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Tierversuchsstatistik

Die aktuellen, vom Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) vorgelegten Tierversuchszahlen zeigen, dass 2.798.463 Tiere im Jahr 2014 in deutschen Versuchslaboren leiden und sterben mussten. Die Ärzte gegen Tierversuche können keine Trendwende erkennen und bezeichnen die Gesamtsituation weiterhin als alarmierend.

2.008.537 Tiere wurden direkt in Tierversuchen eingesetzt und weitere 789.926 im Rahmen von Tierversuchsprojekten zu wissenschaftlichen Zwecken wie beispielsweise Organentnahmen getötet. Hinzu kommen fast 563.600 Fischlarven, die dieses Jahr erstmals erfasst werden, in der Gesamtzahl von 2,8 Millionen Tieren jedoch nicht enthalten sind. Seit 1989 veröffentlicht das BMEL jedes Jahr Daten über die Anzahl der in Deutschland für Versuche verbrauchten Tiere. Die Statistik berücksichtigt jedoch nicht alle im Tierversuch getöteten Tiere. So werden in der Gentechnik zur Erstellung von gentechnisch veränderten Tieren, zahllose Tiere 'produziert' und einfach getötet, wenn diese nicht den gewünschten Gen-Defekt aufweisen. Auch Tiere, die schon bei Zucht, Haltung und Transport sterben oder als Überschuss getötet werden, tauchen in der Statistik nicht auf.

Seit im Jahr 1989 mit der Datenerhebung begonnen wurde, ging die Zahl der Tiere von 2,6 Millionen auf eine Tiefpunkt von 1,5 Millionen im Jahr 1997 zurück. Seither gab es insgesamt betrachtet einen kontinuierlichen Anstieg. Während 2014 Versuche an den Hauptleidtragenden, Mäusen (68 %) und Ratten (13 %), um 13,5 % bzw. 3,5 % leicht rückläufig waren (Mäuse 2014: 1.901.985, 2013: 2.199.671; Ratten 2014: 362.530, 2013: 375.656), wurden unter anderem mehr Affen, Hunde, Fische, Katzen (Zunahme um fast 26 % auf 997 Tiere) und Schweine (Zunahme um fast 12 % auf 14.374 Tiere) für Versuchszwecke herangezogen.

Besonders alarmierend ist in diesem Jahr der Anstieg der Tierversuche an Hunden um mehr als 82 % von 2.542 im Jahr 2013 auf 4.636 in 2014. Bei Affen stieg die Tierzahl um 31 % von 2.165 Tieren im Jahr 2013 auf aktuell 2.842. Der Großteil der Affen und Hunde wurde für regulatorische Zwecke (u.a. Giftikeitsprüfungen) verwendet. Von den 272.925 Fischen (Zunahme um fast 35 %) mussten die meisten im Rahmen der Grundlagenforschung ihr Leben lassen.

Vor allem die Anzahl der Tiere, die für die Grundlagenforschung leiden und sterben müssen, steigt ständig an. Im Jahr 2003 wurden etwa doppelt so viele Tiere (850.710 Tiere) in diesem Bereich verbraucht als noch 1999 (438.000 Tiere). Im Jahr 2008 war der Tod von 867.074 Tieren in diesem Bereich zu verzeichnen und 2009 lag die Ziffer bei 917.070 Tieren und 2012 bei über einer Million (1.138.508) Tieren. Gegenüber 2012 stieg in 2013 die Tierzahl um 51.511 auf 1.190.019 Tiere an. Im Jahr 2014 beanspruchte die Grundlagenforschung 43 % der Gesamtzahl bzw. 870.358 Tiere.

Im Bereich der Giftigkeitsprüfungen ist seit Jahren ein Abwärtstrend zu verzeichnen. 2013 waren es 154.011 Tiere und damit 12.705 Tiere weniger als 2012. Die gesetzlich vorgeschriebenen Tierversuche nehmen ebenfalls seit Jahren ab. Sie lagen 2006 bei rund 460.000 Tieren (18% der Gesamtzahl), 2008 bei 334.000 Tieren (18%) und 2013 bei 333.698 (11%). Der langfristige Abwärtstrend in diesen beiden Bereichen ist der wachsenden Anzahl der zur Verfügung stehenden tierversuchsfreien Methoden zu verdanken. Darunter sind Verfahren zu verstehen, die ohne lebende Tiere auskommen, also z. B. Zellkulturen, Gewebeschnitte, computergestützte Rechenmodelle und analytische Methoden. Auch klinische und epidemiologische Forschung zählt dazu. Solche modernen Forschungsmethoden sind verstärkt zu fördern. Tierversuchsfreie Testsysteme bieten im Gegensatz zum Tierversuch verlässliche, auf den Menschen übertragbare Ergebnisse. Allerdings lässt sich aus der vom Ministerium für 2014 bereit gestellten Tabelle der Anteil der für Giftigkeitsprüfungen verbrauchten Tiere nicht ablesen.

Neben den offiziell erfassten Zahlen gibt es eine Dunkelziffer. Bereits bei Zucht und 'Vorratshaltung' werden 'überschüssige' Tiere getötet oder sterben schon vor dem eigentlichen Versuch bei Haltung und Transport. Versuchstiere werden üblicherweise nicht nach Bedarf gezüchtet, sondern im Überschuss, um jederzeit eine gewisse Anzahl von Tieren der einzelnen Arten, Alters- und Gewichtsklassen 'vorrätig' zu haben. Auch fehlen in der Statistik Tiere, die der Erstellung gentechnisch veränderter Linien dienen. Die Zahl der Tiere, die nicht die gewünschte genetische Veränderung aufweisen, wird auf 90 – 99 % geschätzt. Diese Tiere werden getötet und tauchen nicht in den Statistiken auf. Im Jahr 2011 wurden 731.678 transgene Tiere in der Forschung verbraucht, 25% der Gesamtzahl und etwa 8.000 mehr als im Vorjahr. 2013 waren es bereits 947.019 transgene Tiere, fast 32% der Gesamtzahl. Für 2014 hat das Miniserium hierzu noch keine Zahlen vorgelegt. In Tierversuchen verwendete wirbellose Tiere wie Schnecken, Insekten und Krebse werden überhaupt nicht gezählt.

Informationen zu Tierversuchen und Tierschutzgesetz >> 

Entwicklung der Tierversuchszahlen seit 1989

Grafik >>

Zahl der in Tierversuchen verwendeten Tiere in Deutschland nach Versuchszweck/Tierart

2014 Tabelle (PDF)

2013 Tabelle (PDF)

2012 Tabelle (PDF)

2011 Tabelle (PDF)

2010 Tabelle (PDF)

2009 Tabelle (PDF)

2008 Tabelle (PDF)

2007 Tabelle (PDF)

2006 Tabelle (PDF)

2005 Tabelle (PDF)

2004 Tabelle (PDF)

Zahl der in Tierversuchen verwendeten Tiere in der EU

In dieser Statistik werden die zu wissenschaftlichen Zwecken getöteten Tiere nicht erfasst. Für Deutschland sind hier daher niedrigere Zahlen als in der Statistik des BMELV angegeben. Die EU erfasst die Zahlen nur alle drei Jahre.

Tabelle 2011 (PDF)

Tabelle 2008 (PDF)

Tabelle 2005 (PDF)

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