
Die Datenbank über Tierversuche
Die Datenbank über Tierversuche
Was ist der Sinn der Datenbank?
Durch eine möglichst weitgehende Offenlegung der Inhalte und Bedingungen von Tierexperimenten möchten wir die Diskussion um Tierversuche neu beleben. Mit der Datenbank im Internet soll das tierexperimentelle Forschungssystem transparent gemacht werden. Medien, Politiker, aber auch Tierschützer müssen mit nachprüfbaren Dokumenten über Tierversuche versorgt werden. Mit Hilfe der Datenbank lässt sich konkret nachweisen, wer wo in Deutschland an welchen Tierversuchen beteiligt ist. Für jede Tierschutzveranstaltung kann Material bezüglich durchgeführter Tierexperimente in der Umgebung zur Verfügung gestellt werden. Auf Fragen von Journalisten oder von Politikern nach Experimenten an einer bestimmten Universität oder an einem Max-Planck-Institut können konkrete Antworten gegeben werden.Die Geheimniskrämerei um Tierversuche
Trotz gegenteiliger Behauptungen von Seiten der Industrie und der Hochschulen ist tierexperimentelle Forschung in Deutschland weitgehend geheim. Zwar müssen genehmigungspflichtige Tierexperimente Versuchskommissionen zur Begutachtung vorgelegt und behördlich genehmigt werden, aber letztendlich ist dieser Vorgang nur eine bürokratische Hürde. Abgesehen davon ist ein erheblicher Teil der Tierversuche nur anzeigepflichtig, hier findet überhaupt keine Überprüfung durch Versuchskommissionen statt. (Genehmigungspflichtig sind Tierversuche im Bereich der medizinischen, tiermedizinischen oder biologischen Grundlagenforschung, Experimente zur Entwicklung von Medikamenten oder von chirurgischen Verfahren. Anzeigepflichtig sind die durch Rechtsvorschriften, Verwaltungsvorschriften, Arzneimittelprüfrichtlinien etc. ausdrücklich vorgeschrieben Tierversuche, z.B. im Bereich der Toxikologie).Tierversuche an Universitäten und Max-Planck-Instituten werden meist in englischsprachigen Fachzeitschriften oder als Doktorarbeiten veröffentlicht. Diese Publikationen sind jedoch für den interessierten Laien kaum zugänglich oder wegen des verwendeten Fachjargons weitgehend unverständlich. Die von Chemie- und Pharmaindustrie durchgeführten Tierexperimente verschwinden generell in den Unterlagen zur behördlichen Begutachtung oder Zulassung und sind damit für Außenstehende überhaupt nicht einsehbar.
Die Öffentlichkeit wird mit irreführenden und verharmlosenden Aussagen beruhigt. Tenor: Die meisten Experimente sind für das Tier mit nicht mehr Stress als eine Injektion bei einem Patienten verbunden. Dazu werden Bilder von gesunden Hunden auf Laufbändern oder von getöteten Ratten gezeigt. Die Wirklichkeit ist aber anders. Erschreckend anders.
Die Verharmlosung der Tierversuche
Die Behauptung, dass Tierversuche meist mit nicht mehr Schmerz verbunden seien als eine Injektion oder Blutabnahme beim Menschen, weil die Tiere aus der Narkose sowieso nicht mehr aufwachen würden, ist blanker Unsinn. Die meisten Tierversuche, die uns als Veröffentlichungen vorliegen, sind Untersuchungen an wachen Tieren. Das bedeutet: Die Tiere werden zwar für einleitende Operationen anästhesiert, aber der Rest des Experiments - und dies gilt vor allem für länger andauernde Versuche - ist für die aus der Narkose erwachten Tiere mit erheblichen Schmerzen, Qualen und Leiden verbunden.Sicher ist der Grad der Belastung für das Versuchstier nicht in allen Experimenten gleich. Es gibt tatsächlich viele Versuche, bei denen das Tier aus der tödlichen Narkose nicht mehr aufwacht. Dennoch - das Forschungssystem, das wir in unserer Datenbank dokumentieren, ist an Brutalität, Rücksichtslosigkeit und Grausamkeit gegenüber unseren Mitgeschöpfen kaum zu überbieten Jeder Forscher, der an dieser Form der Wissenschaft teilnimmt, macht sich mitschuldig an der maßlosen Ausbeutung der Tiere.
Wir machen Tierversuche publik
Die Ärzte gegen Tierversuche e.V. sehen es als ihre Aufgabe, tierexperimentelle Forschung in Deutschland für die interessierte Öffentlichkeit transparent zu machen. Durch Literaturrecherchen im Internet erfassen wir laufend die neuesten tierexperimentellen Studien, die von deutschen Wissenschaftlern in internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht werden. Diese Publikationen werden über medizinische Bibliotheken im Original bezogen und von unseren Fachleuten bearbeitet. Dazu wird der experimentelle Teil der jeweiligen Studie ins Deutsche und vor allem in eine auch für Laien möglichst verständliche Sprache übersetzt.Eine Wertung der Arbeiten vom wissenschaftlichen Standpunkt aus oder unter ethisch-moralischen Gesichtspunkten erfolgt dabei jedoch nicht. Jeder interessierte Leser soll sich selbst ein Bild vom tierexperimentellen Forschungssystem machen.
Die Datenbank erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber sie wird laufend erweitert und aktualisiert.
Die Möglichkeiten
In der Datenbank befinden sich Beschreibungen von mehreren Tausend tierexperimentellen Studien, die in den letzten Jahren in Deutschland durchgeführt wurden. Für die in Fachzeitschriften veröffentlichten Arbeiten sind Titel (englisch und deutsch), Autoren (federführender Autor mit * gekennzeichnet), Institute der Autoren, Art und Anzahl der verwendeten Tiere, Beschreibung des Experiments, wissenschaftlicher Bereich und Hintergrund angegeben. Mit den Suchfunktionen der Datenbank ist es möglich, nach Ort, Institut, Autoren, Jahr, Tierarten und Fachbereichen abzufragen.Eine zweite Datenbank unter der Rubrik »Perspektiven« beinhaltet eine kleine Auswahl an tierversuchsfreien Verfahren, z. B. mit Computersystemen oder Zellkulturen. Das »Magazin« bietet Beiträge zu aktuellen Entwicklungen im Bereich der Tierversuche und der tierversuchsfreien Methoden. Unter "Deutschland" finden Sie eine Übersicht über die Tierversuchshochburgen des Landes.
http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/projekte/datenbank/93-die-datenbank-ueber-tierversuche.html








