Magdeburg, (3) Institut für kognitive Neurologie und Demenzforschung, Otto von Guericke Universität Magdeburg, Magdeburg, (4) Center for Behavioral Brain Sciences, Magdeburg, (5) Institut für Biologie, Otto von Guericke Universität Magdeburg, Magdeburg, (6) Abteilung Neurochemie und Molekularbiologie, Leibniz-Institut für Neurobiologie, Magdeburg (7) Molekulare Neurobiologie, Medizinische Fakultät, Otto von Guericke Universität Magdeburg, Magdeburg

Zeitschrift: European Journal of Neuroscience 2019; 50: 3141-3163

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5124



Dokument 161Titel: Wirksamkeit gegen Makrofilariose von oralen und subkutanen Einzel- und Mehrfachdosen von Flubendazol bei mit Litomosoides sigmodontis infizierten Rennmäusen
Hintergrund: Eine bereits gegen bestimmte parasitäre Würmer wirkende Substanz wird leicht verändert. Es wird getestet, ob diese veränderte Form noch effektiver wirkt. Der Wirkstoff soll gegen andere Wurminfektionen des Menschen besser helfen.
Tiere: 121 Gerbils (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Experimente werden vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Köln genehmigt (AZ 84-02.04.2015.A507). Die Rennmäuse stammen aus der „Versuchstier“zucht Charles River, USA. Sie werden einzeln gehalten und können sich 2 Wochen im Labor eingewöhnen. Dann werden sie in 2 Gruppen eingeteilt, die eine Gruppe wird direkt mit dem Erreger infiziert, die andere 2 Wochen später. Bei dem Erreger handelt es sich um einen Wurm, der nur Nagetiere befällt und sich im Bauchraum und im Blut der Tiere einnistet. Die Infektion erfolgt, indem mit Würmern infizierte Milben in die Einstreu der Rennmäuse gesetzt werden.

10 bzw. 12 Wochen später (nach Infektion) wird jedem Tier Blut aus einer Vene am Vorderbein abgenommen, um die Erregermenge zu bestimmen. Nur die Tiere, die mit dem Erreger infiziert sind, werden für die folgenden Behandlungsversuche eingesetzt. Gesunde, nicht infizierte Tiere dienen als Kontrolle. Infizierte Tiere und Kontrolltiere erhalten verschiedene Dosen eines Medikaments, entweder mit Magensonde oder unter die Haut gespritzt. Manche Gruppen erhalten einmalige Gaben, manche an 5 bzw. 10 aufeinander folgenden Tagen. Blutproben werden stichprobenartig von den verschiedenen Tieren zu verschiedenen Zeitpunkten genommen.

8 Wochen nach Beginn der Medikamentengabe werden alle Rennmäuse mit einer Überdosis Narkosemittel getötet. Aus den Bäuchen und Verdauungstrakten werden die Würmer herausgeschnitten, gezählt und untersucht. Blut wird aus der Vene entnommen und ebenfalls untersucht.

Die Arbeit wurde von Janssen Pharmaceutica finanziert.

Bereich: Parasitologie, Tropenmedizin

Originaltitel: Macrofilaricidal efficacy of single and repeated oral and subcutaneous doses of flubendazole in Litomosoides sigmodontis infected jirds

Autoren: Marc P. Hübner (1)*, Alexandra Ehrens (1), Marianne Koschel (1), Bettina Dubben (1), Franziska Lenz (1), Stefan J. Frohberger (1), Sabine Specht (1,2), Ludo Quirynen (3), Sophie Lachau-Durand (3), Fetene Tekle (3), Benny Baeten (3), Marc Engelen (3), Charles D. Mackenzie (4), Achim Hoerauf (1,5)

Institute: (1) Institut Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie, Universitätsklinikum Bonn, Sigmund-Freud-Str. 25, 53127 Bonn, (2) Drugs for Neglected Diseases Initiative, Genf, Schweiz, (3) Janssen R&D, Janssen Pharmaceutica, Beerse, Belgien, (4) Neglected Tropical Disease Support Center, Task Force for Global Health, Atlanta, GA, USA, (5) Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), Standort Bonn, Bonn

Zeitschrift: PLOS Neglected Tropical Diseases 2019; 13(1): e0006320

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5123



Dokument 162Titel: Kooperative Populationskodierung vereinfacht effiziente Tonquellenunterscheidung durch Adaptation an die Eingabestatistik
Hintergrund: Verarbeitung von Tönen im Gehirn des Gerbils.
Tiere: 7 Gerbils
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Experimente werden von der regionalen Behörde Nordbayern unter der Nummer 55.2-1-54-2531-105-10 genehmigt.

Unter Narkose wird die Kopfhaut aufgeschnitten. Ein 1,5 x 2,5 cm großes Stück der Schädeldecke wird entfernt und die äußere Gehirnhaut wird aufgeschnitten. Elektroden für Einzelzellmessungen werden auf das Hirn aufgebracht. Die Experimente dauern zwischen 10 und 12 Stunden, währenddessen sind die Tiere in Narkose. Den Tieren werden Kopfhörer aufgesetzt, über die Töne mit einer Lautstärke zwischen 20 und 80 dB abgespielt werden. Die Aufnahmestelle der Signale am Hirn wird mit einer Lösung behandelt, die hinterher verschiedene Bereiche sichtbar machen kann.

Die Tiere werden nach den Experimenten mittels Überdosis eines Schlafmittels getötet, eine Nadel wird ins Herz gestochen und der Körperkreislauf mit einer Fixierungslösung durchgespült. Dann werden die Gehirne für weitere Analysen entnommen. Es werden auch Tests mit 5 menschlichen Probanden gemacht.

Die Arbeit wurde gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Bayrischen Akademie der Wissenschaften.

Bereich: Hörforschung, Neurophysiologie

Originaltitel: Cooperative population coding facilitates efficient sound-source separability by adaptation to input statistics

Autoren: Helge Gleiss (1), Jörg Encke (2), Andrea Lingner (1), Todd R. Jennings (1), Sonja Brosel (1), Lars Kunz (1), Benedikt Grothe (1), Michael Pecka (1)*

Institute: (1) Neurobiologie, Fakultät für Biologie II, Ludwig-Maximilians-Universität München, Großhaderner Str. 2, 82152 Planegg-Martinsried, (2) Lehrstuhl für Bio-Inspired Information Processing, Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik, Technische Universität München, Garching

Zeitschrift: PLOS Biology 2019; 17(7): e3000150

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5122



Dokument 163Titel: Behandlung und Vorbeugung von wiederkehrender Clostridium difficile-Infektion mit funktioneller Antikörper-angereicherter Molke aus der Kuh in einem primären Infektionsmodell beim Hamster
Hintergrund: Grund der Studie war die Findung von alternativen Therapie-Methoden bzw. -stoffen bei Clostridium difficile-Infektionen und Vergleich zur Standardtherapie.
Tiere: 60 Hamster (plus unbekannte Anzahl an Kühen)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von den lokalen Behörden (Texas, USA) genehmigt. 60 männliche Hamster werden von Envigo Laboratories (Houston, Texas, USA) gekauft und 5 Tage im Labor eingewöhnt. Die Versuche finden unter deutscher Federführung in den USA statt.

Kühen wird das Durchfall-Bakterium Clostridium difficile gespritzt. Sie entwickeln Antikörper dagegen, die aus der Milch gewonnen und für die folgenden Versuche mit Hamstern verwendet werden.

Den Hamstern werden mittels Magenschlauch die krankmachenden Durchfall-Bakterien verabreicht und sie damit infiziert. Die Hamster werden in 6 Gruppen à 10 Tiere aufgeteilt. 4 Gruppen bekommen verschiedene Antikörper-Dosen zu 11 Zeitpunkten (bis 75 Stunden nach Infektion) mittels Magenschlauch verabreicht, eine Gruppe erhält ein Antibiotikum und eine Kontrollgruppe eine wirkstofffreie Lösung (unbehandelte Kontrollgruppe).

Die Hamster werden über einen Zeitraum von 21 Tagen täglich auf Symptome untersucht und ihr Kot wird gesammelt und untersucht. Während dieser Zeit sterben 34 Hamster an den Folgen der Krankheit, sie weisen Durchfall, teilweise sehr starke Gewichtsabnahme und Abfall der Körpertemperatur auf. In der Kontrollgruppe sterben 100% der Tiere innerhalb von 14 Tagen. Sie sterben also an der Krankheit, ohne dass sie weitere Medikamente oder eine Behandlung bekommen, auch wird kein Abbruch des jeweiligen Versuchs vorgenommen, nämlich das vorgezogene Töten, was extremes Leid bei aussichtslosen Fällen verhindert hätte.

Bei den Untersuchungen nach dem Tod der Tiere werden eine Schwellung der Darmschleimhaut, Rötungen und Blutungen festgestellt. Die überlebenden 26 Hamster werden am Tag 21 auf nicht beschriebene Weise getötet und ebenfalls untersucht.

Die Studie wurde von der Pharmafirma Biosys UK Limited finanziert.

Bereich: Infektionsforschung, Gastroenterologie

Originaltitel: Treatment and prevention of recurrent Clostridium dif?cile infection with functionalized bovine antibody-enriched whey in a hamster primary infection model

Autoren: Hans-Jürgen Heidebrecht (1,2)*, William J Weiss (3), Mark Pulse (3), Anton Lange (4), Karina Gisch (4), Heike Kliem (5), Sacha Mann (6), Michael W. Pfaf? (5,7), Ulrich Kulozik (1,2), Christoph von Eichel-Streiber (4)

Institute: (1) Lehrstuhl für Lebensmittel- und Bio-Prozesstechnik, Technische Universität München, Weihenstephaner Berg 1, 85354 Freising, (2) ZIEL Institute for Food & Health, Technische Universität München, Freising, (3) University of North Texas Health Science Center, Fort Worth, TX, USA, (4) tgcBIOMICS GmbH, Bingen, (5) Lehrstuhl für Tierphysiologie und Immunologie, Technische Universität München, Freising, (6) Biosys UK Limited, London Großbritannien, (7) Wissenschaftszentrum Weihenstephan für Ernährung, Landnutzung und Umwelt, Technische Universität München, Freising

Zeitschrift: Toxins 2019; 11(2): 98. doi:10.3390

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5121



Dokument 164Titel: Kontext-spezifische Modulation von intrinsischen Kopplungsarten gestaltet die multisensorische Verarbeitung
Hintergrund: Untersuchungen zu Nervenverschaltungen im Gehirn des Frettchens.
Tiere: 5 Frettchen
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom BUG Hamburg genehmigt. Die 5 weiblichen Frettchen unbekannter Herkunft werden in Narkose versetzt. Der Kopf wird in ein Rahmengestell eingespannt. Dazu wird eine Halterung mittels Schrauben am vorderen Schädelknochen angebracht. Die Schädeldecke im hinteren linken Gehirnbereich wird großflächig geöffnet. Die Gehirnhaut wird entfernt und die Hirnrinde wird mit Kochsalzlösung benetzt. Auf das freiliegende Hirn wird eine flache Elektrodenvorrichtung mit 64 Elektroden gelegt, die Nervenimpulse der darunterliegenden Hirnareale aufzeichnen sollen. Eine künstliche Hirnhaut aus Rinderherzbeutel wird auf das Hirn und die Elektrodenvorrichtung gelegt. Die Schädeldecke wird wiedereingesetzt und mit Silikon befestigt.

Um eine Austrocknung des Auges zu verhindert, wird eine Kontaktlinse ins rechte Auge eingesetzt; das linke wird abgedeckt, um eine nur einäugige Stimulation zu erreichen. Die Experimente dauern zwischen 24 und 36 Stunden. Während dieser Zeit sind die Tiere in Narkose.

Die Nervensignale werden durch die Elektrodenvorrichtung aufgezeichnet, eine Referenzelektrode wird an den Kaumuskel geklemmt. Die Experimente finden in einer dunklen, schalldichten Kammer statt. Ein Lautsprecher, der 15 cm vom rechten Ohr der Tiere entfernt ist, beschallt dieses mit verschiedenen akustischen Signalen mit 65 dB. Die visuellen Signale sind kurz eingeblendete weiße Kästchen auf schwarzem Grund, die auf einem Bildschirm 28 cm von dem Kopf des Tieres entfernt gezeigt werden. Es werden 3 Testreihen durchgeführt mit akustischen, visuellen Signalen sowie beide gleichzeitig. Nach Beendigung der Experimente und Datenaufzeichnungen werden die Tiere durch Injektion von Kaliumchlorid getötet.

Bereich: Neurophysiologie, Hirnforschung, Tierphysiologie

Originaltitel: Context-specific modulation of intrinsic coupling modes shapes multisensory processing

Autoren: Edgar E. Galindo-Leon (1)*, Iain Stitt (1), Florian Pieper (1), Thomas Stieglitz (2), Gerhard Engler (1), Andreas K. Engel (1)

Institute: (1) Institut für Neurophysiologie und Pathophysiologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martinistraße 52, 20246 Hamburg, (2) Institut für Mikrosystemtechnik, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, 79110 Freiburg

Zeitschrift: Science Advances 2019; 5: 7633

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5120



Dokument 165Titel: YAP-Aktivität ist nötig und ausreichend für basale Vorkommen und Proliferation im sich entwickelnden Neocortex
Hintergrund: Untersuchung der Rolle eines bestimmten Proteins bei der Entwicklung eines speziellen Hirnbereichs bei Frettchen und Mäusen.
Tiere: Tiere verschiedener Arten (Anzahl unbekannt)(3 Frettchen und eine unbekannte Anzahl an Mäusen )
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche wurden von der Landesdirektion Sachsen unter den Nummern TVV2015/05 und 24-9168.24-9/2012-1 (Mäuse) und TVV 2015/02 (Frettchen) genehmigt. Schwangere Frettchen werden von Marshall BioResources, North Rose, NY, USA, gekauft und in der Tierversuchseinrichtung des Max-Planck-Instituts für Molekulare Zellbiologie und Genetik, Dresden, gehalten. Die genmanipulierten Mäuse werden in der gleichen Einrichtung gezüchtet und vermehrt, woher sie stammen, ist nicht beschrieben.

Am 12,5. Tag der Schwangerschaft bekommen Mäuse mit einer Magensonde das Brustkrebsmedikament Tamoxifen verabreicht, das bei ihren Embryos bestimmte Enzyme aktivieren soll. Am nächsten Tag wird die Gabe wiederholt und es soll eine Gebärmutter-Elektroporation durchgeführt werden. Dazu werden die Mäuse in Narkose versetzt und der Bauch wird aufgeschnitten, die Gebärmutter mit den Embryos aus der Bauchhöhle geholt und mittels einer dünnen Pipette wird ein Stoff in das Gehirn der Embryos gespritzt. Danach werden die Embryos durch die Gebärmutterwand mittels elektrischer Impulse behandelt. Die Gebärmutter mit den Embryos wird wieder in die Bauchhöhle zurückgelegt und die Schnitte werden vernäht. Die Mäuse erhalten Schmerzmittel gespritzt. Zu drei unterschiedlichen Zeitpunkten (einen bis vier Tage nach der Operation) werden die Mäuse mittels Genickbruch getötet, die Gehirne der Embryos werden herausgenommen und für verschiedene Analysen verwendet.

Die schwangeren Frettchen werden der gleichen Operation unterzogen. Unter Narkose wird die Bauchdecke aufgeschnitten, die Gebärmutter herausgeholt und den Frettchen-Embryos wird mittels einer Pipette ein Stoff ins Gehirn injiziert. Danach erfolgt die oben beschriebene Elektroporation der Embryos. Der Bauch wird zugenäht, die Tiere erhalten Schmerzmittel. Nach drei Tagen werden die Embryos mittels eines Kaiserschnitts herausgeholt, getötet und die Gehirne werden für Untersuchungen entnommen. Nach dem Kaiserschnitt wird die gesamte Gebärmutter herausgeschnitten und die Wunden werden vernäht. Nach 2 Wochen werden die Frettchen vermittelt.

Die Arbeit wurde unterstützt durch die Deutschen Forschungsgemeinschaft, den European Research Council und den ERA-NET NEURON des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Bereich: Entwicklungsbiologie, Neurobiologie, Neuroanatomie

Originaltitel: YAP activity is necessary and sufficient for basal progenitor abundance and proliferation in the developing neocortex

Autoren: Milos Kostic (1,4), Judith T.M.L. Paridaen (1,5), Katherine R. Long (1,6), Nereo Kalebic (1,7), Barbara Langen (1), Nannette Grübling (2), Pauline Wimberger (2), Hiroshi Kawasaki (3), Takashi Namba (1), Wieland B. Huttner (1)*

Institute: (1) Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik, Pfotenhauerstrasse 108, 01307 Dresden, (2) Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Dresden, (3) Department of Medical Neuroscience, Graduate School of Medical Sciences, Kanazawa University, Ishikawa, Japan, (4) Department of Neuroscience, Novartis Institutes for BioMedical Research, Cambridge, MA, USA, (5) European Research Institute for the Biology of Ageing, University Medical Center Groningen, Groningen, Niederlande, (6) Centre for Developmental Neurobiology, Institute of Psychiatry, Psychology and Neuroscience, King’s College London, London, England

Zeitschrift: Cell Reports 2019; 27(4): 1103-1118

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5119



Dokument 166Titel: Winterschlaf beeinträchtigt Geruchsunterscheidung – Auswirkung auf die Alzheimer-Erkrankung
Hintergrund: In einem frühen Stadium verlieren viele Alzheimer-Patienten ihren Geruchssinn. Hier soll herausgefunden werden, ob Hamster sich als „Modell“ für dieses Symptom eignen. Es stellt sich heraus, dass Hamster nach einem Winterschlaf Geruchsdefizite haben.
Tiere: 76 Hamster (Goldhamster)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Leipzig unter der Nummer T74/05 genehmigt. Die männlichen und weiblichen Goldhamster werden von der Harlan Winkelmann GmbH, Borchen, gekauft und im Medizinischen Technischen Zentrum der Universität Leipzig gehalten und gezüchtet.

Die Tiere werden zunächst unter standarisierten Bedingungen (gleiche Temperatur, gleiche Luftfeuchtigkeit) in einem künstlichen Hell- Dunkel- Zyklus gehalten, es herrscht 12 Stunden lang Licht und 12 Stunden ist es dunkel. 76 Hamster werden dann 2 Monate in einem Tierinkubator gehalten und 8 Stunden Helligkeit und 16 Stunden Dunkelheit ausgesetzt.

In dieser Zeit wird mehrfach ein Riechtest gemacht: Dafür wird ein großer Käfig in drei Bereiche geteilt, in das linke und rechte Kompartiment wird je ein Geruch (Rose und Zitrone) platziert, nur einer wird mit Futter versehen. Die Tiere sollen also lernen, das Futter mit einem bestimmten Geruch verbunden ist.

Danach werden die Tiere in einen Kaltraum gebracht, in dem die Helligkeit auf 4:20 Stunden am Tag herabgesetzt und die Temperatur auf 5-7 Grad heruntergeregelt wird. Dies soll die Bedingungen simulieren, die dazu führen, dass Tiere sich in den Winterschlaf begeben. Ob sie in den Winterschlaf treten, wird mittels einer Infrarot-Kamera überwacht, die die Bewegungen der Tiere aufzeichnet.

Wenn die Hälfte der Tiere in den Winterschlaf gefallen ist, werden sie für 2 Tage wieder bei 25 Grad gehalten und der Riechtest wird wiederholt. Danach werden alle wieder in den Kaltraum gebracht und der Test nach 2 Monaten noch einmal wiederholt. Hamster, die keinen Winterschlaf gehalten haben, zeigen eine Vorliebe für den Geruch, mit dem sie auf Futter trainiert worden sind, während Tiere, die Winterschlaf gehalten haben, keine Vorliebe für einen Geruch zeigen.

Am Ende werden die Tiere mit Kohlendioxid erstickt und es wird eine sogenannte „kardiale Perfusion“ gemacht, damit Gehirn und Organe konserviert werden. Dazu wird mit einer Spritze ins Herz gestochen und verschiedene Lösungen durch den Körper gepumpt. Dann wird das Gehirn für weitere Untersuchungen entnommen.

Die Arbeit wurde unterstützt durch die Medizinische Fakultät der Universität Leipzig und die Deutsche Forschungsgemeinschaft.

Bereich: Alzheimer-Forschung, Neurophysiologie

Originaltitel: Hibernation impairs odor discrimination – implications for Alzheimer’s Disease

Autoren: Torsten Bullmann (1) *, Emily Feneberg (1), Tanja Petra Kretzschmann (1), Vera Ogunlade (2), Max Holzer (1), Thomas Arendt (1) *

Institute: (1) Department of Molecular and Cellular Mechanisms of Neurodegeneration, Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung, Universität Leipzig, Liebigstraße 19, 04103 Leipzig, (2) Abteilung für Neuropathologie, Universität Leipzig, Leipzig

Zeitschrift: Frontiers in Neuroanatomy 2019; 13: 69

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5118



Dokument 167Titel: Nahe physiologische spektrale Selektivität der Hörschnecken-Optogenetik
Hintergrund: Es soll herausgefunden werden, welche Art der Stimulation (akustisch, elektrisch, optisch) am effektivsten bei Hörverlust ist.
Tiere: 46 Gerbils
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz, Lebensmittelsicherheit und Tierschutz (LAVES) genehmigt. 46 mindestens 8 Wochen alte Wüstenrennmäuse beiderlei Geschlechts werden mehrfach unter Narkose operiert.

In der ersten OP wird bei einigen der Gerbils ein Schnitt hinter dem Ohr gemacht, die Muskeln und Gewebe zur Seite geschoben und die Bulla, die knöcherne Struktur, die das Mittelohr umgibt, aufgebohrt. Durch das Loch werden spezielle Viren in die Spiralganglien der Hörschnecke (Cochlea) gespritzt. Diese führen dazu, dass die Hörzellen in der Cochlea Proteine bilden, die durch Licht verändert werden und daraufhin einen Nervenimpuls in der Zelle entstehen lassen. In den darauffolgenden 4 Wochen können sich die Wüstenrennmäuse von dem Eingriff erholen. Kontrolltiere werden diesem Eingriff nicht unterzogen, aber für die weiteren Experimente verwendet.

In einer zweiten Operation wird die Kopfhaut aufgeschnitten, die freiliegende Schädeldecke gesäubert und eine Halterung aufgeklebt, mit der der Kopf der Gerbils fixiert werden kann. Dann wird auf der linken Hirnhälfte eine Referenzelektrode zwischen Schädeldecke und Hirnhaut angebracht. Im Bereich der rechten Hirnhälfte wird ein Loch in die Schädeldecke gebohrt und eine Sonde mit 32 Elektroden in das Gehirn eingeführt, die die Nervensignale aufzeichnet.

Dann werden die Tiere beschallt oder optisch oder elektrisch stimuliert. Die Tonstimulation erfolgt über einen Lautsprecher, der 30 cm vor den Köpfen der Gerbils platziert ist. Die optische Stimulation erfolgt durch ein Glasfaserkabel, welches an einen Laser angeschlossen ist; dieses wird durch das Loch in der Bulla eingeführt. Die elektrische Stimulation erfolgt durch in die Hörschnecke eingeführte Elektroden. Durch das Loch in der Bulla wird zudem ein Hör-Implantat eingesetzt. Nach diesen Experimenten werden die Tiere auf nicht näher beschriebene Weise getötet, die Gehirne entnommen und untersucht.

Die Arbeit wurde vom Europäischen Forschungsrat (European Research Council; ERC) gefördert.

Bereich: Hörforschung

Originaltitel: Near physiological spectral selectivity of cochlear optogenetics

Autoren: Alexander Dieter (1,2), Carlos J. Duque-Afonso (1,2,3), Vladan Rankovic (1,4,5), Marcus Jeschke (1,4,6), Tobias Moser* (1,2,3,4)

Institute: (1) Institut für Auditorische Neurowissenschaften und InneresOhrenLabor, Universitätsmedizin Göttingen, Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen, (2) Göttinger Graduiertenzentrum für Neurowissenschaften, Biophysik und Molekulare Biowissenschaften, Georg-August-Universität Göttingen, Göttingen, (3) Auditory Neuroscience Group, Max Planck Institut für Experimentelle Medizin, Göttingen, (4) Auditorische Neurowissenschaften und Optogenetik, Deutsches Primatenzentrum, Göttingen, (5) Restorative Cochlear Genomics Group, Auditorische Neurowissenschaften und Optogenetik, Deutsches Primatenzentrum, Göttingen, (6) Forschungsgruppe Kognitives Hören in Primaten, Auditorische Neurowissenschaften und Optogenetik, Deutsches Primatenzentrum, Göttingen

Zeitschrift: Nature Communications 2019; 10(1): 1962

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5117



Dokument 168Titel: Magnetresonanztomographie mit dem Magischen Winkel in vivo zur Auffindung von Zellen bei Pferden mittels Niedrigfeld-MRI
Hintergrund: Untersuchung von erkrankten Pferdebeinen mittels Magnetresonanztomographie.
Tiere: 6 Pferde
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche von der Landesdirektion Leipzig (TVV 34/13). Unter Narkose wird die Haut im mittleren Bereich des Mittelfußknochens der Pferde an beiden Vorderbeinen über der oberflächlichen Beugesehne 2 cm aufgeschnitten. Eine dicke Kanüle wird 2 cm tief in die Sehne gestochen und beim Wiederherausziehen ein Enzym in den Stichkanal gespritzt, welches die Fasern von Sehnen abbaut. So wird eine nichtentzündliche Sehnenerkrankung simuliert. In derselben Operation wird im Hüftbereich der Tiere Unterhautfettgewebe entnommen, um daraus Stammzellen herzustellen. Diese werden mit magnetischem Eisenoxid markiert. Anschließend werden die Wunden zugenäht und die Gliedmaßen bandagiert und Schmerzmittel wird über 6 - 10 Tage verabreicht. Drei Wochen nach der Operation werden die Tiere stehend leicht betäubt und der für die Sehne zuständige Nerv sowie das Gewebe um die Sehnenverletzung lokal betäubt. Mit einer Kanüle werden an einem der Vorderbeine Eisenoxid-markierte Stammzellen ins erkrankte Sehnengewebe gespritzt, an dem anderen Vorderbein nur Blutserum desselben Tieres zur Kontrolle. Kurz vor der Injektion, sowie 8 x innerhalb der nächsten 24 Wochen werden die behandelten Sehnenbereiche der Pferde unter Sedierung mittels Magnetresonanztomographie untersucht. Nach den 24 Wochen werden die Pferde getötet und Proben der Sehnen für weitere Untersuchungen entnommen.

Die Arbeit wurde unterstützt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Universität Leipzig, das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK)

Bereich: Tiermedizin, Bildgebende Verfahren

Originaltitel: In vivo magic angle magnetic resonance imaging for cell tracking in equine low-field MRI

Autoren: Carolin Horstmeier (1)*, Annette B. Ahrberg (2), Dagmar Berner (3), Janina Burk (4), Claudia Gittel (5), Aline Hillmann (6), Julia Offhaus (1), Walter Brehm (1,6)

Institute: (1) Klinik für Pferde, Veterinärmedizinische Fakultät, Universität Leipzig, An den Tierkliniken 21, 04103 Leipzig, (2) Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie, Universität Leipzig, Leipzig, (3) Royal Veterinary College, University of London, Hat?eld, Hertfordshire, Großbritannien, (4) Klinik für Pferde (Chirurgie), Justus-Liebig-Universität Gießen, Gießen, (5) Department of Veterinary Medicine, Queen’s Veterinary School, Cambridge, Großbritannien, (6) Sächsischer Inkubator für Klinische Translation (SIKT), Universität Leipzig, Leipzig

Zeitschrift: Stem Cells International 2019; 6: 1-9

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5116



Dokument 169Titel: Eignung der Gruppenentnahme von Speichelproben bei Wiederkäuerpopulationen zum Nachweis des Lumpy–Skin-Virus
Hintergrund: Bei Schweinen (Haus- oder Wildschwein) wird das Sammeln von Gruppen-Speichelproben an Futterstellen zum Nachweis von Krankheitserregern bereits erfolgreich praktiziert. Jetzt soll diese Methode bei Rindern ausprobiert werden.
Tiere: 12 Rinder (Holstein-Rinder)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche von der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern in Rostock (Nummer: LALLF M-V/TSD/7221.3-1-061/16). Die ca. 6 Monate alten Rinder stammen von kommerziellen Züchtern. Sie werden in einer Isoliereinheit mit hohem Sicherheitsstandard untergebracht. Allen Tieren werden sowohl unter die Haut als auch in die Vene Lumpy-Skin-Viren gespritzt. Lumpy Skin Disease ist eine nicht auf den Menschen übertragbare Viruserkrankung bestimmter Wiederkäuerarten, die mit knotigen Veränderungen der Haut, Schleimhäute und inneren Organen einhergeht. Betroffene Tiere zeigen auch Abmagerung, vergrößerte Lymphknoten, Hautödeme und können an der Krankheit sterben. Die in der Studie verwendeten Viren wurden 2016 von erkrankten Tieren in Mazedonien gewonnen. Vom Tag vor dem Infizieren der Rinder bis zum 28. Tag nach dem Infizieren werden die Tiere täglich klinisch untersucht und ihre Symptome nach einem Schema bewertet. Während der gesamten Studie werden pro Tier je 10 Blutproben, Rachen- und Nasenabstriche genommen. Außerdem werden Speichelproben von den Lecksteinen der Tiere genommen. Alle Rinder entwickeln nach der Infektion Krankheitssymptome. 6 Kühe zeigen dabei ausgeprägte Symptome und 2 Kühe werden aufgrund starker Symptomatik vor Ende des Versuchs getötet. Nach Ablauf der 28 Tage werden die noch lebenden Tiere geschlachtet.

Bereich: Tierseuchenforschung, Infektionsforschung

Originaltitel: Suitability of group-level oral fluid sampling in ruminant populations for lumpy skin disease virus detection

Autoren: Dietze, K. (1)*, Moritz, T. (1), Alexandrov, T. (2), Krstevski, K. (3), Schlottau, K. (1), Milovanovic, M. (4), Hoffmann, D. (1), Hoffmann, B. (1)

Institute: (1) Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Südufer 10, 17493 Greifswald-Insel Riems, (2) Bulgarian Food Safety Agency, Sofia, Bulgarien, (3) University „Ss. Cyril and Methodius” Skopje, Faculty of Veterinary Medicine, Skopje, Mazedonien. (4) Belgrade University, Faculty of Veterinary Medicine Belgrade, University of Belgrade, Belgrad, Serbien

Zeitschrift: Veterinary Microbiology 2018; 221: 44-48

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5115



Dokument 170Titel: Modulation der Achse des Wachstumshormonrezeptor-Insulin-ähnlichen Wachstumsfaktors durch Nahrungsprotein bei jungen Wiederkäuern
Hintergrund: Man weiß bereits, dass niedriger Proteingehalt im Futter von Ziegen zu Verschiebungen im Mineralhaushalt führt. In dieser Studie wird untersucht, ob dies an einer Veränderung im Hormonhaushalt liegt.
Tiere: 17 Ziegen (Deutsche Hausziege (Capra aegagrus hircus))
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die jungen, männlichen Ziegen (durchschnittliches Gewicht von 15,4 kg) werden in 2 Gruppen von 8 bzw. 9 Tieren aufgeteilt. Dabei erhält die erste Gruppe über 6 Wochen lang ein Futter mit einem gegenüber üblichen Ziegenfutter (11-12 %) erhöhten Proteingehalt von 20 % und die zweite Gruppe während desselben Zeitraums Futter mit reduziertem Proteingehalt (9 %). Tiere mit derselben Futterzusammensetzung werden in Gruppen von 4-5 zusammengehalten. Die Fütterung erfolgt zweimal täglich individuell um 7 und 16 Uhr. Angebotenes und nicht aufgenommenes Futter wird abgewogen. Auch das Gewicht der Ziegen wird wöchentlich bestimmt. Den Tieren wird ein Venenverweilkatheter in die Halsvene implantiert, um über einen Zeitraum von 24 Stunden alle 20 Minuten Blut zu nehmen. Außerdem erfolgt einmal täglich morgens früh eine Blutentnahme. Am Ende der 6 Wochen werden alle Tiere getötet, nachdem man sie mit einem Bolzenschuss in den Kopf betäubt hat. Die Lebern werden für weitere Untersuchungen entnommen.

Die Studie wurde gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Bereich: Tierernährung

Originaltitel: Modulation of growth hormone receptor-insulin-like growth factor 1 axis by dietary protein in young ruminants

Autoren: Caroline S. Firmenich (1), Nadine Schnepel (1), Kathrin Hansen (1), Marion Schmicke (2), Alexandra S. Muscher-Banse (1)*

Institute: (1) Institut für Physiologie und Zellbiologie, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Bischofsholer Damm 15, Gebäude 102, 30173 Hannover, (2) Endokrinologisches Labor, Klinik für Rinder, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Hannover

Zeitschrift: British Journal of Nutrition 2020; 123: 652–663

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5114



Dokument 171Titel: Neuronale Aktivierung nach offensiver Aggression bei Japanwachteln
Hintergrund: Welche Hirnareale sind bei aggressiveren Wachteln aktiver als bei ihren unterwürfigen Artgenossen? Und gibt es Unterschiede im Körperbau?
Tiere: 21 Wachteln (mindestens 21 Japanwachteln)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die männlichen Wachteln stammen von einem lokalen Züchter in Österreich. Für mindestens 10 Wochen werden sie ohne physischen, aber mit akustischem Kontakt zu den männlichen Artgenossen einzeln in 1,1 x 1,1 x 1,0 m großen Käfigen gehalten. 14 Tiere werden einzeln für 30 Minuten in einem neutralen Käfig jeweils mit einem ihrer Artgenossen konfrontiert. Das Verhalten wird beobachtet und auf Attacken (auf Hals, Kopf und Körper), Kämpfe, Verfolgungsjagden, Fluchtversuche und Lautäußerungen geachtet. Die in dieser Konfrontation jeweils aggressivere Wachtel wird unmittelbar nach dem Kampf durch Köpfen getötet und das Gehirn für feingewebliche Untersuchungen entnommen. 7 Tiere einer Kontrollgruppe werden für 5 Minuten vom Experimentator angefasst, für 30 Minuten zurück in ihren Käfig gesetzt und anschließend auch durch Köpfen getötet um ihre Gehirne zu untersuchen. Was mit den weniger aggressiven Wachteln geschieht, wird nicht erwähnt. Vor dem Töten werden Körpergewicht und Größe der Kloakendrüse gemessen.

Bereich: Verhaltensforschung, Tierphysiologie, Hirnforschung

Originaltitel: Neural activation following offensive aggression in Japanese quail

Autoren: Cornelia Voigt, Katharina Hirschenhauser, Stefan Leitner*

Institute: Max-Planck-Institut für Ornithologie, Abteilung Verhaltensneurobiologie, Eberhard-Gwinner-Straße, 82319 Seewiesen

Zeitschrift: Biology Open 2018; 7: bio038026

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5113



Dokument 172Titel: Der kleinste Hörwinkel von Schleiereulen
Hintergrund: Wie gut kann eine Eule räumlich hören?
Tiere: 3 Eulen (Schleiereulen)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Genehmigung der Versuche erfolgt durch die zuständige Regierungsbehörde LAVES in Niedersachsen (Az 33.9-42502-04-11/0647, Az 33.19-42502-04-16/2339). Zwei zweijährige Eulen stammen von der Universität Oldenburg, eine 24-jährige von der Technischen Universität München. Während der experimentellen Phase bekommen die Tiere nur so viel zu essen, dass sie etwa 15 % unter ihrem Normalgewicht wiegen. Die Versuche werden in einer schalldämpfenden, echoreduzierten Kammer mit den Außenmaßen 2,8 x 2,7 x 2,5 m durchgeführt, in deren Mitte sich ein Sockel mit zwei Sitzstangen (Warte- und Zielstange) befindet. An einer Wand ist in 1,2 m Höhe ein Ring von 1,8 m Durchmesser montiert, an dem sich in einem Halbkreis auf Höhe des Eulenkopfes 30 Lautsprecher befinden. Mittels Infrarot-Lichtschranken, die sich an den Sitzstangen befinden, kann die Bewegung der Tiere gemessen werden. Vor der Zielstange gibt es einen Futterautomaten, der bis zu 24 x erwünschtes Verhalten „belohnt“.

Die Eulen bekommen Rauschsignale mit verschiedenen Frequenzen vorgespielt. Diese haben eine Lautstärke von 40 dB, was für das sehr gute Gehör der Eulen bereits extrem laut ist. Kommen diese Tonsignale von demselben Lautsprecher oder denselben zwei benachbarten Lautsprechern, so dienen sie als „Wartesignal“, bei dem die Tiere die Wartestange nicht verlassen sollen. Ändert sich die Richtung, aus der die Signale kommen, müssen die Tiere innerhalb einer bestimmten Zeit von der Warte- auf die Zielstange wechseln, um über den Futterautomaten etwas Futter (Eintagsküken) zu bekommen. Das nächste Signal gibt es erst, wenn die Eule sich wieder auf der Wartestange befindet. Jede Sitzung besteht aus 42 Versuchen, aufgeteilt in mehreren Blöcken. Über den Verbleib der Tiere nach den Messungen gibt es keine Erwähnung.

Bereich: Hörforschung, Tierphysiologie

Originaltitel: The barn owls’ minimum audible angle

Autoren: Bianca Krumm (1,2), Georg M. Klump (1), Christine Köppl (2), Ulrike Langemann (1)*

Institute: (1) Exzellenzcluster „Hearing4all“, Abteilung Zoophysiologie & Verhalten, Fakultät VI – Medizin und Gesundheitswissenschaften, Department für Neurowissenschaften, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Carl-von-Ossietzky-Str. 9-11, 26129 Oldenburg, (2) Exzellenzcluster „Hearing4all“, Abteilung Cochlea- und Hirnstammphysiologie, Fakultät VI – Medizin und Gesundheitswissenschaften, Department für Neurowissenschaften, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Oldenburg

Zeitschrift: PLoS ONE 2019; 14(8): e0220652

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5112



Dokument 173Titel: Unterdrückung spontaner otoakustischer Emissionen in der Schleiereule (Tyto alba)
Hintergrund: Es ist bereits bekannt, dass es bei verschiedenen Wirbeltieren, auch beim Menschen und der Schleiereule, zu spontanen Ohrgeräuschen kommt. Welche Ursache diese haben, meint man in dieser Studie an Schleiereulen herausfinden zu können.
Tiere: 7 Eulen (Schleiereulen)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche vom LAVES in Oldenburg (33.9-42502-04-13/1182). Die 1,5 – 5 Jahre alten Eulen stammen von der Zuchtkolonie der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Durch eine Spritze in den Muskel werden die Tiere in leichte(!) Narkose versetzt und in eine doppelwandige, schallgedämpfte Kammer gebracht. Über Nadelelektroden in Flügel- und Beinmuskulatur wird die Herzfunktion überwacht. Der Schnabel wird in einer handgefertigten Vorrichtung eingespannt, um den Kopf in einer bestimmten Position zu fixieren. Auf einer Schädelseite wird im Bereich des Mittelohrs ein Hautschnitt gemacht und zur Entlüftung eine Kanüle reingestochen.

Die Eulen werden über Schaumstoff-Ohrstöpsel in den Ohren an ein Mikrofon-Lautsprechersystem angeschlossen, mit dem über 35 Minuten spontan ausgesendete Ohrlaute gemessen werden. Außerdem werden über das Mikrofon verschieden laute Töne mit unterschiedlichen Frequenzen abgespielt und geschaut, ob und wie die spontanen Ohrlaute unterdrückt werden. Diese Töne haben teilweise eine Lautstärke von über 80 dB, was vergleichbar ist mit dem Krach einer Hauptverkehrsstraße. Am Ende der Messungen wird die Kanüle aus dem Kopf entfernt und der Hautschnitt vernäht. Die Tiere bekommen ein Schmerzmittel gespritzt und dürfen aus der Narkose erwachen. Es wird nicht erwähnt, was weiter mit den Eulen geschieht.

Die Arbeit wurde durch das EU-Programm Horizon 2020 unterstützt.

Bereich: Hörforschung, Tierphysiologie

Originaltitel: Suppression tuning of spontaneous otoacoustic emissions in the barn owl (Tyto alba)

Autoren: Sina Engler (1,2)*, Christine Köppl (3), Geoffrey A. Manley (3), Emile de Kleine (1,2), Pim van Dijk (1,2)

Institute: (1)* University of Groningen, University Medical Center Groningen, Department of Otorhinolaryngology/Head and Neck Surgery, Hanzeplein 1, 9713 GZ Groningen, Niederlande, (2) Graduate School of Medical Sciences, Research School of Behavioural and Cognitive Neurosciences, University of Groningen, Niederlande, (3) Exzellenzcluster “Hearing4all” und Forschungszentrum Neurosensorik, Department für Neurowissenschaften, Fakultät VI – Medizin und Gesundheitswissenschaften, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 26129, Oldenburg

Zeitschrift: Hearing Research 2020; 385: 107835

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5111



Dokument 174Titel: Virulenz von drei europäischen hochpathogenen Vogelgrippe H7N1 und H7N7 Viren in Peking- und Moschusenten
Hintergrund: Wie ansteckend sind zwei verschiedene Vogelgrippeviren bei Moschus- und Pekingenten und welche Rolle spielt der Infektionsweg?
Tiere: 60 Enten (40 Moschusenten, 20 Pekingenten, unbekannte Anzahl Hühnerembryonen)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche von der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (Nr. 7221.3-1-060/17). Die Enten stammen von Czarkowski GbR in Storkow.

Im Alter von 10 Tagen werden insgesamt 6 Gruppen zu je 10 Enten gebildet (4 Gruppen mit Moschusenten und 2 mit Pekingenten). Die Tiere werden entweder über die Kloake oder eine Spritze in den Muskel mit einem hochpathogenen (= hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Virus die Tiere krankmacht) Vogelgrippevirus infiziert. Bei den Moschusenten wird zusätzlich noch ein anderer Virusstamm, ebenfalls hochpathogen, getestet. In den folgenden 10 Tagen wird beobachtet, welche Krankheitssymptome die Tiere entwickeln. Außerdem erfolgt zu Beginn der Versuche eine Blutentnahme über eine Flügelvene. Und es werden während des Versuchs an verschiedenen Tagen Kloaken- und Rachenabstriche genommen. Die Enten leiden in unterschiedlicher Ausprägung an Abgeschlagenheit, Durchfall und Bewegungsstörungen (Kreis- oder Rollbewegungen, Koordinationsstörungen, Krämpfe, Schiefhals). Je nach Gruppe ist die Sterberate bis zu 100%. Insgesamt sterben 18 Moschus- und 10 Pekingenten innerhalb weniger Tage nach der Infektion oder sie werden aufgrund starker Probleme getötet. Alle Tiere, die 10 Tage nach der Infektion noch leben, werden mit einer Überdosis Narkosemittel ebenfalls getötet.

Gefördert wurde die Studie von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und DELTA-FLU.

Bereich: Vogelgrippe-Forschung, Virologie, Tierseuchenforschung

Originaltitel: Virulence of three European highly pathogenic H7N1 and H7N7 avian influenza viruses in Pekin and Muscovy ducks

Autoren: David Scheibner, Claudia Blaurock, Thomas C. Mettenleiter, Elsayed M. Abdelwhab*

Institute: Institut für molekulare Virologie und Zellbiologie, Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Südufer 10, 17493 Greifswald-Insel Riems, Greifswald

Zeitschrift: BMC Veterinary Research 2019; 15: 142

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5110



Dokument 175Titel: Variable Auswirkung der polybasischen Hämagglutinin-Spaltungs-Stelle auf Virulenz und Pathogenese des Vogelgrippe-H7N7-Virus bei Hühnern, Truthähnen und Enten
Hintergrund: Wie krank werden Hühner, Truthähne und Enten, wenn sie mit verschiedenen Vogelgrippeviren infiziert werden?
Tiere: 330 Tiere verschiedener Arten (Mind. 90 Hühner (Leghorn), mind. 120 Truthähne, mind. 120 Enten (Moschus-, Peking- und Mallardente), unbekannte Anzahl Hühnerembryonen)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern genehmigt. Die Hühner stammen von der VALO BioMedia GmbH, die Enten und Truthähne von lokalen Züchtern.

Für die Versuchsreihen werden drei verschiedene Vogelgrippevirus-Stämme eingesetzt: Virus 1 (mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Krankheit auslösend), Virus 2 (mit niedriger Wahrscheinlichkeit eine Krankheit auslösend) und Virus 3 (Unterform des Virus 2). Hergestellt werden die Viren u.a. durch die Passage in Hühnerembryonen. Dabei werden Viren in die bebrüteten Hühnereier gespritzt, wo sie sich vermehren, die Viren werden gewonnen und in weitere Eier injiziert usw.

Im Alter von 6 – 8 Wochen werden Hühner, Truthähne und Enten in verschiedene Gruppen aufgeteilt. Je 6 – 10 Tiere werden mit einem der drei Erreger über die Nase oder Kloake infiziert. Einen Tag später werden je 4 - 5 gesunde Tiere zu den Gruppen dazugesetzt, um die Ansteckung von Tier zu Tier zu simulieren. Anschließend werden die Vögel für 10 Tage beobachtet und anhand ihrer sichtbaren Krankheitssymptome in vier Kategorien eingeteilt. Die Tiere zeigen in unterschiedlicher, zum Teil starker Ausprägung Durchfall, Bewegungsstörungen wie Schiefhals und Lähmungen, Atemprobleme, Blutungen, Blutarmut, Federverlust uvm. In drei weiteren Gruppen werden je 10 - 15 Hühner, Truthähne und Enten mit den jeweiligen Virusstämmen über eine Spritze in die Vene infiziert. Auch diese Tiere werden danach 10 Tage beobachtet und die Symptome in Kategorien eingeteilt.

Am Tag 4 nach der Infektion werden zum Virusnachweis von allen Tieren Abstriche von Rachen und Kloake genommen. Extrem viele Hühner sterben innerhalb von wenigen Tagen nach der Virusinfektion über den Rachen, der Kloake oder die Vene. Auch von den Truthähnen werden viele Tiere wegen starker neurologischer Symptome getötet oder sterben innerhalb weniger Tage. Am Ende des Beobachtungszeitraums werden die überlebenden Tiere für weitere Untersuchung mit einer Überdosis Narkosemittel getötet.

Die Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und DELTA-FLU gefördert.

Bereich: Vogelgrippe-Forschung, Virologie, Tierseuchenforschung

Originaltitel: Variable impact of the hemagglutinin polybasic cleavage site on virulence and pathogenesis of avian influenza H7N7 virus in chickens, turkeys and ducks

Autoren: David Scheibner (1), Reiner Ulrich (2), Olanrewaju I. Fatola (2), Annika Graaf (3), Marcel Gischke (1), Ahmed H. Salaheldin (1), Timm C. Harder (3), Jutta Veits (1), Thomas C. Mettenleiter (1), Elsayed M. Abdelwhab (1)*

Institute: (1) Institut für molekulare Virologie und Zellbiologie, Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Südufer 10, 17493 Greifswald-Insel Riems, Greifswald, (2) Abteilung für experimentelle Tierhaltung und Biosicherheit, Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Greifswald-Insel Riems, (3) Institut für Virusdiagnostik, Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Greifswald-Insel Riems

Zeitschrift: Scientific Reports 2019; 9(1): 11556

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5109



Dokument 176Titel: Effizienz und Nebenwirkungen von Baclofen und dem neuen GABAB-Rezeptor-Modulator CMPPE bei einem Tiermodell für Alkohol- und Kokain-Sucht
Hintergrund: Klinische Studien haben gezeigt, dass ein im Tierversuch erfolgreiches Anti-Suchtmittel bei Patienten nicht gut wirkt, aber Nebenwirkungen hat. In der vorliegenden Studie wird versucht, der Ursache für diese Diskrepanz auf den Grund zu gehen, indem Ratten Alkohol- und Kokainsüchtig gemacht werden.
Tiere: 122 Ratten
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Karlsruhe und einem Ethikkomitee in Russland genehmigt. 50 Ratten stammen aus der hauseigenen Zucht des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (CIMH), 10 Ratten von der Zuchtfarm Rapolova, Russland, und 62 Ratten von Charles River, Sulzfeld. Die Tiere werden einzeln gehalten. Versuchsreihen 1 und 3 werden offensichtlich am CIMH und Nr. 2 in Russland durchgeführt.

1. Langzeitalkoholsucht. Im Käfig der Ratten werden 4 Trinkflaschen angebracht: Wasser, 5, 10 und 20% Alkohol. Die Tiere haben die freie Wahl. Nach 8 Wochen werden die Alkoholflaschen für 2 Wochen entfernt Dies wird in der Folge unregelmäßig wiederholt. Der Wechsel zwischen Angebot und Entzug treibt die Tiere innerhalb etwa eines Jahres in die Alkoholsucht. Nun wird drei Gruppen von Ratten ein bekanntes suchtunterdrückendes Medikament, ein neues Mittel oder eine wirkungslose Substanz 5 Mal hintereinander alle 12 Stunden in die Bauchhöhle injiziert. Es wird beobachtet, ob die Ratten jetzt weniger Alkohol trinken, wenn dieser nach einem Entzug wieder zur Verfügung gestellt wird.

2. Auslösereiz-Alkoholsucht: Die Ratten können in ihrem Käfig zwischen Wasser und 10%iger Alkohollösung wählen. Nach 7 Wochen werden die Tiere täglich für eine Stunde in eine Verhaltensbox gesetzt, wo sie sich den Alkohol selbst zuführen können. In einer Seitenwand sind zwei Löcher. Steckt die Ratte ihre Nase in das eine Loch, erhält sie über eine Ausgabe etwas Alkohol und es leuchtet eine Lampe auf. In dem anderen Loch gibt es nichts. Nach einigen Wochen erfolgt eine 8-tägige Entzugsphase, in der es in beiden Löchern keinen Alkohol gibt. Dann erhalten Gruppen von Ratten die oben beschriebenen Substanzen appliziert und werden wieder in die Box gesetzt. Steckt die Ratte ihre Nase jetzt weniger häufig in das Alkohol-Loch, wird das als Wirksamkeit des applizierten Mittels gewertet.

3. Auslösereiz-Kokainsucht: In Narkose wird den Ratten ein Katheter in eine Halsvene gelegt, der bis ins Herz reicht. Der Schlauch wird vom Hals auf den Rücken geführt und fixiert. Dort kann er an eine Pumpe angeschlossen werden, die Kokain direkt ins Blut des Tieres abgibt. Die Tiere werden täglich für 2,5 Stunden in eine Verhaltensbox mit zwei Löchern in der Wand gesetzt. Aufleuchten eines blauen Lichts signalisiert das Vorhandensein von Kokain. Steckt die Ratte ihre Nase in eines der Löcher, erhält sie Kokain und es leuchtet eine weiße Lampe auf. Verfügbarkeit und Entzug von Kokain werden innerhalb einer täglichen Session abgewechselt. Nach 50 Sessions wird getestet, inwieweit die Tiere süchtig geworden sind. Wie oft steckt die Ratte ihre Nase in das Kokain-Loch, obwohl keine blaue Lampe die Verfügbarkeit signalisiert? Weiter wird die Kokain-Administration mit einem Elektroschock über das Bodengitter bestraft. Steckt die Ratte dennoch ihre Nase in das Kokain-Loch, d.h. die Sucht ist stärker als der Schmerz? Nun werden Gruppen von Ratten die Substanzen injiziert und es wird beobachtet, ob sich das Suchtverhalten geändert hat. Das weitere Schicksal der Tiere wird nicht erwähnt.

Die Arbeit wurde unterstützt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Ministerium für Bildung in Brazil, Brasilien.

Bereich: Suchtforschung, Psychopharmakologie

Originaltitel: Efficacy and side effects of baclofen and the novel GABAB receptor positive allosteric modulator CMPPE in animal models for alcohol and cocaine addiction

Autoren: Valentina Vengeliene (1)*, Tariane T. Takahashi (1), Olga A. Dravolina (2), Irina Belozertseva (2), Edwin Zvartau (2), Anton Y. Bespalov (2,3), Rainer Spanagel (1)

Institute: (1) Institut für Psychopharmakologie, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (CIMH), Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, J5, 68159 Mannheim, (2) Valdman Institute of Pharmacology, Pavlov First State Medical University, St. Petersburg, Russland, (3) Exciva, Heidelberg

Zeitschrift: Psychopharmacology 2018; 235(7): 1955-1965

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5108



Dokument 177Titel: Nervenschutz durch Energie- und Protein-Energie-Mangelernährung ist phasenabhängig nach einer fokalen Mangeldurchblutung des Gehirns bei Mäusen
Hintergrund: Aus Bevölkerungsstudien ist bekannt, dass Mangelernährung die Folgen nach einem Schlaganfall verschlimmert. Hier wird dieses Phänomen an Mäusen nachgestellt. Ergebnis: 7 Tage Mangelernährung hat keine Auswirkungen auf die Schäden im Gehirn nach Schlaganfall, 14 Tage haben einen positiven Effekt und 30 Tage einen negativen.
Tiere: 108 Mäuse (ca.)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Bezirksregierung Düsseldorf genehmigt. Die Mäuse stammen aus der Versuchstierzucht Harlan-Netherlands, Rossdorf. Die männlichen Mäuse der Zuchtlinie C57BL6/j werden während des ganzen Experiments einzeln gehalten. Die Tiere werden in drei Gruppen eingeteilt: eine erhält normales Futter (3518/kcal/kg, 20% Proteinanteil), eine Gruppe bekommt Futter mit geringem Energiegehalt (1313 kcal/kg, 20% Protein) und die dritte Gruppe Futter mit vermindertem Energie- und Proteingehalt (1313 kcal/kg, 8% Proteinanteil).

Diese Ernährung erfolgt über einen Zeitraum von 7, 14 oder 30 Tagen. Mäuse, in der 30-Tage-Gruppe verlieren 20% ihres Gewichts, sie sind weniger aktiv und ihr Kot wird blass mit Blutbeimengungen. Nach 7, 14 oder 30 Tagen werden jeweils einige Mäuse aus jeder Gruppe einer Operation unterzogen, um einen künstlichen Schlaganfall zu simulieren. Dabei wird unter Narkose der Hals aufgeschnitten, die linke Halsarterie wird abgeklemmt. Durch einen kleinen Schnitt in der Halsarterie wird ein Nylonfaden gefädelt und bis ins Gehirn vorgeschoben, wo er eine Hirnarterie verstopft, sodass der Gewebebereich dahinter nicht mehr durchblutet wird. Mit einem Laser-Doppler-Gerät, das auf dem Kopf aufgesetzt wird, wird überprüft, ob das Blutgefäß tatsächlich verschlossen ist. Nach 30 Minuten wird der Faden wieder herausgezogen, sodass das Hirngewebe wieder durchblutet wird. Die Wunden werden chirurgisch verschlossen.

Die Tiere erwachen aus der Narkose. 24 Stunden nach der Operation werden die neurologischen Ausfallserscheinungen wie die Körperhaltung beurteilt. Für Details wird auf eine Arbeit aus dem Jahr 1997 verwiesen. Anschließend wird durch einen Stich ins Herz eine Blutprobe genommen – nicht erwähnt, aber vermutlich in Narkose. Dann werden die Mäuse getötet, indem Formalin in die Blutbahn injiziert wird, bis alles Blut ausgetauscht ist. Die Gehirne werden in Scheiben geschnitten und untersucht.

Die Arbeit wurde unterstützt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und dem Brazilian Council for Scientific and Technological Development.

Bereich: Schlaganfallforschung

Originaltitel: Neuroprotection induced by energy and protein-energy undernutrition is phase-dependent after focal cerebral ischemia in mice

Autoren: Tayana Silva de Carvalho, Eduardo H. Sanchez-Mendoza, Luiza M. Nascentes Melo, Adriana R. Schulz Moreira, Maryam Sardari, Egor Dzyubenko, Christoph Kleinschmitz, Dirk M. Hermann*

Institute: Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Essen, Hufelandstr. 55, 45122 Essen

Zeitschrift: Translational Stroke Research 2020; 11: 135-146

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5107



Dokument 178Titel: Von der Dosis abhängige Antworten der Mikroglia und der Astrocyten sind verbunden mit einem Nervenschutz nach einer Mangeldurchblutung und nach einem durch Lipopolysaccharide hervorgerufenem Blutvergiftungs-ähnlichen Stadium bei Mäusen
Hintergrund: Forschungen zur Frage, ob eine Blutvergiftung die Gehirnschäden nach einem künstlich ausgelösten Schlaganfall verbessert.
Tiere: 36 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von einer nicht genannten Bezirksregierung in Nordrhein-Westfalen genehmigt. Die männlichen Mäuse der Zuchtlinie C57BL6/j stammen aus der Versuchstierzucht Harlan, Horst, Niederlande. Sie werden in Gruppen gehalten.

Bei den Tieren wird ein Schlaganfall simuliert: Dazu wird unter Narkose der Hals aufgeschnitten, die linke Halsarterie wird abgeklemmt. Durch einen kleinen Schnitt in der Halsarterie wird ein Nylonfaden gefädelt und bis ins Gehirn vorgeschoben, wo er eine Hirnarterie verstopft, sodass der Gewebebereich dahinter nicht mehr durchblutet wird. Mit einem Laser-Doppler-Gerät, das auf dem Kopf aufgesetzt wird, wird überprüft, ob das Blutgefäß tatsächlich verschlossen ist. Nach 20 Minuten wird der Faden wieder herausgezogen, so dass das Hirngewebe wieder durchblutet wird. Die Wunden werden chirurgisch verschlossen und die Tiere erhalten in den folgenden drei Tagen Schmerzmittel.

24 Stunden nach der Operation werden die Mäuse in 3 Gruppen eingeteilt. Zwei Gruppen erhalten Bakterienbestandteile (LPS) in unterschiedlichen Dosierungen in die Bauchhöhle injiziert, eine Gruppe bekommt eine wirkungslose Kochsalzlösung. LPS erzeugt Entzündungsreaktionen des Körpers, es kommt zu einer Blutvergiftung. (Sepsis). In den folgenden drei Tagen werden regelmäßig Körpertemperatur (hierzu wird ein Thermometer in den After gesteckt) und Körpergewicht gemessen sowie die neurologischen Ausfallserscheinungen beurteilt. Für Details zu letzterem wird auf eine Arbeit aus dem Jahr 1997 verwiesen. Eine weitere Gruppe Mäuse wird scheinoperiert, d.h., es wird der Hals aufgeschnitten, aber es wird kein Faden eingefädelt. Drei Tage nach der Operation bzw. der LPS-Injektion werden die Mäuse getötet, indem Formalin in die Blutbahn eingeleitet wird (vermutlich unter Narkose). Die Gehirne werden in Scheiben geschnitten, um die entstandenen Gewebeschäden zu untersuchen.

In einem weiteren Experiment wird die Reihenfolge geändert, d.h. es wird erst LPS injiziert und 24 Stunden später ein Schlaganfall künstlich ausgelöst. Auch diese Tiere werden abschließend getötet.

Die Arbeit wurde unterstützt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft.

Bereich: Schlaganfallforschung

Originaltitel: Dose-dependent microglial and astrocytic responses associated with post-ischemic neuroprotection after lipopolysaccharide-induced sepsis like state in mice

Autoren: Maryam Sardari, Egor Dzyubenko, Ben Schmermund, Dongpei Yin, Yachao Qi, Christoph Kleinschmitz, Dirk M. Hermann*

Institute: Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Essen, Hufelandstr. 55, 45122 Essen

Zeitschrift: Frontiers in Cellular Neuroscience 2020; 14: 26. Doi: 10.3389/fncel.2020.00026

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5106



Dokument 179Titel: Geringe Proteinbeschränkung schützt gegen fokale Minderdurchblutung im Gehirn von Mäusen durch Mechanismen, an denen entzündungshemmende und anti-oxidative Rückmeldungen beteiligt sind
Hintergrund: Aus verschiedenen Bevölkerungsstudien ist bekannt, dass der Konsum von rotem Fleisch ein Gesundheitsrisiko darstellt und unter anderem Schlaganfall begünstigt. Hier wird dies an Mäusen nachgestellt. Tatsächlich tragen Mäuse, die proteinarm ernährt wurden, nach einem künstlich ausgelösten Schlaganfall weniger Hirnschäden davon.
Tiere: 36 Mäuse
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Bezirksregierung Düsseldorf genehmigt. Die Mäuse stammen aus der Versuchstierzucht Harlan-Netherlands, Rossdorf. Die männlichen Mäuse der Zuchtlinie C57BL6/j werden während des ganzen Experiments einzeln gehalten. Die Tiere werden in zwei Gruppen eingeteilt: eine erhält normales Futter mit 20% Proteinanteil und eine Gruppe Futter mit nur 8% Proteinanteil. Nach 7, 14 und 30 Tagen werden jeweils 6 Mäuse aus jeder Gruppe einer Operation unterzogen. Dabei wird unter Narkose der Hals aufgeschnitten, die linke Halsarterie wird abgeklemmt. Durch einen kleinen Schnitt in der Halsarterie wird ein Nylonfaden gefädelt und bis ins Gehirn vorgeschoben, wo er eine Hirnarterie verstopft, sodass der Gewebebereich dahinter nicht mehr durchblutet wird. Auf diese Weise wird ein Schlaganfall simuliert. Mit einem Laser-Doppler-Gerät, das auf dem Kopf aufgesetzt wird, wird überprüft, ob das Blutgefäß tatsächlich verschlossen ist. Nach 30 Minuten wird der Faden wieder herausgezogen und die Wunden werden chirurgisch verschlossen.

Die Tiere erwachen aus der Narkose. 24 Stunden nach der Operation werden die neurologischen Ausfallserscheinungen z.B. anhand der Körperhaltung beurteilt. Es werden keine näheren Angaben dazu gemacht und auf eine ältere Arbeit verwiesen, in der sich aber auch keine Angaben finden. Anschließend wird durch einen Stich ins Herz eine Blutprobe genommen – nicht erwähnt, aber vermutlich in Narkose. Anschließend werden die Mäuse getötet, indem Formalin in die Blutbahn injiziert wird, bis alles Blut ausgetauscht ist. Die Gehirne werden in Scheiben geschnitten und untersucht.

Die Arbeit wurde unterstützt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und dem Brazilian Council for Scientific and Technological Development.

Bereich: Schlaganfallforschung

Originaltitel: Moderate protein restriction protects against focal cerebral ischemia in mice by mechanisms involving anti-inflammatory and anti-oxidant responses

Autoren: Tayana Silva de Carvalho, Eduardo H. Sanchez-Mendoza, Luiza M. Nascentes, Adriana R. Schulz Moreira, Maryam Sardari, Egor Dzyubenko, Christoph Kleinschmitz, Dirk M. Hermann*

Institute: Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Essen, Hufelandstr. 55, 45122 Essen

Zeitschrift: Molecular Neurobiology 2019; 56: 8477-8488

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5105



Dokument 180Titel: Die Rückenhautkammer: Fenster zur dynamischen Interaktion von Biomaterialien mit ihrem umgebenden Wirts-Gewebe
Hintergrund: Dieser Übersichtsartikel beschreibt detailliert verschiedene Anwendungsbereiche für die Rückenhautkammer und gibt Informationen zur experimentellen Anwendung.
Tiere: Tiere verschiedener Arten (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2011

Versuchsbeschreibung: Bei der vorliegenden Publikation handelt es sich um einen Übersichtsartikel, der die experimentelle Verwendung und die Anwendungsgebiete der sogenannten Rückenhautkammer beschreibt. Rückenhautkammern werden seit langem in Tierversuchen verwendet, um in erster Linie Veränderungen in der Blutgefäßbildung (Vaskularisierung) über Tage oder Wochen hinweg im lebenden Tier zu beobachten. Weitere Anwendungsgebiete sind z.B. Entzündungsforschung, Biomaterial-Forschung, Dermatologie oder auch die Untersuchung von Wundheilungsprozessen.

Die Rückenhautkammer wird in erster Linie eingesetzt bei Mäusen, Ratten und Hamstern. Auch gentechnisch veränderte Tiere werden häufig für die Versuche eingesetzt, z.B. Mäuse mit geschwächtem Immunsystem. Das Tier wird betäubt und die Kammer chirurgisch implantiert. Dabei wird die Rückenhaut gespannt und wie bei einem Sandwich zwischen 2 Metallrahmen fixiert, die anschließend fest zusammengeschraubt werden - hierzu werden Löcher in die Haut des Tieres gebohrt. In der Mitte der Metallrahmen befindet sich ein rundes Beobachtungsfenster. Dadurch kann man die Blutgefäße des Tieres durch die extrem gespannte Haut am lebenden und wachen Tier beobachten und mikroskopieren. Im Bereich des Beobachtungfensters werden dem Tier Haut- und Muskelschichten herausgeschnitten (ca. 15 mm Durchmesser) und das Gewebe mit einem Glasplättchen abgedeckt, damit das Gewebe nicht austrocknet.

Ein geübter Experimentator brauche max. 30 min. für die Anbringung der Kammer, schreiben die Autoren. Es gibt verschiedenste Rückenhautkammer-Modelle, die hier beschriebenen wiegen ca. 2 Gramm für Mäuse und ca. 4 Gramm für Ratten und Hamster. Es wird empfohlen, für die Rückenhautkammer-Anbringung Mäuse mit einem Körpergewicht von 22-25 Gramm einzusetzen, bei Hamstern 60-80 Gramm und bei Ratten 150-200 Gramm. Bei Mäusen wiegt die Kammer also etwa ein Zehntel des Körpergewichtes. Die Kammer für Mäuse ist etwa 40 mm breit und 20 mm hoch. Vergleichbar würde ein 70 kg schwerer und 170 cm großer Mensch ein 7 kg schweres und 70x35 cm (entspricht etwa einem Standardkopfkissen) großes Metallkonstrukt tage- oder wochenlang ununterbrochen auf dem Rücken tragen.

Die Tiere sollten sich 48 Stunden nach dem operativen Eingriff „erholen“, erst danach sollten die eigentlichen Versuche starten. Bei der Erforschung von Biomaterialien, z.B. für die Implantologie, und zur Analyse der Abstoßungsreaktion des umliegenden Gewebes wird die Material-Probe in die Kammer eingebracht. Ggf. kann ein Silikon-Pad zur zusätzlichen Fixierung in die Kammer integriert werden. Auch implantierte Tumore können in der Kammer beobachtet und untersucht werden, hierfür werden auch Kaninchen eingesetzt. Nach Anbringung der Kammer wird das darin befindliche Gewebe, je nach Versuchsaufbau, über mehrere Tage oder Wochen hinweg mikroskopisch untersucht. Die ganze Zeit über lebt das Tier mit der Kammer auf dem Rücken und ist bei vollem Bewusstsein. Für die mikroskopischen Analysen, die meist im Abstand von wenigen Tagen erfolgen, wird dem Tier i.d.R. eine fluoreszierende Substanz injiziert, meist durch Spritzen in die Schwanzvene oder in das Venengeflecht hinter dem Auge. Hierfür wird das Tier betäubt. Nach Ende der Versuche werden die Tiere fast immer getötet und das Gewebe in der Kammer weiteren Analysen unterzogen.

Bereich: Biomaterialforschung, Gefäßforschung, Entzündungsforschung

Originaltitel: The dorsal skinfold chamber: window into the dynamic interaction of biomaterials with their surrounding host tissue

Autoren: MW Laschke (1,2)*, B Vollmar (1,3), MD Menger (1,2)

Institute: (1)* Institut für Klinisch-Experimentelle Chirurgie, Universität des Saarlandes, Kirrberger Straße, 66421 Homburg/Saar, (2) Collaborative Research Center AO Foundation, Universität des Saarlandes, Homburg/Saar, (3) Institut für Experimentelle Chirurgie, Universität Rostock, Rostock

Zeitschrift: European Cells and Materials 2011; 22: 147-64

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5104



Dokument 181Titel: Langzeit-Prä- und Postkonditionierung mit niedrigen Dosen von Erythropoetin schützt schwach durchblutetes Muskel-Haut-Gewebe vor Zelltod
Hintergrund: Mäusen werden Rückenhautkammern implantiert, Mangeldurchblutungen werden ausgelöst und die Tiere tagelang etliche Male narkotisiert und mit diversen Spritzen behandelt. Das Leid der Tiere steht in keinem Verhältnis zum Nutzen, da die Wirkung des Hormons Erythropoetin auf die Regeneration von Geweben und Blutgefäßen bereits seit langem gut belegt ist.
Tiere: 18 Mäuse
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden in Bayern genehmigt (Referenznummer 55.2-1-54-2531-89-12), die zuständige Behörde wird nicht genannt. Die Mäuse entstammen der Versuchstierzucht Charles River Laboratories, Sulzfeld, und werden einzeln in Käfigen gehalten (Mäuse sind hochsoziale Rudeltiere).

Allen Mäusen werden Rückenhautkammern implantiert. Rückenhautkammern werden seit langem in Tierversuchen verwendet, um in erster Linie Veränderungen in der Blutgefäßbildung (Vaskularisierung) über Tage oder Wochen hinweg in vivo (beim lebenden Tier) zu beobachten. Die Maus wird betäubt und die Kammer chirurgisch implantiert. Dabei wird die Rückenhaut gespannt und wie bei einem Sandwich zwischen 2 Metallrahmen fixiert, die anschließend fest zusammengeschraubt werden - hierzu werden Löcher in die Haut der Maus gebohrt. In der Mitte der Metallrahmen befindet sich ein rundes Beobachtungsfenster. Dadurch kann man die Blutgefäße der Maus durch die extrem gespannte Haut am lebenden und wachen Tier beobachten und mikroskopieren. Die Kammer wiegt 3 Gramm, also über ein Zehntel des Körpergewichtes der Mäuse. Vergleichbar würde ein 70 kg schwerer Mensch ein 7 oder 8 kg schweres Konstrukt tagelang ununterbrochen auf dem Rücken tragen.

Auf der einen Seite des Beobachtungsfensters wird ein Hautlappen mit darunterliegendem Muskel herausgeschnitten und oben am Rahmen befestigt. Dadurch, dass einige Blutgefäße durchschnitten wurden, kommt es in dem Gewebelappen zu einer Mangeldurchblutung und Absterben des Gewebes vor allem an der Spitze des Lappens. Die Mäuse werden in 3 Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe erhält 30 Minuten vor der Anbringung der Rückenhautkammer eine hohe Dosis Erythropoetin (EPO) in die Bauchhöhle gespritzt, und nach der Anbringung niedrigere Dosen 30 Minuten später, 24 Stunden danach und dann alle 12 Stunden - 10 Tage lang. Die zweite Gruppe erhält in gleicher Weise eine niedrigere Dosis EPO und die dritte Gruppe (Kontrolle) eine wirkungslose Kontrolllösung. EPO ist ein Hormon, das die Blutbildung fördert und als Dopingmittel missbraucht wird.

1, 3, 5, 7, und 10 Tage nach Anbringen der Kammer wird das darin befindliche Gewebe mikroskopiert, wobei die Tiere durch eine Spritze in die Bauchhöhle betäubt werden. Vor der Mikroskopie wir ihnen eine fluoreszierende Substanz in das Venengeflecht hinter dem Auge gespritzt. Am Tag des Eingriffs sowie 3, 7, und 10 Tage danach wird den Tieren Blut aus der Schwanzvene abgenommen. Bei der Kontrollgruppe stirbt die Hälfte des mangeldurchbluteten Gewebes in der Kammer ab. Nach 10 Tagen werden alle Tiere getötet und das Gewebe in der Rückenhautkammer untersucht.

Bereich: Gefäßforschung, Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel: Long-term pre- and postconditioning with low doses of erythropoietin protects critically perfused musculocutaneous tissue from necrosis

Autoren: Daniel Schmauss (1,2), Andrea Weinzierl (1,2), Fabian Weiss (1), Jose T. Egana (1,3), Farid Rezaeian (1,4), Ursula Hopfner (1), Verena Schmauss (1), Hans-Günther Machens (1), Yves Harder (1,2,4)*

Institute: (1) Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie, Universitätsklinikum rechts der Isar, Technische Universität München, Ismaninger Str. 22, 81675 München, (2)* Division of Plastic, Reconstructive and Aesthetic Surgery, Ospedale Regionale di Lugano (ORL), Sede Italiano, Ente Ospedaliero Cantonale (EOC), Viganello-Lugano, Lugano, Schweiz, (3) Institute for Biological and Medical Engineering, Pontificia Universidad Católica de Chile, Macul – Santiago, Chile, (4) Medizinische Fakultät, Universität Zürich, Zürich, Schweiz

Zeitschrift: Journal of Controlled Release 2019; 305: 155–164

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5103



Dokument 182Titel: Lokale anti-angiogene Therapie durch Magnet-basierte Herabregulierung der SHP2-Phosphatase
Hintergrund: Mäusen, bei denen eine lokale gentechnische Veränderung (Herabregulierung des Enzyms SHP2) vorgenommen und denen eine Wunde zugefügt wird, werden Rückenhautkammern implantiert, um die Wundheilung und die Neubildung von Blutgefäßen zu beobachten.
Tiere: 18 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Es wird nicht erwähnt, woher die Mäuse für diese Studie stammen und wo genau die Versuche genehmigt wurden. Auch wird nicht gesagt, welche Mauslinie eingesetzt wird und welches Alter oder Geschlecht die Tiere haben.

Den Mäusen werden mit einem heißen Draht jeweils 3 Wunden am Rücken zugefügt und ihnen wird dann in diesem Bereich Rückenhautkammern implantiert. 24 Stunden später erfolgt die lokale genetische Manipulation der Maus, indem im Bereich der Wunden mithilfe eines Magneten eine Lösung aufgetragen wird, die zu einer genetischen Modifikation führt. 5 Minuten lang wird ein Magnetfeld angelegt, und die Lösung danach wieder abgewaschen. Weitere Tiere mit Rückenhautkammern werden der lokalen Genmanipulation unterzogen, ohne dass ihnen Wunden zugefügt werden (Anzahl der Tiere wird nicht genannt). Wie die Kammer angebracht wird, wird nicht beschrieben.

Rückenhautkammern werden seit langem in Tierversuchen verwendet, um in erster Linie Veränderungen in der Blutgefäßbildung (Vaskularisierung) über Tage oder Wochen hinweg in vivo (am lebenden Tier) zu beobachten. Die Maus wird betäubt und die Kammer chirurgisch implantiert. Dabei wird die Rückenhaut gespannt und wie bei einem Sandwich zwischen 2 Metallrahmen fixiert, die anschließend fest zusammengeschraubt werden - hierzu werden Löcher in die Haut der Maus gebohrt. In der Mitte der Metallrahmen befindet sich ein rundes Beobachtungsfenster. Dadurch kann man die Blutgefäße der Maus durch die extrem gespannte Haut am lebenden und wachen Tier beobachten und mikroskopieren. Im Bereich des Beobachtungfensters werden dem Tier Haut- und Muskelschichten herausgeschnitten und das Gewebe mit einem Glasplättchen abgedeckt, damit das Gewebe nicht austrocknet.

Nach 3, 6 und 9 Tagen wird das Gewebe in der Rückenhautkammer mikroskopiert, nachdem den Tieren eine fluoreszierende Substanz in die Schwanzvene gespritzt wird. Es wird nicht beschrieben, ob die Tiere betäubt sind oder dabei in einer Röhre fixiert werden, was üblicherweise der Fall ist. Die Tiere, denen keine Wunden zugefügt wurden, werden nach 6 Tagen bildgebenden Verfahren unterzogen. Auch dieser Ablauf wird nicht weiter beschrieben, ebenso wird nicht erwähnt, was im Anschluss an die Versuche mit allen Tieren geschieht.

Die Studie wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen (MIWFT-NRW) finanziert.

Bereich: Wundheilung, Gefäßforschung

Originaltitel: Local anti-angiogenic therapy by magnet-assisted downregulation of SHP2 phosphatase

Autoren: Sarah Rieck (1), Yvonn Heun (2), Alexandra Heidsieck (3), Olga Mykhaylyk (4), Alexander Pfeifer (5), Bernhard Gleich (3), Hanna Mannell (2), Daniela Wenzel (1)*

Institute: (1) Institut für Physiologie 1, Life & Brain Center, Medizinische Fakultät, Universität Bonn, Sigmund-Freud-Str. 25, 53105 Bonn, (2) Walter-Brendel-Zentrum für Experimentelle Medizin, BMC, Ludwig-Maximilians-Universität, München, (3) Munich School of BioEngineering, Technische Universität München, München, (4) Institut für Molekulare Immunologie und Experimentelle Onkologie, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, München (5) Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Universitätsklinikum Bonn, Bonn

Zeitschrift: Journal of Controlled Release 2019; 305: 155–164

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5102



Dokument 183Titel: Eine neue Technik für die standardisierte Applikation von Schock-Wellen in der experimentellen Forschung: die Taucherbox
Hintergrund: Als Ziel dieser Studie wird angegeben, die hier beschriebene Taucherbox für die Untersuchung des Effekts von Schockwellen auf die Wundheilung zu etablieren. Schockwellen wurden bei Patienten z.B. in den 1980er Jahren zum Zertrümmern von Nierensteinen eingesetzt.
Tiere: 50 Mäuse
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Mäuse für diese Studie werden von der Versuchstierzucht Charles River Laboratories, Sulzfeld, bezogen. Die Versuche werden von einem Komitee der Medizinischen Faultät der Ruhr-Universität Bochum (Nr. No. 8.87–50.10.37.09.135) genehmigt.

Allen Mäusen werden Rückenhautkammern implantiert. Rückenhautkammern werden seit langem in Tierversuchen verwendet, um in erster Linie Veränderungen in der Blutgefäßbildung (Vaskularisierung) über Tage oder Wochen hinweg in vivo (am lebenden Tier) zu beobachten. Die Maus wird betäubt und die Kammer chirurgisch implantiert. Dabei wird die Rückenhaut gespannt und wie bei einem Sandwich zwischen 2 Metallrahmen fixiert, die anschließend fest zusammengeschraubt werden - hierzu werden Löcher in die Haut der Maus gebohrt. In der Mitte der Metallrahmen befindet sich ein rundes Beobachtungsfenster. Dadurch kann man die Blutgefäße der Maus durch die extrem gespannte Haut am lebenden und wachen Tier beobachten und mikroskopieren. Im Bereich des Beobachtungfensters werden dem Tier eine Hautschicht und darunterliegende Muskelschichten herausgeschnitten. Im Bereich des Beobachtungsfensters wird im Hautmuskel zusätzlich eine Wunde verursacht, indem der Maus ein Stück des Gewebes ausgestanzt wird. Das Fenster wird mit einem Glasplättchen abgedeckt, damit das Gewebe nicht austrocknet.

24 Stunden nach dem schweren operativen Eingriff kommen die Mäuse unter Narkose in die sogenannte Taucherbox, die in der vorliegenden Arbeit entwickelt wurde. Es handelt sich dabei um eine mit Wasser gefüllte Plastikbox, die dazu dient, die Wirkung von elektrischen Schockwellen auf biologisches Gewebe – in diesem Fall auf das Gewebe in der Rückenhautkammer der Maus – zu testen. Die betäubte Maus wird in eine enge Plastikröhre gesteckt, aus der die Rückenhautkammer herausragt. In dieser Röhre wird die Maus mit dem Rücken nach unten an der Taucherbox befestigt, so dass die Rückenhautkammer in das Wasser eingetaucht ist. Dann werden durch eine Öffnung in der Taucherbox Schockwellen eingeleitet, die auf die Rückenhautkammer treffen. Die Mäuse werden in 5 Gruppen eingeteilt, eine Kontrollgruppe, die keine Schockwellen erhält und 4 Gruppen, die Schockwellen verschiedener Stärke ausgesetzt werden. Die Prozedur dauert über eine halbe Stunde. Das Gewebe in der Rückenhautkammer wird 1 Tag nach der Operation, sowie 3, 5, 7 und 11 Tage danach fotografiert und mikroskopiert.

Bei 13% der Mäuse kommt es im Verlauf der Versuche zu diversen Komplikationen, u.a. treten Ödeme und Entzündungen auf. Außer den Komplikationen, die detailliert beschrieben werden, wird nichts dazu gesagt, was genau am Ende untersucht wird und was mit den Tieren geschieht.

Die Studie wurde von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) finanziert.

Bereich: Wundheilung

Originaltitel: A novel technique for the standardized application of shock waves in experimental research: the diver box

Autoren: Heiko Sorg (1), Daniel J Tilkorn (1), Jonas Kolbenschlag (2), Inga Zwetzich (3), Joerg Hauser (1), Ole Goertz (2), Nick Spindler (4), Stefan Langer (4), Andrej Ring (3)*

Institute: (1) Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, Handchirurgie, Alfred-Krupp-Krankenhaus Essen, Essen, (2) Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, Handchirurgie, Martin-Luther-Krankenhaus, Berlin, (3) Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, Handchirurgie, St. Rochus Hospital Castrop-Rauxel, Katholische St. Lukas Gesellschaft, Glückaufstraße 10, 44575 Castrop-Rauxel, (4) Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig

Zeitschrift: Ultrasound in medicine & biology 2018; 44(7): 1563-1568

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5101



Dokument 184Titel: Die Rückenhautkammer: Ein wertvolles Modell für die In-vivo-Evaluierung oberflächlich aufgetragener Rezepturen
Hintergrund: Mithilfe des Rückenhautkammermodells wird bei Mäusen eine Entzündungsreaktion hervorgerufen und anschließend der positive Effekt von Diclofenac nachgewiesen. Die Autoren bezeichnen die Rückenhautkammer als ideales „Modell“, um oberflächliche Entzündungsreaktionen zu untersuchen. Gleichzeitig schreiben sie aber, dass sich die Haut von Mäusen bekanntermaßen stark von der menschlichen Haut unterscheidet. Demnach ist die Sinnhaftigkeit der vorliegenden Arbeit mehr als fraglich und ein Nutzen für den Menschen nicht ersichtlich.
Tiere: 28 Mäuse
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Verbraucherschutz, Abteilung C Lebensmittel- und Veterinärwesen, Saarbrücken, genehmigt (Referenznummer 66/2010). Woher die Mäuse stammen, wird nicht erwähnt.

Allen Mäusen werden Rückenhautkammern implantiert. Rückenhautkammern werden seit langem in Tierversuchen verwendet, um Veränderungen in der Blutgefäßbildung (Vaskularisierung) über Tage oder Wochen hinweg in vivo (am lebenden Tier) zu beobachten. Die Maus wird betäubt und die Kammer chirurgisch implantiert. Dabei wird die Rückenhaut gespannt und wie bei einem Sandwich zwischen 2 Metallrahmen fixiert, die anschließend fest zusammengeschraubt werden - hierzu werden Löcher in die Haut der Maus gebohrt. In der Mitte der Metallrahmen befindet sich ein rundes Beobachtungsfenster von 1,5 cm Durchmesser. Dadurch kann man die Blutgefäße der Maus durch die extrem gespannte Haut am lebenden und wachen Tier beobachten und mikroskopieren. Im Bereich des Beobachtungfensters werden dem Tier eine Hautschicht und darunterliegende Muskelschichten herausgeschnitten und das Gewebe mit einem Glasplättchen abgedeckt, damit es nicht austrocknet.

72 Stunden nach dem schweren operativen Eingriff wird die Kammer geöffnet und bei der Hälfte der Mäuse das darin befindliche Gewebe des lebenden Tieres mit einer Substanz behandelt, die starke Entzündungsreaktionen verursacht. Um die Wirkung des Schmerzmittels Diclofenac (bekannt unter dem Handelsnamen Voltaren) zu testen, wird bei einem Teil der Mäuse ein wirkstoffhaltiges Gel in die Kammer eingebracht. Bei den restlichen Mäusen (Kontrollgruppe) wird ein wirkstofffreies Gel appliziert. 1 Stunde vor der Behandlung, sowie 1, 4 und 24 Stunden danach werden die Tiere jeweils kurz betäubt und ihnen wird ein fluoreszierendes Mittel mit einer Nadel in das Venengeflecht hinter dem Auge gespritzt. Sobald die Tiere wieder wach sind, werden sie in einem sogenannten Restrainer fixiert - das ist ein enges röhrenförmiges Gefäß, in das die Maus hineingesteckt wird, so dass sie sich nicht mehr bewegen kann. Die Entzündungsvorgänge im Gewebe in der Rückenhautkammer werden nun an den fixierten Mäusen mikroskopisch analysiert. Nach den letzten Aufnahmen werden alle 14 Tiere durch Überdosis eines Narkosemittels getötet, die Rückenhautkammern herausgeschnitten und weiteren Untersuchungen unterzogen.

Ein zweites Experiment wird mit weiteren 14 Mäusen durchgeführt. Bei diesen Tieren wird in der Rückenhautkammer die Bildung von Thromben (Blutgefäß-Verschlüssen) hervorgerufen, indem Blutgefäße in der Kammer mit Licht bestimmter Wellenlänge bestrahlt werden. Bei der Hälfte der Mäuse wird jeweils Diclofenac-haltiges oder -freies Gel (Kontrolle) auf das Gewebe appliziert und die Wirkung auf die Thromben-Bildung 30 Minuten später mikroskopisch untersucht wie oben beschrieben. Auch diese Mäuse werden wie oben beschrieben getötet.

Bereich: Entzündungsforschung, Dermatologie, Gefäßforschung

Originaltitel: The dorsal skinfold chamber: A valuable model for the in vivo evaluation of topical formulations

Autoren: Indra N Dahmke, Emmanuel Ampofo, Michael D Menger, Matthias W Laschke*

Institute: Institut für Klinisch-Experimentelle Chirurgie, Universität des Saarlandes, Kirrberger Straße, 66421 Homburg/Saar

Zeitschrift: Experimental Dermatology 2019; 28: 940-947

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5100



Dokument 185Titel: Insulinähnlicher Wachstumsfaktor 1 stimuliert die Bildung kleiner Blutgefäße mikrovaskulärer Fragmente aus Fettgewebe
Hintergrund: Mithilfe des Rückenkammermodells soll untersucht werden, wie sich bestimmte Insulinähnliche Faktoren auf die Neubildung von Blutgefäßen bei Mäusen auswirken.
Tiere: 115 Mäuse
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Verbraucherschutz, Abteilung C Lebensmittel- und Veterinärwesen, Saarbrücken, genehmigt (Referenznummer 29/2014). Die Mäuse stammen aus dem Institut für Klinisch-Experimentelle Chirurgie der Universität des Saarlands, Homburg/Saar. Es werden sowohl Wildtyp-Mäuse (genetisch nicht verändert) eingesetzt, als auch gentechnisch veränderte Mäuse, deren Zellen über grüne Fluoreszenz sichtbar gemacht werden können (GFP-Mäuse).

54 Wildtyp-„Spender“-Mäuse und 37 GFP-„Spender“-Mäuse werden narkotisiert und das Fettgewebe der Nebenhoden herausgeschnitten. In der Studie wird nicht erwähnt, was mit diesen Mäusen weiter geschieht. Aus den Fettzellen werden die feinen Blutgefäße isoliert, die auf verschiedene Weisen präpariert und untersucht werden. Weiteren „Empfänger“-Mäuse werden Rückenhautkammern implantiert.

Rückenhautkammern werden seit langem in Tierversuchen verwendet, um Veränderungen in der Blutgefäßbildung (Vaskularisierung) über Tage oder Wochen hinweg in vivo (im lebenden Tier) zu beobachten. Die Maus wird betäubt und die Kammer wird - wie bei einem Sandwich - chirurgisch implantiert. Dabei wird die Rückenhaut gespannt und zwischen 2 Metallrahmen fixiert, die anschließend fest zusammengeschraubt werden - hierzu werden Löcher in die Haut der Maus gebohrt. In der Mitte der Metallrahmen befindet sich ein rundes Beobachtungsfenster. Dadurch kann man die Blutgefäße der Maus durch die extrem gespannte Haut am lebenden Tier beobachten und mikroskopieren. Im Bereich des Beobachtungfensters werden dem Tier Unterhautgewebe und Muskelschichten herausgeschnitten und das Gewebe mit einem Glasplättchen abgedeckt, damit es nicht austrocknet.

48 Stunden nach dem schweren operativen Eingriff wird ein Teil der aus den GFP-„Spender“-Mäusen isolierten Blutgefäße in die Rückenhautkammern von 24 „Empfänger“-Mäuse integriert. Durch Zusatz von Insulinähnlichen Wachstumsfaktoren soll deren Wirkung auf die Blutgefäß-Neubildung bei den Mäusen untersucht werden. Nach 3, 6, 10 und 14 Tagen werden die Tiere jeweils betäubt, ihnen wird ein fluoreszierendes Mittel mit einer Nadel in das Venengeflecht hinter dem Auge gespritzt und die Blutgefäße in den Rückenhautkammern mikroskopisch analysiert. Nach 14 Tagen werden alle Mäuse getötet, die Rückenhautkammern wieder herausgeschnitten und weiteren Untersuchungen unterzogen.

Die Studie wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.

Bereich: Gefäßforschung, Tissue Engineering

Originaltitel: Insulin-like growth factor 1 stimulates the angiogenic activity of adipose tissue-derived microvascular fragments

Autoren: Matthias W Laschke*, Elena Kontaxi, Claudia Scheuer, Alexander Heß, Philipp Karschnia, Michael D Menger

Institute: Institut für Klinisch-Experimentelle Chirurgie, Universität des Saarlandes, Kirrberger Straße, 66421 Homburg/Saar

Zeitschrift: Journal of Tissue Engineering 2019; 10: 1-11

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5099



Dokument 186Titel: Extrazelluläre Azidose reguliert die Expression von Epithelial-mesenchymatischen Transitionsmarkern sowie die Haftung von Epithel- und Tumorzellen
Hintergrund: Es soll herausgefunden werden, inwiefern eine Übersäuerung bestimmte Krebszellmarker aktiviert.
Tiere: 11 Ratten (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Ratten werden an der Tierversuchseinrichtung der Universität Halle gehalten. Zwei Gruppen von Ratten werden 2 verschiedene Tumorzellarten in die Hinterpfoten gespritzt. Diese Tumorzellen wachsen an der Einspritzstelle zu oberflächlichen Tumoren, die die Unterhaut und die obere Hautschicht verdrängen. Erreichen die Tumore eine Größe von ca. 1,5 Milliliter Volumen, soll der pH-Wert des Tumors und des umliegenden Gewebes gesenkt werden. Bei einer Gruppe von Ratten wird der pH-Wert gesenkt, indem Milchsäure in das Tumorgewebe gespritzt wird. Die andere Gruppe Ratten erhält eine Substanz in die Bauchhöhle gespritzt, die den Zuckerstoffwechsel beeinflusst, und die Tiere werden in einer sauerstoffarmen Atmosphäre gehalten. Statt dem normalen 21% Sauerstoffanteil werden die Tiere in einer Umgebung mit 8% Sauerstoffanteil gehalten, d.h., die Tiere leiden unter extremer Atemnot. Dies führt ebenfalls dazu, dass der pH-Wert sinkt. Eine Kontrollgruppe Ratten wird bei normalem Sauerstoffgehalt gehalten. Nach 24 Stunden werden die Ratten auf nicht näher beschriebene Weise getötet, das Tumorgewebe wird herausgeschnitten und auf die Marker untersucht.

Die Arbeit wurde gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie durch eine freie Förderung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Bereich: Krebsforschung

Originaltitel: Extracellular acidosis modulates the expression of epithelial-mesenchymal transition (EMT) markers and adhesion of epithelial and tumor cells

Autoren: Anne Riemann*, Mandy Rauschner, Marina Gießelmann, Sarah Reime, Verena Haupt, Oliver Thews

Institute: Julius-Bernstein-Institut für Physiologie, Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Magdeburger Str. 6, 06112 Halle (Saale)

Zeitschrift: Neoplasia 2019; 21 (5): 450-458

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5098



Dokument 187Titel: Metabolischer Fußabdruck mikrobiotischer Veränderungen im Darm aufgrund von Proteinen in der Nahrung im Schweinemodell
Hintergrund: Es soll herausgefunden werden, inwiefern sich Lupinen-, Rinder- und Milchprotein auf Stoffwechselprodukte und gesundheitsbeeinflussende Faktoren bei Schweinen auswirken.
Tiere: 45 Schweine
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesverwaltungsamt Halle (Saale) unter der Nummer H1-4/44G genehmigt. Ca. 10 Wochen alte weibliche Schweine (33 kg) werden einzeln gehalten. Sie werden in 3 Gruppen aufgeteilt, von denen je 15 eine spezielle Futtermischung über 4 Wochen erhalten, die entweder Proteine aus Lupine, Rindfleisch oder Milch (Casein) enthält.

Am Anfang und am Ende werden Blutproben aus der Halsvene genommen, die Schweine werden wöchentlich gewogen. Nach Ablauf von 4 Wochen werden die Schweine 5 Stunden nach der letzten Mahlzeit mit einer Injektion in Narkose versetzt und ausgeblutet, wodurch der Tod eintritt.

Leber und Darm werden für Laboruntersuchungen entnommen. Kot und Urin werden ebenfalls im Labor untersucht.

Die Arbeit wurde gefördert vom Kompetenzcluster für Ernährung und kardiovaskuläre Gesundheit (nutriCARD) Halle-Jena-Leipzig (wiederum vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert) sowie vom Kompetenzcluster Ernährungsforschung (NutriAct) Berlin-Potsdam (wiederum vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert).

Bereich: Ernährungsphysiologie, Ernährungswissenschaft, Ökotrophologie, Stoffwechselphysiologie

Originaltitel: Metabolic footprint and intestinal microbial changes in response to dietary proteins in a pig model

Autoren: Alexandra Schutkowski (1,2)*, Bettina König (1,2), Holger Kluge (1,2), Frank Hirche (1,2), Andrea Henzec (4), Tanja Schwerdtle (3,4), Stefan Lorkowski (2,5), Christine Dawczynski (2,3), Alexander Gabel (6) , Ivo Große (6,7), Gabriele I. Stangl (1,2)

Institute: (1) Martin Luther Universität Halle-Wittenberg, Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften, Von Danckelmann Platz 2, 06120 Halle (Saale), (2) Kompetenzcluster für Ernährung und kardiovaskuläre Gesundheit (nutriCARD), Halle-Jena-Leipzig, (3) Institut für Ernährungswissenschaften, Universität Potsdam, Nuthetal, (4) Kompetenzcluster Ernährungsforschung (NutriAct), Berlin-Potsdam, (5) Institut für Ernährungswissenschaften, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Jena, (6) Institut für Informatik, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle (Saale), (7) Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig, Halle (Saale)

Zeitschrift: Journal of Nutritional Biochemistry 2019; 67: 149-160

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5097



Dokument 188Titel: Dopamin steuert visuelle Signale in Neuronen des präfrontalen Kortex von Affen
Hintergrund: Welche Rolle spielt der Botenstoff Dopamin im Gehirn bei der visuellen Wahrnehmung von Affen.
Tiere: 2 Affen (Rhesusaffen)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Tübingen genehmigt. Die 8 Jahre alten Rhesusaffen stammen aus der Zucht des Deutschen Primatenzentrums in Göttingen und werden in Innen-Käfigen gehalten. Während des Versuchszeitraums werden die Affen nach einem „kontrollierten Fütterungsprotokoll“ ernährt, welches in dieser Publikation nicht detaillierter beschrieben wird. Die Tiere erhalten ihre tägliche Wasserration als „Belohnung“ während der Versuche, ansonsten haben sie keinen Zugang zu Wasser. Dadurch soll die Motivation gesteigert werden, dass die Tiere sich die Flüssigkeit als Belohnung für die absolvierten Experimente „verdienen“. Wenn nötig, erhalten sie nach Abschluss eines Versuchs noch zusätzliches Wasser.

Vor Beginn der Versuche werden die Affen unter Narkose einer Gehirnoperation unterzogen. Hierbei werden ein Titanhalter auf dem Schädel und eine Elektrodenkammer über einem Bohrloch auf dem Schädel montiert, die dazu dienen, den Kopf des Tieres während der Versuche zu fixieren, Elektroden ins Gehirn einzulassen und Wirkstoffe ins Gehirn einzuleiten.

Die Versuche mit den Affen werden in einer abgedunkelten „Konditionierungskammer“ durchgeführt, wobei die Tiere in einem Primatenstuhl sitzen. Der Kopf des Affen wird mit dem Titanhalter fixiert. Am Primatenstuhl ist ein Mundstück befestigt, aus dem der Affe kleine Flüssigkeitsmengen als Belohnung für korrekt gelöste Aufgaben erhält. Vor dem Affen befindet sich ein Monitor, auf dem ihm diverse visuelle Reize präsentiert werden. Als Startsignal für die anstehenden Aufgaben nimmt der Affe einen Hebel in die Hand und fixiert seinen Blick auf einen zentralen Punkt auf dem Bildschirm. Nun erscheinen graue Punkte, die sich über den Monitor in verschiedene Richtungen bewegen. Der Affe erhält seine Flüssigkeits-Belohnung, wenn er die ganze Zeit über sowohl den Hebel festhält, als auch seinen Blick auf den zentralen Punkt richtet. Es wird erwähnt, dass die Affen dieser „Fixierungs-Aufgabe“ abwechselnd mit einer anderen Verhaltens-Aufgabe ausgesetzt werden, bei der eine aktive Mitarbeit des Affen verlangt wird. Diese andere Aufgabe wird in der vorliegenden Arbeit nicht näher beschrieben.

Bei den in der vorliegenden Publikation beschriebenen Versuchen sind die Affen durchgehend bei vollem Bewusstsein. Um die Vorgänge im Gehirn der Affen zu messen, werden während der Versuche bis zu 3 Glaselektroden ins Gehirn eingeführt. An den Elektroden befinden sich jeweils 2 kleine Vorratsbehälter, die mit Substanzen gefüllt werden, die die Gehirnaktivität beeinflussen. Die Nervenaktivitäten im Gehirn der Affen werden gemessen, und der Einfluss von 2 verschiedenen psychoaktiven Substanzen getestet, die während der Versuche ins Gehirn eingeleitet werden. An jedem Versuchstag wird bei den Affen die Gehirnaktivität abwechselnd ohne pharmakologische Behandlung und unter Einfluss eines Psychopharmakons gemessen, wobei insgesamt bis zu 6 Versuchsblöcke hintereinander ohne Unterbrechung stattfinden „bis die Affen gesättigt sind und nicht mehr weiterarbeiten“ (Zitat). Ein Versuchsblock dauert hierbei 15 Minuten, währenddessen soll der Affe 108 Aufgaben korrekt lösen. Eine komplette Versuchsreihe erstreckt sich folglich über 1,5 Stunden und der Affe muss in dieser Zeit knapp 650 Aufgaben lösen. Was nach Beendigung der Versuche mit den Affen geschieht, wird nicht erwähnt.

Die Arbeiten wurden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziell unterstützt.

Bereich: Hirnforschung, Neurologie, Neuropharmakologie

Originaltitel: Dopamine gates visual signals in monkey prefrontal cortex neurons

Autoren: Maximilian Stalter (1), Stephanie Westendorff (1), Andreas Nieder (1)*

Institute: (1) Lehrstuhl Tierphysiologie, Institut für Neurobiologie, Universität Tübingen, Auf der Morgenstelle 28, 72076 Tübingen

Zeitschrift: Cell Reports 2020; 30: 164–172

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5096



Dokument 189Titel: Willentliche Kontrolle der Vokalisierung bei Rabenvögeln
Hintergrund: Krähen werden monatelangen intensiven Trainings für Verhaltenstests ausgesetzt, um zu zeigen, dass sie bewusst Laute von sich geben, um Futterbelohnungen zu erhalten.
Tiere: 3 Sonstige Vögel (Aaskrähen)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Tübingen und dem Landratsamt Tübingen genehmigt (Referenznummer ZP3/15). Die Aaskrähen (Corvus corone corone) stammen aus der hausinternen Zucht der Universität Tübingen. Sie werden zu dritt in Innen-Käfigen mit den Maßen 360 x 240 x 300 cm gehalten, was die Autoren der Studie als „groß“ bezeichnen. Während des Versuchszeitraums werden die Krähen nach einem „kontrollierten Fütterungsprotokoll“ ernährt. Das bedeutet, dass sie nur wenig oder gar keine Nahrung erhalten (wird in der Publikation nicht näher erläutert), um die Motivation der Tiere zu steigern, sich ihr Futter als „Belohnung“ für die zu absolvierten Experimente zu „verdienen“. Wenn nötig, erhalten sie nach Abschluss eines Versuchs noch zusätzliches Futter.

Im Alter von 3 Monaten wird mit dem Training der Krähen begonnen. Dem Tier wird vom Experimentator ein optisches Signal präsentiert, woraufhin es einen Laut von sich geben soll. Wenn es das tut, erhält es vom Experimentator Futter als Belohnung. Nachdem eine Krähe auf die Signale zuverlässig mit Lauten reagiert, wird das Training in eine Konditionierungskammer verlagert.

In dieser abgedunkelten Kammer von 1 m Kantenlänge wird eine Krähe auf einer Sitzstange platziert, an der sie mit Lederriemen festgebunden wird. Vor der Krähe befindet sich ein Monitor, auf dem ihr verschiedene Symbole präsentiert werden. Über einen Infrarot-Strahl und einen Reflektor, der sich auf dem Kopf der Krähe befindet, wird die gewünschte Kopfposition, also wenn das Tier auf den Monitor schaut, automatisch erkannt. Der Reflektor wird vor den Versuchen unter Vollnarkose operativ im Kopf der Krähe verankert - wie genau das abläuft, wird in der vorliegenden Publikation nicht beschrieben. Unter dem Monitor befindet sich ein automatischer Futterspender, aus dem das Tier als Belohnung für eine korrekt gelöste Aufgabe Futterpellets und Mehlwürmer erhält. Zudem ertönt in diesem Fall ein akustisches Signal aus einem Lautsprecher. Löst die Krähe die Aufgabe nicht erwartungsgemäß, bekommt sie kein Futter aus dem Spender und es ertönt auch kein Signal.

Nachdem eine Krähe ein sogenannte „Go“-Signal (blaues Quadrat auf dem Monitor) erlernt hat, auf das sie mit einem Laut reagieren soll, wird ihr das „Warten“-Signal (weißes Quadrat) antrainiert, das dem Go-Signal vorangeht. Hier soll das Tier nun keinen Laut von sich geben, und wird „bestraft“, falls es dies doch tut, indem die Aufgabe unterbrochen wird und die Futterbelohnung ausbleibt. Sobald die Krähen in mind. 80% der Fälle korrekt reagieren, erlernen sie als nächstes eine variable Dauer des Warte-Signals und das sogenannte „Catch“-Signal (weißes Quadrat), während dessen sie auch keinen Laut von sich geben sollen. Zum Schluss wird den Krähen antrainiert, dass sie während des gesamten Warte-Signals und 300 ms danach den Kopf so positionieren, dass sie auf den Monitor blicken. Über den Infrarot-Strahl und den Reflektor auf dem Kopf der Krähe wird die korrekte Positionierung festgestellt. Die erste Versuchsreihe, bei der die Krähen zunächst durch korrekte Kopfposition starten, dann warten (weißer Quadrat) und dann entweder einen Laut von sich geben (blaues Quadrat) oder nicht (verbleibendes weißes Quadrat) wird im Alter von 8-10 Monaten durchgeführt. Die Versuchsreihe umfasst insgesamt 10 Durchgänge an 10 aufeinanderfolgenden Tagen.

Im Alter von 20-22 Monaten wird eine zweite Versuchsreihe mit einem abgewandelten Protokoll gestartet. Hierbei werden die Signale (weißes/blaues Quadrat) vertauscht und zusätzlich zum Go-Signal ein NoGo-Signal (türkisfarbenes Quadrat) eingeführt, bei dem die Krähen dafür belohnt werden, keinen Laut von sich zu geben. Diese Versuchsreihe wird nur noch mit zwei Krähen durchgeführt, weil die dritte Krähe für einen elektrophysiologischen Langzeitversuch eingesetzt wurde. Das Training für die veränderten Aufgaben in der zweiten Versuchsreihe dauert zwischen 3 und 12 Tagen, die Krähen benötigen bis zu 2400 Anläufe. Die Laute und das Verhalten der Krähen werden aufgezeichnet und analysiert. Was mit den Tieren nach den Versuchen geschieht, wird nicht erwähnt.

Die Arbeiten wurden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziell unterstützt.

Bereich: Verhaltensforschung, Tierphysiologie

Originaltitel: Volitional control of vocalizations in corvid songbirds

Autoren: Katharina F. Brecht (1)*, Steffen R. Hage (2), Natalja Gavrilov (1), Andreas Nieder (1)*

Institute: (1) Lehrstuhl Tierphysiologie, Institut für Neurobiologie, Universität Tübingen, Auf der Morgenstelle 28, 72076 Tübingen, (2) Neurobiology of Vocal Communication, Werner Reichardt-Centrum für integrative Neurowissenschaften, Universität Tübingen, Tübingen

Zeitschrift: PLoS Biology 2019; 17(8): e3000375

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5095



Dokument 190Titel: Verbesserung von Verhaltensstörungen und der Neuropathologie durch das Antiepilepticum Topiramat bei transgenen Alzheimer-Modellmäusen APP/PS1
Hintergrund: Behandlung von transgenen Alzheimer-Mäusen mit einem Epilepsiemedikament.
Tiere: 12 Mäuse (sehr viel mehr als)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium unter der Nummer HF02/11 genehmigt. Es werden transgene (genmanipulierte) Mäuse von Professor Juncker, Hertie-Institut Tübingen, verwendet sowie nicht genmanipulierte „Wildtyp“-Mäuse der Zuchtlinie C57BL/6J, die von der Zuchtfirma Charles River Laboratories, Sulzfeld, bezogen werden. Transgene und Wildtyp-Mäuse werden gezüchtet – normalerweise geschieht dies über mehrere Generationen. Den Jungtieren wird die Schwanzspitze abgeschnitten, um anhand der Gewebeprobe festzustellen, ob die gewünschte Genveränderung stattgefunden hat.

Die transgenen Nachkommen der gezüchteten Mäuse gelten als Alzheimer-Modell, denn sie bilden im Alter von 6 Wochen bis 5 Monaten Ablagerungen in verschiedenen Hirnbereichen aus, die denen menschlicher Alzheimer-Patienten ähneln sollen. Außerdem weisen die transgenen Mäuse Verhaltensstörungen auf. Es gibt verschiedene genmanipulierte Mäuse („Alzheimer-Modelle“), die unterschiedliche Alzheimer-ähnliche Symptome aufweisen, wie Gedächtnisverlust und Veränderungen in der sozialen Interaktionsfähigkeit. Die hier verwendeten transgenen APP/PS1-Mäuse haben Verhaltensstörungen. Im Alter von 5 Monaten wird 6 transgenen Mäusen 21 Tage lang das Epilepsiemedikament Topiramat per Schlundsonde oral verabreicht. Sechs weitere transgene Mäuse erhalten zum Vergleich eine wirkungslose Substanz. Außerdem wird das Medikament an eine nicht genannte Anzahl Wildtyp-Mäuse verabreicht.

Am ersten Tag der Behandlung sowie nach 11 und 21 Tagen werden Verhaltensexperimente durchgeführt. Eine fremde Maus wird zu einer Testmaus in den Käfig gesetzt. Das Verhalten wird 15 Minuten lang beobachtet. Alzheimer-Mäuse zeigen weniger Interaktion mit der fremden Maus. Beim Nestbau-Test werden einer Maus Streu und zerschnittene Papiertücher in den Käfig gelegt. Am nächsten Morgen wird beurteilt, ob die Tiere aus den Papierschnipseln Nester gebaut haben. Alzheimer-Mäuse tun dies weniger. Durch die Behandlung mit dem Epilepsiemedikament bauen die Tiere Nester und interagieren mehr mit der fremden Maus.

Nach dem letzten Verhaltenstest werden die Mäuse getötet, indem Formaldehyd in ihr Herz injiziert wird. Mit dem pumpenden Herz durchströmt die Fixierungslösung den Körper und tötet das Tier. Hier nicht erwähnt, aber normalerweise werden die Tiere vorher betäubt.

Bereich: Alzheimer-Forschung

Originaltitel: Amelioration of behavioral impairment and neuropathology by antiepileptic drug topiramate in a transgenic Alzheimer’s Disease model mice, APP/PS1

Autoren: Brice Ayissi Owona*, Caroline Zug, Hermann J. Schluesener, Zhi-Yuan Zhang

Institute: Abteilung für Immunopathologie des Nervensystems, Institut für Pathologie und Neuropathologie, Universität Tübingen, Calwerstr. 3, 72076 Tübingen

Zeitschrift: International Journal of Molecular Sciences 2019; 20: 3003. Doi:10.3390/ijms20123003

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5094



Dokument 191Titel: Frühe Entdeckung und Beobachtung einer Minderdurchblutung im Gehirn unter Verwendung einer MRI-Sonde, die auf Kalzium reagiert
Hintergrund: Bildgebung während eines künstlich ausgelösten Schlaganfalls bei der Ratte.
Tiere: Ratten (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Tübingen genehmigt (ohne Nennung der Genehmigungsnummer). Die Ratten der Zuchtlinie Wistar werden von Charles River Laboratories (ohne Nennung des Ortes) bezogen. Den Tieren wird unter Narkose ein Loch in den Schädelknochen gebohrt, die harte Hirnhaut wird entfernt, darunter befindet sich das Gehirn. Eine Kanüle wird im Loch positioniert und mit Zahnzement am Schädel befestigt. Von der Kanüle führt ein Schlauch zu einer Minipumpe, die unter der Rückenhaut angebracht wird. Dazu wird eine Tasche in die Rückenhaut geschnitten.

Den Ratten wird der Hals auf 2 cm Länge aufgeschnitten, um an die Halsarterie zu gelangen. In diese wird ein Schlauch eingeführt. Nun wird die Ratte in einen Magnetresonanztomographen (MRT) gelegt. Über den Schlauch wird ein Kontrastmittel in das Gehirn eingeleitet. Mit dem MRT werden alle 2 Minuten Aufnahmen vom Gehirn gemacht, während der Schlauch in der Halsarterie vorgeschoben wird, bis die mittlere Hirnarterie durch den Schlauch ausgefüllt und so verstopft wird. So kommt es zu einer Mangeldurchblutung des Hirngewebes wie bei einem Schlaganfall. Durch Zurückziehen des Schlauches kann der Blutfluss zum Gehirn wieder geöffnet werden. Das weitere Schicksal der Ratten wird nicht beschrieben.

Die Arbeit wurde unterstützt durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Bereich: Schlaganfallforschung, Bildgebende Verfahren

Originaltitel: Early detection and monitoring of cerebral ischemia using calcium-responsive MRI probes

Autoren: Tanja Savic (1), Guiseppe Gambino (1), Vahid S. Bokharaie (2), Hamid R. Noori (2), Nikos K. Logothetis (3,4), Goran Angelovski (1)*

Institute: (1) MRT Kontrastmittel für Neuro-Imaging, Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik, Max-Planck-Ring 8-14, 72076 Tübingen, (2) Neuronale Konvergenz, Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik, Tübingen, (3) Physiologie kognitiver Prozesse, Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik, Tübingen, (4) Department of Imaging Science and Biomedical Engineering, University of Manchester, Manchester, Großbritannien

Zeitschrift: PNAS 2019; 116 (41): 20666-20671

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5093



Dokument 192Titel: Traumatische Hirnverletzungen verstärken die Bildung von heterotoper Verknöcherung um die Hüfte: eine Tiermodellstudie
Hintergrund: Es wird untersucht, ob eine Hirnverletzung die Heilungsprozesse im Knochen nach einer Knochenverletzung beeinflusst.
Tiere: 40 Ratten
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von einer nicht genannten Kommission unter der Nummer DE RLP 23 177-07/G13-1-047 genehmigt. Es werden 40 männliche Ratten der Zuchtlinie Wistar verwendet. Die Tiere werden von der Versuchstierzucht Charles River Laboratories, Köln, bezogen.

Unter Narkose werden Haut und Muskeln an der Hüfte der Tiere aufgeschnitten und es wird ein Loch in das obere Ende des Oberschenkelknochens bis in das Knochenmark gebohrt. Die Markhöhle wird stufenweise (1 mm, 1,5 mm und 2 mm) ausgefräst. Zwei Klemmen werden im großen Gesäßmuskel so gesetzt, dass ein 0,5 cm großes Loch im Muskel entsteht. Nach drei Minuten werden die Klemmen entfernt und die Wunde wird verschlossen. Ein großes Stück des Schädelknochens wird entfernt, um das Gehirn freizulegen. Eine 4 mm dicke pneumatische Pistole wird gegen das Gehirn der Tiere geschossen und verursacht eine Hirnverletzung. Nach der Hirnverletzung wird das zuvor entfernte Stück Schädelknochen wiedereingesetzt und angeklebt, die Kopfhaut wird zugenäht. Die Tiere bekommen ein Schmerzmittel im Wasser, aber keine entzündungshemmende Mittel.

Bei 10 Tieren wird nur die Markhöhle ausgefräst (Knochenverletzung), 10 Tiere bekommen eine Knochenverletzung und zusätzlich eine „mittlere“ 2 mm tiefe Hirnverletzung, 10 Tiere bekommen eine Knochenverletzung und eine „schwere“ 2,5 mm tiefe Hirnverletzung und 10 Tiere bekommen nur eine „schwere“ 2,5 mm tiefe Hirnverletzung. Nach 12 Wochen werden die Ratten mit CO2 getötet, Die Hüfte wird mittels Mikro-Computertomographie untersucht.

Diese Arbeit wurde von der Belgian Society for Orthopedics and Traumatology (BVOT) finanziell unterstützt.

Bereich: Unfallmedizin, Traumatologie, Knochenchirurgie

Originaltitel: Traumatic brain injury enhances the formation of heterotopic ossification around the hip: an animal model study

Autoren: Joris Anthonissen (1,2)*, Clara T. Steffen (1), Beat Alessandri (3), Andreas Baranowski (1), Pol Maria Rommens (1), Jan Victor (2), Alexander Hofmann (1)

Institute: (1) Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsmedizin Mainz, Langenbeckstraße 1, 55131 Mainz, (2) Department of Orthopaedic Surgery and Traumatology, Ghent University Hospital, Ghent, Belgien, (3) Institut für Neurochirurgische Pathophysiologie, Universitätsmedizin Mainz, Mainz

Zeitschrift: Archives of Orthopaedic and Trauma Surgery 2019; doi: 10.1007/s00402-019-03326-0

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5092



Dokument 193Titel: Alkoholentzug und Proopiomelanocortin-Neuropeptide in einem Tiermodell für Alkoholabhängigkeit
Hintergrund: Es wird die Wirkung von zwei Hormonen des Gehirns auf den Alkoholkonsum bei alkoholsüchtigen Ratten nach einem Alkoholentzug untersucht.
Tiere: 90 Ratten
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES, Genehmigungsnummer 12/0825) genehmigt. Die 90 männlichen 28 Tage alten Ratten der Zuchtlinie Wistar werden von der Versuchstierzucht Charles River Laboratories, Sulzfeld, bezogen und einzeln gehalten. 60 Tiere bekommen je drei Flaschen mit unterschiedlichem Alkoholgehalt (5, 10 und 20%) und eine Flasche mit Wasser. 30 Ratten („Kontrolltiere“) bekommen vier Flaschen mit Wasser. Die Ratten werden in 9 Gruppen mit je 10 Tieren eingeteilt – sechs Gruppen bekommen Alkohol und 3 bekommen nur Wasser. Alle vier Wochen wird der Alkohol für drei Tage entzogen, indem die Alkoholflaschen aus den Käfigen entnommen und nach 3 Tagen wieder zurückgesetzt werden. So werden die Ratten süchtig gemacht. Der Flüssigkeitsgehalt jeder Flasche wird täglich gemessen, um den Alkoholkonsum der Tiere zu bestimmen.

Ein Jahr nach dem Beginn des Experiments werden 9 Ratten aus der Alkohol-Gruppe und 9 aus der Kontrollgruppe getötet. Unter CO2-Narkose wird den Tieren mit einer Spritze ins Herz gestochen, um eine Blutprobe zu entnehmen. Anschließend erfolgt die Tötung durch Köpfen.

Nun wird den süchtigen Ratten der Alkohol entzogen und bei den Kontroll-Ratten werden 3 von 4 Wasserflaschen entfernt. 16 Tiere (8 Alkohol- und 8 Kontroll-Ratten) werden einen Tag danach und 18 Tiere (9+9) 6 Tage danach auf die oben beschriebene Weise getötet.

Nach sechs Tagen Alkoholentzug wird den restlichen 29 Tieren täglich über 8 Tage entweder ein von zwei unterschiedlichen Hormonen des Gehirns oder eine wirkungslose Lösung in der Bauchhöhle gespritzt. Die Hormone sollen das Alkoholverlangen herabsetzen. An den letzten drei Tagen von dieser Behandlung bekommen die Tiere wieder die Alkoholflaschen. Am achten Tag werden alle 29 Tiere wie oben beschrieben getötet. Neun Tiere sterben aus unbekannten Gründen bevor das Experiment beendet ist.

Diese Arbeit wurde von der Hochschulinternen Leistungsförderung (HiLF) der Medizinische Hochschule Hannover (MHH) finanziell unterstützt.

Bereich: Alkoholforschung

Originaltitel: Alcohol withdrawal and proopiomelanocortin neuropeptides in an animal model of alcohol dependence

Autoren: Lars H. Müschen (1,2), Mathias Rhein (1,3), Viktoria Hoppe (1,4), Nadine John (5), Kerstin Schwabe (5), Helge Frieling (1,3), Stefan Bleich (1,3), Marc A. N. Muschler (1,3)*

Institute: (1) Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie, Medizinische Hochschule Hannover (MHH), Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover, (2) Klinik für Neurologie, Medizinische Hochschule Hannover (MHH), Hannover, (3) Labor für molekulare Neurowissenschaften, Medizinische Hochschule Hannover (MHH), Feodor-Lynen-Str. 35, 30625 Hannover, (4) Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Franziskus Hospital, Bielefeld, (5) Klinik für Neurochirurgie, Medizinische Hochschule Hannover (MHH) Hannover

Zeitschrift: Neuropsychobiology 2019; 78: 118-127

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5091



Dokument 194Titel: Vergleich der mitochondrialen Superoxiddetektion ex vivo / in vivo mittels MitoSOX-HPLC-Methode mit klassischen Tests bei drei verschiedenen Tiermodellen für oxidativen Stress
Hintergrund: Messung bestimmter Veränderungen in den Zellen im Gewebe von Ratten mit 3 künstlich hervorgerufenen Krankheitsbildern.
Tiere: 16 Ratten
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz (Koblenz, Genehmigungsnummer 23 177-07/G 18-1-001) genehmigt. Es werden 16 sechs Wochen alte männliche Ratten der Zuchtlinie Wistar aus der Versuchstierzucht Charles River Laboratories, Sulzfeld, verwendet.

Bei je 3 Ratten werden 3 verschiedene Krankheitsbilder künstlich hervorgerufen: Bei drei Tieren wird Streptozotozin in eine Vene injiziert, eine Substanz, die die Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört, und so zu Symptomen der Zuckerkrankheit bei den Ratten führt. Durch mehrere Blutproben in den folgenden Tagen wird dies bestätigt. Kontrolltiere bekommen eine harmlose Substanz gespritzt.

Drei Ratten bekommen täglich 7 Tage lang Angiotensin II verabreicht, ein Hormon, das Bluthochdruck verursacht. Kontrolltiere bekommen eine harmlose Substanz.

Weiteren Ratten wird unter Isofluran-Narkose die Rückenhaut zwischen den Schultern aufgeschnitten und eine Mikropumpe unter die Haut implantiert. Mit dieser Pumpe wird vier Tage lang eine Nitroglyzerin-Lösung infundiert, eine Substanz, die die Blutgefäße weitet. Einige Kontrolltiere erhalten eine harmlose Lösung. Nach 8 Wochen (Gruppe 1), 7 Tage (Gruppe 2) und 4 Tage (Gruppe 3) werden die Tiere mit einer Überdosis eines Narkosemittels getötet, ihr Zwerchfell und Aorta werden für Analysen der Zellbestandteile entnommen.

Diese Arbeit wurde von den Boehringer Ingelheim Fonds und dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung finanziell unterstützt.

Bereich: Biochemie, Stoffwechselphysiologie, Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel: Comparison of mitochondrial superoxide detection ex vivo/in vivo by mitoSOX HPLC method with classical assays in three different animal models of oxidative stress

Autoren: Sanela Kalinovic (1), Matthias Oelze (1), Swenja Kröller-Schön (1), Sebastian Steven (1), Ksenija Vujacic-Mirski (1), Miroslava Kvandová (1), Isabella Schmal (1), Ahmad Al Zuabi (1), Thomas Münzel (1,2), Andreas Daiber (1,2)*

Institute: (1) Zentrum für Kardiologie, Labor für Molekulare Kardiologie, Universitätsmedizin Mainz, 55131 Mainz, (2) Standort Rhein-Main, Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), Langenbeckstr. 1, 55131 Mainz

Zeitschrift: Antioxidants 2019; 8(11): 514. doi:10.3390/antiox8110514

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5090



Dokument 195Titel: Cortisol im Jugendalter beeinflusst Persönlichkeitsmerkmale und Verhaltenssyndrome
Hintergrund: Es wird untersucht, wie ein Überschuss des Stresshormons Cortisol das Verhalten von Wildmeerschweinchen während und nach der Pubertät beeinflusst.
Tiere: 60 Meerschweinchen (Wildmeerschweinchen)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, Genehmigungsnummer 84-02.04.202016.A071) genehmigt. Es werden 60 Wildmeerschweinchen-Jungtiere verwendet. Die Tiere stammen aus institutseigener Zucht des Lehrstuhls für Verhaltensforschung der Universität Bielefeld. Ein Mikrochip wird zur Erkennung der einzelnen Tiere unter die Haut im Schulterbereich implantiert. Die Tiere werden in 24 Gruppen gehalten. Während der Verhaltenstests werden die Tiere einzeln in je 0,8 m2 große Käfige gesetzt. Vier Männchen zeigen ein höheres Aggressionsniveau und werden dauerhaft einzeln gehalten. Im Alter von ca. 33 Tage werden die Meerschweinchen in zwei gleich große Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe (CORT) bekommt Cortisol, ein Stresshormon, drei Wochen lang mit dem Futter, um eine chronische Stressreaktion nachzuahmen. Die zweite Gruppe (Kontroll-Gruppe) bekommt kein Cortisol. Die Tiere werden täglich so lange einzeln gehalten bis sie die geplante Menge an Futter gegessen haben. In sechs Fällen bleiben die Tiere über Nacht im Einzelkäfigen.

Eine Woche nach dem Ende der Cortisol-Verabreichung werden fünf Verhaltenstests mit allen Tieren gemacht. Diese Versuchsreihe wird ein und zwei Monaten später wiederholt. Für den ersten Verhaltenstest werden die Meerschweinchen für eine Stunde mit einem neuen Gegenstand im Käfig konfrontiert und es wird gemessen, wie oft sie den Gegenstand innerhalb von 15 Minuten berühren. Für den zweiten Test werden die Tiere für 5 Stunden einzeln in einem neuen Käfig gesperrt. Danach öffnet sich eine Tür zu einem weiteren Käfig und die Tiere haben drei weitere Stunden, um den ersten und zweiten Käfig zu erkunden. Bei dem dritten Verhaltenstest werden die Meerschweinchen für 30 Sekunden auf den Rücken gelegt. Es wird gemessen, wie lange die Tiere kämpfen und versuchen, sich aus dieser unnatürlichen Position zu befreien. Für den vierten Test wird jedes Tier für eine Minute auf die Hand eines Forschers gesetzt und es wird gemessen, wie sie mit dieser stressvollen Situation umgehen. Im fünften Verhaltenstest werden zwei Tiere des gleichen Geschlechts, die einander vorher nicht begegnet sind, in einen Käfig gesetzt. Es wird beobachtet, ob die Tiere aggressiv (Körperhaltung, Verfolgung, Zähneklappern, Angriffe, Beißen), freundlich (Berührung, Schnüffeln) oder neutral (Begegnung vermeiden) miteinander umgehen. In zwei Fällen wird der Versuch frühzeitig unterbrochen, da die Tiere sehr heftig miteinander kämpfen.

Eine Woche nach jeder Versuchsreihe wird Blut von einem Tier aus jedem Käfig entnommen. Dazu wird eine Vene am Ohr des Tieres durchgestochen und die Blutprobe mittels einer Glaskapillare entnommen. Nach den Versuchen werden die Tiere zurück an den Lehrstuhl für Verhaltensforschung geben.

Diese Arbeit wurde von der Leopoldina Postdoc Stiftung finanziell unterstützt.

Bereich: Verhaltensforschung, Hormonforschung

Originaltitel: Cortisol during adolescence organises personality traits and behavioural syndromes

Autoren: Anja Guenther (1,2)*, Ton A.G.G. Groothuis (2), Oliver Krüger (1), Vivian C. Goerlich-Jansson (3)

Institute: (1) Lehrstuhl für Verhaltensforschung, Fakultät für Biologie, Morgenbreede 45, 33615 Bielefeld, (2) GELIFES – Groningen Institute for Evolutionary Life Sciences, University of Groningen, Niederlande, (3) Department of Animals in Science and Society, Utrecht University, Utrecht, Niederlande

Zeitschrift: Hormones and Behavior 2018; 103: 129-139

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5089



Dokument 196Titel: Der soziale Geruch aktiviert die Formierung des Hippocampus bei Zebrafinken
Hintergrund: Es wird untersucht, welche Gehirnregionen bei männlichen Zebrafinken aktiviert werden und wie häufig sie ihren Kopf nach links und rechts bewegen, wenn sie den Geruch ihrer eigenen Küken im Vergleich zu dem einer Socke ausgesetzt werden.
Tiere: 30 Sonstige Vögel (30 Zebrafinken und ihre Küken)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, Genehmigungsnummer 84 02.05.40.17.009) genehmigt. Es werden 15 männliche Zebrafinken, die 10-Tage alte Küken haben, verwendet. Die Tiere stammen aus institutseigener Zucht des Lehrstuhls für Verhaltensforschung der Universität Bielefeld und die Experimente werden vor Ort durchgeführt. Die Tiere werden bis zum Tag des Experiments zusammen mit ihren Weibchen und Küken gehalten.

Am Tag des Experiments werden jeweils zwei bis drei Küken für eine halbe Stunde in eine Socke gesteckt und danach wieder zu ihren Müttern gebracht. Die männlichen Zebrafinken werden einzeln in einem Käfig untergebracht. Ein kleines Stück Alufolie wird als Reflektor auf den Köpfen der Tiere befestigt, um später die Kopfbewegungen registrieren zu können. Acht Tiere werden mittels eines Lüftungssystems eine Stunde lang dem Geruch der Socke, in der ihre eigenen Küken waren, ausgesetzt. Die restlichen sieben Tiere bekommen den Geruch einer sauberen Socke. Die Finken werden mittels einer Kamera beobachtet und es wird gezählt, wie häufig sie ihren Kopf nach links oder rechts bewegen. Eine Stunde nach Beginn der Geruchseinleitung werden die Tiere getötet, indem ihnen ein starkes Betäubungsmittel in einen Muskel und eine weitere Lösung ins Herz gespritzt werden. Ihre Gehirne werden für weitere Analysen in Scheiben geschnitten.

Die Arbeit wurde durch ein Freigeist-Stipendium der Volkswagen Stiftung finanziell unterstützt.

Bereich: Verhaltensforschung, Sinnesphysiologie, Hirnforschung, Neurobiologie, Neurobiochemie

Originaltitel: Social odour activates the hippocampal formation in zebra ?nches (Taeniopygia guttata

Autoren: Sarah Golüke (1), Hans-Joachim Bischof (1), Jacob Engelmann (2), Barbara A. Caspers (1), Uwe Mayer (3)*

Institute: (1) Lehrstuhl für Verhaltensforschung, Fakultät für Biologie, Universität Bielefeld, Morgenbreede 45, 33615 Bielefeld, (2) AG Active Sensing, Universität Bielefeld, Bielefeld, (3) Center for Mind/Brain Sciences, University of Trento, Rovereto, Italien

Zeitschrift: Behavioural Brain Research 2019; 364: 41-49

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5088



Dokument 197Titel: Biomechanische Stabilität und Knochenbildung bei einem Schienbeindefekt, der mit autologen Schaf-Nabelschnurblutzellen behandelt wurde - eine Pilotstudie
Hintergrund: Die Eignung von Nabelschnurblutzellen, das Knochenwachstum nach einem Knochenbruch zu fördern, wird an Schafen untersucht.
Tiere: 6 Schafe (Bentheimer Schafe )
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, Genehmigungsnummer 8.87-50-10.34.08.033) genehmigt. Es werden sechs weibliche Bentheimer Schafe im Alter von 12 bis 18 Monate verwendet. Die Herkunft der Tiere wird nicht erwähnt.

Zwei der Tiere wurden mittels Kaiserschnitt zur Welt gebracht und 12 Monate lang aufgezogen, bis sie in den Experimenten eingesetzt werden. Das Nabelschnurblut dieser Tiere wird eingefroren. Alle 6 Schafe bekommen ein Schmerzmittel, werden in Narkose gelegt und künstlich beatmet. Ihr rechtes Hinterbein wird geschoren, die Haut und die weichen Gewebe werden aufgeschnitten und ein 2 cm-langes Stück ihres Schienbeins wird mit einer Säge herausgeschnitten und entfernt.

Die Schafe werden in drei Gruppen mit je zwei Tieren eingeteilt: Der ersten Gruppe (Test-Gruppe) wird ein mit Nabelschnurblutzellen besiedeltes Gerüst aus Rinderknochen in die Lücke des Schienbeins eingesetzt. Die Nabelschnurblutzellen stammen dabei von dem seit der Geburt aufbewahrten und aufgetauten Blut desselben Schafes. Die zweite Gruppe (HA-Gruppe) bekommt ein Gerüst ohne Zellen. Bei der dritten Gruppe wird die Lücke leer gelassen.

Um die Knochenenden in der richtigen Position zu halten, wird ein sogenannter Fixateur externe angelegt. Dazu werden 6 in das Schienbein gebohrte Nägel außen mit einem Metallgerüst zusammengeschraubt. Die Tiere bekommen drei Tage nach der Operation Schmerzmittel.

Bei Tieren aller Gruppen entstehen Infektionen um die Nägel im Schienbein. Bei einem Schaf löst sich der Fixateur und das Tier muss eine Woche nach der Operation getötet werden. Zu unterschiedlichen Zeitpunkten wird der Fixateur mit einem Gerät verbunden, das einige biomechanische Eigenschaften des Knochens misst. Zu den gleichen Zeitpunkten werden Röntgenbilder von dem operierten Bein der Tiere gemacht und es werden Blutproben aus einer Beinvene genommen. Sechs Monate nach der Operation werden die Tiere mittels einer Überdosis eines Betäubungsmittels getötet.

Diese Arbeit wurde von der Christiane- und Claudia-Hempel-Stiftung, gegründet von F. W. Hempel & Co. Erze und Metalle (GmbH & Co.) KG, Oberhausen, finanziell gefördert.

Bereich: Knochenchirurgie, Biomaterial-Forschung, Unfallmedizin, Traumatologie

Originaltitel: Biomechanical stability and osteogenesis in a tibial bone defect treated by autologous ovine cord blood cells—a pilot study

Autoren: Monika Herten (1), Christoph Zilkens (2), Fritz Thorey (3), Tjark Tassemeier (1), Sabine Lensing-Höhn (2), Johannes C. Fischer (4), Martin Sager 5, Rüdiger Krauspe (2), Marcus Jäger (1)*

Institute: (1) Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Essen, Hufelandstasse 55, 45147 Essen, (2) Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Düsseldorf, (3) Internationales Zentrum für Hüft-, Knie- und Fußchirurgie, Sporttraumatologie ATOS-Klinik Heidelberg, Heidelberg (4) Institut für Transplantationsdiagnostik und Zelltherapeutika (ITZ), Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Düsseldorf, (5) Tierversuchsanlage, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Düsseldorf

Zeitschrift: Molecules 2019; 24(2): 295

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5087



Dokument 198Titel: Die doppelte Hemmung von GSK3ß und CDK5 schützt das Zellskelett von Neuronen vor nervenentzündlicher Degeneration in vitro und in vivo
Hintergrund: Die nervenschützenden Eigenschaften einer neuen Substanz werden an Fischen mit Alzheimer-ähnliche Symptomen getestet.
Tiere: Fische (Anzahl unbekannt)(Zebrafische)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Landesdirektion Sachsen (TVV-35/2016 und TVV-52/2015) genehmigt. Es werden sowohl Jungtiere, als auch erwachsene Zebrafische verwendet. Fünf Tage alte Zebrafisch-Jungtiere werden genetisch verändert, damit sie wichtige Gehirnzellen nicht ausbilden können. Diese Fische werden verschiedenen Kombinationen an Substanzen und Giften ausgesetzt, die die Nervenzellen, die ihre Muskeln in Bewegung setzen, schädigen. Die Tiere werden auf nicht genannte Weise getötet. Die erwachsenen Zebrafische werden durch eine Lösung betäubt. Mit einer spitzen Nadel wird ein Loch in ihren Schädel gestochen. Eine Glaskanüle wird durch dieses Loch in das Gehirn der Tiere geführt und Substanzen, die Alzheimer-ähnliche Symptome verursachen sollen, werden injiziert. Nach sieben Tage werden die Fische auf nicht genannte Weise getötet und ihre Gehirne werden für weitere Analysen entnommen.

Diese Arbeit wurde finanziell unterstützt vom DFG-Research Center, der Max-Planck-Gesellschaft, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), dem EU-Förderprogramm Horizon 2020 und dem EU Programm Neurodegenerative Disease Research (JPND).

Bereich: Alzheimer-Forschung, Neurologie, Neuropathologie, Neurobiochemie, Neuropharmakologie

Originaltitel: Dual inhibition of GSK3ß and CDK5 protects the cytoskeleton of neurons from neuroinflammatory-mediated degeneration in vitro and in vivo

Autoren: Lydia Reinhardt (1,2), Susanne Kordes (2,3), Peter Reinhardt (1,2,11), Michael Glatza (1,2), Matthias Baumann (3), Hannes C.A. Drexler(4), Sascha Menninger (3), Gunther Zischinsky (3), Jan Eickhoff (3), Claudia Fröb (1), Prabesh Bhattarai (1,5), Guruchandar Arulmozhivarman (1), Lara Marrone (1), Antje Janosch (6), Kenjiro Adachi (2), Martin Stehling (2), Eric N. Anderson (7,8), Masin Abo-Rady (1), Marc Bickle (6), Udai Bhan Pandey (7,8,9), Michell M. Reimer (1), Caghan Kizil (1,5), Hans R. Schöler (2,10), Peter Nussbaumer (3), Bert Klebl (3), Jared L. Sterneckert (1,2)*

Institute: (1) DFG-Zentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD), Technische Universität Dresden, Fetscherstr. 105, 01307 Dresden, (2) Abteilung Zell- und Entwicklungsbiologie, Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin, Röntgenstrasse 20, 48149 Münster, (3) Lead Discovery Center GmbH, Dortmund, (4) Bioanalytische Massenspektrometrie, Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin, Münster, (5) Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in der Helmholtz-Gesellschaft, Dresden, (6) Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik, Dresden, (7) Department of Pediatrics, Division of Child Neurology, Children’s Hospital of Pittsburgh, University of Pittsburgh School of Medicine, Pittsburgh, USA, (8) Department of Human Genetics, University of Pittsburgh Graduate School of Public Health, Pittsburgh, USA, (9) Department of Neurology, University of Pittsburgh School of Medicine, Pittsburgh, USA, (10) Medizinische Fakultät, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Münster, (11) AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG, Neuroscience Discovery, Ludwigshafen

Zeitschrift: Stem Cell Reports 2019; 12(3): 502-517

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5086



Dokument 199Titel: Aneuploidie-induzierende Gen-Knockdowns überlappen mit Krebsmutationen und identifizieren Orp3 als einen B-Zell-Lymphom-Suppressor
Hintergrund: Bei diesen schwer belastenden Versuchen müssen sehr viele Mäuse leiden und sterben, damit ein Gen untersucht wird, das evtl. mit der Krebsentstehung in Zusammenhang steht, und um das krebserregende Potenzial einiger menschlicher Tumorzelllinien zu testen.
Tiere: 151 Mäuse (mehr als)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Baden-Württemberg (Referenznummer 35/9185.81–3/ 940) und vom Thüringer Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz (Referenznummern 03–053/16 und 03–061/16) genehmigt. Die Mäuse entstammen der EUCOMM Collection (München) und der hauseigenen Zucht des Fritz-Lipmann-Instituts in Jena.

Um die Tumor-bildenden Eigenschaften menschlicher Zelllinien zu untersuchen, werden diese Mäusen, die an einem geschwächten Immunsystem leiden, im Alter von 4-6 Wochen an 4 Stellen unter die Rückenhaut gespritzt. Es wird einmal wöchentlich geprüft, ob Tumore bei den Tieren gewachsen sind. Bei allen Tieren bilden sich Tumore aus. Die Überlebenskurven zeigen, dass die Mäuse nach ca. 15 - 40 Tagen sterben.

In einem weiteren Versuch werden gentechnisch veränderte Mäuse „hergestellt“. Die sicherlich große Zahl an Tieren, die an dieser Stelle für die Züchtung eingesetzt und getötet wurden, wird nicht genannt. Es wird ein Gen herunterreguliert, das im Zusammenhang mit der Krebsentstehung stehen soll. Es wird erwartet, dass diese Mäuse eine geringere Überlebensrate aufweisen, da sie Lymphdrüsenkrebs (Lymphome) mit Tochtergeschwulsten ausbilden. Um den gesundheitlichen Zustand der Mäuse zu überprüfen, werden sie die ersten 18 Monate lang monatlich gewogen und danach wöchentlich. Die Mäuse werden durch eine Überdosis CO2 getötet, sobald sie mehr als 15% ihres Körpergewichts innerhalb von 2 Wochen verlieren oder einen mindestens 2 mm großen Mastdarmvorfall erleiden oder einen sichtbaren Tumor ausbilden. Die Überlebenskurven dieser Tiere zeigen, dass sie nach ca. 10 bis 30 Monaten aufgrund dieser Kriterien getötet werden. Bei den gentechnisch veränderten Tieren entwickeln 88% der Mäuse Tumore (Lymphome). Tiere, bei denen das Gen nicht runterreguliert ist, entwickeln zu 73% keine Tumore, zu 21% Lymphome und zu je ca. 2% Tumore der Haut, der Leber und der Eierstöcke. Nach der Tötung werden den Mäusen diverse Organe entnommen und untersucht.

Die Versuche wurden finanziert von der Erich und Gertrud Roggenbuck Stiftung, der Deutschen Krebshilfe, der Europäischen Union und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Bereich: Krebsforschung

Originaltitel: Aneuploidy-inducing gene knockdowns overlap with cancer mutations and identify Orp3 as a B-cell lymphoma suppressor

Autoren: Sospeter N. Njeru (1,8), Johann Kraus (2), Jitendra K. Meena (1,9), André Lechel (3), Sarah-Fee Katz (3), Mukesh Kumar (4), Uwe Knippschild (5), Anca Azoitei (4), Felix Wezel (4), Christian Bolenz (4), Frank Leithäuser (6), André Gollowitzer (7), Omid Omrani (1), Christian Hoischen (1), Andreas Koeberle (7,10), Hans A. Kestler (2)*, Cagatay Günes (4)*, K. Lenhard Rudolph (1)*

Institute: (1) Leibniz-Institut für Alternsforschung - Fritz-Lipmann-Institut e.V. (FLI), Beutenbergstraße 11, 07745 Jena, (2) Institut für medizinische Systembiologie, Universität Ulm, Albert-Einstein-Allee 11, 89081 Ulm, (3) Klinik für Innere Medizin I, Universitätsklinikum Ulm, Ulm, (4) Klinik für Urologie, Universitätsklinikum Ulm, Albert-Einstein-Allee 23, 89081 Ulm, (5) Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Universitätsklinikum Ulm, Ulm, (6) Institut für Pathologie, Universität Ulm, Ulm, (7) Institut für Pharmazie, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Jena, (8) Aktuelle Adresse: Paul-Ehrlich-Institut, Abteilung Immunologie, Langen, (9) Aktuelle Adresse: Baylor College of Medicine, Houston, Texas, USA, (10) Aktuelle Adresse: Michael Popp Research Institute, University of Innsbruck, Innsbruck, Österreich

Zeitschrift: Oncogene 2019; 39(7): 1445-1465

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5085



Dokument 200Titel: Analyse der Satellitenzell-Funktion während der Skelettmuskel-Regeneration durch Kardiotoxin-Schädigung und Injektion selbst-vermittelnder siRNA in vivo
Hintergrund: Es wird ein Verfahren vorgestellt, um den Einfluss von Substanzen auf die Muskelregeneration bei Mäusen zu untersuchen. Die Autoren nennen als Vorteil der hier präsentierten Methode, dass keine transgenen Mäuse benötigt werden, die üblicherweise für dieses Forschungsfeld eingesetzt werden.
Tiere: 6 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Thüringer Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz genehmigt (Referenznummer 03-048/16). Woher die Mäuse stammen, wird nicht erwähnt. Es wird eine Methode vorgestellt, um die Muskelregeneration zu untersuchen. In einer Art Anleitung wird empfohlen, gleichgeschlechtige Mäuse in gutem physischen Zustand und im Alter von mindestens 6 Wochen einzusetzen. Die Mäuse werden betäubt. Ein Hinterbein wird vom Knie bis zu der Pfote rasiert und an dieser Stelle Kardiotoxin in den Muskel gespritzt, wobei die Nadel hin und her bewegt wird, damit sich das Gift möglichst gleichmäßig im Muskel verteilt. Kardiotoxin ist ein Schlangengift, das bewirkt, dass sich die Muskelzellen auflösen und auf diese Weise der Muskel zerstört wird.

Die Autoren weisen darauf hin, dass nur ein Bein diesem (im Nachhinein sehr schmerzhaften) Eingriff unterzogen werden soll, mit der Begründung, das andere Hinterbein könne so als Vergleichs-Kontrolle genutzt werden. Es wird betont, dass die Mäuse nach dem Eingriff nur leicht humpeln sollten und dass man sie töten soll, falls sie stark humpeln oder das Bein gar nicht belasten. An den folgenden 2 Tagen erhalten die Tiere einmal täglich ein Schmerzmittel. Nach 3 Tagen wird den Tieren eine Substanz in den Muskel gespritzt, die den Regenerationsprozess beeinflussen soll. Hierzu werden die Mäuse erneut mittels Inhalationsnarkose anästhesiert. Die Testsubstanz wird in den Muskel, der zuvor mittels Kardiotoxin geschädigt wurde, gespritzt. Es wird erwähnt, dass es nicht nötig sei, im Anschluss an die Prozedur ein Schmerzmittel zu verabreichen.

Nach einigen Tagen werden die Tiere getötet und die Muskeln herauspräpariert, um den Zustand der Regeneration zu untersuchen. Exemplarisch für die hier beschriebene Methode werden in der vorliegenden Arbeit Mäuse vor der Kardiotoxin-Schädigung getötet (Kontrolle), 7 und 10 Tage danach, sowie 2 Tage nach Injektion der Testsubstanz. Es ist davon auszugehen, dass zur Etablierung des hier vorgestellten Verfahrens weitaus mehr Mäuse eingesetzt wurden als die 6 Tiere, die zur Darstellung der exemplarischen Ergebnisse in der Publikation getötet wurden.

Die Arbeiten wurden finanziell unterstützt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Deutschen Krebshilfe.

Bereich: Regenerationsforschung

Originaltitel: Analyzing satellite cell function during skeletal muscle regeneration by cardiotoxin injury and injection of self-delivering siRNA in vivo

Autoren: Hellen E. Ahrens, Henriette Henze, Svenja C. Schüler, Manuel Schmidt, Sören S. Hüttner, Julia von Maltzahn*

Institute: Leibniz-Institut für Alternsforschung - Fritz-Lipmann-Institut e.V. (FLI), Beutenbergstraße 11, 07745 Jena

Zeitschrift: Journal of Visualized Experiments 2019; 151: e60194. Doi: 10.3791/60194

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5084



Dokument 201Titel: Ein Mäuse-Modell zur Untersuchung der Reaktion von Blutgefäßen und des Blutflusses in Mikroblutgefäßen von Lungen-Transplantaten
Hintergrund: Es wird eine Methode vorgestellt, wie man die Entstehung von kleinen Blutgefäßen in Lungengewebe im lebenden Tier beobachten kann. Dazu werden kleine Lungenstücke in eine „Rückenhautkammer“ von Mäusen verpflanzt. Als Vergleich dienen Gebärmuttergewebestücke.
Tiere: 30 Mäuse (mehr als)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der zuständigen Behörde in Homburg/Saar genehmigt. Die Mäuse der Zuchtlinie C57BL/6 werden einzeln gehalten. Den Tieren wird unter Narkose eine sogenannte Rückenhautkammer implantiert. Diese besteht aus zwei Titanplatten mit einem runden Fenster, einer Art Bullauge von 15 mm Durchmesser in der Mitte. Die Rückenhaut der Maus wird geschoren, mehrere Zentimeter hochgezogen und zwischen die beiden mit Schrauben zusammen gehaltenen Titanplatten geklemmt. Auf der einen Seite des Fensters wird die Haut komplett entfernt, so dass im Fenster nun die extrem gespannte Haut einer Seite zu sehen ist, die mit einem Glasplättchen abgedeckt wird. Die Tiere dürfen sich 3 Tage von der Operation erholen. Es wird hervorgehoben, dass die Mäuse die Kammern gut tolerieren und Schlaf und Futteraufnahme nicht beeinträchtigt seien.

Eine nicht genannte Anzahl Mäuse wird getötet, um ihre Lungen zu entnehmen. Diese werden in eine fluoreszierende Flüssigkeit gelegt, damit das Gewebe die Farbe annimmt. Es werden kleine Würfel von einem halben Millimeter Seitenlänge aus den Lungen geschnitten. Jeweils 3-4 Lungenwürfel werden den Mäusen mit den Rückenhautkammern auf die Haut im Bullauge verpflanzt. Bei einigen Mäusen mit Rückenhautkammer wird unter Narkose der Bauch aufgeschnitten, um ein Gebärmutterhorn herauszuschneiden. Dieses wird in fluoreszierende Farbe gelegt und 1-2 kleine Würfel daraus derselben Maus, aus der die Gebärmutter stammte, in das Kammerfenster transplantiert. Unmittelbar danach sowie 3, 6, 10 und 14 Tage nach der Transplantation des Lungen- und Gebärmuttergewebes werden die Tiere betäubt, um das Blutgefäßwachstum der Transplantate im Bullauge unter einem speziellen Mikroskop zu beobachten und zu filmen. Dazu wird den Tieren eine fluoreszierende Flüssigkeit in das Venengeflecht hinter dem Augapfel injiziert. So kann der Blutfluss sichtbar gemacht werden. Nach 14 Tagen werden die Mäuse durch eine Überdosis Pentobarbital getötet. Für dieses Experiment werden 30 Mäuse verwendet.

In einem weiteren Experiment mit 10 Mäusen wird ähnlich verfahren, auch diesen Tieren werden kleinen Lungen- und Gebärmutterstücke in die Rückenhautkammer verpflanzt. Nach 10-13 Tagen wird den Tieren unter Betäubung über eine Maske Luft mit unterschiedlichem Sauerstoffgehalt zugeführt. Gleichzeitig werden die kleinen Blutgefäße im transplantierten Gewebe beobachtet. Am nächsten Tag wird die Prozedur wiederholt. Dann werden auch diese Mäuse getötet.

Bereich: Lungenphysiologie, Lungenforschung

Originaltitel: A murine model to study vasoreactivity and intravascular flow in lung isograft microvessels

Autoren: Nora Regelin (1,2), Susanne Heyder (1,2,4), Matthias W. Laschke (2), Yalda Hadizamani (5,6), Michele Borgmann (5,6), Ueli Moehrlen (6,7), René Schramm (2,3), Robert Bals (1), Michael D. Menger (2), Jürg Hamacher (1,2,5,6)*

Institute: (1) Klinik für Innere Medizin V – Pneumologie, Allergologie, Beatmungs- und Umweltmedizin, Universitätsklinikum des Saarlands, Gebäude 41, Kirrberger Str. 100, 66424 Homburg/Saar, (2) Institut für Klinisch-Experimentelle Chirurgie, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum des Saarlands, Homburg/Saar, (3) Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen, Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, 32545 Bad Oeynhausen, (4) MediClin Albert Schweitzer Klinik, Pneumologie, 78126 Königsfeld, (5) Klinik für Allgemeine Innere Medizin, Pneumologie, Lindenhofspital, Bern, Schweiz, (6) Lungen- und Atmungsstiftung Bern, Bern, Schweiz, (7) Kinderchirurgie, Universitäts-Kinderspital Zürich, Zürich, Schweiz

Zeitschrift: Scientific Reports 2019; 9: 5170. doi.org/10.1038/s41598-019-41590-7

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5083



Dokument 202Titel: Einzelzelltranskriptomik deckt molekularen Trichter von Zellidentitäten während der Axolotl-Gliedmaßenregeneration auf
Hintergrund: Es werden Heilungsprozesse nach der Amputation des Vorderbeins bei Axolotl (mexikanische Schwanzlurche) erforscht.
Tiere: Salamander (Anzahl unbekannt)(Axolotl)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Landesdirektion Sachsen und der zuständigen Behörde in Wien genehmigt. Es werden Brainbow-Axolotl und weiße Axolotl vom MPI-CBG (Dresden), CRTD (Dresden) und IMP (Wien) verwendet. Axolotl sind mexikanische Schwanzlurche (Salamander), die die Fähigkeit haben, verletzte Organe und Gliedmaßen sehr schnell nachwachsen zu lassen. Es werden vier genetische Veränderungen bei den Tieren geschaffen, indem genetisches Material in insgesamt 1833 Axolotl-Embryonen injiziert wird. Von ihnen überleben 674 Embryonen, aufgezogen werden aber nur 34 Tiere. Mit den Nachkommen dieser Tiere werden die Experimenten gemacht. Manche Tiere werden vor oder kurz nach dem Schlüpfen getötet, um ihre Vorderbeine für weitere Analysen zu entnehmen. Bei Jungtieren werden die Effekte der Genveränderung ausgelöst, indem bestimmte Substanzen in ihrem Wasser aufgelöst werden. Den erwachsenen Tieren werden diese Substanzen in die Bauchhöhle injiziert. Bei den meisten Tieren werden unter Narkose ein oder beide Vorderbeine amputiert und deren Heilung wird verfolgt.

Bei einer Gruppe werden die Tiere betäubt, indem sie in Wasser mit einem Betäubungsmittel gesetzt werden und es wird ein Unterarm amputiert. Bei zwei Gruppen von Axolotl mit unterschiedlichen genetischen Veränderungen werden die Oberarmknochen unter Narkose gegenseitig transplantiert: Die Unterarme der Tiere werden am Ellenbogen amputiert, die Oberarmknochen werden mit Pinzetten herausgezogen und in die Wunden anderer gleichbehandelter Tiere gesteckt. Bei zwei anderen Gruppen von Tieren werden unter Narkose einige Muskeln am Oberarm herausgeschnitten und mit Muskeln von anderen Tieren ersetzt. Die Axolotl werden regelmäßig betäubt, mit feuchten Papiertüchern bedeckt und unter einem Mikroskop beobachtet. Die Tiere werden zu verschiedenen Zeitpunkten bis maximal 38 Tage nach der Amputation auf nicht genannte Weise getötet. Ihre Vorderbeine werden für weitere Analysen entnommen.

Diese Arbeit wurde von der Max-Planck-Gesellschaft, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem ERC Advanced Investigator Award und dem Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (Wien) finanziell unterstützt.

Bereich: Regenerationsforschung, Wundheilung, Zellphysiologie

Originaltitel: Single-cell transcriptomics uncovers molecular funneling of cell identities during axolotl limb regeneration

Autoren: Tobias Gerber (1), Prayag Murawala (2,3)* Dunja Knapp(3), Wouter Masselink (2), Maritta Schuez (3), Sarah Hermann (3), Malgorzata Gac-Santel (1), Sergej Nowoshilow (2,3), Jorge Kagejama (1), Shahryar Khattak (4), Joshua Currie (3), J. Gray Camp (1), Elly M. Tanaka (2,3)* and Barbara Treutlein (1,5,6)*

Institute: (1) Abteilung für Evolutionäre Genetik, Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Leipzig, (2) Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (IMP) Vienna BioCenter, Campus-Vienna-Biocenter 1, 1030 Wien, Österreich, (3) Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Zentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD), Technische Universität Dresden, Fetscherstr. 105, 01307, Dresden, (4) Qatar Biomedical Research Institute (QBRI), Hamad Bin Khalifa University (HBKU), Education City, Qatar Foundation, Qatar , (5) Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik, Dresden (6) Abteilung für Biowissenschaften, Technische Universität München, Freising

Zeitschrift: Science 2018; 362(6413): eaaq0681

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5082



Dokument 203Titel: Markierungsfreie Bildgebung der Gewebearchitektur während der Regeneration peripherer Axolotl-Nerven im Vergleich zur funktionellen Wiederherstellung
Hintergrund: Um die Heilungsprozesse nach Nervenverletzungen bei Patienten besser zu verstehen, werden die Hüftnerven von Axolotl (mexikanische Schwanzlurche) durchgeschnitten und das Nachwachsen analysiert.
Tiere: 78 Salamander (Axolotl)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Landesdirektion Sachsen (AZ: DD24-5131/338/43) genehmigt. Es werden 78 erwachsene Axolotl benutzt. Die Tiere stammen aus dem DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien der TU Dresden (CRTD). Axolotl sind mexikanische Schwanzlurche (Salamander), die die Fähigkeit haben, verletzte Organe oder sogar Gliedmaßen sehr schnell nachwachsen zu lassen. Die Tiere werden mittels eines Betäubungsmittels, das im Wasser aufgelöst wird, betäubt. An einem Hinterbein jeden Tieres wird ein 1 cm-langer Schnitt gemacht, die Haut und die Muskeln werden zur Seite gezogen und der darunterliegende Hüftnerv (Ischiasnerv) wird durchgeschnitten. Danach werden die Wunden chirurgisch verschlossen. Bei einigen Tieren wird der gleiche Eingriff nach 7 Tagen wiederholt. Die Axolotl werden in ein Aquarium mit einer Gegenstromanlage gesetzt, um den Bewegungsgrad des verletzten Beins beobachten zu können. Zwei Tiere werden je 7 und 14 Tage nach der ursprünglichen Verletzung betäubt. Erneut wird ein Schnitt an ihrem Hinterbein gemacht, die Tiere werden mit feuchten Papiertüchern bedeckt, unter ein Mikroskop gelegt und ihre Nerven werden fotografiert. Die Tiere werden in Gruppen an einem von neun verschiedenen Zeitpunkten (0 bis 128 Tage nach der Verletzung) auf nicht genannte Weise getötet und ihre Beine werden zur weiteren Analyse entnommen.

Diese Arbeit wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (AZ 13N13807), das Else Kröner Promotionskolleg und den Publikationsfonds der SLUB/TU Dresden finanziell unterstützt.

Bereich: Regenerationsforschung, Neurologie, Neurobiologie, Neurophysiologie, Wundheilung

Originaltitel: Label-free imaging of tissue architecture during axolotl peripheral nerve regeneration in comparison to functional recovery

Autoren: Ortrud Uckermann (1)*, Joana Hirsch (1), Roberta Galli (2), Jonas Bendig (1), Robert Later (1,3), Edmund Koch (2,3), Gabriele Schackert (1), Gerald Steiner (2), Elly Tanaka (3), Matthias Kirsch (1,3)

Institute: (1) Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, TU Dresden, Fetscherstraße 74, 01307 Dresden, (2) Klinisches Sensoring und Monitoring, Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, TU Dresden, Dresden, (3) Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Zentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD), Dresden

Zeitschrift: Scientific Reports 2019; 9(1): 12641

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5081



Dokument 204Titel: Im Vergleich zu einer schnellen verbessert eine langsame Wiedererwärmung das Überleben nach einer milden Kältebehandlung bei experimentellem Schock
Hintergrund: Es wird an Ratten erprobt, ob eine schnelle oder eine langsame Erwärmung bei einer Kühlung nach Blutungsschock eine bessere Überlebungsrate liefert. Da die experimentellen Zustände sich wesentlich von der klinischen Situation unterscheiden, soll nach Aussage der Autoren die Frage an Patienten untersucht werden.
Tiere: 36 Ratten
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, Genehmigungsnummer 84-02.04.2013.A287, G1375/13) genehmigt. Es werden 36 männliche Wister-Ratten benutzt. Die Tiere stammen von Harlan Laboratories (Horst, Niederlande) und werden in der Zentralen Tierexperimentellen Einrichtung des Universitätsklinikums Essen gehalten.

Unter Narkose wird ein Katheter in die Halsvene eingeführt und zwei in Blutgefäße am rechten Hinterbein. Ein Thermometer wird in den Mastdarm der Tiere eingeführt. Bei den Tieren wird ein Blutungsschock erzeugt, indem innerhalb von 30 Minuten alle drei Minuten jeweils zwei Milliliter Blut aus einem Blutgefäß im Hinterbein entzogen werden, bis der Blutdruck der Tiere nur ca. 30 % des normalen Wertes erreicht. Der Blutungsschock wird für eine weitere Stunde aufrechterhalten, danach werden die Tiere wiederbelebt, indem eine Kochsalzlösung in ein Blutgefäß am Hinterbein injiziert wird, die die dreifache Menge des verlorenen Blutvolumens beträgt. Dreimal wird auch Blut zur Untersuchung von jedem Tier entnommen.

Die Ratten werden in 5 Gruppen aufgeteilt. In der ersten Gruppe (4 Tiere) wird weder ein Blutungsschock, noch eine Wiederbelebung erzeugt, in den restlichen vier Gruppen (je 8 Tiere) wird beides erzeugt. Die Tiere der zweiten Gruppe behalten ihre normale Körpertemperatur (36,5 – 37,5 °C). Die Tiere der dritten, vierten und fünften Gruppe werden nach der Wiederbelebung auf 34 °C gekühlt. Die Tiere der Gruppe 3 werden nicht wieder aufgewärmt, die Tiere der Gruppe 4 werden langsam und die der Gruppe 5 werden schnell wieder aufgewärmt. Die Kühlung wird durch einen Operationstisch mit Temperaturregelung sowie Kältepackungen an den Hinterbeinen der Ratten erreicht, die Erwärmung ebenfalls durch den regelbaren Tisch bzw. eine Wärmelampe (schnelle Erwärmung).

Alle Tiere, die nicht gekühlt oder die gekühlt und wieder erwärmt werden, sterben innerhalb von fünf Stunden nach Beginn des Eingriffs. Die Ratten, die langsam erwärmt werden, überleben im Schnitt 45 Minuten länger als diejenigen, die schnell erwärmt werden. Ein Tier der Gruppe, die nur gekühlt wird, stirbt ebenfalls innerhalb dieses Zeitraums. Die restlichen Tiere (11 von 36), die die ersten fünf Stunden überleben, werden unter Narkose getötet und mehrere Organe werden zur Analyse entnommen.

Die Arbeit wurde durch das Universitätsklinikum Essen der Universität Essen-Duisburg finanziert.

Bereich: Schockforschung, Traumatologie, Unfallmedizin

Originaltitel: Slow as compared to rapid rewarming after mild hypothermia improves survival in experimental shock

Autoren: Manuel Burggraf (1)?,Sven Lendemans (2), Indra Naemi Waack (3), Johanna K. Teloh (3), Katharina Effenberger-Neidnicht (3), Marcus Jäger (1), Ricarda Rohrig (3)

Institute: (1) Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Essen, Hufelandstasse 55, 45147 Essen, (2) Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Alfried Krupp Krankenhaus Steele, Essen, (3) Institut für Physiologische Chemie, Universitätsklinikum Essen, Essen

Zeitschrift: Journal of Surgical Research 2019; 236: 300-310

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5080



Dokument 205Titel: Die Proteom-Mikroumgebung bestimmt die Schutzwirkung der Vorkonditionierung bei Cisplatin-induzierten akuten Nierenschäden
Hintergrund: Es wird an Mäusen untersucht, ob geringere Mengen an Nahrung oder Sauerstoff Patienten vor akuten Nierenschäden schützen können.
Tiere: 16 Mäuse
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, Genehmigungsnummer 84-02.04.2013.A158) genehmigt.

Es werden 19 bis 21 Wochen alte männliche Mäuse verwendet. Die Tiere stammen von der Versuchstierzucht Charles River Laboratories, Sulzfeld. Die Mäuse werden in drei Gruppen aufgeteilt – Kontrollgruppe, Kalorienrestriktionsgruppe (CR) und Hypoxie-Gruppe (HP). Die Tiere der Kontrollgruppe dürfen so viel essen, wie sie möchten, und erhalten normale Luft (ca. 21 % Sauerstoffgehalt). Die Mäuse der CR-Gruppe bekommen 28 Tage lang nur 66% der üblichen Futtermenge. Die HP-Tiere werden an drei aufeinanderfolgenden Tagen für 2, 4 oder 8 Stunden in einem Kasten gesetzt, in dem der Sauerstoffgehalt der Luft nur 8,3% beträgt. Den Tieren wird entweder eine Kontrolllösung oder Cisplatin, ein Nieren schädigendes Chemotherapeutikum, in die Bauchhöhle gespritzt. Mäuse, die Cisplatin bekommen, verlieren innerhalb von drei Tagen bis zur 20% ihres Gewichts. Die Mäuse der CR- und der HP-Gruppe verlieren nicht so viel Gewicht. Drei Tage nach der Spritze werden die Tiere unter Narkose getötet, indem durch Injektion einer Kochsalzlösung direkt ins Herz das ganze Blut ausgetauscht wird. Blutproben und ihre Nieren werden für weitere Analysen entnommen.

Bereich: Nierenforschung, Toxikologie

Originaltitel: The proteome microenvironment determines the protective effect of preconditioning in cisplatin-induced acute kidney injury

Autoren: Martin R. Späth (1,2,3), Malte P. Bartram (1,2,3), Nicolas Palacio-Escat (4), K. Johanna R. Hoyer (1,2,3), Cedric Debes (3,5), Fatih Demir(6), Christina B. Schroeter (1,2,3), Amrei M. Mandel (1,2,3), Franziska Grundmann (1,2), Giuliano Ciarimboli (7), Andreas Beyer (3,5), Jayachandran N. Kizhakkedathu (8,9), Susanne Brodesser (3), Heike Göbel (10), Jan U. Becker (10), Thomas Benzing (1,2,3,5), Bernhard Schermer (1,2,3,5), Martin Höhne (1,2,3,5), Volker Burst (1,2), Julio Saez-Rodriguez (4,11), Pitter F. Huesgen (6), Roman-Ulrich Müller (1,2,3,5), Markus M. Rinschen (1,2,3,5,12)*

Institute: (1) Klinik II für Innere Medizin, Universitätsklinik Köln, Kerpener Str. 62, 50937 Köln, (2) Center for Molecular Medicine (Geb. 66), Universität zu Köln, Robert-Koch-Str. 21, 50931 Köln, (3) CECAD Forschungszentrum, Universität zu Köln, Joseph-Stelzmann-Str. 26, 50931 Köln, (4) COMBINE-Joint Research Center for Computational Biomedicine, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, Aachen, (5) Systems Biology of Ageing Cologne (Sybacol), Joseph-Stelzmann-Str. 26, 50931 Köln, (6) Zentralinstitut für Engineering, Elektronik und Analytik (ZEA), Forschungszentrum Jülich, Jülich, (7) Experimentelle Nephrologie, Universitätsklinikum Münster, Münster (8) Department of Pathology, Centre for Blood Research, The University of British Columbia, British Columbia, Vancouver, Canada, (9) Laboratory Medicine, Department of Chemistry, The University of British Columbia, British Columbia, Vancouver, Canada, (10) Institut für Pathologie, Uniklinik Köln, Köln (11) BioQuant Zentrum, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Heidelberg, (12) Scripps Center for Metabolomics and Mass Spectrometry, The Scripps Research Institute, La Jolla, California, USA

Zeitschrift: Kidney International 2019; 95: 333-349

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5079



Dokument 206Titel: Semi-chronische laminare Aufnahmen im Hirnstamm von aktiven Weißbüschelaffen
Hintergrund: Es wird eine Apparatur vorgestellt, mit der Gehirnströme bei Weißbüschelaffen an mehreren Stellen des Hirnstamms gleichzeitig gemessen werden können.
Tiere: 3 Affen (Weißbüschelaffen)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Tübingen genehmigt. Die Weißbüschelaffen (Callithrix jacchus), die für die Versuche eigesetzt werden, entstammen der hauseigenen Zucht der Universität Tübingen. Die Affen werden zunächst trainiert, um in einem Primatenstuhl in einer schalldichten Kammer zu sitzen. Vor dem Gesicht eines Affen wird ein Mikrofon positioniert, das die Laute aufnimmt, die das Tier von sich gibt. Das korrekte Verhalten der Affen, z.B., wenn sie einen Laut von sich geben, wird mit einer kleinen Menge einer Flüssigkeit „belohnt“, die der Affe aus einem automatisierten Probenspender in der Nähe seines Gesichts erhält. Die Autoren heben hervor, dass mit diesem Belohnungssystem sehr gute Erfolge erzielt werden und die Tiere viele Laute von sich geben, was für den Versuch gewünscht ist.

Sobald die Tiere an den Primatenstuhl und den Versuchsaufbau „gewöhnt sind“, erfolgen die komplizierten Kopf- und Gehirnoperationen. Unter Narkose werden die Köpfe der Affen mit einer stereotaktischen Apparatur fixiert. Die Kopfhaut und die darunterliegenden Muskeln werden aufgeschnitten, um den Schädelknochen freizulegen. Es werden vier Löcher in den Schädel gebohrt um eine Apparatur zum Auslesen von Gehirnströmen mithilfe von Titanschrauben und Zahnzement am Schädelknochen zu befestigen. Die Messkammer wird so positioniert, dass bestimmte Regionen im Hirnstamm untersucht werden können. Nach einigen Wochen wird den Affen in einer weiteren komplizierten Operation eine Gehirnsonde implantiert, die ins Gehirn der Affen bis zum Hirnstamm eingelassen wird. Die Position der Sonde kann später bei vollem Bewusstsein der Affen flexibel verändert werden, um verschiedene Gehirnbereiche zu untersuchen. Nach dem schweren operativen Eingriff erhalten die Affen bis zu fünf Tage lang Schmerzmittel und Antibiotika. Das „Wohlbefinden“ der Tiere wird überwacht, indem nach der Operation 5 Tage lang täglich für 20 Minuten das Verhalten beobachtet und protokolliert wird. Die Apparaturen verbleiben monatelang in den Köpfen der Affen.

Bei dem eigentlichen Versuch werden die Affen mit den implantierten Gehirnsonden täglich wie oben beschrieben in den Primatenstuhl in die schalldichte Kammer gesetzt. Die Apparatur in ihrem Kopf wird mit elektronischen Lesegeräten verbunden und es wird 20 Minuten lang aufgenommen, wie die Affen Laute von sich geben. Parallel dazu werden die Gehirnströme der Tiere gemessen. Zusätzlich werden den Tieren verschiedene Laute von Artgenossen vorgespielt und ebenso die Gehirnströme aufgezeichnet, die dabei aktiviert werden.

Bei einem Affen werden die Messungen 90 Tage lang durchgeführt, bei dem zweiten Affen 82 Tage lang, bei dem dritten Affen zum Zeitpunkt der Publikation 15 Tage lang, wobei die Messungen bei diesem Tier noch weiterliefen. Was nach dem Versuchen mit den Tieren geschieht, wird nicht erwähnt.

Die Arbeiten wurden finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und vom Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN) der Universität Tübingen.

Bereich: Hirnforschung, Verhaltensforschung, Neurobiologie

Originaltitel: Semi-chronic laminar recordings in the brainstem of behaving marmoset monkeys

Autoren: Thomas Pomberger (1,2), Steffen R. Hage (1)*

Institute: (1) Neurobiology of Vocal Communication, Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN), Universität Tübingen, Otfried-Müller-Str. 25, 72076 Tübingen, (2) Graduate School of Neural & Behavioural Sciences - International Max Planck Research School, Universität Tübingen, Tübingen

Zeitschrift: Journal of neuroscience methods 2019; 311: 186-192

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5078



Dokument 207Titel: Systematische räumlich-zeitliche Kartierung enthüllt divergente Abläufe des Zelltods bei drei Mausmodellen der erblichen Netzhautdegeneration
Hintergrund: Anhand 3 verschiedener „Mausmodelle“ für erbliche Netzhautdegeneration sollen molekulare Mechanismen der erblichen Erkrankung untersucht werden.
Tiere: 381 Mäuse (ca.)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Für die Versuche werden Wildtyp-Mäuse (gentechnisch nicht verändert), sowie 3 verschiedene „Mausmodelle“ für die erbliche Netzhautzerstörung herangezogen. Anhand der Tiere sollen Verschleiß-Vorgänge in den Stäbchen und Zapfen der Netzhaut untersucht werden. Bei allen drei „Mausmodellen“ erleiden die Tiere durch die gentechnische Veränderung eine mehr oder weniger schnell voranschreitende Netzhautzerstörung, die sie bei vollem Bewusstsein erfahren. Diese Tiere erleiden starke Sehstörungen bis hin zur Erblindung.

Zwei der drei „Mausmodelle“ werden vor den Versuchen mit gentechnisch veränderten Mäusen gekreuzt, denen die genetische Information für einen fluoreszierenden Marker eingesetzt wurde. Bei den entstandenen doppelt-transgenen Mauslinien kann man die Zapfen der Netzhaut über Fluoreszenz sichtbar machen. Die Tiere, die bei diesen Kreuzungen eingesetzt und in diesem Rahmen getötet werden, sind NICHT in der oben genannten Zahl der „Versuchstiere“ enthalten. Alle Tiere werden für die aktuellen Versuche gezüchtet und getötet, um die Augen für Untersuchungen der Netzhaut zu entnehmen. Um das Voranschreiten der Netzhautzerstörung zu analysieren, werden die Tiere zu verschiedenen Zeitpunkten getötet, und zwar im Alter von 10, 12, 14, 18, 24, 30, 60, 90 und 120 Tagen. Mäuse bis zu einem Alter von 12 Tagen werden durch Enthauptung getötet, die älteren Mäuse mittels Ersticken durch Kohlendioxid und nachfolgendem Genickbruch.

Die Arbeiten wurden finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Bereich: Augenheilkunde

Originaltitel: Systematic spatiotemporal mapping reveals divergent cell death pathways in three mouse models of hereditary retinal degeneration

Autoren: Power MJ (1,2,3), Rogerson LE (1,2,3,4,5), Schubert T (1,2), Berens P (1,2,4,5), Euler T (1,2,4)*, Paquet-Durand F (1)*

Institute: (1) Forschungsinstitut für Augenheilkunde, Universität Tübingen, Elfriede-Aulhorn-Straße 7, 72076 Tübingen, (2) Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN), Universität Tübingen, Tübingen, (3) Graduate Training Centre of Neuroscience (GTC), Universität Tübingen, Tübingen, (4) Bernstein Center for Computational Neuroscience, Tübingen, (5) Interfakultäres Instituts für Biomedizinische Informatik (IBMI), Universität Tübingen, Tübingen

Zeitschrift: The Journal of comparative neurology 2019; 1-27. Doi: 10.1002/cne.24807

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5077



Dokument 208Titel: Transcutane Messung der glomerulären Filtrationsrate bei Nagern
Hintergrund: Es wird eine neue Methode vorgestellt, um die Nierenfunktion von Ratten oder Mäusen zu messen. Die Messungen werden bei gesunden Tieren angewandt und bei solchen, deren Nieren für einen Versuch künstlich beschädigt wurden.
Tiere: Tiere verschiedener Arten (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2020

Versuchsbeschreibung: Die hier entwickelte Methode zur Bestimmung der Nierenfunktion bei „Versuchstieren“ wird als Verbesserung für die Tiere dargestellt, da bislang verwendete Methoden z.B. das Sammeln von Blut- oder Urinproben erfordert, was für die Tiere mit Stress verbunden ist.

Bei der hier entwickelten Methode werden Ratten und Mäuse zunächst betäubt. Der Rücken wird rasiert und eine kleine elektronische Apparatur auf der kahlen Stelle platziert. Diese wird zusammen mit einer Batterie mit einem Verband, der eng um das Tier gebunden wird, am Körper befestigt. In die Schwanzvene wird nun eine fluoreszierende Substanz gespritzt, die mithilfe des elektronischen Gerätes über die Haut gemessen wird, um die Nierenfunktion zu analysieren. Die Tiere werden einzeln zurück in einen Käfig gelegt und müssen nach dem Aufwachen das Gerät 2 Stunden am Körper behalten, damit die Aufzeichnung erfolgen kann. Es wird darauf hingewiesen, dass die Tiere wahrscheinlich versuchen werden, das Gerät und die Bandage selbst zu entfernen, weshalb man ihnen zur Ablenkung etwas Futter in den Käfig legen soll. Nach 2 Stunden wird das Gerät in der Regel ohne Betäubung wieder entfernt und die Daten am Computer ausgelesen und ausgewertet. Als Beispiele werden Messungen von gesunden Ratten gezeigt und solchen, deren Nieren durch Spritzen des Zytostatikums Cisplatin geschädigt wurden.

Da es sich bei der vorliegenden Publikation um ein Protokoll handelt, das als Kapitel in einem wissenschaftlichen Buch veröffentlicht wurde, sind keine Angaben zu der Anzahl der verwendeten Tiere, zur Genehmigung der Versuche und zur Finanzierung der Arbeiten verfügbar.

Bereich: Nierenforschung

Originaltitel: Transcutaneous measurement of glomerular filtration rate in rodents

Autoren: Cristina Daniele, Daniela Nardozi, Angelo Torelli, Arif ul Maula Khan, Norbert Gretz

Institute: Medizinische Fakultät Mannheim, Zentrum für Medizinische Forschung, Universität Heidelberg, 68167 Mannheim

Zeitschrift: Methods in Molecular Biology 2020; vol. 2067: Diabetic Nephropathy: Methods and Protocols. Chapter 9. Doi: 10.1007/978-1-4939-9841-8_9

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5076



Dokument 209Titel: Vermittlung von FoxO1 in aktivierten Nukleosid-Diphosphat-Kinase-B-defizienten Neuroglia während der vaskulären Degeneration
Hintergrund: Es sollen molekulare Mechanismen der Diabetes-bedingten Netzhautschädigung beim Menschen anhand von Mäusen untersucht werden.
Tiere: 27 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Karlsruhe genehmigt (Referenznummer 35-9185.81/G-203/10). Woher die Mäuse für die Versuche stammen, wird in der vorliegenden Studie nicht erwähnt.

Es werden Wildtyp-Mäuse (genetisch nicht modifiziert) eingesetzt, sowie Mäuse, denen aufgrund einer Genmanipulation das Enzym NDPK-B fehlt. Die Degeneration der Blutgefäße, die die Tiere ohne dieses Enzym entwickeln, soll die Netzhautschädigung bei Diabetikern widerspiegeln. Den Mäusen wird im Alter von 2 Monaten ein Gift (Streptozotocin, STZ) in die Bauchhöhle gespritzt, das binnen kürzester Zeit die Insulin-produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört. Diese Tiere sollen ein „Modell“ für einen Diabetiker darstellen. Mäusen der Kontrollgruppe wird zum Vergleich auf die gleiche Weise ein Puffer ohne Wirkstoff gespritzt. Eine Woche nach der Behandlung ist der Blutzucker-Wert der STZ-Mäuse so stark angestiegen, dass sie als „diabetisch“ gelten. 3 Monate später werden alle Tiere getötet und die Netzhaut der Augen für weitere Untersuchungen entnommen. Zudem werden zur Untersuchung sogenannter Müller-Zellen (bestimmte Zellen der Netzhaut) 8-10 Tage junge Mäuse (Wildtyp- und NDPK-B-KO-Tiere) getötet und die Zellen isoliert.

Die Studie wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und der European Foundation for the Study of Diabetes (EFSD) finanziert.

Bereich: Diabetes-Forschung

Originaltitel: Mediation of FoxO1 in activated neuroglia deficient for nucleoside diphosphate kinase B during vascular degeneration

Autoren: Yi Qiu (1), Hongpeng Huang (1), Anupriya Chatterjee (1), Loic Dongmo Teuma (1), Fabienne Suzanne Baumann (1), Hans-Peter Hammes (2), Thomas Wieland (1), Yuxi Feng (1)*

Institute: (1) Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie, European Center of Angioscience, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, 68167 Mannheim, (2) V. Medizinischen Klinik, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, 68167 Mannheim

Zeitschrift: Neuroglia 2018; 1: 280-291

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5075



Dokument 210Titel: Ein neues Kleintiermodell zur Simulation eines zweistufigen Revisionsverfahrens bei implantatbezogener methicillinresistenter Knocheninfektion mit Staphylococcus aureus
Hintergrund: Herstellung eines „geeigneten Kleintier-Modells“ um Implantatinfektionen mit multiresistenten Keimen besser erforschen zu können.
Tiere: 12 Kaninchen (Neuseeland-Kaninchen)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Genehmigung der Versuche erfolgt durch die lokale Behörde in Thüringen (14-003/13). Da keines der beteiligten Institute in Thüringen liegt, ist der Ort der Versuche unklar. Die 6-8 Monate alten Kaninchen stammen von Dipl. Ing. Agr. Ronald Krieg aus Niederwünsch. Unter Narkose wird im Bereich des linken Knies nach Aufschneiden der Haut und der geraden Kniescheibensehne von oben ein Loch in das Schienbein gebohrt, ein Draht wird bis tief in die Markhöhle des Knochens vorgeschoben und das vorstehende Ende abgeschnitten. Die Kaninchen werden in 4 Gruppen zu je 3 Tieren eingeteilt. Über das Loch werden je nach Gruppe zwei verschiedene Stämme von multiresistenten Eiterbakterien (Methicillin-resistente Staphylococcus aureus) in zwei unterschiedlichen Dosen in die Markhöhle des Knochens gegeben. Die Wunde wird verschlossen und die Tiere kommen in Einzelkäfige. Es folgt eine tägliche Kontrolle von u.a. Allgemeinbefinden, Gewicht, Entzündungsanzeichen, Futteraufnahme und Temperatur.

28 Tage später wird in einer zweiten Operation der Draht entfernt, der „Stichkanal“ mit einem Bohrer wieder vergrößert und mit Kochsalzlösung ausgespült. Jetzt wird ein Abstandhalter aus Zement eingebracht, der mit einem Antibiotikum beladen ist. Wiederum 28 Tage später wird dieser ebenfalls entfernt, der Stichkanal erneut via Bohrer vergrößert und gespült und einer neuer Draht eingebracht.

Ein Tier muss am 10. Tag wegen Lähmungen der Hintergliedmaßen getötet werden. Alle anderen Tiere zeigen in den ersten vier Wochen anhand von Schwellung im Bereich des operierten Unterschenkels Zeichen einer bakteriellen Infektion. Außerdem verlieren sie an Gewicht. Die Symptome (Schwellung, Gewichtsverlust) verbessern sich vorübergehend bei fast allen Kaninchen bis der zweite Draht eingesetzt wird. 84 Tage nach der ersten Operation werden die Kaninchen auf nicht genannte Weise getötet und das Schienbein für weitere Untersuchungen entfernt. Dabei findet man bei allen Tieren eine eitrige Entzündung des Knochenmarks. Auch die nach jeder Operation gemachten Röntgenbilder vom Knie und die feingewebliche Untersuchungen nach der Tötung zeigen starke Arthrose- und Auflösungszeichen im Knochenbereich. Solche Entzündungen und Veränderungen sind extrem schmerzhaft!

Die Studie wird gefördert vom AO Trauma (Clinical Priority Program Bone Infection).

Bereich: Knochenchirurgie, Bakteriologie

Originaltitel: A new small animal model for simulating a two-stage-revision procedure in implant-related methicillin-resistant Staphylococcus aureus bone infection

Autoren: Maximilian Brunotte (1,2), Markus Rupp (1,3), Sabine Stötzel (1), Ursula Sommer (1), Walid Mohammed (4), Ulrich Thormann (1,3), Christian Heiss (1,3), Katrin S. Lips (1), Eugen Domann (4), Volker Alt (1,3,5)*

Institute: (1) Labor für Experimentelle Orthopädie, Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, Justus-Liebig-Universität Gießen, Paul-Meimberg-Str. 3, 35392 Gießen, (2) Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig, (3) Klinik und Poliklinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Justus-Liebig-Universität Gießen, Gießen, (4) Institut für Medizinische Mikrobiologie, Justus-Liebig-Universität Gießen, Gießen, (5) Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Regensburg, Regensburg

Zeitschrift: International Journal of the Care of the Injured 2019; 50: 1921-1928

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5074



Dokument 211Titel: Abbau von aus dem Knochenmark stammenden Fibrozyten mildern TAA-induzierte Leberfibrose bei Mäusen
Hintergrund: Welche Rolle spielen bestimmte im Knochenmark gebildete Zellen bei der Ausbildung von durch Giftfütterung hervorgerufene Leberfibrose bei Mäusen?
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche vom Regierungspräsidium Gießen (V54-19c 20 15c GI20/10 Nr. G21_2016, JLU Nr. 532_M). Für die Studie werden gentechnisch veränderte Mäuse verwendet, die im Max–Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim „hergestellt“ werden. Das Verfahren der „Herstellung“ beinhaltet dabei verschiedene Einzelschritte. Zunächst werden befruchtete Eizellen mit bestimmten gentechnischen Veränderungen in die Gebärmutter von pseudo-schwangeren Mäusen gepflanzt. Danach werden die daraus „entstandenen“ Tiere mehrfach mit sogenannten Wildtypmäusen verpaart, die nicht gentechnisch verändert sind. Ein Teil der gezüchteten Mäuse hat dann den genetischen Hintergrund, der für die Versuche benötigt wird. Bei ihnen werden Zellen gebildet, die anfälliger sind durch ein bestimmtes Virus abgetötet zu werden.

Für die Studie werden 32 Wildtyp-Mäuse mit einer sehr hohen Strahlendosis (11 Gy, 60Co) bestrahlt, so dass ihr Knochenmark zerstört wird. Genauere Angaben zum Ablauf dieser Bestrahlung gibt es nicht. Nach dieser Prozedur bekommt die eine Hälfte der Tiere Knochenmarkszellen von gentechnisch veränderten Mäusen in die Schwanzvene gespritzt. Die andere Hälfte der Tiere bekommt Knochenmarkszellen von „normalen“ Mäusen. Vier Wochen später erhalten alle Tiere 18 Wochen lang über das Trinkwasser Thioacetamin. Dieses Gift führt bei den Mäusen zu einer Leberfibrose, die an Leberfibrose beim Menschen erinnert, welche durch Alkoholkonsum entsteht. Außerdem ist im Trinkwasser das Virus enthalten, welches bei den gentechnisch veränderten Tieren zur Abtötung bestimmter Zellen führt. Nach den 18 Wochen werden die Tiere auf nicht genannte Weise getötet und ihre Lebern für weitere Untersuchungen entnommen.

Andere Gruppen von Tieren, die vorher bestrahlt wurden und Knochenmark erhalten haben, erhalten nur das Gift über 18 Wochen. Im Anschluss daran wird das Virus über 4 Wochen lang verabreicht und die Tiere getötet. Außerdem werden unbehandelte Mäuse als „Kontrolltiere“ im Alter von 34 oder 38 Wochen getötet.

Gefördert wurde diese Studie von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Max-Planck-Gesellschaft, dem Cardio-Pulmonary-Institute (CPI), dem Deutschen Zentrum für Lungenforschung.

Bereich: Leberforschung, Pathophysiologie

Originaltitel: Depletion of bone marrow-derived fibrocytes attenuates TAA-induced liver fibrosis in mice

Autoren: Felix Hempel (1), Martin Roderfeld (1), Rajkumar Savai (2,3), Akylbek Sydykov (3), Karuna Irungbam (1), Ralph Schermuly (3), Robert Voswinckel (4,5), Kernt Köhler (6), Yury Churin (1), Ladislau Kiss (3), Jens Bier (3), Jörn Pons-Kühnemann (7), Elke Roeb (1)*

Institute: (1) Schwerpunkt Gastroenterologie, Zentrum für Innere Medizin, Uniklinikum Gießen und Marburg GmbH, Klinikstr. 33, 35392 Gießen, (2) Max Planck Institut für Herz- und Lungenforschung, Bad Nauheim, (3) The Cardio-Pulmonary Institute (CPI), Zentrum für Innere Medizin, Uniklinikum Gießen und Marburg GmbH, Gießen, (4) Innere Medizin, Bürgerhospital Friedberg, Gesundheitszentrum Wetterau gGmbH, Friedberg, (5) Innere Medizin, Hochwaldkrankenhaus Bad Nauheim, Gesundheitszentrum Wetterau gGmbH, Bad Nauheim, (6) Institut für Veterinär-Pathologie, Justus-Liebig-Universität Gießen, Gießen, (7) Institut für Medizinische Informatik, Justus-Liebig-Universität Gießen, Gießen

Zeitschrift: Cells 2019; 8: 1210

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5073



Dokument 212Titel: Die doppelte Hemmung des Komplementfaktors 5 und Leukotrien B4 führt zu einer besseren Unterdrückung der Pemphigoid-Krankheit der Maus
Hintergrund: An Mäusen mit künstlich hervorgerufenen Hautentzündungen sollen zwei Medikamente auf Wirksamkeit für autoimmune Hauterkrankungen für Menschen getestet werden.
Tiere: 77 Tiere verschiedener Arten (mindestens 77 Mäuse, unbekannte Anzahl Neuseeland-Kaninchen)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Genehmigung der Versuche erfolgt durch die Regierungsbehörde in Schleswig-Holstein. Die Mäuse stammen von Janvier Labs. Sie werden an der Uni Lübeck gehalten. Ihnen werden 3 x im Abstand von zwei Tagen Antikörper unter die Haut im Nacken, am rechten Vorder- und linken Hinterbein gespritzt. Diese Antikörper sind gegen ein Eiweiß gerichtet, welches u.a. in der bindegeweblichen Hautschicht der Mäuse vorkommt. Dadurch kommt es an der Stelle zu starken Hautentzündungen mit Blasen- und Krustenbildung. Produziert werden die Antikörper in Neuseeland-Kaninchen. Ihnen wird das fremde Eiweiß unter die Haut gespritzt und ihr Immunsystem beginnt über Antikörperproduktion mit der Bekämpfung des fremden Stoffes. Nach einer gewissen Zeit wird den Tieren Blut abgenommen, und die Antikörper daraus isoliert.

Gruppen von Mäuse bekommen entweder ab 4 Tage vor oder ab fünf Tage nach der ersten Spritze mit den Antikörpern 1 oder 2 x täglich zwei verschiedene Medikamente in unterschiedlichen Dosen unter die Haut. Eine Kontroll-Gruppe bekommt nur Salzlösung. 12 Tage nach der ersten Spritze mit den Antikörpern endet der Versuch. Was mit den Mäusen passiert, wird nicht erwähnt. Vermutlich werden sie aber getötet, da Hautbiopsien aus den Randregionen der Entzündungen entnommen und weiter untersucht werden.

Bereich: Dermatologie, Allergieforschung

Originaltitel: Dual inhibition of complement factor 5 and leukotriene B4 synergistically suppresses murine pemphigoid disease

Autoren: Tanya Sezin (1), Sripriya Murthy (1), Claudia Attah (1), Malte Seutter (1), Maike M. Holtsche (1), Christoph M. Hammers (1), Enno Schmidt (2,3), Fibi Meshrkey (1), Sadegh Mousavi (1), Detlef Zillikens (1,3), Miles A. Nunn (4), Christian D. Sadik (1,3)*

Institute: (1) Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Ratzeburger Allee 160, Haus B9, 23538 Lübeck, (2) Lübecker Institut für Experimentelle Dermatologie, Universität zu Lübeck, Lübeck, (3) Center for Research on Inflammation of the Skin (CRIS), Universität zu Lübeck, Lübeck, (4) Akari Therapeutics, London, England

Zeitschrift: JCI insight 2019; 4(15): e128239

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5072



Dokument 213Titel: Elektrische Hochfrequenzstimulation der Nucleus-Accumbens-Schale führt nicht zur Veränderung von depressiv-ähnlichem Verhalten bei Ratten
Hintergrund: Tiefe Hirnstimulation wird bereits erfolgreich bei Menschen mit therapieresistenter Depression eingesetzt. Unbekannt ist aber, welche Hirnregion stimuliert werden muss, um nachhaltige Verbesserungen der Symptome zu bekommen. Hier wird nun ein bestimmter Bereich im Gehirn von Ratten mit künstlicher Depression stimuliert.
Tiere: 42 Ratten
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Ministerium für Natur und Umwelt des Landes Schleswig-Holstein genehmigt. Die männlichen Wistar-Ratten stammen von Charles River in Sulzfeld. Vor dem Versuch sitzen die Tiere paarweise in Käfigen. Die Einteilung erfolgt in 3 Gruppen von je 14 Tieren. Die Ratten der ersten zwei Gruppen werden eine Woche nach Ankunft im Labor mit einer Spritze in die Bauchhöhle in Narkose gelegt. Der Kopf wird in einen Rahmen gespannt und die Kopfhaut entlang der Mittellinie aufgeschnitten. Mit einem Zahnbohrer werden über einem bestimmten Hirnbereich Löcher unbenannter Größe in den Schädelknochen gebohrt, ein Rohr mit zwei Lumen mit je 7,5 mm Durchmesser in die Tiefe eingeführt und mit Zahnzement am Schädelknochen fixiert. Nach der Operation „dürfen“ die Tiere sich mindestens 13 Tage erholen. Die Ratten der dritten Gruppe werden nicht operiert und dienen als Kontrolle.

Für die eigentlichen Tests werden alle Ratten zunächst 10 Tage lang einzeln gehalten und bekommen nur noch so viel Futter, dass ihr Gewicht sich bei 85 % des Normalgewichts einpendelt. Isolation und verringerte Futtermenge führen bei den Tieren zu Symptomen, die an Depression erinnern. Deshalb werden solche Tiere häufig als „geeignetes Tiermodell in der Depressionsforschung eingesetzt“. Um das depressive Verhalten bzw. Veränderungen zu beurteilen, müssen die Tiere den Forcierten Schwimmtest machen. Dafür wird jeweils eine Ratte in einen zylindrischen Behälter (22 cm Durchmesser, 60 cm hoch) gesetzt, der 40 cm hoch mit Wasser gefüllt ist. Das Verhalten der Tiere wird 10 Minuten lang beobachtet und in drei Variationen eingeteilt: Schwimmen, sich abmühen (nur noch Bewegung der Vordergliedmaßen) und sich treiben lassen. Wenn die Tiere aufhören zu schwimmen und sich vermehrt treiben lassen, gilt das als depressives Verhalten. Den Tieren der Gruppe 1 wird durch die zwei Löcher des implantierten Rohres je eine Sonde und eine Elektrode 8 mm tief ins Gehirn gestochen. Vermutlich erfolgen diese Prozedur sowie die folgenden Maßnahmen ohne Narkose. Über die Sonde wird ein bestimmter Hirnbereich über vier Stunden lang mit künstlicher Hirnflüssigkeit umspült. Zu bestimmten Zeitpunkten werden von dieser Flüssigkeit Proben genommen und 40 Minuten lang über die eingeführte Elektrode elektrische Impulse in das Gehirngewebe abgegeben. Danach wird der Schwimmtest erneut für 5 Minuten durchgeführt. Schwimmen die Ratten jetzt länger, hat die Behandlung der Depression mit der Elektrostimulation gewirkt. Anschließend werden alle Ratten mit einer Narkoseüberdosierung getötet und die Gehirne für weitere Untersuchungen entnommen.

Bereich: Depressionsforschung, Hirnforschung

Originaltitel: Electrical high frequency stimulation of the nucleus accumbens shell does not modulate depressive-like behavior in rats

Autoren: Anett Schumacher (1), Marlen Haegele (2), Jakob Spyth (3), Andreas Moser (2)*

Institute: (1) Division of Fundamental Neurobiology, Krembil Research Institute, Toronto, Kanada, (2) Forschungsgruppe Neurobiochemie, Klinik für Neurologie, Universität zu Lübeck, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck, (3) Psychiatrische Poliklinik, Zürich, Schweiz

Zeitschrift: Behavioural Brain Research 2019; 378: 112277

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5071



Dokument 214Titel: Entstehung von kategorischen Mustern in der visuellen Vorderhirnhierarchie von Tauben (Columba livia)
Hintergrund: Können Tauben auf Bildern Menschen von nichtmenschlichen Objekten unterscheiden und welche Hirnbereiche sind dafür zuständig?
Tiere: 4 Tauben
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Genehmigung der Versuche erfolgt durch die Regierungsbehörde in Nordrhein-Westfalen. Besorgt werden die Tauben bei lokalen Züchtern. Während der Versuche bekommen die Tiere nur so viel Futter, dass sich ihr Gewicht bei etwa 80-90 % ihres eigentlichen Gewichtes „einpendelt“, d.h., sie haben ständig Hunger. Die Verhaltens-Versuche finden in einer 35 x 35 cm großen Kammer statt. Dort befinden sich an einer Wand drei Tasten zum Picken und ein Trichter, aus dem Körner als „Belohnung“ fallen. Hinter den „Picktasten“ ist ein Bildschirm angebracht, auf dem Farbfotos mit grauem Hintergrund präsentiert werden. Diese enthalten verschiedene Bilder von Menschen, Tieren und anderen Dingen. An fünf Tagen pro Woche werden jedem Tier 10 x 96 Fotos in zufälliger Reihenfolge präsentiert. Vor und nach jedem Foto wird eine grau-krisselige Fläche gezeigt. Die Taube muss innerhalb von zwei Sekunden, die jedes Bild oder die Fläche zu sehen ist, dieses anpicken. Hat sie dies dreimal richtig gemacht, gibt es über den Trichter Körner als Belohnung. „Versagt“ eine Taube bei der Präsentation der Bilder, erhält sie keine Körner, der Versuchs-Block wird abgebrochen und der nächste nach 6 Sekunden gestartet.

Nach einer Trainingsphase, in der die Tauben das Prozedere erlernen, werden die Tiere in Narkose gelegt und mit dem Kopf in einen Rahmen gespannt. Die Kopfhaut wird über der rechten und linken Gehirnhälfte aufgeschnitten und jeweils ein Loch in die Schädeldecke gebohrt. Über die Löcher werden zwei Kammern mit 6 Schrauben in der Schädeldecke fixiert. Die Kammern enthalten Elektroden, deren Enden bis in einen bestimmten Gehirnbereich gebohrt werden. In ein zusätzlich gebohrtes Loch im Schädelknochen wird ein Draht, der mit einer Kugel endet, eingeführt. Mit Zahnzement werden die Kammern und Schrauben an der Schädeldecke fixiert und die Hautschnitte vernäht. Die Tauben bekommen Schmerzmittel und „dürfen“ sich mindestens 7 Tage erholen, bevor die eigentlichen Versuche starten.

Während der eigentlichen Versuche, die wie oben beschrieben ablaufen, werden über die implantierten Elektroden die Aktivitäten in bestimmten Gehirnbereichen beider Hirnhälften gemessen. Im Anschluss an die Versuche werden die Tauben unter Narkose getötet, indem ihnen Formalin ins Herz gespritzt wird. Das Gehirn wird für weitere Untersuchungen entfernt.

Die Arbeit wurde finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Bereich: Sehforschung, Hirnforschung

Originaltitel: Emerging category representation in the visual forebrain hierarchy of pigeons (Columba livia)

Autoren: Amir Hossein Azizi (1)*, Roland Pusch (2), Charlotte Koenen (2), Sebastian Klatt (1), Franziska Bröcker (2), Samuel Thiele (2), Janosch Kellermann (3), Onur Güntürkün (2), Sen Cheng (1)

Institute: (1) Institut für Neuroinformatik, Ruhr-Universität Bochum, Universitätsstr. 150, Gebäude NB, Raum 3/32, 44801 Bochum, (2) Fakultät für Psychologie, Ruhr-Universität Bochum, Bochum, (3) Lehrstuhl für Quantitative Analyse (Statistik/Ökometrie), Fakultät für Wirtschaftswissenschaft, Ruhr-Universität Bochum, Bochum

Zeitschrift: Behavioural Brain Research 2019; 356: 423-434

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5070



Dokument 215Titel: Körpereigene Knochentransplantate mit aus Fettzellen gewonnenen Stammzellen in einem optimalen Zell-/Volumenverhältnis zeigten eine verbesserte Osteogenese und Angiogenese in einem Oberschenkeldefektmodell bei der Maus
Hintergrund: Es ist bereits bekannt, dass Knochenlücken beim Mensch sich gut mittels menschlicher Knochengerüste, besiedelt mit menschlichen Stammzellen behandeln lassen. Diese Studie soll nun herausfinden, wie das optimale Verhältnis von Knochengerüst und Stammzellen (ebenfalls beide menschlichen Ursprungs) aussieht, um künstlich hergestellte Knochendefekte bei immungeschwächten Mäusen zu reparieren.
Tiere: 25 Mäuse
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom LANUV genehmigt (Genehmigungsnummer: AZ 84_02.04.2013.A362). Die 12-Wochen alten weiblichen und männlichen Mäuse stammen von Charles River in Wilmington, USA. Sie sind bereits so gezüchtet worden, dass sie keinen Thymus besitzen. Dies ist eine für die Immunabwehr wichtige Drüse im Halsbereich junger Säugetiere, die sich mit Eintritt der Geschlechtsreife zurückbildet. Ohne Thymus ist das Immunsystem der Tiere stark geschwächt, weswegen sie transplantierte Zellen einer fremden Art nicht abstoßen. Außerdem sind die Tiere nackt.

Unter Narkose wird die Haut der Mäuse im Bereich des Oberschenkels aufgeschnitten. Die Muskulatur wird freipräpariert, um an den Oberschenkelknochen zu gelangen. In diesen werden der Länge des Knochens nach vier Löcher (0,45 mm Durchmesser) gebohrt, in die Metallstäbe bis in die innere Schicht des Knochens geschoben werden. Außerhalb des Oberschenkels sind die Stäbe mit einer Plastikvorrichtung untereinander verbunden. Der Knochenabschnitt zwischen den beiden inneren Stäben wird herausgeschnitten, so dass jetzt eine etwa 3mm lange Lücke im Knochen vorliegt. In diese Lücke wird ein aus menschlichem Knochengerüst bestehendes Transplantat positioniert. Dieses ist bei einem Teil der Tiere mit Stammzellen besiedelt, die aus menschlichen Fettzellen gewonnen wurden. Bei einer anderen Gruppe von Tieren wurde das Knochengerüst nur mit einer Pufferlösung versetzt. Am Ende der Operation wird die Wunde zugenäht. Nach 48 Stunden und 8 Wochen werden jeweils einige Mäuse getötet und die Oberschenkel für weitere Untersuchungen entfernt.

Bereich: Tissue Engineering, Knochenchirurgie

Originaltitel: Bone allografts combined with adipose-derived stem cells in an optimized cell/volume ratio showed enhanced osteogenesis and angiogenesis in a murine femur defect model

Autoren: Johannes M. Wagner (1), Nicolas Conze (1), Guido Lewik (1), Christoph Wallner (1), Jan C. Brune (2), Stephanie Dittfeld (1), Henriette Jaurich (1), Mustafa Becerikli (1), Mehran Dadras (1), Kamran Harati (1), Sebastian Fischer (3), Marcus Lehnhardt (1), Björn Behr (1)*

Institute: (1) Bergmannsheil Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, Bürkle-de-la-Camp Platz 1, 44789 Bochum, (2) Deutsches Institut für Zell- und Gewebeersatz, Berlin, (3) BG Trauma Klinik Ludwigshafen, Ludwigshafen

Zeitschrift: Journal of Molecular Medicine 2019; 97(10): 1439-1450

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5069



Dokument 216Titel: Ein integrativer Ansatz zu chronischer Cisplatin-Giftigkeit bei Mäusen offenbart die Bedeutung des organischen Kation-Transporter-abhängigen Protein-Netzwerks für Nierenschutz
Hintergrund: Das Chemotherapie-Medikament Cisplatin hat beim Menschen schwere Nebenwirkungen, vor allem Schädigung der Nieren, Nerven und des Innenohrs. Hier soll herausgefunden werden, was für eine Rolle ein bestimmter Membrantransporter bezüglich dieser Giftigkeit des Medikaments spielt.
Tiere: 72 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden unter den Genehmigungsnummern 84-02.04.2011.A140 und 84-02.04.2014. A454 bei einer nicht genannten Behörde genehmigt. Die Mäuse werden von Prof. Schinkel, The Netherlands Cancer Institute, Amsterdam, Niederlande, und von Harlan-Winkelmann, Borchen, erworben. Es handelt sich um genmanipulierte Mäuse, denen das Gen für ein Protein fehlt, wodurch ihre Nerven und Nieren weniger anfällig für Giftstoffe werden sowie Mäuse, denen die Genveränderung fehlt („Wild-Typ“). Die Tiere werden über mindestens 10 Generationen gezüchtet.

Über 4 Wochen wird den Mäusen zweimal in der Woche das Medikament Cisplatin in die Bauchhöhle gespritzt. Nach der letzten Injektion wird der Gesamturin über 24 Stunden gesammelt und analysiert. Unter Narkose wird das Hörvermögen der Mäuse mit Hilfe von Elektroden gemessen (Hirnstamm-Audiometrie), ebenso wird die Nervenleitfähigkeit an einem Bein mittels Elektroden gemessen sowie eine Reihe nicht näher beschriebener neurophysiologischer und Verhaltenstest, um Nervenschäden festzustellen. Danach wird eine Nadel ins Herz eingeführt und so Blut abgenommen. In die linke Herzkammer wird Kochsalzlösung gepumpt, wodurch die Tiere sterben. Nieren, Hoden, Samenstränge, Nerven und Hörschnecken werden entnommen.

Die Förderung erfolgte durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), ein Teil durch das National Institutes of Health-Stiftung, USA, und der Neurotoxizitätsteil durch die „Fondazione Banca del Monte di Lombardia“, Italien.

Bereich: Toxikologie, Krebsforschung

Originaltitel: An integrative approach to cisplatin chronic toxicities in mice reveals importance of organic cation-transporter-dependent protein networks for renoprotection

Autoren: Anna Hucke (1), Markus M. Rinschen (2,3), Oliver B. Bauer (4), Michael Sperling (4), Uwe Karst (4), Christina Köppen (4), Karolin Sommer (4), Rita Schröter (1), Cecilia Ceresa (5), Alessia Chiorazzi (5), Annalisa Canta (5), Sara Semperboni (5), Paola Marmiroli (5), Guido Cavaletti (5), Stefan Schlatt (6), Eberhard Schlatter (1), Hermann Pavenstädt (1), Barbara Heitplatz (7), Veerle Van Marck (7), Alex Sparreboom (8), Vivien Barz (1), Arne Knief (9), Dirk Deuster (9), Antoinette am Zehnhoff?Dinnesen (9), Giuliano Ciarimboli (1)*

Institute: (1) Medizinische Klinik D, Experimentelle Nephrologie, Universitätsklinikum Münster, Albert-Schweitzer-Campus 1/A14, 48149 Münster, (2) Klinik II für Innere Medizin und und Zentrum für Molekulare Medizin Köln (ZMMK), Universität zu Köln, Köln, (3) Cologne Excellence Cluster on Cellular Stress Responses in Aging-Associated Diseases (CECAD), Universität zu Köln, Köln; (4) Institut für Anorganische und Analytische Chemie, Westfälische Wilhelms-Universität, Münster, (5) Experimental Neurology Unit of the Department of Medicine and Surgery, University of Milano Bicocca, Monza, Italien, (6) Zentrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie, Universitätsklinikum Münster, Münster, (7) Gerhard-Domagk-Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Münster, Münster, (8) Division of Pharmaceutics, College of Pharmacy and Comprehensive Cancer Center, The Ohio State University, Columbus, OH, USA, (9) Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie, Universitätsklinikum Münster, Münster

Zeitschrift: Archives of Toxicology 2019; 93(10): 2835-2848

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5068



Dokument 217Titel: Die Immunologie der Makaken-Plazenta: eine detaillierte Analyse und kritischer Vergleich mit der humanen Plazenta
Hintergrund: Die Plazenten von Primaten und Menschen sollen verglichen werden, vor allem in Bezug auf die Immunologie
Tiere: 100 Affen (Affen-Plazenten)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Es werden 100 Plazenten von Makaken, die sich in unterschiedlichen Zeitpunkten der Schwangerschaften befinden, auf verschiedene Immunmoleküle untersucht.

Die Plazenten werden den Autoren von dem Affenauftragslabor Covance in Münster zur Verfügung gestellt. In diesem Labor werden Giftigkeitsprüfungen und Medikamententestungen an Affen durchgeführt. Dort werden bei den Affen Kaiserschnitte durchgeführt, um die Embryonen zu verschiedenen Zeitpunkten der Schwangerschaft zu entnehmen. Diese werden getötet und untersucht, um die Auswirkungen der der Mutter verabreichten Stoffe auf den Embryo festzustellen. Die Mutter wird ebenfalls getötet und untersucht. Die in dieser Untersuchung verwendeten Plazenten stammen von Affen, die keine Stoffe oder nur Placebos verabreicht bekommen haben, also als Kontrolltiere dienten.

Die Autoren kommen zu folgenden Schlüssen: die Plazenten von unterschiedlichen Spezies sind sehr einzigartig und unterscheiden sich in vielen Aspekten. Aufbau, Zellarten und Zellverteilung sowie die Produktion von biochemischen Faktoren und Rezeptoren unterscheiden sich bei Menschen und Affen. Ergebnisse in einer Spezies könnte nicht einfach auf eine andere Spezies übertragen werden. Zahlreiche biochemische Faktoren kommen nur bei Menschen vor und dies behindert die Übertragung von Tierversuchsergebnissen auf den Menschen.

Bereich: Immunologie, Reproduktionsmedizin, Primatologie

Originaltitel: The immunology of the macaque placenta: A detailed analysis and critical comparison with the human placenta

Autoren: Eberhard Buse (1)*, Udo R. Markert (2)

Institute: (1) Prof. emeritus, Düesbergweg 119, 48153 Münster, (2) Placenta-Labor, Klinik für Geburtsmedizin, Universitätsklinikum Jena, Jena

Zeitschrift: Critical Reviews in Clinical Laboratory Sciences 2019: 56(2): 118-145

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5067



Dokument 218Titel: Wirkung der ischämischen Präkonditionierung auf die Lunge im Schweinemodell bei Ventilations-bedingter Lungenverletzung
Hintergrund: Bei einer Operation am Brustkorb wird oft nur eine Lunge beatmet, was zu Gewebeschäden in der Lunge führen kann. Um dies zu vermeiden, wird bei menschlichen Patienten seit über einem Jahrzehnt der Blutfluss in einem Bein kurzzeitig abgeklemmt, was beim Menschen einen besser schützenden Effekt hat, als man bisher im Tierversuch nachvollziehen kann. Die zugrundeliegenden biochemischen Mechanismen sollen verstanden werden, indem man die Prozedur bei Schweinen untersucht.
Tiere: 14 Schweine
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Experimente wurden in Uppsala, Schweden genehmigt. 14 zweieinhalb Monate alte Ferkel eines lokalen Züchters werden unter Narkose zwei Katheter in die Halsvenen gelegt und einer in die Halsarterie, um kontinuierlich Blutdruck zu messen und Blutproben zu entnehmen. Ein Harnkatheter sammelt den während der Operation entstehende Urin.

Der Blutfluss am linken Hinterbein wird mit einer aufblasbaren Manschette 3 Mal für 5 Minuten abgeklemmt, um einen Blutstau künstlich zu erzeugen. Der linke Lungenflügel wird mittels einer Art Blasebalg, der über die Luftröhre in den linken Bronchus geschoben wird, für 2 Stunden blockiert. Zu verschiedenen Zeitpunkten wird eine Lungenspülung vorgenommen, indem Kochsalzlösung in die Lunge gepumpt und wieder abgesaugt wird. Blutproben und die Flüssigkeit der Lungenspülung werden auf verschiedene Werte untersucht. Am Ende des Experiments werden die Ferkel mit einer Überdosis Kaliumchlorid getötet. Der Brustkorb wird aufgeschnitten und die gesamte Lunge entnommen.

Die Studie wurde finanziert vom Swedish Research Council (Schwedisches Forschungsgemeinschaft, Stockholm, Schweden), der Swedish Heart and Lung Fund (Schwedische Herz und Lungen Stiftung, Stockholm, Schweden) sowie durch institutionelle Quellen der Uppsala Universität und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.

Bereich: Lungenforschung, Intensivmedizin, Chirurgie, Traumatologie

Originaltitel: Pulmonary effects of remote ischemic preconditioning in a porcine model of ventilation-induced lung injury

Autoren: Astrid Bergmann* (1,2), Thomas Schilling (1), Göran Hedenstierna (2), Kerstin Ahlgren (2), Anders Larsson (2), Moritz Kretzschmar (1), Alf Kozian (1), Thomas Hachenberg (1)

Institute: (1) Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie, Otto-von-Guericke-Universität, Leipziger Str. 44, 39120 Magdeburg, (2) Department of Medical Sciences, Hedenstierna Laboratory, Uppsala University, Schweden

Zeitschrift: Respiratory Physiology & Neurobiology 2019; 259: 111-118

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5066



Dokument 219Titel: Ein optogenetisches Analogon der nachrangigen Verstärkung in Drosophila
Hintergrund: Versuche zum Lernverhalten von Fruchtfliegen durch Bestrafung und Vermeidung derselben.
Tiere: Wirbellose (Anzahl unbekannt)(Fruchtfliegen)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Fruchtfliegen werden gentechnisch verändert und untereinander so gekreuzt, dass eine bestimmte Nervenzellgruppe die Eigenschaft erhält, unter Lichteinwirkung je nach verwendeter Wellenlänge gehemmt oder aktiviert zu werden. Die Fliegen werden in totaler Dunkelheit gehalten und in für sie nicht sichtbarem, rotem Licht trainiert. Die Experimente finden im Dunkeln statt.

Es werden 2 Gerüche präsentiert. Pro Experiment wird jeweils ein Geruch mit einem grünen Licht gekoppelt, das je nach Wellenlänge die betreffende Nervenzellgruppe aktiviert oder hemmt.

Um herauszufinden, welchen Geruch die Fliegen bevorzugen bzw. vermeiden, werden sie in ein T-Maze (T-Labyrinth) gesetzt, von einem Gang aus gehen zwei weitere Gänge T-förmig ab, an deren Ende sich jeweils einer der beiden Gerüche befindet. Bewegen sich die Fruchtfliegen in den Arm des einen Geruchs, wird dieser als bevorzugt gewertet und der andere als vermeidend interpretiert. Die Experimente werden in unterschiedlichen Konstellationen mehrfach wiederholt, auch nach einer 18-stündigen Hungerperiode. Es stellt sich heraus, dass der Geruch mit der Hemmung der Nervenzellen von den Fliegen als „Bestrafung“ wahrgenommen wird, die Aktivierung der Zellen vermutlich als „Belohnung“. Die Fliegen haben offensichtlich ein Gedächtnis, mit dem sie sich an bestrafende und belohnende Gerüche erinnern. Was im Anschluss der Experimente mit den Fliegen passiert, ist nicht beschrieben.

Die Studie wurde finanziert von der Deutschen Forschungsgesellschaft und dem Leibniz Institut für Neurobiologie, Magdeburg.

Bereich: Neurobiologie

Originaltitel: An optogenetic analogue of second-order reinforcement in Drosophila

Autoren: Christian König (1)*, Afshin Khalili (1), Thomas Niewalda (1), Shiqiang Gao (2), Bertram Gerber (1,3,4)*

Institute: (1) Abteilung Genetik von Lernen & Gedächtnis, Leibniz-Institut für Neurobiologie Magdeburg, Brenneckestrasse 6, 39118 Magdeburg, (2) Julius-von-Sachs-Institut, Universität Würzburg, Würzburg, (3) Institut für Biologie, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Magdeburg, (4) Center for Behavioral Brain Sciences (CBBS) – Zentrum für neurowissenschaftliche Forschung, Magdeburg

Zeitschrift: Biology Letters 2019; 15: 20190084. http://dx.doi.org/10.1098/rsbl.2019.0084

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5065



Dokument 220Titel: CYR61 verbessert die Muskelkrafterholung in einem Kaninchen-Traumamodell
Hintergrund: Ziel dieser Studie soll sein, die Wirkung einer Testsubstanz auf ein Muskel-Knochen-Trauma von Kaninchen zu untersuchen.
Tiere: 22 Kaninchen (Weiße Neuseelandkaninchen)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Woher die Tiere stammen und wo sie gehalten werden, wird nicht angegeben. Bei den Kaninchen wird unter Narkose ein standardisiertes Muskel-Skelett-Trauma an einem Unterschenkel erzeugt. Hierfür wird der Oberschenkel für 90 Minuten abgeklemmt, um den Blutfluss zu stoppen. Zudem wird mit einer Klemme der Schienbeinmuskel für 30 Minuten gequetscht. Das Schienbein wird durchgesägt und ein 1 cm großes Stück Knochen herausgesägt, so dass das Bein kürzer wird. Außen am Bein wird ein Metallgestell (Fixateuer externe) angebracht. Damit wird in den nächsten 10 Tagen der durchtrennte Knochen langsam auseinandergezogen. Bei der Operation wird eine Hälfte der Tiere mit einer Testsubstanz behandelt (CYR61), indem diese in den Knochenspalt eingebracht wird. Ein Kaninchen stirbt während der Narkose und zwei Tiere werden später getötet, weil sich das Metallgestell gelöst hat. Ob die Tiere ein Schmerzmittel bekommen, wird nicht erwähnt. Alle 5 Tage wird unter Narkose die Muskelkraft beider Hinterbeine durch Anlegen von Elektroden gemessen. 40 Tage nach Beginn der Versuche werden die überlebenden Tiere mit einer Giftspritze ins Herz getötet. Die Autoren meinen, dass ihre Studie nur mit Vorsicht auf die klinische Praxis und den Menschen übertragen werden kann, wobei das aber bei allen Tierstudien so sei.

Bereich: Knochenchirurgie, Chirurgie

Originaltitel: CYR61 improves muscle force recreation in a rabbit trauma model

Autoren: Sönke Percy Frey (1)*, Berrin Yorumazel (2), Stefanie Hölscher-Doht (3), Lars Eden (3), Norbert Schütze (4), Rainer Heribert Meffert (3), Hendrik Jansen (3)

Institute: (1) Orthopädische Klinik, St. Josef-Hospital Bochum, Katholisches Klinikum Bochum, Ruhr-Universität Bochum, Gudrunstr. 56, 44791 Bochum, (2) Klinik für Kinder- & Jugendmedizin, Klinikum Würzburg Mitte gGmbH - Standort Missioklinik, Klinikum Würzburg Mitte, Würzburg, (3) Chirurgie II, Hand, Sport, Endoprothetik, Wirbelsäule, Universitätsklinikum Würzburg, Würzburg, (4) Orthopädische Klinik, König-Ludwig-Haus, Würzburg

Zeitschrift: Technology and Health Care 2019. DOI: 10.3233/THC-191635

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5064



Dokument 221Titel: Vorteilhafte Wirkungen der Vitamin-D-Behandlung bei einem adipösen Mausmodell einer nicht-alkoholischen Fettleber
Hintergrund: Wirkung einer hochdosierten Vitamin-D-Behandlung auf eine nicht-alkoholische Fettleber bei übergewichtigen Mäusen.
Tiere: 32 Mäuse
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Regierung von Unterfranken genehmigt. Eine spezielle transgene Mäuselinie wird bei Charles River in Sulzfeld gekauft. Eine Steatohepatitis ist eine nicht alkoholbedingte Fettleber, also eine Erkrankung der Leber, die meist durch Überernährung entsteht. Ein Teil der Mäuse erhält ein Spezialfutter mit viel Fett und Zucker, was zu einer Leberverfettung führt. Eine Gruppe Mäuse erhält für 12 Wochen nur die Hälfte des nötigen Vitamin D, um einen Mangel auszulösen. Danach bekommen einige Mäuse für 4 Wochen die 20-fache Menge an Vitamin D zugefüttert. Die Tiere erhalten zusätzlich nur mit Zucker angereichertes Trinkwasser. Innerhalb von 16 Wochen entwickeln die Mäuse eine Fettleber mit Fibrosen (Vernarbung des Lebergewebes). Eine Gruppe Mäuse wird zum Vergleich mit normalem Futter ernährt. Am Ende der Studie, wohl nach 4 Monaten, werden alle Tiere getötet und untersucht. Wie die Tiere getötet werden, wird nicht erwähnt.

Die Arbeit wurde gefördert vom Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung, der Else Kröner-Fresenius-Stiftung, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Universität Würzburg.

Bereich: Leberforschung, Übergewichtsforschung

Originaltitel: Beneficial effects of vitamin D treatment in an obese mouse model of non-alcoholic steatohepatitis

Autoren: Daniel Jahn (1), Donata Dorbath (1), Stefan Kircher (2), Anika Nier (3), Ina Bergheim (3), Kaatje Lenaerts (4), Heike M. Hermanns (1), Andreas Geier (1,5)*

Institute: (1) Hepatologie, Medizinische Klinik und Poliklinik II des Universitätsklinikums, Zentrum Innere Medizin (ZIM), Oberdürrbacher Straße 6, Haus A3, 97080 Würzburg, (2) Institut für Pathologie der Universität Würzburg, Julius-Maximilians-Universität, Würzburg, (3) Department für Ernährungswissenschaften, Universität Wien, Wien, Österreich, (4) NUTRIM School for Nutrition and Translational Research in Metabolism, Department of Surgery, Maastricht University Medical Centre, Maastricht, Niederlande, (5) Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie, Universitätsspital Zürich, Zürich, Schweiz

Zeitschrift: Nutrients 2019, 11(1), 77; https://doi.org/10.3390/nu11010077

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5063



Dokument 222Titel: Das Transmembranprotein LRIG2 erhöht die Tumorprogression bei der Hautkarzinogenese
Hintergrund: Es werden Mäuselinien genmanipuliert, die ein bestimmtes Protein, von dem bekannt ist, dass es eine Rolle bei Hautkrebs spielt, überproduziert. Nach Behandlung mit Chemikalien entwickeln die Tiere Hautkrebs. Das Proteinprofil der Krebszellen der krankgemachten Tiere wird mit dem von Menschen verglichen, deren Hautkrebs üblicherweise durch zu viel Sonne entstanden ist. Man kommt zu dem Ergebnis, dass die Funktion des Gens bei Mäusen dieselbe ist wie beim Menschen.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)(mehrere Hundert)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Regierung von Oberbayern genehmigt. Mäuse werden genmanipuliert (transgen) und die Nachkommen mit den erwünschten Eigenschaften ingezüchtet. Ziel ist, zwei transgene Mauslinien zu erzeugen, die ein bestimmtes Protein in ihrer Haut überproduzieren. Damit die Tiere dies nicht sofort produzieren, wird die Produktion dieses Proteins durch Zugabe eines Antibiotikums im Trinkwasser unterdrückt.

Um bei den Mäusen Hautkrebs auszulösen, wird eine krebsauslösende Chemikalie (7,12-Dimethylbenz(a)anthracen (DMBA)) auf die rasierte Rückenhaut gerieben. Die Tiere zeigen bereits nach 48 Stunden starke Entzündungen auf der Haut und in den Blutgefäßen. Die Tumorentstehung wird durch wiederholtes Auftragen eines tumorfördernden Mittels (12-O-Tetra-Decanoylphorbol-13-Azetat) erreicht. Diese Applikation erfolgt zweimal pro Woche für 24 Wochen. Die Tumorentwicklung wird wöchentlich beurteilt. Zum Vergleich werden immer Geschwister-Tiere verwendet, die die Genveränderung nicht aufweisen (Kontrolltiere). Spätestens sechs Wochen nach der chemischen Tumorinduktion entwickeln 58% der transgenen Tiere Hautkrebs, bei den Kontroll-Geschwistern sind es 10%. Die transgenen Mäuse haben mehr und schlimmere Tumore als die Kontrolltiere. Nach 24 Wochen werden die überlebenden Tiere getötet und untersucht. Drei Stunden bevor die Tiere getötet werden, wird ihnen der Farbstoff Bromdesoxyuridin in die Bauchhöhle gespritzt, damit man die Wucherungen im Gewebe besser untersuchen kann. Wieviel Tiere vorher sterben, wird nicht erwähnt.

Diese Studie wird von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung unterstützt.

Bereich: Krebsforschung

Originaltitel: The transmembrane protein LRIG2 increases tumor progression in skin carcinogenesis

Autoren: Christine Hoesl (1), Thomas Fröhlich (2), Jennifer E. Hundt (3), Hermann Kneitz (4), Matthias Goebeler (4), Ronald Wolf (5), Marlon R. Schneider (1), Maik Dahlhoff (1)*

Institute: (1) Lehrstuhl für Molekulare Tierzucht und Biotechnologie, Genzentrum der Ludwig-Maximilians-Universität München, Feodor- Lynen-Straße 25, 81377 München, (2) Laboratory for Functional Genome Analysis LAFUGA, Genzentrum der Ludwig-Maximilians-Universität München, München, (3) Lübecker Institut für Experimentelle Dermatologie, Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie der Universität zu Lübeck, Lübeck, (4) Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsklinikum Würzburg, Würzburg, (5) Dermatologie und Allergologie, Philipps Universität Marburg, Marburg

Zeitschrift: Molecular Oncology 2019; 13(11): 2476-2492

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5062



Dokument 223Titel: Behandlung von Defekten des fokalen Knorpels bei Minischweinen mit zonalen Chondrozyten / mesenchymalen Vorläuferzellkonstrukten
Hintergrund: Es sollen alternative Therapien für Arthritis entwickelt werden. Hierfür werden spezielle Biomaterialen hergestellt, von denen angenommen wird, sie könnten die Regeneration von künstlich geschädigtem Knorpel bei Schweinen verbessern.
Tiere: 6 Schweine (Mini-Schweine)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Tierversuche werden von einer Behörde in Karlsruhe unter der Nummer 35-9185,81 / G117 / 16 genehmigt. Die Minischweine stammen aus einer Zucht in Ruthe, wo sich eine Anlage der Tiermedizinischen Hochschule Hannover befindet. Wo die Tiere gehalten und operiert werden, wird nicht kommuniziert.

Es werden Knorpelstücke aus den Knien von zwei Schweinen vom Schlachthof gewonnen sowie Knochenmarkszellen aus Knochen von 2 „Spenderschweinen“ (evtl. auch vom Schlachthof). Daraus werden zwei verschiedene Biomaterialien hergestellt, die Knorpellöcher in der folgenden Operation ausfüllen sollen.

Bei den Schweinen werden unter Narkose ein Knie aufgeschnitten. Im unteren Bereich des Oberschenkelknochens werden 2 runde Knorpelstücke mit einem Durchmesser von 6 mm und einer Tiefe von 1 mm herausgeschnitten. Die Defekte werden mit den beiden Biomaterialien gefüllt oder als Kontrolle leer gelassen. Die Tiere bekommen nach der Operation ein Schmerzmittel. Sechs Monate nach der Operation werden die Schweine unter Narkose durch Injektion von Pentobarbital getötet, um die Knie zu untersuchen.

Die Studie wurde aus Mitteln des Siebten Rahmenprogramms der Europäischen Union „HydroZONES“ finanziert.

Bereich: Biomaterialforschung, Arthritisforschung

Originaltitel: Treatment of focal cartilage defects in minipigs with zonal chondrocyte/mesenchymal progenitor cell constructs

Autoren: Friederike Bothe (1), Anne-Kathrin Deubel (1), Eliane Hesse (1), Benedict Lotz (2), Jürgen Groll (3), Carsten Werner (4), Wiltrud Richter (1), Sebastien Hagmann (2)*

Institute: (1) Forschungszentrum für Experimentelle Orthopädie, Universita?tsklinikum Heidelberg, Schlierbacher Landstr. 200a, 69118 Heidelberg, (2) Zentrum für Orthopädie, Unfallchirurgie und Paraplegiologie, Universitätsklinikum Heidelberg, (3) Lehrstuhl für Funktionswerkstoffe der Medizin und der Zahnheilkunde, Bayerisches Polymerinstitut, Universität Würzburg, Würzburg, (4) Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e. V., Max-Bergmann-Zentrum für Biomaterialien, Dresden

Zeitschrift: International Journal of Molecular Sciences 2019; 20: 653. doi: 10.3390/ijms20030653

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5061



Dokument 224Titel: Anti-CNTN1-IgG3 induziert in einem passiven Übertragungs-Rattenmodell akute Leitungsblockaden und motorische Defizite
Hintergrund: Es soll die Hypothese geprüft werden, ob spezielle Antikörper eine Neuropathie (Nervenerkrankung) bei Ratten auslösen können.
Tiere: 43 Ratten (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Regierung von Unterfranken genehmigt und die Tiere werden bei Charles River in Sulzfeld gekauft.

Neuropathie ist eine Erkrankung des peripheren Nervensystems (außerhalb Gehirn und Rückenmark). Bei Ratten wird eine bestimmte Form der Neuropathie hervorgerufen, indem den Tieren unter Narkose zwei Mal ein Antikörpergemisch von Neuropathie-Patienten in den rechten Ischiasnerv injiziert wird. Davor und danach werden mehrfach Tests zum Gangverhalten durchgeführt. Die Tiere werden dafür einzeln auf eine sich immer schneller drehende Walze gesetzt („RotaRod“). Es wird die Zeit gemessen, bis das Tier herunterfällt. Eine Ganganalyse wird durchgeführt, indem die Fußabdrücke der Ratte auf einer Glasplatte mit einer Kamera aufgenommen werden. Die Schmerzempfindlichkeit wird getestet, indem Kunststofffasern verschiedener Dicke auf die Sohlen beider Hinterpfoten gedrückt werden. Es wird beobachtet, wann die Ratte die Pfote wegzieht. Zudem werden Nervenleitungsstudien unter Narkose durchgeführt. Dabei werden Elektroden am freigelegten Ischiasnerv und an den Zehen angelegt und es wird gemessen, inwieweit ein Stromstoß am Nerv von den Nerven bis zu Zeh geleitet wird. Die Tests zeigen Nervenschäden bei den Ratten. Während der letzten Nervenleitungsstudie, spätestens nach 9 Tagen, werden die Tiere unter Narkose getötet.

Die Arbeit wurde vom Interdisziplinären Zentrum für Klinische Forschung des Universitätsklinikums Würzburg (IZKF) finanziert.

Bereich: Neurologie, Neuroimmunologie

Originaltitel: Anti-CNTN1 IgG3 induces acute conduction block and motor deficits in a passive transfer rat model

Autoren: Kathrin Doppler (1)*, Yasmin Schuster (1), Luise Appeltshauser (1), Lydia Biko (1), Carmen Villmann (2), Andreas Weishaupt (1), Christian Werner (3), Claudia Sommer (1)

Institute: (1) Neurologische Klinik und Poliklinik, Universitätsklinikum Würzburg, Josef-Schneider-Str. 11, 97080, Würzburg, (2) Institut für Klinische Neurobiologie, Universitätsklinikum Würzburg, Würzburg, (3) Lehrstuhl für Biotechnologie und Biophysik, Universitätsklinikum Würzburg, Würzburg

Zeitschrift: Journal of Neuroinflammation 2019; 16(1): 73. doi: 10.1186/s12974-019-1462-z

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5060



Dokument 225Titel: Die Schweineinvariante der natürliche Killer-T-Zellen: Funktionelle Profilerstellung und Dynamik bei stationären und viralen Infektionen
Hintergrund: Um natürliche Killer-T-Zellen von Schweinen als „Großtiermodell“ für den Menschen besser zu verstehen, werden sie mit Viren infiziert und untersucht.
Tiere: 25 Schweine
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Tierversuche werden vom Amt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Mecklenburg-Vorpommern (LALFF M-V) mit den Aktenzeichen 7221.3-1-035 / 17 für IAV und 7221.3-1.1-064 / 17 für ASFV genehmigt. Die Tiere stammen vom BHZP-Basiszuchtbetrieb Garlitz-Langenheide und werden am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in Greifswald-Insel Riems gehalten. 13 Ferkel im Alter von 4 Wochen werden mit Influenza A Virus (IAV) durch Einsprühen in die Nase infiziert. 12 erwachsene Schweine werden ebenfalls über die Nase mit dem Afrikanischen Schweinepestvirus (ASFV) infiziert. Den Tieren wird regelmäßig Blut abgenommen, um es zu untersuchen. Die Tiere, die mit dem Influenza A Virus infiziert werden, scheinen nach sieben Tagen die Infektion überstanden zu haben. Die Tiere die mit dem Afrikanischen Schweinepestvirus infiziert werden, zeigen alle schwere Symptome, wobei diese nicht näher beschrieben werden. Normalerweise bekommen die Tiere Hustenanfälle, Atemnot, blutigen Durchfall, Erbrechen, Blaufärbung der Haut und Blutungen aus Nase und After. Alle Schweine der ASFV-Gruppe sterben. Die Tiere, die das Influenza A Virus bekommen haben, werden vermutlich getötet, wie und wann wird nicht erwähnt.

Diese Studie wird von der Exzellenzinitiative des Landes Mecklenburg-Vorpommern und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert.

Bereich: Immunologie, Virologie

Originaltitel: Porcine invariant natural killer T cells: functional profiling and dynamics in steady state and viral infections

Autoren: Alexander Schäfer (1), Jane Hühr (1), Theresa Schwaiger (2), Anca Dorhoi (1), Thomas C. Mettenleiter (3), Sandra Blome (4), Charlotte Schröder (2), Ulrike Blohm (1)*

Institute: (1) Institut für Immunologie, Friedrich-Loeffler-Institut, Südufer 10 17493 Greifswald - Insel Riems, (2) Labor für experimentelle Tierhaltung und bakteriologische Diagnostik, Friedrich-Loeffler-Institut, Greifswald-Insel Riems, (3) Institut für molekulare Virologie und Zellbiologie, Friedrich-Loeffler-Institut, Greifswald - Insel Riems, (4) Institut für Virusdiagnostik (IVD), Friedrich-Loeffler-Institut, Greifswald - Insel Riems

Zeitschrift: Frontiers in Immunology 2019; 10: 1380. doi:10.3389/fimmu.2019.01380

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5059



Dokument 226Titel: Kohlenmonoxid verbessert die Hämodynamik bei der extrakorporalen Wiederbelebung von Schweinen
Hintergrund: Es wird an Schweinen getestet, ob eine kontrollierte Kohlenmonoxid-Zufuhr die Wiederbelebung nach einem künstlich ausgelösten Herzstillstand verbessert.
Tiere: 29 Schweine
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Freiburg, unter der Nummer A G-16/139 genehmigt. Woher die Schweine stammen, wird nicht erwähnt. Die 55kg schweren Tiere werden an der Universität Freiburg gehalten. Die Schweine werden für 6 Stunden in Narkose gehalten. Es werden verschiedene Katheter in beide Halsvenen, die rechte Halsarterie und die Harnblase gelegt. In die Halsarterie wird ein Blutdruckmessgerät eingeführt, in die Speiseröhre ein EKG-Messgerät. Durch Ersticken (Abstellen der Sauerstoffbeatmung) wird ein Herzstillstand ausgelöst. Nach 4,5 Minuten erfolgt eine Wiederbelebung mit Herzdruckmassage, Gabe von verschiedenen Medikamenten und ggf. Stromstößen (Defibrillation). Bei 8 Schweinen wird zusätzlich Kohlenmonoxid in die Blutbahn injiziert. 5 Schweine dienen als Kontrolle. Sie werden narkotisiert und verkabelt, aber es wird kein Herzstillstand ausgelöst. Ein Schwein der ersten Gruppe stirbt. Die anderen werden nach 6 Stunden durch Injektion eines Gifts in das Herz getötet. Ihre Herzen werden gewebekundlich untersucht.

Die Arbeit wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.

Bereich: Notfallmedizin, Intensivmedizin, Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel: Carbon monoxide improves haemodynamics during extracorporeal resuscitation in pigs

Autoren: Jakob Wollborn (1,2), Christoph Steiger (3,4,5), Eva Ruetten (1,2), Christoph Benk (2,6), Fabian A. Kari (2,6), Christian Wunder (7), Lorenz Meinel (5), Hartmut Buerkle (1,2), Martin A. Schick (1,2), Ulrich Goebel (1,2)*

Institute: (1) Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Hugstetter Str. 55, 79106 Freiburg, (2) Universitätsklinikum Freiburg, Hugstetter Str. 55, 79106 Freiburg, (3) Koch Institute for Integrative Cancer Research, Massachusetts Institute of Technology, Cambridge, MA, USA, (4) Division of Gastroenterology, Brigham and Women’s Hospital, Harvard Medical School, Boston, MA, USA, (5) Institut für Pharmazie und Lebensmittelchemie, Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Würzburg, (6) Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie, Universitäts-Herzzentrums Freiburg, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, (7) Anästhesie und operative Intensivmedizin, Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart, Stuttgart

Zeitschrift: Cardiovascular Research 2019; doi:10.1093/cvr/cvz075

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5058



Dokument 227Titel: Aus menschlichen iPS-Zellen gewonnenes Herzgewebe wirkt sich in einem Kälte-Verletzungsmodell am Meerschweinchen nicht auf ventrikuläre Arrhythmien aus
Hintergrund: In der Arbeit soll eine menschliche Zellsuspension durch Kälte zerstörtes Herzmuskelgewebe von Meerschweinchen reparieren.
Tiere: 37 Meerschweinchen
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz, Freie und Hansestadt Hamburg, unter der Nummer 61/15 genehmigt. Woher die Tiere stammen und wo sie gehalten werden, wird nicht erwähnt.

Den Meerschweinchen wird eine Kälteverletzung am Herzen zugefügt. Hierfür wird unter Narkose der Brustkorb auf der linken Seite aufgeschnitten, ebenso der Herzbeutel. Auf die linke Herzkammer wird eine -196 Grad Celsius kalte Aluminiumsonde mit einem Durchmesser von 0,5 cm 4 Mal für 30 Sekunden auf das Herz gehalten, wodurch die Herzzellen zerstört werden. Dies soll einen menschlichen Herzinfarkt simulieren. Gleichzeitig wird den Tieren ein EKG-Übertragungsgerät in die rechte Flanke operiert. Von dem Gerät werden unter der Haut zwei Drähte zum Brustbein und zur Brustkorbwand verlegt. Neun Tiere sterben innerhalb der ersten drei Tage nach der Operation, vier weitere Tiere sterben nach vier weiteren Tagen. Wie die Tiere sterben, wird nicht beschrieben. Das Übertragungsgerät ermöglicht eine kontinuierliche EKG-Messung. Hierfür werden die Tiere einzeln auf einer „Empfängerplatte“ gehalten.

Sieben Tage nach der Zerstörung der Herzzellen werden die überlebenden Tiere erneut operiert. Bei dieser Operation bekommen die Meerschweinchen an das verletzte Herz eine Suspension mit menschlichen Zellen geheftet. Das Immunsystem der Tiere wird durch Gabe von Medikamenten ausgeschaltet, damit es die menschlichen Zellen nicht abstößt. Sechs weitere Tiere sterben in den 28 Tagen nach dieser 2. Operation. Die Studie wird 35 Tage nach dem künstlichen Herzinfarkt beendet, wobei den bis dahin überlebenden Tieren das Herz entnommen wird. Bei allen Tieren konnte eine große, die gesamte Dicke der Herzwand betreffende Herzmuskelverletzung nachgewiesen werden.

Die menschlichen Zellen sind trotz der das Immunsystem unterdrückenden Medikamente nicht angewachsen. Die Forscher halten die Studie aber trotzdem für einen Erfolg, da sich die Herzrhythmusstörungen der Tiere durch die menschlichen Zellen nicht verschlechtert habe.

Diese Studie wurde vom DZHK (Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung, Partnerstandort Hamburg / Kiel / Lübeck) finanziell unterstützt.

Bereich: Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel: Human iPS cell-derived engineered heart tissue does not affect ventricular arrhythmias in a guinea pig cryo-injury model

Autoren: Simon Pecha (1)*, Kaja Yorgan (2), Matti Röhl (3), Birgit Geertz (2), Arne Hansen (2), Florian Weinberger (2), Susanne Sehner (4), Heimo Ehmke (3), Hermann Reichenspurner (1), Thomas Eschenhagen (2), Alexander Peter Schwoerer (3)

Institute: (1) Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V.(DZHK ), Standort Hamburg/Kiel/Lübeck, Cardiovascular Research Center (CVRC), Klinik und Poliklinik für Herz- und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martinistraße 52, 20246 Hamburg, (2) Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e. V.(DZHK ), Standort Hamburg/Kiel/Lübeck, Experimentelle Pharmakologie und Toxikologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martinistraße 52, 20246 Hamburg, (3) Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e. V.(DZHK ), Standort Hamburg/Kiel/Lübeck, Cardiovascular Research Center (CVRC), Institut für Zelluläre und Integrative Physiologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, (4) Medizinische Biometrie und Epidemiologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg

Zeitschrift: Nature Scientific Reports 2019; 9: 9831. https://doi.org/10.1038/s41598-019-46409-z

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5057



Dokument 228Titel: Eine bioaktive Nano-Kalziumphosphat-Paste für die Übertragung von BMP-7 und VEGF-A bei einem Knochendefekt kritischer Größe beim Kaninchen: Ergebnisse einer In-vivo-Studie
Hintergrund: Kalziumphosphat wird seit über 100 Jahren beim Menschen eingesetzt, um Löcher in Knochen aufzufüllen und die Heilung zu beschleunigen. Hier wird Kalziumphosphat als Nanopartikel, das ebenfalls schon beim Menschen eingesetzt wird mit einer neuen Substanz verglichen, die die Erbsubstanz von Wachstumsfaktoren enthält.
Tiere: 24 Kaninchen (Weiße Neuseelandkaninchen)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Gesundheit und Verbraucherschutz Hamburg unter der Nummer 65/13 genehmigt. Die 24 Kaninchen der Rasse Weiße Neuseelandkaninchen werden unter Narkose operiert. Im Kniebereich wird die Haut aufgeschnitten. In das obere Ende des Schienbeins wird ein Loch von 8 mm Durchmesser und 6 mm Tiefe gebohrt. Die Tiere werden in 2 Gruppen mit je 12 Tieren aufgeteilt. Eine Gruppe erhält eine Kalziumphosphat-Nanopartikel-Paste in das Loch, bei der anderen Gruppe enthält die Paste zudem die Erbsubstanz von 2 Wachstumsfaktoren. Das Bein wird wieder zugenäht. Die Kaninchen erhalten ein Schmerzmittel. Nach 2, 4 und 12 Wochen werden jeweils 4 Kaninchen aus jeder Gruppe auf nicht genannte Weise getötet, um die Heilung der Knochenlöcher mittels Röntgen und gewebekundlich zu untersuchen.

Bereich: Knochenchirurgie, Biomaterialforschung

Originaltitel: A bioactive nano-calcium phosphate paste for in-situ transfection of BMP-7 and VEGF-A in a rabbit critical-size bone defect: results of an in vivo study

Autoren: Carsten Schlickewei (1)*, Till O. Klatte (1), Yasmin Wildermuth (1), Georg Laaff (1), Johannes M. Rueger (1), Johannes Ruesing (2), Svitlana Chernousova (2), Wolfgang Lehmann (3), Matthias Epple (2)*

Institute: (1) Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martinistr. 52, 20246 Hamburg, (2) Anorganische Chemie und Zentrum für Neurointegration Duisburg-Essen (CeNIDE), Universität Duisburg-Essen, Essen, (3) Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Plastische Chirurgie, Universitätsmedizin Göttingen, Göttingen

Zeitschrift: Journal of Materials Science: Materials in Medicine 2019; 30: 15. Doi.10.1007/s10856-019-6217-y

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5056



Dokument 229Titel: Einpflanzung von Herzmuskelstücken aus hiPSCs nach einer Herzmuskelverletzung bei einem Meerschweinchen-Modell
Hintergrund: Anleitung für ein „Tiermodell“ für eine reproduzierbare Herzmuskelverletzung und Reparatur mit Gewebepflaster. Die Autoren weisen darauf hin, dass das „Modell“ am Anfang zu hohen Todesraten bei den Meerschweinchen geführt hat: 30% bei der 1. und 30% bei der 2. Operation, insgesamt sind also 51% der Tiere gestorben. Durch Verbesserungen im Versuchsprotokoll konnte die Todesrate auf 20 und 25% gesenkt werden. Eine Todesrate von insgesamt 40% wird von den Experimentatoren offensichtlich als gut genug angesehen, um dafür eine Anleitung zu schreiben.
Tiere: Meerschweinchen (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Das Paper ist eine Anleitung für ein „Tiermodell“ für eine reproduzierbare Herzmuskelverletzung und anschließende Reparatur mit Gewebepflaster.

Die Herkunft der Meerschweinchen wird nicht genannt. Unter Narkose werden bei den Tieren der Brustkorb auf der linken Seite sowie der Brustbeutel aufgeschnitten. Eine in flüssigem Stickstoff gekühlte Aluminiumsonde von 0,5 cm Durchmesser wird 4 Mal für je 30 Sekunden auf das freigelegte Herz aufgesetzt. Brustkorb und Haut werden chirurgisch verschlossen. Durch die Kälte wird das Herzgewebe so stark geschädigt, dass die Meerschweinchen in der Folge Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche entwickeln.

7 Tage später erfolgt eine zweite Operation. Der Brustkorb wird wieder aufgeschnitten und das Herz freigelegt und ein Gewebestück, das aus menschlichen Stammzellen (iPS) gewonnen wurde, wird auf den abgestorbenen Abschnitt des Herzens gelegt und mit Nähten im gesunden Gewebe festgenäht. Der Brustkorb wird verschlossen. Nach einer nicht genannten Zeit werden die Meerschweinchen getötet.

Bereich: Tissue Engineering, Herz-Kreislaufforschung

Originaltitel: Implantation of hiPSC-derived cardiac-muscle patches after myocardial injury in a guinea pig model

Autoren: Liesa Castro (1,2), Birgit Geetz (3), Marina Reinsch (2,3), Bülent Aksehirlioglu (3), Arne Hansen (2,3), Thomas Eschenhagen (2,3), Hermann Reichenspurner (1,2), Florian Weinberger (2,3), Simon Pecha (1,2)*

Institute: (1) Abteilung für Herz- und Gefäßchirurgie, Universitäres Herz- und Gefäßzentrum, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Martinistr. 52, 20246 Hamburg, (2) Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V., Standort Hamburg/Kiel/Lübeck, (3) Abteilung für Experimentelle Toxikologie und Pharmakologie, Universitäres Herz- und Gefäßzentrum, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Hamburg

Zeitschrift: Journal of Visualized Experiments 2019; 145; e58810

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5055



Dokument 230Titel: Aus menschlichen iPS-Zellen generiertes Herzgewebe hat keine Wirkung auf eine Herzkammer-Rhythmusstörung in einem Meerschweinchen-Modell der Kälteverletzung
Hintergrund: Aus menschlichen Stammzellen hergestelltes Herzgewebe soll künstlich geschädigte Herzen von Meerschweinchen heilen.
Tiere: 37 Meerschweinchen
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Herkunft der Meerschweinchen wird nicht genannt. Unter Narkose wird bei allen Tieren ein EKG-Messgerät implantiert. Dazu wird ein Schnitt in der Flanke gemacht und das Gerät wird unter die Haut eingesetzt. Von dem Gerät werden zwei Kabel unter der Haut verlegt. Am Ende befinden sich Elektroden, die im Bereich der Rippen und des Brustbeins unter der Haut fixiert werden. Dann werden der Brustkorb auf der linken Seite sowie der Brustbeutel aufgeschnitten. Eine in flüssigem Stickstoff gekühlte Aluminiumsonde von 0,5 cm Durchmesser wird 4 Mal für je 30 Sekunden auf das freigelegte Herz aufgesetzt. Brustkorb und Haut werden chirurgisch verschlossen. Durch die Kälte wird das Herzgewebe so stark geschädigt, dass die Meerschweinchen in der Folge Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche entwickeln. 9 Tiere versterben bereits während der Operation, 4 weitere Tiere in den nächsten 3 Tagen.

Die überlebenden 24 Meerschweinchen werden 7 Tage später erneut operiert. Der Brustkorb wird wieder aufgeschnitten und das Herz freigelegt. Nun wird bei 15 Tieren ein Gewebestück, das aus menschlichen Stammzellen (iPS) gewonnen wurde, auf den abgestorbenen Abschnitt des Herzens aufgenäht, wobei die Nähte im gesunden Gewebe gesetzt werden. 9 Tiere erhalten stattdessen ein zellfreies Fibringerüst aufgenäht. Hierbei versterben 4 Tiere. Der Brustkorb wird verschlossen und die Tiere erhalten Medikamente, die die Abstoßungsreaktion auf das fremde Gewebe verhindern sollen. In den folgenden Wochen werden mit dem eingepflanzten Gerät kontinuierlich EKG-Messungen gemacht. 35 Tage nach der Kälteschädigung des Herzens werden die überlebenden Meerschweinchen auf nicht genannte Weise getötet, um das Herz feingeweblich zu untersuchen.

Die Arbeit wurde durch das Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V. (DZHK) unterstützt.

Bereich: Tissue Engineering, Herz-Kreislaufforschung

Originaltitel: Human iPS cell-derived engineered heart tissue does not affect ventricular arrhythmias in a guinea pig cryo-injury model

Autoren: Simon Pecha (1)*, Kaja Yorgan (2), Matti Röhl (3), Birgit Geertz (2), Arne Hansen (2), Florian Weinberger (2), Susanne Sehner (4), Heimo Ehmke (3), Hermann Reichenspurner (1), Thomas Eschenhagen (2), Alexander Peter Schwoerer (3)

Institute: (1) Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V. (DZHK), Standort Hamburg/Kiel/Lübeck, Abteilung für Herz- und Gefäßchirurgie, Universitäres Herz- und Gefäßzentrum, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Martinistr. 52, 20246 Hamburg, (2) Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V., Standort Hamburg/Kiel/Lübeck, Abteilung für Experimentelle Toxikologie und Pharmakologie, Universitäres Herz- und Gefäßzentrum, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Hamburg, (3) Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V., Standort Hamburg/Kiel/Lübeck, Institut für Zelluläre und Integrative Physiologie, Universitäres Herz- und Gefäßzentrum, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Hamburg, (4) Institut für Medizinische Biometrie und Epidemiologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Hamburg

Zeitschrift: Scientific Reports 2019; 9: 9831. doi:10.1038/s41598-019-46409-z

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5054



Dokument 231Titel: Cyclopeptid COR-1 zur Behandlung der Beta1-adrenergen Rezeptor-Antikörper-induzierten Herzinsuffizienz
Hintergrund: In klinischen Studien an Freiwilligen und Patienten (klinische Studie 1 und 2) seit 2002 konnte am Menschen nachgewiesen werden, dass das Medikament COR-1 sicher ist und bei Patienten mit Herzerkrankungen angewendet werden kann. Diese Ergebnisse sollen nun bei Ratten, Hunden, Meerschweinchen und Mäusen bestätigt werden.
Tiere: 179 Tiere verschiedener Arten (140 Ratten (mindestens), 23 Hunde (Beagle), 6 Meerschweinchen, 10 Mäuse)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Tiere stammen von Harlan Laboratories, der Aurigon GmbH und von Rds Hameln. Diese Firmen führen die „Sicherheitsstudien“ an Ratten, Hunden, Meerschweinchen und Mäusen durch. Die Wirksamkeitsstudie an Ratten wird offensichtlich in Würzburg und Martinsried durchgeführt. Die Versuche an der Universität Würzburg werden von der Regierung von Unterfranken unter der Nummer 621–2531.01-35 / 04 genehmigt, die in Martinsried werden von der Regierung von Oberbayern in München unter der Nr. 55.2-1- 54-2531-25-12 genehmigt.

Den Ratten wird jeden Monat eine Substanz (Anti-ß1EC2-Antikörper) gespritzt um eine krankhafte Erweiterung des Herzmuskels (dilatative Kardiomyopathie) auszulösen. Nach einem Jahr wird den Tieren das Medikament COR-1 gespritzt, womit die künstlich ausgelöste Herzkrankheit rückgängig gemacht werden soll. Hierfür werden verschiedene Konzentrationen und Zeitpunkte über insgesamt 24 Monate angewendet. Die Tiere werden während der Zeit mehrfach unter leichter Anästhesie mit einer Echokardiographie und einem Herzkatheter untersucht. Wieviel Tiere in den 24 Monaten sterben, wird nicht erwähnt. Nach den zwei Jahren, werden alle Ratten unter Narkose getötet.

Zusätzlich gibt es vier sogenannte Sicherheitsstudien. Bei der Sicherheitsstudie 1 wird die Langzeitwirkung höherer Dosen von COR-1 bei Ratten mit künstlich ausgelöstem Herzversagen untersucht. Diese Studie unterscheidet sich nur in der Dosierung und Zeitpunkten von der Wirksamkeitsstudie.

Bei der Sicherheitsstudie 2 werden sechs männliche und sechs weibliche Ratten benutzt. Sie erhalten zwei Injektionen in Dosierungen von 25, 50 und 100 mg/kg COR-1 oder einer wirkungslosen Trägersubstanz. Klinische Untersuchungen der Tiere werden einmal am Tag durchgeführt. Alle Tiere werden nach 28 Tagen getötet.

Bei der Sicherheitsstudie 3 werden Beagle-Hunde verwendet. Die Tiere erhalten verschiedene Dosierungen von COR-1. Dies erfolgt als Infusion über 1 Stunde und dann jeden zweiten Tag als Injektion. Bei allen Tieren werden dreimal täglich klinische Untersuchungen durchgeführt. Die Tiere werden nach 14 oder 28 Tagen getötet und einer Autopsie unterzogen.

Bei der Sicherheitsstudie 4 erhalten Beagle-Hunde über einen Zeitraum von sechs Monaten einmal monatlich verschiedene Konzentrationen an COR-1. Für diese Tiere dauert die Studie 7 Monate bis sie getötet werden. Zusätzlich wird die Wirkung von COR-1 auf die Atemfunktion, die Atemfrequenz und das Atemzugvolumen von bei Bewusstsein befindlichen Meerschweinchen untersucht. Wie genau das gemacht wird und wann und wie die Tiere getötet werden, wird nicht erwähnt.

Ebenso wird die Wirkungen von COR-1 auf das zentrale und autonome Nervensystem von Mäusen durch klinische Beobachtung des psychomotorischen Verhaltens bewertet. Wie genau das gemacht wird, wann und wie die Tiere getötet werden, wird ebenfalls nicht erwähnt.

Die Studie wurde finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Procorde und der Corimmun GmbH.

Bereich: Pharmakologie

Originaltitel: Cyclopeptide COR-1 to treat beta1-adrenergic receptor antibody-induced heart failure

Autoren: Valerie Boivin-Jahns (1), Kerstin Uhland (2), Hans-Peter Holthoff (2), Niklas Beyersdorf (3), Vladimir Kocoski (3), Thomas Kerkau (3), Götz Münch (2), Martin J. Lohse (1), Martin Ungerer (2)*, Roland Jahns (1,4)

Institute: (1) Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI oder CHFC), Universität Würzburg, Würzburg, (2)* Procorde oder advanceCOR GmbH, Fraunhoferstr. 9a, 82152 Martinsried, (3) Institut für Virologie und Immunologie, Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Würzburg, (4) Interdisziplinäre Biomaterial- und Datenbank Würzburg, Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI oder CHFC), Universität Würzburg, Würzburg.

Zeitschrift: PLoS One 2018; 13(8): e0201160. doi: 10.1371/journal.pone.0201160

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5053



Dokument 232Titel: Stammzellbasierte Wirkstoffabgabe zum Schutz von Hörneuronen in einem Meerschweinchenmodell der Cochlea-Implantation
Hintergrund: Eine Beschichtung mit gentechnisch veränderten Stammzellen soll die Funktion von Cochlea-Implantaten verbessern. Dies wird an künstlich taub-gemachten Meerschweinchen getestet.
Tiere: 43 Meerschweinchen
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz, Lebensmittelsicherheit und Tierschutz (LAVES) unter der Zulassungsnummer 17/2396 genehmigt. Es werden 43 männliche Meerschweinchen bei Charles River in Sulzfeld gekauft. Die Tiere werden in 5 Gruppen aufgeteilt. Neun Tiere werden sofort getötet (Gruppe 5). 26 Tiere (Gruppen 1-3) werden systematisch taub gemacht. Hierfür wird den Tieren das Antibiotikum Kanamycin unter die Haut und anschließend Furosemid in die Halsvene gespitzt. In der Kombination töten die Medikamente ab einer bestimmten Dosierung die inneren und äußeren Haarzellen im Ohr ab und zerstören die Nieren. Dies nennt man „toxische Innenohrschädigung“.

Ob die Tiere taub geworden sind, wird bei einem sogenannten AABR-Test untersucht. Hierfür wird ein Kopfhörer im äußeren Gehörgang des Meerschweinchens platziert und es werden Klick-Töne verschiedener Frequenz abgespielt. Mittels unter die Haut gestochener Elektroden werden die Signale aufgezeichnet. Die toxische Innenohrschädigung, der AABR-Test und alle Operationen geschehen unter Anästhesie.

Die 3 Gruppen mit ertaubten Meerschweinchen erhalten beschichtete oder unbeschichtete Cochlea-Implantate in ein oder beide Ohren eingesetzt. Ein Cochlea-Implantat ist eine Hörprothese für Gehörlose. 28 Tage nach der toxischen Innenohrschädigung werden die Meerschweinchen beim letzten AABR-Test unter Narkose getötet. Die 8 Meerschweinchen der Gruppe 4 erhalten Cochlear-Implantate in beide Ohren eingesetzt, ohne dass sie vorher ertaubt wurden. Auch sie werden nach 28 Tagen getötet.

Diese Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.

Bereich: Hörforschung

Originaltitel: Stem cell based drug delivery for protection of auditory neurons in a guinea pig model of cochlear implantation

Autoren: Verena Scheper (1,2,3)*, Andrea Hoffmann (3,4), Michael M. Gepp (5,6), Andre Schulz (5), Anika Hamm (3,4), Christoph Pannier (1), Peter Hubka (3,7), Thomas Lenarz (1,2,3), Jana Schwieger (1,3)

Institute: (1)* Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Medizinische Hochschule Hannover, Stadtfelddamm 35, 30625 Hannover, (2) Exzellenzcluster „Hearing4all“, Deutsche Forschungsgemeinschaft, Bonn, (3) Niedersächsisches Zentrum für Biomedizintechnik, Implantatforschung und Entwicklung (NIFE), Hannover, (4) Klinik für Orthopädie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, (5) Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik (IBMT), Sulzbach, (6) Fraunhofer-Projektzentrum für Stammzellprozesstechnik, Würzburg, (7) Institut für Experimentelle Otologie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover

Zeitschrift: Frontiers in Cellular Neuroscience 2019; 13: 177. doi: 10.3389/fncel.2019.00177

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5052



Dokument 233Titel: Etablierung und Wirkung von Allotransplantaten und synthetischen Knochentransplantaten zur Ersatzbehandlung eines metaphysären Knochendefektmodells in kritischer Größe im Oberschenkelknochen des Schafs
Hintergrund: An Schafen werden zwei verschiedene Füllungen für Knochenlücken verglichen, die schon lange beim Menschen im Einsatz sind. Eine computertomographische Untersuchung von menschlichen Patienten sei aber unethisch, weshalb hier ein „Großtiermodell“ etabliert werden soll.
Tiere: 36 Schafe (Merino-Wollschafe)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Tierversuche wurden von einer nicht näher bezeichneten Thüringer Behörde unter der Nummer 15-004/15 genehmigt. Woher die Schafe stammen und wo sie gehalten werden, wird nicht erwähnt. Bei den Tieren wird unter Narkose das rechte oder linke Kniegelenk freigelegt. In das untere Ende des Oberschenkelknochens wird ein Loch von 2,5 cm Durchmesser und 2 cm Tiefe gebohrt. Bei einem Schaf wird das Loch leer gelassen, bei einem mit Knochenmaterial der beiden anderen Schafe gefüllt und beim dritten Schaf mit einem kommerziell erhältlichen Füllmaterial gefüllt. Das Knie wird chirurgisch verschlossen. Die Tiere erhalten ein Schmerzmittel. Nach drei Monaten wird das jeweils andere Knie auf die gleich Weise operiert. Einmal im Monat werden die Schafe geröntgt. 6 Monate nach der ersten Operation werden die Schafe mit einer Überdosis Pentobarbital getötet, die erzeugten Knochendefekte werden feingeweblich und mittels Magnetresonanztomografie untersucht.

Bereich: Knochenchirurgie

Originaltitel: Establishment and effects of allograft and synthetic bone graft substitute treatment of a critical size metaphyseal bone defect model in the sheep femur

Autoren: Werner Hettwer (1), Peter F. Horstmann (1), Sabine Bischoff (2), Daniel Güllmar (3), Jürgen R. Reichenbach (3), Patrina S. P. Poh (4), Martijn van Griensven (4), Florian Gras (5), Michael Diefenbeck (6,7)*

Institute: (1) Musculoskeletal Tumor Section, Department of Orthopedic Surgery, Rigshospitalet, University of Copenhagen, Dänemark, (2) Tierexperimentelle Forschung, Zentrale Experimentelle Tierhaltung, Universitätsklinikum Jena, Dornburger Straße 23a. 07743 Jena, (3) AG Medizinische Physik, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum Jena, Philosophenweg 3, 07743 Jena, (4) Experimentelle Unfallchirurgie, Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, München, (5) Klinik für Unfall-,Hand-und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Jena, Jena, (6) BONESUPPORT AB, Lund, Schweden, (7)* Wissenschaftliche Beratung in Orthopädie und Unfallchirurgie, Auguststr. 2, 22085 Hamburg

Zeitschrift: APMIS Journal of Pathology, Microbiology and Immunology 2019; 127(2): 53-63

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5051



Dokument 234Titel: Intra- und postoperative Blutflussüberwachung bei einem Schafmodell für Gebärmutter-Transplantation
Hintergrund: Da die Gebärmutter von Schaf und Menschen sich ähnlich sei und eine Methode zur Transplantation erforscht werden soll, wird bei einem Schaf die Gebärmutter herausoperiert und wiedereingesetzt.
Tiere: 2 Schafe (Merino-Landschafe)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Regierung von Mittelfranken unter der Nummer Az. 55.2 2532- 2-336 genehmigt. Woher die Schafe stammen, wird nicht erwähnt. Die Tiere werden an der Universität Erlangen gehalten. Ein Schaf dient der anatomischen Untersuchung unter Narkose und das zweite einer Autotransplantation der Gebärmutter. Das heißt, dem Schaf wird die Gebärmutter erst herausoperiert und eine Stunde später wiedereingesetzt. Dafür wird mit einem 25 cm langer Schnitt die Bauchhöhle geöffnet. Um ein bei der Transplantation zusammengenähtes Blutgefäß wird eine Manschette gelegt, von dem aus ein Kabel durch die Wundnaht herausgeführt und am Rücken des Schafes mit einem Blutflussmessgerät verbunden wird. So kann auch nach Aufwachen des Tieres der Blutfluss in dem Blutgefäß gemessen werden. Ein Tag nach der Operation wird das Tier unter Narkose mit dem Gift T61 getötet und weiter untersucht. Was mit dem anderen Schaf nach der Narkose passiert, wird nicht erwähnt. Vermutlich wird es auch während der Narkose getötet.

Bereich: Transplantationsmedizin

Originaltitel: Intra- and postoperative blood flow monitoring in a sheep model of uterus transplantation

Autoren: Annika Kengelbach-Weigand (1)*, Laura Lotz (2), Rafael Schmid (1), Werner Lang (3), Matthias W. Beckmann (2), Inge Hoffmann (2), Raymund E. Horch (1), Stefan P. Renner (2), Ralf Dittrich (2), Anja Miriam Boos (1), Thomas Hildebrandt (2)

Institute: (1) Plastische Chirurgie des Universitätsklinikums Erlangen, Plastische- und Handchirurgische Klinik, Krankenhausstraße 12, 91054 Erlangen, (2) Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), Erlangen, (3) Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Erlangen, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), Erlangen

Zeitschrift: In vivo 2019; 33(2): 325-336

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5050



Dokument 235Titel: Behandlung osteochondraler Defekte: Chondrointegration von Metallimplantaten verbessert sich nach Hydroxylapatit-Beschichtung
Hintergrund: Metallimplantate mit verschiedenen Beschichtungen zur Reparation von Gelenkknorpel werden an Schafen getestet.
Tiere: 24 Schafe (Merino-Mix)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) in Berlin unter der Nummer G 2017/13 genehmigt. Woher die Merino-Mix-Schafe stammen und wo sie gehalten werden, wird nicht erwähnt. Bei einer Operation wird unter Narkose das rechte Kniegelenk freigelegt. Am unteren Ende des Oberschenkelknochens wird ein Loch in den Knorpel gebohrt. In dieses wird ein Metallimplantat mit Hammerschlägen in den Oberschenkelknochen getrieben. Das Implantat sieht in etwa aus wie eine große Reißzwecke. Bei jeweils 8 Schafen werden unterschiedliche Beschichtungen auf dem Implantat verwendet. Die dritte Gruppe mit 8 Schafen erhält unbeschichtete Implantate. Das Knie wird wieder zugenäht. Den Schafen wird ein Schmerzmittel verabreicht. Ein Tier wird wegen fortgesetzter Lahmheit vorzeitig getötet. Drei Monate nach der Operation werden alle weiteren Tiere unter Narkose durch Injektion von Kaliumchlorid getötet. Die Kniegelenke werden untersucht.

Die Arbeit wurde vom Bundesministeriums fu?r Bildung und Forschung (BMBF) und Episurf Medical (Schweden) finanziert.

Bereich: Knochenchirurgie, Chirurgie

Originaltitel: Treatment of osteochondral defects: chondrointegration of metal implants improves after hydroxyapatite coating

Autoren: Hanna Schell (1), Elisabeth Zimpfer (1), Katharina Schmidt-Bleek (1,3)*, Tobias Jung (2), Georg N. Duda (1,3), Leif Ryd (4)

Institute: (1) Julius Wolff Institut, Charite-Universitätsmedizin Berlin, Augustenburger Platz 1 13353 Berlin, (2) Kniechirurgie und Sporttraumatologie, Charite-Universitätsmedizin Berlin, Berlin, (3) Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien, Charite-Universitätsmedizin Berlin, (4) Department of Learning, Informatics, Management and Ethics (LIME), Karolinska Institute, Stockholm, Schweden

Zeitschrift: Knee Surgery, Sports Traumatology, Arthroscopy 2019; 27(11): 3575-3582

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5049



Dokument 236Titel: Neues Großtiermodell für Aortenaneurysmen im viscerorenalen Bereich
Hintergrund: Die chirurgische Reparatur ist ein Routineverfahren bei der Behandlung von Aortenaneurysmen (Aussackung der Hauptschlagader) des Menschen. Da diese Operation außer beim Menschen bisher nur an Hunden und Schweinen durchgeführt wurde, soll ein weiteres „Tiermodell“ etabliert werden.
Tiere: 6 Schafe
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) in Recklinghausen genehmigt. Es werden Vorversuche an toten Schweinen und Schafen unbekannter Anzahl erwähnt, bei der der chirurgische Zugang zur Bauchschlagader (Aorta) verglichen wird. Es wird sich für das Schaf als „Modell“ entschieden.

Woher die mehr als 18 Monate alten Schafe stammen und wo sie gehalten werden, wird nicht erwähnt. Bei der eigentlichen Operation werden die Schafe an der Seite unterhalb des Rippenbogens auf 15 cm Länge aufgeschnitten, die Hauptschlagader (Aorta) und ihre abzweigenden Gefäße werden freigelegt und abgeklemmt. Die Aorta wird längs aufgeschnitten. In den Schnitt wird ein 8 cm langes Stück Gewebe aus einem Rinderherzbeutel eingenäht. So soll ein Aneurysma, also eine Blutgefäßaussackung, simuliert werden. Bei 4 Tieren wird dieses künstliche Aneurysma im Lendenbereich, bei zwei Tieren im Bauch-Brustbereich anoperiert. Die Tiere bekommen nach der Operation ein Schmerzmittel. Eine Woche vor und eine, vier, acht und 52 Wochen nach der Operation wird jeweils ein Computertomographie-Scan gemacht. Ein Tier stirbt eine Woche nach der Operation an einer Blutung der Operationswunde, ein anderes Tier ein Jahr nach der Operation an einem Riss des künstlichen Aneurysmas. Was mit den restlichen 4 Schafen geschieht, wird nicht erwähnt.

Die Studie wurde unterstützt vom „Ziel2“-Programm von Nordrhein-Westfalen, und dem Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD).

Bereich: Herz-Kreislauf-Chirurgie, Arteriosklerose-Forschung

Originaltitel: New large animal model for aortic aneurysms in the viscerorenal segment

Autoren: Johannes Kalder (1)*, Peter Isfort (2), Sebastian Daniel Reinartz (2), Felix Gremse (3), Grace Gyamfuah Yamoah (3), Valentine Gesche (4), Drosos Kotelis (1), Rene Tolba (5), Michael Johan Jacobs (6), Houman Jalaie (1)

Institute: (1) European Vascular Center Aachen-Maastricht, Klinik für Gefäßchirurgie, Universitätsklinik RWTH Aachen, Pauwelsstr. 30, 52074 Aachen, (2) Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Universitätsklinik RWTH Aachen, (3) Experimentelle Molekulare Bildgebung, ExMI, Universitätsklinik RWTH Aachen, (4) Institut für Textiltechnik (ITA), RWTH Aachen, Aachen, (5) Institut für Versuchstierkunde sowie Zentrallaboratorium für Versuchstiere, RWTH Aachen, Aachen, (6) European Vascular Center Aachen-Maastricht, Klinik für Gefäßchirurgie, University Hospital Maastricht, Maastricht, Niederlande

Zeitschrift: Journal of Surgical Research 2019; 240: 156-164, doi: 10.1016/j.jss.2019.02.054

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5048



Dokument 237Titel: In-vivo-Endothelialisierung und Beurteilung der neointimalen Hyperplasie nach Angioplastie der Halsschlagader von Schafen mit einem neuartigen Polycarbonat-Polyurethanpflaster
Hintergrund: Als Ersatz für eine durch Arteriosklerose geschädigte Schlagader beim Menschen wird als Behandlung ein künstliches Material in die Ader eingenäht. In dieser Studie an Schafen werden zwei neue Materialien getestet und mit einem herkömmlichen verglichen. Die Autoren bemängeln, dass die Studie vom Schaf nicht auf Menschen übertragbar sei und beim Schaf gesunde Arterien operiert wurden.
Tiere: 12 Schafe
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) in Recklinghausen unter der Nummer AZ 84–02.04.2012.A023 genehmigt. Zwölf weibliche Schafe werden beim Zootechnisch Centrum in Lovenjoel, Belgien, gekauft. Den Schafen wird unter Anästhesie der Hals auf beiden Seiten aufgeschnitten. Die Halsschlagader auf beiden Seiten wird längs aufgeschnitten und es wird ein 6 cm langes und 6 mm breites Implantat aus einem künstlichen Material auf den Schnitt gelegt und festgenäht. Auf der einen Halsseite wird ein herkömmliches Material verwendet, auf der anderen ein Implantat aus einem neuen Material. Jeweils 6 Schafe erhalten eins von zwei neuen Materialien.

Da bei Schafen das Blut leichter gerinnen kann als beim Menschen, wird den Tieren zwei Mal das Blutverdünnungsmittel Heparin in eine Vene verabreicht. Die Tiere bekommen nach der Operation ein Schmerzmittel. Aus den beiden Gruppen mit den zwei verschiedenen neuen Materialien wird jeweils die Hälfte der Tiere nach zwei Wochen und die andere Hälfte nach acht Wochen getötet.

Die Studie wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt.

Bereich: Chirurgie, Arterioskleroseforschung

Originaltitel: In vivo endothelialization and neointimal hyperplasia assessment after angioplasty of sheep carotid artery with a novel polycarbonate polyurethane patch

Autoren: Houman Jalaie (1), Julia Steitz (2), Mamdouh Afify (2, 3), Mohammad Esmaeil Barbati (1), Konrad Hoeft (4), Mona Ali Mahmoud Assar (2, 5), Benita Hermanns-Sachweh (6), Rene H Tolba (2), Michael J Jacobs (1), Karina Schleimer (1)*

Institute: (1) European Vascular Center Aachen-Maastricht, Klinik für Gefäßchirurgie, Universitätsklinik RWTH Aachen, Pauwelsstraße 30, 52074 Aachen, (2) Institut für Versuchstierkunde, Universitätsklinik RWTH Aachen, Pauwelsstraße 30 52074 Aachen, (3) Department of Pathology, Faculty of Veterinary Medicine, Cairo University, Ägypten, (4) Klinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten, rheumatologische und immunologische Erkrankungen (Medizinische Klinik II), Universitätsklinik RWTH Aachen, Aachen, (5) Universitätsklinikum der RWTH Aachen, Aachen, (6) Institut für Pathologie, RWTH Aachen, Aachen

Zeitschrift: Journal of Biomaterials Applications 2019; 34(2): 208-218

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5047



Dokument 238Titel: Aufmerksamkeitsselektivität leitet afferente Signalübertragung in das Areal V4
Hintergrund: Es soll herausgefunden werden, wie Aufmerksamkeit im Gehirn verarbeitet wird.
Tiere: 2 Affen (Rhesusaffen)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: 2 männliche Rhesusaffen, deren Herkunft nicht beschrieben ist, werden zunächst auf die Aufgaben, die sie später ausführen sollen, trainiert, bevor die Operation stattfindet. Vor der Operation werden sie zur Lokalisierung bestimmter Gehirnbereiche einer Magnetresonanztherapie unterzogen, um die Elektroden an der gewünschten Stelle zu platzieren.

Der genaue Ablauf der Operation wird nicht beschrieben. Es wird lediglich erwähnt, dass die Affen eine Halterung und eine Elektrodenkammer über einem Bohrloch über einem bestimmten Hirnareal auf dem Schädel implantiert bekommen. Durch die Kammer werden 1-3 Mikroelektroden in die Hirnrinde eingelassen, eine Elektrode liegt auf der harten Hirnhaut und mehrere Referenzelektroden sind vorn, seitlich und hinten am Kopf platziert.

Für die Experimente starren die Affen auf einem Bildschirm, drücken einen Schalter und es erscheinen zwei Symbole. Die Affen sollen sich auf eines der Symbole konzentrieren. Die Symbole verändern ihre Form und wenn die ursprüngliche Form des Symbols, auf das sie sich konzentrieren sollen, wieder dargestellt wird, müssen die Affen den gedrückten Schalter loslassen. Das andere Symbol müssen sie ignorieren. Dabei werden die Hirnströme über die im Kopf implantierten Elektroden aufgezeichnet. Die Augenbewegungen werden mit einem Video-Okulargerät verfolgt.

Es wird nicht erwähnt, dass üblicherweise für Experimente dieser Art die Affen in einem sogenannten Primatenstuhl fixiert werden, in dem ihr Kopf mit Hilfe des Haltebolzens über die gesamte Zeit eines Versuchs bewegungsunfähig gehalten wird. Es ist aber davon auszugehen, dass dies hier der Fall ist. Es wird auch nicht erwähnt, dass die Affen normalerweise über einen gewissen Zeitraum vor den Experimenten nichts zu trinken erhalten, so dass bei gewünschtem Verhalten eine Flüssigkeitsgabe eine „Belohnung“ darstellt, um die Affen zur Mitarbeit zu bewegen. Was nach den Versuchen mit den Affen geschieht, ist nicht beschrieben.

Die Arbeit wurde durch die BMBF (Bernstein Group for Computational Neuroscience Bremen, Innovationswettbewerb Medizintechnik, Bernstein Award Udo Ernst), die Deutsche Forschungsgemeinschaft, Universität Bremen Forschungs-Fokus Neurotechnologie, die Creative Unit I-SEE, das Zentrum für Kognitionswissenschaften und die Leibniz Graduate School für Primaten-Neurobiologie gefördert.

Bereich: Hirnforschung, Neurophysiologie

Originaltitel: Attention selectivity gates afferent signal transmission to area V4

Autoren: Iris Grothe (1, 2), David Rothermund (3), Simon David Neitzel (1), Sunita Mandon (1), Udo Alexander Ernst (3), Andreas K. Kreiter (1)*, Klaus Richard Pawelzik (3)

Institute: (1) Institut für Hirnforschung, Universität Bremen, Hochschulring 16a, 28359 Bremen, (2) Ernst Strüngmann Institute (ESI) for Neuroscience, Frankfurt am Main, (3) Institut für Theoretische Physik, Universität Bremen, Bremen

Zeitschrift: The Journal of Neuroscience 2018; 38(14): 3441-3452

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5046



Dokument 239Titel: Topografische Modellierung einer frühen humanen Osteoarthritis bei Schafen
Hintergrund: Es soll herausgefunden werden, ob die frühe und spätere Arthrose, die bei Schafen durch Verletzung des Meniskus künstlich erzeugt wurde, den gleichen Krankheitsverlauf aufweist wie der Krankheitsverlauf, welcher bereits im Menschen untersucht wurde.
Tiere: 16 Schafe (Merinoschafe)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Als Genehmigungsbehörde wird die Universität des Saarlands unter der Nummer 43/2015 genannt, die allerdings nicht für die Genehmigung von Tierversuchen zuständig ist. Die Herkunft der Schafe wird nicht erwähnt.

16 gesunde, weibliche Merino-Schafe, im Schnitt 18 Monate alt, werden vor der Operation geröntgt, um Arthrose auszuschließen. Unter Narkose wird das rechte Kniegelenk freigelegt und ein Teil des Innenmeniskus herausgeschnitten. Die verschiedenen Gewebelagen und die Haut werden chirurgisch verschlossen und mit einem medizinischen Spray bandagiert. Das linke Kniegelenk wird nicht operiert und dient als Kontrolle. Nach der Operation erhalten die Schafe ein Schmerzmittel sowie Antibiotika und dürfen auch das operierte Bein direkt voll belasten.

Nach 6 Wochen und 6 Monaten werden jeweils 8 Schafe unter Narkose getötet, um das operierte Gelenk und das Kontroll-Gelenk zu entnehmen. Die Gelenke werden jeweils für verschiedene Untersuchungen aufbereitet und die Ergebnisse mit denen von menschlichen Gelenken verglichen, die aus Operationen stammen, bei denen ein künstliches Gelenk eingesetzt wurde.

Die Arbeit wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Bereich: Knochenchirurgie, Pathophysiologie

Originaltitel: Topographic modeling of early human osteoarthritis in sheep

Autoren: Tamas Olah (1), Jan Reinhard (1), Liang Gao (1), Sophie Haberkamp (1), Lars K. H. Goebel (1), Magali Cucchiarini (1), Henning Madry (1,2)*

Institute: (1) Zentrum für Experimentelle Orthopädie, Lehrstuhl für Experimentelle Orthopädie, Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes, Gebäude 37, Kirrberger Straße, 66421 Homburg, (2) Klinik für Orthopädische Chirurgie, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg

Zeitschrift: Science Translational Medicine 2019; 11(508): eaax6775. doi: 10.1126/scitranslmed.aax6775

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5045



Dokument 240Titel: Aufmerksamkeit gestaltet Synchronisierung innerhalb der lokalen neuronalen Netzwerke für die Verarbeitung des für das Verhalten relevanten Stimulus
Hintergrund: Messungen an Affen zur Frage, wie Aufmerksamkeit im Gehirn verarbeitet wird.
Tiere: 2 Affen (Rhesusaffen)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von dem Senator für Gesundheit, Bremen, genehmigt. 2 männliche Rhesusaffen, deren Herkunft nicht beschrieben ist, werden auf nicht näher beschriebene Weise operiert. In der Regel verläuft dies wie folgt: Die Affen werden in Narkose versetzt. Eine Vorrichtung als Kopfhalter aus Titan und eine Elektrodenkammer werden mit Schrauben auf dem Schädelknochen implantiert. Der genaue Ort der Implantation wird vor der Operation mittels eines bildgebenden Verfahrens bestimmt. Diese werden mit Verschlussmaterial fixiert und mit dem Schädelknochen verbunden.

Eine Elektrodenkammer wird über ein Bohrloch im Schädelknochen über einer bestimmten Hirnregion montiert, von der aus Elektroden in das Gehirngewebe eingeführt werden, die Nervensignale aufnehmen können.

Für die Experimente werden die Affen in einem Primatenstuhl fixiert und ihre Augenbewegungen mit einem Videookular-System aufgezeichnet, das ihnen auf den Kopf gesetzt wird. Der Beginn des Experiments wird mit dem Auftauchen eines Punktes auf einem Bildschirm markiert, woraufhin die Affen durch das Drücken eines Schalters das Experiment starten. Dann erscheint ein Symbol, welches sich nach und nach in andere Formen wandelt. Wird die ursprüngliche Form wieder erreicht, muss der Affe den Schalter loslassen. Passiert dies innerhalb einer definierten Zeitspanne, erhält der Affe etwas verdünnten Fruchtsaft. Erkennt er das ursprüngliche Symbol nicht und/oder lässt den Schalter zu früh los, erhält der Affe nichts zu Trinken. Da eine kleine Menge Flüssigkeit eine „Belohnung“ darstellt, die den Affen „motivieren“ soll, mitzuarbeiten, kann davon ausgegangen werden, dass die Affen vorab unter Flüssigkeitsentzug leiden.

Die Hirnströme werden über die Elektroden aufgezeichnet, ebenso die Augenbewegungen über das Augenbewegungserfassungsgerät.

Was darüber hinaus mit den Affen passiert, ist nicht beschrieben, i.d.R. werden sie über Jahre für ähnliche Versuche eingesetzt.

Die Arbeit wurde durch die Bernstein Gruppen für Computational Neuroscience Bremen, die Deutsche Forschungsgemeinschaft , die Fazit-Stiftung und die Leibniz Graduate School for Primate Neurobiology gefördert.

Bereich: Neurophysiologie

Originaltitel: Attention configures synchronization within local neuronal networks for processing of the behaviourally relevant stimulus

Autoren: Eric Drebitz (1)*, Marcus Haag (2), Iris Grothe(3) , Sunita Mandon (1), Andreas K. Kreiter (1)

Institute: (1) Institut für Hirnforschung, Zentrum für Kognitionswissenschaften, Universität Bremen, Hochschulring 16a, 28359 Bremen, (2) Institute of Neuroscience, Newcastle University, Newcastle-upon-Tyne, Großbritannien, (3) Ernst Strüngmann Institute (ESI) for Neuroscience in Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft, Frankfurt/Main

Zeitschrift: Frontiers in Neural Circuits 2018; 12(71); doi: 10.3389/fncir.2018.00071

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5044



Dokument 241Titel: Die intranasale Verabreichung von Mycobacterium vaccae verhindert eine stressinduzierte Verschlimmerung der Dextransulfat-Natrium (DSS)–Kolitis
Hintergrund: Aus einer vorherigen Studie ist bekannt, dass wenn man Mäusen das abgetötete Bakterium Mycobacterium vaccae unter die Haut spritzt, diese weniger ängstlich sind und eine bei ihnen künstlich hervorgerufene Darmentzündung weniger schlimm ausfällt. Hier wird nun untersucht, ob das Einsprühen in die Nase ähnliche Effekte hervorruft.
Tiere: 64 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die männlichen Mäuse stammen von Charles River Laboratories in Sulzfeld. In einem ersten Experiment werden vier Gruppen von je 8 Mäusen gebildet. Sie bekommen am Tag ihrer Ankunft und 2 x im Abstand von 7 Tagen entweder eine Kochsalzlösung oder das mittels Hitze abgetötete Bakterium Mycobacterium vaccae in die Nase gesprüht. Ab dem letzten Behandlungstag werden die Tiere einzeln gehalten. 7 Tage später wird die Hälfte der Tiere (mit oder ohne Mycobacterium-Behandlung) in Gruppen von je 4 Mäusen für 20 Tage mit einem fremden, sehr dominanten Männchen zusammengesetzt. Um Gewöhnung zu vermeiden, erfolgt nach 8 und 15 Tagen ein Umsetzen der Tiere zu einem neuen dominanten Männchen. So soll ein chronischer psychosozialer Stress simuliert werden, der beim Menschen zu Dickdarmentzündung und Posttraumatischem Stresssyndrom (PTSD) führen kann. Die für diese Konfrontation genutzten dominanten Männchen entstammen einer Zuchtlinie, die genetisch bedingt bereits sehr aggressiv sind. Dominante Mäuse, die die rangniederen Mäuse in Vortests beißen, werden für die eigentlichen Versuche nicht eingesetzt.

Am Tag 19 wird bei allen Tieren für 5 Minuten der sogenannte Elevated Plus Maze Test durchgeführt. Hier wird eine Maus in ein erhöhtes Plus-förmiges Labyrinth mit zwei offenen und zwei geschlossenen Armen gesetzt. Mäuse, die sich eher in den geschützten, geschlossenen Bereichen aufhalten, gelten als ängstlich. Am 20. Tag müssen alle Tiere einen „Open-Field-/Novel Object-Test“ durchlaufen, um ebenfalls die Ängstlichkeit der Tiere zu bewerten. Dabei wird eine Maus zu einem runden Objekt in eine Box gesetzt und es wird beobachtet ob sie sich neugierig dem Objekt nähert oder ängstlich am Rand aufhält. Am nächsten Tag erfolgt der sogenannte Social preference/avoidance test. Hier werden die Tiere in eine Box gesetzt, in die ein Käfig mit einer unbekannten männlichen Maus gesetzt wird. Es wird wieder gemessen, wie häufig und wie nah die jeweilige Maus diesem Käfig kommt. Direkt nach diesem Test werden die Mäuse einzeln gehalten und bekommen für 7 Tage eine Substanz über das Trinkwasser verabreicht, die zu starken und extrem schmerzhaften Entzündungen des Dickdarms führt. Nach diesen 7 Tagen werden die Tiere auf nicht genannte Weise getötet und Darm bzw. Lymphknoten für weitere Untersuchungen entnommen.

In einer zweiten Versuchsreihe werden ebenfalls insgesamt 32 Tiere eingesetzt, allerdings direkt einzeln gehalten. Ansonsten ist der Versuchsablauf wie oben beschrieben.

Die Studie wird finanziert durch The Office of Naval Research (Behörde, die Wissenschafts- und Technologie-Programme der US Navy und der Marine Corps koordiniert, ausführt und fördert, Genehmigungsnummer N00014-17-S-B001).

Bereich: Stressforschung, Entzündungsforschung, Psychiatrie

Originaltitel: Intranasal Mycobacterium vaccae administration prevents stress-induced aggravation of dextran sulfate sodium (DSS) colitis

Autoren: Mattia Amorosoa (1), Elena Kemptera (1), Tasnim Eleslamboulya (1), Christopher A. Lowry (2,3,4,5), Dominik Langgartnera (1), Stefan O. Reber (1)*

Institute: (1) Sektion Molekulare Psychosomatik, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsklinikum Ulm, Albert-Einstein-Allee 23, 89081 Ulm, (2) Department of Integrative Physiology, Center for Neuroscience, and Center for Microbial Exploration, University of Colorado Boulder, USA, (3) Department of Physical Medicine & Rehabilitation and Center for Neuroscience, University of Colorado Anschutz Medical Campus, Aurora, USA, (4) Veterans Health Administration, Rocky Mountain Mental Illness Research Education and Clinical Center (MIRECC), The Rocky Mountain Regional Medical Center, Aurora, USA, (5) Military and Veteran Microbiome: Consortium for Research and Education (MVM-CoRE), Aurora, USA

Zeitschrift: Brain, Behavior, and Immunology 2019; 80: 595-604

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5043



Dokument 242Titel:
Tiere: (Anzahl unbekannt)
Jahr:

Versuchsbeschreibung:

Bereich:

Originaltitel:

Autoren:

Institute:

Zeitschrift:

Land:

Art der Veröffentlichung:

Dokumenten-ID: 5042



Dokument 243Titel: Achtunddreißig negative Kinase 1 vermittelt traumainduzierte Darmverletzung und Multiorganversagen
Hintergrund: Bei Menschen mit chronischen Darmentzündungen ist bereits bekannt, dass die Veränderungen der Darmschleimhaut mit einem zu hohen Gehalt eines bestimmten Enzyms zusammenhängen. In dieser Studie wird dies an Mäusen und Schweinen mit verschieden künstlich erzeugten Darmentzündungen nachvollzogen.
Tiere: Tiere verschiedener Arten (Anzahl unbekannt)(Mäuse, Schweine)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Genehmigung der Versuche erfolgt durch die Regierungsbehörde in Tübingen (TVA Nr-1187, TVA Nr-1255, TVA-Nr-1194, O-197, TVA Nr-1087). Ein Teil der Mäuse wird von Jackson Laboratories, Bar Harbour, USA, bezogen. Außerdem werden für die Studie speziell gentechnisch veränderte Mäuseembryonen „hergestellt“ und zum Austragen in scheinschwangere Mäuse eingepflanzt. Anschließend erfolgen verschiedene Verpaarungen mit Tieren, die jeweils bestimmte genetische Veränderungen aufweisen, um Nachwuchs zu erhalten, der ganz spezielle Genzusammensetzungen aufweist.

In der eigentlichen Studie werden mit diesem Nachwuchs oder anderen Mäusen bzw. Schweinen verschiedene Einzelversuche durchgeführt:

8 Wochen alte Mäuse, die aufgrund ihrer genetischen Veränderungen zu viel eines bestimmten Enzyms bilden, das zur Zerstörung der Darmwand führt, bekommen – um diese krankhafte Reaktion noch zu verstärken – ein Antibiotikum in die Bauchhöhle gespritzt. Kontrolltiere erhalten Kochsalzlösung gespritzt. Einige Stunden später wird ihre Bewegungsaktivität im Käfig sowohl während einer Dunkel- und einer Licht-Phase gemessen. Was danach mit den Tieren geschieht, wird nicht erwähnt. Allerdings gibt es Ergebnisse aus Blut- und Organ-Untersuchungen 0, 12 bzw. 24 Stunden nach der Behandlung mit dem Antibiotikum, so dass eine bestimmte Anzahl an Tieren vermutlich zu den jeweiligen Zeitpunkten getötet wird. Außerdem verstirbt laut Autoren die Mehrheit der Tiere kurz nach dem Spritzen des Antibiotikums. Viele der überlebenden Mäuse zeigen starke Hinweise auf eine Blutvergiftung wie abfallende Körpertemperatur, Abmagerung, Blutarmut und insgesamt veränderte Blutwerte.

Bei anderen Tieren wird künstlich eine akute, extrem schmerzhafte Entzündung des Dickdarms erzeugt. Dafür müssen sie entweder einen bestimmten Stoff über das Trinkwasser zu sich nehmen oder bekommen eine in Alkohol gelöste Chemikalie direkt in den Darm gespritzt. Beide Substanzen führen zur Zerstörung der Darmschleimhaut und zu Immunreaktionen des Körpers. Im Anschluss bekommen sie weitere 7 Tage lang die darmschädigende Substanz über das Trinkwasser verabreicht und werden am 8. Tag auf nicht genannte Weise getötet.

Eine Gruppe Mäuse erhält ein bereits bei Menschen mit chronischen Darmentzündungen eingesetztes Medikament in die Vene gespritzt. 24 Stunden danach bekommen sie ein Antibiotikum oder Kochsalzlösung in die Bauchhöhle injiziert. Wieder 24 Stunden später werden sie getötet.

Unter Narkose werden 8-9 Wochen alte Mäuse in Rückenlage auf einer Platte fixiert. Eine Druckwelle wird auf den Brustkorb gerichtet und führt zu einer beidseitigen Lungenquetschung. Außerdem werden bei den Tieren zum Nachstellen eines Mehrfachtraumas künstlich ein Schädel-Hirn-Trauma und ein Bruch des Oberschenkelknochens ausgelöst. Wie das genau erfolgt, soll in einer anderen Studie nachzulesen sein. Allerdings stimmt die genannte Quelle nicht. Zur Induktion eines Blutungsschocks (Schock aufgrund sehr starken Blutverlustes) wird einem Teil der Mäuse mit Mehrfachtrauma zusätzlich über einen Katheter so viel Blut abgenommen, dass der Blutdruck bis auf einen bestimmten Wert stark absinkt. 4 Stunden nach dem Mehrfachtrauma werden die Tiere durch Blutentzug aus dem Herzen getötet. Kontrolltiere werden in Narkose gelegt, aber ohne Mehrfachtrauma und Blutentzug.

Schweinen wird unter Narkose über einen Katheter 30 % ihres gesamten Blutes entzogen. Was weiter mit den Tieren geschieht, wird nicht erwähnt. Allerdings gibt es Ergebnisse aus feingeweblichen Untersuchungen des Darms, so dass sie vermutlich ebenfalls getötet werden.

Einer Gruppe von Mäusen wird in Narkose der Bauch aufgeschnitten und der Blinddarm abgebunden. Anschließend wird in diesen ein Loch gebohrt, so dass Darminhalt in die Bauchhöhle gelangt. Dadurch kommt es zu einer schmerzhaften Bauchfellentzündung. Die Bauchwunde wird verschlossen, die Tiere bekommen Schmerzmittel und werden in den nächsten Stunden beobachtet. Wieder erfolgt keine Erwähnung auf den weiteren Verbleib der Mäuse.

Ein Teil der Mäuse wird getötet, um aus Darmstücken kleine Mini-Därme herzustellen.

Die Arbeit wird gefördert vom Sonderforschungsbereich 1149 (Projekt A6), DFG, Forschungskern SyStaR, Böhringer Ingelheim Ulm University Biocenter, NDIMED-Verbund PancChip, Deutsche Krebshilfe, Fritz-Thyssen Stiftung.

Bereich: Entzündungsforschung, Schockforschung, Sepsisforschung

Originaltitel: Thirty-eight-negative kinase 1 mediates traumainduced intestinal injury and multi-organ failure

Autoren: Milena Armacki (1), Anna Katharina Trugenberger (1), Ann K. Ellwanger (1), Tim Eiseler (1), Christiane Schwerdt (2), Lucas Bettac (1), Dominik Langgartner (3), Ninel Azoitei (1), Rebecca Halbgebauer (4), Rüdiger Groß (1), Tabea Barth (1), André Lechel (1), Benjamin M. Walter (1), Johann M. Kraus (5), Christoph Wiegreffe (6), Johannes Grimm (7), Annika Scheffold (8), Marlon R. Schneider (9), Kenneth Peuker (10), Sebastian Zeißig (10), Stefan Britsch (6), Stefan Rose-John (11), Sabine Vettorazzi (12), Eckhart Wolf (9), Andrea Tannapfel (13), Konrad Steinestel (14), Stefan O. Reber (3), Paul Walther (15), Hans A. Kestler (5), Peter Radermacher (16), Thomas F.E. Barth (7), Markus Huber-Lang (4), Alexander Kleger (1), Thomas Seufferlein (1)*

Institute: (1) Klinik für Innere Medizin I, Universitätsklinikum Ulm, Albert-Einstein-Allee 23, 89081 Ulm, (2) Waldkrankenhaus “Rudolph Elle” Eisenberg, Lehrstuhl für Orthopädie Uniklinik Jena, Jena, (3) Sektion Molekulare Psychosomatik, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsklinikum Ulm, Ulm, (4) Institut für Klinische und Experimentelle Trauma-Immunologie (ITI), Universitätsklinikum Ulm, Ulm, (5) Institut für Medizinische Systembiologie, Universität Ulm, Ulm, (6) Institut für Molekulare und Zelluläre Anatomie, Universität Ulm, Ulm, (7) Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Ulm, Ulm, (8) Klinik für Innere Medizin III, Universitätsklinikum Ulm, Ulm, (9) Genzentrum München, LMU München, München, (10) Center for Regenerative Therapies Dresden (CRTD), TU Dresden, Dresden, (11) Biochemisches Institut, CA Universität Kiel, Kiel, (12) Institut für Molekulare Endokrinologie der Tiere, Universität Ulm, Ulm, (13) Institut für Pathologie, Ruhr Universität Bochum, Bochum, (14) Institut für Pathologie und Molekularpathologie, Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Ulm, (15) Zentrale Einrichtung Elektronenmikroskopie, Universität Ulm, Ulm, (16) Anästhesiologische Pathophysiologie und Verfahrensentwicklung, Universitätsklinikum Ulm, Ulm

Zeitschrift: The Journal of Clinical Investigation 2018; 128(11): 5056-5072

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5041



Dokument 244Titel: Physiologische und anatomische Reaktionen der genitalen Hirnrinde bei Ratten
Hintergrund: Welche Bedeutung hat eine bestimmte Region in der Hirnrinde auf die Sexualfunktion bei Ratten?
Tiere: Ratten (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von einer nicht genannten Behörde unter den Nummern G0244/16 und G0193/14 genehmigt. Die 6-8 Wochen alten, weiblichen und männlichen Ratten (Zuchtlinie Wistar) werden von Janvier Labs bezogen. Zur Bestimmung der für die Hauptversuche benötigten Zyklusphase werden bei den weiblichen Ratten täglich Scheidenspülungen durchgeführt. Bei so einer Spülung wird sehr wahrscheinlich ohne Narkose Flüssigkeit in die Scheide gespritzt und anschließend wieder aufgefangen, um die enthaltenen Zellen untersuchen zu können.

Für den eigentlichen Versuch werden die Tiere in Narkose gelegt und der Kopf wird fixiert, indem die Ohren in einem sogenannten stereotaktischen Rahmen festgeschraubt werden. Die Kopfhaut wird aufgeschnitten und über einem bestimmten Hirnareal ein etwa 4 x 4 mm großes Stück Schädelknochen entfernt. Anschließend wird abgewartet, bis die Narkose nur noch schwach wirkt, was der Fall ist, wenn die Tiere ihre Schnurrhaare bewegen. Durch das Loch im Kopf wird eine Elektrode bis in einen bestimmten Hirnbereich vorgeschoben, der für die Verarbeitung von sexuellen Stimuli zuständig ist. Danach wird über die Elektrode dieser Bereich mit elektrischen Impulsen aktiviert und gleichzeitig Körperbewegungen und –reaktionen der Tiere, die für Paarungsverhalten typisch sind, dokumentiert, z.B. Penis-, bzw. Klitorisbewegungen. Sobald das der Fall ist, wird an der Stelle, an der sich die Elektrode zu dem Zeitpunkt im Gehirn befindet, eine Verletzung gesetzt und die Tiere getötet, indem Formaldehyd ins Herz gespritzt wird. Danach werden die Gehirne für feingewebliche Untersuchungen entfernt.

8 Wochen alte weibliche und männliche Ratten werden in dergleichen Weise operiert. Danach bekommen sie eine Flüssigkeit in eine bestimmte Region des Gehirns gespritzt, die der Sichtbarmachung der Signalwege von Nerven dient. Anschließend wird das Schädeldach mit Silikon und Zahnzement wieder verschlossen. 7 Tage nach dem Eingriff werden die Tiere in Narkose gelegt und durch Formaldehydinjektion ins Gehirn getötet. Auch ihre Gehirne werden für feingewebliche Untersuchungen entfernt.

Die Arbeit wurde unterstützt durch die Humboldt-Universität zu Berlin, das Bernstein Center for Computational Neuroscience Berlin, das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und NeuroCure.

Bereich: Hirnforschung

Originaltitel: Physiological and anatomical outputs of rat genital cortex

Autoren: Constanze Lenschow (1,2)*, Michael Brecht (1,3)*

Institute: (1) Bernstein Center for Computational Neuroscience Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Philippstr. 13, Haus 6, 10115 Berlin, (2) Aktuelle Adresse: Champalimaud Centre for the Unknown, Avenida Brasília, Lissabon, Portugal, (3) NeuroCure Exzellenzcluster, Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin

Zeitschrift: Cerebral Cortex 2018; 28: 1472-1486

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5040



Dokument 245Titel: Sensorischer Kontakt zu einem Stressor verhindert Genesung von strukturellen und funktionellen Herzschäden nach psychosozialen Traumata
Hintergrund: Es soll herausgefunden werden, wie posttraumatische Belastungsstörungen und Herzerkrankungen, die oft zusammen auftreten, auf biochemischer Ebene zusammenhängen. Die untersuchten und für diese Erkrankung relevanten Proteine wurden bereits bei Patienten, die diese Erkrankungen aufweisen, identifiziert.
Tiere: 76 Mäuse
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die männlichen Mäuse werden von Charles River, Sulzfeld, erworben. Es handelt sich um eine gängige Zuchtlinie („Experiment“-Mäuse) sowie um eine Zuchtlinie mit größeren und aggressiveren Tieren („Aggressor“-Maus). Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Tübingen (Nr. 1216, 1219, 1195) genehmigt. Nach Ankunft werden alle Mäuse zunächst eine Woche lang einzeln gehalten.

Bei einigen Mäusen wird zunächst unter Narkose ein Herzfrequenzmessgerät in die Bauchhöhle einoperiert, das auch die Bewegungsaktivität misst. Dazu wird der Bauch aufgeschnitten. Zwei Elektroden werden von dem Gerät unter der Haut bis in der Nähe des Schlüsselbeins bzw. der Rippe verlegt. Der Bauch wird wieder zugenäht.

Eine Woche später starten die Experimente. Dies ist der Zeitpunkt „Tag 1“, an dem jeweils 4 „Experiment“-Mäuse 19 Tage lang mit einer „Aggressor“-Maus in einem Käfig gehalten werden. Während dieser Zeit stehen die „Experiment“-Mäuse unter ständigem Stress, da die „Aggressor“-Maus permanent die „Experiment“-Mäuse durch ihr aggressives Verhalten unterdrückt und somit psychosozialer Stress ausgelöst werden soll (rangniedere Kolonie-Haltung). Damit sich die jeweils zusammen gehaltenen Mäuse nicht aneinander gewöhnen, werden die „Experiment“-Mäuse nach 8 und 15 Tagen zu einer neuen, fremden Aggressor-Maus in den Käfig gesetzt, damit das Stresslevel nicht abflaut.

Nach 20 Tagen werden zwei Gruppen mit 14 bzw. 16 Tieren nach CO2-Betäubung geköpft, um Herz, Torso-Blut, Nebennieren, Thymus und Gewebe zu entnehmen, mit denen verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden.

Mit den 31 „Experiment“-Mäusen wird nach 19 Tagen rangniederer Kolonie-Haltung der „Open field / Novel object“-Test (Offenes Feld / neues Objekt) gemacht. Die Maus wird mit einem Objekt in eine Kiste gesetzt und es wird beobachtet, ob sie das Objekt neugierig beschnuppert oder sich eher ängstlich an den Wänden aufhält. Am nächsten Tag nach diesem Test werden 8 der „Experiment“-Mäuse in einen Käfig gesetzt, in dem sie durch eine Plexiglasscheibe von der „Aggressor“-Maus getrennt sind, diese aber sehen, riechen und hören können. Bei einer weiteren Gruppe von 8 Tieren erfolgt die Trennung mit einer undurchsichtigen Trennscheibe, so dass sie die „Aggressor“-Maus riechen und hören, aber nicht sehen können. Die letzte Gruppe von 9 Tieren wird einzeln gehalten ohne jeglichen Kontakt zu einer „Aggressor“-Maus.

In dieser Zeit, also ab Tag 20, wird die Herzfrequenz aller „Experiment“-Mäuse aufgezeichnet, bis sie an Tag 49 dem SPAT (Soziale Präferenz und Vermeidungstest) unterzogen werden. Dazu werden die „Experiment“-Mäuse in eine Kiste mit einem Drahtkäfig mit einer unbekannten „Aggressor“-Maus gesetzt. Die Bewegungen der „Experiment“-Maus werden aufgezeichnet und ausgewertet. Langes Verweilen weit ab vom Käfig in den Ecken soll auch hier ein Zeichen für soziale Ängste sein. An Tag 50 werden auch diese Mäuse nach CO2-Betäubung geköpft, um Herz, Torso-Blut, Gehirn, Nebennieren, Thymus und Gewebe zu entnehmen, mit denen verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden.

Die Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

Bereich: Stressforschung, Psychologie, Psychiatrie, Verhaltensforschung

Originaltitel: Sensory contact to the stressor prevents recovery from structural and functional heart damage following psychosocial trauma

Autoren: Sandra Foertsch (1), Ina Lackner (2), Birte Weber (1), Andrea M. Füchsl (1), Dominik Langgartner (1), Eva Wirkert (1), Sebastian Peters (3), Giorgio Fois (4), Jochen Pressmar (2), Jörg M. Fegert (5), Manfred Frick (4), Harald Gündel (6), Miriam Kalbitz (2), Stefan O. Reber (1)*

Institute: (1) Sektion Molekulare Psychosomatik, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsklinikum Ulm, Albert-Einstein-Alle 23, 89081 Ulm, (2) Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Ulm, (3) Klinik und Poliklinik für Neurologie, Universitätsklinikum Regensburg, Regensburg, (4) Institut für Allgemeine Physiologie, Universität Ulm, Ulm, (5) Kinder- und Jugendpsychiatrie / Psychotherapie, Universitätsklinikum Ulm, Ulm, (6) Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsklinikum Ulm, Ulm

Zeitschrift: Brain, Behavior, and Immunity 2019; 80: 667-677

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5039



Dokument 246Titel: Die Nervenfelder über der harten Hirnhaut im Bereich der Sehrinde besitzen hohe funktionelle Spezifität bei Einzelprozessen
Hintergrund: Es soll herausgefunden werden, ob Nervensignale, die über die harte Hirnhaut aufgenommen werden, ähnlich gute Aussagekraft gegenüber denen haben, die von Elektroden unter der Hirnhaut gemessen werden.
Tiere: 3 Affen (Rhesusaffen)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Es werden 3 männliche Rhesusaffen im Alter von 13, 11 und 11 Jahren ungenannter Herkunft verwendet. Betont wird, dass die Affen an die Laborprozesse gewöhnt sind und bereits bei vielen anderen Projekten eingesetzt wurden.

Unter Narkose wird eine aus Acrylzement geformte Kappe mit Schrauben auf dem Schädel der Affen verankert. Die Kappe dient als Halter für einen Stecker und einen Kopfhalter. Nach der Operation werden die Affen „trainiert“ bestimmte Verhaltensweisen auszuführen. Es wird nicht erwähnt, aber üblicherweise werden die Affen für die Experimente in einem sogenannten Primatenstuhl fixiert, in dem ihr Kopf mit Hilfe des Haltebolzens über die gesamte Zeit eines Versuchs bewegungsunfähig gehalten wird.

Die Affen müssen mit den Augen einen Punkt auf einem Monitor anstarren und einen Schalter drücken. Dann erscheint an variablen Stellen des Bildschirms ein sich bewegender Balken. Der Affe darf den Blick nicht von dem Punkt wegbewegen. Verschwindet der Balken, muss das Tier den Schalter loslassen. In einem weiteren Versuch muss der Affe einen Punkt fixieren, während auf dem Bildschirm bunte Buchstaben erscheinen. Verdunkelt sich der Punkt, muss der Affe den Schalter loslassen. Die Augenbewegungen werden mit einem Video-Okulargerät aufgezeichnet, einer Art großen Brille, die die Bewegungen des Auges verfolgt.

Erwähnt wird, dass die Affen bei Ausführung der gewünschten Verhaltens Wasser oder verdünnten Fruchtsaft erhalten. Nicht erwähnt wird, dass üblicherweise die Affen über einen gewissen Zeitraum vor den Experimenten nichts zu trinken erhalten, damit sie genügend durstig sind, um die Aufgaben nach Willen der Forscher zu erfüllen.

Haben die Tiere die Aufgabe gelernt, erfolgt in einer zweiten Operation eine Schädelöffnung am Hinterkopf mit einem Ultraschallschneider. Es wird ein Stück Schädelknochen herausgeschnitten und ein Elektroden-Array (Platte mit mehreren Elektroden) wird auf die harte Hirnhaut aufgebracht, ohne sie zu durchdringen. Ein Kabel führt von den Elektroden durch ein gebohrtes Loch durch die Schädeldecke zu der Kappe. Das Schädelknochenstück wird wieder eingesetzt und mit eine Titanplatte, Knochenzement und Knochenschrauben fixiert. Ein Rahmen wird zudem in der Schädeldecke verankert, welcher als Halterung für eine Schutzhülle für den Stecker dient. Zudem werden an der Stirnseite Gegenelektroden in nicht näher beschriebener Weise implantiert.

Der eine Affe kann sich 2, der andere 5 und der dritte Affe 18 Wochen erholen, bevor sie für die Experimente eingesetzt werden. Die Affen müssen die antrainierten Verhaltensweisen ausführen, während über die auf der harten Hirnhaut liegenden Elektroden Nervenströme gemessen werden. Die Daten werden in verschiedenen Sitzungen über einen Zeitraum von bis zu mehreren Wochen gesammelt. Was danach mit den Affen passiert, ist nicht beschrieben.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, der Zentralen Forschungsförderung und der Creative Unit I-SEE der Universität Bremen sowie einem Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert.

Bereich: Hirnforschung, Neurophysiologie

Originaltitel: Visual epidural field potentials possess high functional specificity in single trials

Autoren: Benjamin Fischer (1*), Andreas Schander (2), Andreas K. Kreiter (1), Walter Lang (2), Detlef Wegener (1)*

Institute: (1) Institut für Hirnforschung, Zentrum für Kognitionswissenschaften, Universität Bremen, Hochschulring 16a, 28359 Bremen, (2) Institut für Mikrosensoren, -aktoren und -systeme (IMSAS), Universität Bremen, Bremen

Zeitschrift: bioRxiv; 2019; 122(4): 1634-1648

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5038



Dokument 247Titel: Erhöhte Aktivität der Pyramidenzellen im infralimbischen Kortex steuert das Angstverhalten
Hintergrund: Untersucht wird, wie die Erregung bestimmter Nervenzellen im Gehirn eine Angstreaktion auslösen kann.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW genehmigt. Genmanipulierte Mäuse, die unterschiedliche genetische Veränderungen aufweisen, werden vom Jackson Laboratory (Bar Habour, Maine, USA), der University of California, San Francisco, USA, sowie vom Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin (Göttingen), bezogen.

3-6 Monate alte, gentechnisch veränderte Mäuse werden mit einem Narkosemittel betäubt. Mittels einer Glaspipette wird ein Gemisch in verschiedene Hirnbereiche gespritzt, welches dazu führt, dass die Nervenzellen erregt werden, wenn diese mit Licht bestrahlt werden. Über einem Bohrloch wird ein Keramikring in die Schädeldecke über den zu untersuchenden Gehirnbereich eingesetzt, durch den ein (Licht leitendes) Fiberglasstück gesteckt wird, welches mit dem Keramikring verbunden ist. An diesen Ring kann ein Glasfaserkabel angeschlossen werden, welches den Lichtreiz in die betreffenden Gehirnregionen leitet. Nach dieser Operation wird den Mäusen ein Schmerzmittel gespritzt, sie werden von da ab in Einzelkäfigen gehalten. Ein Mittel, welches die Nervenaktivität anfärbt, wird ein paar Tage vor den Verhaltensexperimenten mittels einer Glaspipette direkt in 3 Gehirnregionen gespritzt.

Dann werden die Mäuse 3 Angst-/Stresstests unterzogen und ihr Verhalten dokumentiert. Eine Maus wird auf ein erhöhtes Labyrinth („Elevated Plus Maze“) gesetzt, in dem sich geschlossene und offene Bereiche befinden. Mäuse fürchten sich von Natur aus vor offenen Flächen - je mehr Zeit ein Tier in den „sicheren“, geschlossenen Bereichen verbringt, als desto ängstlicher gilt es. Vor dem Versuch wird das Schädel-Gehirn-Implantat mit einem Glasfaserkabel verbunden und die Gehirnzellen mit Licht aktiviert. So soll untersucht werden, ob die Aktivität bestimmter Nervenzellen einen angsterhöhenden oder angsterniedrigenden Effekt hat. Hier müssen 42% der Mäuse von den Ergebnissen ausgeschlossen werden, da diese wiederholt von den offenen Stellen des Versuchsaufbaus herunterfallen.

Beim Open-Field-Test wird das Tier in eine Kiste mit einer hell erleuchteten Fläche gesetzt. Je länger es sich an den umgebenden „sicheren“ Wänden aufhält, als desto ängstlicher gilt es. Auch hier werden Lichtreize durch das Schädelimplantat in das Gehirn geleitet. Für den „Novelty-suppressed-feeding“-Test müssen die Mäuse für 24 Stunden hungern. Das Schädel-Implantat wird mittels Glasfaserkabel verbunden und die Maus in das Feld gesetzt, in dessen Mitte ein Futterpellet liegt. Je früher sich die Maus in die „ungeschützte“ Mitte des Kreises wagt und zu fressen anfängt, als umso weniger ängstlich gilt sie.

90 Minuten nach Beendigung der Verhaltensexperimente werden die Mäuse mittels einer gespritzten Überdosis Narkosemittel getötet und die Gehirne für Analysen entnommen.

Die Studie wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Bereich: Angstverhaltensforschung, Hirnforschung, Neurophysiologie

Originaltitel: Enhanced activity of pyramidal neurons in the infralimbic cortex drives anxiety behaviour

Autoren: Laura Berg (1), Josephine Eckardt (2), Olivia Andrea Masseck (1,3)*

Institute: (1) Hochauflösende Fluoreszenzmikroskopie, Fakultät für Biologie und Biotechnologie, Universitätsstr. 150, Gebäude ND, Ruhr-Universität Bochum, 44801Bochum, (2) Abteilung für Systemische Neurowissenschaften, Ruhr-Universität Bochum, Bochum, (3) Synthetische Biologie, Universität Bremen, Bremen

Zeitschrift: PLOS ONE; 2019; e0210949

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5037



Dokument 248Titel: Aufgabenspezifische, dimensionsbasierte Aufmerksamkeitsgestaltung von Bewegungsrichtungs-Prozessen im Mediotemporallappen von Affen
Hintergrund: Es soll herausgefunden werden, ob die Nervenaktivität in einem bestimmten Hirnbereich erhöht ist, wenn die Aufmerksamkeit auf die Wahrnehmung einer Bewegung konzentriert ist.
Tiere: 2 Affen (Rhesusaffen)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Zwei männliche Rhesusaffen, deren Herkunft nicht beschrieben ist, werden zunächst „trainiert“, bis sie die Experimente kennen und korrekt ausführen. Danach wird unter Narkose eine Vorrichtung als Kopfhalter sowie eine Elektrodenkammer auf dem Schädel implantiert. Diese werden mit Knochen- und Zahnzement sowie Schrauben auf dem Schädelknochen fixiert. Die Elektrodenkammer wird über ein Bohrloch im Schädelknochen über einer bestimmten Hirnregion montiert, von der aus Elektroden in das Gehirngewebe eingeführt werden können. Die Affen können sich 6 Wochen erholen, bevor sie für die Experimente eingesetzt werden.

Die Augenbewegungen werden mit einem nicht näher beschriebenen Blickerfassung-Gerät aufgezeichnet. Für die Experimente werden die Affen in einem sogenannten Primatenstuhl fixiert, in dem ihr Kopf mit Hilfe des Haltebolzens über die gesamte Zeit eines Versuchs bewegungsunfähig gehalten wird.

Die Affen müssen mit den Augen einen Punkt auf einem Bildschirm anstarren und einen Schalter drücken, wenn sie eine Veränderung in der Geschwindigkeit oder Farbveränderung des Punktes erkennen. Dabei dürfen sie sich nicht von anderen auf dem Bildschirm auftretenden Ereignissen ablenken lassen.

Nicht erwähnt wird das System, mit dem die Affen dazu gebracht werden, bei dem Versuch „mitzuarbeiten“: üblicherweise erhalten diese über einen gewissen Zeitraum vor den Experimenten nichts zu trinken und während der Versuche bei einer gewünschten Durchführung einer Verhaltensweise ein paar Tropfen Wasser verabreicht. Haben die Affen die Aufgaben gelernt, werden durch die implantierte Kammer Elektroden in das Hirngewebe eingelassen, um Nervenaktivitäten in einem bestimmten Bereich zu messen. Was danach mit den Affen passiert, wird nicht beschrieben.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, zwei zentrale Forschungsförderung-Zuwendungen der Universität Bremen sowie einem Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert.

Bereich: Hirnforschung, Neurophysiologie

Originaltitel: Task-specific, dimension-based attentional shaping of motion processing in monkey area MT

Autoren: Bastian Schledde, F. Orlando Galashan, Magdalena Przybyla, Andreas K. Kreiter, Detlef Wegener*

Institute: Institut für Hirnforschung, Zentrum für Kognitionswissenschaften, Universität Bremen, Hochschulring 16a, 28359 Bremen

Zeitschrift: Journal of Neurophysiology; 2017; 118(3): 1542-1555

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5036



Dokument 249Titel: Durch kleine Moleküle vermittelter chemischer Abbau von MuRF1/MuRF2 und Abschwächung der Funktionsstörung des Zwerchfells bei chronischem Herzversagen
Hintergrund: Die Wirksamkeit einer Substanz gegen Funktionsstörungen des Zwerchfells nach einem Herzinfarkt bei Menschen wird an Mäusen mit abgebundenen Herzkranzgefäßen erprobt.
Tiere: 85 Mäuse
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden durch die Landesbehörde Sachsen (TVV 36/15) genehmigt. Da die Universität Leipzig auch als genehmigende Behörde angegeben ist, ist es zu vermuten, dass die Versuche in Leipzig durchgeführt wurden.

Es werden 85 weibliche Mäuse im Alter von 12 Wochen verwendet. Die Herkunft der Tiere ist nicht erwähnt. Unter Narkose wird bei den Mäusen der Brustkorb aufgeschnitten, um das Herz freizulegen. Bei 70 Mäusen wird ein Herzkranzgefäß, das einen Teil des Herzens mit Blut versorgt, abgebunden, sodass kein Blut mehr hindurchfließen kann, um so einen Herzinfarkt nachzubilden. 15 Mäuse dienen als Kontrolle. Ihr Brustkorb wird aufgeschnitten, aber die Blutgefäße werden nicht abgebunden.

Eine Woche nach dem operativen Eingriff wird bei den Mäusen unter Narkose eine Herz-Ultraschall-Untersuchung durchgeführt. Bei 23 der 70 Tiere, deren Blutgefäßen abgebunden wurden, beobachtet man eine mehr als 80 %ige Reduktion der normalen Herzfunktion. Herz und Lunge sind vergrößert. Nur diese Tiere (Herzinfarkt Gruppe) und die 15 Kontrolltiere werden weiter analysiert. Das Schicksal der restlichen 47 Mäuse wird nicht erwähnt. In den nächsten 9 Wochen bekommen die Kontrolltiere und 11 Tiere der Herzinfarkt-Gruppe normales Futter. Die restliche 12 Mäuse der Herzinfarkt-Gruppe bekommen in dieser Zeit eine Testsubstanz in ihr Futter. Am Ende der neunten Woche werden die Tiere wieder in Narkose gelegt und ihre Herzfunktion wird analysiert. Danach werden die Mäuse auf unbekannte Weise getötet und ihre Herzen und Zwerchfelle für weiteren Analysen entnommen.

Diese Arbeit wurde von der Fondation Leducq, der EU Initiative Horizon 2020, AFBS (A Foundation for Building Strength) und der Wilhelm-Müller-Stiftung Mannheim finanziell unterstützt.

Bereich: Herz-Kreislauf-Forschung, Herz-Kreislauf-Chirurgie, Pharmakologie

Originaltitel: Small-molecule-mediated chemical knock-down of MuRF1/MuRF2 and attenuation of diaphragm dysfunction in chronic heart failure

Autoren: Volker Adams (1)*, T. Scott Bowen (2), Sarah Werner (3), Peggy Barthel (1), Christina Amberger (3), Anne Konzer (4,5), Johannes Graumann (4,5), Peter Sehr (6), Joe Lewis (6), Jan Provaznik (6), Vladimir Benes (6), Petra Büttner (3), Alexander Gasch (7), Norman Mangner (1), Christian C. Witt (7), Dittmar Labeit (7,8) Axel Linke (1), Siegfried Labeit (7,8)

Institute: (1) Labor für experimentelle und molekulare Kardiologie, Technische Universität Dresden, Herzzentrum Dresden, Fetscherstr. 74, 01307 Dresden, (2) School of Biomedical Sciences, University of Leeds, Leeds, UK, (3) Klinik und Poliklinik für Kardiologie, Universitätsklinikum Leipzig, Herzzentrum Leipzig, Leipzig, (4) Scientific Service Group Biomolecular Mass Spectrometry, Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung, Bad Nauheim, (5) Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), Standort RheinMain, Rhein-Main, (6) European Molecular Biology Laboratory, Heidelberg, (7) Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, Heidelberg, (8) Myomedix GmbH, Neckargemünd

Zeitschrift: Journal of Cachexia, Sarcopenia and Muscle 2019; 10(5): 1102-1115

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5035



Dokument 250Titel: Renin-Zellen mit defektem Gsa/cAMP-Signal tragen zur Schädigung des Nierenendothels bei
Hintergrund: Es wird an Mäusen untersucht, ob die künstliche Entfernung von wichtigen Signalmolekülen und Hormonen in den Nieren zu Nierenschädigungen führt.
Tiere: 27 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden durch die Landesdirektion Sachsen genehmigt. Ein Teil der Tiere stammt aus institutseigener Zucht und ein Teil wird von der Versuchstierzucht Jackson Laboratory (unerwähnter Standort) bezogen. Die Tiere werden gentechnisch verändert, sodass sie bestimmte Nierenzellen oder ein wichtiges Protein in der Niere nicht produzieren können. Die 8 bis 12 Wochen alte Mäuse bekommen erst für 18 Tage im Wasser und dann noch ca. 2,5 Monate mit dem Futter ein Antibiotikum, das die Wirkung der genetischen Veränderungen stimuliert. Einen Monat nach Beginn des Experiments (der erste Tag der Antibiotikagabe) wird unter Narkose eine Niere operativ entfernt. Dazu wird die Flanke der Mäuse aufgeschnitten. Zwei Monate nach der Operation wird eine Spritze in das Herz der Tiere gestochen, um Blut zu entnehmen, gleichzeitig wird eine Kochsalzlösung in ihr Herzen injiziert, das die Tiere tötet.

Diese Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Graduiertenakademie der TU Dresden finanziell gefördert.

Bereich: Nierenforschung, Nierenphysiologie

Originaltitel: Renin cells with defective Gsa/cAMP signaling contribute to renal endothelial damage

Autoren: Anne Steglich (1), Friederike Kessel (1), Linda Hickmann (1), Michael Gerlach (1, 2), Peter Lachmann (1, 3), Florian Gembardt (1), Mathias Lesche (4), Andreas Dahl (4), Anna Federlein (5), Frank Schweda (5), Christian P. M. Hugo (1), Vladimir T. Todorov (1)*

Institute: (1) Abteilung für Nephrologie/Dialyse, Medizinische Klinik und Poliklinik III, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Fetscherstr. 74, 01307 Dresden, (2) Core Facility Cellular Imaging (CFCI), Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Dresden, (3) Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Dresden, (4) Dresden-concept Genome Center, Center for Molecular and Cellular Bioengineering (CMCB), Technische Universität Dresden, Dresden, (5) Institut für Physiologie, Universität Regensburg, Regensburg

Zeitschrift: Pflügers Archiv - European Journal of Physiology 2019; 471(9): 1205-1217

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5034



Dokument 251Titel: Bewertung von topografisch und chemisch modifizierten TiAl6V4-Implantatoberflächen in einem gewichtsbelasteten intramedullären Femurmodell bei Kaninchen
Hintergrund: Drei verschiedene Beschichtungen von Knochen-Titanimplantaten werden an Kaninchen getestet.
Tiere: 54 Kaninchen (Weiße Neuseelandkaninchen)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Tierversuche werden von einer Behörde unter der Nummer 24-9168.11-1/2010-32 genehmigt.

Es werden 54 männliche Kaninchen im Alter von 12 Wochen aus der Versuchstierzucht Charles River Laboratories, Sulzfeld, verwendet. Den Kaninchen werden unter Narkose Haut und Muskeln am Knie aufgeschnitten und ein Loch wird vom Knie aus in den Oberschenkelknochen gebohrt. Durch diesen wird ein Metalldraht in die Markhöhle des Oberschenkelknochens getrieben. Das Loch wird nun mithilfe eines langen Bohrers auf 4,5 mm Durchmesser erweitert. Die Kaninchen werden in drei Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe erhält ein zylindrisches Titanimplantat mit unterschiedlicher Beschichtung in das Loch gesteckt. Die Wunde wird verschlossen und ein Röntgenbild von der operierten Stelle gemacht. Nach 3, 6 oder 12 Wochen werden jeweils einige Kaninchen unter Narkose mit einem Gift getötet. Ihre Oberschenkelknochen werden für weiteren Analysen entnommen.

Diese Arbeit wurde von Waldemar Link GmbH & Co KG finanziell unterstützt.

Bereich: Biomaterial-Forschung, Knochenchirurgie

Originaltitel: Evaluation of topographical and chemical modified TiAl6V4 implant surfaces in a weight-bearing intramedullary femur model in rabbit

Autoren: Henriette Bretschneider (1, 2), Jan Mettelsiefen (1), Claudia Rentsch (1, 2), Michael Gelinsky (2), Helmut D. Link (3), Klaus-Peter Günther (1), Anja Lode (2)*, Christine Hofbauer (1)

Institute: (1) UniversitätsCentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Dresden, (2) Zentrum für translationale Knochen-, Gelenk- Und Weichgewebeforschung, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Fetscherstr. 74, 01307 Dresden, (3) Waldemar Link GmbH & Co. KG, Hamburg

Zeitschrift: Journal of Biomedical Materials Research 2019; DOI: 10.1002/jbm.b.34463

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5033



Dokument 252Titel: 3D-geplottete zweiphasige Knochengerüste zur Bestimmung des Wachstumsfaktors: Biologische Charakterisierung in vitro und in vivo
Hintergrund: Um die Eignung von 3 Materialien als Füllung bei Knochenschäden zu vergleichen, werden diese an Ratten getestet.
Tiere: 12 Ratten
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Tierversuche werden von der zuständigen Behörde (Land Sachsen, TVV 2014/25) genehmigt.

Es werden 12 männliche Wistar-Ratten benutzt, die aus der Versuchstierzucht Janvier Inc., Frankreich, stammen. Den Tieren wird unter Narkose das Fell vom rechten Hinterbein rasiert und es wird ein 3 cm langer Schnitt in die Haut gemacht. Die Schenkelmuskeln werden zur Seite präpariert, um den Oberschenkelknochen freizulegen. Eine Metallplatte mit 5 Löchern wird mithilfe von vier 6 mm langen Schrauben an den Knochen geschraubt. In der Mitte der Platte wird durch das 5. Loch ein 5 mm tiefes Loch in den Knochen gebohrt. Die Ratten werden in 3 Gruppen eingeteilt und jede Gruppe erhält in dieses Knochenloch eine Füllung aus unterschiedlichen Materialien. Danach werden die Muskeln und die Haut zugenäht. Bei 4 Tieren misslingt die Fixierung durch die Metallplatte und sie werden 4 oder 8 Wochen nach der Operation getötet. Die restlichen Tiere werden 12 Wochen nach der Operation betäubt und durch Kohlendioxid-Begasung getötet und ihre Oberschenkelknochen werden für weitere Analysen entnommen.

Diese Arbeit wurde vom Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, Sachsen (4-7531.60/29/24) und von der „Support the best“ Maßnahme der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder finanziell unterstützt.

Bereich: Biomaterial-Forschung

Originaltitel: 3D plotted biphasic bone scaffolds for growth factor delivery: biological characterization in vitro and in vivo

Autoren: Tilman Ahlfeld (1), Felix Paul Schuster (1), Yvonne Förster (1,2), Mandy Quade (1), Ashwini R. Akkineni (1), Claudia Rentsch (1,2), Stefan Rammelt (2), Michael Gelinsky (1)*, Anja Lode (1)*

Institute: (1) Zentrum für translationale Knochen-, Gelenk- und Weichgewebeforschung, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Fetscherstr. 74, 01307 Dresden, (2) UniversitätsCentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Dresden

Zeitschrift: Advanced Healthcare Materials 2019; 8(7): e1801512

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5032



Dokument 253Titel: Lerndefizite bei Ratten, die den Dopamin-Transporter überexprimieren
Hintergrund: Die Auswirkungen eines gestörten Dopaminspiegels auf das Gedächtnis und die Hirnanatomie werden an Ratten untersucht. Dabei ist seit langem bekannt, dass Dopaminstörungen zu Lern- und Gedächtnisstörungen bei Menschen führen.
Tiere: 27 Ratten
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden durch das Land Sachsen genehmigt und an der Technische Universität Dresden durchgeführt. Es werden normale und gentechnisch veränderte Ratten verwendet, die ein Protein in unnatürlich großen Mengen produzieren, das den Neurotransmitter Dopamin in die Zellen transportiert. Die Tiere stammen aus institutseigener Zucht. Im Alter von ca. 2,5 Monaten werden die Ratten 3 Mal (alle 6 Stunden) mit einer Substanz gespritzt, die neu gebildete Zellen markiert. 4 bis 6 Wochen danach werden die Tiere einzeln 6 Verhaltensversuchen ausgesetzt.

1. Morris-Wasserlabyrinth: Eine Ratte wird in einen großen Pool gesetzt, indem sich eine kleine Plattform 1 cm unter dem Wasserspiegel befindet. Das Wasser wird durch einen Farbstoff weiß gefärbt, damit die Tiere die Plattform nicht sehen können. Die Ratte muss schwimmen, bis sie die Plattform gefunden hat. Nach 5 Sekunden wird sie wieder ins Wasser gesetzt. Das Ganze wiederholt sich 4 Mal pro Tag, je von einer anderen Ecke des Pools, für insgesamt 4 Tage. Am fünften Tag wird die Plattform entfernt und die Tiere suchen sie 60 Sekunden lang. Schwimmt die Ratte verstärkt an der Stelle, an der sich vorher die Plattform befunden hat, wird das als gute Gedächtnisleistung gewertet.

2. Umgekehrte Diskriminierung: Dabei wird das Gedächtnis ähnlich wie beim Morris Wasserlabyrinth in einem T-förmigen Pool getestet. Die Ratten müssen nach einer Plattform suchen, die sich unter dem Wasserspiegel entweder im linken oder im rechten Arm des Pools befindet.

3. Radial Maze: Zwei Tage vor dem Versuch bekommen die Tiere weniger Futter, sodass sie bis zu 20 % des Körpergewichts verlieren. An den ersten 3 Versuchstagen wird eine Ratte in der Mitte einer Plattform mit 8 Armen platziert, am Ende von jedem gibt es einen Schoko-Chip. An den Tagen 4 bis 8 sind nur in 3 der Arme Schoko-Chips versteckt. Die Suchstrategie jeder Ratte wird 10 Minuten beobachtet.

4. Test im freien Gelände: Eine Ratte wird in der Mitte eines Kastens gesetzt und 10 Minuten lang beobachtet. Da Ratten Angst vor offenen Fläche haben, gleichzeitig aber gerne neue Gelände erkunden, wird registriert, wie viel Zeit sie neben den Wänden (was auf Angst hindeuten soll) und wie viel Zeit sie eher im Zentrum des Kastens verbringen (was auf Neugier hindeuten soll).

5. Erkennen von neuen Objekten: Eine Ratte wird in einen Kasten mit 2 Objekten verschiedener Form und Farbe gesetzt. Das Tier kann den Kasten und die Objekte 5 Minuten erkunden. Am nächsten Tag wird ein Objekt durch ein neues ersetzt. Es wird registriert, wie lange sich das Tier mit dem Objekt beschäftigt.

6. Zuckerkonsum-Test: Die Ratten werden 30 Minuten lang in einen Käfig gesetzt, indem sich eine Flasche mit gesüßter Kondensmilch befindet. Dann bekommen die Tiere für 24 Stunden eine reduzierte Futtermenge. Am Tag darauf werden die Tiere wieder in den Käfig mit der Kondensmilch gesetzt und es wird registriert, wie viel Kondensmilch jedes Tier zu sich nimmt.

Nachdem die Ratten alle Versuche durchlaufen haben, werden sie durch Injektion von Formaldehyd ins Herz getötet. Ihre Gehirne werden für weitere Analysen entnommen.

Diese Arbeit wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziell unterstützt.

Bereich: Neurologie, Hormonforschung, Verhaltensforschung

Originaltitel: Learning deficits in rats overexpressing the dopamine transporter

Autoren: Nadine Bernhardt (1), Maike K. Lieser (1), Elizabeth-Barroeta Hlusicka (1,2), Bettina Habelt (1,2), Franziska Wieske (1,2), Henriette Edemann-Callesen (1,2,3), Alexander Garthe (4), Christine Winter (1,2)*

Institute: (1) Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Fetscherstr. 74, 01307 Dresden, (2) Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Charité Mitte, Charitéplatz 1, 10117 Berlin, (3) International Graduate Program Medical Neurosciences, Charité Universitätsmedizin Berlin, Berlin, (4) Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, Dresden

Zeitschrift: Scientific Reports 2018; 8: 14173. DOI: 10.1038/s41598-018-32608-7

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5031



Dokument 254Titel: Verschluss von Knochendefekten unkritischer Größe mit Knochenstaub oder Knochenersatzmaterial (bioaktives Glas S53P4)
Hintergrund: Die Wirksamkeit von zwei Substanzen, die das Knochenwachstum nach Verletzungen stimulieren sollen, wird bei Schafen untersucht und verglichen.
Tiere: 13 Schafe (Merinoschafe)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von dem Regierungspräsidium Dresden (Aktenzeichen: 24 (D)-9168.11–1/2013–17) genehmigt.

Es werden dreizehn 7 Jahre alte weibliche Merinoschafe verwendet. Die Tiere stammen von einem lokalen Züchter (Theinert, Canitz). Die Tiere werden im Tierexperimentellen Zentrum Dresden unterbracht. Am Tag des operativen Eingriffs werden die Tiere in Narkose gelegt, ihre Köpfe werden geschoren, und die Haut und darunterliegendes Gewebe aufgeschnitten, um den Schädel freizulegen. In den Schädel werden drei kreisförmige Löcher mit einem Durchmesser von 10 mm und einer Tiefe von 4 mm gebohrt. Das erste Loch wird leer gelassen, das zweite wird mit Knochenstaub aus dem Schädelknochen des jeweiligen Tieres und das dritte mit bioaktivem Glasgranulat gefüllt. Eine Silikonplatte wird auf dem Schädel gelegt und die Haut darüber zugenäht. Zwei Wochen nach der Operation wird den Schafen eine Substanz, die neu gebildeten Knochen markiert, an mehreren Stellen des Rückens gespritzt. Drei Wochen nach dem operativen Eingriff werden die Tiere unter Narkose durch Injektion eines Tötungsmittels getötet, ihre Schädel werden für weitere Analysen entnommen.

Bereich: Knochenchirurgie, Biomaterial-Forschung

Originaltitel: The obliteration of noncritical size bone defects with bone dust or bone replacement material (bioactive glass S53P4)

Autoren: Anne Kluge (1), Marcus Neudert (1), Christiane Kunert-Keil (1), Susen Lailach (1), Thomas Zahnert (1), Max Kemper (1)*

Institute: (1) Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, Technische Universität Dresden, Fetscherstr. 74, 01307 Dresden

Zeitschrift: Otology & Neurotology 2019; 40(4): e415–e423

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5030



Dokument 255Titel: Lokalisation exogener mesenchymaler Stammzellen in einem Schweinemodell für Lungentransplantation
Hintergrund: Es soll an Schweinen untersucht werden, ob der Einsatz mesenchymaler Stammzellen sich bei einer Lungentransplantation positiv auswirkt. Hierzu gibt es bereits fortgeschrittene Studien am Menschen, wie die Autoren selbst beschreiben.
Tiere: 8 Schweine
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Woher die Tiere stammen, wird nicht erwähnt. Für die Lungentransplantationsversuche werden 4 „Spender-Schweine“ und 4 „Empfänger-Schweine“ eingesetzt. Die Spender-Schweine werden vor dem Versuch medikamentös behandelt, dann betäubt und künstlich beatmet. Es wird ein Herzflimmern erzeugt, woran die Tiere sterben, anschließend werden sie noch 3 Stunden lang weiter künstlich beatmet (solange ihre Körper noch warm sind). 10 Minuten vor Ende der künstlichen Beatmung werden den Tieren MSCs (mesenchymale Stammzellen), die menschlichen Patienten aus dem Brustbein entnommen wurden, auf zwei verschiede Arten verabreicht: Als Infusion in die Blutbahn oder per Inhalation als Aerosol über die künstliche Beatmung.

Die Lungen der Spender-Schweine werden mit einer Lösung gespült und verbleiben bis zur Transplantation weitere 3 Stunden in den toten Tieren. Währenddessen werden die Empfänger-Schweine für die anstehende Transplantation vorbereitet. Unter Betäubung wird der Brustkorb geöffnet und der linke Lungenflügel entfernt. Die linken Spenderlungen werden in die Empfänger-Schweine transplantiert. Die Schweine werden noch 4 Stunden am Leben erhalten und dann getötet. Die Lungen werden entnommen und untersucht.

Die Studie wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.

Bereich: Transplantationsmedizin, Lungenforschung

Originaltitel: Localization of exogenous mesenchymal stem cells in a pig model of lung transplantation

Autoren: Tanja Piatkowski (1), Christina Brandenberger (1,2), Parwis Rahmanian (3), Yeong-Hoon Choi (3), Mohamed Zeriouh (3), Anton Sabashnikov (3), Thorsten Wittwer (3), Thorsten C. W. Wahlers (3), Matthias Ochs (1,2,4), Christian Mühlfeld (1,2,4)*

Institute: (1)* Institut für Funktionelle und Angewandte Anatomie, Medizinische Hochschule Hannover, Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover, (2) Exzellenzcluster REBIRTH (Von Regenerativer Biologie zu Rekonstruktiver Therapie), Hannover, (3) Klinik und Poliklinik für Herz- und Thoraxchirurgie, Herzzentrum, Universität zu Köln, Köln, (4) Biomedical Research in Endstage and Obstructive Lung Disease Hannover (BREATH), Mitglied des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL), Hannover

Zeitschrift: The Thoracic and Cardiovascular Surgeon 2018; 66(1): 63-70

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5029



Dokument 256Titel: Erythropoietin begünstigt Netzwerkbildung von transplantierten Fettgewebe-abstammenden mikrovaskulären Fragmenten
Hintergrund: Beim Tissue Engineering, also der Bildung von Gewebe im Reagenzglas ist es wichtig, dass Blutgefäße einwachsen. Hier soll untersucht, ob das Hormon Erythropoietin eine positive Auswirkung auf die Neubildung von Blutgefäßen hat, die über Fettgewebe Mäusen implantiert werden.
Tiere: 57 Mäuse
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Verbraucherschutz, Abteilung C Lebensmittel- und Veterinärwesen, Saarbrücken, genehmigt (Referenznummer 08/2015). Die Mäuse stammen aus der hausinternen Zucht des Instituts für Klinisch-Experimentelle Chirurgie der Universität des Saarlandes. Es werden sowohl Wildtyp-Mäuse (genetisch nicht verändert) eingesetzt, als auch gentechnisch veränderte Mäuse, deren Zellen über grüne Fluoreszenz sichtbar gemacht werden können. Alle Mäuse werden einzeln in Käfigen gehalten (Mäuse sind hochsoziale Rudeltiere).

Um Fettgewebe zu gewinnen, werden 12 Mäuse im Alter von 11 Wochen unter Narkose getötet. Aus den Fettzellen werden die feinen Blutgefäße isoliert und ein Teil davon mit Erythropoietin kultiviert. Erythropoietin ist ein körpereigenes Hormon, dessen Wirkung auf die Blutgefäße hier untersucht werden soll.

24 Mäuse werden Rückenhautkammern implantiert. Rückenhautkammern werden seit langem in Tierversuchen verwendet, um Veränderungen in der Blutgefäßbildung (Vaskularisierung) über Tage oder Wochen hinweg im lebenden Tier zu beobachten. Die Maus wird betäubt und die Kammer chirurgisch implantiert. Dabei wird die Rückenhaut gespannt und zwischen 2 Metallrahmen fixiert, die anschließend fest zusammengeschraubt werden - hierzu werden Löcher in die Haut der Maus geschnitten. In der Mitte der Metallrahmen befindet sich ein durchsichtiges Beobachtungsfenster, durch das man die Blutgefäße der Maus durch die extrem gespannte Haut beobachten kann. Im Bereich des Beobachtungfensters werden dem Tier Unterhautgewebe und Muskelschichten herausgeschnitten. Die Kammer wird mit Flüssigkeit gefüllt.

48 Stunden nach dem schweren operativen Eingriff werden die Mäuse in 3 Gruppen eingeteilt: Bei einer Gruppe werden mit Erythropoietin kultivierte Blutgefäße in die Rückenhautkammer eingebracht, bei der zweiten Gruppe Blutgefäße, die ohne Erythropoietin kultiviert wurden und bei der dritten Gruppe Blutgefäße, die nach der Isolation gar nicht kultiviert wurden. Nach 3, 6, 10 und 14 Tagen werden die Tiere jeweils durch eine Spritze in die Bauchhöhle narkotisiert und die Blutgefäße in der Rückenhautkammer mikroskopisch analysiert. Nach 14 Tagen werden alle Mäuse durch Überdosis eines Narkosemittels getötet, die Rückenhautkammern werden herausgeschnitten und weiteren Untersuchungen unterzogen.

Die Studie wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.

Bereich: Tissue Engineering, Gefäßforschung

Originaltitel: Erythropoietin promotes network formation of transplanted adipose tissue-derived microvascular fragments

Autoren: P. Karschnia, C. Scheuer, A. Heß, T. Später, M.D. Menger, M.W. Laschke*

Institute: Institut für Klinisch-Experimentelle Chirurgie, Universität des Saarlandes, 66421 Homburg/Saar

Zeitschrift: European Cells and Materials 2018; 35: 268-280

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5028



Dokument 257Titel: Speiseröhrenwärmetauscher versus wasserzirkulierende Kühldecke für gezieltes Temperaturmanagement
Hintergrund: Zwei Methoden, die schon eingesetzt werden, um Patienten im Anschluss an eine Wiederbelebung nach einem Herz-Kreislaufstillstand zu kühlen, werden an Schweinen nachvollzogen und miteinander verglichen.
Tiere: 16 Schweine
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, Genehmigungsnummer 84-02.04.2014.A157) genehmigt. Es werden 16 Schweine aus einer Kreuzung der Landrasse und Pietrain-Rasse benutzt (83,2 ± 3,6 kg). Die Herkunft der Tiere wird nicht erwähnt.

Die Schweine werden in Narkose gelegt. Über einen Schlauch in der Luftröhre werden die Tiere künstlich beatmet. Operativ werden vier Katheter gelegt: in eine Vene und eine Arterie im Oberschenkel, in die Halsvene, und in die Harnblase durch den Bauch. Die Tiere werden in zwei Gruppen zu je 8 Tieren eingeteilt. Der ersten Gruppe (Speiseröhrenwärmeaustauscher-Gruppe) wird ein 60 cm-langes, 1 cm-dickes Silikonrohr durch den Mund in die Speiseröhre eingeführt. Die zweite Gruppe (Decke-Gruppe) bekommt zwei Kühldecken pro Tier – eine wird unter und eine auf das Tier gelegt. Ein Wasserkreislauf innerhalb der beiden Instrumente (Silikonrohr und Kühldecke) erlaubt, die Körpertemperatur der Tiere zu senken, und es wird untersucht, mit welchem Instrument die Tiere schneller und stabiler gekühlt werden. Die Temperatur des Wassers schwankt zwischen 3 und 41 Grad Celsius. Die Körpertemperatur der Schweine wird kontinuierlich über ein Thermometer in der Halsvene gemessen. Die normale Körpertemperatur beträgt 38,5 – 39,5 Grad. Die Tiere werden schnellstmöglich bis 33 Grad gekühlt und 8 Stunden auf dieser Temperatur gehalten, bevor sie wieder erwärmt werden. Am Ende des Experiments werden die Schweine unter Narkose getötet und die Speiseröhren werden für weiteren Analysen entnommen.

Diese Arbeit wurde von dem Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie finanziell unterstützt.

Bereich: Intensivmedizin, Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel: Esophageal heat exchanger versus water-circulating cooling blanket for targeted temperature management

Autoren: Daniel C. Schroeder (1)*, Alexandra C. Maul (2), Maria Guschlbauer (2, 3), Simon-Richard Finke (1), David de la Puente Bethencourt (1), Tobias Neumann (1), Stephan A. Padosch (1), Thorsten Annecke (1), Bernd W. Böttiger (1), Anja Sterner-Kock (2), Holger Herff (1)

Institute: (1) Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, Uniklinik Köln, Kerpener Straße 62, Gebäude 8b/8c, 50937 Köln, (2) Experimentelle Medizin, Uniklinik Köln, Köln, (3) Dezentrales Tierhaltungsnetzwerk, Uniklinik Köln, Köln

Zeitschrift: Therapeutic Hypothermia and Temperature Management 2019; 9(4): 251-257

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5026



Dokument 258Titel: Bei der Wahl zwischen Drogen oder natürlichen Belohnungen werden weitgehend überlappende Neuronenverbände im infralimbischen präfrontalen Kortex eingesetzt
Hintergrund: Es soll erforscht werden, ob in Hirnarealen, die das belohnungssuchende Verhalten steuern, das Verlangen nach Alkohol oder anderen Belohnungssubstanzen durch unterschiedliche Nervenzellverbände aktiviert wird.
Tiere: 72 Ratten (mindestens)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Genehmigung der Versuche erfolgt durch das Regierungspräsidium Karlsruhe. Die männlichen Wistar-Ratten stammen aus der Zucht von Charles River, Sulzfeld.

Jeweils vier Tiere werden in einem Käfig gehalten und einem umgekehrten Tag/Nachtrhythmus ausgesetzt. Versuche werden an fünf Tagen pro Woche über einen Zeitraum von 8-9 Wochen durchgeführt. In einem „Training“ wird jeweils eine Ratte in eine Bedienungskammer gesetzt. Das Tier wird dazu gebracht, sich durch Drücken eines Hebels mit zehnprozentigem Alkohol oder einer Saccharinlösung (Süßstofflösung) zu versorgen. Während der ersten drei Trainingstage wird den Ratten für 18 Stunden täglich die Zufuhr von Wasser verwehrt. Die 72 Tiere werden in Gruppen mit unterschiedlichen Versuchsanordnungen aufgeteilt, wobei unter anderem die Abgabe von Alkohol oder Saccharin mit jeweils unterschiedlichen Anreizen wie blinkendem Licht oder Gerüchen verknüpft wird. Das entstandene (Sucht)Verhalten wird durch Entzug der Substanzen ausgelöst und dann durch erneute Zufuhr reaktiviert. Bei 28 Ratten wird zusätzlich in Narkose eine Kopfhalterung montiert und über ein Bohrloch wird ein Fluoreszenzfarbstoff in bestimmte Hirnregionen injiziert. Alle Ratten werden nach Beendigung der Versuche in Narkose durch Eröffnen des Herzens entblutet und die Gefäße mit einem Fixierungsmittel aufgefüllt. Nach Abschneiden des Kopfes wird ihr Gehirn entnommen und untersucht.

Die Arbeit wurde finanziell unterstützt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem EU Förderprogramm für Forschung und Innovation “Horizon 2020“

Bereich: Alkoholforschung, Suchtforschung

Originaltitel: Choice for drug or natural reward engages largely overlapping neuronal ensembles in the infralimbic prefrontal cortex

Autoren: Simone Pfarr (1), Laura Schaaf (1), Janine K. Reinert (2), Elisabeth Paul (1), Frank Herrmannsdörfer (2), Martin Roßmanith (1), Thomas Kuner (2), Anita C. Hansson (1), Rainer Spanagel (1), Christoph Körber (2)*, Wolfgang H. Sommer (1,3)*

Institute: (1) Institut für Psychopharmakologie, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, Quadrat J5, 68159 Mannheim, (2) Institut für Anatomie und Zellbiologie; Funktionale Neuroanatomie, Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg, Heidelberg, (3) Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin, Arbeitsgruppe translationale Suchtforschung, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, Mannheim

Zeitschrift: The Journal of Neuroscience 2018; 38 (14): 3507-3519

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5025



Dokument 259Titel: Strukturelle und funktionelle Veränderungen im Netzwerk des Gehirns in einer Verlaufsstudie an einem Mausmodell für Nervenschmerzen
Hintergrund: Erforschung von Veränderungen der Gehirnstruktur und von Hirnfunktionen bei der Entwicklung eines chronischen Schmerzsyndroms. Die bei den Experimenten eingesetzten nichtinvasiven bildgebenden Verfahren haben bereits in klinischen Studien an Schmerzpatienten humanrelevante Ergebnisse erzielt.
Tiere: 40 Mäuse
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche an den genmanipulierten männlichen Mäusen aus institutseigener Zucht werden vom Regierungspräsidium Karlsruhe genehmigt. Die 40 männlichen Mäuse werden einzeln und in umgekehrtem Tag/Nachtrhythmus in Käfigen gehalten. Bei 20 Tieren wird in einem nicht näher beschriebenen operativen Eingriff ein großer Teil des Ischiasnervs eines Beins durchtrennt, was zu anhaltenden Schmerzen, Gefühlsstörungen und Lähmungen führt. Die anderen 20 Tiere werden einer Scheinoperation unterzogen. Eine Woche vor und nach der Operation sowie 12 Wochen nach der Operation werden Tests am operierten Bein zur Bewertung der subjektiven Schmerzen durchgeführt. Beim Kühlplattentest werden die Mäuse auf eine 2 Grad kalte Platte gesetzt und die Dauer bis zum Auftreten von Abwehrreaktionen wird gemessen. Im sogenannten von-Frey-Test müssen die Tiere auf einem Drahtgitter sitzen und steife Kunststofffasern zunehmender Dicke werden von unten wiederholt - insgesamt mindestens 25 Mal - gegen ihre Zehenballen gedrückt. Die Mäuse reagieren mit einem Zurückziehen des Fußes als Ausdruck ihrer Schmerzempfindung. Die Mäuse mit dem durchtrennten Ischiasnerv zeigen erhöhte Empfindlichkeit, d.h. Schmerzempfinden gegenüber Kälte und Berührung mit den Fasern.

Zur Feststellung von Veränderungen im Gehirn durch die akuten Schmerzen und der eventuellen Entwicklung eines chronischen Schmerzsyndroms werden 20 Mäuse zu drei Zeitpunkten in Narkose versetzt und jeweils drei unterschiedlichen bildgebenden Untersuchungsverfahren ausgesetzt. Über das weitere Schicksal der Mäuse nach Beendigung der Experimente werden keine Angaben gemacht.

Die Experimente werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, SFB1158/B04, finanziell unterstützt.

Bereich: Neuropathologie

Originaltitel: Longitudinal structural and functional brain network alterations in a mouse model of neuropathic pain

Autoren: Ainhoa Bilbao (1,2)*, Claudia Falfán-Melgoza (1,2), Robert Becker (3), Sathish Kumar Singaravelu (1,2), Markus Sack (3), Alexander Sartorius (3), Rainer Spanagel (2), Wolfgang Weber-Fahr (3)*

Institute: (1) Arbeitsgruppe Verhaltensgenetik, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, Quadrat J5, 68159 Mannheim, (2) Institut für Psychopharmakologie, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, Mannheim, (3) Arbeitsgruppe Translationale Bildgebung, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, Mannheim

Zeitschrift: Neuroscience 2018; 387: 104-115

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5024



Dokument 260Titel: Silikonbasierte Mikrofabrikationstechnik für frei bewegliche neuronale Sonden und Einsetzungswerkzeug für dauerhafte Anwendung
Hintergrund: Langzeiteinsatz einer Sonde für sogenannte Gehirn-Computer-Interfaces (Mensch-Maschine-Schnittstelle) bei Ratten.
Tiere: Ratten (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die unbekannte Anzahl an Ratten wird mit einem Narkose-Schmerzmittel-Gemisch durch Einspritzung in die Bauchhöhle betäubt. Für die Operation wird der Kopf einer Ratte in ein sogenanntes stereotaktisches System gespannt. Die Kopfhaut wird aufgeschnitten und ein 2 x 2 mm großes Loch wird in die Schädeldecke nahe des zu untersuchenden Hirnbereichs gebohrt. Die Hirnhaut wird aufgeklappt und eine Sonde mit 18 Mikroelektroden eingeführt, die an einem Kabel befestigt ist. Das Schädelloch wird mit der ausgebohrten Schädelplatte wieder verschlossen, wobei das Kabel aus der Schädeldecke herausragt. Die Ränder des Lochs werden mittels Gelschaum verschlossen und das operierte Schädelareal mit einem Plastikgemisch überdeckt. Das nun aus der Schädeldecke herausstehende Kabel wird mit einer Art Stecker verbunden, welcher mit 4-5 Knochenschrauben im Rattenschädel verankert wird.

Für jede Messung der Hirnaktivität werden die Ratten in nicht genauer beschriebener Weise in Narkose versetzt. Dies geschieht 3 und 36 Tage nach der Operation. Das weitere Schicksal der Tiere wird nicht beschrieben.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder gefördert.

Bereich: Hirnforschung, Neurophysiologie

Originaltitel: Silicon-based microfabrication of free-floating neural probes and insertion tool for chronic applications

Autoren: Andreas Schander (1)*, Heiko Stemmann (2), Andreas K. Kreiter (2), Walter Lang (1)

Institute: (1) Institut für Mikrosensoren, -aktoren und -systeme (IMSAS), Universität Bremen, Bremen, (2) Institut für Hirnforschung, Zentrum für Kognitionswissenschaften, Universität Bremen, Bremen

Zeitschrift: Micromachines 2018; 9: 131. doi: 10.3390/mi9030131

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5023



Dokument 261Titel: Optimierung der Ergebnisse der Aktivität eines Bereichs unter Einbeziehung der gesamten Aktivität der Neurone
Hintergrund: Es soll eine verbesserte Aufzeichnung von Nervensignalen im Gehirn erzielt werden, die für Gehirn-Computerinterfaces und Neuroprothesen relevant ist. Diese Methode wurde bereits Anfang der 1990er Jahre entwickelt.
Tiere: 5 Affen (Rhesusaffen)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Senator für Gesundheit Bremen genehmigt. 5 männliche Rhesusaffen, deren Herkunft nicht beschrieben ist, werden unter Narkose Schrauben in den Schädelknochen, eine Vorrichtung als Kopfhalter sowie eine Elektrodenkammer implantiert. Diese werden mit Knochenzement und Zahnzement fixiert. Die Elektrodenkammer wird über ein Bohrloch im Schädelknochen über einer bestimmten Hirnregion montiert, von der aus 6 bzw. 4 Elektroden in das Gehirngewebe eingeführt werden, die Signale aufnehmen können. Die Affen können sich 6 Wochen erholen, bevor die Experimente beginnen.

Für die Experimente werden die Affen in einem sogenannten Primatenstuhl fixiert, in dem ihr Kopf mit Hilfe des Haltebolzens über die gesamte Zeit eines Versuchs bewegungsunfähig gehalten wird. Zunächst werden die Affen „trainiert“. Die Trainingsmethode wird nicht näher beschrieben, aber üblicherweise wird Durst eingesetzt. Als „Belohnung“ für ein wunschgemäßes Verhalten, erhalten die Tiere etwas Flüssigkeit. Die Aufgabe besteht darin, mit den Augen einen Punkt auf einem Monitor anzustarren und einen Schalter zu drücken. Dann erscheint an variablen Stellen des Bildschirms ein sich bewegender Balken. Der Affe darf den Blick nicht von dem Punkt wegbewegen. Verschwindet der Balken, muss das Tier den Schalter loslassen. Zeigt der Affen die gewünschte Reaktion, erhält er eine kleine Menge Wasser oder verdünnten Traubensaft. Lässt er den Hebel zu früh oder zu spät los oder wendet er den Blick ab, gibt es nichts zu trinken. Da diese Flüssigkeitsverabreichung eine Belohnung darstellt, kann – obwohl nicht erwähnt - davon ausgegangen werden, dass die Affen unter starkem Flüssigkeitsentzug leiden, da nur unter Durstgefühl eine kleine Menge Flüssigkeit eine Belohnung darstellt.

Die dabei auftretenden Nervenströme im Gehirn werden von den sich im Gehirn befindlichen Elektroden aufgezeichnet.

Die Affen werden weiterhin mit diesen Vorrichtungen im Gehirn für andere Versuche eingesetzt, welche das gleiche Hirnareal im Fokus haben. Dabei verbleiben die Elektroden über Tage, Wochen oder auch Monate (keine genauere Definition) im Gehirngewebe. Was danach mit den Affen passiert, wird nicht beschrieben.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Bereich: Hirnforschung, Neurophysiologie

Originaltitel: Optimizing the yield of multi-unit activity by including the entire spiking activity

Autoren: Eric Drebitz*, Detlef Wegener *, Bastian Schledde, Andreas K. Kreiter

Institute: Institut für Hirnforschung, Zentrum für Kognitionswissenschaften, Universität Bremen, Bremen

Zeitschrift: Frontiers in Neuroscience 2019; 13: 83

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5022



Dokument 262Titel: Schweine, die den humanen inhibitorischen Liganden PD-L1 (CD 274) exprimieren, liefern eine neue Quelle für xenogene Zellen und Gewebe mit schwach immunogenen Eigenschaften
Hintergrund: Für die Xenotransplantation werden gentechnisch veränderte Schweine erzeugt, die ein menschliches Gen tragen. Dadurch sollen die Tiere Organe und Gewebe entwickeln, die bei einer Transplantation in eine artfremde Spezies die Abstoßungsreaktion im Zielorganismus minimieren. Ziel dieser Arbeit ist, es Schweine so gentechnisch zu verändern, dass ihre Organe nicht abgestoßen werden, wenn sie in einen Affen verpflanzt werden.
Tiere: 32 Schweine (mind. 16 Schweine + 9 Föten und 7 totgeborene Ferkel)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom LAVES genehmigt (Referenznummer 33.19-42502- 04-12/0891), die Schweine, denen transgene Embryonen eingepflanzt werden, entstammen der hausinternen Zucht des Instituts für Nutztiergenetik, Mariensee. Die transgenen Embryonen werden erzeugt, indem aus 27 Tage alten Schweine-Föten Zellen isoliert und dann in vitro genetisch modifiziert werden. Wie die Föten aus den Muttertieren entfernt werden und wie viele Muttertiere dafür eingesetzt wurden, wird in der vorliegenden Arbeit nicht beschrieben. Diese Sauen sind aufgrund fehlender Informationen nicht in der oben genannten Anzahl der Tiere mit inbegriffen.

12 jungen weiblichen Mutterschweinen werden jeweils ca. 100 transgene Embryonen implantiert. Bei 7 Sauen wird eine Schwangerschaft festgestellt, 7 Ferkel werden tot geboren und 4 lebend. Ein schwangeres Muttertier wird 27 Tage nach der Empfängnis getötet und die 9 Föten entnommen, um Untersuchungen an ihren Zellen durchzuführen und diese für weitere Klonierungen einzusetzen. Ein lebend geborenes transgenes Ferkel wird im Alter von 4 Monaten getötet, um die Folgen der Genmutation in seinen Organen zu untersuchen. Ein nicht transgenes Ferkel wird ebenso getötet, um zum Vergleich für die Analysen eine Kontrolle zu haben. Im weiteren Verlauf wird den Ferkeln für diverse Untersuchungen noch über mehrere Wochen hinweg regelmäßig Blut abgenommen. Ihr weiteres Schicksal wird nicht beschrieben.

Die Studie wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.

Bereich: Xenotransplantationsforschung, Gentechnik

Originaltitel: Pigs expressing the human inhibitory ligand PD-L1 (CD 274) provide a new source of xenogeneic cells and tissues with low immunogenic properties

Autoren: Anna Buermann (1), Stoyan Petkov (2), Björn Petersen (2), Rabea Hein (1), Andrea Lucas-Hahn (2), Wiebke Baars (1), Antje Brinkmann (1), Heiner Niemann (2)*, Reinhard Schwinzer (1)*

Institute: (1) Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover, Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover, (2) Institut für Nutztiergenetik, Friedrich-Löffler-Institut, Mariensee, Höltystr. 10, 31535 Neustadt

Zeitschrift: Xenotransplantation 2018; 25(5): e12387. Doi: 10.1111/xen.12387

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5021



Dokument 263Titel: Differenzielle Stressantwort und verändertes striatales Transkriptom in Alpha-Synuclein-überexprimierenden Mäusen
Hintergrund: Aus Beobachtungen an Parkinson-Patienten weiß man, dass Stress zu einer Verschlimmerung der Symptome bei dieser Erkrankung führen kann. Nun werden Mäuse starkem Leiden ausgesetzt, um dieses bereits bekannte Phänomen an ihnen nachzustellen und, um die Mechanismen im Gehirn zu untersuchen.
Tiere: 120 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der zuständigen Behörde in Tübingen unter der Nummer TVA HG 4/12 genehmigt. Die Versuche werden mit Wildtyp-Mäusen (genetisch unverändert) und transgenen Mäusen durchgeführt, bei denen ein menschliches Gen eingebaut wurde. Dieses Gen ist eines von vielen, die bei erblichen Formen von Parkinson im Menschen verändert sind. Von der erblichen Form von Parkinson sind weniger als 10% der Patienten betroffen.

Die Tiere entstammen höchstwahrscheinlich der hausinternen Zucht der Universität Tübingen und werden auch dort gehalten. Mit den 14 Wochen alten transgenen und den unveränderten Mäusen werden mehrere Versuche durchgeführt, bei denen die Tiere Stressfaktoren ausgesetzt werden. Bezeichnet wird dies als „chronic unpredictable mild stress protocol“, also „chronisches, unvorhersehbares, mildes (!) Stress-Protokoll. Dieses Protokoll besteht aus 7 verschiedenen Arten von Stress, denen die Tiere 8 Wochen lang (!) ohne Pause ausgesetzt werden.

Die Stress-Arten sehen folgedermaßen aus:

- Einengung (1 Stunde lang): Hierbei werden die Tiere einzeln in enge Röhrchen gesteckt, in denen sie völlig bewegungsunfähig sind.

- Käfig in Schieflage (2 Stunden lang).

- Direkte Konfrontation mit einer Ratte (30 Minuten lang).

- Wasser-Entzug (16 Stunden lang): Das Wasser wird den Mäusen in der Nacht entzogen. Mäuse sind nachtaktiv, tagsüber schlafen sie die ganze Zeit, daher fehlt ihnen das Wasser in der Aktivitätsphase.

- Futter-Entzug (16 Stunden lang): Auch das Futter wird den Mäusen nachts, also in der aktiven Phase, entzogen. Mäuse reagieren viel empfindlicher auf Futterentzug als Menschen, denn sie nehmen von Natur aus in der aktiven Phase ständig Futter zu sich. Junge Mäuse können beispielsweise nach 12-24 Stunden Futterentzug bereits sterben.

- Licht-Stress (12 Stunden lang nachts).

- Vertauschter Tag-Nacht-Zyklus (das ganze Wochenende über): Tagsüber, wenn die Mäuse schlafen, werden sie der Dunkelheit ausgesetzt, nachts, wenn die Tiere aktiv sind, der Helligkeit. Die Mäuse kommen so kaum zur Ruhe.

Nach 3 Tagen Stress und am Ende der 56-tägigen Stressperiode werden jeweils einige Mäuse durch Genickbruch getötet, der Kopf wird abgeschnitten, um Blut zu gewinnen. Mit anderen Stress ausgesetzten Mäusen wird im Alter von 6 Monaten Verhaltenstests, z.B. zum Angstverhalten durchgeführt. So wird eine Maus in eine Box mit einer hellerleuchteten und einer dunklen Hälfte gesetzt. Es wird beobachtet, wie lange sich die Maus im dunklen Bereich aufhält, was als ängstliches Verhalten gilt.

Die Verhaltenstests werden zudem zweimal mit einer Gruppe männlicher Mäuse durchgeführt (ebenfalls genetisch unveränderte und genetisch veränderte Tiere), im Alter von 13 und 20 Monaten.

In der Publikation wird erwähnt, dass einige Tiere während des Versuchszeitraums gestorben sind. Es wird nicht gesagt, warum bzw. woran die Tiere verstorben sind oder ob und aus welchen Gründen sie getötet wurden.

Mitfinanziert wurde die Arbeit u.a. vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), vom Interdisziplinären Zentrum für Klinische Forschung (IZKF), vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und von der Universität Tübingen.

Bereich: Parkinson-Forschung, Stressforschung

Originaltitel: Distinct stress response and altered striatal transcriptome in alpha-synuclein overexpressing mice

Autoren: Zinah Wassouf (1), Thomas Hentrich (1), Nicolas Casadei (1), Mirko Jaumann (2), Marlies Knipper (2), Olaf Riess (1), Julia M. Schulze-Hentrich (1)*

Institute: (1) Institut für Medizinische Genetik und angewandte Genomik, Universität Tübingen, Calwerstraße 7, 72076 Tübingen, (2) Molekulare Hörphysiologie, Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Tübinger Hörforschungszentrum, Universität Tübingen, Tübingen

Zeitschrift: Frontiers in Neuroscience 2019; 12: 1033. Doi: 10.3389/fnins.2018.01033

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5020



Dokument 264Titel: Antioxidative Wirkungen von Koffein in einem Hyperoxie-Rattenmodell für eine Fehlbildung der Luftwege und der Lunge
Hintergrund: Koffein wird zur Behandlung von menschlichen Frühchen bereits routinemäßig eingesetzt. Hier wird an neugeborenen Rattenbabys untersucht, welchen Einfluss Koffein auf die Lungenschäden hat, die durch hohe Sauerstoffbegasung verursacht werden. Es ist bekannt, dass es durch die Beatmung mit Sauerstoff bei zu früh geborenen Kindern zu Schäden im Lungengewebe kommen kann. Allerdings ist hierfür neben dem hohen Gehalt an Sauerstoff auch die mechanische Komponente der Beatmung verantwortlich. Dieser Punkt wird in dem „genutzten Tiermodell“ gar nicht berücksichtigt.
Tiere: 112 Ratten (Mindestens 112 neugeborene Ratten und eine unbekannte Anzahl Ratten-Mütter)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Genehmigung der Versuche erfolgt durch das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Genehmigungsnummer G-0088/16). Hochschwangere Ratten werden von den Forschungseinrichtungen für Experimentelle Medizin (FEM) der Charité Universitätsmedizin zur Verfügung gestellt. Innerhalb der ersten 12 Lebensstunden werden die Rattenbabys in zwei Gruppen eingeteilt. Die Jungtiere der ersten Gruppe werden zusammen mit den jeweiligen Muttertieren in eine Umgebung mit Raumluft (21 % Sauerstoff) verbracht. Die Ratten der zweiten Gruppe erhalten 80 % Sauerstoff, jeweils an den ersten drei oder fünf Tagen nach der Geburt. Zur Vermeidung einer Sauerstoffvergiftung werden die Muttertiere rotiert und alle 24 Stunden jeweils zu Jungtieren mit Raumluft oder hohem Sauerstoffgehalt gesetzt. Das bedeutet, die Mütter werden von ihren Jungen getrennt und fremden Jungen vorgesetzt. Alle Rattenbabys erhalten jetzt zwei- bis dreimalig im 48-Stunden-Abstand (beginnend mit dem Tag der Geburt) entweder eine wirkungslose Pufferlösung oder eine hoch konzentrierte Koffeinlösung in die Bauchhöhle gespritzt.

Alle Jungtiere werden entweder am Ende der „Begasung“ mit 80 % Sauerstoff (Tag 3 bzw. 5) oder am Tag 15 nach der Geburt betäubt und getötet. Anschließend wird die Lunge für weitere Untersuchungen entnommen.

Bereich: Neugeborenenkunde

Originaltitel: Antioxidative effects of caffeine in a hyperoxia-based rat model of bronchopulmonary dysplasia

Autoren: Stefanie Endesfelder*, Evelyn Strauß, Till Scheuer, Thomas Schmitz, Christoph Bührer

Institute: Klinik für Neonatologie, Charité Universitätsmedizin Berlin, Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin

Zeitschrift: Respiratory Research 2019; 20: 88

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5019



Dokument 265Titel: Charakterisierung der Mikrostruktur und Funktion des Herzmuskels in einem experimentellen Modell mit isoliertem subendokardialen Schaden
Hintergrund: An Mäusen, deren Herzmuskelzellen künstlich geschädigt werden, sollen feinste Gewebeveränderungen nachgewiesen werden, die einen Hinweise auf beginnende Herzprobleme geben könnten.
Tiere: 38 Mäuse
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Eine Genehmigung der Versuche erfolgt durch das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) in Berlin. Die 6-8 Wochen alten Mäuse, die von Janvier Labs in Frankreich stammen, werden in 2 Gruppen eingeteilt (Kontroll- und Medikamentengruppe). Je nach Gruppen-Zugehörigkeit bekommen die Tiere an vier aufeinanderfolgenden Tagen entweder Kochsalzlösung oder ein Medikament unter die Haut gespritzt, welches die Herzmuskelzellen schädigt und dadurch zu Vernarbungen im Gewebe und zum Infarkt führen kann. Zwei Tiere der Medikamentengruppe sterben innerhalb der ersten Tage, eines davon durch einen Herzinfarkt. Innerhalb der Woche nach der letzten Spritze werden die Tiere Belastungstests unterzogen. Dafür werden sie auf ein Laufband gesetzt, dessen Geschwindigkeit und Neigungswinkel ständig erhöht werden. Jede Maus muss dort bis zur Erschöpfung laufen. Dies ist bei beiden Gruppen nach etwa 21-22 Minuten der Fall. Erneut eine Woche später werden bei allen Tieren EKGs durchgeführt und die Mäuse anschließend auf nicht genannte Weise getötet. Die Herzen werden für weitere Untersuchungen entnommen.

Gefördert wurde die Studie vom Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie.

Bereich: Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel: Characterization of myocardial microstructure and function in an experimental model of isolated subendocardial damage

Autoren: Niklas Beyhoff (1,2), David Lohr (3), Anna Foryst-Ludwig (1,2), Robert Klopfleisch (4), Sarah Brix (1,2), Jana Grune (1,2,5), Arne Thiele (1,2), Lasti Erfinanda (2,5), Arata Tabuchi (2,5), Wolfgang M. Kuebler (2,5), Burkert Pieske (2,6), Laura M. Schreiber (3), Ulrich Kintscher (1,2)*

Institute: (1) Institut für Pharmakologie, Center for Cardiovascular Research (CCR), Charite - Universitätsmedizin Berlin, Hessische Str. 3-4, 10115 Berlin, (2) Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), Standort Berlin, (3) Lehrstuhl für Zelluläre und Molekulare Bildgebung, Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz, Universitätsklinikum Würzburg, Würzburg, (4) Institut für Tierpathologie, Fachbereich Veterinärmedizin, Freie Universität Berlin, Berlin, (5) Institut für Physiologie, Charite - Universitätsmedizin Berlin, Berlin, (6) Klinik für Innere Medizin – Kardiologie, Campus Virchow Klinikum, Charité - Universitätsmedizin Berlin und Deutsches Herzzentrum Berlin (DHZB), Berlin

Zeitschrift: AHA Journals Hypertension 2019; 74: 295-304

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5018



Dokument 266Titel: CerS1-abgeleitetes C18:0 Ceramid im Skelettmuskel fördert die durch Fettleibigkeit hervorgerufene Insulinresistenz
Hintergrund: An Mäusen wird untersucht, wie bestimmte Fette und Futter mit hohem Fettgehalt die Insulinresistenz bei Diabetikern beeinflussen.
Tiere: 122 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, Genehmigungsnummern 84-02.04.2014.A042 und 84-02.04.2014.A037) genehmigt. 6 Wochen alte C57Bl/6N Mäuse werden von der Versuchstierzucht Charles River Laboratories, Sulzfeld, gekauft. Einige der Tiere werden gentechnisch manipuliert, um verschiedene Mutationen in ihrem Erbgut zu erzeugen. Diese Mäuse werden weiter gezüchtet, üblicherweise geschieht dies über mehrere Generationen.

Es wird eine Vielzahl an Versuchen jeweils mit verschiedenen genmanipulierten Mäusen durchgeführt. In einem Versuch bekommt die Hälfte der Mäuse normales Futter mit 5,5 % Fettgehalt (Kontrollgruppe) und die andere Hälfte bekommt Futter mit hohem Fettgehalt (35,5 %, HFD Gruppe) ab der dritten Lebenswoche. Nach 24 Wochen werden mindestens 8 Tiere je Gruppe getötet und Gewebe wird für eine Fettanalyse entnommen. Die Art der Tötung wird nicht erwähnt.

Den Kontroll- und HFD-Gruppen werden Mäuse zugeordnet, die die gleiche Mutation entweder im ganzen Körper oder nur in den Muskeln aufweisen. Die ersten nehmen unter den HFD-Bedingungen ab und entwickeln einen Tremor (Zittern), die Mäuse der zweiten Gruppe nehmen dabei zu und entwickeln keinen Tremor. Bei mindestens 41 Mäusen der Kontroll- und HFD-Gruppe werden durch einen Schnitt in den Schwanz einige Blutstropfen gewonnen, um den Blutzuckergehalt zu messen. Üblicherweise geschieht dies ohne Narkose.

Den Mäusen wird eine Insulin- oder Glukose-haltige Lösung in die Bauchhöhle gespritzt und 15, 30, 60 und 120 Minuten danach wird wieder in den Schwanz geschnitten, um weitere Blutentnahmen zu ermöglichen. Mindestens 40 Mäusen wird unter Narkose ein Katheter durch die Halsvene bis zur Leber geführt und implantiert. 5-6 Tage nach dem Eingriff werden die Tiere in sehr enge Röhren, in denen sie völlig bewegungsunfähig sind, bis zu 3 Stunden eingesperrt. Während dieser Zeit wird den Tieren durch den Katheter direkt in die Leber eine Insulin- und Glukose-haltige Lösung kontinuierlich verabreicht, der Schwanz der Tiere wird regelmäßig zur Blutentnahme eingeschnitten. Am Ende dieses Versuchs werden die Mäuse geköpft und mehrere Organe werden zur Analyse entnommen. Es wird nicht erwähnt, ob die Tiere vor der Tötung betäubt werden.

Im Alter von 19 Wochen werden Kontroll- und HFD-Mäuse mindestens 6 Tage einzeln in kleine Messkammern gesperrt, in denen verschiedene Stoffwechselgrößen erfasst werden. Danach werden die Tiere entweder durch Genickbruch oder mittels Narkose in Überdosierung getötet und ihre Organe werden zur Analyse entnommen.

Diese Arbeit wurde finanziell gefördert von dem Leibniz Preis, dem Exzellenzcluster CECAD (finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft), dem Bundesministerium für Bildung und Forschung zusammen mit dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung e.V., dem Cologne Center for Molecular Medicine Cologne (CMMC), der Alexander von Humboldt-Stiftung, dem Köln Fortune Programm der Universität zu Köln, den Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung und der Universität Basel.

Bereich: Diabetes-Forschung, Ernährungswissenschaft

Originaltitel: CerS1-derived C18:0 ceramide in skeletal muscle promotes obesity-induced insulin resistance

Autoren: Sarah M. Turpin-Nolan (1,2,3)*, Philipp Hammerschmidt (1,2,3), Weiyi Chen (1,2,3), Alexander Jais (1,2,3), Katharina Timper (1,2,3), Motoharu Awazawa (1,2,3), Susanne Brodesser (3), Jens C. Brüning (1,2,3,4)*

Institute: (1) Department of Neuronal Control of Metabolism, Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung, Gleueler Strasse 50, 50931 Köln, (2) Poliklinik für Endokrinologie, Diabetologie und Präventivmedizin (EDP), Uniklinik Köln, Köln, (3) Exzellenzcluster CECAD und Center for Molecular Medicine Cologne (CMMC), Köln

Zeitschrift: Cell Reports 2019; 26: 1-10

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5017



Dokument 267Titel: Die Verringerung der Astrozyten und der Verlust des Hirnvolumens bei Anorexia nervosa – die Auswirkung des Hungerns und erneuten Fütterung in einem Nagermodell
Hintergrund: Aus Patientenstudien ist bekannt, dass das Gehirnvolumen bei Magersucht abnimmt. Hier sollen die zugrundeliegenden Mechanismen an hungernden Ratten ergründet werden.
Tiere: 47 Ratten
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom LANUV, Recklinghausen, genehmigt. Die weiblichen, 4 Wochen alten Ratten der Zuchtlinie Wistar werden bei Charles River Laboratories, Sulzfeld, gekauft. Es werden heranwachsende, weibliche Ratten ausgewählt, da Magersucht (Anorexia nervosa) vor allem bei weiblichen Teenagern vorkommt. In ihrem Einzelkäfig steht ein Laufrad zur Verfügung. Daher wird das Hungern der Tiere als ABA (Aktivität-basierende Anorexie) bezeichnet.

Nach einer 10-tägigen Eingewöhnungsphase erhält eine Gruppe von 12 Ratten nur 40% der normalen Futterration, mit der Folge, dass die Tiere innerhalb einer Woche 25% ihres Gewichts verlieren (akutes Hungern). Dann wird dieses Gewicht 2 Wochen gehalten, indem die Tiere täglich gewogen werden und die Futtermenge angepasst wird (chronisches Hungern). Zu Beginn der Hungerperiode wiegen die Tiere etwa 125 g und am Ende 90 g. 12 Ratten der Kontrollgruppe werden normal gefüttert und nehmen als Jungtiere in dieser Zeit von 125 g auf etwa 170 g zu. Die Ratten der Hungergruppe wiegen also am Ende nur knapp halb so viel wie ihre gefütterten Artgenossen. Schließlich werden alle Tiere getötet.

In einer zweiten Versuchsreihe mit 12 „Versuchs“ratten und 11 Kontrolltieren erhalten die Tiere nach der 7-tägigen akuten und der 14-tägigen chronischen Hungerperiode für 20 Tage eine normale Futtermenge. Zu Beginn und am Ende der Wiederaufnahme der normalen Fütterung werden Magnetresonanz-Aufnahmen vom Kopf gemacht. Dann werden die Tiere getötet. Die zuvor gehungerten Ratten nehmen innerhalb der 20 Tage stark zu, so dass sie am Tag ihrer Tötung fast so viel auf die Waage bringen, wie die Kontrolltiere. Die Tötung (vermutlich bei allen Ratten) erfolgt mittels Durchströmen mit künstlicher Rückenmarksflüssigkeit. Üblicherweise wird dazu ein Tier narkotisiert, der Brustkorb wird aufgeschnitten und ein Katheter in die vom Herzen wegführende Arterie gelegt. Nun wird eine Flüssigkeit in den Blutkreislauf gepumpt, bis alles Blut ausgetauscht ist und das Tier stirbt.

Die Versuche wurden durch die Uniklinik RWTH Aachen finanziert.

Bereich: Psychiatrie

Originaltitel: The reduction of astrocytes and brain volume loss in anorexia nervosa – the impact of starvation and refeeding in a rodent model

Autoren: Linda Frintrop (1)*, Stefanie Trinh (1), Johanna Liesbrock (1,2), Christina Leunissen (1), Julia Kempermann (1), Serhat Etdöger (1), Martien J. Kas (3,4), René Tolba (5), Nicole Heussen (6,7), Joseph Neulen (8), Kerstin Konrad (2), Vera Päfgen (9), Fabian Kiessling (9), Beate Herpertz-Dahlmann (2), Cordian Beyer (1), Jochen Seitz (2)

Institute: (1) Neuroanatomie, Uniklinik RWTH Aachen, Wendlinweg 2, 52074 Aachen, (2) Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kinder- und Jugendalters, Uniklinik RWTH Aachen, Aachen, (3) Department of Translational Neuroscience, Brain Center Rudolf Magnus, University Medical Center Utrecht, , Utrecht, Niederlande, (4) Groningen Institute for Evolutionary Life Sciences, University of Groningen, Groningen, Niederlande, (5) Institut für Versuchstierkunde und Zentrallaboratorium für Versuchstiere, Uniklinik RWTH Aachen, Aachen, (6) Institut für Medizinische Statistik, Uniklinik RWTH Aachen Aachen, (7) Zentrum für Biostatistik und Epidemiologie, Sigmund-Freud-Universität, Wien, Österreich, (8) Klinik für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, Uniklinik RWTH Aachen, Aachen, (9) Institut für Experimentelle Molekulare Bildgebung, RWTH Aachen, Aachen

Zeitschrift: Translational Psychiatry 2019; 9: 159

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5016



Dokument 268Titel: Die Cdkn1aSUPER-Maus als Werkzeug zur Analyse der Unterdrückung von p53-vermittelten Tumoren
Hintergrund: An Mäusen wird untersucht, ob ein bestimmtes Gen an den Schutzmechanismen vor einer Tumorentwicklung beteiligt sein könnte.
Tiere: 254 Mäuse (mindestens 180 erwachsene Mäuse und 74 Mausfeten)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, Genehmigungsnummer 84-02.04.2017.A037) genehmigt. Die Herkunft der Tiere und der Ort, an dem die Experimente durchgeführt werden, werden nicht erwähnt. Die Tiere werden gentechnisch manipuliert, um verschiedene Mutationen in ihrem Erbgut zu erzeugen. Um bestimmte embryonale Zellen zu isolieren, werden schwangere Mäuse am Anfang des letzten Schwangerschaftsdrittels betäubt und durch Genickbruch getötet. 74 Feten mit 5 verschiedenen Mutationshintergründen werden aus den Gebärmüttern ihrer getöteten Mütter geschnitten und zerkleinert.

46 Mäuse im Alter von 9 bis 12 Wochen bekommen eine Woche lang eine Substanz ins Trinkwasser, die eine Dickdarmentzündung bei den Tieren hervorruft. Die Tiere werden täglich gewogen und nach 7, 8 oder 21 Tagen getötet. Ihr Dickdarm wird analysiert. Die Tötungsart wird nicht erwähnt.

Das Rückenfell von 11 Wild–Typ- und 19 gentechnisch veränderten Mäusen wird geschoren und eine krebserregende Lösung wird auf die Haut aufgetragen. Die Tiere bekommen diese Lösung zweimal wöchentlich für 25 Wochen und werden bis zur Feststellung von Hauttumoren beobachtet.

Um Lungenkrebs bei 35 Mäusen hervorzurufen, wird den Tieren unter Narkose ein Katheter durch den Mund bis in die Luftröhre gesteckt und eine krebserregende Substanz hinein gesprüht. Die Mäuse werden wöchentlich auf Lungentumoren untersucht.

24 Wild-Typ-Mäusen und 45 mutierten Mäusen wird unter Narkose eine krebserregende Lösung in das rechte Hinterbein gespritzt, um ein Fibrosarkom (eine bestimmte Krebsart) bei den Tieren herbeizuführen. Die Mäuse werden wöchentlich auf Tumoren gecheckt und die Bestimmung der Größe ihrer Tumoren erfolgt unter Narkose durch Magnetresonanztomographie (MRT). Zusätzlich untersucht die Studie wie lange die Mäuse, bei denen Lungenkrebs oder ein Fibrosarkom hervorgerufen wurde, überleben. Einer „Überlebenskurve“ zufolge sterben die Mäuse mit Lungenkrebs nach einigen Wochen bis Monaten. Nach 6-10 Monaten sind alle Mäuse tot. Es wird allerdings nicht erwähnt, ob und wie die Tiere vorzeitig getötet werden, demzufolge ist anzunehmen, dass die Tiere qualvoll an den Tumoren sterben.

Diese Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem Bundesland NRW als Teil der EFRE Initiative, der Else-Kröner-Fresenius Stiftung, der Europäischen Kommission, der Deutschen Krebshilfe, dem Bundesministerium für Forschung und Bildung und von dem Köln Fortune Programm der Universität zu Köln finanziell gefördert.

Bereich: Krebsforschung, Gentechnik

Originaltitel: The Cdkn1aSUPER mouse as a tool to study p53-mediated tumor suppression

Autoren: Alessandro Torgovnick (1,2,3)*, Jan Michel Heger (1,2), Vasiliki Liaki (1,2) Jörg Isensee (4), Anna Schmitt (1,2) Gero Knittel (1,2), Arina Riabinska (1,2), Filippo Beleggia (1,2), Lucie Laurien (2), Uschi Leeser (1,5), Christian Jüngst (2), Florian Siedek (6,) Wenzel Vogel (7), Niklas Klümper (7), Hendrik Nolte (2), Maike Wittersheim (8), Lars Tharun (8), Roberta Castiglione (1,2,8), Marcus Krüger (2), Astrid Schauss (2), Sven Perner (7), Manolis Pasparakis (2), Reinhard Büttner (8,9), Thorsten Persigehl (6), Tim Hucho (4), Grit Sophie Herter-Sprie (1,2), Björn Schumacher (2,3,9)*, Hans Christian Reinhardt (1,2,9)*

Institute: (1) Klinik I für Innere Medizin, Universitätsklinik Köln, Weyertal 115b, 50931 Köln, (2) Exzellenzcluster CECAD, Universität zu Köln, Köln, (3) Institut für Genomstabilität in Alterung und Erkrankung, Universität zu Köln, Köln, (4) Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, Experimentelle Anästhesiologie und Schmerzforschung, Köln, (5) SYNLAB Holding Deutschland GmbH, Augsburg, (6) Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Universitätsklinik Köln, Köln, (7) Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Campus Lübeck und Leibniz Forschungszentrum Borstel, Leibniz-Zentrum für Medizin und Biowissenschaften, Lübeck und Borstel, (8) Institut für Pathologie, Universitätsklinik Köln, Köln, (9) Center for Molecular Medicine, Uniklinik Köln, Köln

Zeitschrift: Cell Reports 2018; 25: 1027–1039

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5015



Dokument 269Titel: Phasenspezifische Funktionen von Makrophagen bestimmen die verletzungsbedingte Häm- und Lymphangiogenese der Hornhaut
Hintergrund: Die Studie untersucht die Rolle der Makrophagen (eine Art Immunzellen) für das Wachstum neuer Blut- und Lymphgefäße in der Augenhornhaut nach einer Hornhautverletzung.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom LANUV (Genehmigungsnummer 84–02.04.2015.A487) genehmigt. Die Tiere stammen aus der Versuchstierzucht Charles River Laboratories, Sulzfeld. Die Mäuse gehören zwei unterschiedlichen genetischen Linien an - C57Bl/6N (mit schwarzem Fell) und Balb/c (mit weißem Fell, Albinos). 6 bis 8 Wochen alte weibliche C57Bl/6N Mäuse dienen als „Modell“ für eine akute Schnittverletzung. Unter Narkose wird die Mitte der Hornhaut des rechten Auges mit einer Nadel durchbohrt und mit einer Mikroschere 1 mm längs aufgeschnitten. Nach der OP bekommen die Mäuse dreimal täglich für drei Tage Augentropfen.

Als „Tiermodell“ für ein chronisches Hornhauttrauma werden 6 bis 8 Wochen alte weiblichen Balb/c Mäuse benutzt. Unter Narkose werden drei Nähte im rechten Auge jedes Tieres unter der Hornhaut angebracht und nach 14 Tagen wieder entfernt. Um die Rolle von Makrophagen (eine Art Immunzellen) für das Wachstum der Blut- und Lymphgefäße zu untersuchen, wird den Tieren unter Narkose entweder ein Stoff, der die Makrophagen abbaut, oder eine Kontrolllösung jeden zweiten Tag für eine Woche in die Augen gespritzt. Die Mäuse, denen Nähte unter der Hornhaut angebracht wurden, erhalten die Substanzen weiter zu verschiedenen Zeitpunkten zwischen 7 und 35 Tage in den Augen gespritzt. Zu dem jeweiligen Zeitpunkt werden Tiere beider Gruppen getötet, ihren Augen werden seziert und für weitere Analysen benutzt. Die Art der Tötung wird nicht erwähnt.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, dem Center for Molecular Medicine Cologne und der Arrest Blindness Vereinigung finanziell unterstützt.

Bereich: Immunologie, Augenheilkunde

Originaltitel: Phase-specific functions of macrophages determine injury-mediated corneal hem- and lymphangiogenesis

Autoren: A. Kiesewetter (1,2), C. Cursiefen (1,3), Sabine A. Eming (2,3,4)*, Deniz Hos (1,3)*

Institute: (1) Zentrum für Augenheilkunde, Universitätsklinik Köln, 50937 Köln, (2)* Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie, Universitätsklinik Köln, Universität zu Köln, Kerpener Str. 62, 50937 Köln, (3)* Center for Molecular Medicine Cologne (CMMC), Universität zu Köln, Robert-Koch-Str. 21, 50931 Köln, (4) Exzellenzcluster CECAD, Universität zu Köln, 50937 Köln

Zeitschrift: Scientific Reports 2019; 9: 308. DOI:10.1038/s41598-018-36526-6

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5014



Dokument 270Titel: Entstehung kleiner Gefäße in einem neuen halbakuten Gefäßverschlussmodell bei Schweinen nachgewiesen durch hochauflösende Bildgebung
Hintergrund: Es ist bereits bekannt, dass nach einem Gefäßverschluss am Herz dieser durch Aktivierung von kleinsten Gefäßen in der Wand des verschlossenen Gefäßes überbrückt wird, und so die Blutversorgung des Herzens wieder gewährleistet werden kann. In dieser Studie soll diese Entwicklung der Gefäßaktivierung an Schweinen, bei denen künstlich ein Gefäßverschluss in den Herzkranzgefäßen ausgelöst wurde, mittels bildgebender Verfahren nachvollzogen werden.
Tiere: 11 Schweine (Kreuzung aus Deutscher Landrasse und Deutschem Edelschwein)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Der Versuch wird von der zuständigen, nicht näher benannten lokalen Behörde genehmigt (G 0165/06). Die 3-4 Monate alten Schweine (45-50 kg) stammen von der Lehr- und Versuchsanstalt für Tierzucht und Tierhaltung in Teltow. In Narkose werden die Tiere in Rückenlage gebracht und über die Oberschenkelvene ein Katheter bis in das linke große Herzkranzgefäß vorgeschoben. Anschließend wird über den Katheter ein Stent aus Kupfer in das Herzkranzgefäß eingebracht. Stents sind kleine Metallröhren, die eigentlich in Blutgefäße eingesetzt werden, um diese offen zu halten. In diesem Fall bewirkt allerdings die Legierung Kupfer, dass es innerhalb der nächsten Tage zu einer Einengung des Gefäßes kommt, was einen nichtakuten Gefäßverschluss simulieren soll. Es erfolgen nach Injektion eines Kontrastmittels mehrere röntgenologische Durchleuchtungen zur Beurteilung der Gefäße (Angiographie). Einen halben Tag nach der Operation (Kontrollgruppe), sowie 3, 5, 7 und 12 Tage danach werden die Schweine erneut in Narkose gelegt und mit hochdosiertem Kaliumsalz getötet. Das Herz wird für weitere Untersuchungen entfernt.

Bereich: Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel: Porcine arteriogenesis based on vasa vasorum in a novel semi?acute occlusion model using high-resolution imaging

Autoren: Jonathan M. Harnoss (1,2), Florian Krackhardt (1,2), Zully Ritter (3), Susanne Granzow (2), Dieter Felsenberg (3), Konrad Neumann (4), Lilach O. Lerman (5), Fabian Riediger (1), Philipp Hillmeister (1,2), Peter Bramlage (1,6), Ivo R. Buschmann (1,2)*

Institute: (1) Hochschulklinik für Angiologie, Zentrum für Innere Medizin I, Städtisches Klinikum Brandenburg, Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane, Hochstr. 29, 14770 Brandenburg an der Havel, (2) Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Kardiologie, Campus Virchow-Klinikum, Charité Universitätsmedizin Berlin, Berlin, (3) Zentrum für Muskel- und Knochenforschung (ZMK), Charité Universitätsmedizin Berlin, Berlin, (4) Institut für Biometrie und Klinische Epidemiologie, Charité Universitätsmedizin Berlin, Berlin, (5) Division of Nephrology and Hypertension, Department of Internal Medicine, Mayo Clinic, Rochester, USA, (6) Institut für Pharmakologie und präventive Medizin Mahlow, Mahlow

Zeitschrift: Heart Vessels 2017; 32: 1400-1409

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5013



Dokument 271Titel: Untersuchung der protektiven Wirkung von Minocyclin und einem pulsatilen Blutfluss auf die Lunge unter Einfluss einer Herz-Lungen-Maschine im Ferkelmodell
Hintergrund: In der Literatur findet man bereits mehrere Angaben dazu, dass es durch den Einsatz von Herz-Lungen-Maschinen beim Kind zu Schäden der Lunge kommt. An einem „Ferkelmodell“ wird hier untersucht, ob sich diese Schäden auch feingeweblich nachweisen lassen, und ob die Art des Blutflusses oder die Gabe eines bestimmten Medikaments diese Schäden beeinflussen können.
Tiere: 39 Schweine (Angler Sattelschweine)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuchsreihe wurde durch das Regierungspräsidium Leipzig unter den Nummern W 05/11 und 05/12 genehmigt und am Herzzentrum Leipzig, Stümpelstr. 39, 04289 Leipzig durchgeführt. Die 4-Wochen alten Ferkel werden in 5 Gruppen eingeteilt, Gruppe 1, 2 und 5 zu je 8 Tieren, Gruppe 3 mit 9 und Gruppe 4 mit 6 Tieren. Die Ferkel der ersten beiden Gruppen (Kontrollgruppen) werden mit Spritzen in die Muskulatur in Narkose gelegt. Diese Narkose wird 4 Stunden lang mittels Gaseinleitung in einen in die Luftröhre geschobenen Tubus aufrechterhalten. Über diesen Tubus erfolgt auch eine künstliche Beatmung. Der Brustkorb wird aufgeschnitten, ohne dass weitere operative Maßnahmen erfolgen. Nach den 4 Stunden erfolgt die Tötung durch Entbluten, wobei ein Tier der zweiten Gruppe bereits vorher aufgrund einer Gefäßverletzung verstirbt.

Die Schweine der anderen drei Gruppen werden nach dem gleichen Schema in Narkose gelegt, mit einem Tubus versehen und künstlich beatmet. Der Brustkorb wird aufgeschnitten, und mit sogenannten Rippenspreizern aufgeklappt. Jetzt erfolgt der Anschluss des Herzens an eine Herz-Lungen-Maschine. Solch eine Maschine übernimmt die Pumpfunktion des Herzens sowie die Lungenfunktion. Wie im normalen Blutkreislauf wird sauerstoffarmes Blut aus dem Körper abtransportiert und sauerstoffreiches Blut dem Körper zugeführt. Die Hauptschlagader (Aorta) wird dafür mit einer Klemme verschlossen und die Maschine über in mehrere Gefäße eingebrachte Kanülen mit dem Blutkreislauf verbunden. In die Herzkranzgefäße wird eine Substanz eingespritzt, die zum Herzstillstand führt. Die künstliche Beatmung wird vorübergehend gestoppt. Die Tiere bleiben 90 Minuten mit der Herz-Lungen-Maschine verbunden, wobei der Blutfluss bei den Ferkeln der Gruppe 3 und 4 kontinuierlich erfolgt und bei Gruppe 5 pulsähnlich in Schüben. Im Anschluss wird die zum Herzstillstand führende Substanz wieder aus den Herzkranzgefäßen abgesaugt und die Klemme von der Hauptschlagader entfernt. Das Herz beginnt wieder zu schlagen. 4 Stunden nach Operationsbeginn und 90 Minuten nach Ingangsetzen des Herzens werden die Tiere durch Entbluten getötet. Lunge und Herz werden für feingewebliche Untersuchungen entnommen.

Bereich: Herz-Kreislauf-Chirurgie

Originaltitel:

Autoren: Wiebke Sophie Greimann, Betreuerin Aida Salameh

Institute: Institut für Veterinär-Anatomie, Fachbereich Veterinärmedizin, Freie Universität Berlin, Koserstr. 20, 14195 Berlin und Klinik für Kinderradiologie, Herzzentrum Leipzig, Medizinische Fakultät, Universität Leipzig, Liebigstr. 20a, 04103 Leipzig

Zeitschrift: Dissertation Berlin 2017 zur Erlangung des Grades eines Doktors der Veterinärmedizin, Journal-Nr. 3966

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Dissertation

Dokumenten-ID: 5012



Dokument 272Titel: Auswirkungen einer Erhöhung des Kalziumspiegels im Futter auf die Kalziumausscheidung und Vitamin D-Stoffwechselprodukte im Blut von gesunden erwachsenen Katzen
Hintergrund: Untersuchung, ob ein unterschiedlicher Kalziumgehalt im Futter Einfluss auf den Kalzium- und Vitamin D-Spiegel im Blut von Katzen hat.
Tiere: 10 Katzen (Europäisch Kurzhaar)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Experimente durch das Landesamt für Gesundheit und Soziales in Berlin (G 0024/11). Die 5 kastrierten Kater und 5 unkastrierten Katzen sind 4 – 5 Jahre alt. Sie stammen aus der eigenen Zucht des Instituts für Tierernährung der Freien Universität Berlin.

Die Tiere müssen alle 6 Fütterungsperioden mit 6 verschiedenen Diäten durchlaufen. Das Futter enthält dabei einen Kalziumgehalt in aufsteigender Konzentration. Jede Fütterungsperiode dauert 18 Tage. In den ersten 10 Tagen werden die Katzen in Gruppen gehalten. Während der jeweils letzten 8 Tage erfolgt eine Einzelhaltung der Tiere in sogenannten metabolischen Käfigen. Diese Käfige ermöglichen über spezielle Katzentoiletten die individuelle Sammlung von Kot und Urin. Am letzten Tag jeder Fütterungsperiode wird bei allen Tieren eine Blutprobe genommen. Vorher müssen sie dafür mindestens 18 Stunden fasten. Über den weiteren Verbleib der Katzen gibt es keine Erwähnung.

Bereich: Tierernährung

Originaltitel: Impact of increasing dietary calcium levels on calcium excretion and vitamin D metabolites in the blood of healthy adult cats

Autoren: Nadine Paßlack (1)*, Bettina Schmiedchen (2), Jens Raila (2), Florian J. Schweigert (2), Friederike Stumpff (3), Barbara Kohn (4), Konrad Neumann (5), Jürgen Zentek (1)

Institute: (1) Institut für Tierernährung, Fachbereich Veterinärmedizin, Freie Universität Berlin, Königin-Luise-Str. 49, 14195 Berlin, (2) Institut für Ernährungswissenschaft, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät, Universität Potsdam, Nuthetal (3) Institut für Veterinär-Physiologie, Fachbereich Veterinärmedizin, Freie Universität Berlin, Berlin, (4) Klinik für kleine Haustiere, Fachbereich Veterinärmedizin, Freie Universität Berlin, Berlin, (5) Institut für Biometrie und klinische Epidemiologie, Charité-Universitätsmedizin Berlin, Berlin

Zeitschrift: PLoS ONE 2016; 11(2): e0149190

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5011



Dokument 273Titel: Minimal invasives chirurgisches Verfahren zum Hervorrufen eines Herzinfarkts bei Mäusen
Hintergrund: „Rezept“ für einen Herzinfarkt bei der Maus.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2015

Versuchsbeschreibung: Bei dieser Arbeit handelt es sich um ein Protokoll, das heißt eine Art Rezept, wie man bei Mäusen einen „reproduzierbaren“, also wiederholbaren, Herzinfarkt mittels minimal-invasiver Chirurgie auslösen kann. Bei den narkotisierten Mäusen wird durch einen 0,5 cm langen Schnitt im Halsbereich ein Beatmungsschlauch in die Luftröhre eingeführt. Durch einen weiteren 0,5 cm langen Schnitt zwischen zwei Rippen wird der Brustkorb geöffnet. Der nun sichtbare Herzbeutel wird entfernt. Dem schlagenden Herz wird ein Faden um eine Herzkranzarterie gelegt und zugezogen. So wird ein Herzinfarkt simuliert. Der Brustkorb wird mit Fäden zugenäht. Für eine temporäre Minderdurchblutung des Herzens wird der Faden um die Herzkranzarterie für die gewünschte Zeit belassen und dann wieder entfernt, bevor man den Brustkorb verschließt.

Das weitere Schicksal der Mäuse wird nicht erwähnt.

Bereich: Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel: Minimal invasive surgical procedure of inducing myocardial infarction in mice

Autoren: Adelina Curaj, Sakine Simsekyilmaz, Mareike Staudt, Elisa Liehn*

Institute: Institut für Molekulare Herz-Kreislauf-Forschung (IMCAR), RWTH Aachen, Pauwelstr. 30, 52074 Aachen

Zeitschrift: Journal of Visualized Experiments 2015; 99: e52197

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5010



Dokument 274Titel: Vier-Faktor-Prothrombinkomplex-Konzentrat kehrt eine mit Apixaban verbundene Blutung bei einem Kaninchenmodell für akute Blutung um
Hintergrund: Test eines Mittels, das die Wirkung eines Blutgerinnungshemmers aufheben soll.
Tiere: 53 Kaninchen
Jahr: 2015

Versuchsbeschreibung: Zunächst wird eine Dosisfindungsstudie gemacht, bei der jeweils 5 betäubte Kaninchen Apixaban in unterschiedlichen Dosierungen in eine Vene gespritzt bekommen. Apixaban ist ein Gerinnungshemmungsmittel, das bei menschlichen Patienten zur Verhinderung von Blutpfropfbildung eingesetzt wird. 3 Kaninchen erhalten zur Kontrolle eine wirkungslose Kochsalzlösung. Allen Tieren wird der Bauch aufgeschnitten und in die Niere wird ein standardisierter Schnitt gemacht. Es wird die austretende Blutmenge gemessen sowie die Zeit, bis die Blutung von allein aufhört. Bei der Plazebogruppe ist das nach etwa 3 Minuten der Fall. Die Apixaban-Gruppen bluten je nach Dosis bis zu 30 Minuten lang, wobei der Versuch an dieser Stelle, d.h. nach 30 Minuten, abgebrochen wird. Das weitere Schicksal der Tiere wird nicht erwähnt.

Im zweiten Teil der Studie wird narkotisierten Kaninchen eine bestimmte Dosis Apixaban in eine Vene injiziert und 3 Minuten später ein Medikament zur Blutstillung, das also die gerinnungshemmende Wirkung des Apixaban aufheben soll. Dabei werden 6 Gruppen mit je 5 Kaninchen unterschiedliche Dosen des blutstillenden Medikaments verabreicht. Wieder wird der Bauch aufgeschnitten, um einen Schnitt in die Niere zu machen und den Blutaustritt bzw. die zeitliche Länge der Blutung zu beurteilen. Das Medikament verringert die Blutungszeit auf etwa 10 Minuten. Nach 30 Minuten wird der Versuch wieder beendet. Das weitere Schicksal der Kaninchen wird nicht erwähnt.

Die Arbeit wurde durch die CSL Behring GmbH Marburg finanziert.

Bereich: Pharmakologie

Originaltitel: Four-factor prothrombin complex concentrate reverses apixaban-associated bleeding in a rabbit model of acute hemorrhage

Autoren: Eva Herzog*, F. Kaspereit, W. Krege, J. Müller-Cohrs, B. Doerr, P. Niebl, G. Dickneite

Institute: Forschung, CLS Behring GmbH, 35002 Marburg

Zeitschrift: Journal of Thrombosis and Haemostasis 2015; 13: 2220-2226

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5009



Dokument 275Titel: Chemoprävention mit Somatulin(c) verlangsamt das Fortschreiten von neurohormonellem Bauchspeicheldrüsenkrebs bei einem Mausmodell für Multiple Endokrine Neoplasien Typ 1 (MEN1)
Hintergrund: Test eines potenziellen Medikaments gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Tiere: 50 Mäuse (mehr als)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche finden an der Philipps-Universität Marburg statt. Die Details zur Genehmigung werden nicht genannt. Die Mäuse, bei denen ein bestimmtes Gen ausgeschaltet wurde, stammen von Dr. Chang-Xian Zhang, International Agency for Research on Cancer, Lyon, Frankreich. Durch die Genveränderung entwickeln die Mäuse Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die Tiere werden in Marburg weitergezüchtet. Nachdem eine „große Kohorte“ gezüchtet worden ist, wird allen Mäusen ein Stück Schwanz abgeschnitten, um aus der Gewebeprobe zu analysieren, ob die gewünschte Genveränderung vorhanden ist oder nicht. Für den eigentlichen Versuch werden 50 genveränderte Mäuse verwendet. Was mit den nicht „geeigneten“ Mäusen geschieht, wird nicht erwähnt.

Im Alter von 35 Tagen wird die Hälfte der Tiere mit dem Krebsmedikament Somatulin behandelt, indem es einmal monatlich unter die Haut gespritzt wird. Die andere Hälfte erhält zur Kontrolle ein Plazebo. Nach 6, 9, 12, 15 und 18 Monaten werden jeweils 5 Mäuse aus jeder Gruppe durch Ersticken mit CO2 getötet. Anzahl und Größe der Tumore in der Bauchspeicheldrüse werden erfasst.

Die Arbeit wurde durch die Anneliese-Pohl-Stiftung für Habilitationsförderung finanziert.

Bereich: Krebsforschung

Originaltitel: Chemoprävention with Somatuline(c) delays the progression of pancreatic neuroendocrine neoplasms in a mouse model of multiple endocrine neoplasia type 1 (MEN1)

Autoren: Caroline L. Lopez (1), Barbara Joos (1), Detlef K. Bartsch (1), Jerena Manoharan (1), max Albers (1), Emily P. Slater (1), Carmen Bollmann (1), Sylvia Roth (1), Aninja bayer (1), Volker Friedrich (2)*

Institute: (1) Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Philipps-Universität Marburg, Baldingerstraße, 35041 Marburg, (2) Abteilung für Endokrine Chirurgie, Schön-Klinik Hamburg Eilbeck, Hamburg

Zeitschrift: World Journal of Surgery 2019: doi:10.1007/s00268-018-4839-8

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5008



Dokument 276Titel: Photoperiodische und tageszyklische Regulation der WNT-Signalübertragung im Nucleus arcuatus des weiblichen Dsungarischen Hamsters, Phodopus sungorus
Hintergrund: Gen-Ausprägung im Gehirn von Hamstern bei unterschiedlichen Licht-Dunkel-Perioden.
Tiere: 16 Hamster (mindestens 16 Dsungarische Hamster)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Dsungarischen Hamster (Zwerghamster) stammen aus der Zucht der Uni Marburg. Im Alter von 3 Wochen werden sie entwöhnt und einzeln bei einem Tageszyklus von 16 h Licht und 8 h Dunkel (LD) untergebracht, andere bei 8 h Licht und 16 h Dunkel (DL). Einige Hamster aus jeder Gruppe werden nach 8 Wochen entweder durch Genickbruch oder durch Durchströmen mit einer Flüssigkeit getötet. Bei letzterer Tötungsmethode wird unter Narkose eine Nadel ins Herz gestochen und eine Kochsalzlösung ins Herz gepumpt, bis alles Blut ersetzt ist und das Tier stirbt. Andere Hamster werden unter LD bis zu einem Alter von 3-5 Monaten gehalten und dann 8 Wochen lang entweder weiter LD oder 8 Wochen DL ausgesetzt. Dann werden sie ebenfalls getötet. Ihre Gehirne werden auf bestimmte Gen-Ausprägungen untersucht.

Die Arbeit wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Bereich: Biorhythmusforschung, Tierphysiologie

Originaltitel: Photoperiodic and diurnal regulation of WNT signaling in the arcuate nucleus of the female Djungarian Hamster, Phodopus sungorus

Autoren: Alisa Boucsein (1,2), Jonas Benzler (2), Cindy Hempp (2), Sigrid Stöhr (2), Gisela Helfer (3), Alexander Tups (1,2)*

Institute: (1) Department of Physiology, Centre for Neuroendocrinology and Brain Health Research Centre, University of Otago, Dunedin, Neuseeland, (2)* Tierphysiologie, Fachbereich Biologie, Philipps-Universität Marburg, 35032 Marburg, (3) Rowett Institute of Nutrition and Health, University of Aberdeen, Aberdeen, Schottland, Großbritanien

Zeitschrift: Endocrinology 2016; 157(2): 799-809

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5007



Dokument 277Titel: Einblicke in die Bildung von kollateralen Herzkranzgefäßen bei einem neuen „Schweine-Modell“ für semiakute Infarkte
Hintergrund: An Schweinen, bei denen künstlich ein Herzinfarkt ausgelöst wurde, soll untersucht werden, ob es zur Neubildung von Gefäßen im geschädigten Herzmuskelbereich kommt.
Tiere: 18 Schweine (Deutsche Landrasse)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Der Versuch wird vom Landesamt für Gesundheit und Soziales in Berlin (LAGeSo, G 0165/06) genehmigt. Die ca. 3 Monate alten Schweine (32-44 kg) stammen von der Lehr- und Versuchsanstalt für Tierzucht und Tierhaltung in Teltow. In Narkose werden die Tiere in Rückenlage gebracht und über die Oberschenkelvene mehrere Katheter bis in die Herzkranzgefäße vorgeschoben. Es erfolgen nach Injektion eines Kontrastmittels mehrere röntgenologische Durchleuchtungen zur Beurteilung der Gefäße (Angiographie). Anschließend wird in ein Herzkranzgefäß über den Katheter ein gefalteter Stent eingesetzt. Stents sind kleine Metallröhren, die eigentlich in Blutgefäße eingesetzt werden, um diese offen zu halten. In diesem Fall ist der Stent aber so verändert worden, dass er zu einer Einengung des Gefäßes führt, was einen Gefäßverschluss simulieren soll. Anschließend erfolgt erneut eine Angiographie, um den Verengungsgrad des Gefäßes zu bestimmen. Außerdem werden bei den Schweinen unter Narkose Magnetresonanzaufnahmen gemacht. Die Dosis des Narkosemittels wird dabei teilweise vorübergehend stark erhöht, um einen kurzfristigen Atemstillstand (6-10 Sekunden) zu erreichen. Dadurch werden Verwackelungen in den Bildern vermieden.

Um auch Bilder zu bekommen, bei denen das Herz stark gestresst ist, bekommen die Schweine ein Medikament gespritzt, welches die Herzfrequenz stark verlangsamt. Wie lange die Tiere in Narkose sind, wird nicht beschrieben. Nach der Operation werden die Tiere in zwei Gruppen aufgeteilt. Die 9 Tiere der ersten Gruppe werden noch weitere 12 Tage überwacht. Bei allen Schweinen dieser Gruppe kommt es innerhalb der ersten Woche zum vol